Ausgabe 
3.7.1906 Zweites Blatt
 
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(X) Griedel.

Die werten Stadtväter Haden für eine ans-

3%

114.70

Börse, 3. Juli. Anfangskurse.

Elektriz. Lahmeyer . . Elektriz. Schlickert . . Eschweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk

3

4

3y?!<

Harpener Bergwerk.

Laurahütte . . .

Lombarden E. B.

Nordd. Lloyd . . .

Türkenlose . . .

Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio-

Eisenl ahn .

Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eiseubahu

2.38,25

126.10

. 142.50

. 129.90

. 251.00

. 216.50

. 34 40 . 143.40 . 151.75

Keichsanleihe do.

Konsols do. . .

Hessen . . .

Oberhessen

Aktien:

Bochum Guss . . . . Buderus E. W . . .

Tendenz: schwach.

Berliner

Canada E. B.....

Darmstädter Bank

Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union (. . Dresdner Bank . . .

Tendenz: schwach.

4y°'n japan. Staatsanleihe 1 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose ... . .

4% GrieCh. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier . 4°/0 Mexikaner . . 3^°/» Chinesen . . . .

Mehr wie

uili. Der in den 60er Jahren

4% Oesterr. Goldrente. . 4/& Oesterr. Silberrente 4 % Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3°o Portugiesen Serie I .

Hobe und dmnit in Neunes großes Aufsehen hervorries. Der Gene- ralstaatsanwalt stellt fest, das; die V e r s i ch e r u n g c n Ecr- nuSkpS unwahr sind. Der Gcmeralstaatscmwalt unterzieht die Schriftstücke in Nummer 26 dcS geheimen Dossiers einer Prüfung, worin B. dem 9(. ankündigt, das; er einen Eiseubabuorganisations- plan erhalten werde, und sodann daS dem deutschen Kaiser ; n g e s ch r i e d e n e Dokument, in welchem der Name Dreyfus mit vollen Buchstaben enthalten sei. Drenhis protestierte in einem besuch an den Jnstizmiuistcr gegen dieses Schriftstück, daS zu seiner j Verurteilung führte. Der Anklagepnntt, betreffend das angebliche Schreiben des deutschen Kaisers, müsse manaels jeden Be­weises völlig ausscheidcn. Sodann hebt der (^eneralstaatSanwalt hervor, das; ValcarloS niemals DreissuS als Verräter bezeichnet habe. Es habe sich aber heransgestellt, das; Balrarlos, dessen Ehrenhaftigkeit sielS versichert wurde, ein gewöhnlicher, mit -100 Frcs. monatlich besoldeter 2lgent gewesen sei. Dies stelle nach! seiner Ansicht ebensalls eine neue Tatsache dar, die die Revision begrüiide.

125.15 168.50

137.70 235 20

177.30

182.20

157.5o

209.50

Oberschles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges . . Darmstädter Bank . . .

Der Trehfus-Prozeß.

P a r i s, 2. Juli.

Ter Generalstaatsanwalt Baudouin erörtert heute die neuen Tatsachen. (£r giebt der Ansicht Ausdruck, daß das Telegramm und die Erklärungen Guerins, die sich aus das angebliche Ge­ständnis Treysus' beziehen, ein wesentliches Tatbestandsmoment bilden, das dem Kriegsgericht von Rennes unbekannt gewesen sei, und die Unschuld Trenstis' klargestcllt hätte. Er erinnerte ferner an das Zeugnis des Lesterreichers Eernusky, welcher versicherte, daß er über Dreyfus' Schuld eine vertrauliche Mitteilung erhalten

- .......... " Rubrik stehenden Artikel

i"i dem ibliknm gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Lisenbahn-Zeitung.

Eisenbah nbeamte, die keine Damen begleiten wollen. Eine eigenartige Klage haben, wie dieSchles. Ztg." berichtet, die Berliner

In bet 'Sonn enstras; e sind Neubauten vorgesehen, in der *angrenzenden Nachbarschaft sind verschiedene 5däuser Eigentum der Stadt: würde da nicht einmal ein Anfang mit Erweiterung der engen. Straßen gemacht werden können? Hierdurch würde den bestehenden Geschäften ein größerer Verkehr zugefüh-rt werden unh dadurch eine Erhöhung der Ltenerkrait entstehen.

. 99.95

. 88.15

. 99.85

. 88 25

. 98.45

* Kleine Tages chronik. Während eines Unwetters am letzten Freitag sind in der Provinz Hannover insgesamt 16 Personen öom Blitz getötet worden. Zn Forchheim wurde die 25 Jahre ulte Arbeitersfrau Anna Hoffmann in ihrer Wohnung ermordet auf­gefunden. Als der Tat verdächtig wurde der Gendarmeriewachtmeister Schlereth verhaftet, von dem sich die Ermordete Mutter fühlte. In Osterode erschoß der Ziegler Golka feinen Arbeitskollegen Paul ans Unvorsichtigkeit. Paul war sofort tot. Durch Ausgrabungen bei Remagen wurden ein Gräberfeld und eine Wasserleitung auS der Zeit des Kaiser Augustus ausgefunden. Ter Leitimaskanal ans Kiesbeton ent­hielt, wie auch die Gräber, zahlreiche Tonqefäße, Gläser. Elfenbeinwürfel und Münzen. Am 2. Juli fuhr auf dem Münchener Dorortbabnbof Groß-Hesselohc ein rangierender Vorortzug trotz des Haltesignals auf einen andern im selben Ohleis stehenden Zug auf. Hierbei wurden zwei Heizer und ein Lokomotivführer tätlich verletzt Außerdem ent­gleisten vier Wagen, von denen einer zertrümmert wurde. In Bocholt wurde der Arbeiter Hufe von seinem Bruder erstochen. Der Täter wurde verhaftet. In Wien ist die Generalkonsulswitwe Henriette Wankiewits, die Ersinderin der Nadelmalerei. welche in der heurigen Pariser Ausstellung den 1. Preis erhielt, 54 Jahre alt, gestorben

100.40

100.60

95.90

103.90

70.00 70.70

88.75

95.10

95 60

146 20 53.70

90.25

70.35

97.80

Arbeiterbewegung.

fc. Franks u r t a. M., 2. Juli. Tie hiesigen Dachdecker- gchilsen sind heute in den Ausstand getreten. Sie forderten einen Mmdeststnudenlobn von 58 Psg. und für diejenigen Gehilfen, die dielen Lohn bereits beziehen, eine Zulage von 5 Psg. Die Dachdeckerinnung beschloß, am Mindcststundenlohn von 55 Psg. iestzuhalten und eine Zulage von 3 Psg. zu gewähren.

- 157.50

. 137.10

. 235.20

. 82.10

. 157.20

Portugiesen III y0,n russ.Staatsanl. 1905

. 205.80 . 230.75 . 34.40 . 125.00 . 145.90

B. Steinberg, 2. Juli. Hier wurde ein Turn­verein mit 46 Mitgliedern gegründet. ES ist dies die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches unserer Jugend. Hoffentlich wird der Verein durch Beitreten weiterer Mitglieder unterstützt.

FamMeil-Nachrrchterr.

G c st o r b e n. Herr Dr. Sigisntimd Jourdan, Geh. Sauitatsrat, Main;._______________________

WicKcncr landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hoffen für Mittwoch den 4. Juli 1906: Fortdauer der trockenen Witterung. Am Tage wärmer, nachts kühl.

burch bic ^ioi-cncr Welterkarte.

OrLginal-Drahtlnel-ungen.

Freiburg im Uechtlandc, 3. Juli. Touristen ent­deckten nm Fuße einer Fettwand des Berges Moleson in einer Höhe von 2006 Meter einen Leichnam, dessen Iden­tität noch nicht festgestcllt ist.

London, 3. Jllli, Infolge der Enthüllungen über die amerikanischen Fleischkonscrvcn haben große englische Pacht-Konstrukteure beschlossen, in den Pachten spezielle Vor- richtungcn zur Atifbcwahrung des Fleisches anzubringen. Auf diese Weise wollen sic es den Besitzern der pachten möglich machen, auf den Gebrauch von Konserven zu verzichten.

Neichen berg (Böhmen), 2. Juli. Der in Dresden Ittidierende Graf Franco di Abontagliau aus Florenz überfuhr auf der Rückfahrt von hier in der Gemeinde Einsiedl mit seinem Atitomobil ein Kind, welches schwere Ver­letzungen davontrug. Als die Menge eine drohende Haltung einnahm, zog der Graf einen Revolver. Er wurde verhaftet und in datz Bezirksgericht in Friedland eingeliefert, von welchem er nach Feststellung seiner Personalien entlasten wurde.

Belgrad, 3. Juli. Ter ehemalige Ministerpräsident Wladan Georgcwitsch ist an diesem Peter- und Paulstage begnadigt worden. Derselbe hat bereits 4 Monate von der sicbcnmonatlichcn Arreststrafe wegen seines BuchesDer letzte der Dbrenewitsch" abgebüfft.

Kattowitz, 3. Juli. Ain Sonntag erschienen in der Handelsagentur der Weichsclbahncn drei bewaffnete Männer und verlangten von dem Bnreauchef mit vorgehaltcnen Re­volvern die Herausgabe der amtlichen Gelder. Dieser gab an, keine amtlichen Gelder zu besitzen und wollte sein eigenes Geld, 700 Rubel, geben. Durch Befragen anderer Ange­stellten wurde festgestcllt, daß 2000 Rubel eingezahlt worden waren. Der Vorsteher wurde gezwungen, das Geld heraus- zugebcn. Sein eigenes Geld wurde ihm gelosten. Die Räuber entfernten sich ruhig und hinterließen eine ordnungs­gemäß ausgestellte Quittung dcs ArbcitSkomitees der polnisch­sozialistischen Partei.

Charkow, 3. Juli. In der Nähe von KirSlowSka beraubten unbekannte Verbrecher den Kassierer Golu- bowsko von der Bogoduckow-Berestow-Bergbaugesellschaft, der 22 000 Rubel bei sich führte. Der Kassierer sprang den Räubern, die aus dem Zuge gesprungen waren, nach. Er wurde später ermordet auf dem Bahngleise gesunden.

k. Kaichen, 2. Juli. Am 7., 8. und 9. Jllli findet hier das KreiSkriegerfest, verbunden mit Fahnen­weihe des hiesigen Kriegervereins, statt.

Das Eisenbahnunglück bei Salisbury.

Dw neuesten Meldungen lassen die Katastrophe noch schrecklicher erscheinen, als die ersten Nachrichten verrieten ^.er Lokomotivführer batte ein entsetzliches Schicksal, infolge des ungeheuren Stoßes int Augenblicke der Ent gleisung wurde er kopfüber ins Feuer geworfen, wo er verbrannte. Ein Passagier wurde durch das erbrochene Dach eines Waggons etwa 10 Meter in die Luft geschleudert, fiel dann auf den Trümmerhaufen und erlitt sehr schwere Vcrletzungeit. Die Trümmerhaufen ves Erpreßzuges fingen an zu brennen und zahlreiche Per- ^brannten oder erlitten schwere Brandwunden, ueber die llriache ist noch nichts Authentisches fcstgestellt. doch scheint der Hauptgrund die zu große (Geschwindigkeit gewesen zu sein, mit ivclcher der Schnellzug das Bahnhofs­gebiet und namentlich die >iurve dicht hinter dem Sta- tionsgebältdc passierte. Einer der Postbeamten, die in dem Postgebäudc, dem Bahnhof gegenüber, Briefe sortierten, erklärte, der Zug sei viel schneller gefahren als die vom .Handelsamt für das Passieren der Kurve festgesetzte Mari­malgeschwindigkeit von 4S Kintr per Stunde vorschreibt. Der 2ldvokat Senwll aus Newhork nmrde nach drei Stünden lebend, aber schwer^ verletzt, aus den Trümmern gezogen, ^eine FraiL sein Sohn und seine zwei Töchter sind tot. Getötet ist ferner ein Herr Frank stoch: seine Frau und seine Töchter sind schwer verletzt. Tie meisten Leichen sind bis zur Unkenntlichkeit zermalmt.

Bei dem Totenschaugerichr untren die amerikanische Dampferlinie und die Südbahn durch je zwei Delegierte vertreten.^ ?luch der Bürgermeister von Salisburh, der amerikanische Konsul daselbst und viele Freunde und Ver­wandte der Opfer wohnten der Verhandlung bei. Die Jury begab sich nach dem Bahnhofe, um die Leichen zu besich­tigen, worauf nach ihrer Rekognoszierung eine Vertagung von 14 Tagen eintrat. Tie Verletzten machen befriedigende Fortschritte mit Ausnahme von drei oder vier, die sich in bedenklichem Zustande befinden. Zu diesen gehört auch der Advokat Sentell aus Rewyork, der sich schon etwas erholt hatte, aber bei der Nachricht vom Tode seiner Gattin, seines Sohnes und iciner beiden Töchter einen Rückfall erlitt.

Eingefan--

(Für Form und Inhalt oller inner - übernimmt die

I Eiseubahnbeamten erhoben. Sie beschweren sich, daß ihnen ost, wenn sie nnidc Dom Dienst sich zur Ruhe begeben wollen, noch die Verpflichtung nufcrlcpt werde, die weiblichen Eisenbahngehilfen nach Hanse zu geleiten | damit ihnen in der Nacht kein Schaden geschehe. Es sei, heißt eS in der Beschwerde, für einen kön glichen Beamten nicht gerade ein erhebendes Gefühl, wie ein Lakai hinter der Eisenbahngebilfin berzutrottcn und ihre Schritte bis zu ihrem Heim zu behüten. Dazu habe man nicht lange Jahre des König« Nock getragen, um den Wächter einer höheren Tochter zu spielen! Mancher andere Berliner Herr würde den Beamten gewiß gern den Nittcrdienst abnehmen. Wie wäre eS, wenn sich zu diesem Zwecke einVerein zur Begleitung weiblicher Eisenbahngehilfen" bildete? Damit wäre ollen geholfen, auch den Beamtinnen, die jedenfalls einen liebenswürdigen Bcaleiter einem brummigen Unterbeamten vorricheu wurden

siebende Gutsverwalter Heinrich Bender wurde durch das Scheuen seiner Pferde vom Fuhrwerk geschleudert und bctvußtloS vom Felde nach Hause gebracht.

A Butzbach, 2. Juli. Der in der Gerberei von Jakob Küchel beschäftigte, verheiratete Karl Wolff geriet bei der Arbeit mit einer Hand unter eine Metallwalze, die ihm die Hand bis zum Gelenk buchstäblich zer­malmte. Nach Anlegung eines Notverbands wurde der Bedauernswerte nach Gießen zur Klinik verbracht. Die Ausstellung für ländliche Kunstbestre- bungen bleibt nur noch bis zum 9. Juli geöffnet.

? Fauerbach, 30. Juni. Zwei Knaben von 6 Jahren spielten gestern in einer Scheuer mit Feuer­zeug und setzten damit ein Gebund Stroh in Flam­men. Als das Feuer weiter um sich griff, eilten sie an einen nahe liegenden Brunnen und baten einen Landwirt um einen Eimer Wasser. Der Mann erkannte die Situ­ation sofort und schlug Lärm. Nach wenigen Minuten konnte man des Feuers Herr werden, das bei dem her- schenden Wind leicht das ganze Dorf hätte einäschern können. Eine fast neue Säemaschine ist den Flammet; zum Opfer gefallen.

Teßefomsche Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen.

Frankfurter Börse. 3. Juli, 1.15 Uhr.

Rheinisch-Westfälische Effektenmarkt.

Tagesbericht der Firma Walter Hammer st ein.

M ü (heim a. d. Ruhr, 2. Juli 1906.

Der Kohlenkuxen markt neigte heute weiter zur Schwäche, jedoch waren die Kurse beute für schwere Werte nach Abzug der fälliq gewesenen Ausbeute mir wenig niedriger. Es fanden ver­schiedentlich Umsätze statt in Dorstfeld, Graf Schwerin, Lothringen und Mont Eenis. Einen stärkeren Kursrückgang war bei Trier zu verzeichnen, welche zu 7475 angebotcn blieben. Von mittleren und leichten Werten Alte Haase, Borussia Carolus Magnus und Gottessegen umgesetzt.

Auf dem K a l i k u x e n m a r k t e trat eine erhebliche Ab­schwächung ein, worunter besonders mittlere und schwere ?lus- beutewerte zu leiden hatten. Gehandelt wurden Alerandershall zu 9950, Bürbach zu 14 100-14 200, Cansstind 10 150-10 400, Gros;- herzoq von Sachsen 7700, Wilhelmsball 13 500-13 800. In der Versteigerung erzielten Sclneferkaute 19802025, Emilienhall 660, Hansa Silberberg 2710, Hedwigsglück 100230, Deutsche Kali- Aktien 150 pCl., Hattorf-Aktien 75 pCt., Neu-Bleicherode 124 bis 126 pCt.

Von Erzkuxen Apfelbatunerzug, Bautenberg, Biederer Gruben, Louise Brauneisenstein und Wildbcrg schwächer. Viktoria und Veterszeche wurden zu anziehenden Preisen aus dem Markte genommen.

Der B r a u n k o h l e n k u p e n m arkt hat nur geringe Ver­änderungen auszuweisen. Etwas schwächer lagen Brühl, Donatus und Schallmauer. Lucherberg behauptet.

25 Vereine haben ihr Erscheinen zugesagt.

w. Lißberg, 2. Juli. Gestern abend gegen 1/211 Uhr entgleiste infolge Weichenbruchs der nach Gedern gehende Personenzug. Größerer Materialschaden liegt vor, Personen nnd glücklicherweise nicht verletzt worden. Der Verkehr wird an der Unglückstelle durch Umsicigcn bewerkstelligt.

fc. Fran kfurt a. M,, 2. Juli. In der Räbe des Eisernen Steges tvurde dieser Tage das I 2 j ä h r i q e Schul­mädchen Elisabeth Becker, Tochter des Chauffeurs Becker, als Leiche aus dem Main gcländct. Wie man anniimnt, hat das 5?ind aus Fttrcht vor einerSchttlstrafe Selbstmord begangen. Im Gerichtsgefängnis erhängte sich der tvcgen Verdachts der Hehlerei fcstgenonnnenc Fahrrad­händler Emil Götz. In früheren Jahren hat Götz eine Nolle als Rennfahrer gespielt. Durch Morphium machte der 42 Jahre alte Ingenieur Alois Gen er seinem Leben ein Ende. Er befand sich in finanziellen Schwierigkeiten. m ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Aachb arstaatcn. Ju Bcrusscld wurde der Bau einer S8 ö Herleitung beschlossen. Tie Kosten der Anlage werden aus 7080 000 Mk. veranschlagt. In Ei ch e l s d o r f starb der langjährige Bürgermeister Peter Frey mann im 70. Lebens jahre

I" der Nummer deS Gießener Anzeiger vom 29. Juni waren zwei Auslassungen über die Behandlung der Frage der konfessionellen Berbliidüngen auf dem letzten VerbandStag deutscher Hoch­schulen ^Hamburg, 18.-20. Juni) enthalten. Jetzt schreibt UNS Herr cand. hist. Schlie, er bedauere, daß über diesen Punkt etwas in die Oefsenttichleit gedrungen ist, obwohl mehrfach betont wurde, daß samt- liche Verhandlungen streng vertraulicher Natur seien. Durch diese Nach­richten entsteh- ein falsches Bild. Tie Angaben der beiden erwähnten Auslassungen entsprächen den Tatsachen nicht. Weitere Ausführungen seien natürlich auch ihm verboten. Wir hatten die Anslasiiwgen, wie in dem Artikel unserer Nummer 150 2. Blatt ausdrücklich erwähnt war, dem Hann.^ Cour." entnommen.

Geh. Bergrat Professor Tr. Hugo LaspeyreS, Ordinarius und Direktor des nimeralogischen und geologischen MufeumS nnd Instituts d-r Bonner Universität, feiert heute nm 3. Juli, seinen 70. Geburtstag.! (Fr ist ein Bruder des Gießener Nationalökonomen Geh. HofratS Prof, i. P. Dr. Etienne LaSpeyres.

Die Ausländer auf den deutschen Universitäten. In diesem Sommer studieren auf den deutschen Universitäten 3889 Ausländer gtcidi 8,i: vom Hundert bei einer Gesamtzahl von 44 964 Studierenden. 3m letzten Semester betrug ihre Zahl nur 3555, im Vorjahre 3178 und ihr verhältnismäßiger Anteil 8,4 bezw. 7,8. Im Sommer 1904 zählten bic Ausländer erst 2819. Tic diesmalige Steigerung gegenüber dem letzten Semester um 334 beruht ausschließlich auf deni erhöhten Zuzug russischer Staatsangehörigen, deren Zahl von 1326 auf 1818 gestiegen ist. Unter den 3498 Angehörigen der europäischen Länder sind außerdem 621 auL Oesterreich-Ungarn ^gegen 648 im WinterO und 284 aus der Schweiz, gegen 359. AuS Amerika (vornehmlich aus den Vereungten Staaten) sind 274 gegen 309, auS Asien 95 gegen 101, ans Afrika 10 gegen 15, auS Australien 7 gegen 11. Auf die einzelnen Universitäten verteilen sich die Ausländer wie folgt: Berlin 1035 Leip- M »56, München 430. Heidelberg 320, Halle 233, Jena 183, Göttingen 1/3, Freiburg 153, Königsberg 126 (worunter 117 Nusseul, Bonn 101, Breslau 84, Straßburg 80. Marburg 76, Gießen 70, Würzburg 68, Tübingen 67, Greifswald 40, Kiel 32, Erlangen 31, Rostock 19, Münster 12. In bet Verteilung auf die einzelnen Studienfächer hat sich eine wesentliche Berschik-l.uiig gegen das letzte Semester nicht ergeben.

Hamburg- Amerik. Pak elf. 159 75

Harpener Bergwerk. . . 207 00

Laurahütte......231.00

Nordd. Lloyd.....125.30

Gerichtssaal.

Hamburg, 2. Juli. Die sozialdemokratische Agitatorin Luise Z i e tz wurde beute vom Landgericht wegen A u s r e i z u n g verschiedener Klassen der Bevölkerung in Vorträgen über die Ham­burger Wahlrechtsvorlage im Januar d. Js. zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Staatsanwalt hatte sechs Monate beantragt. ______________

Handel miö verkehr, Volkswirtschaft

Bon der Berliner Börse. Absolute Geschäftslosigkeit war auch Losung zu Beginn der neuen Woche. Die erfolgten Tividentenabtrennungen, die dadurch hervorgerufenen Kursverändernngen trugen dazu bei. den Verkehr noch schwerfälliger zu machen. Nur amerikanische Bahnen waren etwa? reger und notierten infolge von Londoner Käufen über Newhorler Parität Einiges Geschäft war bei heimischen 3 Proz. Anleihen bemerk- bar mit Hinweis auf die ©teinbelbefreiunfl. Die sonstigen Marktgebiete waren vollständig vernachlässigt. Der Privatdiskont hielt sich auf 37/8 Proz.

rrnd rMssenschaft. Uitfcre liebe Vaterstadt ist auf dem besten Wege eine Groß-

Tie moralische Niederlage Otto Ernsttz. Be- >^dt zu ioerbetr. Ti. V.'.v uuy

kanutlich ist Otto Ernst, der Verfasser mehrerer tvirkungsvoller klezetchnete und genügende Wasserleitung auf Jahre Hinaus ge- Dramen und nainentlich recht schöner Gedichte und einiger nutcr iff nun bald fertig, Anlagen sind entstanden

Romane, i» seiner Vaterstadt Hamburg zu einer Geldstrafe vcr-1 *Hl,p >*L' .schöner fast keine Großstadt aufzuwcisen Hat. Das urteilt worden, iveil er in einem gehässigen Scbreiben an die anlise- ^v^ater iit im Bau begriffen. Neue Stadtteile mit schönen "nkischeTtsche. Tagesztg." einen Hamburger Rezenscntciü der fein I sind vor den Toren in ganz für;er Zeit wie aus der

neuestes Theaterstück abfällig besprochen batte und auch Mil- SPv liewacknen. jedoch für eine Verbesserung der Ver­arbeiter des genannten Blattes ist. als Juden denunziert Hatte. c. *?r nndGeschä f t s st raßen i m I n n e r n d e r S t a d t Der.Rezensent hat gegen das Urteil Berufung eingelegt, weil er n ollvwenig getan,^felbft wenn die Gelegenheit sich darbietet angesichts der Schwere der Beleidigung und d r beabsichtigten IX« lllaube im Sinne Mler zu sprechen, die durch ihre

Schmälerung seiner Verdienste eine Freiheitsstrafe für angemessen G^ichaste ans Innere der Stadt gebunden sind, daß man keine hält. Besonders schwer aber wird für Ernst ieut die moralische Eelegenbeit vorübergehen lassen sollte, auch in den dunklen Stadt- Niederlage, da Dr. Paul Ra vH6. der Vorsitzende des ämnJ !eJcrt Luft zu schaffen und nicht wieder die alten

burger oct he -Bun des, in einem Rundschrech'u an allell^^E" Straßen in gleicher Weise aufzubauen, wie sie gewesen Vorstandsmitglieder erklärt, er lege sein Aiut als Vorsitzen-! Ltn. namentlich, wo d ie elektrische Straßenbahn in Aussicht der nieder, weil Otto Ernst trotz seiner moralischen Nie-1 st^ht und bei der Mäusburg auf Jahre hinaus keine Acnder- derlage vor Gericht noch immer dem Vorstand der unff erwarten ist. Gesellschaft angehöre. I

Duisburg, 2. Juli. In der Gencralversommlimg der Aktionäre I uächsten der städtischen Tonhalle, in welcher wöchentlich zwei Vorstellungen des t" Düsseldorfer Stodttheater-EnsembleS stattsinden. betonte Oberbürgermeister Lehr die Notwendigkeit der Errichtung eines eigenen Stadtthenter-° ES sei indes kaum Aussicht vorhanden daß daS Theater e.us städtischen Mitteln erbaut werde, und es müsse daher an die Odferwilliokeit der Biirgerscha't avvclliert werden.