Nr. 7»
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen.
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sck« UntoerfitätSbruderet 8L Laag«, <Biefce».
Redaktion.Expedition «.Druckerei; SckruMr
Tel. Nr. 5L Lelegr^Ldr.» SU^eig« tixtfo*.
Man sieht aus diesen Ergebnissen, das) die rn dem Voranschlag für Gießen gegebenen Zahlen sich durchaus auf dem Gebiet des Möglichen bewegen und durchaus nicht | willkürliche Annahmen sind. Dazu kommen hier der Ent- Wicklung der Bahn besonders günstige Verhältnisse: die große Ausdehnung in einer Richtting, btt zahlreichen an und vor der Stadt liegenden Institute mit starker Frequenz: Kliniken, neue Mserne, neuer Friedhof, Provinzial-Stechen- haus, Irrenanstalt (in. Bau) Auch die gut rentierende Biebertalbahn würde bei ihrem starken Personenverkehr,die Frequenz der clektr. Bahn jedenfalls günstig beeinflußen.
Die baldige Erbauung einer elektrischen Straßenbahn würde also voraussichtlich der Stadt keine finanziellen Opfer auflcgen und das dafür aufzuwcndenbe Anlagekapital wurde keine unproduktive, sondern eine im besten Sinne des Wortes werbende Kapitalaufwendung sem (materiell und ideell). -
Mrd eine eickirische Straßenbahn in Kietzen sich rentieren?
Bei dem großen Interesse, das sich in allen Kreisen der Bürgerschaft für eine elektrische Straßenbahn zeigt, erscheint es angebracht, die in. der Bürgerversammlung am letzten Donnerstag von Stadtv. Gabriel und Ingenieur Frerich gegebene Kosten- und Rentabilitätsberechnung ausführlicher wiederzugcben, als es in dem Versammlungsbericht möglich war. Vorausgeschickt sei, daß sich die nachstehend mitgeteilten Zahlen auf genaue fachmännische Vorarbeiten und einwandfreie zuverlässige Informationen
Erfchem, «glich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „tieften« ZamiNenblätter" werden dem ,»nüc"afT viermal wöchentlich betgelegt Der KMvlvttt" erscheint monatlich einmal.
Zug bergwärts zu bringen.
ff Rain rod, 1. April. In dem Jagdbezirk des Fabrikanten Cloos schoß gestern der Forstwart Adam von hier einen kapitalen Hirsch mit mächtigem Geweih (Zwölfender). Das Abschießen dieses Hochivildes ist dem Forstpersonal geboten, da die Tiere namentlich durch Ab- schälcn junger Eschen in unseren Wäldern großen Schaden anrichten. Das prächtige Geweih ist nach Waidgebrauch Eigentum des glücklichen Schützen.
△ Lauterbach, ?> April. Gestern abend fand im Saalbau ,zum Johannesberg" dahier der letzte diesjährige iöffentliche Vortragsabend statt. Hauptlehrer Dr. Köhler sprach über , Entstehung und Beschaffenheit der Himmelskörper. Er verstand es in überaus klarer fesselnder Weise, die Zuhörer in die Geheimnisse des Weltalls einzuführen. Insbesondere trug er in allgemein verständlicher Art die Grundzüge der Kant-la Plaee'schen Theorie über die Entstehung der sich im Weltall bewegenden Körper vor. Dem Redner wurde für die lehrreichen Ausführungen von der zahlreichen Zuhörerschaft lebhafter Beifall zuteil. Rach Beendigung de§ Vortrages fanden noch musikalische und I humoristische Vorführungen verschiedener Art statt. Zum Schlüsse dankte Bürgermeister Stöpler den Veranstaltern der Vortragsabende, sowie den sonstigen Mitwirkenden und gab dem Wunsche Ausdruck, daß sich derartige anregende Abende im nächsten Winter wiederholen möchten.
K.L. Darmstadt, 1. April. Der heutigen Bismarck- Denkmals-Enthüllung schloß sich am Abend in dem prächtig mit Palmen und der Büste des Altreichskanzlers «geschmückten Saalbau eine allgemeine gesellige Bis- Iinarckfeier an, der die Beigeordneten Kahlcrt, Jäger und «Ebert, sowie eine Anzahl Stadtverordnete und die beiden
Aus Sradt und Land.
Gießen, 3. April 1906.
** Personalien. S. K. D der Grvßherzog haben den eoang. Pfarrer, Kirchenrat Math. Köhler zu Viel- brunn auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt, den Finanzaspiranten Karl Jockel aus Darmstadt zum Mi- nisterialregistrator bei dem Ministerium deS Innern, den Geometer'Ludw. Beck aus Storndorf zum Gehilfen bei dem Revisionsgeometer der Ministerialabtellung für Landwirt- schäft, Handel und Gewerbe, den Hauptsteueramts-1 kontrolleur bei dem Hauptsteueramt Mainz Schlehenberger zu Mainz zum Hauptsteueramtsrendanten bet dem Hauptsteueramt Gießen, den Ministerialrevisor Gg. Bolbach zu Darmstadt zum Revisionsinspektor bet dem Hauptsteueramt Darmstadt und den Revisionskontrolleur bei dem Hauptsteueramt Darmstadt Franz Schenkelberg zu Darmstadt zum Revisionsinspektor bei dem Hauptsteueramt Offenbach ernannt. Der Kanzlergehilfc Gg. Bloch aus Landenhausen wurde zum Kanzlisten bei dem Mintsterinm der
stützen. , <.. . ,.
Bei einem 8 Minutenverkehr würben, wenn die jetzigen Omnibuslinien auch die Linien der zukünftigen Strayen- bahn würben, für Gleise unb Zubehör erforderlich sein 156 000 Mk. Die Strecke Bahnhof—Kaserne ist 2,8 SVm. lang, während die Strecke Bahnhof-Marburgerstraße 2,4 Kilometer lang ist. Der Berechnung ist eine Strecke von 6 Km. Gleise zugrunde gelegt. Im wesentlichen ist ein ©leis vorgesehen, nur an den 8 Ausweichstellen soll die Bahn zweigleisig werben.
Die Oberleitung würde beanspruchen 78 750 Mk. und zwar 24 750 für 1500 Meter mit Stahlmasten und 54 000 Mk. für 4500 Meter mit Befestigung an Gebäuden. Für die S p e i s e l e i t u n g ist angesetzt: 1000 Mettr Spetse- Tabel 15 000 Mk., Schienen-Rückleitungsverbinbung 4000 Mk., Gleisanlage auf dem Betriebsbahnhof mit 4—5 Weichen 9000 Mk., Oberleitung auf dem Betriebst, ah nh-of und in der Wagenhalle 3500 Mk., Wagenhalle für 12 Motor- und 4 Anhängewagen einschließlich Reinigungsgrube und Werk- ftätte 35 000 Mk., Herrichtung des Grundstückes, Entwässerung usw. 3500 Mk., Rüst- und Hebezeuge 1500 Mk., ein Montagewagen 1^)0 Mk., zusammen 73 000 Mk.
Tas rollende Material würde 168000 Mark erfordern, und zwar 12 vierachsige Motorwagen (einschließl. 2 Reserve-Wagen) zu 13000 Mk. gleich 156 000 Mk. und 4 zweiachsige Änhängewagen zu 3000 Mk. gleich 12 000 Mk. Ferner sind vorgesehen: für eine Pusferbattene zur Aufnahme von Stößen und Speisung der erst und zuletzt gehenden Wagen 14 000 Mk., für eine Schalttafel 2500 Mk. unb für Berbindungsleitungen und Raum für die Batterie 7750 Mk. Sonach würde die Gesamtanlage einen Kostenaufwand von 500 000 Mk. erfordern.
An jährlichen Betriebsausgaben sind zu erwarten: Stromverbrauch für 10 Wagen bei 16 Betriebsstunden (7 Pfg. für die Kilowattstunde 18 000 Mk., 10 Fahrer unb 2 Reservefahrer (i 1200 Mk.), 14 400 M?., 1 Kontrolleur 1500 Mk., 2 Arbeiter für Reinigung und Hilfeleistung bei Reparatur (L 900 Mk.) 1800 Mk., 1 Beihilfe für die Verwaltung 1000 Mt., Schmier- und Putzmatenal 500 Mk., Unterhaltung und Reparaturen 5000 Mk., zusammen Betriebsausgaben 42200 Mk. Für Abschreibungen werden 35 555 Mk. in Anspruch genommen werden (10 Proz. auf die Gleise — in den ersten 4—5 Jahren nur 5 Proz. — 12 000 Mk., 6 Proz. Oberleitung 4725 Mk., 3 Proz. für die Speiseleitung, 10 Proz. für die Batterie 1400 Mk., 1 Proz. für die Schalttafel und Verbindunas- leitungen 25 Mk., 2 Proz. für Gebäude, 10 Proz. für rottendes Material. Die gesamten Ausgaben würden sich hiernach auf 77755 M k. belaufen. Die Jahresei n u a h m e würde sich, bei einer Steigerung des jetzigen Omnibusverkehrs auf das 4i/2facf)c, auf 95 400 Mk. belaufen. Um diese Einnahme zu erreichen, müßten täglich 265 Mk. eilige,iommen werden ober 2650 Personen die Bahn be- nutzen. Der verbleibende Ueberschuß von 17 645 Mk. würde sonach eine Verzinsung des Anlagekapitals von 3,5 Proz. darstellen. Die Zahl der zurückgelegten Wagenkilometer ist dabei auf 750000 angenommen, einschließlich per besonderen Theaterfahrten und der Anhängewagen. Bei geringerer Llbschreibung auf die Gleise (es würden nach den anderwärts gemachten Erfahrungen in den ersten 5 Fahren 5 Proz. genügen) würde sich der Ueberschuß um 6000 Mk. auf 23645 Mk , gleich 4,7 Proz. des Anlagekapitals
Temperament, hie und da mit zuviel Temperament. Ich schätze an diesem jungen Künstler, daß es ihm nach berühmten Mustern nicht darum zu tun ist, selbstgefällig als der Held des Abends zu paradieren, sondern daß er wirklich reflektiert, scharf sieht und die Fähigkeit besitzt, das Geschaute nut ab- soluter Treue 511 reproduzieren. Und nicht zum letzten: Herr Lüttjohann weiß, daß cs seine Pflicht ist, laut und vernehmlich zu sprechen. Die meisten Schauspieler, sagt Goethe, wollen so gehört sein, wie sie sprechen und wenige bemühen sich, so zu sprechen, daß man sie hören kann. Für die Rolle der Gertrude Reimann, die mancherlei Schwierigkeiten bietet und in den Händen Fräulein Don ecke rs lag, brachte die junge Künstlerin drei Vorzüge mit: Verständnis, Innerlichkeit und ein weiches biegsames Organ. Fräulein Donecker geht m ihrer Aufgabe auf, sie vergißt sich selbst, und die Mängel ihres Spiels verschwinden neben ihren Vorzügen. Es war cme Freude, sie gestern abend neben Herrn Lüttjohann wirken zu sehen. Unter den übrigen Mitspielenden fiel Herr Goll als Oberleutnant Hofmann angenehm auf. Der SimplizissimuS- Leutnant Franz Glahn fand in Herrn Freitag einen vorzüglichen Vertreter. — Bei den Aktschlüffen wurde der Benefiziant mit Beifall und Blumen überschüttet. Wir bekennen, daß wir ihn mit Bedauern von hier scheiden sehen, denn wir haben ihm manchen genußreichen Abend zu ver- I danken. Herr Lüttjohann ist ein Talent, das auf volle Beachtung Anspruch erhebt, und die Zukunft wird lehren, ob wir Recht behalten. $.
"GießenerVolksbad. Im Marz wurden 8890 Bäder verabreicht gegen 8507 im Februar 1906 und 8163 tm Marz 1905 oder im Durchschnitt pro Tag 287 Bäder gegen 804 im Februar 1906 und 263 im März 1905. Der Besuch hat sick) tm einzelnen
Schwimmbad: 4283 Männer, darunter 933 zu 10 Pfg„
, 682 Frauen. , 111 „ 1° •
Wannenbäder 1. Klasse 234 Männer, 103 Frauen, , 2. , 706 , 452
Damps- u. Heißluftbäder, sowie Maffaae zus. 163 Männer, 34 Frauen, Brausebäder 1. Klaffe 622 Männer, 95 Frauen,
2. , 1335 „ 181
Die Personenwage wurde von 180- Personen benutzt und daS Bad j von zwei Personen besichtigt. . .
' Das Ende der Lottenefelbstandtg kett. S. K. H. der Groß her zog haben den Oberinspektor Konrad Gramms, den Sekretär Ludwig PonS, den Buchhalter Adam Rohe und den Sekretariatsassistenten Wilh. Meischke bei der Direktion der Hessisch-Thüringischen Staatslotterie behufs UebertrittS in den Königlich Preußischen Staatsdienst mit Wirkung vom 1. April 1906 ab aus dem Staatsdienst entlasten. Ferner wurden der Bureauassistent Ernst Kühn- hold und der Diener Herrn. Gentsch behufs UebertrittS in den Preußischen Staatsdienst au§ dem Staatsdienst entlasten. — S. K. H. der Großherzog haben dem Mitgliede der Direktion der Hessisch-Thüringischen Staatslotterie, Oberinspektor Gramms, aus Anlaß seines Ausscheidens aus dem hessischen Staatsdienst daS Ritterkreuz 1. Klaffe des Ver- dienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
*• Blumen- und Pf la n z en - Aus st el l ung. In | einer am Samstag im neuen Saalbau abgehaltenen Versammlung selbständiger Gärtnereibesitzer der Ortsgruppe Gießen des Verbandes hessischer Handelsgärtner wurde em» stimmig beschlossen, am 11. November d. Js. in den I Räumen des neuen Saalbaues eine Lokal-Gartenbau - Ausstellung zu veranstalten. Voraussichtlich werden hierbei neben vielen anderen in hervorragender Weise insbesondere die so sehr beliebten in allen Farben und Blutenformen bestehenden Chrysantemumsorten zur Schau gebracht werden.. Die Ausstellung dürfte allseitig begrüßt werden.
Bermutshain, 2. April. Die neueröffnete Bahn ! Gedern-Grebenha in hatte bereits das Pech, daß ein Zug auf ihr ft e cf e n blieb, und zwar war dies der F e ft - LUg. Zwischen hier und der Holzverladestelle Oberwald ist nämlich hohe Steigung und hier versagten plötzlich die beiden ; Maschinen. Der Zug blieb stehen und erst nach Aufwendung ' aller Kraft gelang es beiden Maschinen, den stark besetzten
erhöhen. . _ ,
Aus dem vorstehenden Voranschlag geht hervor, daß , die Bahn nicht nur feinen Zuschuß von der Stadt erfordere, sondern im Gegenteil eine recht anständige Verzinsung ergeben würde. Das würde auch noch der Fall sein, wenn wirklich in einigen Punkten die Ausgaben sich höher gestalten würden, z. B. für Besoldungen, Drucksachen (Bttle^ beschaffung). demgegenüber könnten andererseits auch noch andere Einnahmen erzielt werden, z. B. für Reklamen auf Fahrkarten und in den Wagen, Verwertung abgängiger Materialien usw. Ferner ist der Fortfall des städtischen Zuschusses zu dem jetzigen Oinnibusuntemehmen in Betracht zu ziehen. Er betrug im vergangenen Jahr 3800 Mk. und wird für die Zukunft nicht kleiner werden. Das städtische Elektrizitätswerk würde, abgesehen von der durch die befere Ausnutzung der vorhandenen Einrichtungen cintretenben Produktionsverbilligung, einen Reinverdienst von 7—8000 Mark am Strombezug haben.
Schließlich seien noch die Betnebsergebnisse einiger elektrischen Bahnen, die mit Gießen annähernd gleichartige Verhältnisse haben, angeführt. Wir tvählen als Vergleichs- jahr 1905 und bemerken dabei, daß die Bahnen von Jahr zu Jahr steigende Einnahmen aufweisen.
In Gotha (35000 Einw.): Betriebslänge 4,68 Km., Wagenkilometer 394150, beförderte Personen 1021003, Einnahmen 79 780 Mk. 7 Minutenverkehr, 10 Wagen (davon 2 in Reserve) mit je 28 Plätzen.
Jena (26000 Einw.): Betriebslänge 11,7a Km., Wagenkilometer 423 870, beförderte Personen 785613, Einnahme 78 080 Mk. Tie Verkehrsintervallen sind verschieden, sie schwanken zwischen 7,5 Min. und 1 Stunde. An Wochentagen sind 10 und an Sonntagen 14 Wagen in Betrieb. Die Wagen fassen 27 Personen. .
Mühlhausen i. Th. (34359 Emw): Betnebslange 9 43 Km Wagenkilometer 591500, beförderte Personen 1241014, Einnahme 107 589 Ml. 7Vs Minutenverkehr, 19 Motor- und 15 Anhängewagen mit je 28 -Litzen.
Nordhausen (29600 Einw.): Betriebslange o,04 Kilometer, Wagenkilometer 402 300, beförderte Personen 791700, Einnahme 60 463 Mk. 10 Minuten^rkehr, 12 Motorwagen (3 davon sind Reserve) mit je 23 Witzen,
Zweites Blatt 156. Jahrgang Dienstag 3. April 1806
Eichener Anzeiger
Finanzen ernannt.
Auszeichnungen. S. K. H. der Groß Herzog haben dem Oberlehrer und Leiter der höheren Bürgerschule zu Dieburg, Rektor Jos. Di«hl zu Dieburg, sowie dem Oberlehrer am Ludwig-Georgs-Gymnasium zu Darmstadt, Rud. Kissinger zu Darmstadt zum 1. April 1906 den Charakter als .Professor", den Kreisbaurnspektoren Jean Kessel in Bensheim und Karl Zimmermann in Heppenheim, dem Bauinspektor des Hochbauamts Darmstadt Wüh. Diehl zu Dannstadt, dem Ministerialsekretär bei dem Ministerium der Finanzen Bauinspektor Otto Raupp zu Darmstadt und dem Bauinspektor deS HochbaiwrntS Gießen Aug. Becker zu Gießen den Charakter als „93aurat", dem Fabrikarbeiter Aug. Brandes zu Alsfeld, in Diensten der Tabaksabrik Theodor Köller & Co. daselbst, daS Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift .Für treue Arbeit', sowie dem Bureaudiener in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Jos. Happel zu Darmstadt auS Anlaß ferner] Versetzung in den Ruhestand das Allg. Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" verliehen.
" Erledigt sind: die Stelle des Hauptsteuer-! amtSkontrolleurs bei dem Großh. Hauptsteueramt; Mainz; die Stelle eines Ministerialrevisors bet der Buchhaltung Großh. Ministeriums der Finanzen für Bewerber, die im Reichssteuerdienste praktische Erfahrungen besitzen; die Stelle eines Revisionskontrolleurs bet dem Großh. Hauptsteueramt Darmstadt.
** Gießener Stadtthecrter. Am Samstag abend fand vor ziemlich müßig besetztem Hauso als Bonesizvor- tellung für Frau BaYrhammer eine un großen ganzen recht gelungene Aufführung von Sudermanns „H eima t" statt. Frau Bayrha mm er die bei ihrem ersten Erscheinen auf der Bühne mik^ebhaqtem Beifall be- aruüte wurde, bot als Magda eine sehr ansprechende Leistung Sie wußte stets die richtigen Tone zu finden und stand namentlich in den dramatisch bewegten ^enen aus voller Höhe. Dazu kam ihr gewandte^ Auftreten und sehr geschmackvolle Toiletten. Der Benefiziantui wurde nach den Aktschlüssen lebhafter Beifall zuteil unb zahlreiche prächtige Blumenspenden gaben weiter B^veis von der großen Beliebtheit der Künstlerin. Eine prächtige Leistung bot Herr W i 11 m a n n als Oberstleutnant a m ^chivartze. gr gab ben bolternben alten Soldaten unb den m ben sittlichen Mcbauungen einer älteren Zeit wurzelnden Men,chen uno Batet echt unb lebenswahr wieder unb erzielte nut feiner Tarstellung eine tiefgehende Wirkung. Der Pfarrer Heffter- dinqk des Herrn Lüttjohann wat 'N «Piel und Tek^- mation recht ansprechend, aber die gewählte Maske wat biel zu iuaendlich. Dem Regierungsrat von Keller gab Herr Goll recht glaubliafte Zuge. Bon den mttoirfenben kanten verdient in erster Linie Erwähnung ytL i»’- «cP er bie ihrer Mario eine rocht nette, gefällige Dar- ßetlung gab, unb auch Frau Millar (Auguste) unb H-rau Fischer (Franziska) waren in ihren Rotten durchaus am Platze. Ein Wort der Anerkennung verdient noch die gute ^nhenieruna deS Herrn Wittrnann. ss.
^m3C ^ofenmontag', die OffisierStragödie Otto Erichs, des Halknoniers, ist vom Repertoire unserer Buhnen so gut| wie verschwunden. Unseres BedÜnkens mit Unrecht, denn es ist ein gutes Stück, es zeigt uns etne m sich geschloffene, künstlerisch gestaltete Welt, es ist em Ganzes, und der es geschrieben hat, ist ein Dichter. Hier m Gießen, wo daS Drama mehrfach aufgeführt worden ist, hat es geftem wieder eme starke Wirkung geübt. AlS Benefizvorstellung für Herrn Reinhold Lüttjohann, das talentvolle und beliebte Mitglied unteres Stadttheaters, trug der Abend em besonders festliches Gepräge. Der Theatersaal war bis auf den letzten Platz gefüllt, unb der Benefiziant wurde gleich bet icmern . ersten 'Auftreten mit rauschendem Beifall begrüßt Herr -utl- joharm gab den HanS Rudorff; er gab chn mit Eifer und


