Fuhr Wwe. eine Feier in den Räumen der Kleinkinderschule statt. Pfarrer Schrimpf feierte zunächst die Jubilarin in einer zu Herzen gehenden Rede, die in dem Wunsche ausklang, daß die nun im 70. Lebensjahre Stehende noch lange Jahre zum Segen der Anstalt wirken möge. Daraus übergab er der Jubilarin ein vom Vorstand des Kngelhausfonds gestiftetes Gebetbuch. Bürgermeister Küchel überbrachte mit kurzen Worten die Glückwünsche der Stadt Butzbach und übergab Frau Fuhr als äußeres Zeichen der Dankbarkeit der Stadt ein Sparkaffenbuch mit einer Einlage von 50 Mk. Auch die Damen des KleinkinderfchulvorstandeS beschenkten die Jubilarin reichlich. Die Zöglinge der Kleinkinderschule wurden seitens des Kirchenfonds mit Bretzeln bedacht.
— Friedberg, 1. Rov. In der letzten Zeit ist die Auswanderung verschiedener Bauarbeiter von hier und Umgebung nach Amerika, San Franzisko, ausgefallen. Insbesondere Fachleute der Holzbearbeitungsbranche gehen über daS große Wasser. Wie man hört, soll eine Frankfurter Großfirma der Baubranche, die in San Franzisko an großen Unternehmungen beteiligt ist, die Leute engagiert haben. — Eine Reklame, die ihre Anziehungskraft nicht verfehlte, leistete sich ein hiesiger Schuh Händler und Schuhmacher. Er hatte ein leibhaftiges Konterfei deS Schuster-Hauptmanns von Köpenick in Gestalt einer lebendgroßen Wachsfigur in seinem Erker ausgestellt. Heute wurde den ganzen Tag das Trottoir vor dem Hause nicht leer, namentlich am Abend umstanden hunderte von Zuschauern den Laden, um sich das Unikum aus der Nähe zu betrachten.
p. Greifenstein (Kreis Wetzlar), 1. Nov. Von dem früheren Schlosse Greifenstein sind nur noch zwei durch Brücken miteinander verbundene Türme einigermaßen gut erhalten, im Innern dagegen sieht die Ruine trostlos au§. Zurzeit ist man damit beschäftigt, die ursprünglichen Fundamente der gewaltigen Feste frei zu leg en. Eine alte, unterirdische Roßmühle gibt noch Zeugnis von ihrer einstigen Starke. Man behauptet, daß die Bergfeste Greifenstein die stärkste Burganlage in Westdeutschland gewesen sei. Die Auftäumungsarbeiten erfolgen unter der Leitung des Fürltl. Burgbaumeisters Seiler zu Braunfels. Es sind bereits Gewölbe, Gänge rc. von historischer Bedeutung bloßgclegt worden und nächstes Jahr sollen zur Erhaltung und Sicherung der Burgfeste weitere Arbeiten ausgeführt werden. Die vom Grafen Wilhelm in den Jahren 1683 bis 1694 im Barockstil erbaute, von dem italienischen Künstler Pacrini mit wunderschönen Stukkaturarbeiten (Figuren, Genien, Engel, Blumenornamente, Fruchtschnüre mit Sprüchen rc.) geschmückte, vielbesuchte Schloßkirche bedarf der Erneuerung nicht. Möge es gelingen, die Ruine so in Stand zu setzen, daß der Greifenstein auch fernerhin als eine Zierde unserer schönen Landschaft erhalten bleibt.
Frankenberg, 31. Okt. In dem benachbarten Somplar ist abermals ein Gaunerstreich ausgeführt worden. Ein bi§ jetzt noch nicht ermittelter Dieb hatte sich zur Ausübung seines Handwerks das Haus des Bürgermeisters Lange ausersehen. Er unternahm in der Nacht zum Dienstag dort einen Einbruch, der ihm 600 Mk. in die Hande fallen ließ. Ein Buch, das 1000 Mk. in Scheinen enthielt, blieb von dem Einbrecher glücklicherweise unentdeckt. — In der Nähe des MeiserhofeS wurde am Montag abend der Müller Böhle aus Schreufa, der mit seinem Wagen von Hallenberg her gefahren kam, von einem Automobil angefahren. Samt Wagen und Pferden rottrbc er die Straßenböschung hinuntergeschteudert, wobei er einen doppelten Beinbruch erlitt. Die ganze Nacht lag der Bedauernswerte im Straßengraben, wo ihn erst am Morgen Vorübergehende fanden. (Heff. LdSztg.)
** Kleine Mittel'?nc>cn a v 3 Hessen und den Nachbar st a a t e n. Am Sonntaa stürzte in Schrecksbach bei der Kirmes ein älterer Mann plötzlich t o t zusammen, nachdem er eine Menge Schnaps genossen. Seine Reiche rourbe nach Marburg in die Klinik geschafft. — Lehrer Wilhelm B o ck non Rriebberq wurde als Rechner der evangel. Stadtkirche, der Burgkirchc und der milden Stiftungen, sowie des Psarr- besoldllnasfonds zu Friedberg ernannt und eidlich verpflichtet. — Die in Darmstadt vermißten G y m na s i a st e n sind wohl- behalten aufgesimben worben. Sie wurden alsbald von dem Gvmnasium ausgeschlossen.
Anatomieleichen.
Die skandalösen Dinge, die tm Hamburger Staatskrankenhaus in Eppendorf im Schwange zu sein scheinen, haben kürzlich das Landgericht in Hamburg beschäftigt. In der Verhandlung, die sich 'gegen den Vorsitzenden des Hamburger Verbandes der Staats- und Gemeindearbeiter, Schöneberg, richtete, der in einem Vortrag über „Le i che n w u ch er" den Direktor des Eppendorfer Krankenhauses beleid'gt haben soll, kamen geradezu unerhörte Dinge ans Tageslicht. Es wurde u. a. unter Beweis gestellt, daß der Leiche eines Pastors Oblsen. dessen Sarg bereits zugelötet war, heimlich nach Oeffnung des Sarges die Nieren herauHenommen worden waren. Der Leiche eines als „arm" verstorbenen Buchbinders Heidenreich seien Arme und Berne abgetrennt worden: als dann bekannt wurde, daß der Verband die. Beerdigung der Leiche des H. übernommen hatte, Haberman die.Arme einer Mädchenleiche geholt und diese der zerstückelten Leiche des H. beigelegt! Damit die kleinen Finger nicht auflielen, habe man Blumensträuße auf die Hände gelegt Obwohl dem Professor Dr. Fraenkel mitgeteilt worden fei, daß die Leiche des H. nicht mehr als Armenleiche in Frage komme, habe Dr. F. gesagt: „Ach was, der K^erl bleibt hier!", worauf der Leiche noch das Rückgrat ufto. entnommen worden sei. Ein^Fall Kurz liegt noch krasser. Dessen Leiche sollte am Karfreitag 1905 beerdigt werden, doch war sie von einem Oberwärter in drei.Teile zerschnitten worden, während die anderen Teile an die Universität Würzburg versandt wurden. Dann wrrrde der Leiche durch Zusatz von Asche die nötige Schwere verliehen! Dcnnit. die Leidtragenden nichts merkten, wurden die Fenster r halle verhängt, und der Oberwärter sagte den Leuten. r* Ersten nicht so nahe herantreten. Die Eppendorfer Aertte alS Zeugen mußten die Behauptungen tinn Teil als Tatsachen zugeben, doch wollten sie durcha"s berechtigt und ,.im Interesse der Wissenschaft" gehandelt hab"n. lieber d^n V e r - s a n d v on L e i ch en nachauswärts sagte Oberwärte" Ov- seien Leichenteile au die Universitäten Mel, Rostock, Würzburg, Straßburg und Göttingen und an Dr u^na-Hamburg geliefert worden. In einigen Fällen sei erst nachtraglcch die Erlaubnis-um Sezieren eingelgusen! Der Leuge gibt zu. ohne Auftrag eiues Ob-nai-ries e-ner L e i ch e d e n K o v f ab geschnitten und ihn versandt zu hoben! Es handelte sich um den Klopf eines russischen Auswanderers, den er dem Ana- tomiediener in Straßburg geschickt habe, der ihn darum ersuchte Auf dringliches Befragen deS Staatsanwalts gibt er zögernd zu, daß er in noch dr e i F äll en K'ö v f e a b g es ch n i t - ten und versandt habe. Dafür Hobe er Tr i n kg eld e r er- -halten, wovon er Wohl dem ihm behilflichen Diener etwas abgegeben habe. Zeuge Helmer der früher in der Anstalt beschäftiat war, hat wiederholt beobachtet, daß Leichen die Köpfe abgetrcnnt wurden, die zum Versand gelangten. Zeuge Oberleichendiener Ehrhardt bestätigte, haß m einigen Fällen das Gewicht abge
schnittener Leichenteile durch Ein schütt en von Sartd und Asche ersetzt worden sei! Er gab auch zu, daff er in dem Falle Herden-- rcich die fremden Arme (die Arme des Dienstmädchens) wieder entfernt habe. — Der Staatsanwalt erklärte, es seien vielleicht Unordnungen im Eppendorfer Krankenhause vorgekommen, aber er habe .sich gewundert, daß nicht noch mehr vorgclommen sei, (!) Ungehörigkeiten kämen überall vor, sie seien in der menschlichen Natur begründet. Die ganzen Dinge seien nur aufgebauscht. Er beantragte gegen den Anacklagten wegen Beleidigung eine Strafe von 200 Mark. Das Gericht war wesentlich anderer Ansicht. Schöneberg wurde von der Auflage, den Direktor des Krankenhauses beleidigt zu haben, freigesprochen. Der Wahrheitsbeweis sei. zum größten Teile erbracht. Oberwärter Opgenorth ist inzwischen infolge eines gegen ihn eingeleiteten Disziplinarverfahrens auf Dienstentlassung unter Verzicht auf Titel, Gehalt und Pension aus dem Staotsd'enst ausgesch'ieden.
Vermischtes.
Altons, 1. Nov. Hier erhängte sich gemeinschaftlich das gut situierte Ehepaar Witt, weil die Ehefrau an einem Magenübel litt. Die Frau ist tot. Der Ehemann wurde durch Reißen des Strickes gerettet, ist aber schwer krank.
Neumünster (SHlesw.). 1. Nov. Eine furchtbare Szene spielte sich auf der Eisenbahnstation I u e b e ck ab. Eine Frau mit einem Säugling auf dem Arme wollte ihren vierjährigen Sohn, der auf das Gleise gekommen war, beim Einlaufen des ZugeS zurückziehen, als alle drei von der Lokomotive erfaßt, zurückgeschlcudert und t ö d l i ch v e r- letzt wurden.
* Auf dem Kaliwerk Asse bei Braunschweig, au dem der braunschweigische Staat mit 501 Ante-len beteiligt ist, sollen Veruntreuungen in erheblichem Umfang stattgefunden haben. Man vermutet in einem R^chnungs- führer den Schuldigen. Die Unterschlagungen steh?n im Zusammenhang mit Kali- und Gütertransporten für das Werk durch die Brauuschweig-Schöniuger Eisenbahugesell- schaft. Die auf dar dem Werk zunächst gelegenen Station Wittmar aufgelegten Bücher der Ei'senbahnges-llschaft wurden von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Wettere Untersuchungen sind im Gange.
* Kleine Tages chronik. In der Wä'senhgndluug von Ltrauß zu Leipzig zeigte die Frau des Geschäftsinhabers einem Käufer die Handb-ab"ng eines Revolvers und lebte dabei die Waffe gegen ihre Schlafe: plötzlich krachte ein Schuß, und die Frau sank schwer getroffen zusammen. T^otz sosortigeo är'>- licher Hilfe, trat nach einigen Stunden der Tot ein. Wie die Kugel in den Revolver, gekommen ist, ist noch nicht aufgeklärt. — In Mülhausen i. E. goß ein Einwohner nach voraufgegangenem Zwist den Inhalt einer Petroleumlampe über ferne Frau und zündete alsdann die Kleider an. Die Fran erlitt schwere Brandwunden und wurde in hoffnungslosem Zustande in das Krankenhaus gebracht. Der Ehegatte wurde verhaftet. — In Weißenfels stürzte der Stadtverordnetenvorsteher Haiiptmlann a. D. Hpland vom Pferde, das vor Motorfahrcrn scheute, und erlltt einen tödlichen Schädel b r u ch. —■ Nach einem Walliser Blatt sind Unterhandlungen mit der Gesellschaft „Brandau" im Gange für die Arbeiten zur Erbauung eines zweiten Simplon-Tunnels. Die Arbeiten sollen 5 Jahre dauern. — Ein heftiger Sturm hat die Flottille der japanischen Korallenfischer auf der Höbe der Soto-Jnseln überrascht. 28 Boote sind gesunken. 822 Mann ertrunken. Mehrere Kriegsschiffe sind zur Hilfeleistung entsandt worden.
Universitäts-Ncichrschten.
Berlin, 31. Okt. Das erste Kolleg von Professor Burg eß, das heute die Lehrtätigkeit des ersten Nooievett- Vrostssors an der Berliner Universität eröffnete, übte eine lebhafte Anziehung aus.. Der Hörsaal, her etwa 250 Personen saßt, war dicht gefüllt. Die Mehrzahl bestand aus Juristen und Historikern. Man iah viele ältere Semester und auffallend wenig Damen. Die amerikanische Kolonie batte nur eine kleine Anzahl von Hörern gestellt. Es fehlte auch nickst an bekannten Persönlichkeiten. Man sah it. a. den früheren Präsidenten der Justiz-Prüfungskommission, Wirkt. Geh. Rat Prof. Stölzel und den Ordinarius kür ostasiatische Geschichte, Professor Schiemann. Burgeß las über ^die Verfassung?- geschichte der Vereinigten Staaten von der Begründung der Kolonie bis zur Gegenwart" in deutscher Sprache und fand viel Beifall.
— Geh. Neaierungsrat Brok. Dr. Wilhelm Lossen ist in Aachen am 29. Oktober an einem Hirnschlaae plötzlich pest o r b e it. Lossen war früher Ordinarius der Chemie an der Universität Königsberg und lebte in Heidelberg als Professor emeritus. Er wurde geboren zu Kreinnoeh 1838. Noch seiner Studienzeit in Gießen »ind Böttingen habilitierte er sich 1866 in Heidelberg, wurde 1870 a. o. Professor und 1877 ordentl. Professor in Köniasbera.
Gertchtssacrl.
heule woaen Unterschlagung von 1200 Mk. Verbandsgetdern vom Schöffengericht zu 6 Monaten Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust vcr u i- teilt. Er wurde sofort in Haft genommen. Brechter hat dgH Geld verludert.
Kiel, 1. Nov. 'Der Fähnrich zur See v. Schütz wurde vom Kriegsgericht zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte durch eine Schußwaffe b*'e. fahrlässige Tötung eines Dienstmädchens auf seines Vaters Gut verschuldet.
(I. S.) Darf der Gerichtsvollzieher einen Schuldner in kurzer Zeit zweimal aufeinander zur Leistung des Offen barungseidcs vorführen? Der § 903 her Zivilprozeßordnung bestimmt, daß ein Schuldner, welcher den Offenbarunaseid geleistet bst. zur nochmaligen Leistung nur verpflichtet ist, wenn glaubhaft gemacht wird, daß er inzwischen vermögend geworden ist. Ein Rechtsanwalt in Gießen hatte gegen einen gewissen V. in Altona ein vollstreckbares Urteil erwirkt, und schließlich die Gerich^svoll'zteherverteisnngs- stelle dortselbst mit der Vollstreckung des Urteils beauftragt. Diese gab den Auftrag an den Gerichtsvollzieher B_, welcher den Schuldner zur Leistung des Offenbarungseides vorführte, trotzdem er ihn 14 Tage vorher schon einmal aus dem gleichen Grunde verhaftet hatte. Nach § 903 der Z. P. O. wurde V. ohne die nochmalige Eidesleistung v-"n Amtsgericht entlassen. Der Rechtsanwalt, der schon einige Monate vordem bei demselben Gerichtsvollzieher augefragt batte, ob V. schon den Offen- barungseid geleistet Habe, klagte jetzt, gegen B. auf Zahlung oer 15 Mark Dorsüh-rungskosten, die durch die zweite unnötige Vorführung entstanden waren. Kläger behauptet, daß der Beklagte bei d'eser Sachlage ihm erst die Mittellung von der kurz vor der zweiten Vorführung ercolrrfen Eideslc'stung des Schuldners hätte machen müssen, unter keinen Umständen aber hätte er den V. zum zweitenmal verführen dürfen, ohne bei ihm deshalb an'zusragen. Das Landgericht Altona kam zu etn^r Verurteilung des Beklagten, indem c§v in bi^en Handlungsweise, eine grobe Nachlässigkeit und Fahrlässigkeit darin fastd, daß er die zweite Vorführung cu'ssi'hrte, trotzdem er sich an die erst vor zwei Wochen erfolgte Eidesleistung des V erinnert hatte. Das Oberlandesgericht Kiel änderte das Urteil ab und erkannte auf Abweisung des Klägers. Das Berufungs- gericht kann in der zweiten Vorführung keine Fahrlässigkeit des Beklagten erblicken, da nicht abznsehen war, ob nicht .schließlich in den 14 Tagen eine Aenderimg der Verhältnisse des Schuldners eingetreten sein konnte. Vielmehr hätte der Kläger dem Gerichtsvollzieher mitteilen müssen, daß er eine zweite Vorführung des V. nicht wünsche, wenn dieser schon einmal den Offen- barungseid geleistet haben sollte. — Die von Kläger gegen dieses Urteil- eingelegte Revision wurde vom Reichsgericht zurückgewiesen.
Sport.
Berlin, 1. Nov. Anläßlich der Eröffnung der internaf. Automobil au sstetlunq stand heute abend int Zoologi- fchen, Garten ein Festmahl statt, an welchem der Protektor bec Ausstellung. Prinz Heinrich, teilnabm. Ferner waren an» ^"^md, Minister Dr. Studt, Delbrück, Staatssekr. Kraetke u. a. Priu> Heinrich.eröffnete die Reih- der Redm mit einem Trink- fpruch auf den Kaiser, in dem er mittesite. daß er ermächtigt sei, davon Kenntnis zu geben, daß sich der Kaiser damit einverstanden erklärte, daß im kommenden Jahre eine internationale Automobilveranstaltunq stattfinde, wie sie vom kaiserlichen Autoksi'b und der Industrie geplant sei, daß der Kaiser mr dieses Rennen einen Dreis zugesichert habe, daß dem Keifer die Zeit Mitte oder Ende Juni passe und daß endlich dem Kai'^r arS der Ort für das Rennen eine Taunus st recke sympathisch sei.
her TedeeMe in her Z5nht Ziesten
42. Woche. Vom 14. Oktober bi? 20. Oktober 1906.
Einwohnerzahl: anaenomwen xit 29 500 links. 1600 Mann Militär.)
Cterblichkeitsziffer: 22,91 6/nn, ngch Abzug von 7 Ortsfremden: 10,57
ES starben an: Zusammen:
Erwachsene:
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vom
Lungentuberkulose
1
1. Lebensjahr:
1 —
2.—15. Jahr
Gebirntnberkulose
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Chron. Dysenterie
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Blinddarmentzündung 1
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A n m.: Die in Klamn'ern geletzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit anl von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
M. Frankfurt a. M., 1. Nov. Vor der Strafkammer hatte sich frutc der 31jährige Kassierer Reinhard Lange wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung zu verantworten. Lange, ein Schwaaer Dr. Qiiarcks. stand seit 1894 in Diensten der Stadt und hatte zilletzt die Stelle eines Kassierers bei dem städtischen Elektrizitätswerk inne, wo er 2700 Mk. Gehalt bezog. Im Jahre 1904 begann der Verheiratete, er ist Vater dreier Kinder, sich Gelder anzncianen. Die Unterschlaaungen suchte er dadurch *it verheimlichen, daß er Geldrollen mit geringeren Glldsorten, als auf der Rolle verzeichnet stand, füllte. Im Mai d. I. verfiel er auf eine andere, ergiebigere Methode. Er fälschte nocheinauder 78 Quittungen der Firma Meurer, die an die Stadt Oel lieferte. Die Beträge für die Lieferungen wurden der Firma stets gutgeschrieben. Statt mm die Firma zu befahlen, steckte er das Geld in seine Tasche und führte an das Geschäft nur ab und zu Gelder ab, damit keine Klage laut werde. Durch falsche Buchungen wußte er den Gegen"buchführer auf dem Amt zu täuschen. Tlls die Oelfirma immer wieder auf ihr Geld warten mußte, würde sie mißtrauisch und forderte von Lange baldigst Ltbrechnung. Zumiterlcht beschwerte sie sich bei dem Vorgesetzten des Kassierers.' Lange wurde einem peinlichen Verhör unterzogen und gestand die Unterschlagungen ein. Er hatte annäh'"nd 19 000 Mk. durch Bucb- sälschungen veruntreut, nach und nach aber wieder 1000 Mark beigebracht. 2lls L^"^e im September verhaft"t wurde, fehlten noch 7474 Mk. Durch eine Kaution von 3000 Mk. und weitere 2400 Mk, die in de'' Wolmung des Kassierers in bar gefunden w""d?n. vermi'^eri-e. sich der Schaden der Stadt auf 2^00 Mk. Lange gab h^f'ir noch eine Lebens- versicherungspoli-e im We-te von 3^00 Mk. bin. Vor der Entdeckung bemühte sich Lange, Glld aufültreiSen. Sein Schwager habe ihn schon früher mit 1500 Mk. unterstützt und konnte ihm nun nicht helfen. Dr. O.uarck wußte übrigens nich/. für welchen Zweck das Geld dienen sollte. Ebensowenig hatte der Bruder Lanaes, der um 5000 Mk. Darlehen angegangen wurde, eine Ahnung von den Unterschlagungen. Lange war nicht Beamter, sondern war mit einem zivilrechtlichen Vertrag angestellt worden. Krankheit in der Familie und Schulden veranlaßten den Mann zu den Veruntreuungen, die er mit einem Jahr 6!e- fängnis büßen muß. Von einer dlberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte sab bas 01"richt ab, weil es annahm, daß Lange aus Not die 3'ctt beging.
fc. H 3 ch st a. M., 31 Okt. Der frühere Kassierer her hiesigen Zahlstelle des Fabrikarbeiterverbanbes, Leopold Brechter, wurde
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des Giessener Anzeigers, mitaeteilt von der Bank für Handel und Industrie.
Frnnkfnrter Ritr«
?ilX6l0 Reichsanleihe . . 97.85 3% do. . . 86.20 W/o Konsols . . . . 97.95 3% do. , . . 86 05
3%°/0 Hessen . .... 97.35 3^°/n Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente. . 99.00 4V5 % Oesterr. Silberreute 100.00 4 ®o TJucar. Goldrente . . 94.95 4 % Italien. Rente . . , —.— 3?o Portugiesen Serie I . 68.90 3% Portugiesen „ III 69.90 4^°/6 russ.Staatsanl. 1905 90.45 4>30/n Japan. Staatsanleihe 92.40 4^ Conv. Türken von 1903 93.50 Türkenlose ...... 146.60 4% Griech. Monopol-AnL 52.60 4% äussere Argentinier . 88,50 3°/0 Mexikaner . . , 67.15
4^% Chinesen .... 95.85
Aktien:
Bochum Guss..... 233.25
Buderus E. W . , . . —
Tendenz: fest.
Berliner Börse, 2.
Can ad a E. B......177.00
Härmst fidter Bank . , . 137.70 Deutsche Bank .... 237.90 Dortmunder-Union C. . . 80 30 Dresdner Bank .... 155,10
Tendenz: fest.
2. November, 1.15 Uhr.
Elektriz. Lahmerer . . . 140.90 Elektriz. Schnckert . . . 124.70 Eschweiler Ber^-werk . . 238.10 Gelsenkirchen Bergwerk . 219.00 Hamburg - Amerik. Paketf. 156.80 Harpener Bergwerk. . . 208 50 Laurahiitte . . . » . . 243.50 Nordcl. Lloyd . . . . , 126.60 Obeischles. Eisen-'fhdustrie 126.00 Berliner Handelsges . . 169.80 Darmstädter Rank . . . 138.20 Deutsche Bank . .. . 238.60
Deutsch-Asiat. Bank . . 171.40 Diskonto-Kommandit. * . 182.50 Dresdner Bank . . » 155.25 Kreditaktien.....213.09
Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn . . * . 120.80
Gotthard bahn . . . , . — Lombard. Eisenbahn . . 36 80 Oesterr. Staatsbahn . . . 146.00 Prince-Henri-Eisenbahu . 147.50
November. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . 209.00 Lanrahfltte .....—.—
l ombarden E. B. . . . 36.20 Nordd. Lloyd.....126.80
Türkenlose . , , r .—
Owe, ksbbsMs®?© F^au — deinen Tag, nn dem ich nicht rveuigstenS meine w&Zäb 3 ^tbachteln Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen pciTmtfc. Die sind eben so vielfach erprobt, daß die Leute WW iimuet auch des Erfolges gewiß sind. Ich selbst nehme, B W rch als Apotheker doch die Wahl unter den Mitteln
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