Nr. 346 Zweites Blatt L56. Jahrgang
Freitag IS. Oktober 1906
Erscheint ülglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Giehener Samilienblätter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Giehener Anzeiger
Rot^ionsdruck und Verlag der Brühl'schen Universrtät^druckerei. R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.7.
Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen.
Eeneral-Anzeiger. Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Siehe«.
politische Lagerschan.
Vorbesprechungen.
R. Berlin, 18. Oktober.
In parlamentarischen Kreisen nimmt man an, daß Fürst Büloio vor dem Wiederbeginn der Reichstagsverhandlungcn die führenden Parlamentarier von den Mehrheitspacteien zu sich laden werde zur Rücksprache über die politischen Angelegenheiten, von denen anzunehmen ist, daß sie bei dec Generaldebatte zuin Etat berührt werden. Diese Annahme ist allerdings naheliegend, denn eiinnal stützt sic sich auf eine Gepflogenheit des Fürsten Bülow, und dann hat der Kanzler infolge seiner langen Abivesenheit von Berlin diesiual besonderen Anlaß, mit der Volksvertretung beizeiten Fühlung zu suchen. Im Laufe der letzten Monate ist allerdings bereits dieser und jener durchreisende Paclainentaricr — Prinz Aren berg, Graf Ori o la u. a. — vom Fürsten Bülow in der Sommerfrische zur Tafel gezogen worden, aber es hat sich seitdem doch mancherlei Neues und Bedeutsames zugetragen, über das es dem leitenden Staatsmanns von Wert sein muß, die Ansichten von Parteiführern kennen zu lernen. Daß der enthüllungsfrohe Abg. Erzberger nicht zu diesen voin Kanzler anerkannten Führern zählen wird, bedarf kaum der Erwähnung.
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Ein Sittlichkeitskongreß fyat soeben in Hannover getagt. In dec ganzen deutschen Presse fand er sehr wenig Beachtung. Zwar läßt es sich leider nicht in Abrede stellen, daß sich oic Sittlichkeit in Deutschland derart verschlechtert hat, daß namentlich um der kommenden Generation willen dagegen anzukämpfen ist. Es sind vielfach Zustände eingerissen, die einer Remedur bedürfen, wenn nicht dem deutschen Volke an Leib und Seele Schaden zugesugt werden soll. Doü) alle die Bestrebungen stnd nicht scharf genug zu verurteilen, welche unter dem Deckmantel der Sittlich leit ein Attentat auf die Freiheit der Kunst ausüben wollen. Dabei wird nuui natürlich jenen Persönlichkeiten zustimucen, die auf die Gefahren yinweisen, welche der Jugend namentlich in Großstädten durch die Feilhaltung obszöner Bilder uitd Schriften an Straßenecken drohen. Es bedeutet wahrlich keinen Schlag gegen die echte und wahre Kunst, wenn gegen gewisse Ansichtspostkarten und Groschenbändchen mobil gemacht wird.
Sitzttttg^e^Sta-werordneterr.
Gießen, 18. Oktober.
Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, Beigeordnete Lurschmann, Georgi und Heyligenstaedt; die Stadtverordneten : Brück, Dr. Ebel, Eichenauer, Emmelius, Euler, Faber, Gabriel, Heichelheim, Helfrich, Helm, Jann, Jughardt, Keller, Kirch, Krumm, Leib, Löber, Petri, Schaffstaedt und Wallenfels.
Mitteilungen.
Kirchenrat Dr. Na umann, der 1. Stadtpfarrer, dec am 1. November d. Js. in den Ruhestand tritt, hat an den Stadt- vorstand ein Schreiben gerichtet, in dem er der Stadtverwaltung seinen Dank für das während seiner 26jährigen Tätigkeit bei ihr gefundene Entgegenkonunen ausspricht. Das Schreiben schloß mit der Versicherung, daß er auch in Zukunft als Bürger Gießens allezeit die besten Wünsche für das Wohl der Stadt haben werde. Der Vorsitzende erbittet und erhält die Zustimmung, das Schreiben dahin zu beantworten, daß die Stadt auch ihrerseits dem scheidenden Geistlichen dankbare Gesinnungen bewahren wird und sein Scheiden aus dem Amte bedauert.
Herr W. Wilson hat namens der Familie Wilson schriftlich gedankt für die Ehrung des früheren Bergwcrks- direktors Wilson durch die Benennung einer Straße zu seinem Andenken.
Der Frauenverein hat für die bereitwillige lieber» lassung eines Raumes zu Untcrrichiszwecken für die kaufmännische Fortbildungsschule seinen Dank ausgesprochen.
Baugcsilche.
Die Firma Alexander Salomon sucht um Genehmigung zur Anbringung von Schaukasten an ihrem Neubau in der Schulstraße nach. Das Gesuch wird abgelehnt, da die Notwendigkeit, neben den Schaufenstern noch Schaukasten anzubringen, nicht vorliegt, und durch die Anbringung die hübsche Fassade verunstaltet würde.
Konrad Damm sucht darum nach, auf seinem Grundstück in der Lttbigstraße zuerst das Hintergebäude und dann das Vorderhaus errichten zu dürfen. Die Versammlung lehnt dies ab.
Adolf Schmidt will an der Marburgerstraße ein Wohnhaus bauen. Die Baudeputation beantragt Ablehnung, da in absehbarer Zeit die Be- und Entwässerung des Grundstücks unmöglich ist.
Stadtv. Wallenfels meint, man solle das Gesuch genehmigen unter der Bedingung, daß der Gesuchsteller auf Wasserleitung und Kanalisation verzichte. Stadtv. Löber ist der gleichen Ansicht und macht darauf aufmerksam, daß in einem ähnlichen Fall der Unternehmer einfach auf Wiesecker Gebiet gezogen sei, so daß die Stadt die Steuer verloren habe. Der Vorsitzende erklärt, selbst bei einem Verzicht nu: Master und Kanalisation durch den Besitzer könne die Stadt vom Staat zur Anlage der Be- und Entwässerung gezwungen werden. Gegen etwa 6 Stimmen wird hierauf das Gesuch abgelehnt.
Brauereibesitzer Bich le r bedarf und erhält DispenS für bis Errichtung eines Eiskellers auf seinem Bcauercigrundstück.
Städtische Arbeiten und Lieferungen.
Es hat sich als ivünschenswert herausgestellt, den Saal im alten Rathaus, m dem die Eheschließungen vocgenommen werden, würdiger herzustellen. Vorgesehen
ist u. a. Einrichtung elektrischer Beleuchtung, Anschaffung einer Tischdecke, eines Teppichs, Läufers und Garderobefensters, sowie bessere Beleuchtung des Wartezimmers. Der dafür geforderte Kredit von 410 Mk. wird bewilligt.
Vciin Umbau der La st wage am Neustadter Tor hat sich herausgestellt, daß die dort zur Verwendung gelangende Waggonwage von der Margaretenhütte in ihrer Handhabung wesentlich vereinfacht werden kann, was einen Mehraufwand von 150 Mk. erfordert. Die Summe und ebenso die freihändige Vergebung der Arbeit wird bewilligt.
Für die höhere Mädchenschule war früher die Beschaffung von Rolläden mit Filzunterlagen beschlossen worden. Es ist inzwischen festgestellt worden, daß Rolläden mit Leimvandbezug praktischer sind, außerdem kostet der Quadratineter 1.20 Mk. weniger. Die Vcrsainmlung ist mit dieser Verbesserung einverstanden. Für die untere Wandbekleidung in den Klosetts und an den Waschvorrichtungen wird die Verwendung Gailscher Tonplatten gutgeheißen und ihre Lieferung und Anbringung der Gailschen Fabrik für 1805.25 Mk. übertragen.
Das Kuratorium der höheren Mädchenschule hat unter Zuziehung des Rektors Hahn eine Besichtigung dec nneren Einrichtung des alten Schulgebäudes vorgenommen. Es wurde für- zweckmäßig befunden, die Katheder, Schränke usw. mit Ausnahme der Schulbänke in bem Gebäude, in dem bekanntlich Volksschulllasten untergebracht werden, zu belasten und dementsprechend die neue Schule neu auszustatten. Hierfür sind im ganzen 40 000 Mk. erforderlich, deren Genehmigung beantragt wird.
Stadlv. Petri wundert fiel) über die Höhe der Ein- richtungstosten des Direrrorzimmers (etwct 1250 Mark), woraus der Vorsitzende diese Position näher erläutert. Stadtv. Schuss fr adt fragt an, ob die 40 000 Mk. in der seinerzeit für den Neubau beivilligten Summe enthalten eien, und wünscht, als dies vom Vorsitzenden verneint wird, daß dies bei späteren Gelegenheiten geschehe. Stadtv. Eichenauer bittet, die innere Einrichtung der Schule so zu fördern, daß sie bis Ostern 1907 bezogen werden könne. Oberbürgermeister Mecum hält dies für ausgeschlossen, bis Pfingsten werde der Einzug möglich sein. Es ei alsdann genügend Zeit, bis zum yecbst die nötigen Vorkehrungen zur Aufnahme der Volksschule zu treffen. Stadtv. Lob er hält die geforderte Summe für recht hoch und regt an, zu prüfen, ob nicht -im einzelnen gespart werden könne. Stadtv. Jann gibt zu, daß die Summe im ganzen genommen hoch erscheine, aber es handle sich um zahlreiche Einzelpositivnen, und alles sei so angesetzt, wie es dem Zweck des Baues entspreche. Stadtv. Petri wünscht, daß Hie zu beschaffenden^Gegenstände hier gelaust würden, und nicht, wie bei der Einrichtung des alten Schlosses, auswärtige Unternehmer zugezogen werden. Für einen Teil der Weitzbinderarbeiten habe man einen Friedberger Unternehmer genommen, ohne die hiesigen Meister zu besragen. Der Vorsitzende bemerkt: Die Herstellungen im alten Schlosse unterliegen nicht der Kritik der Stadtverordnetenversammlung und er glaube, daß eine solche Kritik sür die Herren, die für das Sasioß Gelder gegeben hätten, keinen guten Eindruck machen werde. Stadtv. Petri will sich als Vertreter des' Handwerks das Recht nicht nehmen lassen, in der Stadtverordnetenversammlung die Meinung der Handwerker zu vertreten. Stadtv. Kirch unterschreibt, daß die Stadtverordneten die Vergebung der Arbeiten im alten Schloß nichts angehe, hält aber dennoch die Versammlung sür den richtigen Ort, die Sache zu besprechen. Er sei z. B. der Ansicht, daß die Lieferung der Möbel zum mindesten teilweise auch durch hiesige Geschäftsleute hätte erfolgen können und misse, daß ein Teil der Stifter hierüber nicht gefragt worden sei. Wenn auch nicht
die Versammlung, so hätte Doch deren Leiter in dieser Beziehung Einfluß ausüben können. Dec Vorsitzende entgegnet, zu Men Sitzungen seien sämtliche Stifter eingeladen worden und die Erschienenen hätten ihre Beschlüsse einstimmig gefaßt. Er selbst habe dabei nichts tun können.
Die 40000 Mk. werden hierauf bewilligt.
Für die bereits früher beschlossene Einführung der Gasleitung in die Wolf st raße werden die erforderlichen 4b0 Mk. bewilligt.
Die Bauarbeiter-Schutzvorschriften.
Stadtv. Löber führt ans, Ende Juli d. I. sei in der „Mitteid. Sonntagztg." ein Artikel erschienen, nach dem eine in Gießen errichtete Vauarbeiterschutzkommission aus Bauten Revisionen veranstaltet habe. Es entziehe sich der Kenntnis der Versammlung, wer die Kommission berufen und wer ihr das Recht erteilt habe, aufs Geradewohl Bauten zu kontrollieren. Auch sei es sehr fraglich, ob alle die gerügten und angeblich ausgedeckten Mißstände von so großer Bedeutung und Wichtigleit sür den Bauarbeiterschutz seien, außerdem Hütten ihm Fachleute die Richtigkeit der Ergebnisse sehr bezweifelt. So viel ihm bekannt sei, arbeite auf dem Gebiet des Arbeiterschutzes die Hessisch- Nassauische Baugeiverksberufsgenoffenschaft seit einigen Jahren mit ersprießlichem Erfolg, worüber vielleicht Stadtv. Petri einiges mitteileu könne. Allein er wolle die Aufmerksamkeit insbesondere auf die Bürgermeisterei-Verordnung vom 18. März 1901 richten und anfragen, welchen städt. Beamten die lleberwachung dieser Vorschriften üvertragen ist, in welcher Weise'und wie oft die Bauten nach den Vorschriften kontrolliert werden und mit welchem Erfolg, sowie ob die betreffenden Beamten die notwendige Zeit zum Revidieren haben.
Der Vorsitzende erwidert, die betr. Arbeiterschutz- Kommission gehe die Stadt nichts an, für diese kämen für die Bautenkontrolle nur die Baupolizei und die Baugewerks- Berufsgenossenschaft in Betracht. — Stadtv. Löber bleibt dabei, es sei eigentümlich, daß sich ohne weiteres eine solche Kommission bilden könne. — Stadtv. Krumm meint, es habe keinen Zweck, sich über diese Frage zu unterhalten, denn man könne niemand verivehren, eine solche Kommission zu bilden. — Stadtv. Petri führt aus, die Arbeitecschutz- kommission besitze keine Autorität und einen Zweck habe die
ganze Geschichte nicht. Nach dem Zeugnis der Bürgernielsterei und der Baupolizei werde von der Beriifsgenossenschaft hinsichtlich der Bautenüberwachung mehr getan, als notwendig sei. Die ganze Geschichte mache ihm den Eindruck, als ob die Sache einen politischen Hintergrund habe, und der Hauptzweck der Acbcltccschutzkommission scheine zu sein, einzelne Unterlassungen in der soz. Presse bccitzutceten. Bester wäre es jedenfalls, wenn man die Arbeiter zur Vorsicht ermahne und auf Unvorsichtigkeiten aufmertsam mache; auch sei es den Arbeitern unbenommen, auf den Bauten, wo sie beschäftigt eien, auf Unterlassungen aufmerksam zu machen. — Stadtv. Krumm bemerkt, in allen Arbeiterversammlnngen und in der Gewerkschaftspresse würden die Arbeiter immer wieder darauf hingewiesen, die Unfallverhütungs-Vorschriften zu beachten unb an ihrer Verbesserung teilzunehmen. Man könne den Arbeitern nicht verbieten, durch Bildung von solchen Kom- niissivneii an dec Sache teilzunehmen, denn cs handle' sich dabei um ihren Pelz. Im übrigen habe die Debatte keinen Zweck; die Versammliing könne nichts in der Sache tun imd könne den Gewerkschaften nicht verwehren, solche Kominissionen zu bilden. — Der Vorsitzende teilt mit, daß die Arbeiterkommissionen auch auf städtischen Bauten schon nachgesehen haben. Er habe dies nicht verwehrt, sondern sich darüber gefreut, denn diese Tätigkeit sei geeignet, die Bestrebungen, Unfälle zu verhüten, zu unterstützen. — Stadtv. Löber hält zu viel Kommissionen auf diesem Gebiete für überflüssig, und fragt nochmals an, ob die 1901 erlassenen Bestimmungen auch ausgeführt würden. Dec Oberbürgermeister beantwortet diese Anfrage dahin, daß die Baupolizei ihre Schuldigkeit tue.
Stratzenaugelegeuheiten.
Für den Ausbau der Stephan st raße zwischen Bismarck- und Bleichstraße — Ausfüllung des ehern. Klingelbachbettes — werden nachträglich 1248 Mk. bewilligt, die von den Anliegern später zurückerstattet werden.
Stadtv. Krumm macht bei dieser Gelegenheit auf die neuerlichen Ausdünstungen deL Schoorgrabens aufmerksam. Der Vorsitzende sagt Abhilfe zu.
Stadtv. Wallenfels rügt den schlechten Zustand der Weserstraße jenseits der Steinstcaße; die Fahrbahn sei so zerfahren, daß von den Fuhrwerken die Fußsteige benützt würden. Oberbgm. Mecum erklärt, die Straße sei längst hergestellt, wenn die Anlieger das Gelände zu entsprechenden Preisen hergeben wollten.
Stadtv. Jughardt macht auf die Zustände in der Dreihäusergasse aufmerksam, wo der Stadtbach sich wieder unangenehm bemerkbar mache. Stadtv. Heichelheim meint, man solle mit diesem Stück Stadtgraben so verfahren, wie an der Ost- und Südanlage. Der Vorsitzende erwidert, daß dies die Versammlung seinerzeit abgelehnt habe und sagt im übrigen Prüfung zu.
Die Wiederherstellung des Pflasters über den Gasrohrgräben erfordert statt 2000 Quadratmeter Arbeitsleistung 4000, auch ist der angefetzte Betrag für die Arbeit zu niedrig. Die Versammlung genehmigt die Vergebung der Mehrarbeit an den jetzigen Unternehmer zu einem um 25 Psg. für den Quadratmeter erhöhten Preis.
Bei der Ausschreibung der Pf la st er st ein lief erung für den Landgraf Philipp-Platz ist nur ein Angebot eingegangen, das auf 1450 Mk. statt der vorgesehenen 1250 Mk. lautet. Die Versammlung hat nichts dagegen, zumal die 200 Mk. an anderen Positionen gespart wurden.
Im SelterSweg sollen in aller Kürze die Bürgersteige wieder hergestellt werden, bei welcher Gelegenheit die Straßenbeleuchtung verbessert werden soll. Das GaSiverk hat einige Vorschläge,'gemacht, u. a.soll em Kandelaber ausgestellt, eine Laterne neu angebracht und eine andere versetzt werden. Dec Oberbürgermeister macht den Vorschlag, eine durchgreifende Verbesserung dec Beleuchtung in dec Hauptverkehrsstraße der Stadt herbeizuführen und schlägt vor, einen Kredit von 1500 Mk. zu bewilligen und dec Deputation das weitere zu überlasten.
Stadtv. Löber regt im Hinblick auf die kommende elektrische Bahn an, dec Frage dec Einführung elektrischer Beleuchtung im Seltersweg näherzutreten. Dec Vorsitzende wollte keinen dahingehenden Vorschlag machen, da die von ihm früher angeregte elektrische Beleuchtung mehrerer Plätze abgelehnt wurde. Stadtv. Kirch will die Deputation beauftragt wisten, den Vorschlag deä Stadtv. Löber zu prüfen. Was allerdings besser beleuchtet werden solle, sei nicht schön. Das Trottoir des SelterSwegs werde in Zukunft keinen guten Eindruck machen, da die in letzter Sitzung beschlossene Herstellung den Erwartungen nicht entspreche. Die Steine seien schwarz und es seien Zwischenräume von 1 Ctm. vorhanden. Der Vorsitzende bemerkt, die Steine würden später grau werden und der Stadtbaumeister habe erklärt, die Arbeiten würden gut ausgeführt. Stadtv. Sch aff städt ist für den Vorschlag des Stadtv. Kirch, auch Stadtv. Krumm ist der Ansicht, daß man der Frage der elektrischen Beleuchtung näher treten solle.
Es wird beschlosten, die Deputation zu beauftragen, bei ihrer Beratung über die Beleuchtung im Seltersweg auch die Frage, ob elektrisches Licht einzuführen sei, zu prüfen.
Unbeschadet dessen, welche Straßen im nächsten Jahr gepflastert werden sollen, wird die Ausschreibung der Lieferung von 500 Kubiknieter Pflastersteinen, 300 Kubikmeter Kleinpflaster- und 200 Kubikmeter Mosalkpflastersteinen schon jetzt beschlosten.
Verschiedenes.
Für die Vergrößerung des Vieh Marktplatzes ist der Ankauf eines 7800 Quadratmeter großen Grundstücks der Plockschen Stiftung erforderlich. Die Versammlung stimmt


