drückung der zweifellos bevorstehenden neuen Revolution. Die Peters Paul-Festung wird durch schwere Geschütze und Maschinengewehre verstärkt. Aus den von Mißernte und Hungersnot betroffenen Gouvernements kamen trübe Nachrichten. In zahlreichen Orten grassieren Hunger, Tyvhns, Skorbut und andere evidemische Krankheiten. Besonders ist die Kindersterblichkeit ungemein hoch. Statt Getreide werden gänzlich ungenießbare Surrogate zur Nahruug benutzt. Auch geht aus Mangel an Futter viel Vieh zu Grunde. Vielfach nehmen die Bauern die Strohdächer von den Hütten, um danrit das Vieh zu füttern. Die Fürsorge aus Reichsmitteln ist völlig unzulänglich. Der Finanz- minister arbeitet, wie es heißt, ein der Reichsduma vorzulegendes seltsames Projekt aus betreffend die Erschwerung von Konzessionen für a n s l ä n d i s ch e U ir t e r n e h m e r.
Deutscher Reichstag.
6 8. Sitzung vom 17. März 1906.
Der Abg. Krolik- Beuthen (Oberschlesien) hat sein Mandat nieder gelegt. Auf der Tagesordnung steht der Kolonial- etat für 1906, zunächst der Etat für das ost afrikanische Schutzgebiet.
Abg. Bebel (Soz.) erklärt, um den gestrigen Aeußerungen des Abg. Arendt entgegen zu treten, Alles was er seinerzeit über Dr. Peters gesagt habe, eulsvreche den Tatsachen, allein ausgenommen den bekannten angeblichen Brief von Peters an den Bischof Tucker. Aber die disziplinarische Verurteilung von Peters sei auch garnicht wegen dieses Briefes erfolgt, sondern wegen der schweren Verbrechen von Peters gegen Eingeborene. Leider sei Peters wegen seiner schweren gemeinen Verbrechen nur entlasten und nicht ins Zuchthaus gebracht worden und da fordere er, Bebel, jetzt noch die Kolonialverwaltung auf, Peters vor das ordentliche Gericht zu bringen.
Abg. Arendt (Vp.) behauptet demgegenüber, von all den Schandtaten, die Bebel Peters nachgesagt habe, sei nichts wahr. Auch der Disziplinarhos habe das Vorliegen von Verbrechen nicht angenommen, sonst würde derselbe unzweifelhaft Peters vor den orderrtlichen Richter gebracht habeir uno der Tuckerbrief sei eine abscheuliche Verleumdung gewesen. Die bezüglichen Anschuldigungen Bebels seien ein unverantwortliches Vorgehen eines Reichstags- Mitgliedes gewesen. Die Hinrichtung des Boy Mabrnki sei erfolgt wegen Einbruchsdiebstahls und sei berechtigt gewesen. Das Urteil sei vor einem Kriegsgericht gefällt worden und härtge damit, daß Mabruki einer Konkubine des Peters nachgestellt habe, absolut nicht zusammen.
Kolonialdirektor Erbprinz Hohenlohe sagt, er habe keine Veranlassung gehabt, den Disziplinarhos gegen Dr. Arendt in Schutz zu nehmen, wie Bebel es von ihm versa»,ge, denn Dr. Arendt habe seine Angriffe nicht gegen den Disziplinarhos gerichtet, sondern gegen einige Zeugen. Tie Tatsache sei ja 1897 zur Sprache gekommen. Wenn damals der StaatSamvalt einen Anlaß zun, Einschreiten gegen Dr. Peters gefunden hätte, so hätte der Staatsanwalt dies sicherlich getan. Er, Redner, habe jedenfalls keinen Anlaß, sich jetzt noch mit der Sache zu beschäftigen.
Abg. Dr. Bachem (Zenlr.l: Der Fall Peters interessiere dieses Haus nicht mehr. Sein Wiedereintritt in den Kolonialdienst sei jedenfalls ausgeschlossen. Redner erörterte dann die Aneiennitäts- Werhältniste in der Schutztruppe. Man solle nur Offiziere hinaus- .schicken, die nicht aus Sport hinübergingen, sondern längere Zeit dort bleiben wollten.
Oberst O h n e s o r g von der Schuhtruppe legt dar, daß in der Praxis schon so verfahren werde, daß die Äncieimität von, Tage des afrikanischen Dienstantritts rechnet, so weit es möglich sei.
Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. v. K a r d o r f f und Dr. Arendt schließt die Debatte.
Von den im Etat geforderten acht neuen Bezirksämtern in Deuts ch-O st asrika hat die Kommission vier gestrichen.
Erbprinz Hohenlohe bittet um Wiederherstellung. Der Gouverneur hält diese Organisation für unerläßlich.
Nachdem auch noch die Abgg. Graf Arni in (Rp.) und v. Böhlen dorsf (kons.) denselben Wunsch ausgesprochen, tritt das Haus dem Beschluß der Kommission bei.
Eine Position von 59 000 Mk. für Regierungsschulcn, welche die Kommission genehmigt hat, beantragt
Abg. Bachem abzulehnen. Redner wünscht nur konfessionelle Schulen.
Abg. Ledebour (Soz.) widerspricht diesem Anträge, ebenso Abg. Schrader (frs. Vg.).
Erbprinz Hohenlohe führt auS, er haß» schon in der Generaldebatte erklärt, daß die Regierung auch ihrerseits an der 'Errichtung von Schulen sesthalte. Wir haben es überdies auch mit den Buren zu tun. Diese stehen aus einem besonderen evangelischen Standpunkt und es würde unmöglich sein, für sie durch Missionsschulen zu wirken.
Abg. Erzberger (Zentrum) tritt für Ablehnung der Position ein.
Abg. Gras Schwerin-Löwitz erklärt, seine Freunde würden, obwohl sie in der Kommission für den Titel gestimmt hätten, ihn hier ablehnen, da es sonst den Anschein gewinnen könnte, als ob wir unseren konsessionellen Standpunkt verlasten.
Nach weiterer längerer Debatte, in der von dem
Abg. Singer mit der Anzweiflung der Beschlnßsähigkeit gedroht wird, falls der Antrag ans Rückverweisung an die Kommission zur Abstimmung komme, ivird vom
Vizepräsidenten Grafen Stolberg eine neue Sitzung aus 4 Uhr anberaumt, da sich bei der auf Antrag Singer erfolgten namentlichen Abstimmung Beschlußunfähigkeit ergab.
Um 4 V, Uhr beginnt die neue Sitzung, in der die Beratung des Etats für O st a f r i k a fortgesetzt wird. Die Forderung für eine weiße Kompanie ist von der Kommission gestrichen worden.
Abg. Gras Arnim (Rp.) empfiehlt Bewilligung.
Erbprinz Hohenlohe bittet ebenfalls darum und bemerkt, ein Gesetzentwurf sei bereits im Bundesrat fertig gestellt und werde bald dem Hause zugehen, der weiße Struppen auch für andere Schichgebiete in Aussicht nimmt. Werde jetzt die weiße Kompagnie abgelehnr, so »vcrde erwogen werden, ob nicht zu demselben Ziveck ein Nachtragsetat einzubringen sei. Zum mindesten notwendig seien Weiße sür die Bedienung der Maschinengeivehre. Ein Abfall eines Teiles der schwarzen Truppe sei doch immerhin denkbar. Und weint die Maschinengewehre in die Hände der Schwatzen fallen, würde es für uns verhängnisvoll fein, wenn die Schwarzen die Bedienung dieser gefährlichen Waffe verstünden.
Abg. von Bohlendorsf (kons.) wünscht baldige Einbringung des Nachtragsetats.
Abg. Dr. M Ü l l e r - S a g a u (sreis. Vp.) ist der Ansicht, daß das Haus für die Kolonien bereits genug bewilligt habe und ist gegen neue Bewilligungen.
Nach weiterer Debatte tritt das Haus einstimmig dem Beschluß £>er Kommission bei. Tie weiße Kompagnie wirb also g e - flrtrfjcn. Obne erhebliche weitere Debatte wird der Rest des v st a s r i k a n i s ch e n Etats genehmigt.
Montag Fortsetzung des Kolonialetats, vorher 3. Lesung des Nachtragsetats für Ostafrika.
Ei» Zusammenstoß im badischen Parlament.
Am Samstag kam es in der 2. badischen Kammer zu einem Zusammenstoß zwischen dem Minister Dr. Schenkel -und dem Sozialdemokraten Geck. Der Minister des Innern erklärte bei der Spezialberatung, er halte es für eine Pflichtwidrigkeit, wenn Schutzleute sich mit ihren Beschwer- Heu an die Partei wenden, welche die Autorität der Beamten zu untergraben bemüht ist.
Geck (Soz.): Wir fitzen zu Recht in diesem Hause. Tas ist eine Beleidigung der Abgeordneten.
Minister Schenkel: Den Schutzleuten werde ich verbieten, sich an die Sozialdemokraten zu wenden.
Abg. Geck schreit: Nein, das dürfen Sie nicht. Ich bitte den Präsidenten, den Minister zur Orduung zu rufen wegen dieser Frivolität.
Minister Schenkel: Ich behaupte nach wie vor, daß die Schutzmannschaft die? nicht darf.
Abg. Geck laut schreiend: Das dürfen Sie nicht, das ist eine Beleidigung des Hauses, meiner Fraktion.
Präsident WilckenS: Ich rufe den Abg. Geck zur Ordnung und drohe ihm mit einem Eintrag in das Protokoll und werde die Sitzung schließen.
Abg. Geck erklärt zur Geschäftsordnung, daß die Erklärung des Ministers eine Beleidigung der sozialdemokratischen Fraktion sei und diese sich weitere Schritte vorbehalte.
Präsident WilckenS: Ich habe eingreifen müssen, weil der Abg. Geck in der heftigsten und leidenschaftlichsten Weise den Minister unterbrochen hat. Er hätte nach der Rede seine Erklärung abgeben können.
Abg. Eichhorn (Soz.): Wir haben die Empfindung gehabt, daß die Auffassung des Ministers eine Beleidigung des Hanfes ist. Hier gibt es nur Abgeordnete, keine Parteien. Das hätte der Präsident an der Rede des Ministers rügen sollen. Dann wäre der Zwischenfall nicht eingetreten.
Präsident WilckenS: In den materiellen Teil der Rede des Ministers kann ich nicht eingreifen.
Darauf wurde die Sitzung abgebrochen.
Heer tittfc Flotte.
London, 17. März. Der Kultusminister Birrel erklärte in einer Rede zu Bristol inbezug auf die Herabsetzung des Militär-Budgets um fast eine Million Pfund, die Zeit sei nicht ungünstig für die Eröffnung einer Bewegung zur allgemeinen europäischen Abrüstung.
— Ueber den englischen Feldzug in Nigeria wird noch berichtet, daß die Aufständischen mit vergifte te n Pfeilen kämpften. Bei der Verfolgung der Aufständischen marschierten die englischen Truppen 600 Km. in 12 Tagen, eine achtungswerte Leistu g in diesem Tropenklima.
Die Bevölkerung des Deutschen Reichs.
(Offiziös.)
Die Volkszählung vom 1. Dezember 1905 ergab für das gesamte Reich eine Bevölkerung von 60 605183 Personen, davon sind 29 868096 männlich, 30 737 087 weiblich. In Großstädten, d. h. Städten mit 100 000 und mehr Einwohnern, deren es jetzt 41 im Reiche gibt — die größte oavon Berlin (2 040 222), die kleinste Wiesbaden (100 955) — wohnen 11498 049 Personen oder 18.97 v. H. der Reichsbevölkerung. Mit seinen Vororten zusammen umfaßt Berlin fast 3 Millionen, nämlich 2 989 726 Einwohner. Gemeinden von 20 000 Einwohnern und mehr sind 249 vorhanden; 17 hiervon (in Preußen) sind nicht städtischen Charakters. Da bei der Volkszählung vom 1. Dezember 1900 die Reichsbevölkerung auf 56 367 178, nämlich 27 737 247 männliche und 28 629 931 weibliche Personen festgestellt war, so ist die Einwohnerzahl in den letzten fünf Jahren um 4 238 005 oder 7.52 v. H. gewachsen. Die Volkszählungen seit 1871 ergaben:
Zuwachs
Einwohner
absolut
v. H.
am
1.
Dezember 1871
41058 792
—
—
w
1.
, 1875
42 727 360
1 668 568
4.06
n
1.
1880
45 234061
2 506 701
5.87
n
1.
, 1885
46 855 704
1621 643
3.59
n
1.
, 1890
49 428 470
2 572 766
5.49
V
2.
„ 1895
52 279 901
2 851431
5.77
0
1.
, 1900
56 367 178
4087 277
7.82
ft
1.
„ 1905
60605183
4 238 005
7.52
Die höchste absolute
Zuwachsrate
siel auf das
letzte
Jahrfünft 1900 bis 1905, die geringste auf das Jahrfünft 1880 bis 1885. Relativ ist die Zuwachsrate 1895z1900 zwar die höchste (7.82 v. H.), aber die von 1900/1905 ist kaum geringer. Im ganzen hat die Einwohnerzahl des Reiches sich seit 1871 um 19 546 391. also um 47.61 v. H. vermehrt. Sie ist seit 1855 (mit 36113 644 Einwohnern) um 24 491539 oder 1.04 v. H. und seit 1816 (mit 24 833 396) um 35 771787 oder um 1.01 v. H. im Jahresdurchschnitt gestiegen. Deutschlands Bevölkerung wird nur von Rußland (125.6 Millionen) und von den Vereinigten Staaten von Amerika (76,2 Millionen) übertroffen.
Ueberschwemmung in Ostpreußen.
Man meldet aus Heydekrug, 17. März:
Dem Pionierdetachement ist es nach tagelanaer, mühevoller Arbeit gelungen, zu den drei gefährdeten Ort- schastcn im Ueberschwemmungsgebiet, von denen man bisher keine Nachricht hatte, vorzndringen und Hilfe zu bringen. Tie Häuser stehen dort beilweise bis an die Dächer un ter W a sser. Die Bewohner flüchteten mit dem Vieh auf die Böden der hoher gelegenen Anwesen. Heute sind große Mengen von Lebensmitteln abgesandt worden, um die Bewohner der bis dahin abgeschlossenen Gemeinden, die zum Teil unter Hunger zu leiden haben, mit Proviant zu versehen. Die Verbindung mit den entfernt liegenden Anwesen hat infolge des hohen Packeises auch jetzt noch nicht erzielt werden können. Der Wasserstand, der gestern um etwa 20 Zentimeter gestiegen war, ist heute wieder gefallen, doch wird wieder steigender Wasser stand gemeldet.
Die Kaiserin überwies dem Oberpräsidenten v. Moltke telegraphisch 1000 Mk. zugunsten der von der Ueberschwemm- ung Betroffenen. Der Umfang des jedenfalls sehr beträchtlichen Schadens im Ueberschwemmungsgebiet läßt sich zurzeit noch gar nicht üb ersehen. Vielen Ortschaften droht jetzt noch schlvere Gefahr. Es gilt vor allem, die Eisbarren im Rußstrom und in der Gilge zu ebnen. Erstere sind mehrere Kilometer lang und müssen durch Sprengung beseitigt werden, bevor die durch Eisversetzung in Rußland noch zurückgehaltenen Wassermassen eintreffen. Nur wenn diese Sprengungen erfolgreich und glücklich von tatten gehen, wird die schlimmste Gefahr als beseitigt gelten dürfen.
Das Grubenunglück in Courri«res und der Berg- arbeiterausstand.
Lens, 18. März.
In Schacht 2 werden gegenwärtig ans Bausteinen, Lehin und Zement sechs Meter starke Absperrmauern auf» geführt, von denen man hofft, das; sie die Verbreitung der durch den Brand erzeugten Gase Einhalt zu tun vermögen. Die deutschen Rettungsmannschaften werden zum Teil, ebenso wie die Pariser Feuerwehrleute, noch hier bleiben, um sich an den Versuchen, neue Leichen zu Tage zu fordern, zu beteiligen. Der Sachverständige Dr. Calmette riet aber, mit der Bergung der Leichen aufzuhören, da die Gefahr einer tätlichen Infektion für die Bergungs- mannschaften zu groß sei. Die Jngenieurkommission wird daher vielleicht beschließen, die Stollen, in denen noch Tote liegen, zumauern zu lassen.
Rach einer Mitteilung der Jngenieurkommission ist der Brand in der Grube nahezu erstickt.. Man hofft, die Bergung der Leichen bald wieder aufnehmen zu können.
Der Minister des Innern, Etemenceau, traf gestern hier ein und begab sich zu einer vom Bergarbeitersyndikat veranstalteten Versamullung. Der Minister erklärte dort, daß das Recht zum Aus stände von der Regierung respektiert werben würde, ermahnte aber die Bergarbeiter zu ruhigem Verhalten.
Etwa 1000 Ausständige, denen rote Fahnen vorangetragen wurden, veranstalteten heute nachmittag einen Umzug nach dem Kirchhof in Billy-Montignp zu den Gräbern der Opfer des Grabenunglücks. Auf dem Friedhöfe wurden mehrere Ansprachen gehalten. Die Teilnehmer des Zuges versammelten sich dann in einem Lokal, wo viele und sehr heftige Reden gehalten wurden. Von Ruhestörungen ist nichts gemeldet. — In der vergangenen Nacht sind Verstärkungen der Truppen und der Gendarmerie hier eingetroffen.
Auch die Bergarbeiter des Departements Loire hielten heute in St. Etienne eine Versammlung ab, in welcher sie beschlossen, mit allen Mitteln an der Erhöhung der Löhne festzuhalten und an verschiedenen Orten ähnliche Versammlungen zu Veranstaltern
In der heute nachmittag stattgehabten Besprechung mit den Delegierten der Ausständigen in den Departements Nord lind Pas-de-Calais erklärten die Vertreter der Bergwerksgesellschaften: Nichts in der gegenwärtigen Lage der Kohlenindustrie rechtfertige eine Erhöhung der Löhne. Jedoch um den Frieden zu sichern, hätten die Gesellschaften zugestanden, die Löhne der Arbeiter unter Tage um 10 und die der 9(rbcitcr über Tage um 5 Proz. zu erhöhen. Die Delegierten der Arbeiter erklärten, sie hätten keinen Auftrag, über die von der Gesellschaft zugebilligten Zugeständnisse zu verhandeln und behielten sich ihre 9(ntwort bis nach einer neuerlichen Besprechung mit den Bergarbeitern am Dienstag vor.
* Kleine Tageschrvnik. Ein Familiendrama hat sich in Lünen bei Dortmund abgespielt. Der von seiner Fran getrennt lebende Arbeiter Becker verletzte seine Schwiegermutter durch einen Schuß in den Leib tätlich und brachte seiner Frau einen Schuß in den Hals bei. Daim tötete sich Becker durch einen Schuß in den Kops. — In Köln sind der Fabrik- aufseher sowie dessen Sohn, die auf Aussagen der Schwiegertochter des Aufsehers hin unter dem Verdacht, vor zehn Jahren einen Raubmord verübt zu haben, verhaftet wurden, fretgclaffen worden, da sich herausgestellt hat, daß es sich um Verleumdungen der Schwiegertochter handelt. Diese ist jetzt verhaftet worden. — Ein D y n a m i t a 11 e n t a t ist in O bersch l e s i e n versucht worden. Wie die „Schief. Volksztg/ hört, sollte in Biskupitz das ant Dorfeingange gelegene, der Verwaltung der Donnersmarkhütte gehörige Wohnhaus in die Stift gesprengt werden. Im Keller des Hauses wurden drei Dynamit- patropen mit abgebrannten Zündschnüren gefunden. Zum Glück waren die Zündschnüre zu feucht, und verfehlten daher ihren Zweck, sonst wäre die Wirkung furchtbar gewesen. Nach dem Täter wird eifrig gefahndet. — In M a r f e i l l e ist eine Familie von fünf Personen nach dem Genüße verdorbenen Fleisches an D e r g i f t u n g S e r s ch e i n u n g en erkrankt; zwei schweben in Lebensgefahr. — In B u d a p e st verwundete infolge eines geringfügigen Wortwechsels während der Fahrt auf der Stadtbahn der Pionierleutnant Zsiky den Sektionsrat Szabo durch Säbelhiebe auf den Kopf erheblich. — Auf der Insel F o r m o f a wurden durch ein Erdbeben viele Häuser zerstört und mehrere hundert Personen getötet. — In R i o de Janeiro wütete ein surchtbarer Orkan, der etwa 20 Menschenleben gefordert hat. Viele Hauser wurden umgeworfen. In anderen Ortschaften wurden zahlreiche Häuser durch Ueberschwemmung zerstört.
ysdjnitliilit Ikbtrfidjt der Sobrsfnllt in brr Stabt Mßku
10. Woche. Vom 4. bis 10. März 1906.
Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 (inkl. 1600 MannMilitär.) Sterblichkeitsziffer: 22,91
nach Abzug von 7 Ortsfremden: 10,57 °/oo.
Kinder
Es starben an:
Zusammen:
Erwachsene:
im
vom
Wochenbettkrankheit
1(1)
1. Lebensjahr:
KD -
2.—15. Jahr
Tuberkulose
2 .
1
—
1
Keuchhusten
1
—
—
1
Lungenentzündung
1 (1)
1(1)
- -
-
Empyem
1(D
1 (1)
—
—
Gallenstein
1 (1)
1 (1)
—
—
Krebs
2 (2)
2(2)
—
—
Unglücksfall
1(1)
1(1)
_
—
Diabetes
1
1
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Ekzem
1
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1
Rhachitis
1
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1
—
Summe 13 (7) 9 (7) 1 3
Anm.: Tie in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
magEn- darmkranke
bewährteste Nahrung für
Geschäfts - Empfehlungen
liefen billigst vrühl'sche UmversilätL-vruckerci, Eietzen.


