B4 Mitglieder starben unb es wurden 10 680 Mk. Sterbegeld wrsbezahlt. Tas VersicherungskLpital stieg um 10 870 Ml. intb beträgt heute 605 650 Ml. Dl.e Jahrescinnahnre betrug 30 701 2RI., die Ausgabe 30 346 Mk. 'Ter Vermögensbcftand -nahm um 11815 Mk. zu und stieg auf 55 500 Mk. Auf ßhttrag des Vorstandes beschloß Mc Versammlung, statt !der Auszahlung der 16,66 Proz. Dividende die Monats- bciträge für diooember rmd Dezember 1906 zu erlassen. Aus jAntrug Haas-Gießen wird dem Rechner Entlastung erteilt und dcnr Vorstand Dank ausgesprochen. Der seitherige Vorstand: Sarnes, 1. Vorsitzender, Regicrungsrat Noact 2. Vorsitzender, Syndikus Ingelbach Geschäftsführer, Markus Kontrolleur und die Beisitzer Prof. Tr. Sonne, Sä)aub uird Hild wurden wiedergewählt. In den erweiterten Vorstand wurden gewählt: 1. für Starkenburg Lehrer Hahn- Lengfeld, Buntschuh - Beerfelden, Giegerich - Heppenheim, Basscnauer-Griesheim, 2. für Ober h essen Dickore - Gießen, Schaffner-Homberg, Geiß-Büdingen, S) a as -- Gießen, 3. fiir Rheinhessen Keßler-Hlonhcim, Brillmeier- Bingen, Schirmer-Atombach und Knippenüerg-Oppcnhcim. In den Prüfungsausschuß wurden gewählt: Emmcl-Hungen, Haßes-Gießen, Weber-Darmstadt, Schaffner-Homberg, Albert-Lorsch.
W. Darmstadt, 17. April. .Heute nachmittag fand zu Ehren des von hier scheidenden, zum Gesandten anl sächsischen Hofe ernannten preußische Gesandten Prinzen zu H o h e n l o h e - O e h r i n g c n im Großh. Residenzschlossa Galatafel statt, an welcher außer dem Großherzog und der Großherzogin Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen teilnahmen. Zu Ostern hat der Großherzog einen neuen 40 P.S. Opelwagcn erhalten. Der Wagen ist sechse sitzig, mit eleganter Karosserie und kann 80 Kilometer in der Stunde zurücklegen. Er ist mit Kardanantrieb und seitlichem Einstieg versehen. Der Wagen hat besonders bei roller Geschwindigkeit einen völlig geräuschlosen Gang. Heute nachmittag begaben sich S. K- H. der Groß Herzog in seinem neuen Opelwagen und Prinz- H e in r i ch von Preußen in seinem 40 P. S. Bcnzwagen zu einer Besichtigung der Opelwerke nach Rüs sel s he im. Beide Fürsten waren von Ihren Gemahlinnen begleitet. In der Villa Opel wurde nach Besichtigung der Werke ein kleiner Imbiß genommen und daun nach Darmstadt zurückgefahren.
Offenbach, 17. 9(priL Ein in Bürgel wohnender Arbeiter, der bei einem dortigen Bauunternehmer beschäftigt war und zuletzt in dessen Diensten an einem Neubau im Großen Biergrund in Offenbach arbeitete, fuhr am Samstag abend nach seiner Heimat Alzenau, um dort die Ostertage zu verbringen. Unterwegs erkrankte er plötzlich, so daß er in Alzenau schleunigst ins Krankenhaus gebracht werben mußte, wo er nach kurzer Zeit unter allen Symptomen der Genickstarre starb. Die nötigen Vorsichtsmaßregeln gegen eine Weiterverbreitung der Seuche sind durch das Großh. Kreisgesundheitsamt bereits angeordnet worden. (Off. Ztg.)
Garben he im, 16. April. In der Lahn oberhalb der Naunheimer Schleuse wurde von Schleusenwärter Wiesenborn gestern nachmittag die Le iche des in den 60er Jahren stehenden Bahnwärters a. D. Ludwig von hier auf- gefrscht. Ter alte Mann dürfte unter dem Drucke quälender Schmerzen, die ihm ein altes Bruchleiden bereitete, in den Tod gegangen sein. Wie der W. A. hört, hatte er sich! in der Frühe des ersten Feiertages unter Worten aus seinem Hause entfernt, die eine solche Absicht vermuten ließen.
Die Bestechung der Angestellten.
Die Bestechung der Angestellten nimmt schon seit geraumer Zeit das besondere Interesse der Geschäftswelt in Anspruch. Man verlangt vielfach, in ähnlicher Weise, wie dieses in anderen Staaten — England, einigen Staaten der Union in Nordamerika — tatsächlich bereits geschehen ist, den Erlaß eines Strafgesetzes gegen alle, welche sich! an einer derartigen Bestechung irgendwie beteiligt haben. Insbesondere ist ein derartiges Verlangen and} von Handelsund Gewerbekammern geltend gemacht worden, und selbst im Reichstage ist ihm bereits Ausdruck gegeben worden.
In der Tat kann es keinem Zweifel unterliegen, daß es sich um einen sck)weren Uebelstaud handelt, wenn es in Geschäftskreisen vielfach gang und gäbe geworden ist, daß man durch Gewährung heimlicher Provisionen, sogen. „Schmiergelder" an die Angestellten, also durch deren Bestechung sich auf Kosten des Prinzipals derselben bei Lieferungen usw. besondere Vorteile verschafft. Der Prinzipal ist bei größeren Geschäften geradezu gezwungen, Lieferungs^ Verträge u. dgl. durch seine Angestellten abschließen zu lassen, ja er ist häufig nicht einmal in der Lage, eine gehörige Kontrolle dieser'halb über sie auszuüben, er muß sich also darauf verlassen können, daß sie seine Interessen wahrnehmen, als wären es ihre eigenen. Läßt sich nun aber der Angestellte durch Gewährung von Vorteilen von der anderen Seite dazu verleiten, diese Interessen zu vernachlässigen und also die Interessen des auberen Teiles zu fördern, so handelt er nicht nur rm höchsten Maße gewissenlos, er kann auch seinen Prinzipal materiell erheblich schädigen.
Aber man soll nicht überall gleick) nach einem neuen Gesetz rufen, wo sick) ein Mißstand fühlbar macht, und so hat wohl die Mehrzahl der Handelskammern sich gegen ein solches neues Gesetz ausgesprochen in der richtigen Erkenntnis, daß die bestehenden Gesetze, wenn sie nur richtig zur Anwendung gebracht werden, zunächst ausreichen dürften, dem Unwesen zu steuern; denn sowohl das Straf- wie das Zivilrecht gewähren Handhaben, gegen dasselbe vorzugehen. Was das erstere anbetrifft, so wird es sich in den allermeisten Fällen um einen Betrug im Sinne des § 263 Str.-G.-B. handeln, denn es wird zumeist darauf hinaus- tonrmen, daß die Minderwertigkeit uni) die Mängel der gelieferten Waren durch die Bestechung den Augen des Prinzipals entzogen werden sollen. Viel wichtiger wird a^r für den Prinzipal häufig die Frage sein, welche zivilrechtlichen Folgen sich für ihn aus der verübten Unredlichi- keir ergeben. In dieser Hinsicht ist folgendes zu bemerken: Zunächst kann es keinem Zweifel unterliegen, daß die Bestechung den Prinzipal zur sofortigen Entlassung des Angestellten bereckstigl. — § 72 H.-G.-B. bczw. §§ 123, 133 Gew.-Ord. — Weiter kann es evensoweuig zweifelhaft sein, daß der Angestellte dem Prinzipal beit Vorteil ausantworten muß, den er burch Bested)ung erhielt, denn er ist nach 8 667 B.-G.-B. verpflichtet, alles, was er aus der Geschäfts- besorgung erlangt, herauszugeben. Endlid) aber ist es klar, daß es sich um einen Verstoß gegen die guten Sitten handelt, und daher ist der Prinzipal gemäß § 826 B.-G.-B berechtigt, Ersatz des vollen Schadens, der ihm direkt oder Indirekt erwächst, sowohl von dem Angestellten, als auch was viel Wesentlicher ist, von dem Gegentonkrahenten, der fick) der Bestechmig schuldig geniadjt hat, zu beanspruchen.
Werden nur in jedem Falle alle diese schon heute Ms dem Gesetz siey, ergebenden Folgen der Bestechung be
achtet, so dürfte ein besonderes Gesetz in der Tat sich er» übrigen.Dr. jur. A.
Vermischtes.
• Das neueste Eisenbahnunglück. In dem Tunnel zwischen Cassin unb Aubagne (Frankreich) fand ein Zusammenstoß zwischen einem Expreßzuge unb einem Güter- zilge statt. Die Maschine bes letzteren würbe bemoliert, ber Ziigführer getötet unb ein Beamter schiver verletzt. Neisenbe kamen nicht zu Schaben.
' Jorbanivasser, die Flasche zu 15 Mark! Auf einen zum mindesten eigenartigen Geschäftsbetrieb, ber sich neuerbings in Berlin etabliert hat, macht ber „Reichsbote" aufmerksam. Das Blatt schreibt: In ben letzten Tagen ist, wie dem „(So. Kirchl. Anz." so and) uns eine Broschüre mit einem Anschrciben zugegangen von einer Firma: „Jordcm- lvasser-Vertrieb", bie bie Geistlichen für ihre geschäftlichen Interessen gewinnen will. Es berührt schon eigentümlich, baß bie Firma ohne einen Namen auftritt, aus bciu man ersehen könnte, wer hinter biesem Geschäfte steckt. Sie gibt sich mit dem Vertriebe von Jorbanwasser ab, bas in Flaschen zum Preise von 15 Mark ben Geistlichen zur Taufe der Kinder aus wohlhabenden Häusern angeboten wird. Die Firma weiß, daß sie ohne die Geistlichen in dieser Sache nichts erreichen kann, Saruin sucht sie die Pastoren zu ködern, nämlich diirch den Hinweis, daß sie einen erheblichen Teil ihres Reingewinnes der Berliner Synodal-Pre- digerwitwen-Kasse zuwenden wolle. Leider wird nicht gesagt, welchen Prozentsatz die Firma zu spenden beabsichtigt. Dauii aber wird noch den Geistlichen ein Extra-Angebot gemacht: nicht nur, daß sie selbst eine Flasche Taufwasser ohne Be- rechnimg zur Verfügimg gestellt befoinmen, nein, der Geistliche soll aiich noch an dem Gewinne partizipieren, indem ihm 4 Mark pro Flasche §ur beliebigen Verwendung in Aussicht gestellt werden. Dafür soll der Geistliche wohlhabenden Eltern bei der Anmeldung ber Taufe persönlich ober burch geeignete Personen: Küster, Kirchendiener usw. in geeigneter Form das Taufwaffer empfehlen. Ganz abgesehen davon, daß es bedenklich erscheint, daß durch den Kult mit diesem Taufwasser ein Geschäftsbetrieb ähnlich dem mit dem Lourdes- wasser, — das dabei wohl als Muster gedient hat, — inszeniert werden soll, ist auch in ber ber Reklame 'beigefügten Broschüre widerwärtig, daß ber bogmatische Artikel: „Was ist die Taufe?" mit ber geschäftlichen Reklame schließt: „Diese 9lnorbnung Christi behält ihre tiefe Bedeutung umsomehr, wenn ber göttliche Befehl, bie Taufe, mit Wasser aus dem Jordan vollzogen wirb." (!) Die Flasche Jordanwasser kostet 15 Mark. Man kann sich allein berechnen, was für ein Verdienst trotz der 4 Mark Provision, die sie dem Geistlichen bewilligen will, dabei für die Firma herausspringt. Wir hoffen, daß die Geistlichen dieses Ansinnen, das zudem noch ivieder eine soziale Ungleichheit in ihre Gemeinden hineintragen würde, kurzerhand als Unfug zurückweisen werden.
• Sprüche im Anwaltszimmer. Auf eigenartige Weise ist das Anwaltszimmer im neuen Justizgebäude in Rubolstadt dekoriert. An ben Fensterkreuzen unb Garberobenschränken sind hübsche Verse angebracht, von denen einige, die nicht nur für Anwälte Bedeutung haben, hier wiedergegeben seien:
Kreuch' bald ins Bett, fang zeytig an, Du mußt eyn klares Köpflin han. Schwankst zwischen Neigung du und Pslick)t, Hord) auff, was deyn Gewissen sprick)!. Führ deyne Sack)e gut oder schled;t, — Der Menge machst dus niemals recht. Die arme Eh' bringt wahre Freud' Erst wanns Gericht sie wieder scheidt. Verlierst du, laß keyn Tränleyn rinnen, Zwo können nit zugleyd; gewinnen.
Prozeßstoff ist eyn Hauffen mist, Dareyn eyn Körnleyn Rechtens ist. Deyn Maul muß wie eyn Mühlwerk gähn. Willst bit beim Volk in Achtung stahn. Sei immer höflich vor Gericht — Tas Zähnefletschen lohnt sid) nicht. Schnäuz' niemals deynen Gegner art, Er ist wie du eyn braver Mann.
Das letztere könnten sich auch die enragierten Anhänger politisd)er Parteien merken!
'"KleineTageschrouik. Ein seltsamer Vorfall hat sich in der Irrenanstalt Friedrid)sberg bei Hamburg ereignet. Eine Irrsinnige kam der Gasflamme zu nahe und verbräun l e unbemerkt. Erst einige Zeit spater wurde der verkohlte Leichnain aiiigenmben. — Ain 16. April ertranfeu auf dem Kamminer Bodden (Pommern) infolge Kenterns eines Bootes vier Personen: der Betriebsleiter der Stettin-Griftower Zementfabrik Dr. Seidel, der Buchhalter Riedel von derselben Fabrik und zwei Fährleute. — DerFletschermeister Adamski in O b orn i k, der den Raubmörder RosinSky festgenominen hatte, erhielt eine aus Berlin abgeftempelte Postkarte, in der ihm angedroht wird, daß er, bevor Rosinsky hingerichtet wird, nicht mehr unter den Lebenden weilen tverde. — Ein Großseuer hat den Ort Rabitz bei Oswiecim (Oberschlef.) fast völlig eingeäfchert. 50 Wohnhäuser und Nebengebäude sind abgebrannt. Zwei Frauen unb drei Kinder sind in den Flam m en u m g e k o m m e u. Es herrscht großes Elend, da fast alle Familien obdachlos getvorden sind.
Zur Nttiversrtäts- und AbiturienLenftatistiL.
Der gegenwärtige Zeitpunkt, wo die Reifeschüler ber höheren Lehranstalten zum Hochschulstudium übergehen, ist besonders geeignet zur Mitteilung der Hauptergebnisse der statistischen Erhebungen, die Geheimrat A. Tilmann, vom prenß. Unterrichtsministerium veröffentticht hat. Die Gesamtzahl der Theologen auf den preußischen Universitäten ist im Laufe der letzten vier Jahre (seit dem Wintersemester 1902/03) von 1986 auf 1795, oder in Prozenten der gesamten Studierenden von 13 Prozent auf 10 Prozent jurücfgegangen, obivvhl die Zahl der ersten unb zweiten Semester (kurz als Füchse bezeichnet) in diesen Jahren ziemlich die gleiche geblieben ist (14 Prozent aller Füchse). Die Gesamtzahl ber Juristen betrug im Wintersemester 1905/06 6202 gegen 5595 im Wintersemester 1902/03, dem Prozentsatz der gesamten Studierenden nach aber seit 1902 stets 36 Prozent. Auch für das letzte Jahr ist die Beobachtung 511 machen, daß die Beteiligung der Juristen an dem studentischen Nachwuchs n a ch l a ß 1, denn die Zahl der Füchse betrug in dieser Fakultät in den letzten drei Jahren 1286, 1467 und 1074 (36 Prozent, 31 Prozent, 32 Prozent der gesamten). Die Gesamtzahl der Mediziner ist von 2418 im Wintersemester 1902/03 auf 2017 im Wintersemester 1905/06 zurück- gegang en, von 16 Prozent aus 12 Prozent der Gesamtzahl der Studierenden, und die 374 Füchse des letzten Jahres machten 11 Prozent der gesamten Füchse aus. Der stete Rückgang, von dem im vorigen Jahre zu berichten war, ist hier zum Stillstand gekommen. Bei der philosophischen Fakuliät liegt wiederum ein Steigen des Nachwuchses im Berlstiltnis zu ihrer früher en StudentenMhl yor. Ihr gehörten im letzten Winter-
Halbjahr 7332 Studierende an, 42 Prozent der Gesamtzahl, gegenüber 5415 (35 Prozent) im Jahre 1902/03. Dennoch ist die Zahl der ersten und zweiten Semester zurückgegangen. Diese betrug im abgelaufenen Stirdienjohr 1468 gegen 2278 int Jahre 1904/05, 43 Prozent gegen 49 Prozent der gesamten Füchse. Geheimrat Tilmann hebt als charakteristisch hervor, daß das Studium der klassischen Philologie unb des Deutschen, das in den letzten Jahren so stark gestiegen ist, im letzten Jahre noch eine lueitcre Steigerung erfahren hat. Folgende Zahlenreihen seien hier zusammengestellt:
woraus sich für die juristische Fakultät
vorn Gymnasitmt vom Realgymnasitnn von der Oberrealschnle
1904/05 87 pCt. 10 pEt. 3pCt.
1905/06 84 pCt. 11 pCt.
5 pCt.
1903/04
90 pEt.
8pCt.
2 pCt.
1. Gesamtzahl der Altphilologen in den Wintersemestern von 1902/03 bis 1905/06: 1129, 1496, 1901, 2383, ober 7 Prozent, 9 Prozent, 11 Prozent und 14 Prozent der Gesamtheit. Anzahl der Füchse in den Jahren 1903 bis 1905: 411, 748, 566, ober 11 Prozent, 16 Prozent unb 17 Prozent aller Füchse.
2. Gesamtzahl ber Neuphilologen in derselben Zeit: 1190, 1221, 1296, 1319, d. i. überall 8 Prozent der Gesamtheit der Studierenden. Anzahl ber Füchse: 268, 418, 242, d. i. überall 7 Prozent der gesamten Füchse.
. . . , ..... ... eine weitere, wenn auch
langsame Vermehrung des realistischen Elementes int Nachwuchs ergibt. In denselben Jay-ren waren in der medi-
3. Gesamtheit der Mathematiker unb Naturwissenschaftler: 2133, 2179, 2197, 2163, ober 14 Prozent, 14 Prozent, 13 Prozent und 12 Prozent ber Gesamtheit. Mzahl der Füchse: 480, 635, 369, b. i. 13 Prozent, 14 Prozent unb 11 Prozent der gesamten Füchse, also ein starker Rückgang.
Auch die Verteilung des studentischen Nachwuchses auf die drei verschiedenen S cb n l g a11 u n g e n liefert interessante Zahlenreihen. Tilmann berechnet an Füchsen bei den Juristen: in ben Jahren
zwischen Fakultät vom Gymnasium 90 Prozent, 89 Prozent und 91 Prozent, vom Realgymnasium 10 Prozent, 11 Prozent und 9 Prozent aller Füchse, so daß hier zunächst von einer weiteren Vermehrung des realistischen Elementes nicht geredet werden kann.
Handel und Verkehr, Volkswirtschaft.
** Konkurse in Hesse n. lieber das Vermögen des Karl N ö h r b a ß L, Ackersmann, und seiner Ehefrau Elisab etha, geb. Hinkel, beide in Wolfsheirn, wurde am 27. März, nachmittags 5,1/4 Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Referendar Heinrich Keil in Wörrstadt wurde zum Konkursverwalter ernannt Kvnkursforderungen sind bis zum 28. Mai 1906 bei dem Amtsgericht Wörrstadt cmzumeldn — lieber den Nachlaß des verstorbenen SchreinermeisterS Adam E u t e n m ü l l e r III. zu Brensbach wurde am 30. März, itacbm. 44/2 Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Am end in Reinheim wurde zum Konkursverwalter ernannt, ^lonkursforderungen sind bis zum 20. April 1906 bei dem Amtsgericht Neinheim anzumelden. — lieber das Vermögen des Landwirts Balthasar Walter III. in Münz enber g wurde am 6. AprU nach-m. 4 Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Ohnacker in Butzbach wurde zum Konkursverivalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 25. April 1906 bei dem Amtsgericht Butzbach anzumelden. — lieber das Vermögen des Julius Peters j r., Inhaber der Firma „Dampsziegeliverke Wetterau" in Massen- heim, wurde am 12. April 1906 Vvrm. 83/4 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Heyl in Vilbel wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkürsfvrderungen sind bis zum 2. Juni 1906 bei dem Amtsgericht Vilbel anzumelden.
Märkte.
— Bleichenbach, 17. April. Der heutige Ostermarkt war gegen frühere Jahre außerordentlich stark mit Schweinen befahren; besonders waren Händler als Käufer vertreten, sodaß in ganz kurzer Zeit fast sämtliche Zufuhr aufgefauft war. Die Preise waren red)t hoch, bis 65 Niark wurden das Paar Ferkel im Alter von 6—7 Wochen schnell verkauft. Die Verkäufer haben eben gute Zeiten. Tie Preise für Fettvieh sind im Rückgang begriffen, 68 Pfg. pro Pfund Schlachtgewrcht werden gegenwärtig von den Metzgern bezahlt. Zwar merkt das PubliUnn von rückgängigen Ladenpreisen nod) ferne Spur.
)( Snubadj, 17. April. Der alljährlich am dritten Oster- feier tag hier stattfindende Schweinemarkt hatte einen starken Auftrieb zu verzeichnen, mit etwa 250—300 jungen Schweinen war der Markt befahren, die alle zu guten Preisen Absatz fanden. Bezahlt wurden für 1 Paar sechswöchige Ferkel 70—80 Mark: für sechsmonatige Einlegeschweine wurden pro Paar 130 Mark erzielt. Nur 3 Händler waren erschienen, ben größeren Teil bet Verkäufer bildete bie Landbevölkerung aus der Umgebung.
Aurverfitäts-Naeh rieten.
— Ober-Medizinalrat Professor Dr. Sd)inorl in Dresden wurde auf fein Ansuchen von ber Verpflichtung zur Hebern ahme der ihm übertragenen ordentlid)en Professur der pathologischen Anatomie an der Universität Freiburg i. Br. entbunden und an dessen Stelle Professor Dr. Ludwig Asdioff in Marburg zum ordenttichen Professor der pathologischen Anatomie in Freiburg ernannt. Dr. Ajd)oss ist dadurch Nachfolger des verstorbenen 6)eh. Hofrats Professor Dr. Ernst Ziegler.
GijeuvaL-tt-Sestuug.
— D i e M ä r z e i n n a h m e ist im Bereich der P r e u ß i f ch - H e f f i f d) e n E i f e n b a h n g e m e i n s ch a f t wieder ganz autzer- gewöhnlicki gewesen. Sie beträgt, wie wir hören, rund 15 Atillionen Mark mehr wie im Atärz des Vorjahres. Danrit liegt jetzt auch das EinnahineergebniS für das ganze Rechnungsjahr 1. April 1905 bis 31. März 1906 vor. Nicht weniger ivie rund 105 Millionen Mark beträgt bie Mehreinnahme bes Etatsjahres 1905 gegen den Etatsvoranfchlag und rund 123 Millionen Mark gegen baS Borjabr 1904. Die Einnahmesteigerung im Personen- und Güterverkehr beträgt im Jahre 1905 gegen 1904 nahezu 8 Prozent. Das erscheint aud) erklärlich, wenn in Betracht gezogeii wird, daß im März d.J. gegen den Parallelmonat des Vorjahres die Wagenstellung ün Ruhrrevier um 13,5 Prozent und im oberschlesischen Revier um 16,2 Prozent gestiegen ist. Tie Ausgabe steht zwar für 1905 noch nicht fest. Nach allem aber, was darüber bekannt geworden ist, darf man ivohl aiinehnicn, daß die großen Erwartungen, welche der Vertreter des Eisenbahnministers bei den jüngsten Verhandlungen im Abgeordnetenhause auf das Finanzergebnis der preu- ßifchen Staatsbahnen für 1905 gesetzt hat, voll erfüllt, vielleicht sogar voii der Wirklichkeit nock) übertroffen iverben._
Eingesandt.
(Für Form unb Inhalt Cher . :.il. . i. i.. Jnbrif stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber kemerlc,
Verantwortung.)
Durch die jetzt allgemein in Angriff genommene Hausem- wäsfernng dürfte der W a s s e r v e r b r a n ck; bedeutend st e tfl e n, mindestens auf das Doppelte, wenn liicht mehr; es ist wohl oie Bitte an bie Stadt gerechtfertigt, in Anbetracht des großen Ver- brallchs ben Preis bes Waffers h e rnn terzu f etz en. Die Hausbesitzer haben bnrch die Anlagen selbst bedeutende ^")ÜEN, aiißerdem ist der Preis von 25 Pfg. zu hock), ivähreiid das Gas, das bock) große Herstellungskosten erforbert, bedeutend billiger isl.
für ist
schwächt Hausens Kasseler Kiitder Hafer-Kakao
— wie auch für junge Mädchen — das bewährteste «7 Kräftigungsmittel, um der Blutarmut, Bleichsucht oder ja schlechtem Aussehen entgegen zu wirken. Kaffee u. Theo sind fast wertlose Getränke, während Hausens Kasseler Hafer-Kakao noch nach Stunden im Magen anhält u. kein nervöses Hungergefühl aufkommen lässt.
Nur echt in blauen Kartons ä 1 Mk., niemals lose. •


