Gruppen in Gießen wieder gelingen, sich auf einen gemeinsamen Kandidaten zu einigen. Es werden da wohl noch lebhafte und eifrige Verhandlungen von nöten fein. Der Fall Eißncrt ist ja nun erledigt und bietet ver- tmtl(icl) feinen weiteren Konfliktsstoff mehr, namentlich nicht für die ReichSpolitif. Sollte eine Einigung nicht erzielt werden, dann wird die Sozialdemokratie allein sich in§ Fäustchen lachen und die Liberalen alle miteinander iverben alle ihre Mühen umsonst aufwenden.
'N ber die NeichslagsanffSs.ivg schreibt die reichsossiziöse ,97orbb. Allgem. ßtg.4 in einer Sonderausgabe:
Der Reichstag ist der Auflösung verfallen, weil seine Mehrheil den verbündeten Regierungen die Mittel ?ur Erfüllung einer nationalen Aufaabe versagt hat. / Durch die ^tblehnuna der für die Zukunft Südwestairikas unerläßlichen Forderungen ift Teutsehlands Stellung in der Welt emvfindlieh getroffen worden. Sache des deutschen Volkes ift es, darauf Antwort zu neben. Schwer genug toieat schon, was im nationalen Besitzstand Südwestafrika durch sieh selbst bedeutet, was es uns geworden ist durch das Blut der ermordeten deulfehen Männer und Frauen, durch die schiveren, lungebungsvollen Kämpfe unterer Truvpen, durch die Leiden und den Heldentod fo vieler Braven, und was es uns, naeb dem Urteil aller Kenner des Landes, wirtschaftlich noch werden kann. In dein IHunenblkr, da über der Zukunft dieses so teuer erfoufien Sdnitzgebiekes künftigere Sterne entgehen, die von den Sachverständigen für unentbehrlich erklärten Streitkräfte willkürlich zu verringern, heißt, unter den gegenwärtigen Umständen die fmun gesicherte Kolonie neuen (ft e* fahren ausset; en und den Maßregeln zur endgültigen, frucht» bringenden Aneignung unteres südweftafr. Besitzes von vornherein das Rückgrat b r e d) c n. Es bandelt sich aber nicht bloß um Südwesta'rika, wie wir dort burd)()o(ten, ob wir mit zäher £?pfer» Willigkeit vorwärtsgehen ober nad) kaum erreichter Beteiligung bei größten Gefahr wieder ermatten; es i'"t bei der heutigen volitifdien Gesamtlage uns selbst und unteren Mitbewerbern im überseeischen Wettkampf zum Prüfstein dafür geworden, ob D e u t f d) I a n b überhaupt der Entwicklung aus einem europäischen Großstaat zur Weltmacht fähig ist. Unter inneren Augen vollzieht sich, von verschiedenen Seiten her, ein kraftvolles Ausgreisen auf die von der Kultur noch nicht eriddoftenen Gebiete; wir erleben als Zeitgenossen den A n f s ch w u n q des b r 11 i t d) e n , amerikanischen und japanischen Imperialismus. F r a n f r c i ri> gründet ohne Zaudern und Rnautem em riesiges Kolonialreidi in Afrika und Deutschland toll nicht einmal in energifeber Behauptung und Verwertung des Grivorbenen S di r i t t halten dürfen? Für die verbündeten Regierungen, für den Reichskanzler gab es in dieser Frage fein Paktieren. Ehe die Mehrheit des Reichstags ben ablehnenden Beschluß faßte gegen die Minderheit, in der die Rechte, die Ratioiialliberalen und die bürgerliche Linke zusammenstanden, madrte Fürst Bülow nochmals das Haus auf die schweren Konseguenzen ailfinerksam. Freimütig imd fest erklärte er, daß hier nidjt der Kamps zwisdien var° lameutarisdiem und pcrtönlid)cm Willen geführt werde, sondern eine setbstveistündliche Pflidlt die fßcibünbeten Regierungen nur einen einfachen und geraden Weg iveise. »Niemand drängt midl, niemand schiebt mich — und, wenn Sie wollen, so haben Sie die Krisisl* — Trotz des Ernstes dieser Ansage blieb bic aus dem Zentrum und den Sozialdemokraten beftehenbe Mehrheit in dieser dem deutschen Volke an das Herz und die Ehre gehenden Sache bei ihrer kleinmütigen verbissenen Ablehnung. Tie Nation hat zu entscheiden, ob sie sieh solche Vertretung ihrer Interessen und ihres Ansehens gefallen lassen will.
Sehr bemerkenswert ist die Aeußcrung de§ führenden deutschen Zentrii ms bla tte 8, der »Köln. Volksztg.*. Sie meint, daß es sich um die eigen Ft e Entschließung des Kaisers handelt, eine jener Entschliesitingen, die nach so manchen Erfahrungen in ihrer Plötzlichkeit nicht mehr überraschen könne. Das Volk habe bei den Neuivahlen nicht nur zu entscheiden, ob 7000 Mann in Afrika stehen, sondern, ob die Volksvertretung unter allen Uinftänben verpflichtet ist, zu bewilligen, roa3 die militärische Konimandogewalt, sowie die Gouverneure in Afrika fordern, wodurch die Volksvertretung zur einfachen GeldbewilligungSmaschine herabgedrücki werde. TaS Blatt sieht der Zukunft mit Vertrauen entgegen; das Zentrum sei gerüstet.
. AuS Berlin wird dagegen der ,Frkf. 3tg/ u. a. folgendes geschrieben:
Man muß nach dem, was sich inzwischen und heute ereignet hat, annehmen, daß Bülow dieses System des D i p l o m a t i - fiercn§ mit und zwischen den Parteien, dieses notdürftige Zusammenbrmgen von Mehrheiten von Fall zu Fall, bei welchem das Zentrum zu immer größerem Einfluß gelangt ist, satt hat; bas; er, nicht mehr eine Politik betreiben will, bic zum guten Teil auf einer zu hoher Vollenbimg getriebenen, in ben po* litifdjeit Dienst gestellten Technik der Liebens Würdigkeit beruhte. Er hat den Gedanken der Notwendigkeit der Auslöfung des Reichstags fd)ou seit mehreren Tagen gehabt und hat ihn nut einer Entschlossenheit durchgeführt, die ihm früher niemand zngc° traut hatte. Er bat heute von dem albernen Wort: Nur feine inneren Krisen! gesprochen. Sollte es neben dem liebenswürdigen Diplomaten Bülow vielleidjt noch einen andern geben, der s i di der Durchführung von K r i f e n f ü r gewachsen hält? Es gibt Leute, die behaupten, diese Doppelnatur in ihm zu kennen. Wir maßen uns fein Urteil an, der Erfolg muß cs zeigen. Mil befonberer Schärfe Hat Bülow bereits betont, daß er nicht vom Kaiser geschoben ist, baß es sich um keine Frage bes persönlichen und militärischen Regiments Handelt, und daß er nach reiflicher lieber- legung als verantwortlicher Leiter handle und den Willen der Verbündeten Negtermigen ausführe. Wir haben Grund zu glauben, daß das richtig ist. Ter Kaiser war in dieser ganzen Cache nicht der Treibende, wie bis heute noch in politischen Gesprächen viel<ad) angenommen wurde, in Gesprächen, bei denen die Ansicht zu Grunde lag, baß Bülow so scharf habe vorgehen müssen, um sich in seiner Stellung zu halten, ober daß er in Schönheit sterben und sich einen hervorragenden Abgang sichern wolle. Wir glauben beides nicht, aber die letzten Beweggründe sind allerdings erst klar, wenn man nicht annehmen will, daß Bülow mm eine zweite Aera seiner Kanzlerschaft, die des starken Mannes, eiazuleiten gedenkt.
Wir teilen vorerst, wenn wir die ganze Vergangenheit der Bülowschen Kanzlerschaft m§ Ange fassen, die Ansicht der Köln. Volksztg., der Kaiser fei allein die treibende Kraft auch bei dieser überraschenden und nach der gewundenen Regierungserklärung in Sachen der Fleischteuerung doppelt gewagten NeichstagSauflösung und Herausforderung des Volkes.
Die klerikale „Germania" schreibt:
„Das Zentrum wird die Verantwortung für sein Verhalten tragen können. Es hat nicht die Kolonien preisgeücn wollen, sondern nur darauf bestanden, daß die Regierung endlich den ernsten Willen betätige, der Geld- und Menschenver- schwenduna ein Ziel zu setzen. Es konnte nicht so weiter gehen mit der Geldverschwendung, und die Wähler werden l-osfentlich Verständnis haben für die Parole: Endlich eine gesunde Finanzpolitik!"
Die freis. »Voss. Ztg/ schreibt:
„Ob dem Reichskanzler der Entschluß, das Zentrumsjoch ab- zuscbütteln, früher ober später gekommen ist, er wird in weiten Kreisen des Volkes ebenso freudigen Beifall finden, wie gestern aus den Tribünen des NeiäMages. Es geht wie ein Gefühl der Befreiung und Erleichterung durch das
Volk, daß dem Zentrum di« Stirn geboten wird. Welche Folgen sich daraus ergeben werden, muß die Zukunft lehren: in jedem Falle wird die bürgerliche Linke, die sich einer neuen Situation gegenüber sieht, ihre Pflicht tun und ihre ganze Kraft einsetzen, nicht nur um sich zu behaupten, sondern um eine solche Stärke im Reichstage zu erlangen, daß ihr ein gebührender Einfluß a u f Gesetzgebung und Verwaltung nicht verweigert werden kann."
Tie „Freis. Ztg." bemerkt, daß vom Zentrum allein Präsident Graf Ballestrem bei der Abstimmung über den freisinnigen Antrag einen weißen, also zu st im in e n d e n Zettel abgegeben hat und sie schließt ihren Artikel: Tie freisinnige Volkspartei vertraue darauf, daß die Wähler ihren Standpunkt rechtfertigen und dafür sorgen werden, daß in den neuen Reichstag eine verstarkte Zahl freisinniger Männer gewählt werde zur Vertretung wahrhaft nationaler, kultureller und freiheitlicher Anschauungen.
Die antts.-alldeutsche „Deutsche Ztg." schließt ihr Stimmungsbild über die gestrige NeichStagSsihung: Der Mut ist gewonnen, die Tat ist getan: nun walte es Gott und der deutsche Geist!
Tie .T ä g l. Rund sch nit1 schreibt:
„Die Regierung hat ihre Schuld'gkeit getan, nun muß das Volk das ©einige tun. Wie auch die Wahlwür'el fallen, ein Gewinn bleibt sicher, nämlich der, daß mit der schleichenden Zentritmsherrschaft und der heimlichen Regierung deS Ultramontanismus, mit dem feigen C i ch d u ck e i vor der ausschlaggebenden unüberwindlichen Partei cs v o r ü b e i ist."
Aus Paris wird gemeldet:
Die Auflösung des Deutschen Reichstags wurde chier gegen 7 Vhr bekannt, a's gerade die Kammersitzung, geschlossen werden sollte. Iaurös rief: „Das i st ja Wahnsinn! Das kann nicht sein?" Als ihm die Tatsache bestätigt wurde, fuhr er fort: „Ich verstehe hie Absicht der Regierung nicht; sie wird bei den neuen Wahlen die bereinigte M acht von Zentrum und Sozialdemokraten gegen sich haben. Ihr seht, wie idj Recht hatte, a's ich zur Vrsicht in politischen Unternehmungen gegenüber diesem Lande riet!"
Ter französische Sozialistenführer dürste so unrecht nicht haben, wenn nicht die gesamten bürgerlichen antiklerikalen Parteien einmütig auf dem Kampfplätze auf- marschieren I
Kirr §d?lsteln der deutschen Geschichte!
Die „Nationalztg." Pont 14. b. M. erklärt in ber Lage nr sein, aus bent nichtverösfentlichten Teile ber Denkwürdig- fetten bcs Fürsten Chlodwig zu Hohenlohe folgendes Faktum mitzuteiien: Eine Tagebuchnotiz Hohenlohes stellt im Zusammenhänge mit der Aufzeichnung über die Militärvorlage des Jahres 1893 fest, baß Papst Leo XIII. Pom Kaiser Wilhelm ein Gelbgeschenk in Höhe Don 500 000 Francs w ü n s ch t e. Fürst Hohenlohe würbe um seine Ansicht befragt unb erklärte sich bamit einverstanden, baß das Geldgcsckwnk gewährt werbe; Fürst Hohenlohe riet jedoch, dem Papste das Geldgeschenk erst zu geben, nachdem die Militärvorlage eingenommen worden sei, es aber sosort in Aussicht zu stellen; vorläufig sollte General v. Loe dem Papste einen Edelstein überreichen!
Diese Nachricht, die uns drahtlich aus Berlin übermittelt wird, — das Blatt kann uns erst heute abend vorliegen — ist so haersträubcnd, daß wir sie gern noch mit einem großen Fragezeichen versehen ntöchten. Also um 5 0 0 0 0 0 Francs wäre im Jahre 1893 die Zustimmung des Zentrums zur Militärvorlage von der Regierung erkauft worden!?! Und der Papst hätte varsöulich einen kaiserlichen Edelstein erhalten zur Belohnung für die durch Geld erTiufte Willfährigkeit feiner Zentrumshcrbe!?! Wenn sich diese Meldung wirklich bewahrheitet, wenn die „Nat.-Ztg.", wahrlich ein ernsthaftes Blatt, das eine Meldung von so immenser Tragweite niemals der Well unterbreiten würde, wenn sic nicht aus allerbesten Quellen schöpfen kann, tnnn ist der Vatikan unb seine gesamte Anhängerschaft an ben Pranger gestellt wie nie zuvor in der Geschichte bes neuen beutschen Reiches. Ter Papst läßt es sich teuer bezahlen, bevor er seine An häng er im beutschen Reiche der Negierung gefügig macht, bevor bic Mitglieder einer deutschen politischen P a r t e i sich zur Wehrhaftmachung des deutschen Reiches, ihres Vaterlandes, ihre Stimme in die Wagschale werfen. Angesichts einer solchen nichtswürdigen, einer so erbärmlich niedrigen Gesinnungslosigkeit, einer so absolut vater- landslosen, ehrlosen Handlungsweise wäre es freilich die oberste Aufgabe des gesamten wahrest deutsch gesinnten, sein Vaterland wahrhaft liebenden und ihm bis zum Tode treuen Volkes, eine solch« im Vaterland sich breit machende Partei zu bekämpfen bis aufs Messer! I
Gewiß, auch jene vorsichtig nachher zahlende Regierung, die sich die Stimmen einer großen Partei erkaufte, verdiente keine Achtung. Aber .Hohenlohe ist tot, unb vielleicht zeigt sich Bülow boch als ber starke Mann, ben manche fefon heute in ihm zu sehen glauben. Wir werben ja sehen, was die „Rorbd. Allg. Ztg." biet’u sagen wirb, unb was bie Zentrumsblättcr ber „Nat.-Zta." crwibetn werbe. Kommt es jetzt wirklich angesichts solcher Tinge zu einem Kampfe gegen bes Zentrum, gegen bas Papsttum auch in Deutschlanb, bann soll es ein frisch-fröhliches Jagen geben. Vorerst aber wollen wir an solchen an Vaterlanbsverrat nahezu ftreifenben Frevel einer großen beutschen Partei noch nicht glauben.
• parlamentarisches.
Berlin, 13. Dez. Die Bubgetko mmission des Reichstages, welche die Verhandlungen über den Bahn bau Kubub — Ketmanshoop fortsetzte, wurde heute durch einen von der gesamten Zentrumsfraktion gestellten Antrag überrascht, der die B e w i l l i g n n g d e r B a h n ausdrückt, aber unter der Bedingung, daß die Bahn Pom Schutzgebiete selbst gebaut wird unter Kreditgewährung durch das Reich. Der Antrag enthält weitere Bestimmungen über die Landfrage, bie von einer Reihe von Parteien für unannehmbar erklärt wirb. Nach längeren Verhandlungen wurde ber Zcnlrumsantrag betreffs ber Laridrage abgelehnt, im übrigen aber ber Entwurf bcs Zentrums angenommen.
Ausland.
Paris, 13. Dez. Senat. d'Estournelles de Constant ersucht den Marineminister um Auskunft über den Flotte n b a u p l a n. Er sucht nachzuweisen, das; die hochbordigen Schisse nur der Eroberungspolitik dienen könnten, die nicht die Politik Frankreichs sei. Er glaube, daß im Falle eines Konflikts mi tDeutsch- land die deutschen Panzerschiffe sich nicht der Gefahr inmitten der französischen Verteidigungspunkte aussetzen würden. Redner glaubt, daß die Regierung das Land täusche, wenn sie auf das Beispiel anderer Nationen Hinweise, da sie das Land darüber in Unkenntnis lasse, daß England, Deutschland, Italien und die Vereinigten Staaten es müde geworden seien, ihre Schiffsbau t e n zu vermehren. Tie Regierung möge sich mit den andern Ländern ins Einvernehmen setzen, um die Rüstungen einzuschränk en. Deutschland könne sich dem Abkommen der ganzen Welt nicht widersetzen.
Rom, 13. Dez. Bei der Erörterung der Vorlage über die außerordentlichen militärischen Ausgaben in der Kammer erllarte Ferri, die sozialistische Par
tei werde das Kriegsbudget nicht um einen Pfennig ver^ mehren, aber er wolle das Gerücht zurückweisen, daß seine Partei das Vaterland mißachte. Wenn es sich um hohe Zutunftsideale handle, mache sie keineswegs Abstriche von den Erfordernissen der gegenwärtigen Stunde. (Beifall.) Das Haus nahm sodann die Vorlage an.
Budapest, 13. Dez. Oesterreichische Delegation. Kramarz vertritt die Ansicht, daß Deutschland einzig und allei*n auf Oesterreich-Ungarn angewiesen sei. Es rühre an den Interessen aller Staaten Europas, nur Oesterreich verschließe sich die Augen. Kre.marz ergeht sich sodann in einer abfälligen Kritik der deutschen Polenfrage. Dobernig betonte die freundschaftliche Zusammengehörigkeit der Deutschen Oesterreichs mit denen jenseits ber Grenze. Straucher billigt die Dreibunds-Politik.
llonctli t l'rbfrüd't brr tordällr in (Liti tn.
Monat November 1906.
Einwohnerzahl: angeumnmru ut 29 500 (infl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 21,5 O,00, nach Abzug von 21 Ortsfremden: 13,0 7™.
Kinder
Es starben cm: Zusammen:
Erwachsene:
1. L
im ebensjahr: 2.-
vom
-15. Jahr
Tuberkulose der Vunnen
7(3)
6(2)
1(1)
Tuberkulose anderer Organe
3 (1)
3 (1)
_
Lungenciit nndiing
4(1)
2(1)
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Herzkrankheit
6(3)
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"Dianen- und Tarm- kalarrh
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1(1)
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aiid. Krankheiten des Darnis u. d. Leber
5(2)
3(1)
1
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Nierenentzündung
1
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1
Neubildimgen
5 (4)
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Tödi. Körperverletzung 1 (1)
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Verunglückung
3(3)
1 (1)
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2(2)
Kindbctisiehcr
1
1
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and. Krankheiten
15 (D
8(1)
6
1
Summa: 53 (2?) 37~(16) 10(1) 6(4)
A n in.: Tic in Klainmcrn gefetzten Zistern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gienen gebrachte Kranke kommen.
^Kleine Tages ebron'k Der Sparkassenrendant Müller in Rohnsdorf bei Elberfeld wurde wegen Unter« i d) l a q ii n g von annähernd 100 <>00 Mark verhaftet.
Handel und Verkehr, Volkswirtschaft.
Frankfurt a. M., 13. Dez. Die seit dem Jahre 1874 bestehende Firma Gebr. Neustadt geht Ende dieses Jahres an bie Diskontogesellschaft über.
Europäische Petroleum-Union G. m. b. H., 53er- l i n. In Lonbon wird bie Verschmelzung ber General-Petroleum- Co. und ber Consolibateb Petroleum-Co. durchgeführt werden. 93eibe Geseilscbafteii stellen Ver?aufsorganisatst>nen bar unb zwar bie General für bic beutschen Lctroleuminteressen unb bie Consolibateb für bie russischen. Es entspricht bies dem Programm ber Union, alle größeren Verkaufsorganisationen in Europa mit Ausnahme ber von Amerika resorbierenden in ihrer Hand zu vereinen. Gleichzeitig stcht^bie aus der Petroleum-Produite Akt.- Gcs. unb der Deutsch-russischen Navhth.i-Janvvrtqesellschast vorgegangene Deutsche Pctroleumvcrkaufsgcscllschaft m. b. S. int Begriff, ihren Sitz von Bremen nach Hamburg zu verlegen unb einer Ausgestaltung ihrer Einbringen vorzunehmen. Nach ber „Fr. Z." ist es nicht unmöglich, baß dies eine Vermehrung ihres Stammkapitals von zurzeit 10 Mill. Mk. zur Folge bat. Da bie Europäische Petroleum-Union die Anteile bicser ihrer Untergescllschast ins Portefeuille zu nehmen gebenkt, werben biefe Transaktionen weiterhin auch eine Erhöhung bes Stammkapitals ber Union nach sich ziehen, unb zwar bürste sich bieses bann auf 30—35 Mill. Mk. stellen gegenüber berzeitigen 20 Mill. Mk.
Amerikanischer Ge treibehanbel. Die Importeure von amerikanischem.Getreide sind gegen Verfälschungen völlig wehrlos. Die schlauen Dankees erkennen weder eine Erfatzpflicht noch ein Schiedsgericht an. Die Ware kommt nicht zu selten in einen bedenklichen Zustand in den europäischen Häfen an. Da man bei uns wenigstens die amerikanische Rücksichtslosigkeit nicht mehr weiter hingehen lassen will, hat die gegenwärtig vom Deutschen Handclstag cinberufene internationale (ftetreidekonferenz sich mit der Angelegenheit beschäftigt. Einstweilen ist man zu dem Beschluß gekommen, die vom Verein Berliner Getreide- unh Produktenhändler ausgearbeiteten Entwürfe für einen Mais- kontrakt und einem Kontrakt für anderes Getreide durchzuberaten und dann in einer gemeinsamen Konferenz mit den englischen Interessenten endgültige Beschlüsse zu fasien.
Mrchliche Nachrichten,
Evangelische Gemeinde.
Sonntag, den 16. Dezember, 3. Advent.
In der Stadtlirche.
Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer D. Schlosser.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die MatthauSqememd«.
Pfarrer D. Sch lofser.
Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe.
Beidste und heiliges Abendmahl siir die MarkuSgemeinde, wozu besonders auch die kousirmierte Inqcnd eingelabcn wirb. Aumcldimqen vorher bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten.
Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten mäimlidjen Jugend ber Matthänsgemeinde.
Tonncrstag, den 20. Dezember, abends 8 Uhr, im Matthäus--- fetal, Kirchstr. 9: Sibel ft unb e. (Ostcnb. Johs. Kap. 10 u. 11.) Pfarrer D. Schlosser.
In der IohanueSkirche.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Krau s.
Vormittags 11 U h r: Kinberkirche für die Johanne-- gemeinde. Pfarrassistent Steiner.
Abends 5 Uhr: Pfarrer Euler.
Beichte und heiliges Abendmahl für die Lnkasgemeinde, wozu besonders auch die konfirmierte Inqcnd eingeladen wirb. Anmeldungen vorher bei dem Psarrer erbeten.
Katholische Gemeinde.
Samstag, den 15. Dezember 1906:
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beidste.
Sonntag, den 16. Dezember 1906:
8. Adventssonntag.
Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur hell. Beichte.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Mestc, vor tmb in derselben Austeilung der hc^. Kommunion.^
, um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe. MilitärgotteS- dicnst mit Predigt.
, um 91 /, Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 4’/, Uhr: Sakramcutalifche Bruderschafts-Andacht. „ um 5 Uhr: in der alten Kirche — Verteilung der Weihnachtsgabcn an arme Kinder der Gemeinde.
Marke „Wildfeuer“ feinste 6 Pfg. Zigarre!
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