verwundert blickten heute Fluß, Felsen, Türme und bewaldete Höhen auf all das geschäftige, bunte Treiben und festliche Tun, das, ungewohnt, in diesen Tagen die Mauern unseres Städtchens und das enge, reizende Lahntal erfüllte. Hier, wo einst der streitbare Stamm der Chatten jagte, wo dann das fremdartige Leben der römischen Legionen herrschte, iüo nach der Zertrümmerung der römischen Herrschaft das Christentum einzog, wo im Mittelalter, im 30jährigen Krieg und in den Kriegen vor ca. 100 Jahren oft Kriegsnot und Brandschatzung wütete, da hielt heute zum erstenmal ein Hohenzollernprinz seinen Einzug, um dem Ehrentage der Stadt die rechte Weihe zu verleihen.
Durch einen prächtigen Fackclzng und eine wahrhaft feenhafte Illumination der Stadt, der Burg und der Lahn, sowie durch einen Festaktus im Gymnasium wurde im Beisein des Regierungspräsidenten von Meister aus Wiesbaden gestern die Jubelfeier cingeleitet, an der als Vertreter des Großherzogs von Luxemburg Exzellenz Freiherr von Syberg- Simmern beiwohnte. Zahlreiche Orden vom Kaiser und vom Großherzog von Luxemburg wurden ausgetcilt.
Folgende Geschenke wurden beim Festaktus überreicht: Ein goldenes Buch von Geschwister Moritz, ein Pokal von Bankier Herz (dieser wurde zum El)rentrunk des Prinzen benutzt), ein Pokal vom Offizierkorps, vom nassauischen Mertumsverein mehrere historische Schriften und von Professor Gropius-Weilburg eine Kopie der ersten urkundlichen Erwähnung Weilburgs.
Heute vormittag zeigte der Himmel ein freundlicheres Gesicht als gestern, und als um 9 Uhr Prinz Eitel Fritz über Kassel und Gießen eintraf, da brach die Sonne durch den Wolkenschleier, es herrschte rechtes „Hohenzollern- wetter". Vom Bahnhof bis zur Lahnbrücke bildeten die Unterofsizierschüler und die Bürgergarde, die Schüler und ca. 1800 Krieger des Oberlahnkreises Spalier. Eine vieltausendköpfige Menschenmenge erfüllte Straßen und Plätze und brachte dem Prinzen ihre Huldigung dar. Mit dem Prinzen trafen ein: Oberpräsident von Windheim nebst Gemahlin aus Kastel, Adjutant Leutn. Freiherr von Schilling-Kannstadt und Oberhofmarschall von Lettoiv- Vorbeck. Am Bahnhof wurde der Prinz vom Regierungspräsidenten begrüßt. Rach dem Abgehen der Fronten der Vereine erfolgte die Fahrt nach der Stadt. An der Lahnbrücke war Empfang durch die Stadtvertretung der Stadt. Bürgermeister Karthaus hielt die Begrüßungsrede und überreichte dem Prinzen den Ehrentrunk der Stadt. Lächelnd ergriff der Prinz den Becher und leerte ihn auf das Blühen und Gedeihen der Stadt Weilburg. Brausende Hoch- und Hurrarufe erschollen, als der Prinz wieder den Wagen bestieg und in die Stadt fuhr. Er trug die Parade-Uniform des 1. Garderegiments mit dem Bande des schwarzen Adlerordens. Der Prinz ist ein kräftiger, stattlicher, bildschöner junger Herr von gewinnender Freundlichkeit. Am Eingang zunl Schloß wurde er vom Vertreter des Großherzogs von Luxemburg empfangen und in die bereitstehenden Gemächer geführt, um dort das Frühstück einzunehmen. Um 10 Uhr wohnte er dem Festgottesdienst in der Großh. Hofloge bei. Um 11 Uhr war Promenaden-Doppelkonzert durch die Kapellen der 115 er aus Darmstadt und der 14 er Husaren aus Kastel. Daran schloß sich die Auffahrt der Lahn- 'Rudcrvereine aus Ems, Gießen, Wetzlar, Weilburg und Limburg. Es nahmen 20 Boote mit 100 Ruderern teil. Apotheker Kleiner brachte ein Hurra auf den Prinzen aus. Während des Frühstücks hatten sich als weitere Ehrengäste eingefunden: Der kommandierende General Exzellenz von Eichhorn, Prinz Friedrich von Solms-Braunfels in der Uniform der Garde-Ulanen und Prinzessin Albrecht von Braunfels.
Um 2 Uhr begann im Schloßhof die Aufführung des Festspiels: „Das Testament von Weilburgs, verfaßt von Hofrat Dr. Spielmann aus Wiesbaden, aufgeführt von Weilburger Damen und Herren unter Leitung von Dr. Rauch, Theaterdirektor in Wiesbaden. Das Stück behandelt die historische Begebenheit, als Konrad von Franken 918 seinen Bruder Eberhardt veranlaßt, im Interesse der Einheit und Macht Deutschlands auf die deutsche KönigSkrone zu verzichten und sie dem mächtigen Heinrich von Sachsen zu übertragen.
Den Glanzpunkt des ganzen Jubelfestes bildete unstreitig der große historische Festzug, der in 14 Gruppen mit ca. 800 Personen die Geschichte Weilburgs zur Anschauung brachte von der Zeit Konrads von Franken bis zur Jetztzeit., DaS großartige Arrangement des Zuges war das Werk und Verdienst des Kunstmalers Ohlsen aus Wiesbaden. Eine nach Tausenden zählende Menschenmenge hatte vor den Schloßterrassen und auf der Frankfurter Straße Aufstellung genommen. Nach dem Festzuge machte der Prinz mit Oberpräsident v. Windheim im Automobil eine Fahrt in die nähere Umgebung.
Unterdessen herrschte in der ganzen Stadt und namentlich auf dem schönen Festplatz an der Lahn ein buntbewegtes Treiben. Die ungeheure Menschenmenge fand kaum ein Unterkommen und auf dem Festplatz wurde um Plätze gekämpft, durch die Straßen war kaum durchzukommen. Gegen Abend ging es auf dem Bahnhofe bunt zu, alles drängte nach den Zügen, das Personal konnte der Menschenmenge nicht Herr werden, man sprang durch die Fenster und über die Absperrung auf den Bahnsteig, dabei wurden Fenster und Glastüren eingestoßen.
Taschendiebe waren rege an der Arbeit und dehnten diese sogar auf den Festgottesdienst aus. Mehreren Herren verschwanden ihre Geldbörsen und einer Dame die goldene Uhr mit Kette.
Um 7.45 Uhr fuhr Prinz Eitel Fritz zur Bahn und trat die Rückfahrt nach Berlin über Gießen und Kassel an. Am Bahnhof hatte sich wiederum eine große Menschenmenge angesammelt. Auch zahlreiche Gießener wohnten dem Feste bei. Mit einbrechender Dunkelheit verlief sich allmählich der Menschenstrom. Auf dem Gießener Bahnhof traf der Prinz um 8.25 Uhr ein und promenierte dort bis der Zug gegen 10 Uhr nach Kassel weiterfuhr.
So hat denn der Hauptfesttag der Tausendjahrfeier Dank des schönen Wetters im allgemeinen einen guten Verlauf genommen. Montag ist Volksfest, Dienstag Kirchweihfest und nächsten Sonntag Nachfeier. Die Stadt bot ein prächtiges Bild in ihrem hübschen Festschmuck, wozu die Stadtoertretung ^a. 15 000 Mk. ausgegeben hat. Die Menschenmeng wird
auf 14- bis 16 000 Personen geschätzt, mährend Weilburg selbst nur 4000 Einwohner zählt.
Sehr zu bedauern war es, daß man den Vertretern der Presse gegenüber wenig Entgegenkommen und Mitteilsamkeit zeigte._______________________________(Vergl. Neueste Nachr.)
Aus StaOt uno tiano.
Gießen, den 20. August.
•• Vom „Wetterdienst". Von Herrn Geh. Kirchenrat D. Strack ging uns eine Nummer des „Neichsboten" zu, in der wir folgenden Artikel angestrichen fanden:
Als im vergangenen Frühjahre das preußische landmirtschastl. Ministerium zugunsten der Landwirte die Mittel zu einem während der Sommermonate einzurichtenden öffentlichen Wetterdienste beantragte, wurde in der Denkschrift des Neichsamts gesagt, daß gemäß bem heutigen Zustande der Meteorologie durchschnittlich 91 Prozent richtiger Prognosen erzielt werden konnten, nämlich für die Bewölkung 93 Prozent, für Temperatur 95 Prozent, für Niederschläge 84 Prozent Treffer. Von erfahrenen Meteorologen wurden diese Angaben als übertrieben angesehen; jetzt erklärt die „Köln. Ztg.", daß eine sorgfältige, wissenschaftliche Vergleichung der in einem bestimmten Dienslbezirke ausgegebenen Wettervoraussagungen mit den wirklich folgenden Tatbeständen an einem Beobachtungsorte innerhalb dieses Bezirks für Bewölkung nur 48 Prozent, für Niederschläge 51 Prozent, für Temperatur 51 Prozent Treffer ergab. Es ist nicht anzunehmen, daß die anderen meteorologischen Dienststellen wesentlich beffere oder- schlechtere Ergebniffe erzielt haben, und man erkennt, wie sehr die Angaben in der Denkschrift des Reichsamts übertrieben sind. — Auch nach unseren Eindrücken (so setzt der „Reichsbote" hinzu), gerade auch tn diesem interessanten, elektrisch überladenen Sommer, ist die Wetterkunde noch immer eine stark hypothetische Wissenschaft, über welche die praktische lokale Wetterbeobachtung von Männern, die in der freien Natur viel zu tun haben (Bauern, Schäfer, Förster usw.) meist hinausragt.
Der Herr Einsender teilt offenbar die hier zum Ausdruck gelangte Ansicht über den beschränkten Wert des „Wetterdienstes", und auch wir pflichten ihm vollkommen bei. Trotzdem scheint der „Wetterdienst" hier noch immer einige Freunde zu haben, was ein uns am Samstag zugegangenes anonymes Schreiben vermuten läßt, das freilich möglicherweise den Wunsch nach weiterer Veröffentlichung der Wettervorhersagen auch nur um der Bekrittelung willen zum Ausdruck gebracht haben mag.
"Die hessischen Schulen und der „Allgemeine Deutsche Sprachverein." Das Ministerium hat an die ihm unterstehenden Organe ein Rundschreiben erlassen, worin auf die Bedeutung des „Allgemeinen Deutschen Sprachvereins" für den gesamten deutschen Unterricht und die Erziehung der Jugend zur vaterländischen Gesinnung hingewiesen wird, weshalb Wert darauf zu legen sei, die Bestrebungen des Vereins in allen Schulen des Landes zu unterstützen.
S. Londorf, 19. Ang. In der hiesigen Kirche feierte heute der Grünberger Zweigverein der Gusta v Adolf- Stiftung sein Jahresfest. Tie Beteiligung war groß. Tie Festp-redigi hielt Pfarrer Kunkel aus Fürth i. O. Weiter sprachen noch Dekan Hainer, Dekan Wagner und der Ortspfarrer Kirchenrat Weber. Pfarrer Schmidt aus Grünberg erstattete den Rechenschaftsbericht. Der hiesige Kirchenchor unter Leitung des Lehrers Trinkaus und der Gesangverein Frohsinn unter Leitung seines Dirigenten, Lehrer Bandaß, fangen einige schöne Psalmen.
—o— Lich, 19. Juli. Am Samstag mittag ging ein schweres Gewitter mit Hagel in unserer Gemarkung nieder, ohne größeren Schaden anzunichten. Die Fruchtemte ist des fortwährend nassen Wetters wegen erst zur Hälfte beendet. Viel Frucht lagert gänzlich auf dem Boden und ist teilweife schon durchgewachfen.
r. Lich, 19. Aug. Vor einigen Tagen sind im hiesigen Schloß ein Treppengang und mehrere Decken durch das Wasser der offen stehen gelassenen Leitung beschädigt worden. — Der Anschluß der Wasserleitung von Albach her war nur provisorisch. Gestern sollte der Anschluß an das städtische Rohrnetz endgiltig fertiggestellt werden, wurde aber de§ Regenwetters wegen nicht vollständig ausgeführt. Hierdurch entstand heute eine Wafferkalamität. Um 9 Uhr hörte die Leitung auf zu laufen. Beide Sannnelbehälter waren leer. An den drei noch vorhandenen Brunnen drängten sich die Frauen mit Gefäßen in der Hand, um nur eine Kleinigkeit dieses köstlichen Nasses zu erhalten. — Einern zwölfjährigen Mädchen, das sich in der Bahnhofstraße an ein Kuhfuhrwerk angehängt hatte, wickelten sich die Kleider um die Nabe des Rades und zogen es zwischen Rad und Achsenstock. Nur dem raschen Halten des Fuhrmanns ist es zu danken, daß das Kind mit zerrissenen Kleidern und einigen Hautabschürfungen davon gekommen ist. — Hier ist bei den Kindern der Scharlach ausgebrochen.
** Trais-Horloff, 19. Aug. Zu dem Diebstahl auf der Friedrich shütte erfahren wir heute, daß die Entdeckung der entwendeten Summe von ca. 7000 Mk. ganz zufällig ^geschah. Ter Dieb wußte zwar genau, daß mindestens diese 7000 Mk. im Geldschranke lagen zur Auslöhnung der Arbeiter, er wußte aber nicht, daß die Reparatur einer in unmittelbarer Nähe der Hütte gelegenen elektr. Pumpe bevorstände. Tenn just hier versteckte er den Beutel mit den 7000 Mk., während er toeitere gestohlene 1000 Mk. behalten haben muß. Bei Beginn der Reparatur fand man den Beutel mit dem Gelbe. Der Dieb hat den kompliziert verfchlossenen Geldfchrank zu öffnen vermocht und auch die Gefchästsvapiere und private Papiere des feit Juli neu amtierenden Direktors entwendet. Dieser weilte während des Einbruches gerade in Frankfurt und kehrte sofort, als ihn die Kunde erreichte, in einem Automobil binnen IV2' Stunden zurück. Es ist eine Belohnung von 100 Mk. auf den Täter ausgefetzt, der mit allen Verhältnissen durchaus vertraut gewesen fein muß. Ein bestimmter Verdacht ist vorliegend. Gerüchte von der Flucht eines Beamten sinh durchaus unzutreffend.
hd. Butzbach, 19. Aug. 'Als Dieb des am Tage des Trachtenfestes gestohlenen neuen Fahrrades, das ein Gymnasiast von Wetzlar am Bahnhof in Verwahrung gab und das dort gestohlen wurde, ist der Bauzeichner Theodor Körner aus Marburg ermittelt worden. Es ist von der Eisenbahnbehörde Bahnanzeige erstattet worden.
□ Echzell, 18. Aug. Zu dem Selbstmord des Stationsvorstehers Meyer ist mitzuteilen, daß tatsächlich Unregelmäßigkeiten in der StationSkasse die Ursache zu dem bedauernswerten Schritte gewesen sind. Da das vorhandene Defizit trotz aller Bemühungen Meyers nicht zu decken war, so griff der Bedrängte zu der totbringenden Waffe. Leider hinterläßt er eine Witwe mit acht unversorgten Kindern, von denen das älteste erst 14 Jahre alt ist. Meyer, der als Beamter un als Mensch beliebt gewesen ist, war aus Eckartsborn bei Büdingen gebürtig und früher in Nidda und Hungen tätig»
r. Ulfa, 20. Aug. Die Wahl des Kirchenvorstehers Johann Georg Jakob, gegen die wegen angeblicher Fehler im Wahlverfahren Berufung eingelegt worden war, wurde vorn Dekanatsausschuß bestätigt und der Gewählte als Mitglied des Kirchenvorstandes verpflichtet.
Mainz, 19. Aug. Der in Moskau verstorbene Mainzer Jos. David Heidelberger hat dem Mainzer (Sero erbe- verein laut Testament 20000 Mark vermacht. — Auf Anordnung der Staatsanroaltschast wurde die 21 Jahre alte Dienstmagd Elisabeth Brenner qii§ Winnweiler wegen eines in Pfeddersheim begangenen Giftmordversuches verhaftet. Es wird ihr zur Last gelegt, während der Abwesenheit ihrer Dienstherrschaft den Kindern und dem Dienstknecht im Kaffee Lysol beigebracht zu haben, in der Absicht den Tod der Genannten herbeizuführen. Es wurde von dem Kaffee infolge des widerlichen Geruches kaum etwas genossen und daher blieben die Bedrohten unversehrt.
Frankfurt a. M., 19. Aug. Der Großviehhändler Bernhard Lorch hier verkaufte am letzten Markttage einen aus München bezogenen, im dortigen Löwenbräu gemästeten Ochsen an den hiesigen Metzgermeister Pfeiffer, welcher nach achttägigem Transport ein Lebendgewicht von 2 2 80 Pfund auswies und 1414 Pfund Schlachtgewicht hatte. Kein Be- snchpr erinnert sieb, jemals ein so schweres Tier hier gesehen zu haben. Es war an der Seite mit einer prächtigen Krone von Künstlerhand dekoriert worden.
Homburg, 18. August. Reichst anzler Fürst Bülow wird in der ersten Hälfte des September einige Zeit das hiesige Schloß bewohnen.
Cronberg, 18. Aug. Wie wir hören, wird sich der Kaiser am 25. August nach der Truppenschau von Mainz aus wieder nach Cronberg begeben. Er wird über Sonntag auf Schloß Friedrichshof verweilen und am Montag dieses in aller Frühe wieder verlassen.
p. Wetzlar, 20. Aug. In mehreren Orten ist ein hoher Prozentsatz der Kinder masernkrank. Im allgemeinen verläuft die Epidemie ungefährlich.
** SM e i n c M i 11 c > ' u ' n an? H 'e'se n und den Nachbarstaaten. Die Provinzial-Pferde- und Fohlenschau zu Butzbach findet erst am 29. September statt. — In H a u s e n bei Butzbach kam es in einer Familie zwischen Mutter und Tochter zu Zwistigkeiten, die schließlich in Tätlichkeiten ausarteten. Bei dieser Rauferei, die sich von der Stube durch den Hausflur nach der Treppe norm Hause abspielte, st ü raten Mutter und Tochter die etwa drei Meter Hobe Treppe hinunter; die Mutter trug eine lebensgefährliche Wunde an der Stirn davon. Aerztliche Hilfe wurde sofort in Anspruch genommen. Wie gefährlich die Verletzung sein muß und mit welchen Umständen man rechnet, geht daraus hervor, daß der beim Militär weilende Sohn der Verletzten telegraphisch heimgerufen wurde. — Die Kornbausgenofsenschaft Alsf.eld, die im abgelaufenen Jahre zwei Millionen Mark umgeschlagen hat, hat nach den vorgenommenen Abschreibungen, der „Kl. Pr." zufolge, nichts verdient. Die Besitzer von Stammanteilen gehen ganz leer aus. — In Melsungen wurde die Frau des Schreiners Jakob in ihrer Wohnung mit durchschnittenem Halse tot aufge- nmden. Der verschwundene Ehemann wird als der Mörder angesehen. — Der Neubau eines Hauses, welches dem geplagten und sozial vernachlässigten Stande der Gastwirtsgehilfen gewidmet sein soll, erhebt sich jetzt einige Minuten vom Hauptbahnhof in Fr an k° f u r t a. M. in der Nähe der Wilhelmsbrücke. Das Gebäude soll am 1. September unter Dach sein und im März k. I. seiner Bestimmung als Christliches Kellnerheim übergeben werden. — In Mainz ist der Gelegenheitsarbeiter Seebär, der verdächtig war, in Mannheim eine Frau vergewaltigt und beraubt zu Haben, aus der Untersuchungshaft entlaßen worben. — Äon dem Mörder der 13jährigen Frieda Weih aus Zell° bansen hat man immer noch kerne Spur, da alle in dieser Sache Verhafteten wieder auf freien Friß gesetzt werden mußten. — In Höchst a. M. versuchte ein reduziert aussehender Mensch falsche Hundertmarkscheine wechseln zu lassen, die vollständig neu sind. Es dürfte Vorsicht am Platze fein. — Interessante Funde machte man beim Ausgraben auf der Ziegelei von Hch. Deismann in Löhnberg. Mehrere Speere und Wurfspieße, Streitäxte, Schnallen von Pferdegeschirren, auch Menschen- und Pferdeknochen wurden gefunden. Man nimmt an, daß es sich uni Gräber aus dem 30jä'hrigen Kriege handelt.
AUSM aus des Atgudesamtsregistttu der Steht Gießen. Aufgebote.
Aug. 8. Friedrich Grimm, Kaufmann in Driedorf, mit Luise Dickorö dabier. — 10. Karl Benner, Kaufmann dahier, mit Elifa- bethe Hartmann Hierselbst. — 13. Johannes Karl Wagner, Tag- löhner dahier, mit Marie Größer, geb. Keil, in Steinbach. — 16. Dr. Ernst Langenbach, praft. Arzt in Hemsbach, mit Martha Moll dahier.
Eheschließungen.
Aug. 11. Julius Graeser, Bäcker dahier, mit Elisabeth Beinhauer Hierselbst. — Philipp Brück, Fabrikarbeiter dahier, mit Marie Kloos in Hausen. — 13. Heinrich Müller, Taglöhner dahier, mit Karoline Müller hierselbsi. — Wilhelm Burk, Fuhrmann dahier, mit Margarete Borschbach, geb. Trost Hierselbst. — 14. Gustav Rosenberger, Prokurist dahier, mit Rosa Mendelsohn hierfelbst. — 16. Friedrich Wagner, Buchhalter in Lich, mit Luise Waag hier- selbst. — Heinrich Großhaus III., Fuhrmann dahier, mit Christiane Droß Hierselbst.
Geborcuc.
Aug. 6. Dem Hausburschen Ludwig Schomber ein Sohn Adolf. — 8. Dem Eisendreher Heinrich Müller eine Tochter Johanna Marie. — 9. Dem Lackierer Heinrich Konrad ein Sohn Karl Wilhelm. — 10. Dem Kaufmann Heinrich Schott eine Tochter Margot Margarete. — Dem Wegemeister Louis Hagener ein Sohn Ludwig Erich Valentin. — 12. Dem Privatdozenten Ernst Vogt ein Sohn Werner Hans Ernst Bernhard. — Dem Uhrmacher Julius Philipp ein Sohn Adolf. — 13. Dem Fabrikarbeiter Ludwig Vogelhöier eine Tochter Gertrud Wilhelmine Christine. — Dem Wirt Wilhelm Schmid eine Tochter Elsa Julie Elisabeth. — Dem Fuhrunter- nehmer August Marx ein Sohn Christian Emil. — 15. Dem Fuhrmann Wilhelm Deibel ein Sohn Heinrich.
Gestorbeue.
Aug. 9. Elisabetbe Appel, 2 Jahre alt, Tochter des Taglöhners Philipp Appel dahier. — Karl Ruhl, 21 Jahre alt, Kaufmann dahier. — 12. Margarete Müller, geb. Thörner, 52 Jahre alt, Eheirau des Jnstitutsdieners Heinrich Müller dahier. — Anna Marie Hahn, 27 Tage alt, Tochter des Hilfswagenwärters Wilhelm Hahn dahier. — 13. Karl Heinrich Josef Wittich, 8 Monate alt, Sohn des Kaufmanns August Wittich dahier. — Heinrich Huhn, 49 Jahre alt, Juwelier dahier. — Hans Jlgner, 1 Monat alt^Sohn des Kunstgärtners Oswald Jlgner dahier.—14. WalterHenkel, 1 Monat alt, Sohn des Taglöhners Ludwig Henkel dahier. — Marie Magdalene Schütz, geb. Schlemminger, 47 Jahre alt, Ehe- irau des Buchhalters Georg Schütz dahier. — 15. Heinrich Peppler, 1 Monat alt, Sohn des Gastwirts Karl Peppler dahier. — Karl Schuck, 4 Jahre alt, Sohn des Kasemenwärters Wilhelm Schuck dahier.
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für Kinder, Kranke,Genesende. Verhüte u.beseitigt = Diarrhoe, Brechdurchfall, ParmKatarrru


