Ausgabe 
18.7.1906 Zweites Blatt
 
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Bei der Ruine Geiers-

Handel

des

3% Portugiesen Serie I .

III

Portugiesen

3%

Zusammen

Es starben an:

vom

. 116.80

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr-

Tuberkulose der

98.20

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Börse, 18. Juli. Anfangskurse.

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4%

4%

142.50

126.00

251.10

220.50

157.00

206.80

231.80

124.50

127.00

Harpener Bergwerk Laurahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . .

Türkenlose .

100.25

100.45

95.60

103.80

70.05

70.70

88.85

95.00

9570

146.60

53.80

91.00

. 33.75

. 144.00

. 145.00

Ungar. Goldrente Italien. Rente .

4 % Öesterr. Goldrente. . 4*/8 % Oesterr. Silberrente

Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte......

Nordd. Lloyd.....

Oberschles. Eisen-Industrie

Reichsanleihe do.

Konsols . . do. . .

Hessen . . . Oberhessen

Leipzig, 17. Juli. Die streikenden Buchbindergehil fen lehnten im Gegensatz zu ihren Vertretern mit erdrückender Mehr­heit das Angebot der Prinzipale, den bestehenden Tarif bis 1911 in Geltung zu lassen, ab und beschlossen, weiter im Streit zu verharren. Von 2500 abgegebenen Stimmen waren mit acht gegen die Weitersührung des Streiks.

4%°f0 russ. Staatsanl. 1905 4^°/n japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose......

4% Griech. Monopol-Anl.

4 % äussere Argentinier .

3% Mexikaner . . .

4%°l0 Chinesen . . . .

Der Rheinisch-Westfälische Effektenmarkt.

Tagesbericht der Firma Walter Hammerstein.

Mülheim a. d. Ruhr, 17. Juli 1906.

Der Kohlenkuxenmarkt lag heute sehr still. Es fanden nur vereinzelt Umsätze statt. Kursverschiebungen waren auf der ganzen Linie nicht zu verzeichnen. So blieben zu gestrigen Preisen Alte Haase, Freie Vogel, Gottessegen, Trappe und Tremonia ge­fragt. Ferner waren von schweren Werten Dorstfeld, Graf Schwerin und Lothringen begehrt.

Die auf den: Kalikuxen markte gestern zum Ausdruck gefommene festere Tendenz machte heute bei einigen Werten weitere Fortschritte. Wiederum waren es vorzugsweise Äusbeutewerte wie Carlsfund, Beienrode, Alexandershall, Kaiseroda, Hohenzollern und Wilhelmshall, welche am meisten profitierten. Andererseits lagen auch verschiedene schwere Werte wie Hohenfels, Glückauf b. Son­dershausen, Neustaßfurt und Wintershall ohne jegliches Interesse. Die Kursaufbesserungen der stärker gefragten Papiere waren gegen gestern nicht erheblich. Gut begehrt und zum Teil höher waren auch einige im Schachtbau begriffene Werte. So notierten Siegfried I. einige 100 Mk. höher. Auch Deutschland-Justenberq und Heldrungen lagen ziemlich fest. Im Nebrigen ist zu bemerken, das; trotz der freundlicheren Haltung des gesamten Kalikuxen­marktes die Umsätze aus ein geringes Maß beschränkt blieben. Tie leichten Werte lagen noch sehr still und umsatzlos, obgleich auch hieriür vereinzelte Geldkurse, wenn auch noch sehr niedrige, im Markte genannt wurden.

Der Erzkuxenmarkt neigte heute leicht zur Schwäche. So waren z. B. Apfelbaumerzug, Eoncordia, Glückauf b. Neviges, Freier Gründer Bergwerksverein, Henriette, Nene Hoffnung und Victoria b. Littfeld billiger erhältlich; dagegen lagen Fernie, Luise Brauneisenstein, Peterszeche und Wildberg gut behauptet. Das Geschäft war geringfügig.

Das Gebiet der Braunkohlenkuxen kann wohl als das einzigste bezeichnet werden, auf welchem eine anhaltend zuversicht­liche und feste Haltung zu konstatieren ist So wurden denn auch in letzter Zeit größere Ankäufe in Braunkohlenkuxen getätigt, was eine mäßige und solide Kurssteigerung zur Folge hatte. Zum mindesten rottrben Rückgänge wie auf anderen Gebieten vermieden. Im Vordergrund des Interesses standen in den letzten Tagen Schallmauer und Litcherberg, welche Werte denn auch um einige hundert Mark anziehen konnten. Auch die schweren Werte wie Brühl und Donatus zeigten mehrfache Nachfrage zu guten Kursen. Humboldt und Germania waren vereinzelt gesucht.

Aktien:

Bochum Guss . . . . Buderus E. W .. . . Tendenz: still.

Berliner

Berliner Handelsges Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . K.editaktien . . . . Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn .

Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn

99.85

87.75

99.50

87 70

98.65

Summa: 14(5) 1 , . ,

«(nm/ Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen aebrachte Kranke fnmmcn.

Telefonische Kursberichte

Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Glessen.

Frankfurter Börse. 18. Juli, 1.15 Uhr.

Canada E. B.......

Darmstädter Bank . . . 138.60

Deutsche Bank .... 235.90

Dortmunder-Union C. . . 8510

Dresdner Bank .... 157.00

Tendenz: geschäftslos.

: Erwachsene: im

e§ in seinen Besitz bringen, keiner darauf verzichten und eS drohte ein Zweikampf unter den Führern auszubrechen. Da legte der eine plötzlich sein Gewehr an itnb schoß die schöne Sklavin nieder. .Du hast recht getan", sagte der andere kaltblütig, »einer von un§ hätte zuvor sterben muffen, ehe der andere sie sein nennen durfte. Habe Dank, mein Bruder!"

Hinrichtung von Schnaken auf elektrischem Wege. Maurice Chaulin, ein französischer Erfinder, hat der Menschheit für ihren Kampf gegen die lästigsten Ruhestörer eine furchtbare Waffe geliefert: die alles vermögende, immer als letztes Zufluchtsmittel dienende Elektrizität. Die Heim­tücke, mit der er dem .furchtbaren Geschlecht der Nacht" zu Leibe geht, sucht wirklich ihresgleichen, denn um die armen Geschöpfe dem Tod zu überliefern, benutzt der Erfinder die edelste Regung der Jnsektenseelc, den unwiderstehlichen Drang nach Licht. Chaulin umgibt eine elektrische Glühlampe mit einem zylindrischen Schirm von etwa 20 Zentimeter Höhe und 15 Zentimeter Durchmesser. . Die zwei Ringe, welche die obere' und untere Begrenzung des Schirmes bilden, sind durch vertikal verlaufende Kettchen von feinem Metalldraht verbunden. Auf sehr einfache Weise wird erreicht, daß die Kettchen abwechselnd mit dem positiven und negativen Pol einer Elektrizitätsquelle, am besten mit den Polen der Speise­leitung der Glühlampe, in Verbindung stehen. Klammert sich nun ein durch das Licht angelockteS Insekt an den Kett­chen an, so wird der Strom geschlossen und das Insekt wird auf dieselbe vornehme Art vom Leben zum Tode gebracht, wie ein amerikanischer Verbrecher auf dem elektrischen Hin-

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richtungsstuhl.

* Kleine Tageschronik. . .

bürg in her Nähe von Graupen (Böhmen) wurde die Leiche desl 70 jährigen Ferdinand Güttler im Gestrüpp mit einem Messer­stich ins Herz ermordet aufgefunden. Nach dem Mörder wird gefahndet. Um den Fackelzug für den in Barmen anwesenden Kölner Erzbischof anschauen zu können, hatte eine Anzahl Kinder die Oberbarmer Kirchgrundstücksmauer erklettert. Ein Mauerteil stürzte zusammen und Steine und Kinder fielen auf die Zuschauer hinab. 15 Kinder sind verletzt, von denen mehrere unter ihnen schwer. In Halle a. S. überfuhr der Theaterdirektor Krause auS Liegnitz mit seinem Automobil eine Frau, die eben aus einem Wagen der elektrischen Straßen­bahn gestiegen war. Die Frau ist ihren Verletzungen erlegen. Anscheinend trifft den Führer des Automobils keine Schuld.

Arbeiterbewegung.

sl Marburg, 17. Juli. Ter Streik der Schreiner und Bauhilfsarbeiter dauert unverändert fort. In einer heute abend abgeballenen, stark besuchten Versammlung der beiden Gewerkschaften' der Maurer wurde einfhmmtg beschloßen, jetzt jede Handlangerarbeit zu uerroetgern und sich mit den Hilfs­arbeitern solidarisch zu erklären.

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während' VeckbandIsvnbikusl io-ert ntlnnlt Pilz m dem innigen: Welche Aufgaben hat der reisende/Kaufmann in der Gegenwart" speziell auf die Bedeutung der reisenden Kaufleute eingeht. In der zweiten Broschüre:Die Eisenbahnreformfrage" übt Herr A. Rauter eine scharfe Kritik an der Eisenbahntarif- reform und weist nach, daß dieselbe nur zum Nachteil des Verkebvs'wesens ausschlagen kann und eine verkehrsfemdliche Ten­denz hat.

Deutscher Reich s bcr n k-Au sstfe is. Der Rück­fluß war in der zweiten Woche des Juli so kräftig, daß die Bank jetzt wieder über eine steuerfreie Notenreserve von 36.07 Mill. Mk. verfügt. Im vergangenen Jahre waren es allerdings um diese Zeit 148.40 Mill. Mk. Gegenüber dem steuerpflichtigen Umlauf von 89.24 Milll Mk. in der Vor­woche beträgt die Besserung 123.51 Mill. Mk. gegen 126.59 Mill. Mk. i. V. Die Lombarddarlehen betragen 70.25 Mill. Mark und sind daher um 40,33 Mill. Mk. zurückgegangen. Der Metallbestand hat eine wesentliche Kräftigung erfahren, sodaß er 909.48 Mill. Mk. beträgt gegen 974.05 Mill. Mk. im Vorjahr.

Deutsche Reichsanleihe und Preußische Konsols. Die Einzahlung der letzten 20 Proz. auf die zur Emission gelangten 560 Mill. Mk. in 31/2 Proz. Reichs­anleihe und Konsols ist am 20. d. M. zu leisten. Ta aber bereits der größte Teil ftüher voll gezahlt wurde, wird der Geldmarkt durch die Schlußrate kaum besonders in Anspruch genommen. Das Konsortium allerdings, das die Anleihen übernahm, hat noch sehr bedeutendes Material und wird sich noch lange nicht auflösen können. Es ist be­schlossen worden, die Ucberwachung des Marktes bezw. der Kurse in bisheriger Weise weiterzuführen.

Reichsbank. Am 1. August wird in Staßfurt eine von der Reichsbankhauptstelle in Magdeburg abhängige Reichs­banknebenstelle mit Kaffeneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden.

Reichsbank. Am 20. August wird in Menden (Bezirk Arnsberg) eine von der Reichsbankhauptstelle in Dortmund ab­hängige Reichsbanknebenstelle mit Kaffeneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden.

Märkte.

kc. Frankfurt a. M., 18. Juli. lOrig.-Telegr. desGieß. An;.") V i e h m a r k t. Zum Veckause ftanben 00 Kälber, 00 Schafe und Sämmel, 1027 Schweine: 1. Qual. 7475 Pfg. Lebendgewicht 57.5058.00 Pf., 2. Qual. 7300 Pst, Lebendgewicht 57.00-00 Pfg., 3. Qual. 6062 Pfg. Kälber 1. Qual. 0000 Pst, Lebendgewicht 0000 Pfg., 2. Qual. 0000 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg., Schlachtgeivicht 0000 Pfg. Schafe 1. Qualftä: Schlachtgewicht 0000 Pfg., 2. Qualität 00 00 Pfg. Geschäft: mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag, den 19. Juli 1906: Zunächst heiter, trocken, und noch etwas wärmer. Später Trübung und Gewitterregen. Veränderliche Winde.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Orrginttl-Drahtmel-ungen.

Berlin, 18. Juli. DieFranks. Zig." brachte die Meldung, daß die Eisenbahnverwaltung beabsichtige, für: die 3. Klasse die Winterbesetzung von 10 Personen: pro Abteil einzuführen. Diese Nachricht ist unrichtig. Lederdiebstähle in der Artillerie-Werk- stätte Spandau wachsen sich immer mehr zu einer Skandalaffäre aus. Bis jetzt hat das Kriegsministerium eine außerordentliche Revision des Lederverbrauches wäh­rend der letzten 12 Jahre angeordnet und damit zwei Jn- tendanturbeamte beauftragt. Gleichzeitig sind strenge Kvn- trollmaßregeln über den Verkehr in den Mrlitärwerkstätten in Spandau getroffen worden.

Thorn, 18. Juli. Eine neue Kavallerie-Bri­gade mit der Nummer 41 soll am 1. Oktober aus denk Ulanenregiment Nr. 4 und dem Kürassierregiment Nr. 5 gebildet werden, die hierher in Garnison kommt. Beide Regimenter gehörten bisher der 35. Kavalleriebrigade in Graudenz an. Tie 35. Kavalleriebriga.de wird aus dem Husarenregiment Nr. 5 und dem in Graudenz neu zu bildenden Jägerregiment zu Pferde neu formiert.

Venedig, 18. Juli. Die vom Bürgermeister ernannte Kommission zum Wiederaufbau des Campanile billigte mit leichten Abänderungen den vorliegenden Bau- plan, sowie die Errichtung des viel umstrittenen Sockels von fünf Stufen.

Wien, 17. Juli. Heute sollten hier drei Protestver­sammlungen der Konfektionäre gegen die Beschlüsse des Abgeordnetenhauses zu der Gewerbenovelle betr. das Ver­bot des Maßneh mens durch die Konfektionäre stattfinden. Die erste Versammlung wurde gesprengt, die zweite wurde nicht abgehalten, die dritte faßte eine Reso­lution, in der gegen die Beschlüsse des Abgeordnetenhauses protestiert wird, da durch diese Beschlüsse die Kvnfektionare, ruiniert und etwa 10 000 Existenzen vernichtet würden. Tie Demonstration der Konfektionäre veranlaßte die stür­mischsten Szenen. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen und Handgreiflich ke iten zwischen den antisemit- kleinen Meistern und den jüdischen Konfektio­nären. Es brach ein allgemeiner Kampf aus, bei denk die Männer mit Knütteln auf einander losgingen. Tie Versammlung wurde aufgehoben und 50 Wachleute mar-» schierten in den Hauptsaal, den sie räumten. Im kleinen' Saale wurde hierauf die Protestversammlung abgehallen, und die Resolution angenommen, in der die Gewerbe- novelle verworfen wird.

Petersburg, 17. Juli. Vizeadmiral Skridlowiist zum Q b e r k0mn- a r t 7 c r e n d e n der Schwarzen Meer- Flotte und der Häfen des Schwatzen Meeres ernannt worden.

Bobrow (Gouvernement Woronesch), 17. Juli. Im Kreise Bobrow dauern die Agrarunruhen fort. Die Plünderung von Gütern, die im Norden begann, griff schnell um sich und erstreckt sich jetzt auf ein Gebiet von 200 Werst Die Gutsbesitzer sind von einer Panik er«* griffen und flüchten. Auf einigen Gütern gab es Tote und Verwundete. Gestern wurden etwa zwanzig Plünderer ins Gefängnis abgeführt. Der Gouverneur ist mit Kosaken und Dragonern hier eingetroffen. Die ent=* standenen Verluste werden auf Millionen geschätzt.

Sebastopol, 17. Juli. Heute hat unter dem Vorsitz des Generals Andrejew die Verhandlung der Seekriegs- gerichte gegen die erste, aus 96 Mann bestehende Gruppe der an den Militärunruhen in Sebastopol im November 1905 beteiligten Matrosen begonnen. Die Admiralitätsarbciter sind, um ihrer Svmpatbie mit den Angellagten Ausdruck zu geben, in den Ausstand getreten. Die Handlungsgehilfe« haben sich ihnen angeschlossen. Der Straßenverkehr stockt, die Patrouillen werden überall verstärkt, doch hat ein Zu­sammenstoß mit Militär noch nicht stattgefunden.

Tiflis, 17. Juli. Heute wurde in der Nähe des Palaisgartens aus einem Fenster der rufiischen Adelsschule eine Bombe geworfen, welche den Polizeimeister Oberst Maximow schwer verwundete. Tie Schulgebäude wurden hierauf von Soldaten beschossen. Von den Tätern wurde einer getötet, ein anderer verhaftet.

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3

Gerichtssaal.

Halle, 17. Juli. Die Kand id aten der Rechte M. und L. waren im März b. I. vom hiesigen Schöffengericht wegen Beleidigung des Rechtskandidaten I. zu 150 bezw. 50 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Gegen dieses Urteils hatten sie Berufung eingelegt, die aber im Mai d. I. von der Strafkammer verworfen wurde. L. beruhigte sich auch bei diesem zweiten Urteil nicht, sondern appellierte ans Oberlandesgericht. Dieses sand seine Revisionseinlegmig begründet und wies die Sache zu erneuter Verhandlung an die hiesige Strafkammer zurück. Er erreichte nunmehr auch seine Freisprechung. Die Ursache zu so zahlreichen und meist auch recht langwierigen Gerichts­verhandlungen war leider lleinlich genug. M. hatte eines Tages mit I. den kranken L. auf dessen Stube , besucht. Nach ihrem Weggange vermißte L. den Rest der von ihnt den Besuchern präsentierten Zigaretten. . Da M. ihn nicht mitgenom­men zu haben erklärte, sollte folglich der böse I. die 56 Z i - gare ft engest 0 hle n" haben. Ebenso wurde er von M. beschuldigt, ihn bei irgendwelcher Kneiperei um ein Glas Bierbemogelt" zu haben. Heber diese schrecklichen Misse- taten hatte M. mit L. in Cafe sehr abfällig geurteilt und sie schließlich dem KorpsThuringia" in Leipzig, dem I. als in­aktiver Bursche angehörte, angezeigt. Als dieses von I. Rechen­schaft über die Beschuldigungen verlangte, forderte der Ver­dächtigte die beiden Mrkläger auf Pistolen. Sein Vater war -edoch der Msicht, daß für einen solchen Anlaß eine Säbelforder- nng auch hinreichend sei. Auf dessen Anraten zog I. daher die Pistolensorderung zurück und kontrahierte auf Säbel. Diese 9tbänbcrung legten ihm seine Gegner aber als Kneiferei aus und auch das Korts Nahm sic ihm sehr übel, denn es erkannte auf Ausschluß J.'s aus dem Korpsvcrband. Wie vor Gericht zur Sprache kam, soll bei diesem Ausschluß der angebliche Zigarettendiebstahl usw. keine entscheidende Rolle ge­spielt haben, dkus Aerger forderte nun I. von seinen Verklägern Revanche vor Gericht. Vor den zwei ersten Instanzen erreichte er auch die gewünschte Genugtuung durch Verurteilung beider. In den Urteilsbegründungen wurde hervorgehoben, daß M. und L., die niemals einem Korvs an gehört haben, in ihren: Vor­gehen gegen I. nicht in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt hätten. Das letzte Urteil dagegen sprach wenigstens L. solche Wahrnehmung zu. In der Schöffengerichtsverhandlung gab sich der Vorsitzende reichlich eine halbe Stunde lang Mühe, die Parteien zu einem Vergleich zu bewegen. Und in der ersten Ltrafkammervcrhandlung fragte der Vorsitzende zu Beginn die Hadernden kopfschüttelnd, ob Leute ihrer Stellung und Bildung nichts besseres zu tun wüßten, als solche Dinge vor Gericht zu tragen.

Fran kfurt a. O., 16. Juli Die hiesige Strafkammer ver­urteilte den Zahnarzt Simon, der wegen mehrfacher Sitt­lichkeitsverbrechen an Kindern an geklagt war, zu IV2 Jahren Gefängnis.

Handel nnd Oevkehv, Volkswirtschaft.

Genosse ulschaftliches. Am 12. Juli d. I fand, wie Ichon kurz mitgeteilt wurde, bei zahlreicher Beteiligung der Ver- .reter der angeschlossenen Einzelgenossenschaften die 4. ordent­liche Generalversammlung der Landw. Haupt- Genossenschaft für Oberhessen e. G. m. b H. zu Friedberg im Gesellschaftssaal desHotel Trapp" unter Vor­sitz ihres Auffichtsratspräsidenten Geh. Regierungsrat Haas, Darmstadt, statt. Wir entnehmen dem Geschäftsbericht: Das vergangene Geschäftsjahr zeigt wiederum eine erfreu liebe Zu­nahme des Mitgliederstandes, der sich von 45 auf 51 erhöhte. Der Gesamtbezug belief sich auf 179 738 Zenter im Werte von 591 759 Mark gegen das Vorjahr mit 128 137 Zentner im Werte von 388 767 Mark. Dies bedeutet für das Jahr 1905 eine Umsatz­steigerung von 51 601 Zentner im Werte von 202 992 Mark gegen daS Vorjahr. .Das Geschäft war in allen Artikeln recht gut zu rennen, insbesondere hat es sich in Kraftfitttermitteln um die Hälfte des vorjährigen Umsatzes gehoben. Die Jahresrechnung imb Bilanz fand, obgleich mit dem kleinen Verlust von 758,97 Mark abschließend, unter Berücksichtigung der erwähnten Um» iltänbe einstimmige Genehmigung, worauf dem Vorstande Ent­lastung erteilt wurde. Die Versammlung nahm einen sehr an» Geregten Verlauf, es erfolgten zahlreiche Bestellungen und auch Beitrittserklärungen, sodaß aus diesen Gründen, sowie aus der einmütigen Haltung der Erschienenen in mehrer-m internen Fragen, der Hauptgeiwssenschost eine verheißungsvolle Zukunft gesichert ist.

Der Verband reisender Kaufleute Deutsch» llands hat zwei Schriften hcrausgegeben, in denen die Vorträge e^nthalten sind, welche auf der letzten Generalversammlung des Werbandes in München gehalten wurden. In' der ersten Schrift wird die Bedeutting des Kanfmannstandes in zwei interessanten Skizzen behandelt und ansgeführt, daß der Kaufmann heute KU einer Machtstellung gelangt ist, die er vordem nicht gehabt si»t und wie er es ist. der die wirtschaftliche Entwickelung Deutsch- lands in befruchtender Weise beeinflußt. Dr ». Renauld Mart fick' in seinem Vortrag-Die Bedeuttrnr bes Kanfmanns in der Gegenwart vom wirtschaftlichen Standpunkt au9 be» t-rachtet" im allgemeinen mit dem Kaufmann alS Kulttrrfaktor,

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Uegt wrdc. Bei K 5 S5 legen ifrt wanbius ftrnfmilbernb, a « Hn 4 Monaten W Mnnung wurden ^ÄkrJ,K.R. »n/ Wochen Gefängnis r mit jeinet Fran Gütw ftninnomt zu Lauterbach um etwa 300 Mack lh das Urteil an unter b.-t d-HL Kaufmann zu schädi- » Verbältnisse sei er nicht ^gleichen. Tns Berusungs. mengen, baß bet Angeklagt: hat, weshalb es mangels

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uns erst heute geichckrben c 3utfdgen'bxiv.'b (1 >unbc5tag ab Ls toitbtr awiyxvommen, derrw ü zählt Von erwähnt, daß der Bund errufe" erflärte und für itinentti Indenten gestattet. Ter wichtigste erneute 2tellungnahme zur ierbindungen", bie in* - «undc? der Arminia« *r Besprechung, m d« 'tMlbaft für die akademW ta pes Beibandes, deutzcher

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Sport.

sd Der Gau IX des Deutschen Radfahrer- Bundes veranstaltete am Sonntag eine Sternfahrt nach Darmstadt. Es beteiligten sich 23 Vereine und zwar aus Frankflrrt, Oberrad, Schierstein, Wies eck, Bornheinr, Eltville, Idstein, Wiesbaden, Eronberg, Stockheim und Gießen. Bedingung war, daß alle Fahrtteilnehmer eine Strecke von 100 Kilometer zurücklegten und vor 12 Uhr mittags in Darmstadt eintrafen. Diese Bedingungen erfüllten sämtliche Vereine. Im ganzen waren ein­schließlich der Einzelfahrer etwa 250 Radfahrer in Darmstadt eirt- getroffen, wo imKaisersaal" gemeinsames Esten und sonstige Veranstaltungen stattfanden. Die Beteiligung wurde noch größer gewesen sein, wenn nicht mit Rücksicht auf den Bundestag in Nürnberg am nächsten Sonntag viele Vereine (etwa 34) der Ver­anstaltung fern geblieben wären.

Mchrntlicht WnM her Todesfälle in der Stadt Gießen

26. Woche. Vom 1. bis 7. Juli 1906.

Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 (inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 24,66%O, nach Abzug von 5 Ortsfremden: 15,86 °/oo«

Kinder

Lungen

2(1)

2(1)

Blutvergiftung

1 (1)

1 (1)

*

Herzleiden

3d)

2 (1)

1

Schlagftuß

1

1

Gehirnkrankheiten

3

2

1

Krebs

2 (1)

2 (1)

Lungenentzündung

1 (1)

1 (1)

Altersschwäche

1

1