M die Staatsbank Mießklch nicht, mehr in der Lag« sein iverbc, bte russischen Werte tn Gold emziilosen. Nach dem Laufe, den die Geschäfte jedoch . in den letzten Wochen genommen haben ist die Annahme berechtigt, b-f? die n p e t iN a n t e n sich in ihrer N-chnung getäuscht und schleunigst ihre Spekulationen hQU,$e?$c‘tcCr"burgcr Kvrttl.t>-nd-nt dcr Times,meldet, daß d°s russische Budget ein Defizit von 160 Millionen Ru- 6 c 1 a^'r schau sind außer den gestern GernAdeten noch weitere fünf Personen auf Grund eines kriegsgeriust- lichen Urteils erschossen morden. Zwei tzancn d.e ebenfalls zum Tode verurteilt waren, wurdcik zu lZ-citungsjtrafe ve- gnadigt. ^io^ Quittierten mehrere Polizeibeamte infolge der sich mehrenden Attentate auf Polizisten den Dienst., In der Telephon- Zentrale wurde ein Jude, der dort verdächtige Manipulationen vorn'hm, von der Wache erschossen.
Im Lbuchowgäßcken zu Moskau wurden in der Wohnung einer jungen Frau, die sich Fürstin Koslows ta nennt, ein eiserner Kasten gefunden, in dem sich a ch t g c l a d c n c B o m- ben befanden. Auch Waffen lvnrden entdeckt. Wie aus einer Vorgefundenen Korrespondenz hervorgeht, sollten diese Bomben dazu dienen, während einer kirchlichen Feierlichkeit eine Payii hcrvorzurufen und einen Anschlag gegen den Genera l- gouverneur auszufuhren. Außer der genannten Koslowska wurden noch zwei Frauen und ein junger Mann verhaftet.
Der Standard meldet, daß in Odessa eine B o m b e gegen eine Abteilung Polizisten geworfen wurde. 5 Polizi st e n wurden getötet und 7 schwer verwundet. Die Revolutionäre hatten die Absicht kund gegeben, den Dom in die Luft zu sprengen. Infolgedessen hat der Generalgouverneur den Dom von Truppen umstellen lassen.
Ein aus Rußland nach Deutschland zurückgekehrter Deutscher, ProfcssorDr. phil. N e u m e i st e r, der in Rußland in Diensten gestanden haben will, wurde in Eutin durch die Polizei beim Betteln in Lehrerwohnungen angetroffen und ticrbaftct Der Bedauernswerte, der nach seiner Angabe sein ganzes Vcrniögen in Rußland verloren bat, w'r völlig mittellos.
Ale AtvolLtrungsz ff r des Krotzyirzoglums Kelsen
betrug nach der Volkszählung am 1. Dezember 1905: ) 210 719 gegen 1 118 979 am 1. Dezember 1900. Die Zunahme beträgt also 91 740 oder 8,2 Prozent.
Die Provinz Rheinhessen hat 369 482 Einwohner gegen 348 334 vor fünf Jahren. Tie Ziinahine betragt 21 148 Köpfe oder 6,07 Proz. Tie einzelnen Kreise haben: Mainz 151 307 (138 360), Worms 88 343 (83 393), Oppenheim 47 003 (46 379), Bingen 42 275 (40 457) und Alzey 40 554 (39 745).
Oberhessen zählte am 1. Dezember 1900, wie wir schon mitteilten, 282 047 Einwohner, am 1. Dezcmbor 1905 297 248; für die letzten fünf Jahre ist also ein Zuwachs von 15201 Einwohnern zu verzeichnen. Al ehr als ein Drittel dieser Zunahme kommt auf die Städte Gießen, Bad Nauheim und Friedberg, wobei allerdings zu bedenken ist, daß die Stadt Friedberg, die 1900 6889 Einwohner hatte, bekanntlich nur deshalb die starke Zunahme von 1988 Seelen zu verzeichnen hat, weil sie eine Nachbargemeinde eingemeindet hat. Bon den 434 Gemeinden (Städte und Landgemeinden znsammengenommen), die Oberhesien zählt, haben, nach unserer jüngst veröffentlichten Angabe, 10 dieselbe Bevölkerungsziffer luie 1900, 295 haben zugenommen, nicht weniger als 12 9 dagegen weisen eine Verminderung aiif. Besonders in den ohnehin schwach bevölkerten Kreisen Alsfeld und Lauterbach giebt es viele Gemeinden, die abgenommen haben. Im Kreise Alsfeld sind zwei Gemeinden sich gleich geblieben, 45 haben zugenommen, 37 abgenommen. Im Kreise Lauterbach weisen zwei Gemeinden dieselbe Bevölkerungsziffer wie 1900 auf, 37 eine Vermehrung, 28 eine Verminderung.
Daraus geht deutlich hervor, daß rein ländliche Gegenden, vor allem itn Gebirgslande, wo keine nennenswerte Industrie ist, stetig zurückgehen, während die Städte und Jndustriegemeinden stark an schwel len. Die Flucht vom Lande dauert also immer noch an. Diese Bewegungen, die wir hier für unsere engste Heimat konstatiert haben, sind typisch für das Ganze. Die moderne Völkerwanderung vollzieht sich nicht so augenfällig wie die des früheren Mittelalters, da Cimbern und Teutonen, Goten und Vandalen stromgleich sich durch das Land wälzten, eine mildere Sonne und reicheres Leben begehrend, aber sie ist nicht weniger stetig und folgenreich.
Vom volkswirtschaftlichen Standpunkte mag man es freudig begrüßen, daß immer mehr Kräfte, die vorher halb brach lagen, in die industrielle Tätigkeit hineingezogen werden und daß viele unserer Landsleute da- durch bessere Erwerbsbedingungen erlangen; der dagegen, der die deutsche Art kennt und liebt, muß es bedauern, daß so viele unserer Volksgenossen von ihrem Heimatboden weggezogen und in ein Milieu versetzt werden, in dem die Eigentümlichkeiten der einzelnen Stämme bald verschwinden, in dem das Gemüts- leben verflacht und das Heimatgesühl ertötet ivird. Die alten Volkstrachten und die alten Volkssitten verschwinden in der modernen Völkerwanderung so sicher, wie die oft so 'wundervoll malerischen alten windschiefen Häuser in den Hauptstraßen aller sich reckenden und streckenden Städte viel» fach verschwunden sind.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 20. Januar 1906.
•* Promenad enkonzert findet morgen Sonntag um 11.30 Uhr in der Südanlage mit folgendem Programm statt: 1. Ouvertüre zu „Martha" von Flotow. 2. Walzer aus „Frühlingsluft". 3. Fantasie a. d. Op. „Carmen" von Blzet. 4. Armeemarsch 91r. 126 von Strauß.
— Unsere Regiments musik konzertiert morgen nachmittag 4 Uhr im P h i l o s o p h e n iv a l d.
•• Auf das Gastspiel der Tegernseer, das morgen und Montag in Steins Saalbau stytlsindet, sei nochmals empfehlend hingewiesen.
(:) Rodhei m a. d. Bieber, 18. Ian. Der Gastwirte Verband von Krofdorf-Rodheim und Umgegend Hielt gestern Abend in dein Bender'schen Saale hier sein erstes Winterfest ab. Trotz der schlechten Witterung waren wohl 300 Personen der Einladung gefolgt. Heber die Bedeutung und Aufgabe des Gastwirte Verbandes sprach der Gastivirt W. Bender. Ten Glanzpunkt des <ycfte§ bildete die Verteilung der ooni Bunde Teutscher Gastwirte gestifteten Diplome. Für 25 bis 40jährigen Betrieb einer Gastwirtschaft
erhielten solche K. Schlierbach-Rodheim, Führer-HohensolmS sowie Witwe Weißbrot und Ehr. Rau zu Salzböden. Desgleichen wiirden auch die weiblichen Tieiistboten El. Michel, K. Bork-Krofdorf und A. Steinmüller-Rodheim mit Aus- zeichiiungen bedacht.
•• Hungen, 19. Ian. Heute früh fand ein nach seiner Arbeitsstelle gehender Bergniann im Walde an der Hungen- Schottener Straße unmittelbar an der Geniarkungsgreuze einen etwa 60 bis 70 Jahre alten, anscheinend dem Arbeiter- stande angehörigen Mann an einem Baurn erhängt. Die Person des Selbstmörders, wie die Gründe der Tat finb gänzlich unbekannt. Alan fand bei der Leiche nur einen Geldbetrag von 1.80 Mk.
Friedberg, 19. Ian. In der gestrigen Sitzung der S t a d t v e r o r d n e t e n - V e r sa ul m l i> n g gab Bürgermeister Stahl eine genatie Darstelliing des Uii g l ü eks fa l l es im Gaswerk, wie er nach den Gutachten der Saehverstündigen und der geführten Untersuchung sich wohl ziigetragen hat; er führte etiva folgendes aus:
Das Gas fommt zuerst in einen Mester und einen Reiiiiger. An bem Gasmesser war der Zuleitimgsbalm der Wasserleliluig ausgestellt tmb nicht wieder geschlossen worden, der Absiilßhahn aber war vcrftovft. Infolge dessen drang Wasser nach bem Haupt» rohr und füllte dies so, daß dcni (Vas der Durchgang verivehrt wurde und es sich preßte. Nach Millernacht wollte (Vasverivalier L'iefc das Wasser aus dem Hauplrohr enl'ernen und stieg nut dem Arbeiter Weißel in den Schacht, um an der lie’nen Rohrstelle den Deckel an einer Flanche zu lösen und das Wasser zum Abläufen zu bringen. Es muß dal ei nicht mit der nöligen Vorsicht ver'alnen ivorden sein, beim nach Lösung des Teckels drang Wasser und Gas mit solcher Wucht aus, daß beide betäubt wurden und den Tod sanden. Ein Schließen des Deckels war jetzt nicht mehr möglich und sämtliches Gas mußte entweichen. Bei allem Unglück war es noch ein Glück, daß feine Explosion stattsand; die Gefahr hierzu lag außerordentlich nahe. Tie Ent ernung des Wassers hätte übrigens auch noch aiü andere Weise durch eine Vorrichtung, welche sich im Hose befindet, auf gefahrlose Weise geschehen können.
Wegen der Fürsorge für die Hinterbliebenen teilt der Bürgermeister mit, daß Frau Liese 50 Prozent Rente, etwa 1700 Mk. jährlich, erhält. Die Familie des Arbeiters Weitzel erhält 60 Prozent, etwa 650 SJtf., jährlich. Seitens der Stadt werden bis zur Regelung der Unfallrente einstweilen für Frau Weitzel 150 Mk. bereit gestellt. Frau Liese erhält Gehalt und Wohnung bis zum 1. April weiter. Tie Kosten der Ucberführung der Leiche des Verivalters Liese nach Luckenwalde und des Arbeiters Weitzel nach Bruchenbrücken übernimmt die Stadt. (Ob. Anz.)
Darmstadt, 19. Jan. Bezüglich de§ gemeldeten Vorfalles in der städtischen Tanne ist nach den anoestellten Untersuchungen mit Sicherheit anzunehmen, daß es sich um einen Selb st Mordversuch deS krankhaft erregten Knaben handelt. — Hochbetagt starb hier ein alter Liberaler, Buchdruckereibesitzer Hermann Edelmann. Er war in der Aera Dalwigk Herausgeber der,Main-Ztg.", des Organs der ,hessischen Fortschrittspartei^, wie die Ratw- nalliberalen sich damals nannten.
R. B. T a r m sta d t, 19. Jan. Eine schlichte, aber würdige Feier zur Wiederkehr der Begründung des deutschen Reiches veranstaltete heute abend der Alldeutsche Verband in Verbindung mit anderen nationalen Vereinen. Ten Mittelpunkt der Feier bildete die Festdichtung „Aus dem Leben des ersten deutschen Kaisers" von Tr. Ed. Otto, die von Frl. Bertba Hacker, illustriert von zahlreichen Lichtbildern aus dem Leben des Kaisers, in schwungvoller Weise zum Vortrag gebracht wurde. Eine Festansprache des Vorsitzenden, Oberlehrer Hen sing, und Liedervorträge des hiesigen Konzertsängers H. Reinhardt sowie weitere Reden und gemeinschaftliche Gesänge trugen viel zur Verherrlichung der Feier bei.
ICiinft und Wissenschaft.
— „Und Pippa tanzt", Gcrhart HauptmannS neues Märchenbrama, toeirbe am.Freitag im Berliner Lcssingtheater nach den ersten Akten mit starkem Beifall ausgenommen, während der letzte Akt auf entschiedenen Widerspruch stieß. Die tanzende Pippa soll wohl die Personifikation des tanzenden Funkens sein. Eine feindliche Macht stellt ihr nach, ein freundliche sucht sie umsonst zu behüten. Pippa tanzt und erlischt. Diese Pippa führt Hauptmann mit dem phantastischen wandernden .Handwerksgesellen des Märchens zusammen Sie wollen miteinander in die Märchenstabt Venebig pilgern. Mer da Pippa gestorben, bleibt ihm nichts als seine irre Phantasie, die ihm ihren Besitz vortäuscht. Diese dunkle Inhaltsangabe mag, so lesen wir heute in der „Frkf. Ztg.", andeuten, wie dunkel, unverständlich, verschwommen und gestaltenlos dieses neue Hauptmaunsche Drama ist. Dem ersten Akt ist noch dramatische Den>egung gegeben, die anderen verlieren sich gänzlich in graue Symbolik. Nicht einmal den Märchenton zu treffen, ist Hauptmann gelungen. Der Dialog ist bald schwülstig, bald banal. — Dieses „Glashüttenmärchen" in vier Akten wird, in würdiger Ausstattung, von S. Fffcber. Berlin s»»b»n in Nucuform veröffentlicht.
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 19. Jan.
Die Strafkammer verurteilte den 18 jährigen Bergmann W. S. von Höckersdorf wegen versuchten Sittlichkeitsverbrechens zu 7 M o n a t e n G e f ä n g n i s. Er hat ein achtjähriges Mädchen von Ilsdorf, das nach Lardenbach zur Schule geht, unter* Wegs angepackt und nach dem Wald zu getragen, in der Msicht, es zu vergewaltigen. Auf das Geschrei des Kindes nahm er von seinem Vorhaben Mstand. Das Gericht zogbie Jugend und das Geständnis des Angeklagten, sowie den Umstand, daß nachteilige Folgen für das Kind nicht eingetreten sind, sirafmindernd in Betracht, doch sah es sich veranlaßt, über die Minimalstrafe hinauszugehen, da es sich um ein Kind handelt, das genötigt ist, um die Schule besuchen zu können, von einer Ortschaft nach der andern zu gehen, und derartige Kinder dem Schutze des Publikums empfohlen sind. Mit Rücksicht auf das sofortige Geständnis wurden ihm vier Wochen der erlittenen Untersuch- ungsh'st auf die Strafe angerechnet. — Der Taglöhner K. R. von Todenhausen war von einem Händler in Bad-Nauheim beauftragt, in Reichelsheim» Kartoffeln zu verladen. Er hatte die Weisung, falls er etwas von Gerätschaften nötig habe, sich an eine dort wohnende Wirtsfrau zu wenden. Als er feine Arbeit beendet hatte, ließ er sich von der Frau, unter der Angabe, er habe Geld notig und sei beauftragt, falls er etwas nötig habe, sich an sie zu wenden, 2 Mark geben. Es wurde gegen ihn Anklage wegen Betrugs erhoben, was seine Verhaftung zur Folge hatte, da er rückfällig ist. In der Verhandlung gab er an, die Weisung seines Auftraggebers so verstanden zu haben, wenn er überhaupt etwas nötig habe, sich an die Frau zu wenden. Das Gericht hielt dieses Mißverständnis nicht für ausgeschlossen, weshalb es zum Freispruch kam. — Der Maurer I. Sch. von Ober-Wöll st adt kam in angetrunkenem Zustande in eine WirtsHaft und fing mit einigen Gästen Streit an, tvobei er mit seinem etoef auf verschiedene einschlug. Er wurde hmausbefördert und erhielt eine gehörige Tracht Prügel, sodaß er sich in ärztliche Behandlung begeb-n mußte. Der Arzt stellte außer Beulen und Hautabschürfungen auch zinci Messerstiche fest. Sch. brachte die Sackte zur Anzeige, was zur Folge hatte, daß außer ihm sich der Maurer A. V. und die Zimmerleute M. V.,
Fr. M. und Th- F- von Ober-Wölkstadt, vor dem Sckwffeiv-' gerickit Friedberg wegen Körperverletzung zu verantworten hatten. Da die Sache nicht aufzuklären war. endigte die Verbandliing mit Freisprechung ber Angeklagten, außer dem Antragsteller Sch., der zu 25 Mk. Geldstrafe verurteilt wurde. Dessen Strafe fiel um deswillen so gering aus, weil er erhebliche Verletzungen davongetragen hat. Er erhob als Nebenkläger Berufung und d"s Gericht kam ans Grund ber erneuten Beweisaufnahme zur Verurteilung des A. unb M. V. sowie des M. zu je einer Geldstrafe von 5 Mark, währenb das Urteil im übrigen seine Bestätigung fand. Daß die an Sch. festgestellten Messerstiche von den Verurteilten herrühren, konnte des Gericht nicht als erwiesen annehmen, da auch die Berufuugsverhandllma kein klares Bild über den Vorfall lieferte. — In einer Wirtschaft zu Friedberg kam cs zwischen Schülern der C/.i.crbcafcbemie und den Mitgliedern des Artillerievereins zu einem Wortwechsel, da sich ein Schüler gegen die Wirtssrau sowohl, als auch gegen die Militärvereinsmitglieder unanständig benomm-m hatte. Es kam zu einer Rauferei, bei der einige Gewerbeschüler Verletzungen erhielten. Einer der Verletzten stellte gegen, drei Mitglieder des Militärvereins Strafantrag, aber das Schöffengericht konnte die S'-che nicht aufklären unb ließ Freisprechung cintrctcn. Der Antragsteller verselgte als Nebenkläger Berufung und wies durch eine große Anzahl Zeugen nach, daß die Verein sangehörigen F. und L. mit ihren kräftigen Fäusten die Gewerbeschüler wie Fliegen zu Boden schlugen. Es wurde festgestellt, daß von beiden Seiten Tätlichkeiten verübt werden sind, denn F. stand mit zerrissenem Kr-gen und losgerissener Uhrkette da. Das Gericht war mit der ersten Instanz der Ansicht, daß die Studierenden durch ihr Betragen den Streit hervorgemfen haben, doch wurde angenommen, daß die Angeklagten bei ihrer Verteidigung zu weit gegangen sind. F. unb L. wurden zu je 25 Mark Geldstrafe Verurfcift ruh b s bestät'at.
Gerrchtssacrl.
0 Marburg, 19. Jan. Die zur Zeit im Zuchthause zu. Ziegenhain befindliche 26 jährige Dienstmagd Marie Bieiung aus Marbos bei Schlüchtern entwendete in einer hiesigen Klinik, in der sie kurze Zeit weilte, einer kranken Frau Uhr und Börse und verschwand dann heimlich nach Kvssel. Die Marburger Str;, ffammer verurteilte die rückfällige Diebin zu IV2 Jahren Zuchthau s________________________________________________________
Nnsvcrsrtäts-NachrLchten.
— Prof. Dr. Paul Drude. Direktor des Physikalisches Instituts an der Berliner Universität, ist zum ordentlichen Mitglied der physikalisch-mathematischen Klaffe der preuß. Akademie der Wissenschaften gewählt und bestätigt worden. — Zu ordcntl. Mitgliedern der Kvnigl. Wissensch-Etlichen Deputation für das Me- dizimllvesen wurden die Geh. .Medillnalräte Prof. Dr. Georgt G^sskv, Direktor deS Instituts für Jnfcitfonslstankheiten in Berlin und Dr. F-raenkel berufen.
^3ricfhaften Cer Redaktion.
(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt).
D. Für die repräsentaiive Rolle, die er zu spielen hat, erhält ber Präsident Frankreichs ein Jahresgebalt von 1 200 000 Fres., also genau 100 000 Fres. im Monat. Als Dienstwohnung hat er ben Crlntevalaft.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witternug itt Hessen für Sonntag, ben 21. Januar 1906: Zeitweise heiter, trocken, nachts leichter Frostz auch am Tage noch etwas kalter.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
Te!efcnsscfoa Kursberichte
des Giessener Anzeigers. mitg< und Industi
Frankfurter Börs
3'Xe/0 Eeichsanleihe . . 100.90 3% do. . . 89.00 3^6/0 Konsols .... 101.00 3% do 89 CO
3%°/0 Hessen 100.00 3^°/n Oberbessen . . . —.—
4 °6 Oesterr. Goldrente. . 100.30 4‘/8 % Oesterr. Silberrente 101.10 4% L’mrar. Goldrente . . 96.70 4% Italien. Rente . . . 106.00 3% Portugiesen Serie I . 68.00 3% Portugiesen III 68 00 i%°'0 russ.Staatsanl. 1905 92.40 4 n japan. Staatsanleihe 95.75
1 % Conv. Türken von 1903 91 40 Türkenlose ... . . 145 20
4 % Griech. Monopol-Anl. . 53.60 4% äussere Argentinier . 90.75 3°/0 Mexikaner . . . 67.10 4 XA °i0 Chinesen . . . 98 35
Aktien:
Bochum Guss 245.50
Buderus E. W 135.00
Tendenz: fest.
berliner Börse, 2
Canada E. B 177.90 Darmstädter Bank . . . 147.80 Deutsche Bank .... 241.70 Dortmunder Union C. . . 95.60 Dresdner Bank .... —
Tendenz: fest
teilt von der Bank für Handel ie, Giessen.
c. 20. Januar, 1.15 Uhr.
Elektriz. Lahmeyer . . . 137.75 Elektriz. Schuckert . . . 129.00 Esch weil er Bergwerk - . 262.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 226 50 Hamburg- Amerik. Paketf. 166 90 Harpener Bergwerk. . . 215 90 I.aurahütte 24 .00 Nordd. Lloyd 127.00 Oberschles. Eisen-Industrie 131 70 Berliner Handelsges. . . 173.30 Da? ?nstädter Bank . . . 148.00 Deutsche Bank . . . 241 75
Deutsch-Asiat. Bank . . 183.00 Diskonto-Kommandit. . . 18^.80 Dresdner Bank ... 166.00 Kreditaktien 212.40 Baltimore- und Ohio-
Eisenbahn 117.20 Gotthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 23 90 Oesterr. Staatsbahn . . . 142.80 Prince-Henri-Eisenbahn . 129.00
v Januar, Anfangskurse Harpener Bergwerk . 216.20
Laurahiitte 247.50 Lombarden E. B . 24.00
Nordd. Lloyd ... . 126.50
Türkenlose 144.00
„Ans der Fntcrrrat. Kochlunstausstellnng in Wien wurde der Hess. Wurst- Fleischwarensabrik von Karl Zahn, Gladenbach, trotz der großen Konkurrenz die goldene Medaille zuerkanut. Gewiß ein sprechender Beweis für die LcistungsfähigLeit der Firma/' 521
Kriginal-Iraylmcionngen.
23 e r 11 n, 20. Jan. Ter „Vorwärts" meldet: Der hiesige Polizeipräsident werde morgen eine Bekanntmachung erlassen, in der er vor^ Ausschreitungen am Sonntag warnt, da er solchen mit allem Nachdrucke, nötigstenfalls mit den äußersten nach dem Gesetz zulässigen Mitteln entgegentreten werde.
Berlin, 20. Jan. Ter Ncichstagsa.bg. S-artoriuS hat sich dem Abgeordneten Müllcr-Meiuingcn gegenüber auf Ehrenwort verpflichtet, sein Reickst^gs-Mandat niederzu- legen. — Die für sämtliche am 21. Januar im deutschen Reiche stattfindenden sozialdemokratischen Versammlungen vorgeschlagene Resolution ist eine Verherrlichung der russischen Revolution.
W i t t e n b e r g z 20. Jan. Vom Sturm wurde hier ein Postwagen vom Bahnhof-Perron auf das (Älerse geschleudert und von dem heranbrausenden Zuge samt Inhalt vernichtet.
H a m b u r g, 20. Jan. Tie Mtonaer P olizeiunter- sagte den Inhabern der Anschlagsäulen die Plakatier- ung der Aufrufe zum Besuch der Temonstrations- Versammlungen am Sonntag.
London, 20. Jan. Nach Meldungen ans Newt)ork erregt die Nachricht aus Paris, Frankreich werde sich nicht mit einer Bl 0 kierung La Guayras begnügen, sondern Truppen landen, lebhafte Beunruhigung. Eine solche Maßregel würde große Aufregung in der Union erregen. Wie der „Hcrald" metbet, habe ein Regicrungserlaß bie Ausweisung der Direktoren Jacoux 1:11b Bvurgee von der fr.m'ös. Gesellsehaft in La Guayra anbefohlen.
Loiibon, SO ,,Gve:.i: g Standard" wird au$ Brest


