Erstes Blatt
Amts- Md MZeigeblatt für den Kreis Sichen
Die heutige Dummer umfaßt 16 Seiten.
kolonialen Mi
diictume
156. Jahrgang
Nr. 17 trlAelnt täglich außer Sonntags.
De:u Gießener ^l^ctqer werden im Wechsel nut dem hessischen Landwirt die Gießener Kamilicn. blätler viermal in der
Woche bciqeleflL Rotationsdruck il Verlag der Brüh l'scheu Un ivers.-Buch-»l. Stein- bmrferet. R. Lange. gUöafnon, Erveduio« und Druckerei:
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Verantwortlich für den polit. und allgem, Teil: V. W'ttko: tut .Stadt and Land^ und .Gerichtssaal*: Ernst Heß; für den Anzeigenteil: Hans Beck.
Samstag AO.JmmKv 1906
Bezugspreis:
monatlich 7oPf^ viertel-
rtusland.
London, 19. Jan. Nach den bis beute abend ein- gegangenen Wahlergebnissen sind gewählt: 224Liberale. 35 Mitglieder der Arbeiterpartei, 96 Unionisten, 72 Nationalisten. Bisher gewannen die Liberalen 120, die Arbeiterpartei 28, die Unionisten 4 Sitze, die Nationalisten 1 Sitz.
— Nach einer Depesche auS Aldershot beabsichtigt das Kriegsdepartement, die gesamten Küstenverteidigungswerke von der Themse bis nach Plymouth mit sechs- und neunzölligen Geschützen neu zu armieren und die gegenwärtige Armierung von vier- und siebenzölligen zurückzuziehen.
Paris, 19. Jan. Falliöres erklärte dem Senator Destournelles de Constant, welcher ihm die Glückwünsche der Gesellschaft für Einführung des Schiedsverfahrens zu seiner Wahl als Präsident der Republik überbrachte, er könne nur die Bemühungen dieser Gesellschaft billigen und ersuche sie, ihr Werk fortzusetzen.
— In der Kammer wies Brideau auf die wirksamen Bemühungen Englands hin, die Handelsflotte indirekt zu unterstützen. Er legt dar, welche Vorteile Deutschland der H a n d e l s m a r i n e biete. Deutschland unterstütze indirekt die Handelsmarine.
Lemberg, 19. Jan. Blättermeldungen zufolge nehmen die antisemitischen Bauern unruh en in der Umgebung von Nadworna einen ernsten Charakter an. Viele jüdische Familien flüchten. In Worochia überfielen die Bauern das dortige Krankenhaus, mißhandelten und töteten einenVater.
Außtand in Nöttn.
Die „Petersb. Tel.-Ag." schreibt: Während der beiden lebten Monate 'haben unter dem Einfluß der Revolutionäre, die danach strebten, buiJi Herbeiführung des wirtschaftlichen Ruin? die Bevölkerung zu Verzweiflungslrteu zu treiben, viele Privatpersonen und russische Handelshäuser damit begonnen, ihr Vermögen nack' dem Ausland zu schaffen. Gewinnsüchte Leute. Spekulanten auf der Börse auf Baisse der russischen F-ondsioerte und des Rubelkurses ver sichern den Besitzern russischer Papiere.
fahr der Sozialdemokratie hinzukommt. Vorschläge eines Herrcnhansuiitgl'edes.
Em Mitglied des preußischen Herrenhauses veröffentlicht in der „Kreuzztg." eine Reihe von Vorschlägen, nm die Sozialdemokratie unschädlich zu machen. Tas Wahlrecht und das Koalitionsrecht sollen zunächst unberührt gelassen werden. Wer, so befürwortet das um die Zukunft des Staates besorgte .Herrenhausmitglied, „man erneuere das Sozialistengesetz mit den durch die neuesten Erfahrungen gebotenen Änderungen". Zu diesen Änderungen gehört die Ausweisung über die Rcichs- grenzen. „Damit würde den Herren Bebel, Singer, Arons e tutti guanti sehr bald Gelegenheit gegeben werden, an den gastlichen Usern der Themse oder den Schweizer Seen wieder in die bekannte Villa mit dem Eingang „Nur für Herrschaften" ihren Einzug zu halten." Ter Stich auf die LuxusgewoKuheiten sozialdemokratischer Führer ist nicht übel. Nur wird das Herrenhausmitglied an diesem gewaltsamen Domizilwechsel kaum so bald sich erfreuen können. Ter Einsender des Artikels erwartet selost nicht, daß der jetzige Reichstag ein solches Gesetz annehme. Wenn aber die Regierung den Reichstag auflöse und auf die schrecklichen Vorgänge in Rußland Hinweise, und die von außen drohenden Gefahren ihre Wirkung üben, so erscheine es keineswegs ausgeschlossen, daß auch die Mehrheit des Volkes sich aufraffe und der Negierung eine scharfe Waffe liefere. Erfülle sich auch diese Hoffnung nicht, so müsse allerdings in den Kampf getreten werden, wie er ähnlich vor fast 50 Jahren in Preußen geführt wurde.
Immer dieselben Selbsttäuschungen. Eine Rerch»- tagsauslösung mit der Parole eines neuen Sozialisten gesetzes hätte auf gar kernen Erfolg zu rechnen, allenfalls auf das Ergebnis, daß dre Sozial- d em o kr a ti e mi t Ver st är ru n g zurü ckkeh r te. Und eine Wiederholung des Kampfes, „wie er ähnlich vor fast 50 Jahren in Preußen geführt wurde", sollte man besser Nicht an die Wand malen. Doch das Herrenhausmitglied spricht den Regierungen selbst die erforderliche Festigkeit ab. „TU lieber Gott", so äußert sich das Herreuhausnirtglied ketzerisch und satirisch über die hohen Regierungen, „die lassen zum Teil die Zügel vollständig schb-'.sen". Das Herrengausmitglied hat leider nicht davon gehört, daß von Berlin aus eine ernste Mahnung an die Regierungen ergangen wäre, die „ihre Landtagswahlrechte in radikalstem Sinne urngestal- ten". Tie Wahlrecht sre formen außerhalb Preußens üben einen kräftigeren Truck ans, als ede Agitation es vermöchte. Was anderswo tunlich ist, weshalb soll es gerade in Preußen untunlich sein? Eine M ahn iingvon Berlin aus würdesichketne Regierung gefallen lassen. Ter Gedanke ist auch nirgends erwogen worden.
artig sein. f .
Tie französische Regierung hat den Kreuzer, Lalande" nach den marokkanischen Gewässern entlaubt! mit der Aufgabe, alle Schiffe zu beschlagnahmen, welche sich mit Schmuggel befassen.
Tie dritte Tivision des amerikanischen Ge^ schwaders, bestehend aus vier Kreuzern nnt dem Admiral Sigsbe an Bord des Kreuzers „Brooklm", ist ur Tanger eingetroffen und wird die mittelländischen Hasett während der Konferenz anlaiisen.
Anläßlich des Mlebens des Staatssekretärs Frhrn. von Richthosen stattete der Vertreter Frankreichs in Algeciras, Revoil, oem deutschen Botschafter v. Rado Witz einen; Beileidsbesuch ab.
Wing 461 Sen6Äfiriebene
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ltö iür Kornor ein ‘hrlisig Nultenntnih w Ollen» gesucht.
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tärs verleitete öfsentlick^e Meinung jenseits der Vogesenf werde die nationale Ehre für gefährdet erklären und di« Regierung zum Bruch mit Deutschland treiben? Franzose liest von der „unbestreitbaren, bei der^ Artillerie geradezu wunderbaren Ne ber- legenheit" der französischen Armee über die deutsche. Er hört das die schmerzlichste Erinnerung, weckende Wort „Faschoda". Er weiß, daß der Staat, der damals im Sudan die Republik demütigte,. England, heute an ihrer Seite gegen Teutschlands Marokkoforderung ^-rortc modit. Muß da nicht, zumal bei der Iieizbarkeit und Schwungfähigkeit der gallisck>en Volksseele, das Verlangen brennenb werden nach „Revanche" in der ?yornt emer Brüskierung Teutschlands in Mgeciras? Gerade well; Teutschland nicht nach Krieg verlangt, bleibt, wie die „Vosf.^ Ztq." mit Recht bemerkt, die glühende Sprache der fran-< zösisch^n Militärs ein beachtenswertes Stimmungssvmptomsi
Währenddessen finden tröst der bündigsten Erklärimgen^ unserer Tiplomaten und Militärs im Auslande naaj tote vor selbst die unwahrscheinlichsteii Berichte über aktuelle! deutsche Kriegsrüstungen gläubige Leser So hap der Berliner Vertreter der amerikan. „Äfsoeiated Preß rttott unser m Wolffschen Telegrcphenbureau vergleichbar kürzlich gekabelt, daß um die Jahreswende seitens der! preußischen Eisenbahnverwaltung 20 000 neue Frachtwagen für im ganzen 200 Millionen Mark in Teutschland, Belgien, .Holland, der Schweiz und Italien mit der Klausel ttt 23e-i stellung gegeben worden seien, daß die Lieferung bis Mittel Februar erfolgen müßte. Zurüügcführt wird dieset eilt Bestellung — und zwar unter DerusunAvus, amtliche Stellen; — aus die Initiative des — Großen General-, sta bes (!), der für den 1. März, den angeblich kritischen Tag, diesen Wagenpark „für besondere 80 0 0 00 Mann brauche, die nach der französischen Grenzq geworfen werden sollen." Schon im letzten Sommer haben die smarten Yankee-Berichterstatter die Mtualitap einer Kriegsfrage soweit überschätzt, daß derselbe Vertretet der „Associated Preß" von seinen Chefs in Newyork bie telegraphische Weisung erhielt, „nach der Front abzureisen/1 Tie überhitzte amerikanische Reporterphantasie hat jetzt erne^ noch anmutigere Blüte gezeitigt. Ter Kaisermanover-Pboto^ graph Kühn und eine große Berliner Kunst- und Photos graphenhandlung sind mit Kabelbestcllungen alter Manover-s ansichten und Bilder aller höheren Generäle geradezu über*, häuft. Man sagt sich wohl mit Recht, daß das Kriegsbericht-, erstattertum und das Geschäft des fliegenden Photographen; in einem künftigen großen Völkerkouflikt ziemlich aus geschaltet bleiben wird und sucht auf diese Art „Schlachtenbilder" vorzubereiten. Tieser Weg, amerik. Dollars ist Teutschland in Umlauf zu bringen, dürfte immerhin new«
gierungen ist doch unverkennbar. Es dürfte im Ausland sogar mit Befriedigung vermerkt werden, daß zum ' ßgeschick Teutschlands die Ge - il'demokratie hinzukommt.
„Tie Schmach von Tanger
Aus Algeciras wird berichtet, daß eine gewisse erwartungsvolle Schwüle die allgemeine Stimmung beherrscht trotz aller Zuversicht auf ein befriedigendes Ergebnis der Konferenz. In einer Unterhaltung mit cuiem französischen Politiker äußerte dieser, bisher sei absoliit nichts Sensationelles, ja nicht einmal etwas neues aus fr; en Krmferenzverhcmdlnngen zu melden. Es habe ja den besten Eindruck gemacht, daß der Herzog von Almodovar und Revoil gleich von Anbeginn an den Grundsatz der „offenen Tür" in kommerzieller Beziehung proklamiert haben. Damit seien aber doch die wirklichen Schwierigkeiten nicht gelöst und man habenden Eindruck, daß man in gemeinsamem Einverständnis zögere, an die totr 1== lich schwierigen Fragen heranzutreten. Selbst die Frage des Waffenschmuggels bleibe auch nach dem Gedankenaustausch am Donnerstag durchaus offen und die Beratungen hätten nicht einmal eine Andeutung darüber ergeben, welche Ansicht bezüglich der Ueberwachung im Innern und der Küsten Marokios wohl den Sieg davon- traqen werde. Der französische Politiker kam dann aus die deutschen Delegierten zu stechen und sagte, daß sie ja einigen Journalisten gegenüber sicy versöhnlich ausgesprochen; sie dürsten sich aber woyl selbst bewußt sein, daß sie sich gar nicht anders hätten ausjprechen können, und daß ihre Erklärungen geradezu banal gewesen seien. . . ,
Noch intensiver scheint die Schwüle zu sein in den militärischen Kreisen Frankreichs. Em von der Voss Ltg" veröffentlichter Artikel des führenden militärischen Blattes „La France mUitatre vom 13 d. M. fordert umsomehr die Beachtung heraus, als die militärische Fachpresse Deutschlands, soweit zu übersehen ist, zum Maroklokonflikt und seinen eventuellen Folgen bisher nicht Stellung genommen hat. Tas ftanzo,i|che Blatt s 0 r d e r t von der Regierung den Entschluß, gestutzt aus die Armee, die Ansprüche Frankreichs durchzusetzen und den Forderungen Teutschlands nicht n a ch z u g e b e n. Das französische He e r sei ]o kraftvoll und kriegsbereit, daß zur Schmach von Faschoda sich nicht die nach größere von Tanger gesellen k^Sie Schmach von TangerEs ist da von der Leidenschaft ein Schlagwort in das französische Volk hrneinge- schleudert, das für solche Sckilagworte besondere Enip.anFUch- keit besitzt. Also die militärifck)e Ehre der Republik verbietet ein Eingehen auf die Forderungen Teutschlands! Wenn nun aber die französisck>en Diplomaten anderer Memung sind — und bis auf weiteres muß man es annehmen, öenn sonst wäre die Befchickmig der Konferenz seitens.Frank- reicbs eine Komödie —, erscheint da nicht die Besorgnis begründet, die durch die hochfahrenden Artikel der Mill-
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D btabiidfligl, an einem . Wauplatw eine Anzahl ifftuüVnw Häuser »"von 20-25 000 . Rksiellvüen bitte sich in Verbindung zu ietzerü tz. Diun.
ellennecbende > u. andere erhallen geg. onalsabonucmenl Mch n) mgl die Originalkopie 0. d.gelesensienu.gro8t Tagerzeiiungen durch t, Kranksurt a.M., nipnuzcn-Lir. bi.
»r eines ßuduslnewnkes »bfl.biltel'reunblidijium leben voll E Mack uerlegung einer L«b^ tngspohee, bei 019 Jg* uni. Pünltüd)« vier cl- licke Augeboie inner40'
Bvpoüiek.
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> Ktrchcuplas 15, od.-Uavchcnqciich riktstratr lili« f(i< iBenberg, Tlorftitr, 27, chet rieuftmädche» fleiuebt »(..giuDnt Vernkardlsbäulerdoi.
Mra=2ns
Ludwig-Platz 3.
Tendenz sremdtändischec Re-
Gesellenprüfung.
Die diesjährigen gesetzlichen Gesellenprüfungen stnden in den Monaten März und April statt.
An derselben können alle jungen Handwerker aus Gießen, Heuchelheim, Wieseck, Altenbuseck, Settern, Großenbuseck, Burkhardsfelden, Hausen, Watzenborn-Steinberg, Leibgestern, Langgöns, Großenlinden, Kleinlinden, Rödgen, Annerod, Trohe, Garbenteich teilnehmen, deren Lehrzeit spätestens am Schluß der Prüfungen beendet ist.
Anmeldungen zur Prüfung sind unter Benutzung des vorgeschriebenen Formulars (bei dem Unterzeichneten erhältlich) bis zum 18. Februar an den unterzeichneten Ausschuß zu richten. Die Prüfungsgebühr beträgt 3 Mark und ist mil der Anmeldung an den Unterzeichneten einzusenden.
Wir machen insbesondere daraus aufmerk'am, daß die Ab- legnug der Cesellenyrufung u. A. al? Vorbedingung für die Anleitung von Lehrlingen und die Führnng des Meistertitels erforderlich ist, ihre Versäumnis daher später empfindliche Nach teile im Gesollt hat.
Gießen, den 13. Januar 1906.
Der Prüfungsausschuß des Ortsgewerbevcreins zu Gießen.
Trab er, Vorsitzender. ___________
Gesellenprüfung.
Die diesjährigen Gesellenprüfungen finden im Monat April statt.
An derselben können alle jungen Handwerker teilnehmen, Seren Lehrzeit spätestens bis am Schluß der Prüfungen beendet ist.
Anmeldungen zur Prüsimg sind unter Benutzung de? vorgeschriebenen Formulars (bei dem Unterzeichneten erhältlich) bis zum 1. März an den unterzeichneten Ausschuß zu richten. Die Prüfungsgebühr beträgt 3 Mark und ist mit der Anmeldung an den Unterzeichneten einzusenden.
Wir machen insbesondere darauf aufmerksam, datz die Ablegung der Gesellenprüfung u. A. als Vorbedingung für die Anleitung von Lehrlingen und die Führung des Meistertitels erforderlich ist, ihre Versäumnis daher später empfindliche Nach- teile im Gesolge hat.
Grünberg, den 16. Januar 1906.
Der Prüfungsausschuß des Ortsgewerbevereins zu Grünberg. H. Schmidt. I.
Der role Sonntag.
Tie für morgen getroffenen Maßnahmen in einigen norddeutschen StÄiten sind ganz außerordentlich. ^Aus Berlin wird uns heute von befreundeter Seite il a. folgendes geschrieben: _ .
Tie Polizei ist in fieberhafter Tätigkeit, die Säbel werden cieschlifsen. Man rechnet mit Demonfi^atumen von i/L. Million Sozialdemokraten. Den ganzen T-aa hat die Polizei Dienst auf der Straße. Sie ist schtver bewaffnet.
In der Span datier Garnison dürfen dre Truppen die Kasernen nicht verlassen. Alltäglich tverden Probe-Alar- mierungen vorgenommen. Die Wachen des Waffendcpots iotvie die Gendarmerie in den bei Spandau liegenden ländlichen Ortschasten, wo zahlreiche ölirbciter wohnen, find
verstärkt. . ,
In Hamburg wurde eine auf Frertag abend ein* berufene Versammlung der Metallarbeiter von der Polizeibehörde auf Grund des Vereinsgesctzes verboten. Tie Polizeibehörde machte folgendes bekannt:
Nachdem sich an die sozialdemokratischen Versammlungen vmn 17. Januar Auflehnungen schwerster Art gegen die ö st entwiche Ordnung angeschlossen hatteii, wird die Polizetbehorde offen t l i ch e V e r s a in m l u n g e n für den 21. und 22. I a n. und für die Tage, an welchen die Bürgerschaft über die Wahl- rechtvorlage verhandelt, aus-nahmslos verbieten, und sonstige öffentliche Versammlungen in der nächsten Zett nur m ganz besonderen Fällen znlassen. Umzüge werden bis auf Weiteres überhaupt nicht gestattet. .
Bei den Hamburger Wahlrechtsdemonstrationen am ir. Januar sind nach amtlichen F-eststellungen 16 Polizisten und 3 6 Demonstranten schwer verletzt worden.
Internationale Vcreinbarungtn gegen die Sozialdemokratie.
Eine Reform des Landtags Wahlrechts steht bekanntlich anch in Sachsen in Aussicht. Tie dortigen Konservativen sind aber offenbar nicht der Meinung, daß dies der sozialistischen Agitation Abbruch tun werde,denn ihr Preßoraan nimmt den E-ebanken wieder auf, dura) eine internationale Ver einbarnng dem inter- natioualen Sozialismus entgegenzutreten. Tie Kreuzztg." bezweifelt resigniert, daß dieser Gedanke auch nur entfernte Aussicht auf VerwirMchung habe, sei es doch nicht einmal möglich gewesen, die nationalen Parteien in Deutschland hinsichtlich ihrer Halttmg gegen dre Sozialdemokratie unter einen Hut zu bringen, d. h.^rn diesem Fall, Ausnahmegesetzen geneigt zu machen ^ie Aussichtslosigkeit eines internationalen Vorgehens ist besonders darin begründet, daß die Sozialdemokratie m Deutschland anders gieartet ist, als in anderen Ländern. Bei uns wird der Klussenkampf durchgefochten von einer auf das straffste disziplinierten Organisation. England und die Ver Staaten kennen überhaupt feine Sozialdemokratie in diesem Sinne, und von dem mehr auf nationale Jnter- pikn aerichteten Charakter der sranzüssichen Sozialisten hat ZaurÜ milüngst Z-ugnir aSg.. -a. U°b-:dle,S ist d>° »oft. tifcbe Welllaae für eine internallunale auitfozialsti^che <>yi= einbarung besonders utmünstig, denn die auf euw Jfolier- ung Teutschlands abzielende


