Ausgabe 
17.5.1906 Zweites Blatt
 
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scheu, die insgesamt 28 Stein- und 24 Ja-Zettel abgaben (bei einer Stimmenthaltung) fehlte fast die Hälfte Wenn die süddeutschen Abgeordneten, und zwar sowohl die der Linken, wie auch die süddeutschen Zentrumsanhanger und Bauerubündlcr bei der Llbstiminung in 3. Lesung vollzählig erscheinen und so ftimmcn, wie es die Mehrheit des deut' scheu Volkes, die Mehrheit der süddeutschen Abgeordneten wünscht, so ist Aussicht vorhanden, daß die Fahrkartcnstcuer ^H^Süddeutschland wird von der Steuer insofern betroffen, als die in .stürze sich jedenfalls verwirklichende Personen- tarifrcform ebenfalls eine Verteuerung der süddeutschen Fahrpreise bedeutet. Außerdem hat speziell Bayern (und in geringerem Maße auch Württemberg) damit zu rechnen, daß infolge der Verteuerung ein Teil des Durchgangsver­kehrs von Norddcutschland nach der Schweiz und Tirol auf die billigeren österreichischen Bahnen übergeht. Daß man aus diesen Gründen in Bayern der Fahrkartenstcuer keine Träne nachweinen würde, wenn sie abgelehnt würde, ist verständlich.

Aus München liegen übrigens folgende die Situation kennzeichnende Meldungen vor:

München, 16. Mai. In der heutigen Landtags­sitzung kam der Verrehrsminister auch auf die Fahrkartenstcuer zu sprechen, an welcher er selbst keine Freude habe. Er habe sich aber höheren Zwecken unterordnen müssen. Mit besonderem Nachdruck betonte er, daß von einer Verletzung der bayerischen Reservatrechte keine Rede sei, da das Reich nicht die Fahrkartenpreise fest­setze, sondern nur das Recht beanspruche, die auf deutschen Eisenbahnen Reisenden mit einer Steuer zu belegen. Bayern habe kein Sonderrecht, dies zu hindern. Die liberale Fraktion brachte in der .stammer der Abgeordneten einen Antrag ein, die Staatsre gierung möge im Bundesrat der Einführung der F a h r k a r t e n st e u e r für das Reich ihre Zustimmung versagen.

Die Spionage-Affäre Schöne-Brockhufen.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Rechtsanwalt Lieb­knecht veröffentlicht in der Presse zu dein Falle Schöne- Brockhusen eine Darstellung, in der er dem preußischen Minister des Innern vorwirft, in der Sitzung des Ab­geordnetenhauses vom 12. Mai eine in allen wesentlichen Punkten unrichtige Darstellung des Sachverhalts ge­geben zu haben. Der Minister wies in seiner Rede zu­nächst die im Reichstage aufgestellte Behauptung als tatsächlich unrichtig zurück, daß der russische Kaufmann durch die Androhung der Ausweisung in die Notlage habe versetzt werden sollen, um ihn zu dem Verbrechen des Lan­desverrats geneigt zu machen. Er hat im Gegensätze dazu festgestellt, daß diesem Russen genau in derselben Form wie den anderen und selbstverständlich ohne jede Nebenabsicht das Verlassen des Staatsgebietes angeraten worden ist. Weiter teilte der Minister mit, daß sich der Kaufmann zunächst an eine ihm bekannte Privatperson gewendet habe, um die Er­laubnis zu längerem Verweilen zu erhalten, und daß diese Privatperson niemals Dienste für die Polizei verrichtet habe, während der Abg. Bebel behauptet hatte, sie sei ein Agent der Polizei gewesen. Rechtsanwalt Liebknecht teilt in seiner Darstellung den in Betracht kommenden Absatz der Rede des Ministers mit, läßt jedoch, ohne diese Lücke irgendwie anzu­deuten, den Satz weg:Kriminalkommissar hat ihn zu einem solchen Angebote in keiner Weise verleitet." (Hört! hört!) Gerade dieser Satz bildet aber den Kernpunkt dieses Teiles der ministeriellen Ausführungen, da es dem Minister darauf ankam, die Behauptung als unrichtig hinzustellen, daß der Kriminalkommissar Schöne den Russen zu Spionagediemten verleitet habe. Dies ist nicht geschehen. In welcher Weise übrigens die Spionageaffäre in die Ausweisungssache hineingetragen wurde, und mie sie sich im einzelnen abgespielt habe, bat nicht zuverlässig fest gestellt werden können. Der Minister hat denn auch, wie seine Rede klar wiedergibt, es unterlassen, hierüber Mitteilungen zu machen, und sich darauf beschränkt, in der vorsichtigsten Weise eine Vermutung über die von der Privatperson hierbei gespielte Rolle aufzu- stellen. Wenn Rechtsanwalt Liebknecht behauptet, der russische Kaufmann habe in keinem Stadium der Angelegenheit irgend­wie den ernstlichen Willen gehabt, Spionagedienste zu leisten,

genehm verträumen. Die Badezeiten selbst sind nach den heutigen Grundsätzen der Hygiene in solchen Materialien hergestellt, die langen, lieber roten Tonfußböden erheben sich rings an den Wänden glasierte Plättchen mit Ornamenten verziert: die Möbel sollen bequemer und praktischer als seither werden und ab­waschbar sein. Für Bakterien und dergl. unangenehme Gäste soll kein Platz in den neuen Häusern sein, das war der leitende Gedanke bei der Ausbildung des Innern.

Außen sind die Häuser im großen und ganzen recht einfach, ber~ helle Putz unu die roten Ziegeldäawr stehen gut zu dem Grün des Parks. Leider sieht man von oben zu sehr auf die Dächer, aber wie ich hörte, mußten die Häuser aus betriebs­technischen Gründen so tief gestellt werden. Einzelne Teile der Häuser sind höher geführt und tragen zwei etwas reicher ge­haltene kupferne Dachreiter mit UIrren. -sc Uhren sind elektrisch und gehen nach einer Normaluhr, an ie nach Fertigstellung der ganzen Badeanlagc etwa 1012 en angeschlossen sein

werden.

Am sturhaus ist in diesem Winter wenig verändert worden, aber das Wenige ist so viel, daß der Eindruck doch vollständig verändert sein wird. Die selwn im vorigen Sommer benützten Anlagen, , der Musiktempel, die Porter rasse und die steinernen Hallen ih d fetzt ganz fertiggestellt lvordcn. Reiche Malerei schmückt ' Gewölbe, neue künstlerisch ausgeführte Bänke sollen ausgestellt -Werden,. Lorbeerbäume, Schlingpflanzen und Blumen werden bfc Terrassen und die Hallen zieren, und in regelmäßigen Reihen iinb Bäume gepflanzt worden, die kühlen Schatten spenden tollen. Zu gleichem Zweck finb unter der Glashalle Leinen­tücher gespannt worden, damit die Kurgäste nicht mehr über die drückend schwüle Lust zu klagen haben. Auch im Innern ist das Kurhaus mit dem letzten Raum, dem großen Musikzimmer im oberen Stock, jetzt vollständig erneuert. Tas alte nicht mehr einwandfreie Treppenhaus ilt durch ein neues ersetzt worden, das in origineller, künstlerischer Weise beleuchtet ist.

Aeußerlich hat Bad-Nauheim jetzt im großen und ganzen Ruhe vor der Bauerei: außer einer neuen Gärtnerei soll, soviel ich höre, diesen Sommer nichts gebaut werden. In Vorbereitung sind aber eine Reihe großer und wichtiger Neubauten, die sofort nach Schluß derSaison" begonnen werden sollen. Vor allem ein weiteres Badehaus, wieder ein Teil der großen Badeanlage, dann die neue Saline, die eine Nachbarin der Zentrale und der Wasch­anstalt geben soll, eine vollständig neue Küchcnanlage für das Kurhaus, die allein über 100 000 Mark kosten soll und natürlich in einem Winter vollständig fertig gestellt werden muß, ferner eine große Konzerthalle mit ausgedehnten Nehenräumen.

Man sieht, es geht rüstig weiter ans der cingeschlagenen Dahn. Wünschen wir, daß auch der Besuch des Bades entsprechend den guten Erfolgen der Kur, sich immer mehr steigert und daß immer mehr Leidenden die wunderbare Wirkung des Nauheimer Sprudels Genesung bringe.

so entziehen sich derartige innere Vorgänge naturgemäß der absoluten Feststellung. Anzunehmen war aber allerdings nach den Erklärungen der beteiligten Personen, daß bei dem russ. Kaufmann eine Sinnesänderung vorgekommen war. Die vorstehende Darstellung ergibt, daß der Minister nach der Lage der Dinge zu den von ihm abgegebenen Erklärungen ivobl berechtigt war. _____

Deutsches Reich.

Berlin, 16. Mai. Der Reichskanzler emvsing am Mittwoch den amerikanischen Botschafter Charlemagne Tower und hatte am Nachmittag eine längere Besprechung mit dem österreichischen Botschafter Grafen von Szoegpeny- Marich. Der Reichskanzler empfing am Mittwoch auch den Staatssekretär Grafen Posadowsky zu längerer Unter­redung.

Dem preußischen Abgeordnetenhaus ging ein Antrag der Konservativen zu, die Regierung aufzu­fordern, im Bundesrate dahin zu wirken, daß Eingriffe in d i e Verfassung der Einzel st nuten, insbesondere Preußens, im Wege der N eichs g es e tz g e b un g, ver­mieden und jedenfalls nicht ohne Einvernehmen mit den Einzeliandtagen vorgenommen werden.

Urville, 16. Mai. Der Kaiser unternahm heute früh, 8 Uhr mit den Herren seines Gefolges einen Spazierritt. Nach dem Spazierritt hörte der Kaiser die Vorträge des Kriegsministers v. Einem, des Chefs des Generalstabes der Armee, Generalleutnants v. Moltke und des Chefs des Militärkabinetts, Generaladjutanten Grafen von Hülsen- HÜseler.

Heute nachmittag machte der Kaiser mit den Herren seiner Umgebung eine Spazierfahrt in Automobilen und besichtigte dabei die in der Nähe von Urville gelegene Fundstätte alter römischer Gebäude. Hierbei waren zugegen der Bezirkspräsident Graf zu Zeppelin, der Verein für lothringische Geschichte und Altertumskunde und Notar Kelter aus Meß, der die Ausgrabungen leitete.

Ausland.

Stockholm, 16. Mau Der Minister des Aeußern Trolle und der Kriegsminister Ting st en haben ihr Entlassungsgesuch eingereicht.

Cagliari, 16. Mai. Die Beendigung des Aus- standes ist verkündet worden. Morgen werden alle Arbeiter die Arbeit wieder ausnehmen. Eine Kund­gebung wurde heute von mehreren tausend Bür­gern vor der Präfektur veranstaltet, bei der der Armee lebhafte Anerkennung gezollt und gegen die Unordnungen der letzten Tage protestiert wurde. Als der Zug auf eine Gruppe von Manifestanten mit einer schwarzen Fahne stieß, wurde diese zerstört.

Wien, 16. Mai. Kaiser Franz Josef begibt sich am Sonntag zur Eröffnung des Reichstags nach Budapest und fährt von dort am 24. Mai nach dem Brücker Lager zur Besichtigung der Truppen. Dieser wohnen auf besonderer Einladung des Kaisers auch der preußische Generalstabschef, Generaladjutant v. Moltke, und der deutsche Militärattachee Major v. Bülow bei. Am 26. Mai nachmittags kehrt der Kaiser nach Wien zurück.

Konstantinopel, 15. Mai. Nach einer Mitteilung der Pforte sind bei einem U e b e r f a l l e durch eine Gr i e - cheu-Baude bei Grevena 60 Kutzowalachen und 12 Soldaten getötet, 14 Soldaten verwundet und eine Anzahl Frauen entführt worden. Zur Verfolgung dieser Bande wurden mehrere größere Truppenabteilungen entsandt.

Washington, 16. Mai Das' Repräsentanten- haus lehute heute einen Antrag ab, der die Streichung des Artikels der Flottenvorlage verlangt, der die Ermächtigung zum Bau der großen Kriegsschiffe gibt.

Durban, 16. Mai. Unter den Eingeborenen längs der ganzen Grenze zwischen Natal und dem Zululand herrscht wachsende Unruhe. Heute hier eingegangene Berichte bestätigen, daß das Land von Mapumulo in Er­regung ist und daß die Eiugeboreuen-Waffen von den Zauberern besprochen werden.

Peking, 15. Mai. Ter französische Geschäfts!- trägcr hatte gestern in Weiwupu eine Unterredung über die in der Provinz Anhui an französischen Missio­naren verübten Gr c u e I1 a t e n. Einzelheiten sind noch nicht bekannt.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 16. Mai 1906.

** Personalien. S. K. der Großherzog haben den Revisionsgehilfen bei der Oberrechnungskammer Karl Heberer aus Alsfeld zum Oberrechnungsrevisor bei der II. Iustifikaturabteilung der Oberrechnungskammer ernannt. Ucbertragcn wurde dem Lehrer Friedr. Kurz zu Meiches die 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Altenburg. S. K. H. der G^oßhcrzog haben den Revisionsinspektor bei dem Haupt­steueramt Offenbach, Franz Schenkelberg, zur Zeit in Darmstadt, zum Hauptsteueramtskontrolleur bei beni Haupt- fteucramt Mainz ernannt und den Bezirkskassier der Bezirks­kasse Altenstadt, Christian Göbel zu Altenstadt, in gleicher Diensteigenschaft an die Bezirkskasse Reinheim versetzt. Er­nannt wurde der Gefangenwärter am Provinzialarresthaus in Darmstadt Rich. Strem mel zum Gefangenaufseher an dieser Anstalt.

* Der Zweiten hessischen Kammer ist ein An­trag des Abg. Noack zugegangen, das Bitumen (Erdöl) unter das Berggesetz zu stellen.

** Lahntal-Sänger bundesfest am 7., 8. und 9. Juli. Gestern waren im Stadtverordnetensitzungssaal die Mit­glieder des Hau vt ausschuss es versammelt, um den Ge­samt-Voranschlag zum Feste, der mit 17 700 Mk. abschließt, zu beraten. Der Vorsitzende des Ausschusses,, Stadtv. Eiche­nauer bemerfie dazu, daß die einzelnen Ein- und Ausgabe­posten sehr vorsichtig bemessen seien. Man habe z. B. die Eintrittsgelder nur so gering bemessen, wie sie bei dem letzten verregneten Feuerwehrfest sich ergeben hätten. Es sei in Aussicht genommen, das Wettsingen in der Turnhalle am Fest-Sonntag vormittag abzuhalten und am Nachmittag in der Festhalle die Einzel- und Massenchöre noch einmal zu Gehör zu bringen. Am Samstag abend wird ebenfalls in der Festhalle ein Kommers das Fest einleiten. Ein Festzug ist für den Sonntag vorgesehen. Es sei zu hoffen, daß, wenn das Wetter günstig ist, das Lahutal- Sängerbundes'fest gesanglich nur Hervorragendes bringen wird und als Volksfest einen würdigen und schönen Verlauf nehmen wird. Der Voranschlag fand einstimmige Annahme. Weiler wurde beschlossen, einer. Garantier onds zu bilden, um gegen al'" Eventualitäten gesichert zu sein.

** Die Oberhessische Gesellschaft für Natur- unb Heilkunde hält morgen Freitag abend 8 Uhr einen

Vortragsabend ab. Professor König spricht über die Grenzen der Leistungsfähigkeit der Mikroskope.

** Ein Betrüger hat in letzter Zeit in mehreren Städten Sch u h w ar e n h ä n d l e r dadurch betrogen, daß er für am Platze wohnende, kreditfähige Leute Waren be- lellte, diese aber dann später selbst in Empfang nahm und verkaufte. Es lvird vermuret, daß er auch hier gleiche Be­trügereien ausführte, die aber noch nicht zur Kenntnis der Polizei gebracht worden sind. Der Schwindler trat unter den Namen Dr. Hauk, Siebecker, Schmidt, Fels und Ragol auf und gab sich als Verwandter eines von Falkenhagen aus.

* Der Jahresbericht des Allgemeinen Vereins für Armen- und Krankenpflege für das Jahr 1905 ist der heutigen Stabtauflage beigelcgt.

* Hessisch - Thüringische Staats l otterie. In bcc beute fortgesetzten Ziehung her 6. Klaffe fiel ein Gewinn von 40 000 Mk. auf Nr. 10139 (nach Mainz), ein Gewinn von 30 000 Mk. auf Nr. 82782 (nach Darmstadt unb Jena), ein Gewinn von 20 000 Mk. auf Nr. 50222 (nach Worms), Gewinne von je 10 000 Mk. auf Nr. 64920 (nach Mainz) 67736 (nach Darmstadt unb Oldenburg) 89333 (nach Fried­richroda), Gewinne von 5000 Mk. aus Nr. 10829 43841 50426 Gewinne von je 2000 Mk. auf die Nrn. 663 11227 15235

18161 24011 25605 27301 30006 35604 37903 39081

42699 45973 53040 53676 53985 54037 56088 58375

60819 61844 68584 79682 81582 88328 92197 95114

96153. (Ohne Gewähr.)

Butzbach, 16. Mai. Professor Wämser und Bürgermeister Küchel von hier überbrachten heute in Gemein- chaft mit Kreisrat Fey von Friedberg Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog persönlich ihre Einladung zum Trachtenfest am 17. Juni. Der Großherzog, welcher der Veranstaltung großes Jntereffe entgegenbringt, hat sein Er­scheinen mit seiner Gemahlin zugesagt.

§ Münchholzhausen (Kreis Wetzlar), 16. Mai. Sein 50jähriges Dienstjubiläum feiert am 3. August Lehrer Althaus. Lehrer Althaus ist jetzt 72 Jahre alt und hat seine gesamte Amtszeit in unserem Dorfe zugebracht, sodaß fast sämtliche Einwohner seine Schüler gewesen sind.

Groß-Rechtenbach, 16. Mai. Ein aufregender Vorgang spielte sich heute vormittag auf der Chaussee zwischen hier und Wetzlar ab. Ein einem Landwirt von Hochelheim gehörender Stier sollte nach Wetzlar zum Schlachten geführt werben. Unterwegs, in ber Nähe bes Büblingshäuser Hofes würbe bas Tier wild unb entfloh seinem Führer, inbem es auf ber Chaussee zurücktrabte. Ver­gebens suchten unterwegs mehrere Leiste, ben Stier, ber Per­sonen angriff, verletzte unb zur Flucht nötigte, roieber in ihre Gewalt zu bekommen. Auf bie Melbung von bem Treiben bes Tieres an bas Bürgermeisteramt Rechtenbach griff Bürger­meister Goldman» tatkräftig ein. Mit mehreren sichergezielten Schüssen, von benen jeder traf, streckte er das Tier nieder, es so unschädlich machend. (Wetzl. Anz.)

(w.) Büdesheim, lWetteraui, 14. Mai.^ Lehrer Mör­schel, der mehr als 36 Jahre an der hiesigen Schule als Lehrer fungierte, mußte sich aus Gesundheitsrücksichten yenfionici» ren lassen.

(nO H e l d e u b e r g e n , 15. Mai Am 16.. 17. und 18. Juni feiert die hiesige Tu rüge nie in de das Fest ihrer Fahnen­weihe verbunden mit Gau turn f c ft. Am Sonntag fan­den durch den Kreisseurwehr-Inspcktor Muller-Friedberg In­spektionen der Feuerwehren von hier und der benach­barten Ortschaften statt. Die Inspektionen fielen sämtlich gut aus. Ofeftern abend gingen zwei schwere Gewitter, eins von Nordosten und eins von Westen über hier und Umgegend! nieder, die stundenlang an hielten.

sd. Darm stabt, 16. Mai. Der Danustäbter Hilfs­ausschuß für bie noHeibenben Deutschen inRuß land hielt hellte nachmittag unter bem Vorsitze bes Oberbürger­meisters Morncweg seine Schlußsitzung ab. Privatdozent Dr. Alt legte bie Abrechnung vor. Danach finb im ganzen 8619.21 M k. vereinnahmt unb 6198.47 Mk. verausgabt worben. 5000 Mk. würben bem Berliner Zentralkomitee überwiesen. Der noch vorhanbene Baarbetrag von 2420.74 Mk. wirb zum größeren Teile bem von Baron Meide! in D a r m ft ci bt gegünbeten Heim für ba ltische Studenten überwiesen, 200 Mk. davon erhält ein russischer Student, um ihm den Abschluß seiner Studien zu ermöglichen.

[] Laasphe, 16. Mai. Eine schreckliche Bluttat ereignete sich gestern abend 6 Uhr in Creuzthal, bem End­punkt ber Bahn Marburg-Creuzthal. Der Arbeiter Henze- ling aus Oberrosphe im Kreise Marburg würbe bort von einem italienischen Arbeiter, mit bem er vorher in ber Kantine einen Wortwechsel gehabt, meuchlings überfallen unb burch Dolchstiche getötet. Der Mörber, welcher die Flucht ergriff, aber bald festgenommen würbe, wäre beinahe von den übrigen beutschen Arbeitern gelyncht worben.

TeSef@msclhe Kurstoeirs'sMe

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen.

Frankfurter Börse. 17. Mai, 1.15 Uhr.

3%°/0 Reichsanleihe . . 100.10 3% do. . . 88.05

3y?,'o Konsols .... 100.10 3% do. . . . . 87 95 3y°l0 Hessen 99.20 3y°ln Oberhessen . . .. 4% Oesterr. Goldrente. . 100.40 4/5 9n Oesterr. Silberrente 100.60 4°-o Ungar. Goldrente . . 96.55 4% Italien. Rente . . . 106.00 3% Portugiesen Serie I . 69.50 3% Portugiesen III 70.40 4yOfn russ.Staatsanl. 1905 91.50 4>20,n Japan. Staatsanleihe 94 80 4 % Conv. Türken von 1903 94.95 Tiirkenlose .... . . 147.60 4 % Griech. Monopol-Anl. 54.10 4% äussere Argentinier . 90.80 3°/0 Mexikaner .... 68.50 4%°l(t Chinesen . . . . 97.80

Aktien:

Bochum Guss 253.00

Buderus E. W . ... 131.50

Tendenz: schwach.

Elektriz. Lahmeyer . . 154.90

Elektriz. Schuckert . . . 135.00 Eschweiler Bergwerk . . 263 60 Gelsenkirchen Bergwerk . 226.00 Hamburg - Amerik. Paketf. 164 00 Harpener Bergwerk. . . 218 00 Lanrahiitte 247.75 Nordd. Lloyd .... 130.70 Obeischles. Eisen-Industrie 131.50 Berliner Handelsges . . 171.50

Darmstädter Bank . . . 141.70 Deutsche Bank . . . 238.20

Deutsch-Asiat. Bank . . 185.00

Diskonto-Kommandit. . . 186.00

Dresdner Bank . . . 159.90 Kreditaktien 213.60 Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn . . . 110.70

Gotthardbahu. Lombard. Eisenbahn . . 24 90 Oesterr. Staatsbahn . . . 145.75 Prince-Hcnri-Eisenbahn . 149.00

Berliner Börse,

Canada E. B 160.90

Darmstädter Bank . . 141.70

Deutsche Bank .... 238.20

Dortmunder-I nion C. . . 90.90 Dresdner Bank .... 159.75

Tendenz: ruhig.

17. Mai. Anfangskurse.

Harpener Bergwerk. . . 218.10

Laurahütte . . . 247.50

Lombarden E. B. . 24.90

Nordd. Lloyd . . 130.90

Türkenlose .... 146,95