Ausgabe 
17.3.1906 Zweites Blatt
 
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. Ltc$ ^.wen vvn W. an feine Herrschaft gerichteteit ^rtef beleidigt fühlte. Das' Schöffengericht Grünberg verurteilte

5" 25 Mk. Geldstrafe und ließ W. straffrei ausgehen. In­folge Berufung kam die Strafkammer auch zur Verurteilung dcS v' 3lL 2 9 ,-v? r f Geldstrafe, nachdem Bergleichsvorschläge ohne Bernckiichtigilng geblieben waren.___________________________

Geländeverkauf der Akticnbrauerei. Zu be«n Verkauf der Grundstücke der Aktienbrauerei an die Stadt, bet in der letzten Stadtoerordnetensitziing zur Sprache kam, roird uns mitgeteilt, daß zwischen Herrn Bich le r und der städtischen Verwaltung eine Besprechung stattgefunden bat, die zu einem für beide Teile befriedigenden Er­gebnis führte. Näheres wird, wie wir hören, in der nächsten Stadtverordnetenversammlung mitgeteilt werden.

Die neue Poliklinik für Haut- und Ge­schlechtskrankheiten. Ein Nachtrag zum StaatZvoran- schlag sieht an Einnahmen aus diesem Lehrstuhl 200 Mark vor, sowie ferner in Ausgabe: Vergütung für einen Assistenz­arzt 1200 Alk. jährlich, hier für 6 Monate 600 Mk., laufende Ausgaben 3500 Mk., einmalige Ausgaben 8820 Mk., davon hier die erste Nate 7000 Mk.' 10 500 Mk. In dec Er­läuterung heißt es:

Gerade für das Studium der Haut- und Geschlechtskrankheiten ist die Lehre einer praktischen Durchführung der The­rapie v o n b e j o n b e r c m Wert, es muß deshalb die Mög­lichkeit stationärer Behandlung von Kranken vorhanden sein. Ter Arzt darf sich nicht darauf beschränken, Ratschläge zu erteilen, Arz- neien zu verordnen und Operationen vorzunehmen, sondern er muß aud) häufig andere therapeutische Maßnahmen an dem Kranken selbst vornehmen oder doel) ihre richtige Ausführung genau über- machen. Zur Ausführung dieser Verrichtung ist die Heranziehung eines Assistenzarztes erforderlich. Für die Verabreichung von me'-- dizinischen Bädern, die Benutzung des Lichtapparats usw. soll in der Regel von den Kranken bezw. den Krankenkassen eine mäßige Gebühr erhoben werden. Ebenso soll die Beschaffung der verord­neten Medikamente in der Regel auf Kosten des Kranken bezw. der Krankenkasse stattfinden. Rur solche dem normalen Vorratsbestand . der Poliklinik angehörende Medikamente, die dem Kranken sofort appliziert werden oder Arzneien, die nur versuchsweise angewendet werden, ebenso die bei Bädern erforderlichen Seifen und dergleichen sollen auf Kosten der Klinik aus der klinischen Apotheke selbst be­schafft werden. Die einmaligen Ausgaben setzen sich aus folgenden Posten zusammen: a) Bauliche Veränderungen. Die Poliklinik soll vorläufig in den Souterrainräumen der medizinischen Klinik unter- :gebrad)t werden. Die Herrichtung der nötigen Warte-, Unter- suchungs», Operations-- und Behandlungsräume die Zuführung von Gas, Wasser und Elektrizität ist auf 2500 Mk. veranschlagt, d)' Aus­stattung dieser Räume mit ganz einfachem Mobiliar (Tische, Stühle und dergleichen) = 450 Mk. c) Für die Beschaffung von 2 Bade­wannen, von Wäsche, Operationstisch, Instrumenten, Jnstrmnenlen' schränken, elektrischem Lichtapparat, Mikroskop u. a. 4910 Mk. d) Für Lehrmittel (Bilderwerke :e.) 960 Mk.

"Promenadenkonzert findet bei günstiger Witterung /norgen, Sonntag vormittag 11 y2 Uhr, in der Südanlage mit folgendem Spielplan statt: 1. OuvertüreStradclla" von Flotow, 2. Valse bleue von Margis, 3. Fantasie aus Mignon" von Thomas, 4.Der Coburger Josias", Armee- Marsch.

lünift und Wissenschaft.

- Wie ausTokio gemeldet wird, gibt die Marinevcrwalttnrg bekaimt, daß der Seeoffizier Kimura ein Verfa'hren zum Fe vir- sprechen ohne Drahtleitung erfunden hat.

Zum Proseffor wurde aus Anlaß seines 70. Geburtstages Dr. Franz Stolze ernannt, der Sohn des Begründers der Stolze­schen Stenographie. Von allen Seiten würden dem Jubila, Ehningen zuteil.

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i gesichert zu betrachten; es wird also mit 1. April 1907 unsere Stadt in den Besitz einer höheren Schule gelangen. Von welcher Bedeutung dies für die Stadt Alsfeld für die Zukunft sein wird, wird von anderem abgesehen durch daS nachstehende dargetan: Sicherem Vernehmen nach wird in Hessen die bereits für Preußen bestehende Gleichstellung der höheren Schulen mit dein 1. April 1907 cintretcn. Mit diesem Zeitpunkt werden die Abiturienten der Oberrcalschiilen auch zum Studium derNechtswisienschaft, des Forstfachs, des höheren Lehrfachs ohne Einschränkung zugelassen. Für die Studien der Medizin und Theologie haben die Abiturienten der Oberrealschule eine Nachprüfung zu absolvieren.

~ Allen darf a. d. Lahn, 15. März. Vor einigen Tagen gerieten mehrere junge Burschen von hier nachts gegen 1 Uhr auf der Ortsstraße in Streitigkeiten, in dessen Verlauf ein Taglöhner einem Bahnarbeiter einen Fußtritt gegen den Unterleib versetzte, sodaß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen nutzte. Anzeige gegen den Täter ist erhoben.

Pfungstadt, 17. März. (Eigener Drahtbericht.) Hier wurde gestern abend der 2! Jahre alte, bisher unbestrafte Ta g lohner Adam Steinmetz verhaftet, der auch einge­stand, die Witwe Rothschild ermordet zu haben. Der Mörder schnitt ihr den Hals mit einem feststehenden Messer ab und hängte sie dann auf. Die Tat kam dadurch zutage, daß Steinmetz die dec Witwe abgenoinmcne Damenuhr seiner Ge­liebten schenkte. Diese wurde durch die Zeitungen aufmerksam und erstattete Anzeige. Die Verhaftung des Burschen, der zuletzt als Milchbursche tätig war, erfolgte in einer Sitzung des Atlethenvereins.

Mainz, 16. März. Gestern starb im Mer von 78 Jahren der pensionierte Gerichtsvollzieher PH. Moll, dec als äußerst humaner Beamter bekannt war. Vor einigen Tagen ging er mit einem Bekannten über die Holzstraße, ein Begleiter glitt aus und sttirzte, Herr Moll wollte ihm beispringen. Dabei glitt er aber selbst aus und zog sich eine schwere i n n e r l i chc Ve r te tz u n g zu, der er nun­mehr erlegen ist. (M. Tgbl.)

Frankfurt a. M., 16. März. Die Wirte und Hoteliers haben ihre Absicht, namentlich wegen der teuren Fleischpreise eine Erhöhung der Speisen preise eintreten zu lasten, jetzt verwirklicht. Die drei in Betracht, kommenden ft'or» porationen, Hotelbesitzerverein, Gastwirteverein (Innung) und Wirtevercin, hielten gestern im großen Saal des zoologischen Gartens eine stark besuchte Versammlung ab. Nach einem Referat von Hotelier Schweimler und einer ausgiebigen Dis­kussion beschloß man, für alle Speisen einen Aufschlag bis zu 25 Prozent cintceten zu lassen.

* Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. In Ilbeshausen wurde Beig. O ch s mit 120 gegen 125 abgegebenen Stimmen wiedergewählt. In D a l h e i m feierte die älteste Einwohnerin, Fran W o l tz Wtiv., ihren 90. Geburtstag. In Schli tz ivird die Gründung einer gemeinnützigen Baugenossenschaft beabsichtigt. In Langen brannten die Nebengebäude de§Darmstädter Hofs" vollständig ab. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. In Wetzlar winde Beig. Gerhard Waldschmidt wiedergewählt. In Neunkirchen i. O. wurde die 22jährige Gastwirtstochter : Sorge am Herde ohnmächtig und fiel mit entblößtem Oberkörper aus den glühenden Her d. Der ganze Rücken i und der Hinterkopf wurden förmlich g e r ö st e t.

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 16. März.

Das Schöffengericht Butzbach hat den Taglöhner H. B. von Bob enba u scn, der in verschiedenen Orten des Kreises Friede berg bettelnd betdosfen wurde, wegen Bettelns und Landstreicherei zu 4 Wvcken Haft verurteilt, nach bereit Verbüßung er dem Arbeits- Hause überwiesen werden sollte. Auf seine Berufung sah das Ge­richt von der lleberweisung ab, da es sich nur um einen Menschen mit verkrüppelten Händen handelt, dem es schwer fällt, Arbeit zu bekommen.

In der vor acht Tagen verhandelten Sache des Primar­arztes Dr. >1'. in Warnsdorf gegen Ober st a. D. Sp. hier wegen Beleidigung entschied die Strafkammer dahin, daß unter teilweiser Stattgebung der Berufung Sp.'s die Strafe auf 80 .Ul a r k zu e r m ä ß f g en sei. Die Berufung des Dr. K. wurde mit der Maßgabe verworfen, daß die Bekanntmachung der Ver­urteilung statt innerhalb zwei Wochen innerhalb zwei Monaten zu erfolgen hat. Tas Gericht erwog, daß der Angeklagte bei der Abfassung des beleidigenden Artikels durch den vorausgegangenen verletzenden Artikel des Klägers Empfindlich gereizt war; es zog seinen vorzüglichen Ruf, fein ernstes, überzeugtes, uneigennütziges und öffentliches wissenschaftliches Streben und Wirken zu feinen Gunsten in Betracht, ebenso, daß er durch einen sachlichen Bericht die Streitpunkte zu beseitigen bemüht war, doch hätte seine Bildung, Erfahrung und soziale Stellung ihn vor Ueberschreitung erlaubter Kritik bewahren sollen. Aus den angeführten Gründen hielt es die von, dem Schöffengericht erkannte Strafe für zu hoch und ermäßigte sie auf etwa ein Drittel.

. Ein junger Mann aus Dor selben, ber in Büdesheim mit einem Mädchen Bekanntschaft hatte, wurde auf dem Heimweg von einem Besuch von einigen Büdesheimer Burschen, denen das ein Dorn int Auge war, mißhandelt. Auf erfolgte Anzeige ver­urteilte das Schöffeirgericht Friedberg drei dieser Leute wegen Körperverletzung zu je 3 Wochen Gefängnis; der als Haupt- radelssührer bezeichnete Wagner F. K. aber erhielt 2 Monate. Unter Berufung auf Notwehr focht er das Urteil an und erstrebte sz-reisprechuna. Nach den Feststellungen in beiden Instanzen komite von Notwehr keine Rede sein, doch hielt das Gericht, an- genchts der geringen Verletzung, die Strafe für zu hoch und ermäßigte sie auf 1 Monat.

Ter neunzehnjährige Schreiner W. I. K. vvn Herbstein benahm sich in einer dortigen Wirtschaft sehr ungebührlich. Als chm dies vom Wirt verwiesen wurde, zog er ohne ioeiteres fein Taichenmcsser und stach nach ihm. Beim Abwehren erhielt der Wirt einen Schnitt in die Hand, der einen steifen Finger herbei- führte. Tas Schöffengericht Herbstein verurteilte den Angeklagten wegen gefährlickwr Körperverletzung zu 3 Monaten Gefängnis. Er focht dieses Urteil an und bat um Herabsetzung der Strafe; dock das Gericht kam mit Rücksicht auf das unveranlaßte rohe Benehmen zur Erhöhung der Strafe auf 4 Monate, nachdem sich die Staatsanwaltschaft der Berufung angeschlossen hatte.

^,.ber Frühe des 6. Februar b. I. gewahrte ein Metzgor unb Wirt zu Bübingen, baß ihm nachts ein GeDibetrag von 500 Mk., etwa 50 Pfunb Wurst und 800 Zigarren ab­handen gekommen waren. Auf telegraphische Bekanntgabe in der Umgegend wurden der Bäcker Heinrich K. aus Mainz und der Spengler A B. in Frankfurt als der Tat verdächtig in Haft genommen. 5t., ein vielfach bestrafter Mensch, der von Frankfurt ausgewiesen war, gab bei seiner Festnahme einen falschen Namen an, weshalb er sich neben dem Diebstahl auch wegen Bannbruchs und falscher Namensangabe zu verantworten hatte. Er wurde zu 5 Jahren Z u ch t b a u s und 4 Wochen Haft, welch letztere durch die UntersuckMngshast als verbüßt erachtet ist, verurteilt. Sein noch jüngerer Genosse B., der noch unbestraft ist, kam mit 2 Jahren Gefängnis! durch.

Ter Müller H. W. IV. von Allendorf a. b. Lumba hat den Gutsverwalter Eh. Schur auf dem Hof Opvenborn wegen Be­leidigung verklagt, well er ihm in einem Brief den Borwurf einer unredlichen Handlung gemacht hatte. Sch. erhob Gegenklage, da

,, . ~ . Wus Kopenhagen wirb berichtet, daß der dortige Unwer>itatsprofessor N en haus vom Beginn des Sommer­semesters ab zum Dozenten ber bänischen Sprache und Literatur an der Berliner, Universität berufen ist. Dänische Blätter bringen diese Berufung mit dem Wunsche Kaiser Wilhelms in Verbindung, den dänisch redenden Studenten aus Schleswig Gelegenheit zu geben zum Studium dänischer Sprache und Literatur, und kommentieren die Nachrickst als einen neuen Beweis von der entgegenkommenden Gesinnung des deutschen Kaisers gegen Dänemark.

_ , ~~ Der Vorsitzende des Provinzialausschusses ber Provinz Eochlesien, Wirkt. Geh. Rat Graf S t o s ch, mürbe anläßlich seines 70. Geburtstages von der juristischen Fakultät ber Breslauer Universität zmn Ehrendoktor ernannt.

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, FJ'Jc a rburg, 16. März. Der Käusmamt Aron Bachrach autz, Neustadt hatte Jn den Jahren 1901 und 1902 für seine betagte Mutter die Steuererklärung, und zwar jedesmal zu ntedrtg, abgegeben. Tie Strafkammer verurteilte ihn deshalb wegen Steuerhinterziehung zu 600 Mk. Geldstrafe. Zwet Hinge Lchwcllmer sollten einen anderen Burschen so miß­handelt haben, daß dieser kurz darauf geisteskrank wurde und ein.halbE Jahr in der Marburger Landesheilanstalt zubringen mutzte. ,Ler ärztliche Sachverständige, bekundete jedoch in seinem Gutachten, daß die Geistesstörung ans eine schon länger bestehende krankhafte Storuno des Zentralnervenstistems des Burschen zurück­zuführen sei, und so erzielten die Angeklagten Freisprechung.

Aach e n ,14. März. Am 20. Januar weilte der am Kranken­haus als Anfftenzarzt tätige Dr. K. im Theater. Als er auf dem Heimwege ivar, trat ber Gemüsehändler Habets auf den Arzt zu unb befchuldegte ihn, einen Einbruch in seinem Hause verübt zu haben. Ter Arzt bestrllt dies- entrüstet und folgte dem Mann, um seine Unschuld barzutun, zu dessen nahe gelegenem Hause. Hier stieß der Händler den Arzt in beit Hauseingang hmetn, verschloß Die Tür und schlug auf den Arzt los, bis dreier b e w u tz t l v s a m B o d e nj l a g. Eine zweite auf der Treppe stehende Person hatte den Arzt vorher noch mit Totschlag bedroht. Der Händler holte hierauf einen Gendarmen herbei, und dieser führte den Arzt ab, ohne auf seine UuschuldÄeteuerungen zu Horen. <lls der Arzt darauf hinwies, in dem ganz nahen Kvanken- hauie könne der Gendarm seine Persönlichkeit sofort feststellen, legte ber Gendarm dem Arzt die Kette an und führte ihn ge- feiselt zum Spritzenhaus. Dort schloß er den Arzt in die Arrest- z e I le em, wo dieser b l u t enb unb mit d i ck g eschw ollen e m &c sicht bie Nachlauf ber Pri ts che zubringen mußte. Als er morgens brausten eine mit Reinigen beschäftigte Frau bemerkte, schickte er fie zu bem Gendarmen mit ber Bitte, er nwchte iin Kranken Hause nachfragen, ob bort nicht Dr. K. fehle Nunmehr ließ sich ber Gendarm zu bieser Fesfftellung herbei und gab uem Arzt bie Freihell toicber. Als dieser hierbei äußerte, erst würde man geprügelt und bann auch noch unschuldig cin- gesperrt, erwiderte der Gendarm, wenn er gewußt hätte, daß der Arzt noch zu klagen haben würde, hatte er ihn bis 10 Ute in der Zelle gelassen. Jetzt hat sich die Strafkammer mit diesen! unglaiiblichen Vorgängen befaßt. .Habets wurde zu zwei Väonaten Gefängnis verurteilt. Der Staatsanwalt hatte sechs Monate be­antragt. Der Gendarm verantwortet sich demnächst vor dem Kriegsgericht.

. literarischer Prozeß hat jetzt seinen Abschluß getunbeit. Der frühere Redakteur derNational-Ztg.", Eugen Aabel, hatte gegen den Redakteur Nebel desselben Blattes die Beleidigungsklage angestrengt, weil N. auf Grund eines -> elegrammes, das Zabel aus Rußland über eine angebliche Iirtcrrebiing mit bem Grafen Witte (bie in Wirklichkeit gar nicht tattgcfunbcir hat) eine Erklärung veröffentlichte, in ber Zcchel eure Beleidigung zu erblicken glaubte. Die Kla g e Z ab e lS ist letzt !k o st e n p fl i clit i g zurückgewiesen worden; in ber Begründung heißt es1 unter anderem: Denn nur bei einigermaßen charfcr Aufmerksamkeit hätte dem Privatkläger nicht " entgehen können, daß, ba er ja einzig unb allein zu dem Zwecke einer! perioilllcheu Unterredung mit bem Grafen Witte nach Petersburg gejaubt war - nicht zur Einsenbilng allgemeiner Stllnmungs- beirchte bas Telegramm Vvm 29. September daheim den Ein­druck erwecken konnte, wenn nicht mußte, baß es bas Resultat der bereits stattgehabten Unterrebung sei, .umsomehr, als bann def perwnttchen, sympathischen Einbruckes, den ber Graf machte, gebacht wird.

" Unsere Regiments-Musik konzertiert am Sonn­tag nachmittag von 5 Uhr ab int neuen Saal bau. Das interessante Programm, bas außer prächtigen Orchestersachen noch mit Solls für Cello und Piston von Einj. Freiw. Hoboist Krauste unb Hoboist Gieß versehen ist, bringt als weitere Novität den zur silbernen Hochzeit kontponiertenHohen- zollern-Festmarsch", eine stimmungsvolle markige Komposition von Max Raebel.

. ** Ans bem Bureau des Stadttheaters Auf vielfachen Wunsch findet am morgigen Sonntag abend eine Wiederholung von HauptmannsVersunkener Glocke^ statt. Das Rautendelein spielt Frl. Donecker, den Glockengießer Heinrich Direktor Steingötter, den Pfarrer Herr Wittman, den Nickelmann Herr Reimer und den Waldschratt -Herr Herrscher. Am Sonntag Mittag 3% Uhr geht als Fremdenvorstellung eine letzte Aufführung von Otto Ernsts Flachsmann als Erzieher" in Szene. Nach den Vorbestellungen herrscht lebhaftes Interesse für beide Vor­stellungen.

** Vier Huhne r wurden gestern vormittag gegen 8 Uhr in dem Garten Südanlage 8 von einem, wahrschein­lich von der Wieseck aus in den Garten cingedrungenen braunen Jagdhund totgebissen. Ter Besitzer der Hühner hat, wie er uns mitteilt, nicht vor, irgend welche Schritte gegen den Eigentümer des Hundes zu unternehmen, möchte ihn aber bitten, seinen Hund klmstig strenger ein­zuhalten, damit er nicht weiter solche Schädigungen am Eigentum Anderer, und insbesondere auch solche Betrüb­nisse von Hühnerbesitzern anrichten kann.

Für die Erweiterung der Bade-Anlagen in Bad-Nauheim wird in einem Nachtrag zum Staats­haushalt die dritte Baurate von 1 582 87 0 Mk. ver­langt. Es handelt sich hauptsächlich um Neu- und Umbauten des WestflügclS der Halle mit dem Saalbau auf der Kur- hausterraffe, den südlichen Teil der Badehäuser 9 unb 10, die Saline, die neuen Gewächshäuser, Vergrößerung des Konzertgartens und der Küchenanlagen, sowie Erwerbung des Germania-Brunnens in der Gemarkung Dorheim.

"Das hiesige sozialdemokratische Wochen­blatt vom vorigen SamStag ist, wie c§ in seiner neuesten Nummer mitteilt, wegen einer unterHumoristisches^ ab­gedruckten Notiz mit ber SpitzmarkeBöser Druckfehler" be- schlaguahmt worden.

Laubach, 16. März. DerGrünberger Anz." bringt in seiner Nr. 21 eineBerichtigung" des Artikels Bahnprojekt GießenSteinbachLaubach" im ^Gieß. Anz." Dem gegenüber wiederholen wir eine schon früher gebrachte Notiz, daß Laubach, bezw. Wctterfeld ber Ausführung ber betreffenden Bahn nur dann zustimmen, wenn die Erbauung auf staatliche Kosten geschieht. Auf die Informationen des Abgeordneten Hirschel,daß dies au§- geschloffen fei', sprachen sich bie Vertreter von Laubach Wetterfeld dagegen auS. Ist einerseits schon anzuzweifeln, daß die Erklärung deS Abg. Hirschel mit der der Regierung identisch ist, so kann anderseits mit positiver Gewißheit be­hauptet werden, daß eS verfrüht wäre, jetzt schon von Stellungnahme seitens des Staates zu dem Projekte zu reden, so lange nicht einmal die Linienführung der Bahn feststeht, so lange man nicht weiß, welche Jntereffen in Berücksichtigung kommen. Erfahrungsgemäß wird man doch mit der For­derung eines Beitrages zu den Vorarbeiten erst dann an den Staat herantreten, ivenn die Vorfragen ihre Erledigung ge­sunden haben. Daß die hiesige Stadt, bezw. Wctterfeld, die ja ein geringeres Interesse als alle übrigen Orte an dem Bau der Bahn haben, sich abwartend verhalten, ist doch : "icht zu verwundern, will man sich doch von vornherein nicht , on BeitragZpflichtcu binden, zu bznen man ohnedies späterhin gezwungen iverben kann.

Alsfeld, 16. März. Die Errichtung der Ober- ! realschule in Alsfeld ist nach der Alsf. Oberh. Ztg. als :

Eiugsfandt.

(Für Form unb Inhalt eiter unter me, : Rubrik stehenden Artikel übernimmt bie Rebakt'-m bem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Herr Gastivirt Venber in Robheim a. b. Bieber soll nach einem, Berichte in Nummer 59 besGieß. Anz." bie Behaupttmg ausgestellt haben, bie ft rt b 11 f d) c n Turnvereine würben ben La n b v e r e i n en vor gezogen, wie bte-3 bie Abstimmung be­züglich der diesjährigen Gauturnsahrt beweise. Wir nehmen an, daß diese Aeußeruug richtig steht und muffen cs daher als unsere Pflicht mischen, sie als imridjtig zu bezeichnen. Herr Bender ist seit Jahren Vertreter deS Turnvercnrs Rodheim a. d. B., er weiß als solcher, daß feine Behauptung unbegründet tft, wie dies schon die Gauturnsabrlen in den letzten Jahren dartun. Die Festorte waren 1899 Klcinlindcn, 1900 Grünberg, 1901 Schlitz, 1902 Lauter- bach, 1903 Lollar, 1904 Hungen, 1905 Niederwöllstadt. Hiernach bat also die Hälfte der Gauturnfahrten nach Landgemeinden ftatt- gefuildcii, obwohl unter den 7000 Mitgliedern des Gaues Hessen nur zirka 2700 Mitglieder ländlicher Vereine sich befindcir. Nach Rodheim a. d. B. ist eine Gauturnsahrt noch nicht gekommen, weil Herr Bender namens des Turnvereins ben Bewerbungen beS Männerturnvereins 9iobheiin um eine solche stets wibersorochen bat unb bei seiner Stellung gegen biesen Brnberverein ber Gau ein Fest in bas feinbliche Lager nicht legen konnte Erst vor einigen Monaten ist es ben Bemühungen des Gauausschusses gelungen, emc Annahenmg beider Vereine herbeizusühren, damit sie gemein- nm sich für dieses Jahr itm die Gantnrnsahrt bewerben konnten. Die Mehrheit des Gauturntages war aber der Ansicht, der Turn­verein Rodheim a. d. B. möge erst bie Probe seiner Friebensliebe bestehen unb sich nächstes Jahr aufs neue bewerben. Wie man hiernach von einer Bevorzugung ber stäbtischen Turnvereine reben rann, ift unverstänblich I Die beulsdie Turnerschaft, zu welcher auch der Gan Heffen gehört, kennt feinen Unterschieb zwischen Stabt und ~anb. Wer bas Gegenteil behauptet, sud)t Souberiutereffen heroorx zurufcii!

____ Der 91 ii s s ch u n b c 5 Turngaues H e s s e n.

IMctfafhm öcr Lie-aktion.

(Attonhme Anfragen bleiben nnberückfichtigt).

2lbonnent in LangSdorf. Im fraglichen Falle ist bie Ein- reidning eines Gesuchs unter Anschluß eines GnmbrisseS bei bem Kveismnt erforderlich. Das Gescich ist dlirch die zustäiidige Bürger­meisterei vorziilegen.

An den Einsender des SnbmifsionscrgebuiffcS. Anonyme

Einsendrmgen finden feine Berücksichtigung.

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