Nr. 65
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehe».
der
bell m des
Redaktion, Expedition n.Druckerei: Schulstr.V.
Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr. r Anzeiger Gichea.
Erscheint «glich mit Ausnahme de- Sonntags.
Die „Eichener ZamMenblätter" werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der «heistlchs ranvvtri" erscheint monaUich einmal.
treffend Ausprägung von Denkmünzen anläßlich der 20. September stattfindenden goldenen Hochzeit Großherzogs und der Großherzogin von Baden.
— Der Entwurf der Vorschrift zur Abänderung
Deutsches Reich.
Bremerhaven, 16. März. An der heutigen Früh- stückstasel bei dem Kaiser an Bord des Linienschiffes „Kaiser Wilhelm II.* nahmen die Herren Plate, Achelis und Dr. Wiegand vom Nordd. Lloyd teil.
Berlin, 16. März. Von der Wiederannäherung
Aus uns LanS.
Gießen, den 17. März.
•* Ordensverleihung. S. K. H. der Großherzog haben dem Bürgermeister, Ortsgerichtsvorstcher und Standesbeamten Gg. Geck II zu Melbach das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
** Ernannt wurden die Negicrungsbauführer Hugo Arzt aus Michelstadt, Adolf Delp aus Darmstadt, Alfred Held aus Frankfurt a. M., Ludw. Ickes aus Bellmuth. Gust. Klein aus Babenhausen, Rud. Marx aus Darmstadt, Otto Pein aus Rathenow, Jul. Schimpf aus Ostheim zu Regierungsbaumelstern.
WaroMo.
Der Korrespondent des Londoner , Standard" in Algeciras meldete seinem Blatte, er wiffe aus bester Quelle, England habe die Ansicht ausgesprochen, Frankreich tue gut daran, zu überlegen, ob es nicht ratsam sei, den von Oesterreich-Ungarn gemachten Vorschlag in der Polizeifrage mit gewißen Abänderungen anzunehmen.
AuS Paris, 16. März, wird dagegen gemeldet: Die Unterredung, die der deutsche Botschafter v. Radowitz beim gestrigen Empfange im Elysöe mit Bourgeois hatte, soll heute im Ministerium des Auswärtigen ihre Fortsetzung finden. Dem Empfange wohnten auch der frühere Minister der auswärtigen Angelegenheiten Delcassö und Hanotaux bei. Die Ansicht erhält sich, daß die Grundlagen eines von neutraler xSeite (nicht Oesterreich) vorbereiteten neuen VerständigungSprojekte gegenwärtig in Algeciras beraten und diskutiert werden.
Ferner wird auS Algeciras, 16. März, gemeldet: ES scheint unbesircitba?, daß während der letzten Besprech- ungen die prinzipiellen Fragen berührt worden sind. Es bleibt nur noch zu beraten die Frage der praktischen Durchführung der getroffenen Vereinbarungen und diese, scheint keinen Anlaß zu unüberwindlichen Schwierigkeiten zu geben. Man hat außerdem die Wahl mehrerer Mittel, um solche Schwierigkeiten zu lösen. Ein Scheitern der Konferenz ist so gut wie ausgeschlossen und könnte nur erfolgen, falls bereits getroffene Vereinbarungen zurückgezogen würden.
Ausland.
Paris, 16. Marz. Gestern Abend fand hier ein Meeting statt, an dem 600’0 Personen tcilnahmen. Den Vorsitz führten die Schriftsteller Coppö und Caffaignac. Ver- tretet der religiösen und politischen Gruppen, welche eine antimilitärische Politik verfolgen, waren erschienen. Es wurde beschloßen, eine Liga des kathol. Bürgerstandes zu gründen, welche gleichzeitig eine Aktion gegen die jetzige Negierung bilden soll.
— Unter dem Vorsitz LoubetS fand ein Bankett der Gesellschaft zur Unterstützung der Landwirtschaft statt. Loubet hielt eine Ansprache, in der er die Gründung von Landwirtschaftskammern ähnlich den Handelskammern befürwortete.
Marseille, 16. Marz. Das Packetboot „Kronprinz" ist von Hamburg über Amsterdam, Lißabon und Tanger kommend, in Marseille eingetroffen. Der Dampfer hat 70 deutsche Studenten der Handelshochschule tn Köln an Bord, die unter Leitung mehrerer Dozenten eine Studienreise unternehmen.
Budapest, 16. März. Gestern Abend kam es zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen Studenten und der Polizei, in dessen Verlauf Rev olvcrschüsse gewechselt wurden. 6 Studenten wurden verhaftet.
Triest, 16. März. Bei den Gemeinderatswahlen kam es zu blutigen Zusammenstößen zwischen denWahl- [cuten und den Wählern. Zwei Personen wurden schwer verletzt.
zwischen König Eduard und dem Kaiser weiß der „Hann. Anz." em Geschichtchen zu berichten, das das jetzige Verhältnis beider Monarchen illustriert:
Als Kaiser Wilhelm vor einiger Zeit seinem königlichen O h e r m einen S p a z i e r st o ck mit wertvoller Krücke durch den deutschen Marineattachee als Zeichen der Verehrung überreichen ließ, wurde diese Gabe mit der größten H e v j l i cf) f c i t aus- genommen. König Eduard nahm den Arm des Attaches und ging mit ihm in einem Garten aus und ab, während er sich auf das schmeichelhafteste und f ro un d l i ch ste über s e i n e n k a i s c r l i ch e n Neffen äußerte. Das Ganze trug den Charakter ausgesuchtester Freundlichkeit.
— Der Bundesrat nahm heute eine Vorlage an
Bekanntmachung betreffend das Gesetz über die Schlachtvieh- und Fleischbeschau, ferner die Novelle betreffend die Ausgabe von NeichSkaßcnscheinen, wurde den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Neichstagskominission für den Gesetzentwurf betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie beendete die zweite Lesung. Unter anderem wurde der Schutz der Photographie alle mein auf 10 Jahr e beschränkt.
Karlsruhe, 17. März. In einer stark besucht Versammlung der Block-Parteien sprach Notar Goetz- Weißenburg, Vorsitzender der liberalen Landespartei in Elsaß- Lothringen, über die politische Lage und den Liberalismus in den Reichs landen. Der Redner erklärte, die liberale Landespartei iinterstütze alle Bestrebungen, welche auf einen Zusammenschluß aller liberalen Gruppen hinzielten, auf Grund fester Richtlinien. Wenn auch em programmatisches Zusammengehen mit der Sozi al dem okratie ausgeschlossen sei, so sei doch ein taktisches Zusamm enge h e n notivendig. Die Frage eines Zusammengehens mit den sog. Ordmmgsparteien gegen die Sozialdemokratie sei abgetan. Wie von Norddeuischlaud die Wiedergeburt des Reiches gekommen sei, so möge Süddeutschland die Peugeburt des Liberalismus bringen.
der Truppe. , . .
Swakopmund, 16. März. Die Bauleitung der Otavibohn erklärt entgegen den in der Budgetkommifsion vorgebrachten Bedenken nach fachmännischer Prüfung der Strecke Karibib-Windhuk, daa die Leistungsfähigkeit ber Eisenbahn Swakopmund-Käribib-Windhuk vollauf au seicht, um die für den Bau neu geplante Bahn Windhuk-Rehoboth notwendigen Materialientransporte ohne Störung des sorrsy- gen Betriebes zu bewältigen.
Leutnant Mann Hardt und drei Mann. Am 10. März vormittags setzte Oberleutnant Beyer den Vormarsch fort. Am gleichen Tage ging Major Tänbler mit der durch andere Truppen verstärkten rechten Stoümnc der Abteilung fiebert (zwei Kompagnien, vier Geschütze und ein Maschinengewehr) von Pilgrimsrust in südwestlicher Richtung vor und erreichte abends den Oranjefluß etwa 12 Äitoinctcr westlich von der Pelladrist. Nach Meldungen vom britischen Ufer des Flusses soll Morenga sich zwischen diesen beiden Abteilungen befindeii und war die Fortsetzung des Kampfes am 11. März beabsichtigt. Die näheren Nachrichten stehen noch aus. Die Abteilung (Mert ging von der Homvdrift läng? des Oranje nach Osten vor, die Abteilung Hornharvt von Umeis quer über das Gebirge in der Richtung auf Har-ebeestmund. Beide Abteilungen stießen am 12. Marz morgens drei Kilometer östlich von £artebceftmuui) auf den Feind und warfen ihn in gemeinsamem Angriff zurück. Er floh teils den Oranje aufwärts, teils m nordöstlicher Richtilna. Die Meilung (Mert hatte zehn Leichtverwundete, die Abteilung Hornhardt keine Verluste. Beide Abteilungen fönten am 12. März abends .den Vormarsch in der Richtung nach der Delladrift fortsetzen. Bei Roop, berg, wohin sich mich Oberst Dame in der idjt vom 12. zum 13. März begeben fyat, sollte eine Reserve vereinigt und demnächst nach Pilgrimrust vorgeführt werden. DaZ wild zerklüftete, unerforschte Gebirgsgelände verlangt, ime das Kommando meldet, die äußersten Anstrengungen von
Kolomalpoft»
— Der Aufstand der Eingeborenen in der englischen Kolonie Nigeria an der Westküste von Afrika ist nach amtlichen Meldungen unterdrückt. Die engl. Truppen trafen die schwarzen Aufständigen in der Nähe von Zungera. Die Engländer zählten 300 Mann gegen ungefähr 10000 Eingeborene. Nach 6stündigem Kampfe wurden die Ausständigen in die Flucht geschlagen, nachdem sie größere Verluste erlitten hatten. 5 00 Aufständige wurden getötet, ebenso viele verwundet. Die englischen Verluste beziffern sich auf 80 Tote und Verwundete. Die fliehenden Eingeborenen verschanzten sich in der Stadt Satiru. Die Stadt wurde von den Engländern bombardiert und dann mit den: Bajonnet genommen. Hierbei wurden noch 300 Aufständige getötet, darunter sämtliche Häuptlinge. Die übrigen Aufständigen ergaben sich oder flüchteten. Einer amtlichen Meldung zufolge soll auch Mahdi von Sokoto getötet worden sein.
Südwestafrika.
Berlin, 10 .März. (Amtliche Meldung.) Major y. Estorfs hat den Angr i-s f gegen Morenga in den letzten Wocben vorbereitet und den Kreis um die Stellung des Gegners am Oranjefluß immer enger geschlossen. Es standen die Abteilung des Hauptmanns v. (Mert, vier Kompagnien, fünf Geschütze und zwei Maschinengewehre bei und westlich von Homsdrift, die Abteilung des .Hauptmanns v. Hombardt, zwei Kompagnien und vier Geschütze, um Umeis, die Abteilung des Hauptmanns Siebert, vier Kompagnien, sechs Geschütze und zwei Maschinengewehre, in zwar Kolonnen bei Pilgrimsrust und Wasserfall. Die Patrouillen des Leutnants Doerings und des Oberleutnants Stage hatten in den ersten Tagen des März südlich von Umeis und westlich von der Pelladrist feindliche Wachtfeuer festgestellt und verschiedentlich Feuer erhalten. Am G. Marz wurde die Funkenstation auf dem Marsch von Alurisfontem nach Umeis beschossen, wobei der Führer und Vizewachtmeister v Parpart fiel. Tags darauf erhielt eine Signalpatrouille nördlich von Homsdrift Feuer. Allenthalben wich der Gegner in südlicher Richtung zurück. Bon der Abteilung Siebert trat am 8. Marz die zwei Kompagnien, zwei Gebirgsgeschütze und ein Maschinengewehr starke Unke Kolonne unter Oberleutnant Beyer den Vormarsch vom Wassersatt den Oranjefluß abwärts an. Sie stieß östlich von der Pella- drift auf einen starken Gegner, der erst in der Nacht vom 9 zum 10., als Verstärkungen herankamen, seine Stellung räumte. Im Gefecht fielein Unteroffizier, schwer verwundet wurden drei Wann, leM verwundet
Kutzland.
Die Wahlkampagne ist jetzt in vollem Gange. An mehreren Orten ist bereits der erste Wahlgang, die Mhl der Wahlmänner, vollzogen, und ivenn nicht alle Zeichen trügen, so wird die Wahlhandlung bald allerorts zu Ende geführt werden können, sodaß der Zusammentritt der Duma für Ende April bis Anfang Mai gesichert erscheintz Mehrere Bevölkerungsgruppen enthalten sich zwar der Wahlbetei- liguna, doch scheint bisher die Zahl der dem Boykott Bet- getretenen viel zu klein zu sein, als daß mau von ernem Erfolge der Boykott-Propaganda reden könnte. Welchen' Charakter die Duma in Bezug auf die Zusammensetzung der Delegierten annehmen wird, ist vorläufig noch unmöglich vorauszusagen. Hier und da ereignet es sich zwar,, daß die Bauern, trotz der von der Administration ausgeubten Drucke, ihre Kandidaten frei wählen, doch ist nicht zu verkennen, daß in den meisten Fällen der Druck der Regierungsagenten den Ausgang der Wahlen beeinflussen wird. Derartige Beeinflussungen schildert eine Zuschrift aus ernem! entlegenen Winkel des Gouvernements Orel:
„Die Willkür der örtlichen M achtHaber , imrb da geschrieben, „übersteigt alle Grcuzen. M ässe n v er ha ft u u gen der nicht „zuverlässigen Elemente" aus Intelligenz und Bauerntum werden vorgenommen. Besonders Pvsitgch alttve Burger werden mit großer Raffiniertheit aus Grund foiayer Paragraphen an geklagt, die einen Ausschluß der Beteiligung an den Wahlen nach sich ziehen. Das^ flache Land wird m Emer größerem Maßstabe mit Polizeiorganen überichwernrnt. Wenn dreie bei einem Bauern irgend welche volkstümliche Exurisien antrepcn, so wird das Blatt sofort konfisziert. Eine politischeTatigkert der demokratischen Parteien, die sich aus eine "stuttzarung Ver Bauern richtet, ist bei uns ganz unmöglich. Und die Mehrzahl der Parteiorganisationen war überhaupt gezwungen, sich znlösen, nachdem die Mehrzahl ihrer Angehörigen hinter und Riegel gebracht war. Die Mage der Bevölkerung, von dec RegierungSgewalt terrorisiert, blickt peffimgmÄ aus me JijW tige Duma, die bei Anwendung des ictzigen Systems tni3fcmuw schließlich konservative Elemente in die Duma emziehen »mrden. ES herrscht die Ansicht, daß die Wahlen fern .^nüx keinem Falle Beruhig'.Nig bringen werden. Oesters hort man von den Bauern sagen: „Wenn die Verhaftungen so weitergehen, werden wir uns wohl hüten, an den Wahlen „sickzunelMen. 2er 3-ar hat die Freiheit gegeben, und bic Behörden stehlen sie wieder. Man schlevpt uns ja sogar dafür ins Gefängnis, wenn wrrnuv über sein Fveiheitsmonifest diskutieren. Sollten das vielleicht gesetzliche Handlungen sein?"
Ücberlegte und gentäßigt« Politiker wie P. v. Striwe und Winower empfahlen in der letzten Sitzung der tonstitu- tionell-demokratischen Partei eine Resolution zur Annahme des Inhaltes, das; die k.-d. Partei ebenfalls zur Boykottierung der Duma schreiten solle, falls die Wahlbeemflussung von feiten der Regierrmg durch Verhaftungen rc. nicht "^^Rach einer Meldung aus Warschau werden die polit. Gefangenen in Russisch-Polen mit unmenschlicher Grausamkeit behandelt. Jil Sieezka-Kempski wurde üpicn jedes Getränk vorenthalten. Nachdem sie^halb wahnsinnig vor Durst waren, setzte man ihnen Wasser vor, ge-- fiattete ihnen aber nicht, es zu trinken. Vielen Gefangenen wurde:! die Zähne eingeschlagen, an bete wurden auf den Fußboden gestreckt und mitFüßen getreten. Diese; Martern hatten den Zweck, aus den Gefangenen falsche Zeugnisse zu erpressen.
In Warschau wurden zwei Polizisten auf der 3träne erschossen. Die Tater entkamen.
Zweites Blatt 136. Jahrgang t Samstag 17. März 1806
Rotationsdruck und Verlag ba Vrühl'lck«
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politische Sages scharr.
Monopol der Großbanken. ,
$n der Beurteilung der Jahresabschlüße der Großbanken gehen die Meinungen auseinander. Während einserseitS aus die gefestigte innere Position der Finanzinstitute hingewiesen wird, findet man andererseits die Anspannung des BildgetS der Banken so stark, ba£ neue Kapitals Vermehrung en unumgänglich seien, falls eS nicht bald gelinge, bte sest- qelegten Betriebsmittel zum beträchtlichen Teil flüssig zu machen. Die letztere 9(uffaffung hat vielleicht mehr für sich und ist auch in den Kreisen der Hochfinanz selbst anzutreffen, denn ein Berliner Bankdirektor erklärte einem Handelsredakteur, daß die Ausdehnung deS Geschäftsbetriebes der Großbanken noch lange nicht als abgeschlossen zu betrachten sei, da unausgesetzt und von allen Seiten des Reichs Gesuche von Banksirmei'. um Ankauf durch die Großbanken einliefen.DasFortschreiten derKonzentrations- bewegung hat also schon an sich neue Kapitalsvermehrungen der Institute im Gefolge. Diese Erscheinung ist bedenklich, denn sie zeigt sich in keinem anderen Lande und fuhrt zu einer Monopolisierung deS Bankgeschäft8 in Deutschland.
—EiUues JnfanLcrie-.Exerzierreglement.
Die Kommission zur Neubearbeitung und Vereinfachung beZ Jufanterie-Exerzierreglements ist mit der 2. Lesung des Entwurfes soweit gediehen, daß in nächster Zett dte neue Fassung dem Kaiser vorgeleat werden kann. Von besonderer Seite tvird uns mitgeteilt, daß dre Neugestaltung des, 1 .Teils des Reglements, der in der Hauptsache sich mit den reinen Formen des Infanterie-Exerzierens beschäftigt, vornehmlich durch den Generalleutnant v. Uslar erfolgt ist. Exzellenz v. Uslar, Kommand. der 34. Division in Metz, gilt als eine Autorität in Sachen des Drills. In den ganz allgemeinen Bestimmungen, welche der neue 2 .Teil über das Gefecht der Infanterie enthält, dürfte auch mit dem letzten Rest starrer Form gebrochen sem. Die Redaktion der zukünftigen Direktiven über diesen wichtigsten Teil der Ausbildung hat dem Vernehmen nach m erster Linie in der Hand der Generäle v. Bülow, v. Loewen- seld und v. Below gelegen. Exzellenz v. Bülow ist der kommandierende General des 3. (brandenb.) Armeekorps, v. Loewenfeld Generaladjutant des Kaisers und Kommand. der 1. Garde-Division, Generalmajor v. Below Oberquartiermeister im Generalstabe der Armee.
Der Kommission gehören außerdem an: Der General b. Bock und Polach (14. Armeekorps) — als Präses: der Kommaiidant des Hauptquartiers des Kaisers, General v. Plessen: der General der Infanterie und Geiuraladju- tant v. Kessel (Garde-Korps); der General der Infanterie v Eichhorn (18. Armeekorps); die Obersten v. Gündell (Oberquartiermeister im Generalstabe der Armee), von Lindenau (Regiment 116 in Gießen) und von Deimling (der bekannte Südwestafrikaner, jetzt Abt.-Chef im Großen Generalstabe^: die Oberstleutnants Lauenstein und v. Förster, die als Militärattaches bei der russischen Mandschureiarmee waren, und Major v. Bronsart, der inili- tarische Begleiter des Prinzen Karl Anton von Hohenzollern in Japan. t .
Die Sitzungen der Kommission werden un Gebäude des Kriegsministeriums in Berlüi abgehalteu.


