Ausgabe 
13.12.1906 Zweites Blatt
 
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halten habe, das sich aus die südwestafrikan. Angelegen­heit beziehe.

Die vom Deutschen Handelstage nach Berlin ein­berufene internationale Getreidekonferenz be­schäftigte sich heute mit den in Betracht kommenden Gctreide- kontraktfragen Amerika gegenüber. Man beschloß, die von dem Verein der Berliner Getreide- und Produktenhändler ausgearbeiteten Entwürfe für einen Maiskontrakt und einen Kontrakt für anderes Getreide durchzuberaten und dann in einer gemeinsamen Konferenz mit den englischen Interessenten endgültige Beschlüsse zu fassen.

Der Erklärung der landeskirchlichen evangelischen Vereinigung in der Angelegenheit des Falles Cesar ist auch der rheinische Provinzialoerein beigetreten, so daß nunrnchr die gesamte evangelische Vereinigung in der preußischen Landeskirche, soweit sie provinziell organisiert ist, auf Grund der Halleschen Kundgebung als einheitliche synodale Gruppe zusammengefaßt ist.

Die Neichsregierung kündigt abermals neue Steuern an. Ter un Reichslage eingebrachte Reichs- haushaltSetat betont, daß für 1907 die 2)!atrikular- beiträge die zu ihrer Deckung dienenden Ueberweisungen um den erheblichen Betrag von 5 7 049 841 Mk. über­steigen werden. Tie verbüiideten Regierungen müßten deshalb, so heißt es un Etatentwurf, sich eine entsprechende Entlastung durch nachträgliche Ergünzitng der jüngst ver­abschiedeten Steuergesetze Vorbehalten.

Dresden, 13. Dez. Zur Frage der Schiffahrts­abgaben verlautet, daß die sächsische Regierung auf dem Standpunkt steht, daß Artikel 54 der Reichs v erfaj su ng die Erhebung von Schiffahrtsabgaben ouf natürlichen Wasser­straßen von der Art, wie sie das preiißische Kanalgesetz vor­sieht, verbietet. Diese Ueberzeugung teilen aiich Württem­berg, Baden, und soweit sich bisher feststellen ließ, auch Hessen, und diese Staaten zusamnlen verfügen über gerade 14 Stimmen im Bundesrat, die nötig sind, um eine Aender- ung der Verfassung unmöglich zu niachen, mithin die Ein­führung der Schiffahrtsabgaben zu verhindern.

Bremen, 12. Dez. Die Bürgerschaft lehnte in namentlicher Abstimmung mit 75 gegen 42 Stimmen die Vorlage betreffend die Wertzuivachssteuer ab. Ter Senat hatte sich im Prinzip dafür ertlärt.

Dessau, 12. Dez. Die Landesbehörden sind im Auftrage des Herzogs angewiesen worden, angesichts der gegenwärtigen Teuerung bei Besuchen des Herzogs innerhalb des Landesgebietes keinerlei Aufwendungen aus öffentlichen bezw. Ko m munalmitteln mehr zuzulaffen.

3liis S.aor uno tano«

Sprechstunden der b.eoait^.. ;; 1 Upc bör..i., ^7i/2S Uhr abds. Gießen, den 13. Dezember 1906.

** Weihnachtssendungen. Die Reichs - Post­verwaltung richtet auch in diesem Jahr an das Publikum das Ersuchen, mit den Weihnachtssendungen bald zu be­ginnen, damit die Paketmassen sich nicht in den letzten Tagen vor dem Feste zu sehr zusammendrängen, wodurch die Pünktlichkeit in der Besörderung leidet. Bei dem außer­ordentlichen Anschwellen des Verkehrs ist es nicht tunlich, auf weitere Entfernungen eine Gewähr für rechtzeitige Zu­stellung vor dem Weihnachtsfeste zu übernehnien, wenn die Pakete erst am 22. Dezember oder noch später eingeliefert werden. Die Pakete sind dauerhaft zu verpacken. Tie Auf­schrift der Pakete muß deutlich und haltbar hergestellt sein. Bei Fleischsendungen und solchen Gegenständen in Leinwand- verpakung, die Feuchtigkeit, Fett, Blut rc. absetzen, darf die Aufschrift nicht auf die Umhüllung geklebt werden. Der Name des Bestimmungsorts muß recht groß und kräftig gedruckt oder geschrieben sein. Die Paketaufschrift muß sämtliche Angaben der Begleitadresse enthalten, zutreffenden­falls also den Frankovermerk rc. Die Vereinigung mehrerer Pakete zu einer Begleitadreffe ist vom 10. bis 25. Dezember im inneren deutschen Verkehr nicht gestattet.

"Der GesangvereinEnthusiasmus-, der sich zur Ausgabe gemacht hak, armen bedürftigen Kindern ohne Unterschied der Konfession am Weihnachtsfeste eine Freude zu bereiten ist mit dieiem idealen Gedanken neu belebt ivorden und die Vorstandsmitglieder regen sich emsig, um das Fest, wie in früheren Jahren, wieder in die Wege zu leiten. Es wurden früher jedes Jahr bis zu 68 Kinder beschenkt und zwar mit neue« Klei- dungspücken. Tie Anzahl der zu beschenkenden Kindern wird durch die Höhe des verfügbaren Kapitals bestimmt. Der diesjährige Bescheer-Abend wird m den Räumen des Hotels Victoria- Gießen slatlftnden und alle Freunde dieser edlen Sache sind zu diesem Abend, der durch Absingen von Weihnachts-Chorälen durch den befamiteu jugendlichen Sängerchor und durch musikalische Vorträge erster Künstler, Festrede rc. unter m Kerzenpracht strah­lendem Chrisibaum, zu einer erhabenen und ergreifenden Feier sich gestalten wird, hierdurch herzlich eingeladen. Die Kinder sinh durch ihre Ellern bezro. Vormünder bis zum 16. d. Al. Bahnhofstr. 59 anzumelden mit der Angabe des gewünschten Geschenks. Zeit, Suinde und Tag der Feier ist nächster Tage int Inseratenteil des Gießener Anzeigers zu ersehen.

4* 22reseck, 12. Dez. Die Einweihung unseres neuen Schulhauses fand gestern durch Negierungsrat Welcker, Schulrat Kleinschmidt uub Baurat Diehm-Gießen statt. Die Schulklassen, der Octsvorstand und die Lehrer nahmen an der Feier teil. Das schöne Gebäude umfaßt drei Klaffenjäle.

Z Daubringen, 12. Dez. Gestern abend fand hier ein Familienabend der Gemeinde statt, der sehr- zahlreich besucht war. Ausgefüllt wurde der Abend besonders dusch einen Lichtbilderoortrag über das heilige Land nach Originalaufnahmen, vorgeführt und erläutert durch Pfarrer Schwabe-Gießen. Der Vortragende verstand die herrlichen Bilder auf das interessanteste zu erklären. Der Vortrag war eingerahmt von passenden dreistimmigen Gesängen und De­klamationen der ersten Schulklaffe unter der Leitung des Lehrers Jüngel. Im Schlußwort dankte Pfarrer Guß- mann dem Redner und sprach den Wunsch aus, der auch von der Gemeinde geteilt wird, daß die Kleinkinderschule, der der Reinertrag de§ Abends überwiesen wurde, recht bald könnte eröffnet werden.

X Hungen, 1L Dez. Ein großes Eisenstein- Bergwerk ist m unserer Gemarkung un Entstehen begriffen. Die Gewerkschaft Elisenburg, früher bei Grünberg und Stangenrod, Hat hier mit umfangreichen Bauten begonnen, die ihrer baldigen Vollendung entgegengehen. Auch eine Erzwäsche soll nächstes Jahr angelegt und durch eine

Drahtseilbahn mit der Bahnstrecke HungenFriedberg ver­bunden werden. Eine andere Gesellschaft schürft zurzeit im Feldheim er Wald und hat recht günstige Resultate erzielt, so daß auch dort ein Bergwerk errichtet werden wird.

Aus dem Kreise Friedberg, 11. Dez. In dem Mangan-Bergwerk bei Ober - Nosbach verun­glückten zwei Arbeiter schwer. Arbeiter Nahn erlitt einen Beinbruch, der andere Bergmann wurde von Erdmassen ver­schüttet und erheblich verletzt. Die Gemeinde Hoch- Wei sel hat ihre Wasserleitung fertiggestellt und durch eine kleine Feier dem Betrieb übergeben.

gd Darmstadt, 12. Dez. Am Dienstag abend hielt der hiesige Nationalliberale Verein eine Ver­sammlung ab, zu der auch die Mitglieder des junglib. Vereins eingeladen waren. Zuerst erstattete Dr. Ncßling Bericht über den Goslarer Parteitag. Hieran knüpfte sich eine von Herrn Ruf eingeleitete Debatte über Orgaliisations- fragen. Zmn 2. Punkt der Tagesordnung ergriff Landtags- abg. Dr. Osann zumFall Eißnerl" das Wort. Er vertrat den bekannten Standpunkt der nationallib. Fraktion. Rach ihm sprach Herr Germann, der aus liberalen und nationalen Gründen die Bestätigung des Sozial­demo kr. Eißnert gut hieß. Die Versammlung war trotz des nahenden Weihnachtssestes verhältnismäßig gut besucht. Am Samstag abend veranstaltete der jung» liberale Verein imKaisersaal" eine Großherzogs Geburtstagsfeier, verbunden mit der Feier der Geburt eines Thronfolgers, die außerordentlich gut besucht war. Die Festansprache hielt Herr Germann._______________________

Eine große Tabatarbeiter-Bersammlung

sand am Donnerstag in Berlin stau.Genosse" Geyer iprach überDie Lage der Tabakindustrie unter den neuen Steuergejetzen*. Der Referent machte etiva nachstehende Ausführungen: Tie Verschlechterung der Lage der Tabakarbeiter, welche vorher mit den anderen Arbeitern gleichgestellt waren, begann mit der Zoll- und Steuer­er h ö h u n g un Jahre 1879. Da durch dieselbe die Tabakindustrie schiver belastet wurde, so suchten die Fabrikanten einen Ausgleich, indem sie die Löhne drückten. Durch den Konsumrückgang wurde das Herabdrücken dec Löhne noch begünstigt. Daß sich die Ta b akindu strie bis heule noch nicht von der Nachwirkung dieser Zoll- und Steucrerhöhung erholt hat, liegt auch an der fort­gesetzten Beunruhigung derselben durch immer wieder neuauftauchende Steuerptäne der Regierung. Dieselben l>aben noch jedesmal eine Stockung der Industrie im Gefolge gehabt und die Industrie an ihrer Entwickelung behindert. Heute wird das Einkommen der Tabakarbeiter durch die künstliche Erhöhung der Lebensmittelpreise noch iveiter herabgedrückt. Die Erhöhung dcr Lebensmittelpreije übt aber auch noch insofern eine ungünstige Wirkung auf die Tabakarbeiter aus, als bei jeder Teuerung immer zu allcr- erft der Tabakgenuß eingeschränkt wird. Die gang­barsten Tabaksorten sind in den letzten Jahren ebenfalls sehr un Preise gestiegen. Wenn da die Zigarrenfabrikanten nicht noch Lohnabzüge gemacht haben, so liegt das daran, daß sie gemeinsame Sache mit den Arbeitern machten. Der Verband der Tabalarbeiter hat in letzter Zeit, zum Teil infolge der Reorganisation, einen Aufschwung zu verzeichnen. Mit einem Bestände von za. 32 000 zählt derselbe heute mehr Mitglieder als je vorher. Der schwerste Vor­wurf, der den Tabakarbeitern gemacht werden muß, ist die große Fluktuation im Verbände. Derselbe ist manchmal bis zuin Erlöschen zusammengeschmolzen. Nur ein kleines treues Häuflein hat eine Auflösung verhindert. Sicher ist, daß die Banderolensteuer mit der Absicht durchgedrückt wurde, die­selbe, falls sie sich bewährt, auch auf die Zigarren auS- zudehnen. Geyer wies dann noch in Bezug auf daS an- gekündlgte Heimarbeiterschutzgesetz auf die große Ausdehnung der Heimarbeit in der Tabakmdustrie hin, sowie auf die Gefahren, bie dieselbe für die Heimarbeiter selbst, als aiich für- die anderen Arbeiter des Berufes mit sich bringt._______

Vermischtes»

Migränin ein j cy weres Gift! In Chem­nitz versterben infolge Gebrauches von Migräningegen Kopfschmerz zwei Frauen. Mehrere andere Personen erkrankten. In allen Fällen stammte das Pulver aus ein und derselben Apotheke. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet. Die in -ber Apotheke noch vor- gesundenen Mtgränepulver wurden beschlagnahmt._______

Arnrst tiiifc Wissenschaft.

Der Kaiser undder Wiener Männergesang- v er ein. Der Wiener Männergesangverein, dcr jüngst in Berlin konzertierte, hat am Sonntag im Berliner Lkönigl. Schlosse vor dem Kaiser und der Kaiserin gelungen. KremsersIm Winter" mußte auf Wunsch des Kaisers noch einmal angestimmt werden. Als der letzte Ton verhallt war, schrill der Kaffer lebhaft auf >en Präsidenten des Vereins, Schneiderhan, zu, reichte ihm die Hand und sagte:Ich danke Ihnen für den Genuß, den Sie mir heute aufs neue bereitet. Es hat wunderbar geklungen. Rcoch Vesser als in Schönbrunn. Das tönt gar nicht mehr wie der Klang menschlicher Stimmen, sondcrii wie cm einziges mäch­tiges Instrument. In KremsersWinter" habe ich Ihre Auf- laiiung bewundert." Zum Vizeprä, identen des Vereins, Baudien, lagte der Kaiser: ,T>hr C^)r klingt wie eine Orgel. Ihr Batz dort in der Marmocecle wirkt tolossal!" Dann wandte sich der Kaiser noch einmal an Schneiderhan. Er habe vernommen, daß auf dem Kommerse am Samstag auch Berliner Vereine gesungen hätten; wie ihm denn diese gefallen hatten. Er war sichtlich über die Antwort erfreut, daß die Berliner vortrefflich gewesen wären. Zum Dirigenten Heuberger meinte der Kaiser, daß die Schönheit der Stimmen überraschend wäre, und Kremer machte er die Mitteilung, daß man in Berlin einen Saal bauen wolle, der den höchsten Anforderungen der Akustik genügen werde. (? D. Red.) An einem solchen Raum, würdig solcher Aunührungen, wie er sie soeoen gehört, sehie es noch in Berbin. Aoer -es solie damit bester werden. Die Kaiserin fragte Kremser, wie oft der Verein denn probe, und ais sie die Antwort erhielt: ,,Nur einnial wöchentlich", meinte die hohe Frau:Dann widmet j a der Kaiser dem M ä n n c r g e s a n g s w e sc n mehr Zeit als Sie!"

Das neue Thalia-Theater in Elberfeld, das von der Architektur- und Bausirma Bosivau & Knauer in Düssel­dorf erbaut ivorden ist, zeigt emeit freien, modern empiunbeneii Barockstil von lebhaften, ungezivniigenen Formen. Sehr eindrncks- voll wirkt der Zufchauerraum infolge serner trefflichen Aiilage mit Parkett uub drei großen Rängen, |oroic der frohsinnigen Farben- zufammeilstellung von weiß, gold uiid rot. Ter Rauingehalt ist nir 2U00 Personen berechnet. Unter bem Parkett liegt em ge­räumiger, zweiteiliger Restaurr.lionstunnel mit origineller Deko­rierung. Unmittelbar mit bem Theater verbunden ist im Parterre

ein großes Cäfsrestaurant und darüber ein prächtiger Fefkfaall Der Bau ivährte 200 Arbeitstage.*

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 11. Dezember. Ein schwerer Junge.

Im verflossenen Jahr trat der Vlehschiveizer A. K. ans Ernet- schwyl (Schweiz) bei einem hiesigen Schreinerelbesitzer unter falschem Namen in Stellung als Fahibürsche, iiachdein er kurz zuvor in der Nähe von Kassel einem Kameraden die Legiti- malionspapiere gestohlen hatte. Er ivußte sich die Schlüssel zum Kasjeilschrauk seines Dienstherrn, bei dem er Kost und Wohnung haue, zu verschaffen lind stieg durch ein offenstehendeS Fenster in das m einem Seitenbau der Hofreue liegende Kontor ein. Tort schloß er den Kassenschrauk ain und nahm die darin befindliche Kasjette mit 420 Alk. Inhalt an sich, mit der er sich in den Pierde- slall begab und dort öffnete. 2)lit dem Inhalt verschwand er mit dem nächsten Schnellzug nach Frankfurt zu. Die Kassette fand sein Dienstherr m einem Hafertasten des Pferdestalls mit Kleidungs­stücken zusammen, bie er einem Hausierer gestohlen hatte. Erst nach langen Bemühungen gelang es den Behörden, seiner habhaft zu werden, da er sich unicr allerlei falschen Nameii mnbertrieb. Als er scslgenoinmen wurde, beitritt er zuerst, in Gießen gewesen zu jein, doch bequemte er sich zu einem Geständnis, als er hierher verbracht winde. Er ist bereits fünfmal wegen Diebstahls bestraft und die Siaatsanwaltschast ivar der Ansicht, daß feine Reise hier­her nur den Zweck hatte, einen ergiebigen Diebstahl auszuführen. Tie Strafkammer oerurietlte ihn wegen eines einfachen und emes schweren Diebstahls zu erner Gesamtstrafe von drei Jahren zwei Atonalen Zuchthaus, sprach ihm die bürgerlichen Ehrenrechte ans fünf Jahre ab und erkannte auf Zulässigkeit der Polizeiail'sicht. Letztere Maßnahme, gegen die ' zurzeit Sturm ge­laufen ivird, sand ihre Begründung darin, daß es sich um einen Ausländer handelt, der die Gepflogenheit hat, sich unter falschem Namen verurteilen zu lassen.

Eure frischgewalzte Straße

ist der Bierverleger I. I. D. voll Orte »»berg trotz kreisamtlichen Verbots ungeachlet der Warnungszeichen und der Belehrung des Straßenwaris geiahren, jodaß sie beschädigt wurde. Es erging cm etraibeiebl über drei Mark an iljn, gegen den er Widerspruch erhob unter der Begründung, er habe leinen anderen Weg fahren können. Tas Schöffengericht verwarf seinen Einspruch, da es der Elnlicht ivar, bag er, wenn auch aus Umivegen, doch zu seinem Ziel hätte gelangen können. Er focht dieses Erkenntnis an und machte gellend, daß er weder von Sperren der Straße noch von einem Warnungszeichen etwas geiehen habe. Demgegenüber befun- beten Zeugen, daß er auf bie Bemerkung des Stragenwarts, ber ihn znrückhallen wollte, äugerte, er würbe beu anderen Tag bie Straße nut einem Wagen voll Holz passieren. Tas Gericht oer- lv a r s seine B e r u i u n g mit bem Bemerken, baß es wohl zur Erhöhung der Strase gekommen wäre, wenn nicht bie Slaalsan- waltjchast ihre Berufung zurückgenommen hätte.

«sterichtsjaat.

W. Frankfurt a. 2)1., 12. Dez. Die Strafkammer des Lanbgerichts verhandelte heute gegen den sozialdemokratischen Stadt­verordneten Otto Zielowskl, der beschuldigt ivar, durch Aeuijcrungen in der Stadtverordneiensitzung und un Seniorenkonvent bie Stadtverordnetenversammlung und den Stadt- uerovbneien Bra ch l beleidigt zu haben. Vioel) sechsstündiger Verhandlung wurde im ersten Falle ans Einstellung des Verfahrens erkannt, weil die Aeußeriingen des Angeklagten sich nur aus einige Stadtverordnete, aber nicht auf die gesamte Stadtverordnetenversammlung bezogen. Im zweiten Falle eriolgte Freisprechung, weil bem Angeklagten ber Schutz bes § 193 des Str.-G.-B. (Wahrung berechtigter Interessen) zur Seite steht.

B e u 11) e n, 12. Dez. In bem Prozeß gegen den Metall­gießer Ewald Konrad, ber unter bem Namen Baron Dobrowolsky von Donnersmarck internationale H o ch st a - p e l c i e n verübte, würbe ber Angellagie heute von ber Straf­kammer wegen Entführung einer Minderjährigen nach bem Anträge bes Staatsanwalts zu eine in Jahre Gefängnis verurteilt, wovon zwei Alonate als durch bie Untersuchungshaft verbüßt erachtet werden.

Weimar, 12. Dez. Tie Strafkammer verurteilte heule Frau R o f a L u x e m b u r g wegen A u i r e i z u n g z u G e w a l 11 ä t i g - feiten, begangen in einer Siebe auf dem sozialdemokratischen Parteitage im Dezember 1905 in Jena, zu 2 'Monaten G fängnls. Der Staatsanwalt hatte 4 Monate beantragt.

Frankenthal, 12. Dez. Ter frühere Buchhalter b- Raisfeisen-Tarlehnskasse Schifferstadt. WilhelmAprell gegen den em mehrere Tage dauernder Prozeß vor ber 2. Straf­kammer wegen Veruntreuung von Geldern in Höhe von über 48,000 Alk. angestrengt war, wurde heute abend zu 6 Mo­na t e n G e f ä u g n l s wegen Untreue und Begünstigung verurteilt. Ter Haftbefehl bleibt aufrecht erhalten. Mit Rücksicht auf die hohe Kaution wird der Angeklagte auf freiem Fuß gelassen.

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen.

Frankfurter Börse 3^®/0 Reichsauleihe . . 98.05 3% do. . . 86.95 Konsole .... 98.10 3-6 do..... 87 00

3^°/o Hessen . « » . 96.95 3^°/. Ob erb essen . . .. 456 Oesterr. Goldrente. . 99.90 4*/, 56 Oesterr. Sil betreute 100.20 4-6 Ungar. Goldrente . . 96.45 456 Italien. Beute . . .. 356 Portugiesen Serie I . 69.60 3-6 Portugiesen III 69.90 4>6°/o russ. Staatsaul. 1905 90.20 4>i° 9 japan. Staatsanleihe 93.75 4 56 Uouv. Türken vou 1903 94.10 Türkeuluse......144.50

4-6 Griech. Monopol-Anl. 52.60 4-6 äussere Argentinier . 89.50 3°/0 Mexikaner . . . 66.90

4>6°/o Chiuesen .... 96.80

Aktien:

Bochum Guss.....241.40

Buderus E. W .... 130.20

Tendenz: still.

13. Dezember, 1.15 Uhr.

Elektriz. Lahmeyer . . . 140.50 Elektriz. Schnckert . . . 120.10 Eschweiler Bergwerk . . 250.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 226.80 Hamburg-Amerik. Paketf. 158.60 Harpener Bergwerk. . . 213.00 Laurahdtte.

Nordd. Lloyd.....130.70

Obeischles. Eisen-Industrie 126.50 Berliner Handelsges . . 173.70 Darmstädter Bank . . . 139.60 Deutsche Bank . . . 241.70

Deutsch-Asiat. Bank . . 173.00 Diskonto-Kommaudit . . 185.70 Dresdner Bank . . . 158.20 Kreditaktien.....217.30

Baltimore- und Ohio-

Eisen Lahn . . . 120.60

Gotthard bahn . . . , .. Lombard. Eisenbahn . . 35.80 Oesterr. Staalsbahu . . . 146.30 Pnnce-Henri-Eiseubahu . 153.00

Berliner Börse, 13. Dezember. Anfangskurse.

Cauada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . , Tendenz; still.

. 197.20

. 139.60

. 241.50 . 84 70 . 157.90

Harpener Bergwerk. . Laurahütte . . . Lombarden E. B. . . .\ordd. Lloyd . . , . lilrkenlose . . . .

212.60

35*70

130.70

145.00

Vergessen Gie nicht, baß Welhiiachten bevorsteht unb baß alS bestes Weihiiachlsgescheiik sich eme Gaw-Füllfeber erweist, welche von Mk. 12.50 aufwärts, ber Größe ber Goldfeder eilliprecheud, käuflich ist. Es gibt nichts Brauchbareres, weil jedermann täglich sich einer Feder bedienen muß. Es gibt auch nichts Tauerhaiteres, well sie lebenslänglich oorhält. Es gibt überhaupt nichts, dessen sich der Beschenkte angenehmer erinnert, als der Gabe einer Caws- Füllseder. Nachahmungen sind zahlreicki, aber jeder Händler von gutem Ruse wird Ihnen eine Caw verkamen, wenn Sie Caw ver­langen. Man beachte beim Kaufen, daß der Haller den 9lameit Caw trägt. Bezug durch Papiergeschäue. Jllustr. Katalog gratis. Schwan-Bleistisi-Fabrik, 91 üruberg. sss^/

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