Ausgabe 
17.3.1906 Erstes Blatt
 
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mitten in herrlicher Gebir£swa!dun£

Altbewährtes Soolbäd.

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Dr. Bachem (Zentr.) versteht nicht, warum diese Antwort aicht.schon früher gegeben wurde. Durch solche Hinterhältigkeit werde das Vertrauen des Reichstages zur Verwaltung unter­graben.

Erbprinz Hohenlohe möchte sich dagegen verwahren, als ob eine Hinterhältigkeit vorlicgc, wenn jene Frage nicht in der Kommission beantwortet wurde. Er betont dann, daß c§ ein durchaus unbefriedigender Zustand sei, wenn für die Sicherheit der Station nicht genügend gesorgt wird.

Abg. Grob e r (Zentr.) ist zufrieden, wenn die heutige Debatte den Erfolg hat, daß über die Verwendung der Gelder in der Kolonie eine ordentliche Kontrolle geübt werde.

Geheimrat S eitz: Eine Kontrolle der Verwendung der Gelder erfolge selbstverständlich, aber wir können nicht hier in jedem Augenblick sagen, diese oder jene Summe ist so oder so verivendet worden.

Damit schließt diese Debatte. Der N a ch t r a g s e t a t wird mit den van der Kommission vorgeschlagenen A b str i eh e n g e- n. c hm i g t und zwei von der Kommission vorgeschlagene Reso­lutionen angenommen. Dieselben gehen dahin, daß die nach unseren Kolonien verkehrenden deutschen Passagierschiß'e Aerzte nritführen sollen, die in Tropenkrankheiten und Schiffshygiene praktisch vorgebildet seien, und so ausgerüstete Schiffe sollen ent­sprechende Vorteile haben bei der gesundheitspolizeilichen Ab­fertigung in den deutschen Haien.

Debattelos wird der Nachtragsetat für Südwest- nfrika in zweiter Lesung erledigt. Morgen Kolonial- etat mit der Vorlage wegen der Garantie für die Bahn von Duata nach den Maneuglfla-Bergen in zweiter Lesung.

Entfernung zwischen beiden nur etwa 200 Schritte betrug. Die zertrümmerten Wagen gerieten durch Gasexplosion in Brand. Gerüchtweise heißt es, dem einen Zugführer sei der Befehl gesandt worden, zu halten und den anderen Zug vorbcifahrcn zu lassen, er sei ihm aber nicht rechtzeitig zu- gegangen. Eine andere Meldung besagt, daß das Bahn­unglück, bei dem 40 Personen getötet und 34 schwer verletzt wurden, durch einen Telegraphisten verursacht wurde, der ein- geschlafen war.

* Hochwasserunglück. DemMemeler Dampfboot" zufolge wurde infolge der Ende voriger Woche eingetretenen Eisverstopfung des Memelstromes der ostpr. Kreis

..Kyffhäuserhütte, Artern 327. General-Vertreter:

A. Collin, Frankfurt a. M., Kaiserstrasse0, I-

Handel und Verkehr, Volkswirtschaft.

Märkte.

Abg. Ko Pick Frs. Dp.) polemifirrt gegen die kolonialschwär- tnerisäien Ausführungen des 9(bg. Arendt. Füv die Kolonien seien bisher exklusive des vorliegenden Rachtragsetats 522 Millionen Mark verausgabt ivvrden. Das bedeute einen Zinsaufwand von 85 Millionen Mark jährlich. Demgegenüber haben ivir bei uns swch viele KulNiranfgaben zn lösen, wie Schulen, ^ankenhäuser ilsw. Ucber der Sorge für die schwarzen Brüder sollte man bric .eigenen Brüder nicht vergessen. Den Maßnahmen des neuen Chefs der Kolonialverwaltung sehe er mit Zutrauen entgegen. ^Beifall linkst

Abg. Dr. Arendt (Reichsp.i ist angenehnt davdn berührt, daß Kopsch dem Erbprinzen zu >v>ol)enlvl)e Vertrauen aus-gesprochen hat. Die Politik des Abg. Kvpsch den Llvlonien gegenüber würde reckt hrstspielig sein. Denrt macke man die Kolonien nicht lebens­fähiger, so bleiben sie dauernd eine finanzielle Last für das! 'Reich. Redner polemisiert diuin gegen die dlusführungen des Abg. Kvpsck, mlmentlich in der Eisenbahnfrage, und kommt hierauf mochmals auf den Fall Peters zurück. Von der ganzen Mäubergeschichte, die Bebel seinerzeit vorgebracht habe, fei nicht ein Wort wahr.

Abg. H a g e m a n n (na!L) empfiehlt den Sozialdemokraten, ifuf) einmal durch den Augenschein von den Fortschritten der Baum- rvollknltur und von dem Vorhandensein von Eisenerzen in Togo zu überzeugen. Auch Ostafrika sei durchaus ansiedelungsfähig. Freilich muffe man als Vorbedingung Wege und Eisenbahnen schaffen.

Abg. Ledebour (Soz.) führt aus: Das Vorgehen Arendts -laufe darauf hinaus, das- Urteil gegen Peters zu diskreditieren. Die Kolonialverwaltung habe Ursache, einmal gründlich Antwort (zu geben. Bebel habe seine Pflicht getan, die Anklage, die damals .gegen Peters erhoben wurde, hier in die Oeffentlichkeit zu bringen ^Unterbrechungen durch Kardorff und Arendt. Glocke des Präsi­denten). Die Sache sei vor Gericht gekommen und durch Urteil ,erledigt worden. Redner polemisiert dann ausführlich gegen Spahn in der Angelegenheit der Erörterung der Verhältnisse der Beainten vor dem Reichstage.

Abg. Dr. Bachem Lßcntr.) fragt an, weshalb man aui einigen Stationen in Ostafrika die Dächer mit Stroh oder Gras und nicht mit Wellblech gedeckt habe. Dadurch war es mög­lich, daß die Stationen durch brennende Pfeile in Brand gesteckt wurden.

Geh. Rat Seitz verweist auf die Einstellung des Betrages oon 25 000 Mk. in den Etat zur Verbesserung der Verteidigungs­fähigkeit der Stationen. Auch in Kamerun seien 50 000 Mk. dafür eingestellt worden Das Bestreben sei seit Jahren, die Bauten massiv auszusühren.

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Der EnagerkiiasUer Sacco

hat jetzt in Henglers Zirkus in London ein 45tägige§ abso­lutes Fasten beendet und damit einen Weltrekord geschaffen. Nur Wassertrinkcn war ihm .gestattet. An Gewicht verlor er während dieser Zeit 55 Pfnnd. Seine erstmalige Nah­rung nach Verlassen des Glaskastens bestand aus einer Tasse Kakao und einem Gläschen Dr. Hammels Haematogen. Den zahlreichen Besuchern, Aerzten und Laien erklärte er, daß nach seinen bisherigen Erfahrungen (die Fastenzeit des Jahres 1905 betrug 244 Tage) er sicher erwarte, durch geeignete Diät verbunden nut dem Gebrauche von Dr. Hommels Haematogen schon nach wenigen Wochen so erstarkt zu sein nm gegen Mitte April ein neues Fasten beginnen zu können.

Rettungsarbeiten sind augenblicklich eingestellt, um einige bestimmte Arbeiten ausführen zu können.

In dem heute stattgehabten Ministerrate machte Mi­nisterpräsident Sarrien Mitteilungen über den Stand der gerichtlichen Untersuchung, die eingeleitet worden ist, um festzustellen, wen die Verantwortung für die Kata­strophe in Courriöres trifft. Ter Minister des Innern Clömeneeau teilt mit, daß die Direktoren der Bergwerks­gesellschaften einem Vorschläge, morgen nachmittag im Mi­nisterium der öffentlichen Arbeiten zu einer Beratung mit den Delegierten der Bergarbeiter zusammenzutreten, zu- stinimten, und daß zwar von den Bergarbeitern eine Ant­wort auf diesen Vorschlag noch nicht eingegangen sei, diese aber sicher bejahend lauten werde. Clömeneeau erteilte i . r <- x. . r

den Prös-Nen des D-Partcmcnts Nord und Pas bc Calais Wetri1? 9r°Bcn $o$roafietimg(ud Ijenngefu^t.

die Weisung, bei der Streikbelvegung reguläre Truppen I ^;,nc 9r0'?c Anzahl ~oifer des 16. MoorkolomfationsgebieteZ nicht heranzuziehen, vielmehr die Aufrechterhaltung der befindet sich in großer Not. Die Bewohner mußten viel- Ordnung durch die Gendarmerie des Gebietes zu sichern, fach auf die Häuserböden flüchten. Sämtliche Vorräte die durch die in nächster Nähe stationierten Gendarmerie- sind verloren und die Häuser unbewohnbar. Fünfzig brigaden zu verstärken sei. Die Gendarmerie soll in den Pioniere mit zwei Pontons sind zn den Rettungsarbeiten und Zechengebättden verborgen gehalten werden. Weiter hat zur Eissprengung nach Heydekrug kommandiert worden. Auf der Munster versprochen persönlich in dis St^ikgebiet zu ber Kurischcn Nehrung sind die Ortschaften Nidden, Preit kommen, um die Arbeiter zu beruhigen, falls dies bon q-?A%.wnrP a r « » r «s u

Nutzen sein mürbe. Die Grubenbirektion scheint entschlossen P°>wel^und Scywarzort durey Hochwasi-r stark bedroht, zu sein, Lohnaufbesserungen zu bewilligen. Die einzige t , \n r. 0011 ^^^uberg wtrd

Schwierigkeit liegt in der Forderung der Arbeiter, daß die I oon dem Augenblick ab, da sie dte Gemahlin des Königs Witwen und Waisen die ihnen eingeräumten Wvhnungen Alfons XEEL von Spanien geworden ist, eine Jahres- behalten dürfen, da in diesem Falle für die neu ankom- renie von 450000 Pesetas genießen, in deutschem Gelde wenden Berleute und deren Familien keine Wohnungen etwa 360 000 Mark. Die Summe wird vom Tage ihrer zur Verfügung stehen. Vermählung an fällig und ihr solange zustehen, wie König

letzte Nacht verlief sehr erregt im Kohlen- Alfons am Leben ist ' -------

decken von Pas-de-Calais. W* ? r c 1

Gießen, 17.März. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkte fofteten: Butter pr. Pld. 1.001.05 Mk., Hühnereier 1 St. 78 Pfg., 2 Stek. 0000 Pfg., Gänfeeier 0000 Pfg., Enteneier 00 Pfg^ Käse vr. Stck. 68 Pf., Käsematte 2Stck. 56 Pfg. Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr. Paar 0,801,00 Alk., Hühner pr.St. 1,001,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. Stück 1,802,20 Mk., Gänse vr..Pid. 00-00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfd. 7482 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 7072 Psg^ Schweine­fleisch pr. Pfund 8690 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psund 94 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 7080 Pfg., Hammelfleisch pr. Psund 6080 Pfg. Welsche per Pfund. Kartoffeln pr. 100 Kg. 5,506,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,008,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Llepiel per Pfund 18 bis 30 Pfg., in Körben 00 Pfg., Nüsse 100 Stück 30-40 Pfg., Birnen per Pfd. Mk. 0.150.20, Weißkraut per Stück 1030 Pfg., per Zentner Mk. 0.000.00. Marktzeit 82 Uhr.

Wegen umher, um die Arbeiter anzuhalten. Heute m or geu I n nn nnnVnV' » rr e , - -

war die Stillegung der Zechen in Dourges, Droeourt, Car- ^00000 Mk. Aber si. DE.rtlcrl; ^cfe§ Einkommen bis auf

bin und Ostricourt vollständig durchgeführt. Die Zahl der I ^cn e3cn vfcnnig, wenn sie sich wtederverhetratet. So haben jetzt im Aus st an de befindlichen Arbeiter be- die spanischen CorteS beschlossen. Augenblicklich befindet sich

trägt 25000. die Prinzessin Ena mit ihrer Mutter in London, sie wird

~"..." .... Für den Fall, daß sie ihn überlebt, M-n auf denhält sie ein Wittum von S500W Pesetas, also ungefähr

Mörder-Kultus.

In Berlin und auch in Stettin gehören, wovon uns die dortige Lokalpresse, die uns in ihren markentestcn Erzeug­nissen heute vorliegt, berichtet, Mörder und andere schwere .Verbrecher zu densensationellen" undinteressanten" Per­sonen. Von dem Raubmörder Hennig, der nach langem, Suchen, bei dem die Berliner Kriminalpolizei keinen Ruhm erntete, endlich in Stettin ergriffen wurde, ist jetzt in den Lokal-Zeitungen der beiden Großstädte mehr die Rede, als jemals von einem großen Staatsmann oder von irgend einem anderen Menschen von geschichtlicher Bedeutung! Es fehlt nur noch nach amerikanischem Muster eine regelrechte Unterredung mit dem Mörder über seineEindrücke" von der Flucht vor dem Arm der Gerechtigkeit und über die von ihm angewandten Mittel, sich unsichtbar zu machen. Der­artige Interviews prangen in dckv amerikanischen Presse mit einem halben Dutzend fetter Ueberschriften, z. B.Was der Mörder zu sagen hat, und was die Reporter sagten", Unglaubliche Verwegenheit,Die Polizei war klüger" usw. Vielleicht erllimmt die Berichterstattung auch noch diese, bisher unerreichte Höhe. Es bedarf nur noch einer kleinen Anstrengung dazu. Denn von dem Augenblick an, da Hennig in Stettin verhaftet wurde, bis zur Ueberführung des Mör­ders nod), Potsdam ist das Berliner und Stettiner Publi­kum sozusagen Stunde für Stunde von dem Tun dieses Unholds in Kenntnis gesetzt worden, von seinem Aussehen, seinem Gesundheitszustand, seinen Bemerkungen, seinen Ge- sständnissen wnd Ableugnungen und um ja nichts zu versäumen von den Speisen und Getränken, die er zu sich genommen.

DieKreuzztg." macht auf die ernste Seite eines der­artigen förmlichen Kultus mit der Person des Mörders aufmerksam. Welcher verbrecherisch veranlagte Mensch, so führt das konservative Blatt aus, sollte nicht dazu ver­führt werden, ähnliche Untaten zu begehen, wie Hennig, wenn er sieht, wie er in den Zeitungen geradezu verherr­licht wird. Das ist in der Tat die sehr ernste Seite einer ausschweifend sensationellen Berichterstattung. Hennig selber ist sich seinerBedeutung" als Mann des Tages offenkundig bewußt. Er hat, wie die gekennzeichneten Blätter selber melden, ziemlich vollständig alles gelesen, was seit Wochen über dieAffäre" geschrieben wurde, er war bei feiner Verhaftung sogar im Besitz der Hennig- Postkarte n, die von Straßenhändlern Berlins seit perFlucht über die Dächer" ausgebrüllt werden und glänzenden Absatz finden. Von diesen mit breitester Be­haglichkeit geschilderten Fällen lernt natürlich der Ver­brecher-Nachwuchs oder er fühlt sich zu ähnlichen Schreckens­taten angeregt, um in den Mittelpunkt deS Interesses zu gelangen. Die deutsche Presse sollte sich zu gut dafür halten, Sensationsgier zu befriedigen. Es gibt Wertvolles und Wichtiges übergenug, wovon die Zeitung zur Oeffentlich­keit sprechen kann.

Das Unglück in Courriörcs uub seine Folgend

. Paris, 16. März.

Die Ingenieurkommission in Eourriöres kündigte an, daß die Abdämmungsarbeiten demnächst beendet sein wer­den. Die letzten in dein Stollen3t. Barbe" gefundenen Zeichen, 13, sind ans Tageslicht befördert worden. Die

-------- . ------jedoch von dort schon an einem dieser Tage nach Osborne Sitzung des Prolnuzlal-Aus^chusses der Provinz auf der Insel Wight übersiedeln, wo sie ihr königlicher 23er»

Ober-Hessen. lobter incognito während des Frühling besuchen will.

s, m x tx -v x 1 r < n14" ?ar^' * D o m französischen Ministerium. Der Pariser

In der Angelegenheit des Schulhausneubaues r«___«

zu Massenheim hatte vor dem Provinzialausschuß am L® v.° ö 9 p a. cinc. [ n$c ^ni!£F. .^e§ ncuen 21. Juni 1905 die erste Verhandlung stattgefunden. Der Mimsterurns. Dank der Zusammenstellung der Mmisternamen Sachverhalt war für,5: Die Gemeinde Maftenheim ist im bekam das Orakel jlnedurerapas heraus. Das gelang ihm Besitz eines Schulhauses, das den gesetzlichen Anforderungen aus die folgende Weise:

in feiner Weise genügt. Auch die dazu gehörige Lehrer- Sarrien

Wohnung entspricht nicht den bestehenden Vorschriften. Tas Cljemencean

Großh. Kreisamt Friedberg sann deshalb der Gemeinde den Neubau eines Schulhauses nebst .Lehrerwohnung an. 1A

Der Gemeinderat jedoch hielt das alte ^chulhaus für ge- BarthoU °

nügend und weigerte sich, einen entsprechenden Betrag für BouRgeois

einen Neubau in den Voranschlag einzustellen. Trotz Etienne

wiederholter Verhandlungen beharrte er auch auf seinem Rnan

ablehnenden Standpunkt. Der Kreisausschuß des Kreises I B6r-Ard

Friedberg beschloß daher in seiner Sitzung vom 22. Febr. Poincar6

1905 nach vorgängiger Augeuscheineinnahme, daß die Gc- vnj^.räin-Beanwets

meinde Massenheim zur Erbauung eines neuen Schulhauses * Thomson,

mit Lehrerwohnung verpflichtet fei. Ter Anwalt der Ge­meinde legte gegen dieses Urteil Berufung an den Pro­vinzialausschuß. Nachdem dieser ebenfalls durch eine Kom­mission sich an -Ort und Stelle von den Mißständen in dem eitherigen Schulhaus überzeugt hatte, verwarf er heute den eingelegten Rekurs kostenfällig .

Die Klage des Ortsarmen Verbandes Röd­

gen, Kreis Friedberg, gegen den Ortsarmen verband Wisselsheim wegen Unterstützung der Wilhelm Stötzer Ehefrau von Rödgen hatte den Provinzialausschuß schon in seiner vorigen Sitzung beschäftigt. Tie Sache mußte jedoch^ damals vertagt werden. Ter'Klage liegt folgender Tatbestand zu Grunde: Wilhelm Stötzer war bedienstet auf einem Hofe zu Wisselsheim, als er im Jahre 1901 sich verheiratete. Seine Ehefrau blieb auch nach der Heirat bei ihrem Vater in Schwalheim wohnen, dem sie auch schon vorher den Haushalt geführt hatte, da er Witwer ist. Ihr Mann arbeitete weiter auf dem Hofe und kam nur ab und zu einmal zu Besuch nach Schwalheim. Als die Fa­milie dann später nach Rödgen verzog, erkrankte die Frau und mußte ärztlich behandelt werden. Ter Ortsarmenver­band Rödgen legte die hierdurch entstandenen Kosten zwar vor, verlangte aber Rückersatz derselben von dem Orts- amnenverband Wisselsheim, da Stötzer nach seiner Ansicht dort noch den Unterstützungswohnsitz besaß. Wisselsheim verweigerte die Zahlung, was Anlaß zu der nunmehrigen Klage gab. Durch Vernehmung einer Anzahl von Zeugen gelangte der Provinzialausschuß zu der Ansicht, daß als Mittelpunkt der wirtschaftlichen Tätigkeit Stötzers Wisselsheim zu betrachten fei und verurteilte daher der Klage entfprechend diesen Armenverband zum Ersatz der entstandenen Kosten.

Zuletzt wurde über die Klage des Orts armen Ver­bandes Frankfurt a. M. gegen die Ortskranken­kasse Nieder-Wöllstadt wegen Unterstützung des Adam Jakob Ludwig Kitz von Frankftrrt a. M. verhandelt. Wie in den beiden vorhergegangenen Fällen, so hat auch in dieser Angelegercheit bereits eine Sitzung des Provm- zialausschusses stattgefunden. Kitz, der iu dem Heiliggeist- Hospital verpflegt werden mußte, will in der Zeit vor seiner Erkrankung von dem Milchhäudler Georg Dewitz zu Rendel mit Austragen von Milch beschäftigt worden fein. Ter -Ortsarmenverband Frankfurt a. M. verlangte des-! halb von der Ortskrankenkasse Nieder-Wöllstadt den Ersatz i der durch die Erkrankung des Kitz entstandenen Kosten. Tiefe Kasse lehnte die Zahlung ab, weshalb der Provinzial­ausschuß über die erhobene Klage zu entscheiden hatte. In dem ersten Verhandlungstermin, zu dem außer den Par­teien auch Tewitz und Kitz geladen worden waren, beftritt der Erstere, Kitz nach Weihnachten 1903 noch beschäftigt zu haben, während Kitz das Gegenteil versicherte. Von beiden wurden für die Wahrheit ihrer Behauptungen eine Anzahl Zeugen benannt, behufs deren Vernehmung die damalige Verhandlung ausgesetzt wurde. Nachdem die Verhandlung heute fortgesetzt worden war, gab der Provinzialausschuß der erhobenen Klage statt.__

Vermischter.

* Das neueste Eisenbahnunglück. Ein Telegramnl I ans Pueblo (Kolorado) meldet: Zwei P a ssa gi erzöge kollidierten um Mitternacht auf der Denver und Rio Grande Bahn in der Nähe von Portland. Nach den bis­herigen spärlichen aber anscheinend allthentischen Meldlmgen befurchtet man, daß 159 Personen getötet worden sind. Die Waggons gerieten in Brand, die meisten Opfer kamen in den Flammen um. Nach den letzten Nachrichten aus Purble (Kolorado) erfolgte der Ztlsammcnstoß bei einer scharfen Kurve, die um einen Berg herumging, sodaß es den Zugführern erst möglich war, den mtgegensahrenden Zug zu erblicken, als die |

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