* „Komm' den grauen zart entgegen". Einer -arten Behandlung durch 'ihre Gatten haben ftd>, tote cs scheint, bi1' Ehesraueu aus den 2JloTiiF?en ober Geroürzinfeln 511 ersreuen. Der Priester, der ein matayischeA Brautpaar zusammcngegeben bat erteilt dem jungen Ehemann stets! noch folgende eindringliche Lehre: „Du sollst dein Weib weder mit der Lanze noch mit dem Messer verwunden, gehorcht eA dir aber nicht, so ftihre e3 in ein Zimmer und züchtige es mit einem Sckmupftucb"". Kann man sich 'wohl eine zartere Strafe denken? Vorausgesetzt wird natürlich, das; das> Schnupftuch nicht inehrfach m der Weise geknotet ist, rote es! geschieht, wenn die Kinder „Knüppel aus dem Sack'" spielen.
* Armbänder unter dem Handschuh —'als O st er g e s che n k e. Die Pariser Juweliere haben sich cm L>stcr- oeschenk ausaedackst, — schmale, ganz fein gearbeitete, mattgoldene Armbänder, die sich so dicht wie ein Seidenband um den Handknöchel oder den Unterarm schmiegen, das; Uyre schone Trägerin nicht die mindeste Mühe hat, die Handschuhe über sie an- oder von Uynen abzustreifen. Denn seitdem die kurzen Halbärmel, die nur bis zum Ellenbogen reidyen, und die ne ergänzenden 8 bis 12 knochigen Handsckmhe in btc Mode kamen, waren die Armbänder ein wenig aus der Mode geraten, irgend ein Mittel, sie wieder zu lanzieren, muhten die Juweliere daher schon aus purem Selbsterhaltungstriebe erdenken. Und jetzt rufen sie: „Heureka"", — sie fertigen das Armband in Zukunft )o 3art, so leicht, der F-orm des Armes so angepasst an, das; es sich von dessen Oberfläche kaum abhebt. Trotzdem kann man recht kostbar, namentlich mit tielgefassten teuren Steinen ausstalten. Und da man das Rcützliche mit dem Angenehmen verbinden must so ist es den Erfindern dieser neuesten Schmuck- mode gelungen, den eleganten Pariserinnen die Ueberzeugung beizubringen', dast der Besi 1 von mindestens einem Paare solcher Armbänder für jede Iran unerlästlich "ist, die ein wenig darauf W, nicht hinter ihrer Zeit zurückgeblieben zu erscheinen. Darum ist es sehr erfreulich, dast sick 'diese Armbänder mst Bequem- lichkeit in einem mastig großen Osterei unterbringen lassen, sich also geradezu prädestiniert zum Ostergeschenke erweisen.
— Ein Tagebuch Kaiser Wilhelms H. Nachtrag 1902 bis 1906, nach Hof- und anderen Berichten von E. Schröder, HcranSg. von Werken Friedrichs dcS Großen. 182 Seiten 8°. Geheftet 2 Mk., gebunden 3 Ml. (Breslau, Schlesische Verlags-Anstalt v. S. Sckiottlacndrr.Z — Nachdem der im Jahre 1903 erschienene Hauptband, welcher die Zeit von 1888 bis 1902 umfaßte, in seinem außerordentlich hohen Werte für den Historiker, wie für den Politiker und Publizisten voll gewürdigt worden war, mußte es für den Verfasser als eine Ehrenpflicht erscheinen, das Werk weiter fortznführcn und es nicht gleichsam als ein Torso andaucrn zu lasten. Der nunmehr vorliegende Nachtrag reicht bis in die jüngste Zeit, indem er gleichfalls in chronologischer Reihenfolge, nach Jahren. Monaten, Tagen geordnet, die wichtigsten Ereignistc ans dem Leben Kaiser Wilhelms IL, bedeutsame Stellen ans seinen Ansprachen, Erlastcn, Briefen nsw. auf Grund authentischer Quellen gibt. So wird auch dieser Nachtrag, ein ■für das Studium der neuesten deutschen Geschichte unentbehrliches Hilfsmittel, jedem Deutschen eine Fülle des Jntcrestanten und Belehrenden bieten, zu seiner eigenen politischen Förderung und zum Wohle deL Vaterlandes; findet doch der Leser in dem Buche so manches beherzigenswerte Wort wie schon den al-s Motto vorangcsiellten Ausspruch des Kaisers (vom 21. Oktober 1903): „Unterordnung des eigenen Ich zum Wohle des Ganzen tut in dieser Zeit besonders not."
Das Urbild eines mo dernen LuxuSzugeS, der Salonwagen mit fürstlichem Komfort, ist älter als wir glauben. Der Stolz auf die Errungenschaften des heutigen Eisenbahnwesens läßt uns die „Dampf tvagenfahrten" zu Großvaters Zeiten als etwas ganz armseliges erscheinen, nicht viel schneller und bequemer, als einst die rumpelnde Postkutsche schwerfällig daherschwankte. Das mag in vielen Fällen berechtigt sein, gleichwohl verstand man auch schon vor sechzig Jahren das Reisen auf den kaum erschlossenen Schienenpfaden recht behaglich zu gestalten. Den ersten Salon »vagen ließ Kaiser Ferdinand 1. von Oesterreich im Herbst 1845 für die soeben eröffnete Eisenbahn Wien-Prag mit einem Kostenaufwand von 1)000 Gulden erbauen. Die Firma Daniel Heindörsser in Wien hatte dieses Prachtgebäude auf Rädern entroorfen und fertig gestellt. Es verlohnt wohl das Urbild moderner LuxuSzüge der Vergessenheit zu entrücken. Die Mitte deS Waggons bildete ein überraschend schöner Salon, in grünem Samt mit Golddrapcrien gehalten. Kronenleuchter und Spiegel waren mit reichen Goldornamenten versehen. Der Plafond enthielt ans schwerer weißer Seide kostbare Goldstickereien. Die Fenster waren von starkem Krhstallglas, an den grün-seidenen Gardinen waren schwere Goldfransen und Quasten. Die Handgriffe an bett Fenstern und die Türklinken stellten in Elfenbein geschnitzte Löwen dar. Die Möbel, bestehend in mehreren Diwans und einem prachtvollen Thronscffel, waren mit grünem Samt und Goldstickerei überzogen. Der Thronsessel enthielt den Doppeladler in reicher Stickerei. Zn beiden Seiten des Mittelsalons schlossen sich zwei glänzend auLgestattele Kabinette an, das eine als Vorzimmer, das andere zum Aufenthalt für die umgebende Suite. Die Fußböden waren mit persischen Teppichen belegt, sogar die Treppen aus edelsten Hölzern, waren von seltener Pracht und Zierlichleit. Die Gesamtlänge dieses kaiserl. Hofwagens betrug 36 öftere. Fuß (11,38 m), die Breite 8 Fuß (2,53 m), die Höhe 6 Fuß 9 Zoll (2,13 m). Kein anderer Fürst hatte einen ähnlich prunkvollen Reiscwagcn auf den Geleisen bisher aufzuweisen. Man geht also nicht fehl in der Annahme, das; mit diesem Vorbild schon vor sechs Jahrzehnten jener Typus von Eisenbahnwagen geschaffen wurde, der uns auch heute noch alS daS Ideal der Bequemlichkeit auf weiten Reifen gilt.
** Handwerk hat g oldnen Boden! Dies alte Wort hat immer noch feine Geltung und die Geringschätzung, mit welcher man leider in weiten Kreisen in unserer Zeit auf das Handwerk blickt, ist ganz unberechtigt. Im Hinblick auf Ostern erscheint eS geboten, auf diese Geringschätzung besonders hinzuwcisen, denn sic ist es, welche die Lust zum Erlernen eines Handwerks so außerordentlich vermindert und die in das praktische Leben hinauStretenden junge Leute abhält, Schuhmacher, Tischler, Schneider oder sonst ein Handwerk zu ergreifen. Nichts ist von größerer Kurzsichtigkeit diktiert, als die Behauptung, daß das Handwerk seinen goldnen Boden verloren habe, denn ziehen wir den Notstand in Betracht, der wie in allen Berufsarten so beispielsweise und ganz besonders im Handelslebcn sich zeigt, dann müssen wir und mit uns alle Freunde deS Handwerks gestehen, daß ein Handwerker, der seine Sache versteht, das heißt, etwas gelernt hat, heute wie früher sein gutes Fortkommen in der Welt findet. Im Interesse des Handwerkerstandes muß allerdings eine wirklich gediegene Heranbildttttg der Lehrlinge gefordert werden.
* Sonnige Kindheit! Man spriesst oft von einer sonnigen Kindheit. Viele haben sic gehabt, eben so viele nicht. Mer immerhin ist die Kindheit für viele Menschen die beste Zeit ihres Lebens. Will man sie seinen Kindern sonnig gestalten, fo muß man sich seiner eigenen Kindheit erinnern. Nicht alles, was man selbst erlebt hat, können unsere Kinder gleichfalls erleben, mancher berechtigte W'.tnsch Tann ihnen nicht erfüllt werden, da die Zeit- oder Geldkosten oder anderes ihm entgegen- stehen. Mer oft sind die Kinder auch schon durch etwas beglückt, das uns als ein Nichts erscheint. Man denke einmal an die Freude, wenn es heißt: „Morgen geht's zur Großmutter"" oder irgend Wölfin nach einem Erholungsort. Kaum, daß die Kinder schlafen können. So ein Besuch, wenn er nicht zur Gewohnheit wird, sondern Abwechselung ist, bleibt Sonnenschein fürs Kinderherz. An mancherlei, was die Großeltern erzählten, erinnert sich 'noch der Mann. Da ist ein längerer Besuch bei einem Onkel auf dem Lande. Was cs da alles zu sehen gab! Da standen im Wagenschauer laxb alte Wagen mit unheimlich breiten Rädern ohne Eisenreifen. Und auf dem Misthaufen thronte der Hahn unb am Boden kratzten die Hühner, und der Nero heulte an der Kette. Nun erst auf dem Hausboden! Da hingen in einer Kammer Reihen von Schinken und Würsten, und Backpflaumen waren da, und in einem Kvffer waren noch uralte Bücher, ein Kinderfreund mit kurzen Geschichten, unb alte Kalender. Und der alte Großonkel hatte alle Wände seines Zimmers mit Tabakpfeifen dicht behängt. Davon schwärmt das Kind das ganze Jahr, und ein Glücksgefühl ist in feiner Brust, das ihm gelegentlich 'sogar über eine schwere Stunde hinweghilft. Kein Wort der Ermahnung, kein Schlag — und doch Erziehung. Eine Erziehung zur Freude, eine Bereicherung des Innern, eine Zufuhr von Nahrung für die Phantasie, von der diese viele Jahre leben kann. Wir bringen unserem Kinde innere Befriedigung und nützen und damit selbst. Tenn ein solches Kind ist zuweilen vielleicht uitartig, aber es ist nicht nüi'QcIig und quengelig. Dazu ist. ßS Ä.
* Ein sonderbar es Berkehrsinstitut waren ehedem die „Judenbriefträger"" in Frankfurt a. M. Die Judenordnung vom Jahre 1716 zählt alle, die Vorschriften. auf, welche damals die Juden bei ihrem Verkehr mit der Post zu beobachten hatten. Beispielsweise durften christliche Briefträger den Juden die Briefe nicht ins Haus tragen; es war vielmehr ein „Schutzjude"" eigens dazu bestimmt, die an Juden adressierten Briefe von der Post abzuholen und in der Judengasse auszu- tragen, und dieser Schutzjude führte die amtliche Bezeichnung „Judenbriefträger"". Das Judenbriefttägeramt bestand bis zunr Jahre 1846. Feste Besoldung erhielt der Judcnbricfträger nicht, sondern für jeden Brief vom Empfänger 2 Meuzer und für jeden rekommandierten Brief 6 Kreuzer Bestellgeld. Nach und nach und mit dem Wachsen deS Briefverkehrs mehrte sich die Einnahme des Judenbriefttägers so, daß der letzte derselben, Isaak Hatzum Schuster, viele Jahre hindurch ein Jahreseinkommen von mindestens 5000 Gulden hatte.
* lieber moderne Nachtisckiplasiik bringt daS f‘. Heft bir illustrierten Zeitschrift „lieber Land unb Meer", (Stuttgart, Deutsck,eVerlagS' Anstalt) eine amüsante, von mehreren originellen Illustrationen begleitete Plauderei, der wir folgendes entnehmen: Wo eine fröhliche Tischgesellschaft beisammen ist, entfalten sich gewöhnlich eigenartige Talente, und es machen sich unter diesen besonders die plastischen geltend. ES ist ja ein alter Brauch, aus weichen Brotkrumen nicht nur kleine Kügelchen zu formen, mit denen man über den Tisch herüber nnd hinüber allerlei necktsche Kurzweil treibt, sondern auch kleine Figuren, Tier« und womöglich selbst Mensch-'ugestalteu. und eL gibt Künstler, die sogar aus Speiseibsällen, wie Fisch<nochen und Krebsscheren nnd Krebsnasen, die possierlichsten Gebilde dieser Art berzustellen vermögen. Zur Herstellung derartiger Sachen und Sächelchen gehört nicht gerade ein besonders künstlerisches Geschick, immerhin aber em gewisses Raffinem-nt, daS sich indes erlernen läßt. Der Dessertplastikr ist ja fo wie so kein Improvisator, sondern hat sich in den m-isten Fällen seine Rolle sorgsam einstudiert, weshalb er auch sein Hilfsmaterial vorsorglich in der Westentasche mit sich führt — will besagen Stecknadeln mit weißen nnd mit schwarzen Köpfchen, einige Wachsstreichhölzchen und etwas Briefpapier für den Fall, daß das Papier der Tischkarte zu seinen Zwecken nicht auSreichen sollte. Fast alles übrige findet er auf dem Tische, wie Zahnstocher, vor allem aber seine „plastische Masse", die Brotkrume, von der er sich einen genügenden Vorrat sichern muß, bevor der Tisch von den Brotresten gesäubert ivirb. Wie man Vogel-, Fisch- unb einzelne Menschengestalten Herstellen kann, ergibt sich in vielen Fällen auf den ersten Blick; auch die Herstellung eines Hummers au5 einer Apfelsinenschale bietet keine säuberliche Schwierigkeit bar. Für Schnecken bedarf man nur etwas Brotkrume sowie zweier Nußschalen unb zweier Stecknabeln mit schwarzen Köpfen, unb ein niedliches fettes Schweinchen läßt sich aus einer Zwetsche Herstellen, der man ein abgeschnittenes Zigarrenende als Schnanze und vier Streichhölzchen als Beine gibt, während der Stiel in natürlicher Weise daS Ringelschmänzchen veranschaulicht. Tie Banane liefert das Material zu einem prächtigen Vogel, zu dessen Füßen zwei Zahnstocher auS Feberposen herhalteu müssen; mit einer Gabel ritzt man bie Oberfläche etwas raub, damit sie da? Federkleid besser darstellt, während man ba5 hölzerne Stielende zu einem Schnabel zurechtschneidet und die Augen au5 Stecknabelköpfen herstellt. Die „Nonne" wird aus ztvei Drangen aiifgcbaut, von denen die untere in einem Weinglas? steht und ganz von dem Taschentuch verdeckt wird, welches daS Ordensgewand vorstellt. AIS Augen dienen zwei Stückchen weißes Papier, in denen die schwarzen Kopse der Stecknadeln, mit denen man sie anheftet, die Pupillen markieren. Änch für den „Don Juan" bedarf es fast nur derartiger Requisiten. Wie man sich des Blumenschmuckes der Tafel zu diesen Kunsi- werken bedienen kann, zeigt die „Kaiserin von China". Ihren Grundstock bilden zwei mit einem Zahnstocher auf einander gespießte Apfelsinen und ihr Kleid ein nm diese geschlungenes buntes seidenes Taschentuch, den charakteristischen Kopfschmuck dagegen liefern Blumen, wie der Tischschnnick sie barbictct. Die Arme und Beine deS „Don Inan" bestehen aus Knall- bonbonshüllen, unb als Manboline dient eine große Kastanie. Daß man allen diesen Figuren nicht nur einen bestimmten Gesichlsansdruck, sondern auch bis zu einem gewissen Grade Leben und Bewegung verteilen kann, zeigen die beigegebenen Abbildungen. Tie Drangen leisten dabei ganz besonders gute Dienste, für das krause Lockenhaar sorgen die SSlütcnbtättcr des Chrysanthemums, und sogar den keck ctifgeridjlcten Schnurrbart „ES ist erreicht" kann man aus bcu trockenen Gräsern der Bluincuvasc Herstellen.
* lieber Fleischeinkauf. Jungen Hausfrauen unb denen, die es werden wollen, möchte eine Mitarbeiterin von „Fälrs Haus"" nnd Herz legen, sich eine genauere Kenntnis der Fleischertoaren zu verschaffetl, als dies im allgemeinen üblich ist. Auch ich, schreibt die Dame in der genannten praktischen Wochenschrift, trat in diesem Punlic recht unerfahren in die Ehe und beschränkte mich darauf, bei Bestellung deZ Fleisches, das mir ins S3aud gebracht wurde, einfach die Verwendung zu nennen, die ich ihm zugedacht hatte, vb ich cs zum sieden, braten ufto. brauchte. Selbstredend laut c<* dabei aber sehr oft vor, daß ich nicht nach! Wunsch bedient wurde und anderes' erhielt, als ich eigentlich wollte. Die Sache gestaltete sich erst besser, als wir in einem • .Hanse Wohnung nahmen, tu dessen Erdgeschoß ein Metzger fein Okfdjäft betrieb. ?sd> holte nun das Fleisch selbst, und der gefällige junge Geschäftsinhaber war gerne bereit, meine erwachende Wissbegierde zu befriedigen, mir gelegentlich die einzelnen Flcischteile zu zeigen, zu nennen und bereu zweckmäßigste Zubereitung mitzuteilen. Dieser verspätete Unterricht hat, mir schon viel genützt, auch liess er mich einsehen, wie unvorteilhaft ich früher manchmal beim Einkauf des Fleisches verfahren hatte.
Handel nnd Verkehr, Volkswirtschaft.
Märkte.
Gießen, 14. April. Marktbericht. Auf hentigent Wochenmarkte kosteten: Butter pr. Pfd. 1.20—1.25 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Big., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Psg., Enteneier 7 Psg., Käse pv. Stck. 6—8 Pf., Kasematte 2 Stck. 5—6 Psg. Erbsen pr. Liter 21Psg., Linsen pr. Liter 32 Psg., Tauben pr. Paar0,80—1,00 Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 00-00 Psg., Ochsenfleisch pr. Psd. 7-1—82 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 86—90 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pstmd 94 Pfg., Kalbfleisch vr. Pfd. 70—80 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 60—80 Psg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—0,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—8,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepiel ver Pfund 35 bis 50 Psg., in Körben 00 Psg., Nüsse 100 Stück 50-00 Psg., Birnen per Pid. Mk. 0.00—0.00, Weisskraut per Stück 20—30 Pfg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Marktzeit 8—2 Uhr.
Sport.
— Der Gießener Fussballklub 1900, welcher — so schreibt man uns — in letzter Zeit überaus günstige Resultate gegen auswärtige Vereine erzielt bat, spielt am Ostermontag auf dem Trieb gegen einen Fussballklub von Kassel. 9luf das Resultat darf man mit Recht gespannt sein, da Giessen jedenfalls Ersatz stellen muss, hauptsächlich für den bewährten Torwächter Bürck. Aus einen Sieg der Einheimischen kann also nicht mit Bestimmtheit gerechnet werde,:. Auf jeden Fall aber kann man auf ein schönes Wettspiel rechnen.
ICuieft und TMffenfchaft.
— Der Frankfurter Kunstverein hielt am Mittwoch in seinem Heim in der Junghofstraße seine Generalversammlung ab. Nach dem Bericht deS Verwaltungsrats war bad Geschäftsjahr 1905 recht befriedigend. Man hofft, die Herausgabe einer Frankfurter Kunstgeschichte des« 19. Jahrhunderts in nicht zu ferner Zett zum Abschluss zu bringen. Die Zahl der EiuZelbesucker, 9435, war größer als in irgend einem Jahr seit Bestehen des Vereins'. Von dem Reingewiitn erhalten die Aktionäre drei Prozent Dividende. Die Verwaltungsratsmitglieder Kvtzenberg und Prof. Steinhaufen und die Mssichtsratsmitglieder Alexander Hauck, A. Ladenburg und Juftizrat Dr. Fester wurden wiedergewählt.
Auszug Ans den LkMkSlttnlsreyjfittu der SifiN ßitheu. Aufgebote.
Ain 7. April Georg Graf, Metallgiesser dahier, mit Karoline Menges Hierselbst; - Otto Burkert, Bäcker dahier, mit Johanna
Büttner Hierselbst; — Wilhelm Bocher, Dienstknecht dahier, mit Katharina Bender in Rodheim. Am 9. April Heinrich Schlömer, Schreiner in Eorbach, mit Gertrude Müller dahier; — Ludwig Becker, Lehrer dahier, mit Anna Zins Hierselbst; — Heinrich Martin, Postbote dahier, mit Maria Braun in Hainbach. Am 10. April Friedrich Warner, Kaufmann dahier, mit Minna Treppinger Hierselbst.
Eheschließungen.
Am 7. April Dr. Otto Knauss, Oberlehrer dahier, mit Mathilde Balzer Hierselbst; — Wilhelm Rusina, Zigarrenmacher dahier, mit Marie Ainend Hierselbst; — Heinrich Baduin, Händler dahier, mit Marianne Oliwinska hierselbst. Am 10. April Karl Dietzel, Oberkellner dahier, mit Marie Beiz hierselbst.
Geborene.
Ilm 1. April dein Metzger Nathan Günther eine Tochter, Rosa. Am 2. April dein Gärtner Friedrich Noll ein Sohn. Am 3. Apnl dem Oberkellner Friedrich Wenk ein Sohn, Friedrich Dietrich Peter; — bem Kaufmann Konrad Bender II ein Sobn; — dem Brauereibesitzer Georg Bichler eine Tochter, Elise. Am 6. April dem Schriftsetzer Friedrich Wilhelm Diesholz eine Tochter.
Gestorbene.
Am 7. April. Anna Elisabeth Capeller geb. Buß, 72 Jahre alt, Witwe des MarlrerS Heinrich Capeller dahier. Am 9. April Stisanne Bartel geb. Werner, 74 Jahre alt, Witwe des Schuh- inachers Georg Bartel dahier.
Meteororofliscke Beobachtungen
der Stativ» (ließen.
April
1906
Barometer auf 0° reduziert
Temperatur der Lust
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Wetter
13.
2 is
750.3
21,6
8,3
43
SE
2
Sonnenschein
13.
9”
749,5
13,2
8,5
75
NE
2
Klarer Himmel
14.
rp5
750,3
11,2
8,2
83
WNW
2
Sonnerfichein
Höchste Temperatur am 12.—13. April — +22,4° C.
Niedrigste „ „ 12.-13. „ = + 4,3° C.
Eingesandt.
(Für Form unb Inhalt alter untc'* Dreier Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei SSeranttoortimg.)
Die projektierte Bahn von Gießen nach ©tein- l)ach°Hattenrod'Ettingshausen--Wetterfeld-Lau. bad) muss über Einartshcmsen n a ch S d) 0 11 e n geführt werden, nicht nur bis Laubad). Für Schotten und dessen Umgegend muss in dieser Rick)tung etwas gesd)ehen. Schotten ist dod) eine Kreisstadt in der Witte von Oberhessen unb auch fast der Mittelpunkt des Vogelsbergs, der dod) auch vielfach besucht wird. Tamm wäre es nötig, dieser Gegend einen direkten Verkehr mit der Provinzial- unb ll n i v c r} i t ä t § ft a b t Giessen zu ermöglichen. Es hat wohl mandjer, wie bie Laubacher, gesagt: „wir haben eine Bahn"'; was nützen ober für diese Richtung die Zweigbahnen, diese find dock) nach der Wetterau und Frankfurt zu gerichtet, es mich alles auf Umwegen befördert werden, und das kostet Zeit und Zeit ist Geld. Ich habe die Hoffnung und den Glauben, daß sich der Cstiterverkehr auf direktem Wege auch hier lohnen wirb. Darum auf und nicht verzagt unb gezaubert. Sollte fiel) in einer Stadt wie Gießen nicht ein Mann finden, wie Joutz in Butzbad', der die Sache zur Ausführung bringt ? Elektrizitats-, Motor- unb „Bimbel-Bahnen" haben in bieser Richtung keinen Wert. Eine regelreck)te Bahn muss hier hergestellt werben.
„Borstcht Beim Einkäufe
v.,/, von Malzkaffee!"
sollte eine warnende Stimme jedem zmuffen, der Malzkaffee kaufen will. Kathreiners Malzkaffee hat Hlmberttausende, ja Millionen von Anhängern gewonnen. Diesen Erfolg versuchen nun verschiedene Fabrikanten in der Weise stck) zu Nutzen zu machen, daß sie einfad) gebrannte Gerste als „Malzkaffee" anpreisen. Gebrannte Gerste ist aber nach jeder Richtung viel geringwertiger als wirklicher Malzkaffee. Sie kann unb muß deshalb auch viel billiger uerfauft werben. Wer ganz sickjer gehen will, ben absolut besten und baher preiswertesten Malzkasfee zu erhalten, ber muss ausdrücklich „Kathreiners Dtalzkasfee" verlangen, der nur in Original-Paketen mit Bild unb Namenszug bes Pfarrers Kneipp verkauft wird — niemals lose, ausgewogen I — Wie sehr hier bie grösste Vorsicht geboten ist, beweist bie Tatsack)e, dass Kathreiners Malzkaffee- Fabriken sd;on in vielen Fällen sogenannte Malzkaffee-Fabrikanten zu gerichtlicher Verurteilung brachten, weil sie einfache gebrannte Gerste als Malzkaffe verkauften.
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