Ausgabe 
13.12.1906 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 2V3

Qrldjetnt täqlt J) ander SonnraqL.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wecdiel mit dem besfilchea Landwirt bte Siehener Lamllirn. blätter viermal in der Woche betgelegt

RolanonSdruck u. Per- Infl der Brüh l'lchen Univerl.-Buch-u. ©lern* bmrferet. 9t Lange. Redaktion. Ervedttio» und Drrn/erei:

Cd) u (Probe T.

Redaktion 118

Verlag u.Exped.e^MbL Adresse für Deoeschen:

Anzeiger Gießen.

Erstes Blatt

L SS. Jahrgang

Donnerstag 13. Dezember 1906

Gießener Anzeiger

" General-Anzeiger v

vezu gSpreisi monallich7bPi., viertel» iäbrhd) Dtk. 2.20; durch Abyole- il Ziveigslellen monatlich 66 'BL. durch drePost Pik. 2. viertel- jährt ansschl. Peltellg. Annahme von Anzeige» für die laqe6iiuiiunee biß vormittag- 10 Uhr. ZeilenorerS. lokal 12Pf, auSivärtfl 20 Pig.

Verantwortlich tüt den poltL und adqem.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen

Lei!; P. Witiko, 'üe ,2tnbi und üanti* und _(Äend)i6|aale. Ernst p e 6, hii den An­zeigenteil: öauß ®ei

ALe heutige Kummer umfaßt 12 Seiten.

Berichtigung.

In dem AuSschretben des Grogh. KreiSamteS Gießen vom 7. Dezeinber 1906, betreffend das Institut der ftreiS- geoineter, KreiSblatt 9lr. 157 vom 11. Dezeinber 1906, must eS m Zeile 8 statt Zutunftsfällcn heißen ZweifelSsällen.

Drllaimtmuchuilg.

ES wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß unsere Gerichtsschreibereien täglich, mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, von vormittags 1012 Uhr, für die NechtS- suchenden geöffnet sind. Als Amtstage für die Einivohner des Stadtbezirks Gießen werden außerdem Dienstag, für die Einwohner des Landbezirks Mittwoch vorbestimmt.

Gießen, am 6. Dezember 1906.

Großherzogliches Amtsgericht.

Ale Aulöesserung der ^ehrergehalle in Kessen.

9t B. Darmstadt, 12. Dez.

Es ist schon von und darauf hingewiesen worden, daß die Großh. Regierung sich daz-.. entschlossen hat, gleichzeitig mit der Gewährung von Wohnungsgeldzuschüssen an die Staatsbeamten auf eine Verbesserung der Gehalte für die Volksschullehrer, sowie für die seminaristisch gebildeten und die technischen Lehrer an den höheren Lehranstalten rc. in die Wege zu leiten. Während für die Wohnungsgeld­zuschüsse 708 IGO ML. jährlich mehr erforderlich werden, stellt sich der jährliche Mehrbetrag für Verbesserung der Volks­schullehrergehalte auf 222 667 Mk. und für die seminaristisch gebildeten und die technischen Lehrer an den höheren staat­lichen Lehranstalten auf 14 050 Mk., in Summa also für beide Lehrergruppen auf 236 717 Ms.

Die Regierungsvorlage inbetreff der Volksschul­lehrergehalte umfaßt nur drei Artikel. Im ersten Artikel lvird bestimmt, daß die definitiv angestellten Lehrer an Volksschulen im ersten bis dritten Jahre ein Gehalt von 1100 Mk., im 4. bis 6. Jahre 1250 Mk., im 7. bis 9.Jahre 1400 Mk., im 10. bis 12. Jahre 1600 Mk., im 13. bis 15. Jahre 1800 Mk., im 16. bis 18. Jahre 2000 Mk., im 19. bis 21. Jahre 2200 Mk., im 22. bis 24. Jahre 2400 Mk., im 25. bis 27. Jahre 2600 Mss., im 28. bis 30. Jahre 2800 Mk. und vom 31. Dienstjahre an 3000 Mk. beziehen sollen. Rach Art. 2 wird den Verwaltern und Verwalter­innen erledigter, sowie solcher Stellen, die ständig offen gelassen werden, 1) vor bestandener Schlußprüfung eine Vergütung von jedenfalls 900 Ms., 2) nach bestandener Schlußprüsung eine Vergütung von jedenfalls 1000 Mk. gewährt. Insoweit die Vergütung nicht aus den: Ein­kommen der Stelle bestritten werden kann, wird das Fehlende aus der Staatskasse zugeschossen. Nach Art. 3 soll das Gesetz am 1. April 1907 in Kraft treten.

Mit der Einbringung dieses Gesetzentwurfes kommt die Regierung in dankenswerter Weise den Wünschen nach, die seit Jahren in dringender Weise aus den Kreisen der In­teressenten erhoben worden sind. Diesen Wünschen eyt- sprechend hatte sich schon im Jahre 1900 die zweite Kammer für eine weitere Verbesserung der Gehaltsskala ausge­sprochen; die Regierung mußte zwar infolge der ungünsti­gen Finanzlage von der im Sinne der zweiten Kammer gebildeten Skala abschen, versprach jedoch im Prinzip, die höheren Gehaltssätze zu bewilligen, sobald die Finanzlage dies gestatte. Auch im Frühjahr 1904, bis zu welchem Termin die Neuordnung der Gehalte zunächst vertagt wurde, mußte aus finanziellen Gründen davon Abstand genommen werden. Mmmehr aber so sagt die Regierung in der kurzen Begründung der Vorlage, erscheint es zulässig und geboten, mit der zur Befriedigung anderer dringender Ausgaben der Staatsverwaltung herbeizusührenden Ein­nahmevermehrung auch die Gehalte der Volksschullehrer neu zu regeln. In dem Gesetz vom 2. Januar 1901 war nur für die Gehalte der Lehrer, nicht für die der Lehrer­innen, eine Neuregelung in Aussicht genommen worden. Deshalb bleiben die Lehrerinnen, die verhältnismäßig besser gestellt sind, als die Lehrer, in dem vorliegenden Entwurf außer Betracht.

Mit den vorstehend angeführten Gehaltssätzen für die einzelnen Altersstufen hat die Regierung genau die Ta­belle akzeptiert, welche in der Eingabe des Landes lehrer-- vereins vom 25. Februar d. I. durch dessen Obmann, Rektor Backes, in Vorschlag gebracht worden war. Sie ist aber noch über sie hinausgegangen und hat nicht, wie der Landes- lehrerverein vorschlug, vom 28. Jahre ab 2800 Mk. an­gesetzt, sondern eine weitere Gehaltsstufe eingeführt und dann vom 31. Dienstjahre ab ein Gehalt von 3000 Mark neu binzugefügt. Besonders diese neue Be­stimmung wirb in der hessischen Lehrerschaft mit Freude begrüßt werden. Da der Lehrer im allgemeinen das 30. Dienstjahr bereits im Anfang der 50er Lebensjahre er­reicht (erst jüngst haben wieder mehrere Lehrer ihr 50jähr. Tienstjubiläum gefeiert), so bedeutet die Fixierung des Höchstgehaltes von 3000 Mk. eine sehr tvesentliche Besser­stellung unserer älteren Lehrerschaft, da zu dem Gehalt bekanntlich auch noch, wie bisher, entweder freie Wohnung oder Mietsentschädigung hinzutommt.

Nicht minder günstig ffr die Regierungsvorlage inbetreff der seminaristisch gebildeten Lehrer an den Staatsan st alten ausgefallen. Es werden hier eben­falls 11 Altersstufen festgesetzt; die erste beginnt mit einem Gehalt von 1800 Ml. uno steigt nach 30 Jayretl bis zu einem Höchstgehalt von 3800 Mk., sowohl für die semina­ristisch gebilueien und rne technischen Lehrer an den Gi)m- nasien, Realgymnasien, Oberreal, chuien und RealsaMen, wie für die Vorsteher und Lehrer an den Pjräparanden-

anstalten, den Taubstummen-, den Strafanstalten und der Blindenanstalt Die Vorsteher der Präparandenanstalten ^erhalten außer dem chnen zukommenoen Gehalt noch eine pensionsfähiae Stellenzulage von je 240 Mk. Kommen uh diesen Gehaltssätzen auch nicht alle Wünsche der Be­teiligten zur Erfüllung, die in ihrem an die Standekammern gerichteten Gesuch ein Gehalt von 2000 bis 4000 Mk., letzteres zahlbar nach 27 Dienstjahren, beanspruchten, so ist dort auch ihre Besserstellung durch die neue Vorlage eine sehr wesent­liche; die Position dieser Lehrerkategörien wird sich noch um so günstiger gestalten, wenn, wie wohl mit Sicherheit erwartet werden darf, auch die Vorlage inbetreff der Woh­nungsgeldzuschüsse von den Stände kammern genehmigt wird und also auch der entsprechende Wohnungsgeldzuschuß noch .hinzukommt

Angesichts dieser bedeutenden jährlichen Mehrausgaben für Wohnungsgelder und Lchrergchaltsaujbesserungen, die über 10 Proz. des gesamten Eitlkommensteuererträgnisses (1906: 9 704 000 Mk.) ausmachen, darf man wohl auch die Erwartung hegen, daß die Beamtenschaft, wie die Lebrcr in Zukunft mit Freude und Zufriedenheit die Aufgaben ihres Berufes erfüllen werden.

Dom lianzöstschen Ku turkamps.

Paris, 12. Dez. Die Anzahl der bei Mrgr. Mon- tagnini beschlagnahmten Papiere beläuft sich aus etwa 2000 Stück. Die ersten heute nachmittag durchgesehenen Dokumente lieferten, wre es heißt, den untrüglichen Beweis, daß die Bischöfe fqjr einmütig für die Anwendung des Ge­setzes von 1881 und die Abgabe der Erklärungen waren und sich nur mit Trauer der von Mrgr. Montagnini überbrachten Weisung des Papstes gefügt haben. Bei der Haussuchung wurden bedeutende Gelosummen «entdieckt, jedoch nicht be­rührt. Inzwischen senden zahlreiche italienische Gesell­schaften und Faeimaurer-Vcrbänoe Glückwunsch-Telegramme an die französische Regierung wegen ihres energischen Vor­gehens gegenüber dem Vatikan. Infolge der Ausweisung haben zahlreiche hiesige italienische Geschäfte geflaggt.

Rom, 12. Dez. Nach derAgenzia Stesani" richtete der Heilige Stuhl an alle Mächte eine Note, in der er gegen das eigenmächtige Eindringen in das Archiv der früheren päpstlichen Nuntiatur, dessen Hut Msgr. Montagnini oblag, von selten der französischen Regierung Einspruch erhoben und gleichzeitig jede Ver­antwortung bezüglich solcher in den Archiven niedergelegtcn Schriftstücke ablehnen wird, welche fremoe Mächte betreffen. Die Führer der Radikalen und Sozialisten veröffentlichen ein Manifest, worin sie die Bevölkerung ersuchen, zu Ehren Frankreichs ihre Häuser zu beflaggen. Der Eindruck, welchen die Ausweisung Blontagninis in Italien hervor- gerusen hat, ist ungeheuer. Die Zeitungen erklären, daß oas energische Vorgehen dev svalnzöfischen Regierung an­gesichts der Haltung des Vatikans unvermeidlich war. In oe.a gestrigen Kammersitzung gedachte der Deputierte Mirabelli in rührenden Worten Frankreichs,welches einen großen Kampf für die Kultur begonnen habe.

Neues aus Rußland.

In Petersburg wurde vom Kriegsgerichte Admiral Rostjestwenski als Zeuge tn dem Prozesse Nebo- gatow vernommen. Er erbat sich die Erlaubnis, ihn in Mitleidenschaft ziehende Fragen nicht zu beantworten. Er bestätigte, daß die Japaner viel besser schossen als die Russen, erklärte hingegen, daß das russische Schiffs­und Geschützmaterial dem der Japaner annähernd gleich­wertig gewesen sei. Das Geschwader Nebogatow's hätte ihm nur nützen können, wenn es früher gekommen wäre. Auf die Frage, ob der Zeuge gegebenenfalls ebenso handeln würde wie Nebogatow, verweigerte Rostjestwenski die Antwort. Die Behatiptung der Anklageakte, die Offiziere Nebogatow's hätten ihrem Chef, als er das Uebergabesignal hißte, den Gehorsam veriveigern müssen, erklärte Rosljestivenski für Unsinn. In Zaierz bemächtigte sich eine Bande von 20 Terroristen der Eisenbahnstation, beraubte die Kasse und tötete einen Offizier. Die Täter sind entkommen.

In Odessa erschienen 12 Männer in der Filiale der Internationalen Kommerzbank, bedrohten die anwesenden 8 Personen mit Revolvern, bemächtigten sich des Be­trages von 29000Rubeln in Bar und Wertpapieren und entfernten sich. Bei der Verfolgung schoß ein Räuber einen Polizisten nieder und erschoß sich dann selbst. Den übrigen Mitgliedern der Bande gelang es mit dem gesamten Gelde zu entfliehen.________________________________

Ausland.

London, 12. Dez. o>ec ^.ext der Urkunde, durch welche Transvaal eine Verfassung verliehen wird, ist heute veröffentlicht worden. Danach besteht der gesetz­gebende 9iat aus 15 Mitgliedern, die vom Gouverneur er­nannt werden. Bis das Gesetz über Festsetzung der Wahlen zu diesem Rat erliessen wird, soll teqcwe alle 5 Jahre neu zusammengesetzt werden. Die gejctzgebenvc ®ec)anim- lung besteht aus 69 gewählten Mitgliedern, bei d^e.t Ve..- hanolungen sowohl die englische nne Oie holländische Sprache gebraucht werden dürfe. Die Urkunde behält der kaiserlichen Regierung die Genehmigung von Gesetzen vor, dura) welche Personen westdeutscher Geburt oder Abstammung Beschränk­ungen auferlegt werden, oder durch die über die Ein­führung fremder Arbeiter Bestimmungen getroffen werden.

Nach einer Meldung aus Tanger ist Hauptmann T s ch u d y zum E h e f i n g e n i c u r des Sultans von M a r o k t o ernannt worden. Er soll den von der deutschen Gesandtschaft überbrachten drahtlosen Telegraphen-Apparat im Paläste des Sultans in Fez errichtet haben.

nrWfWWnBM

Tanger, 12. Dez. Personen, welche Beziehungen *ur deutschen Gesandtschaft unterhalten, teilen mit, daß der Sultan dem deutschen Gesandten Dr. Rosen versprochen habe, einige junge Marokkaner zum Studium nach Deutschland zu entsenden. Der Sultan habe zu diesem Zweck einige intelligente Marokkaner ausgewählt.

Washington, 12. Dez. Die Ernennung von D. Straus zum Handelssekretür tritt am 24. Dezember in Kraft. (Dr. jur. David Straus ist ein Deutscher, Jude, der in Deutschland studiert hat Er war Teilhaber des väterlichen kaufmännische Geschäfts, später ameritan. Ge­sandter in Konstantinopel. Der Posten einesHandelst fekretärs" entspricht dem eines Hanoelsministers. D. Red.)

Aus StaSt nut (anO.

Gießen, den 13. Dezember 1906.

* * Um der Ausstattung der Anzeigen für die nächste Samstags-Niimmer die erforderliche Sorgfalt widmen zu können, bitten wir die Auftraggeber größerer Anzeigen um möglichst frühzeitige Aufgabe, spätestens am Freitag mittag. Verlag des Gieß. Anz.

* * Vom Großherz. Hof. Im Laufe des Nach­mittags sind Dienstag der Fürst und die Fürstin zu SolmS-Lich soivie die Prinzessin Dorothea wieder nach Lich zurückgekehrt.

3n Audienz empfangen wurde am Mitt­woch von S. K. H. dem Großherzog u. a. der Kommerzien­rat Schaffstaedt von Gießen und der Baurat Gombel von Friedberg, sowie der Professor von Lazzlo aus Wien.

Adreß-Ueberceichung. S. K. H. der Großherzog empfingen am Dienstag mittag 1 Uhr zur Entgegennahme der vormittags von dec Ersten Kammer dec Stände beschlossenen Adresse eine Deputation der Kammer, und zwar den 1. Präsidenten Grafen von Schlitz gen. von Görtz; den Fürsten zu Solms-Hohensolms- Lich; den 2. Präsidenten Grafen zu Erbach-Fürstenau; den Grafen Arthur zu Erbach-Erbach; den 3. Präsidenten Frei­herrn Heyl zu Herrnsheim und den Geh. Kommerzienrat Dr. Merck.

* * Die Lehrer der Fortbildungsschule haben sich an die Stadtverordnetenversammlung gewandt mit der Bitte, das Honorar für den Unterricht, das seit 20 Jahren für die Stunde 2 Mk. beträgt, zu erhöhen. Die Forderung ist gerechtfertigt, da in den Schwestecstädten Mainz, Worms und Offenbach die Vergütung für diesen Unterricht für die Stunde 2,50 Mk. beträgt. Die Petenten weisen in der Ein­gabe darauf hin, daß in der Gewerbeschule und in der Kauf­männischen Fachschule zu Gießen die Lehrer auch für die Stunde 2,50 resp. 3 Mk. als Vergütung erhalten. Eine Erhöhung des Honorars der Lehrer an der Fortbildungsschule auf den Satz der Städte Mainz, Worms und Offenbach würde für Gießen eine Mehrausgabe von 700 bis 800 Mk. für das Jahr ausmachen, die sich auf 14 Lehrer verteilt.

'* Sein 25jähriges Geschäftsjubiläum feierte gestern der Lademeisler Johannes Vogel in dec Maschinen­fabrik Heyligenstädt u. Co. Der Jubilar, der in der ganzen Zeit seine beruflichen Obliegenheiten treu und gewissenhaft erfüllte, erhielt aus diesem Anlaß zahlreiche Glückwünsche und Geschenke. Vom Chef dec Firma wurde ihm ein beträchtliches Geschenk überreicht und auch die Beamten und Arbeiter der Firma ließen Herrn Vogel wertvolle Geschenke überreichen

* * Entwichen. Der Taglöhner Hermann Schöler aus Tiefenbach, der am 11. v. Mts. wegen Diebstahls fest­genommen wurde, sich hierbei zwei Revolverkugeln in den Kopf schoß und deshalb in die Klinik ausgenommen werden mußte, ist gestern morgen aus der Klinik entwichen. Die nötigen Kleider stahl er dem Krankenwärter, die Stiefel dem Arzt und das Reisegeld nahm er den Kranken aus den Kleidern. Anstaltshose und Rock ließ er am Bahnhofsumbau, wo er sich umgelleidet hatte, liegen.

Eigentümer gesucht. Am 4. September lf. Js. versetzte ein Unbekannter in einer hiesigen Wirtschaft ein SiriuS-Fahrrad für 12 Alk. und holte es nicht wieder ab. Offenbar ist das Rad gestohlen und können Eigentums­ansprüche bei dec Kriminalabteilung Großh. Polizeiamts ooc- gebracht werden.

* Verhaftet. Ein gestern aus seinem Dienst aus­getretener Dien st knecht entwendete seinen Mitknechten ein Paar Schuhe und Legitimationspapiere. Er wurde, bevor er abreisen konnte, verhaftet.

** Einkommen steuerpflichtige hatte daS Groß­herzogtum Hessen im Etatsjahr 1906 332 663. Davon gehörten ber 2. Abteilung 302 315 und der 1. (Einkommen von über 21>00 Mk.) 30 348 Personen an. Der Gesamtsteuerertrag stellt jia) für die 2. Abteilung auf 3 582 385 Mk. (37,5 Proz.) und |ür die 1. Abteilung aus 5 970 833 Mk. (62,5 Proz.); insgesamt aus 9 553 218 Mk. Oberhessen hatte 75 475 Steuerpflichtige mit 1 723 144 Mk. Einkommensteuer; davon kamen aus die 69 337 Steuerpflichtigen der zweiten Abteilung (Einkommen unter 2600 Mark- 764 350 Mark Steuer und auf die 6138 Steuerpflichtigen der 1. Abteilung 958 794 Mk. Die Städte Mainz, Darmstadt, Offenbach, Worms, Gießen, Bingen, Fried- berg, Kastel, Beushüm, Alzey und Bad-Nauheim, ine 29,35 Proz. der Bevölkerung ausmachen, zahlen 5 559 384,50 Mk. Steuer = 59,24 Proz. Gießen hat 7 288 Einkommensteuer- pflichtige mit 3 7 5 8 8 0,5 0 M k. Steuerertrag, Friedberg, 2491 iLteuerzah.er mit 118 -28 Mk. Steuerleistung und Bad- iaaul>eim l<5*i ^teuerpiiiujiige mit 10, <62 Mt. Steuerertrag. Mainz bringt bei 3u 1,8 Steuerpflichtigen 1569543,50 Ätk. Steuern aus, wahrend Darnistadt 25 349 Steuerzahler mit 1434 568 Alk. Steuerertrag hat. Das höchste Einkommen, das