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einzige Ljährige Kind eines Arbeiters, in einem gefüllten Wassereimer, den eine Nachbarsfrau zum Scheuern im Hausflur stehen hatte. Die Kleine kam oft zu der kinderlosen Nachbarin.
[] Gladenbach, 18. Juni. Ein 15jahriges Mädchen aus Sinkershausen, das sich gestern zum Butzbacher Trachtenfest begeben wollte, wurde auf dem Wege zum Bahnhof vom Herzschlag getroffen und hauchte in Gegenwart seines Vaters sein junges Leben aus.
△ Marburg, 18. Juni. Wie dem soeben er- chienenen Jahresbericht der Hessischen Kommission ür Hessen und Waldeck zu entnehmen ist, zählt diese etzt 8 Stifter 43 Patronen und 100 Mitglieder.
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VermSschSer.
* Berlin, 18. Juni. In der Angelegenheit des Freih. von Cramm-Burgsdorf, des früheren braunschweigischen Gesandten am Berliner Hofe, betreffend die Zwangsversteigerung des ibm aeböriaen im Grundbuch
Gerrchtssaal.
fc. Frankfurt a. M., 18. Juni. Rechtsanwalt Dr. Bayerthal, der die Prozesse der Rechtskonsulenten am Landgericht führt, wurde von der Anwaltskammer 'zu 600 Mark Geld- strafe verurteilt, weil er die von den Beklagten erhobenen Kosten mit den „Ferkelstechcrn" zu teilen pflegte. Die Sache war durch Denunüation anhängig geworden.__
von Elze eingeschriebenen Grundstücks hat das Amtsgericht Burgwedel das Verfahren aufgehoben, da die betreffende Gläubigerin den Antrag auf Zwangsvollstreckung zurückgezogen hat.
• Herne i. W., 18. Juni. Mit den Geretteten von Courrieres werden hier demnächst 600 Franzosen eintreffen, darunter 180 Besucher der Pariser Volks-Universität, eine Abordnung d--r Pariser Feuerwehr und Rettungsmann- chaften der französischen Marine, sowie eine Anzahl hochgestellter Personen. Als Führer der Franzosen soll der Sohn des ermordeten Präsidenten Carnot fungieren.
* Kleine TageSchronik. In Heidelberg erschoß ’ i ch auf der über den Neckar führenden neuen Eisenbahnbrücke der Oberrechnungsrat Heinrich Trunzer, der Verwalter des Akademischen Krankenhauses. — In Kattowitz wurden die Witwe Opielka und ihr vierjähriges Kind beim Ueberschreiten eines Gleises von her Straßenbahn überfahren. Der Mutter wurde der Schädel gespalten, dem Kinde die Brust eingedrückt. Beide sind tot. — Der Schreiöersmaat Kühling wurde im Forst bei Upjever (Oldenburg) erschossen aufgefnnden. Das Dunkel, das über diesen Vorfall liegt, konnte noch nicht gelichtet werden. — Bei dem Vorschußverein in Eigeltingen (Baden) sind 160 000 Mark Unterbilanz festgestellt worden. — In San Francisco wurden am 15. d. M. wieder zwei starke Erdstöße verspürt.__________________
Landwirtschaft.
Wien, 16. Juni. Dem amtlichen S a a t c n st a n d s b e r i ch t zufolge wirkte die bis jetzt andauernde Regenperiode auf die in ihrer Entwickelung weit vorgeschrittene Vegetation nachteilig ein., Roggen litt stark und dürfte durchweg nur schwache Mittelerträge liefern. Die Weizensaaten erwiesen sich widerstandsfähiger. Die Sommersaaten stehen befriedigend. Tie Hafersaalen zeigen einen recht befriedigenden Stand. Der Anbau der Kartoffeln ist beendet. Die Kartoffeln geigen eine normale Entwicklung. Tie Entwicklung der Zuckerrübe ist infolge von Witterungseinflüssen teilweise im Rückstand: trotzdem kann ihr Stand noch als befriedigend bezeichnet werden. Die Kleeschläge sind gut entwickelt.
— Der amtliche Saaten st andsbericht des u n g ft» rischen Ackerbauministertums schätzt den Ertrag der Ernte für Weizen auf 42,87 Millionen Meterzentner gegen 46,60 Millionen Meterzentner am 1. Juni 1906, für Roggen auf 12,88 gegen 12,69, für Gerste auf 12,79 gegen 12,63, für Hafer auf 11,27 gegen 11,29 am 1. Juni. Die Maispflanze erhielt ausgiebigen Regen, doch wird ihre Entwicklung durch kühles Wetter gehindert. In vielen Gegenden wird durch Ueberwuchermig durch Unkraut geklagt, ein zweites Behacken ist int Zuge. Raps ist qualitativ stellenweise beiriedigeitd, int Landesdurchschnitte ist der Ertrag schwach-mittel. Wiesen, Weiden, Obstbätime und Weinstock berechtigen 51t günstigen Hoffmmgen, Kartoffeln entwickeln sich befriedigend, Gartengewächse, Hülsenfrüchte, Krautarten, Hirse und Buchweizen entwickeln sich günstig. Tabak, Hani und Flachs bedürfen heißerer Tage, sonst ist ihr Stand günstig. Die Zucker- und Futterrübe ist durch Insekten geschädigt, die Pflanze entwickelt sich sehr vorteil- hast, ein zweites Behacken ist im Zuge.
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Sitzung des Provinzial-Ausfchuffcs.
Gießen, den 16. Juni 1906.
Philivp Schneider zu Gießen ist um die Erlaubnis zum Fortbetrieb der Wirtschaft „Zur alten Po ft", Walltorstraße Nr. 24 eingekommen. Die Stadtverordnetenversammlung verneinte die Bedürfnissrage und nud) das Großh. Polizeiamk Gießen sprach sich gegen Erteilung der Konzession aus. Ter Kreisansschnß des Kreises Gießen lehnte daS Gesuch mangels Nachweises eines Bedürfnisses ab. Die Anwälle des Gesuchstellers fochten diese Entscheidung bei dem Provinzialausschuß an. Nachdem in der heutigen Sitzung durch Vernehmung von Zeugen feftgefteüt worden war, daß an Eiustellwirtschaften in Gießen ein großer Mangel, daß aber die „Alte Post" dieseut Mangel abznhelstn in der Lage ist, wie dies seither auch schon geschehen, gab der Provinzialcmsschnß dem verfolgten R e k u r s st a t r.
Gustav L a i ch i n g e r git . Gießen will in seinem Hanse Ecke Ebel- und Wilhelmstraße eine Schankmirtschaft errichten. Auf sein bezügliches Gesuch verneinte die Stadtverordnetenversammlung die Bedürsnisfrage. Auch das Großh. Polizeiamt Gießen sprach sich für Ablehnung des Gesuches aus. Der Kreis- ausschuß des Kreises Gießen versagte daher die Konzession, lieber den von Loichinger gegen diese Entscheidung verfolgten Rekurs wurde heute verhandelt. Aber auch der Provinzialausschuß konnte das Vorhandensein eines Bedürfniffes nicht anertennen und beschiel) den Gesttchsteller abschlägig.
Otto Ruppel zu R a n ft a b t sucht um die Konzession zum Betrieb einer Gastwirtschaft nach. Der Gemeinderat zu Ranstadt sprach sich gegen die Genehmigung aus, weil er insbesondere die vorhandenen Räume einem kommenden Bedürfnis nicht für entsprechend erachtete, da durch sie die in Ranstadt bestehenden Wirtschastsverhältnisse nicht verbessert würden. Der Kreisansschuß des Kreises Büdingen lehitte das Gesuch ab. Der Vertreter des Gesuchstellers rekurrierte an den Provinzialausschuß. Diese genehmigte die Erteilung der nachgcsuchten Konzession, weil er ein Bedürfnis für eine Wirtschaft in der Nähe der neuen Haltestelle für nachgewiesen und die Wirtschaftsräume für geniigenb erachtete.
In der Gemeinde U n t e r s ch m i t t e n smtd am 29. März d. I. B ü r g e r m e i st e r w a h l statt. Das Wahlprotokoll lag am 2., 3. und 4. April zur Lorbriitgung von Einwendungen gegen die Wahl oder den Gewählten bei Vermeidung des Ausschlusses bei dem Vorsitzenden der Wahlkommission auf. Am 5. April langte bei Großh. Kreisamt Büdingen die Reklamation einer Anzahl Bürger ein, die das Wahlergebnis ansochten. Der Kreisausschuß des Kreises Büdingen verwarf diese Reklamation als formell un- giltig, da sie bei dem Vorsitzenden der Wahlkonnnission innerhalb der festgesetzten Frist vorzubringen gewesen wäre. Hiergegen erhoben die Neklamenten Rekurs an den Provinzialausschuß, indem sie behaupteten, die Reklamation habe infolge schwerer Erkrankung des Vorsitzenden der Wahlkommifsion nicht rechtzeitig vorgebracht werden können. Der Provinzialausschuß beschloß die Anberaumung eines neuen Verhandlungstermins, da sich die Notwendigkeit der Vernehmung eines Zeugen ergab.
Schließlich wurde noch die Enteignung eines zur Anlage eines Trottoirs am Mainzer Kuhweg in Alsfeld erforderlichen Grundstücks ausgesvrochen. ________________________
handel Hiifc Oerkehr, VolksrvrL'tschaft.
— Deutschlands G e t r e i d e v e r k e h r mit d e m A u s l a n d e. In der Zeit vom 1. August 1905 bis zum 10. Juni 1906 betrug die Gesamteinfuhr von Getreide in Doppelzentnern: Roggen 6 484 338 gegen 3 093 989 in der gleichen Zeit von 1904 bis 1905; Weizen 23 459 073 (18 464 959), Gerste 16 907 795 (12 948 645), Hafer 10397560 (6658556), Mais 10472582 (9 126 554), Roggenmehl 16 901 (15080), Weizenmehl 271 878 (174 095). Die Gesamtausfuhr betrug im genannten Zeiträume: Roggen 1 423 495 (4 334196), Weizen 2 601 664 (3 505 493), Gerste 216 980 (376 969), Hafer 1 841 772 (2 330 029) , Mais 377 532 (354 138); Roggenmehl 604 081 (1140 991), Weizenmehl 495139
Vunft und LVisftsissLlMft.
— Ter berühmte Meteorologe, langjährige Direktor der Hamburger Seewarte Prof. Dr. föeorg v. Neu mayer begeht am 21. d. Mts. in N eu sta d t (Haardt), wo er im Ruhestände seit einigen Jahren lebt, seinen 80. Geburtstag. Bereits am 16. d. M. wurde dort ihm zu Ehren ein Fackelzug vor seiner Wohnung veranstaltet. Am Sonntag fand ein Festakt statt, zu dem Gelehrte aus der ganzen Welt erschienen waren und viele Korporationen telegraphische Glückwünsche eingesandt hatten. Dem Jubilar wurde iiod) eine besondere Ehrung bereitet durch Ueberreichung einer Neu mayer-Spende zu Gunsten junger Gelehrter durch den Regierungspräsidenten der Pfalz. — Bei dieser Gelegenheit sei einiges über die Gründung der deutschen Seewarte mitgeteilt. Im November 1867 begründete, wie wir der „Nat.-Ztg." entnehmen, Wilhelm von Freeden (der Schwiegervater des Buchdruckereibesitzers Kindt in Gießen. D. Red.), bis dahin Rektor der oldenburgischen Navigationsschule zu Elsfleth, die „Norddeutsche Seewarte" im Seemannshause zu Hamburg nach dem Vorbilde ähnlicher Anstalten in London, Utrecht und Washington. Er bearbeitete in der Hauptsache Segelanweisnngen für die Schiffe, gab Sturmwarnungen heraus und baute sein Werk mit Unterstützung der Handelskammer zu Hamburg und später Bremens weiter aus. Nach dem Kriege m „Deutsche Seewarte" umgenannt, erhielt das Institut auch Unterstützung seitens des Reichs. 1875 überließ von Freeden, da ihm die Leitung des von ihm selbst geschaffenen Werkes versagt wurde, dem Reiche die Fortführung der Anstalt; er zog sich nach Bonn zurück und widmete sich noch lange Jahre der von ihm 1872 ins Leben gerufenen „Hansa, Zeitschrift für Seewesen", bis er im Jahre 1894 dort starb.
— Die Aufführung von Franz Wedekinds „Totentanz" ist für München verböte n worden.
N e w y 0 r k, 16. Juni. Ter Röntgen st rahlenforfcher Dr. Weigel ist nach mehreren Operationen, die auf die Versuche mit den Strahlen zurückgeführt werden, gestorben. Tie ec-sten Anzeichen traten vor drei Jahren in Geschwüren auf, und er hat sich seitdem sechs Operationen unterziehen müssen.
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Münzenberg, 12. Ober-Hörgern, 13. Eberswdt, 14. u. 15. Holz- <
Die gesperrt gedruckten Orte bedeuten die Wahlorte, j c^eder Vertrauensmännerkreis hat einen Wahlmann zu wählen. <
Aus SecsSt nno £an&
Gießen, den 19. Juni. <
** Milch Verkaufsordnung. Nach § 1 der am i 1. Juli l. Js. für den Kreis Gießen in Kraft tretenden ' MUchverkaufsordnu ng sind die, welche innerhalb f des Gemeindebezirks der Stadt Gießen gewerbsmäßig Milch verkaufen, feilhalten oder sonst in Verkehr bringen wollen zur Anmeldung chres Gewerbebetriebs bei dem Großh. Polizeiamt verpflichtet und haben einen Abdruck in Empfang zu nehmen. Die, welche innerhalb des Gemeindebezirks die Stadt Gießen Milch unter der Bezeichnung: „Kurmilch", „Kindermilch" oder dergleichen in Verkehr bringen wollen, haben dies bei der Anmeldung ausdrücklich zu erwähnen. Wir bemerken noch, daß Abdrücke der Milchverkaufsordnung auf dem Großh. Polizeiamt Gießen während der üblichen Dienststunden gegen Erlegung von 15 Pfennig das Stück in Empfang genommen werden röimen.
** Militärdienstnachrichten. Bering, Hauptm. im 4. Großh. Hess. Jnf.-Rgt. (Prinz Karl) Nr. 118, unter Beförderung zum Major in das Kriegsministerium versetzt. — Baath, Major und Adjutant des Gen. Kommandos des XVIII. Armeekorps, zum Stabe des Magdeburg. (Drag.-Ngts.) Nr. 6, v. Klenck, Major und Adjutant der 21. Div., zum Gen. Komando des XVIII. Armeekorps versetzt. — Mülb eraer, Oberkriegsgerichtsrat vom Gen. Kommando XVIII. Armeekorps, zum Militäranwalt ernannt. Müller, Bethge, Unteroffiziere im Jnf.-Rgt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, zu Fähnrichen befördert. — Frhr. v. Starck, Major beim Stabe des 2. Rhein. Hus. Rgts. Nr. 9, der Abschied mit der gesetzlichen Pension bewilligt, mit der Erlaubnis zum Tragen der Uniform des 2. Großh. Hess. Draa. Rgts. (Leib-Drag.-Ngts.) Nr. 24. — Die Assist.-Aerzte Der Res. Dr. Haeberlin (Friedberg), Dr. Gros (IDarmstadt) zu Oberärzten, Unterarzt der Res. Dr. Vetter (Friedberg) zum Assist.-Arzt befördert.
"** Der Anteil Hessens am Betriebs über schuß der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft ,für 1905 ist nach der Darmst. Ztg. nunmehr festgestellt: er beträgt 14010722,56 Mk. gegenüber einem Voranschlag .von 13 200 000 Mk. Hierdurch davon, sowie durch den Wegfall einer Anforderung für gestundete Matriknlarbeiträge, wird sich die für 1905 auf 680 000 Mk. veranschlagte Abführung an den Ausgleichsfonds voraussichtlich auf rund 1600000 Mk. erhöhen.
== Bad-Nauheim, 17. Juni. Bis zum 14. Juni sind 106 47 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 5983 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 14. Juni — 114 624 abgegeben.
(*) Bad-Nauheim, 18. Juni. In der Presse tauchen Gerüchte auf von der Demissionierung des Admirals von Tirpitz. Man bringt seine angebliche Absicht, den Abschied einzureichen, mit seiner Reise hierher in Verbindung. Aus wohlunterrichteten Kreisen wird uns berichtet, daß diese 9(n» nähme gänzlich hinfällig ist. Der Staatssekretär denkt nicht daran, von seinem Posten zurückzutreten, und der Besuch Nauheims erfolgte auf Anraten der Aerzte.
-s- Laubach, 18. Juni. In einer der vergangenen Nächte haben mutwillige Burschen im Schloßgarten Unfug verübt. Ein neu aufgestellter eiserner Pflock wurde umgerissen und die daran befestigte Tafel demoliert. Die Gendarmerie ist zwei Tätern auf der Spur. — Artillerieunterofsizier Göbel in Darmstadt ist jetzt außer Gefahr. Wie ntrnmehr festgestellt ist, war die Ursache der Verwundung nicht eine platzende Granate, sondern die Explosion einer Platzpatrone; die Kugel drang am Vorderarm hinein und ging zttm Oberarm wieder hinaus; sie verursachte eine starke Blutung.
X Göbelnrod, 18. Juni. Gestern und heute fand hier das Bezirks-Kriegerfest des Bezirks Grünberg im Anschluß der Fahnenweihe des Ortskriegervereins statt. Obgleich verschiedene Feste der Umgegend, insbesondere das zu Butzbach, manchen Gast fernhielt, führte doch der klare Himmel des Vormittags zahlreichen Besuch herzu. In dem stattlichere Festzuge schritten 30 Vereine. Auf dem schön gelegenen Festplatz begrüßte der Präsident des hiesigen Kriegervereins, Weber, Kameraden und Festgäste. Pfarrer Siebeck vom Wieberg hielt die eindrucksvolle Festrede, die um so gespannter lauschende Zuhörer fand, als er von den herkömmlichen Festreden abweichend, eine historische Parallele zwffchen den Zuständen früherer und jetziger Zeit int Busecker Tale zog. Die vortreffliche Musik der 24 er Dragoner im Verein mit den Vorträgen von Gesangvereinen gaben dem Feste einen recht schönen Verlauf.
-s- Schotten, 18. Juni. Nur noch wenige Tage trennen uns vom Gau turnfest. Die Vorbereitungen sind in vollstem Gang, die Arbeiten der Ausschüße nähern sich der Vollendung. Reges Leben herrscht auf dem Festplatz, dem Bockzahl. Ueber nacht hat sich dort ein turingeschmücktes Burgtor erhoben und ladet zum Eintritt ein. Die Fest- und Wirtschaftszelte sind fertig. Auf den Musiktempel ist besondere Sorgfalt verwendet. Besonders angenehm wird die Aerogengasbeleuchtung des Festptatzes empfunden werden. Daß für einen Juxplatz gesorgt ist, versteht sich von selbst. Die Eintrittspreise sind niedrig gestellt. Auswärtigen Besuchern wird durch einen um 11 Uhr abends nach Nidda-Gießen gehenden Extrazug ermöglich werden, die Freuden des Festes auszukosten. Da auch der Himmel endlich ein freundlicheres Gesicht zeigt, dürfen wir uns der Zuversicht auf ein Fest hingeben, das alle Besucher in jeder Hinsicht befriedigen dürfte.
Wetter, 17. Juni. In Berghofen scheuten die Pferde eines Erntewagens. Dabei wurde ein Mädchen, das abspringen wollte, schwer verletzt und der den Pferden in die Zügel fallende Ortsdiener Klein getötet.
Stockheim bei Büdingen. Die heimkehrende Frau des Bahnwärters Köhler fand ihr 4jähriges Töchterchen jämmerlich verbrannt in der Küche vor. In Abwesenheit der Mutter war das Kind dem Felier zu nahe gekommen und so verbrannt, daß es bald seinen Geist aufgab. Der ganze Körper war mit faustgroßen Beulen und Brandwunden bebeeft— In Babenhausen bei Ortenberg ertrank das
Keiwalspfleae- und Wotkstrachtensest zu Duhb^.
Butzbach, 18. Ium.
Der heutige zweite Festtag begann am Vormittag mit einem Frühk 0 nzert in der Festhalte, das bis gegen 1 Uhr mittags dauerte. Die Nachmittagszüge brachten einige Hundert premde aus ben benachbarten Städten. Die wirklich echten Trochtentypen von gestern sind verschwunden. Hier und da sieht man ein paar kostümierte Butzbacherinnen in Hüttenberger-, Schwarzwälder- und sogar Elsäffertracht. Hs wäre recht hübsch gewesen, wenn auch Vertreterinnen der Nachbarorte von maßgebender Seite aus zum heutigen Erscheinen veranlaßt worden waren. Um 4 Uhr begann wieder das Konzert, welches mit den Aufführungen der ver- chiedenen Neigen ein abwechslungsreiches Programm darbot. Lange nach Mitternacht erreichte da? erste Volkstrachtensest sein Ende, nachdem noch der Veranstalter, Kreisrat Fey, allen begeisterten Freunden diese? nationalen Festes die Gewißheit gegeben hatte, daß es nicht das letzte gewesen sei.
Die A u s st e t [ u n g (ür ländliche Run ft pflege bleibt noch aus einige Zeit geöffnet. Auch finden an den folgenden Mittwoch- und Sonntagsabenden noch Theateraufführungen des Volksschausviels „Die H ü t t e n b e r g e r" statt. _
Wegen Mcmeivs vor dem Schwurgericht, th. Gießen, 19. Juni.
Gestern wurde vor den Geschworenen gegen den Farbenhändler Hermann Franken aus Köln wegen Meineids verhandelt.
Die Anklage wird vom Gorichtsassessor Hetzel vertreten. Als Verteidiger sind die Rechtsanwälte Dr. Jung und Justizrat Dr. Gutfleisch erschienen. Es sind etwa 50 Zeugen zu hören. (
Der Angeklagte, der am 7. August 1862 in Krefeld geboren, ist im Jahre 1884 wegen Urkundenfälschung — es lwndelte sich -um Fälschung eines Bestellscheines — mit drei Monaten Ge- sän-gnis bestraft, er erklärt, er sei damals unschuldig verurteilt worden und sei auch im vorliegenden Fall nicht schuldig. Franke ist selbständiger Kaufmann und betreibt in Köln seit 1890 ein Farben-EngroZ-Geschäst. Seit 1895 besucht er persönlich Maler und Anstreicher, um seine Ware zu verkaufen. Er erklärt, daß er lange Kredite geben müsse, weil dies allgemein üblich sei. Wenn man sein Geld verlange, käme es öfters zu Differenzen. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, daß er wegen Differenzen mit seinen Wnehmern in den Zivilgegenprozessen wissentlich fastche Eide geschworen habe. Von der ^Anklage wird behauptet, daß er den Leuten mehr Ware geschickt bat, als bestellt war und die Bestellscheine gefälscht hat, indem er z. B. statt 50 Kilo durch Hinzufügen einer Eins 150 Kilo daraus machte usw. Um dar- zrctun, daß Franken in auffällig vielen Fällen sich betrügerischer Handlungen zu Schulden bat kommen lassen, sind außer den unter Anklage stehenden drei Fällen, in denen er die Meineide geschworen haben soll, noch 16 Fälle herangezogen, die zwar nicht unter Anklage stehen, mit denen aber der Staatsanwalt beweisen will, daß der Angeklagte ein gewerbsmäßiger Betrüger sei. Die Verteidigung hat ebenfalls eine Reihe von Zeugen geladen, mit beucn der Angeklagte Geschäfte gemacht hat. Eine ?lnzahl gestern als Zeugen vernommener Wnehmer erklärte, sie seien mit der von Franken gelieferten Ware stets zufrieden ge- mefeit und hielten ihn für einen reellen Geschäftsmann^ Für die Verhandlung sind drei Tage rorgesehen. Voraussichtlich beginnen morgen, Mittwoch vormittag, die Plaidoyers, die äußerst interessant zu werden versprechen.
Spielplan
des Großherzoglichen KurLheaters Bad-Nauheim.
Direktion Hermann S t'e i n g 0 e t t e r.
Mittwoch den 20. Juni: „Im weißen Rößl." Lustspiel in drei Auszügen von Osk. Blumenthal und Gustav Kadeldurg. Freitag ben 22. Juni: „Ter Vettelstudent." Operette in drei Akten von F. Zeller und Rich. Gense. Samstag den 23. Juni: ,Niobe." Sehwank in drei Akten von H. und E. A. Paulsen.
Spislpla« der «rrimgtea Frankfurter Stadttheater.
Opernhaus.
Voll Sonntag den 17. Juni bis incl. SamStag den 14. Juli bleibt das Opernhaus geschlossen.
Schauspielhaus.
Dienstag den 19. Juni*): Schiller-Zykllls. 11. Abend. „Die Braut von Messina." Mittwoch den 20. Juni: „Der Verschwender." Dolmerstag den 21. Jmli: Fest-Vorstellung. „Egmont." Freitag Den 22. Juni: „Tas Glück im Winkel." Samstag den 23. Juni: „Des Meeres unb der Liebe Westen." Sonntag ben 24. Juni, nachmittags halb 4 Uhr: „Mamsell Nitouche." Abends 7 Uhr: Shakespeare-Zyklus. 4. Abend. „Hamlet." Dtontag den 25. Juni: „Die Wildente.
*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
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