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Amsterdam, 16. Juli. Anläßlich der Rembrandts feier wurde der (Generaldirektor der RönigL Museen in Berlin,^ Dr. W. Bode, der Herausgeber des großen zurzeit bei Bong in Berlin erscheinenden Rembrandtwerkes, zum Großoffizier des Ordens von Oranien-Raffau ernannt.
Baris, 17. Juli. Das „Journal" veröffentlicht ein Telegramm aus Tanger, worin es heißt, daß der Sultan beschlossen habe, zum Verwalter der marokkanischen Staatsbank einen in Fez ansässigen deutschen Kaufmann zu ernennen, der in dem Ruse steht, Geschäftsbeziehungen zum Sultan zu haben. Das Blatt fügt hinzu, diese Nachricht rufe großes Aufsehen hervor, weil durch diese Ernennung die Marokkofrage wieder zur A u f r o l l u n g kommen könne.
Puris, 17. Juli. Mehrere Blätter melden, cs werde in Dreysus gedrungen, daß er den General Mercier zivilrecht l i ch b e l a n g e. Drenfus macht seinen Entschluß von der Meinung seines Advokaten abhängig. Diese Woche wird er durch den O b e r st seines Regiments, Meier-Samuel, den Ehes des 12. Art.-Reg., den Offizieren, unter denen sich ein Sohn Andres befindet, vorgestellt werden.
Rom, 17. Juli, lieber das Straßenbahnunglück i n Frascati lunrb noch berichtet, daß nach neueren Fest- stellnngen 60 Personen verletzt wurden, darunter mehrere tödlich. Das Personal des von Frascati kommenden Zuges sprang, da die Bremsvorrichtungen versagten, von dem mit ungeheurer Geschwindigkeit hinabl- sausenden Wagen ab und wenige Minuten später trafen! die führerlosen Gefährte auf einen von Rom her kommenden Zug. Der Zusammenstoß war so furchtbar, daß die beiden Züge sich aufeinander bäumten. In Rom war der Bahnhof bis 3 Uhr morgens von einer großen Menschenmenge belagert, die ängstlich auf ihre Digehvrigen warteten.
Wien, 17. Juli. Durch die furchtbaren Regengüsse am Samstag ist die Donau um zwei Meter gestiegen. Die Wiesen sind überschwemmt. In ganz Nieder-Oesterreich sind die Kulturen teils beschädigt, teils schwer bedroht. Bei Krems e r t r a u k ein 16 jähriger Realschüler vor den Augen seiner Mutter.
Odessa, 17. Juli. Im Vorort Jsakowitz wurde in der Wohnung Danilows eine Bombe zur Explosion gebracht, die aber nur geringen Schaden anrichtete. — Hier erdrosselte ein in Not geratener entlassener Polizist feine Frau und sein 6 jähriges Söhnchen.
Telefcmäsche Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel nnd Industrie, Giessen.
Frnmkfnrter Börse. 17. Juli. 1.15 Uhr.
3/4% Peichsanleihe . . 99.45 3% do. . . «7.75 3^% Konsols .... 99.40 35s do. .... «770 3J4% Hessen.....98.70
3%% Oherhessen . . . —.— 4 5s Oesterr. Goldrente. . 100.30 4% 5s Oesterr. Silberrente 100.50 45s Ungar. Goldrente . . 95.70 45s Italien. Rente . . . 103.80 35-o Portugiesen Serie I . 70.05 35s Portugiesen III 70.60 4)s% russ.Staatsanl. 1905 89.00 4>s% japan. Staatsanleihe 95.10 4 % Conv. Türken von 1903 95.70 Türkenlose......146.60
4 5s Griech. Monopol-Anl. 53.90 45s äussere Argentinier . 91.00 4% Mexikaner .... 70.25 3%% Chinesen .... 98.20
Aktien:
Bochum Guss.....241.50
Buderus E. W .... 123.75
Tendenz: fest.
Berliner Börse,
Cauada E. B......159.00
Darmstädter Bank . . . 138.50 Deutsche Bank .... —.— Dortmunder-Union C. . . 85.10 Dresdner Bank .... —.—
Tendenz: fest,
Elektriz. Lahmeyer . . . 142.50 Elektriz. Schuckert . . . 126.55 Eschweiler Bergwerk . . 251.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 220.50 Hamburg-Amerik. Paketf. 157.30 Harpener Bergwerk. . . 206.75 Lanrahütte......231.80
Nordd. Lloyd ..... 124.50 Gberschles. Eisen-Industrie 127.00 Berliner Handelsges . . 169.00 Darmstädter Bank . . . 139.00 Deutsche Bank . . . 236.00
Deutsch-Asiat. Bank . . 177.00 Diskonto-Kommandit. . . 183.00 Dresdner Bank . . . 157.80 Kreditaktien..... 209.60
Baltimore- und Ohio-
Eisenbahn . . . 115.50
Gotthard bahn.....—.—
Lombard. Eisenbahn . . 34.25 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.20 Prince-Henri-Eisenbahn . 143.80
17. Juli. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . 206.70 Lanrahütte .....—.—
Lombarden E. B. ... 34.30 Nordd. Lloyd.....124.60
Türkenlose.....—.—
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* Ohm KrügerS Enkel ein Mörder. „Dailh Mail" hteldet, daß der einzige Enkel Krügers namens Stephan Paul Krüger wegen Mordes in Transvaal verhastet ist. Der junge Krüger verhandelte längere Zeit mit einem anderen Buren Namens Davis. Beide wollten einen angeblich irgendwo von Krüger verborgenen Schatz heben, der einen Wert von ungefähr 1 Million Mark haben sollte. Wie es scheint, hat Krüger die Geschickte von dem versteckten Schatze dem Ermordeten erzählt in der Absicht, von ihnt Geld zu borgen. Vor einiger Zeit drängte Davis wegen Zahlung, worauf der junge Krüger mit ihm über Land fuhr, um den Schatz zu heben. Krüger kam dann am andern Tage allein zurück. Ms die Fran des Davis Nachforschungen anstellen ließ, fand man Davis hinter einem Busche ermordet liegen. Krüger wurde daraus von der Transvaalbehörde verhaftet und unter Anklage des Mordes gestellt.
* Der Setzerkobold bat dem „Dülmener Anz." einen argen Streich gespielt. Das Blatt berichtet über die Anwesenheit des Weihbischofs in .Koesseld wie folgt: „Gestern und heute weilte der hochw. Herr Wc ihbischvf Maximilian Graf Galen in unserer Stadt, um das Sakrament der Firmung zu svenden. Arn Montag abend Markt: milckgeb. Kühe 200—270 Mark, tragende Rinder 180—210 Mk., Faselschweine «vierteljährige) 24—30 Mk., Ferkel (5—8 Wochen alt) 2.75—3.25 Mk die Alterswvche, Sckafe 36 Mk. das Paar. Besuch gut. Sandel lebhaft: besonders auf dem Schweinemarkte hatte hoch derselbe seinen Einzug gehalt en. Am Dienstag morgen wurden zuerst 128 Schüler des hiesigen Gvmnasiums in aller Frühe in der Jgnatiuskircke gefirmt, daraus begannen die heil. Handlungen in der Jakobi-Pfarrkirche, in welcher etwa 500 Firmlinge das Sakrament empfingen."
* Kleine Tageschronik. Ein M o r d a n s ch l a g i m Tiergarten zu Berlin ist gegen den Fuhrherrn Franz Krüger »erübf worden. Krüger wurde durch Schrotfchüsse im Gesicht schwer verletzt, der Täter entkam. — Beim Pferderennen zu Quedlinburg st ü r z t e im Offiziers-Hürdenrennen Leutnant von Wangenheim vom 13. Ulanenregiment und erlitt eine Gehirn- Erschütterung und einen Bruch des rechten Schlüffelbeins. — Zwei reiche Amerikanerinnen, Frau Herbert Thomas und Frau Douglas Slorz, stürzten auf der Fahrt von Paris nach Langenich w a l b a ch bei Croisy aus dem A u t o in o b i l, dessen Earosserie sich als zu schwer erwies, um die Kurven zu nehmen. Frau Thomas wurde schwer verletzt. — Nach einerMeldung aus New-Pork wurde in einer Fabrik in Staten-Jsland, wo Italiener unb Polen beschäftigt sind, ein Pole auf das Rad einerMaschine fest geb u'n den und diese dann in Betrieb gesetzt. Der Aermste wurde buchstäblich in Stücke gerissen. Sechs Arbeiter sind wegen Teilnahme an diesem unerhörten Vorfall verhaftet worden. — Der seiner linken Hand durch einen Schutzmannsäbel beraubte Arbeiter Bie- wald erhielt vom Untersuchungsrichter Breslau den Bescheid, daß die Untersuchung wegen Aufruhrs gegen ihn abgeschlossen, nnd die yfteit der Staatsanwaltschaft übergeben worden seihen. — Infolge des Wettersturzes liegen große S ch n e e m a s s e n i n den Hochalpen. Tie Herden und Hirten können vielfach die Sennereien nicht verlassen. In hochgelegenen Schutzhütten der Oetztaler, Stubater und Zillertaler Ferner sind Hunderte von Touristen in Schutzhütten eingeschneit. Heute ist schönes Wetter, so daß rasche Schneeschmelze eintritt. — Viel besprochen wird in Paris die heimliche Vermählung der Tochter des New- yorker Multimillionärs Work mit ihrem Reitlehrer ,Aurel Baton yi aus Budapest.
Universitäts-Nachrichten.
— An der Universität Straßburg gedenkt man einen Lehrstuhl für Zeitungswesen und öffentliche Po- lemik zu errichten.
Handel und Verkehr, Volkswirtschaft.
Eine amerikanische Tabakfabrik hat beschlossen, ihren Arbeitern für Entrichtung der von ihnen an Versicher- ungsgesellschafteu gezahlten Prämien ein Jahresge halt bei ihremTode an die Witwevder die Er ben auszuzahlen.
Industrie-Aktien. Wenn es auch nicht gelingen will und jetzt gerade am allerwenigsten' für Jndustriepapiere wieder eine Haussebewegung mit Hinweis auf die gute Konjunktur in Szene zu setzen, so erhält sich beim Publikum doch die Vorliebe für Jndustrieaktien. Ja man kann es als feststehend betrachten, baß trotz des teuren Geldftandes, die aus den in letzter Zeit ftottgefunbenen Emissionen hervorgegangenen Mien zum großen Teil willige Aufnahme gefunden haben. Offiziell wurde noch jede Emission als „mit einer erheblichen Ueberzeichnung" abgeschlossen, bezeichnet. Trotzdem ist zu recht große Vorsicht zu raten, da die großen Banken sehr wenig Neigung zeigen, an den
Markt kommendes Material aufzunehmen und dann selbst die kleinsten Posten bedeutende Rückgänge erfahren.
Alfred Beit. AuS London wird das Ableben Alfred Veits, des Teilhabers des großen Hauses Wernher, Beit u. Co., gemeldet. Beit gehörte zu den bedeutendsten unter den Minenmagnaten Transvaals. Er hat sich mit seinem Sozius Wernher gleich nach den, anfänglichen Erfolgen der südaftikanischen Goldminenindustrie in das Lcmd selbst begeben, um die näh?ren Verhältnisse an Ort und Stelle zu studieren. Vor zwei Jahrm traf ihm ein Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte. Er suchte noch vor kurzem^ Linderung seines Leidens in Wiesbaden, von wo er dieser Tage nach London zurückkehrte. Auf den Minenmarkt hat, wie gemeldet wird, sein Scheiden keinen merklichen Einstnß ausgeübt, da Liquidationen daraus vorerst nicht erwartet werden.
Von der Berliner Börse. Es herrschte gestern große Lustlosigkeit bei äußerst stillem Geschäft. Bei Eröffnung war die Mehrzahl der Ultimo-Kurse gestrichen und schon ganz Reine Verkäufe führten zu größeren Rückgängen. Uebrigens ist es nicht allein bei uns so, sondern auch von anderen Plätzen wird eine vollständige Stagnation g-meldet. Am Moutanaktienmarkt gingen die Deutsck-Luxemburger V/s Proz. zurück; bei Gelsenkirchener waren keine DeckungÄöufe zu verzeichnen. Die übrigen Hauvt- montanpaviere waren fast ohne jede Veränderung. Russische Staatswerte haben gegen Samstag eine Nuance verloren. Deutsche Fonds waren etwas gebessert. Privatdiskont 31/» Prozent.
Glichen er landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 18. Juli 1906: Vielfach heiter, trocken. Nachts kühl, am Tage wärmer. Schwach windig.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
Gerichtssaal.
(h.) Wiesbaden, 16. Juli. Die Strafkammer verurteilte den Schutzmann Walter, der einen unrechtmäßigerweise verhafteten hiesigen Bürger auf der Polizeiwache durch Fußtritte und Ohrfeigen schwer mißhandelt hatte, wegen Körperverletzung zu zwei Wochen Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte vier Monate Gefängnis beantragt.
Griginal-Drahtinel-rrrrgen.
Berlin, 17. Jüli. Die „Nation alztg." veröffentlicht heute eine Zuschrift des Geheimrats Dr. Heisser ich vom 13. d. M. in Sachen Erzberger. Helfferich erklärt darin u. a., er habe nach den bisherigen Erfahrungen vom ?lbg. ErzbergernichtdenAnstandund die Loyalität erwartet, daß er die von den beiderseitigen Beteiligten als falsch erklärte Beschuldigung offen und ehrlich zurückziehe. Dagegen habe ihn der Mut in Erstaunen gesetzt, mit dem Erzberger zu leugnen versuche, daß er sich bei den Angriffen der Kolonialverwaltung der Mitwirkung von Beamten bedient hat. Wenn der Abg. Erzberger so fest überzeugt sei, daß er, Helfferich, für seine Beschuldigungen nicht die Spur eines Beweises erbringen könne, so stehe es ihm frei, es auf gerichtliche Feststellung ankommen zu lassen. Andernfalls werde Erzberger in dem gegen Unbekannt wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses eingeleitetcn Strafverfahren zweifellos Gelegenheit bekommen, unter Eid über die Herkunft seines Materials sich zu äußern.
Christian ia, 17. Juli. Bei einer Wagenpartie im Norangotale scheute an gefährlicher Stelle das Pferd des Wagens der Königin Maud von Norwegen und schob das leichte Gefährt teilweise vom Wegrande hinweg, -sodaß er über dem Abgrund am Lysholgletscher schwebte und nur noch durch einige Gesteinblöcke gehalten mürbe. Der König eilte seiner Gemahlin rasch zur Hilfe und befreite sie aus ihrer schrecklichen Lage.
Bozen, 17. Juli. Vom Stubbaier Ferner stürzte der Tourist Fritz Sorg aus Frankfurt a. M. ab infolge Ausbrechens des Griffes. Er wurde schwer verletzt von einem Begleiter gerettet. — Vom Winklerturm stürzte der Führer Fuchsbrugger aus Täufers infolge Reißens des Seiles ab. Sein Tourist blieb unverletzt. Die Leiche ist noch nicht geborgen.
versteigert werden.
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Willig!
Versteigerung.
Dienstag, 24. Juli, nackm. 3 Ubr sollen im städt. Piandlokale Seltersweg 11 dahier die wegen rückst. Gemeindesteuer gevfändeten Gegenstände, als Schränke, Sofas, Komnwden, Schreibtische, 1 Eisschrank, Kassenschränke, 1 Waschmaschine, 1 Hobelbank, 1 Faß Farbe, Uhren und bergt, mehr
Danksagog.
Für die mir anläßlich des Hinscheidens meiner unvergeßlichen Frau bewiesene herzliche Teilnahme, insbesondere den Angestellten des Schauspielhauses und „Römerhost' zu Frankfurt a. M. sage auf diesem Wege meinen tiefgefühltesten Dank.
AW»,! !££££& Acht»»,!
Komme diesmal wieder mit großer Auswahl ^388
Emaiüewaren Emaillewaren
dabei Niesenauswahl 3 Stück für 1 Mark. Hochachtend: Bollapd.
Ph» Römer V
Wieseck, den 16. Juli 1906.
Berichtigung.
Die Bekanntmachung vom 22. o. Mts. in Nr. 161 bezieht sich auf die Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenoffenschaft zu Bellersheim.
Hungen, 16. Juli 1906.
Großh. Amtsgericht. |B17/7
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Schweinefleisch 50 Pfg. [B,7/7
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JL Meisei 14207
Telephon 235. Sonnenstraße.
Allen Freunden und Bekannten hiermit die traurige Anzeige, dass unser lieber, guter
Bruder und Onkel D17/,
Herr Rentner Eleutherius Bergmann
heute abend nach kurzem Krankenlager in Herrenalb im 68. Lebensjahre sanft entschlafen ist.
Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Carlier. Familie Gabriel.
Duisburg und Giessen, den 16. Juli 1906.
Die Einäscherung findet am 18. d. Mts. in Heidelberg statt.
T odes-Anzeige.


