Erstes Blatt
156^ Jahrgang
Dienstag 19, Juni 1906
Ale heutige Nummer umfaßt 8 Seiten.
Ker Kaiser beim Aürsteu ZZÜLow.
W. T. B. meldet heute:
Norderney, 18. Juni. Der Kaiser ist heute nachmittag mit dem Depeschenboot „Sleipner" hier eingetroffen und von dem Reichskanzler Fürsten Bülow empfangen worden, dein er dann in der Billa'Wedel einen Besuch abstattete. Nach dem Eintreffen in der Billa Wedel nahm der Kaiser einen ein stündigen Vor- trag des Reichskanzlers entgegen. Sodann sand Frühstückst cnel stall. Nach dem Aufheben der Tafel verweilte der Kaiser zwei Stunden auf der Terrasse der Villa im Gespräch nut dem Fürsten Bülow. Gegen 5 Uhr fuhr der Kaiser zur Landuitgsbrücke, begleitet von dem Reichskanzler und der Fürstin, um die Rückreise nach Cuxhaven anzutreten.
Bei diesem überraschenden Besuch wird man zunächst an eine Aufmerksamkeit für den Fürsten Bülow denken. Der Kaiser nimmt an dem Befinden des Reichskanzlers lebhaften Anteil; auch das günstige Wetter mag zu der kurzen See- fahrt von Helgoland nach Norderney eingeladen haben. Der „Bert. Lokalanz.", der zuweilen aus dem Auswärtigen Amt unterrichtet wird, deutet jedoch an, daß politische Gründe den Besuch veranlaßten. Es scheine, so bemerkt das Blatt, die Notwendigkeit vorgelegen zu haben, daß der Kaiser seinen ersten Ratgeber spreche, was in früheren Jahren durch eine Unterbrechung des Urlaubs seitens des Fürsten Bülow ermöglicht wurde. Mit dieser offiziösen, oder vielleicht nur sich offiziös gebenden Andeutung ist nicht viel anzufangen. Auf dem Gebiet der inneren Politik besteht kautn die Notwendigkeit zur Herbeiführung einer Aussprache zwischen Kaiser und Kanzler; soweit bekannt, ist keine Entscheidung dringlicher und wichtiger Art in der Schwebe. Die Fortschritte der russisch-englischen Verständigung, von denen der Londoner „Standard^ erzählt, brauchen nicht zu beunruhigen, wenn es zutrifft, was der „Standard" behauptet, daß jede mögliche Gegnerschaft Deutschlands gegen ein solches Abkommen durch „offene Erklärungen" in London und Petersburg beseitigt worden sei. Ob wirklich alles in Ordnung ist, dafür wird man noch andere Zeugnisse, als von englischer Seite, abzuwarten haben. Vorläufig ist das Abkommen noch nicht perfekt, und daher würde noch keine Gelegenheit 311 einem deutschen Einspruch wegen Verletzung . deutscher In» teressen gegeben sein. Es können allenfalls die immer bedenklicher sich gestaltenden Zustände in Rußland den Kaiser zu einer Konferenz mit dem Fürsten Bülow bestimmt haben.
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rroLonialpost.
— Nach einer Meldung aus Lissabon wurde die Stadt Am brizette in Angola (Afrika) von Eingeborenen voll- ständig vernichtet. 3000 Eingeborene lehnten sich gegen die portugiesische Negierung auf, umzingelten die Stadt und griffen sie an. Tie europäischen Einwohner verteidigten sich heldenmütig, wurden aber von der schivarzen Horde überwältigt. Die Neger demolierten und brannten die Häuser der Europäer nieder. Der englische Dampfer „Jebbo" rettete eine Anzahl Europäer. Ein portugiesischer Kreuzer wurde entsandt, um den Aufstand zu unterdrücken.
— In Natal wurden sämtliche schwarzen Hilfstruppen entlaßen und 300 gefangene Zuluneger als Arbeiter nach den Diamantgruben Kimberleys geschickt. Bis Dienstag erwartet man in London die Uebergabe der zerstreuten Aufständischen unter zwei unbedeutenden Häuptlingen.
Airehe und Schule.
Eisenach, 18. Juni. Auf der deutsch-evang. Kirchenkonserenz wurde ntitgeteilt, daß tue Justizkommission des Kirchenausschusses mit der Vorbereitung der für das evangelische Deutschland in Betracht kommenden Gefichts-
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18. Juni, US Uhr- Lahmerer. ■ itriz-Sehncker • W- pener Bergwerk , irabfttte ■ • 1 * . gsr Sdter Bank . • itscbe M .
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Deutsches Reich.
Helgoland, 18. Ium. Ter Kaiser hat gestern an Bord des »Sleipner* die hiesige Rhede verlassen und sich nach Norderney begeben.
Berlin, 10. Juni. Unter dem Vorsitz des Ministerial- direktorS Dr. Förster ist heute der Apotheker rat zusammengetreten. Gegenstand der Beratung bildet u. a. die Frage, wie den Schwierigkeiten, welche das Warenschutzgesetz vom 12. Mai 1894 für den Arzneimitteloerkehr herbeigeführt hat, am zweckmäßigsten begegnet werden könne.
Bremen, 18. Juni. Die europäische Fahrplan- Konferenz hier beschloß, bei den Vertragsstaaten die versuchsweise Einführung der dritten Klasse in Expreß- zügen innerhalb Europas zu beantragen.
Kreta verwaltet, sind teils bereits freundschaftlich, teils »vird — zwischen! England und Rußland — ein durch Vertrag zu bekräftigendes Einvernehmen angestrebt. Die zu dem genannten mfttelmeerpolitischen Ziel treibende Kraft ist zweifellos England. In Erinnerung ist die außergewöhnliche Herzlichkeit, mit der König Eduard bei seinem jüngsten Besuch in Griechenland ausgenommen wurde. Die politiiiereuben Hellenen bewunderten in König (Äuiard offenbar den erfolgreichen Ste.atskünstler; sie sehen in ihm ilwen Vertrauensmann, der ihren Hoffnungen in stiller Diplomatenaroeit Erfüllung bringen werde. Run ist aber hm- länglich bekannt, daß die englische StaaiSkunst in erster Linie auf den eigenen Vorteil bedacht ist, und wo dieser im „Fall Kreta" zu suckM wäre, dafür fehlt es denn auch nicht an Anzeichen.
Schon seit längerem forber.t englische Blätter tue Regierung aus, neue Flottenstützpunkte i in Mittel meer zu erwerben zu erhöhter Sicherung der dortigen britischen Interessen. Der jüngste, nur einstweilen beigelegte Konflikt Englands m't der Dirrkei ist nichts weniger als geeignet, diese Forderung zu entkräften. Da hat man denn seinen Blick auf die an der Rordl'üste Kretas gelegene, zu einem großen natütlid)cn Hafen führende Sudabai gelenkt, die bereits bei iittcmationa,-n Flottenaktionen genannt wurde, so vor neun Jahren in dem Kriege zwischen Griechenland und der Türkei. Deutschland loar damals durch den Kreuzer „Kaiserin Augusta" in der Sudabai vertreten. Die Besivcrareifung dieser Bai durch England würde ihre Spitze gegen die Türkei richten, von der denn aun) der entschiedenste Widerstand zu gewärtigen wäre. Sollte aber der „große Schachzug" der Vereinigung Kretas mit Griechenland auf Englands Drängen in Angriff genommen und durck)geführt iverben, dann sähe sich die Türkei von der Vereinigung der vier Mächte matt-
Doch auch in Griechenland hat diese Sudabai-Möglichkeit einigermaßen abkühlend gewirkt auf die England-Begeisterung. Wohl möchte man Kreta dem Hellenenstaat angliedern, aber den besten Hasen der Insel unter die britische Flagge zu geben, das ist denn doch eine Aussicht, die den Gedc...^n an das „Vom Regen in die Traufe kommen" nahelegt, und zum Bewußtsein bringt, daß sich mit der formellen Oberhoheit des Sultans über Kreta auch vom Standpunkt des Grieck>en aus gar nicht so schlecht leben läßt. Die Kreter sind wahr.cheinlich ähnlicher Meinung. Doch wenn England cs ernstlich' auf die Sudabai abgesehen bat und eine Verständigung mit den drei andren Mächten für möglich halt, bann wird es über die Bedenken der t^ud^n und Kreter wohl kaltblütig hinweggehen.
Die vorstehend an gebeutete Aenderung der Situation im Orient soll angeblich schon im Herbst in Erscheinung treten. Aus jeden Fall sind die den „Detterwinkel" angehenden Vorgänge der besonderen Beachtung wert.
Aöerst Küger
E s^.^6esprvchen, aber mit einer Motivierung, die ihn harter treffen wird als es die schärfste Verurteilmtg vermocht hätte. Das Gericht ist dem Gutachten des ältlichen Sachverständigen beigetreten, wonach sich der Oberst zurzeit der Abfassung seiner Broschüren in einem Zustande krankhafter Störung der Gei st e s t ä ti g fe i t befunden hat und noch jetzt befindet, nach lvelcher seine freie Willensbestimmung ausgeschlossen war und ist — Strafausschließungsgrund nach § 51 Str.-G.-B.
Der Oberarzt Dr. Muermann erklärt, er habe auf Grund des Studiums der beiden Broschüren und der Akten sowie der Untersuchung des Obersten zu einem abschließenden Gutachten kommen können. Das Grundnwtiv der Behauptungen des Angeklagten sei, daß ihm systematisch unrecht geschehen wäre und noch dazu absichtlich und wider besseres Wissen. Er sei der Meinung gewesen, d"ß man seine Verurteilung unter allen Umständen durchzusetzen bemüht gewesen sei unter Verhöhnung von Gesetz und Recht. Stets sähe er die Ursache dafür im Treiben einer Clique, an deren Spitze Hauptmann Schmäh! stehe. Er spreche sogar von politischen Di a ch e n s ch a f t e n, die gegen ihn ins Werk gesetzt worden seien. Das seien wahnhafte Schlußfolgerungen, die ihren Grund in einer erheblichen Störung der Urteilskraft hätten. Reichstagsabgeordnete, die sich seiner nicht angenommen hätten, würden schwer beschuldigt. Zu den Wahnideen der rechtlichen Beeinträchtigung und Befolgung komme auch die Selbstüberschätzung. Auf Grund dieser und zahlreicher anderer Detuktionen kam der Gutachter, unter Hinweis darauf, daß eine solche Erkrankungsforut erfahrungsgemäß von Laien nicht crlannt werde, zu folgendem Endergebnis: Oberst Hüger leidet seit Jahren an einer als Querulanten- wahn bezeichneten Geistesstörung. Diese Krankheit beeinflußt sein Denken, Empfinden und feine ganze Willenstätigkeit, also seine ganze geistige Persönlichkeit in hohem Grade. Sein Kampf nm. sein Recht und seine Ehre, sowie die daraus entspringenden Delikte sind als unmittelbarer lAusfluß dieser Krankheit anzusehen. Damit ist der Strafausschließungsgrund des § 51 gegeben.
Die öffentliche Meinung wird, so viel Sympathie sie dem Oberst Hüger entgegenbringen mag, das Urteil des Gerichtshofes nicht schelten können. Nach der Auffassung des Obersten Hüger kämpfte er einen großartigen Kampf ums Recht, und diese Auffassung wird sein Schicksal dem der tragischen Leidenshelden solcher Rechtskämpfe, einem Michael rbohthaas gesellen wollen. Doch tatsächlich sind bei den Dortmunder Verhandlungen unsägliche Kleinlichkeiten von einer unglückseligen Geistesrichtung zu Prinzipien- sragen aufgebauscht worden, denen der Oberst und seine Beistände vergeblich einen ethischen und politischen Hintergrund zu geben versucht haben. Gewiß mag die preußische Schärfe des Obersten der schwäbischen Gemütlichkeit unbequem gewesen sein; gewiß ist ihm ein passiver Widerstand da unk dort entgegengesetzt worden, und mit der Gemütlichkeit des Schwaben geht eine zähe Hartköpfigkeit häufig Hand in Hand. Daß Hüger aber mit seinen seit einem Jahrzehnt wieder und wieder erhobeneti Behauptungen von einer gegen ihn gerichteten systematischen Rechtsbeugung von allem Anfang an Gespenster gesehen hat, danach fann kein Zweifel sein.
Das Schicksal des Obersten Hüger wird allenthalben. Bedauern erregen; es scheint keineswegs ausgeschlossen, daß der beklagenswerte Mann, dessen Geistesschärfe nach allen anderen Richtungen trotz seiner schweren Nervosität ja ungetrübt ist, sich das Urteil so yi Herzen nimmt, daß es in der Tat, wie einer seiner Verteidiger befürchtete, .in seinen Folgewirkungen, zu seinem Todesurteil werden könnte. Ehrliches Wollen, redlicher Pflichteifer, rühmenswerter Wahrheits- und Gerechtigkeitssinn haben hier in krankhafter lieber treib ung ein Men sehen schicksal verdorben. Aber der Ausgang, von dem Betroffenen selbst erzwungen, war nicht zu verhüten. Heber aller Rücksicht auf Tun und Leiden des Einzelnen steht die Majestät des Rechts.
Die Staatsanwaltschaft veranlaßte übrigens die Einlegung der Revision wegen deS Freispruches. Oberst Hüger behielt sich die Einlegung der Revision gegen die Begründung des Urteils vor.
Nr. 141
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Anzeiger Gießen.
Schalten im Arleut.
Int Orient geht wieder einmal etwas vor. Fast scheints auf tute internationale Verschiebung aus dem Balkan hinzudeuten Ungarn und Serbien, bte bisher im Zustand der Gleichgiltigkeit nebeneinander lebten, bewegen sich auf der Verbrüderungslinie unter gelegmtlickiem bciberfeitigen Gebrauch der sranzösiscl-en Sprache. 2te en tgeg en g c fe (51 e Entwicklung zeigt sich in dem Verhalten stotfrnJnmflneti nnb Griechen Ehedem von „herzlicher Lympathie' erfüllt, fafft man sich jetzt, nach frostigem Wbruch der dchlomattschen Beziehungen, feindseligen Tones. arge.MAtldtgungen m- Gesul^ Griechenland ist des weiteren m Zwistn^ellen verwickelt mtt Bulgarien, und Mar in kirchenpolrtffchen ma^n. Es maäst sich also besonders beim Hcllcuenstaat eine gewisse Händelsucht bemerkbar, deren Ursache auf Dem Gebiet der hohen Doluilzu suchen sein dürfte. Das umsomehr, als ein Gerücht wchen will, bei den Mittelmeermächien bereite sich ein Umi chwung vor in der Beurteilung der kretischen Frage, und zioar in der Richtung jur Gen-echtheit, die V er e in igun g Kreta sm it Gri e ch en» land zuzugestehen. Die Pforte, deren Oberhoheit Kreta unterstellt ist, könnte natürlich nicht euigesarlonenjnn ci die Reihe tiefer Mächte, denn der Sultan hat wiederholt leinem Willen Ausdruck gegeben, daß der bestehende Zustand ertzlten bleibe. fDoÄ was bedeutete nm Ende der Widerspruch d-r Türkei, wenn es ihrem derzeit rührigsten Gegner, Englano, gelingt, mit aul- reich Italien und Rußland zu einer Verjtandigung zu gelangen.>
Die Beziehungen zwischen diesen vier Macksten, als deren Lbcr» Lrmmissar bekanntlich Prinz Georg von Griechenland die ^zniel
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Dresden, 18. Juni. Prinz Johann Georg von Sachsen hat sich in Cannes mit der Prinzessin Marie Immaculata von Bourbon-Sizilien verlobt, der 1874 geb. ältesten Tochter dcS Grafen AlfonS von Caserta und der Gräfin Antonie von Bourbon-Sizilien. (Der Graf von Caserta ist der zweitälteste Sohn dcS 1859 vcrstorb. Königs Ferdinand IT. von Sizilien. Des Grafen älterer Bruder König Franz II. wurde 1860 bei der Proklamation des Königs Viktor Emanuel von Sardinien zum König von Italien des sizilischen Thrones verlustig erklärt. Der Bräutigam Prinz Johann Georg ist der 1869 geb. jüngere Bruder des Königs von Sachsen. D. Red.)
Nürnberg, 18, Juni. Die gestrige LandcS- versammlung der süddeutschen Volkspartei war sehr gut besucht. Das Hauptthema war die Stellung der Partei zu den nächsten Landtags wählen. Der Referent Prof. Dr. Quiddc trat energisch für ein liberal-demokratisches Progr amm* ein gegenüber dem Ullramontanis- muS, d-w der Hauptfeind in Bayern sei. Nur Redner der Minderheit traten dagegen für unabhängiges Vorgehen ein, weil der Block der Demokratie verwässere und die Agitation lähme. Schließlich wurde eine Resolution Quidde mit allen gegen 5 Stimmen angenommen, die unter der Parole „Gegen die Zentrumspart^i" dem Nürnberger Programm zn- slimmt und auf diesem Boden ein Zusammengehen der Liberalen befürwortet. Die agitatorische Arbeit soll sofort begonnen werden.
Attsßand.
London, 17. SJur.i. Bei einer von dem Minister deS Innern Asquith in Northarnpton gehaltenen Rede erregten die Fill/cc- rinnen der Frauenwahlbewegung heftige Ruhestörungen, weil sie Asquith für ihren Hauptgegncr int Kabinett halten. Miß Kcnney, Miß Billington und Airs. Rawood über* schrien ihn und wurden schließlich von sJJtännem gewaltsam hin- ausgebracht, wobei sie wütend kämpften und mit Peitschen auf die Männer einHsteben. Die Rede des Ministers wurde dadurch eine Hache 'Stunde imterbrudjen. Danach sammelte sich auf dem Platz vor der Halle eine broljenbe Menge: an, welche von fern Frauen durch leidenschaftliche Ansprachen gegen Asquith aufgehetzt wurden. Eine grofie Polizeimacht mußte aufgeboten werden, um diesen beim Verlafseu der Halle zu schützen. Er wurde unter starker Bedeckung auf das Automobll des Marquis von Northamplon gebracht.
— Ucber die Flottenmanöver wird mit geteilt, das; cs der blauen Flotte gelungen ist, 38 Torpedojäger der „Roten Flotte" kampsuiffähig zu machen oder zu nehmen. Bei den Ma-> nbücm stieß das Schlachtschiff „Ramillies" mit dem Schlachtschiff „Resolution" zusammen. „RamillieS" wurde heute in Sher- neß von drei Schleppern eingcschleppt und soll nach Chatham in Dock gehen.
— Thorne (Arbeiterpartei) fragte int Unterhaus« an, ob eine britische Flotte zu einem offiziellen Besuche nach Kronstadt gesandt würde, und, ehe weitere Schritte in Bezug auf bestimmte freundschaftliche Wmachunben mit Rußland unternommen würden, Vorstellungen bei der mifischen Regierung wegen des Auftretens von Beamten gegen das russisck)e Volk erhoben werden sollten. Als der Staatssekretär des Auswmckigen Sir Edward Grey erwidert, daß er nicht in der Lage sei, derartige Vorstellungen zu machen, stellt Tbome die Frage, welchen Zweck dann die Entsendung der britischen Flotte nach Kronstadt verfolge, und ob Sir Edward Grey davon Keimtnis habe, daß in Riga Knaben undMadchen hingerichtet worden seien. Keir Hardie stellt dami an Grcy die Frage, ob er in den Zeitungen das von fünf Mitgliedern der Duma unterzeichnete Telegramm! gesehen habe, nach dem die Iud en nre h e le ien in Bjel0 st 0 k noch andaucrn werben. Diese würden offiziell von der rnfftschen Regierung unterstützt, und ob das nicht Grund genug für seine Amtsstelle sei, um ihren Einfluß bei der russischen Regierung geltend zu machen, daß solchen Verbrechen gegen die Zivilisation Einhalt getan würde. Grey erwidert, daß er feine amtliche Kenntnis irgendwelcher Art davon besitze. Was den Flottenbesuch anbelange, so beabsichtige die Wmiralüät, im Sommer eine Flotte zu einer Kreuzung nach der Ostsee zn schicken. Nach den bisherigen Festsetzungen werde diese Flotte Schweden, Deutschland und russische Häfen besuchen.
Wien, 18. Juni. Gegen den ehemaligen Minilterpräsidenten Dr. v. Körber wurden im Buogetausfchuß des Reichsrates Beschuldigungen erhoben, daß er bei Vergebung von Hafenbautcn in Triest eigenmächtig vorgegangen sei. infolge dieser Vorwürfe ist Dr. v. Körber, der auf einer Reise nach England begriffen war, hierher mrückgekehrt.
Tokio, 18. 3uni. Tas lapamsche Budget schließt mit einem1 Fehlbeträge von 20ü Millionen Mn ab.
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ly'iüfse innerhalb der Cr« i haben zur Begründung >eiier-Berbands ge- stdrksten Gelveckschaft verenden Bersommlung wurde aus seinen Statuten die . um nicht als llnterstug- bfe§=Crffantfafipn aften ßufatfrtfen. Dieser : wesentlichste Unterschied daß et nicht unter allen ^chn MeitÄ)ertrage \\\, feMW 5Ä iss.
ße tzansa-Breis, btt n in. Y-egenwart dr? Kai« Weinbergs Wno gt> brennen gewann berr A.
(reich besuchte iozialdemokra' nung..Entscheidung?' nnfon, nachdem die meisten Dort ergriffen hatten, eine -rbeitenbe M emarte un' es allgemeinen WabE esselden mit cmm Kampfe dreitägiger Maffen- 1- ist beute wieder hergestellt. ' ^evolvey'Ee Helen.
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