Ausgabe 
17.8.1906 Zweites Blatt
 
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Nr. 192

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scha, UniversitätSbruckerei. ÖL Bange, Die-«.

Redaktion. Expedition u.Druckerei: Echulstr.U.

Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr. r Anzeiger Gieß«.

Erscheint «glich mit Ausnahme des Sonntags.

DieGiehener ZamiNenblätter- werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der «chrlfilch« Landwirt^' erscheint monatlich einmal.

Zweites Blatt ISV.Jahrgang Freitag 17. August 1969

Giehener Anzeiger

lUcittes Feuilleton.

D i e V 0 l k s b i b l i 0 t h c k e n der d e u tsch en Dörfer haben, wie Tr. Ernst Schultze-Hamburg des näheren ausführt, im letzten Jahrzehnt manche Fortschritte aufzuweiseu. Leider ist keine Statistik darüber vorhanden. Man kann nur im allgemeinen sagen, daß die Anzahl der ländlichen Volksbibliotheken vor 1895 weniger als tausend betrug, während sie heute mehrere Tausende ausmacht; Tr. Schultze schätzt sie aus etwa 50006000. Am ungünstigsten liegen die Verhältnisse ivohl in Bayern, Elsaß-Lolhringen und Mecklenburg, am günstigsten in den Königreichen Sachsen und Württemberg, in den Provinzen Brandenburg und Schleswig- Holstein. Durch Nichtachtung des Lesebedürsmsses unserer Land­bevölkerung ist lauge schwer gesündigt ivorden. Erfreulich ist, daß die preußische Negierung der Staat verwendet jetzt jährlich 70 000 Mk. für Unterstützung der Volksbibliotheken gerade den östlichen Landesteilen besondere Aufmerksamkeit zugewandt Hal. Empfehlenswert ist die seit etwa 14 Jahren in den Vereinigten Staaten erprobte Einrichtung der Wanderbibliotheken. 'Ulehrere ländliche Volksbibliotheken tun sich zusammen und be­schließen. ihre Bücherbestände untereinander auszutauschen. Oder der Kreisausschuß beschließt, einen Teil der von ihm gewährten Beihilfe zur Begründung einer eigenen Wanderbibliothek zu ver­wenden. Die angeschafften Bücher werden dann m so viele Ab­leitungen zerlegt, wie Dorsbibliotheken vorhanden sind, unter denen diese Teilbibliolhekenwandern- sollen. Aber es wäre falsch, nun |

daraus den Schluß zu ziehen, daß die Dorsbibliotheken selbst eigentlich zn bestehen auihören sollten, weil alle ihre Ausgaben befier von Wanderbibliotheken erfüllt werden könnten. Durch diese sollen, um das Interesse zu beleben, mir weitere Bücherschätze dein Dorfe zugeführt werben.

Frankfurter Schauspielhaus. Aus der Main­stadt wird geschrieben: Ter neue Oberregisseur Dr. Heine ist ein- gclroffen und wird am 1. September sein Amt übernehmen. Am gleichen Tage tritt Oberregisseur Quincke zurück.

Prinz Heinrich wirb das Kommando der­at t i v e n Schlachtslotte übernehmen. Damit geht in Er- süllung, was einst vor 28 Jahren der Dichter Klaus Groth prophezeit hatte. Als der junge Prinz am 7. Oktober 1878 zur ersten Weltreise hinauszog, begrüßte ihn der Meister plattdeutscher Lyrik alsUns künfti Admiral". Die drei ersten Strophen des Gedichtes schildern die Abschiedsstimmung:

9lu richt di hoch, du Königskind!

Nu geil dat rnt in See!

De Segeln dühnt fit in den Wind, Nu reck de Hand noch mal geswind: Tön letzten Mal: abe I

En letzten Kuß, en letztes Wort

Wie weet ja, wen bat gelt:

Dat geit vim Vaber und Moder fort, Dat geit hinut vun Ort to Ort Und runbum um de Well.

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Iricdrich der Kroße.

Ein Gebenkblatt zum 17. August.

Heute, Freitag, sind 120 Jahre verflossen, seit Friedrich der Große, die Sonne des 18. Jahrhunderts, sein mühevolles tätiges Leben beendete. Was dieser preuß. König mit den Kräften seines armen Landes, mit dem Heldenmute seines kleinen Heeres für Preußen, gegen die Kriegsmacht fast des ganzen Europas errungen hat, das steht unerreicht in der Geschichte da.

Versetzen wir uns zurück in die Stunden des 17. Aiigust des Jahres 1786. Nach einem Leben, das nur seinem Volke gewidmet war, leidend an Seele und Leib, gab es auch am Abend seines Lebens für den immer mehr und mehr verein­samten Monarchen, der alle die zu Grabe getragen hatte, welche er geliebt, mit denen er die großen Jahre seiner Heldenlaufbahn durchlebt, keine Ruhe, sondern nur Arbeit vom frühesten Morgen bis in die Nacht hinein.

Im Winter 1786 war auch sein alter Zielen ge­storben. Voll Todesahnung hatte der König ausgerusen: Der alte Zielen ist sich auch im Tode treu geblieben. Im Kriege hat ec stets die Vorhut geführt, er ist mir auch im Tode voraufgegangen. Ich führe die Hauptarmee; bald werde ich ihm folgen!" Aber das Gefühl der Nähe seines TodeS veranlaßte den großen König nicht etwa zur Schonung seiner schwachen Kräfte, sondern im Gegenteil, er suchte seine Zeit noch mehr auszunutzen als bisher.

Hart war das Tagewerk des Königs. Um 3 und 4 Uhr im Sommer, um 5 Uhr im Winter erhob er sich. Nachdem er zuerst die Briefschaften gelesen, die Flöte gespielt hatte, traten die Kabinettsräte zum Vortrage ein. Und nun rollte der TageSlauf in ununterbrochener Arbeit dahin bis zum Abend. Jetzt aber befahl er seine Kabinettsräte schon um 4 Uhr früh.Mein Zustand nötigt mich, Ihnen diese Mühe zu machen, die für Sie nicht lange dauern wird", redete er sie an.Mein Leben ist auf der Neige, die Zeit, die ich habe, muß ich benutzen, sie gehört nicht mir, sondern dem Staate!" So schaffte er unermüdlich bis zmn letzten Tage. Nur der Tod setzte seinem Wirken ein Ziel, als er am 17. August zwanzig Minuten nach 2 Uhr nachts entschlief. Wie bei seinem Nachfolger ein Jahrhundert später hieß es von ihm:Ich habe keine Zeit, müde zu sein!" Einen Achtstun den-Arbeitstag" kannte deralte Fritz" nicht.

Als die Kunde des Todes des einsamen Arbeiters im Schlosse Sanssouci durch die Lande ging, ivirkte sie wie ein Donnerschlag. In packender Weise berichtet uns einer der Zeitgenossen von dem Eindrücke dieses für das preußische Volk so ergreifenden Ereigniffes. Generalfeldmarschall Her­mann von Boyen, damals Junker im Infanterie-Regiment von Anhalt ist es, der uns hierüber in seinen Erinnerungen erzählt:

Noch schwebt in meiner Erinnerung der Anblick des dumpfen Staunens, das jene Nachricht bei allen Ständen erzeugte. Männer, denen jedes weichere Gefühl fremd schien, weinten wie die Kinder, und selbst auf den Gesichtern solcher Personen, welche wegen un­befriedigter Wünsche weniger an dem großen Könige gehangen und bis dahin eine tadelnde Opposition gegen ihn gebildet hatten, las man die ängstliche Frage: Was wird nun werden? . . .

Der Grund, den Friedrich der Große in jahrzehnte­langem Ringen gelegt hat, trägt heute den Bau de§ geeinten Deutschen Reiches.

politische Tagesscharr.

Pfarrer Naumann und der Verein deutscher Studenten.

Von einem Mitgliede des Vereins deutscher Studenten erhält dieRhein.-Westfäl. Ztg." folgende Zuschrift aus Marburg:

Allerdings wurde die im Anschluß an einen Vortrag von Dr. Böhme gefaßte Resolution in freier Abstimmung durch sämt­liche an dem Verbandsfest teilnehmenden alten Herren und stu­dentischen Mitglieder des Verbandes angenommen. Daß sie trotzdem die Ansicht des Verbandes zum Ausdruck bringt, geht daraus her­vor, daß an der Abstimmung auch die offiziellen Vertreter teif- nahmen und daß selbst die Naumann-Freunde für die Resolution stimmten. Ta der Fall Naumann bereits vormittags in einer offiziellen Vertretersitzung zur Erledigung gekommen war, wurde die zur Veröffentlichung gelangte Resolution, wie sich das aus dem Vortrag ergab, ganz allgemein gegen die Sozialdemokratie ge­richtet. Daß sie trotzdem eine Absage an Nanma n n be­deutet, unterliegt keinemZweisel. Auch die n a t i 0 u a l-s 0 z i a l e u Mitglieder des Verbandes mißbilligten das Eintreten Naumanns für die Sozialdemokratie. Tas formelle Recht, Naumann aus dem Verbände auszuschließeu, steht jedoch lediglich den Ehrenräten der Vereine zu Leipzig und Erlangen zu,

denen Naumann als alter Herr angehört. Im übrigen kann von irgend einem Einwirken von Schoppenzahl und Nachtstunde auf das Zustandekommen der Resolution durchaus keine Rebe fein. Dr. Böhme hielt seinen Vortrag nachmittags um 3 Uhr, und bic Debatte, bereu Schluß bie Annahme ber Resolutionen bildete, war gegen halb 7 Uhr beendet und trug, wie überhaupt die Verhand­lungen, einen durchaus ernsten Charakter.

In einer Zuschrift an denNeichsboten" erklärt auch Rechtsanwalt Bredereck, der als Vertreter des Alteu-Herren- Bundes des V. D. St., Berlin, auf der Kyffhäuser-Tagung die Resolution eingebracht hat, daß sich diese ausschließlich gegen Naumann gerichtet habe und Naumann zum Aus­tritt veranlassen solle.

Ein neuer Sozialistenzank.

Der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete in Karls­ruhe und Redakteur desVolksfreunds", Wilhelm Kolb, hat durch seine Opposition gegen die sozialdemokratischen Berliner Parteigenossen in den letzten Jahren wiederholt die Aufmerksamkeit politischer Kreise auf sich gelenkt. Neuerdings hat er wiebenun in einer Mitgliederversammlung des Karls­ruher sozialdemokratischen Vereins an der Berliner Partei- leitung und insbesondere amVorwärts" eine Kritik geübt. Nach dem Bericht desVolksfceunds" sprach Kolb den Wunsch aus, daß auf dem Mannheimer Parteitag die Ent­lassung derVorwärts"-Nedakteure eingehend besprochen werde. In dieser Sache seien die Delegierten in Jena in schmählichster Weise hintergangen worden, sodaß man sich in Mannheim damit beschäftigen müsse. Von dritter Seite werde in Mannheim der Antrag auf Verlegung des Zentralorgans gestellt werden: denn derVorwärts" sei nicht mehr wie früher auf der Höhe, und ein Zentralorgan solle wenigstens den Streit und Zank nicht züchten, toie dies jetzt geschehe. Auch im Partei vor stand sei eine Neu­organisation nötig, weil er nicht mehr wie früher funktioniere infolge der durch die technischen Arbeiten her- vorgerufenen Ueberlastung der Funktionäre, die nebenbei noch politisch tätig seien; der Parteivorstand müßte mindestens auf die doppelte Zahl erhöht werden. In ausführlichen Dar­legungen behandelte Kolb sodann die Frage des General­streiks unb erklärte, daß er auch heute*wieder aus den­selben Gründen wie früher gegen eine diesbezügliche Re­solution stimmen werbe. Um den politischen Massenstreik mit dem Himveis auf bie Erringung eines besseren Wahlrechts zu rechtfertigen, müßte bie Stellung ber Sozialdemokratie zum Parlamentarismus fester gegründet sein. Viel besser wäre es, auf dem Parteitag Fragen zu behandeln, die wirk­lich auch für bie Arbeiter brenuenb seien; dann werde auch ber Streit verschwinben.

*

Soziale Opfer.

V 0 ngeschätzter Seite wirduus geschrieben: Der jüngst verhandelte Zanberprozeß warf ein grelles Streiflicht auf Verhältnisse, wie sie in manchen Ehen herrschen. Allgemein brach sich die Ueber^eugung Bahn, daß der Angeklagte ein Opfer des Leichtsinns seiner Fran geworden war. Dasselbe Bild scheint sich in der Fisch er scheu Affäre zu wiederholen, wo v. Tippelskirch den Major als die Anspruchslosigkeit selbst, als eineneiser­nen Sparer" ohne jede luxuriöse Passion schildert, während seine Gattin aus krankhafter Veranlagung hinter seinem Rücken alle möglichen und un­möglichen Dinge kaufte und ihn dadurch in Schulden verwickelte, die er nicht mehr über­seh e n ko n n t e. Es muß ausfallen, daß zwei gleiche Fülle zur selben Zeit die Oefsentlichkeit beschäftigen, und cs ist auffallend, daß es gerade Offiziersfamilien sind, die in einer solchen Weise die Oessentlichkeit beschäftigen. Der Offizier ist bei der Gattenwahl nach zwei Richtungen hin gebunden: er muß vermögend heiraten und ist auf die Töchter einer bestimmten, nur kleinen Gesellschaftsschicht angewiesen. Neigungsheiraten werden dadurch erschwert. Die Geldheirat erscheint als etwas Selbstverständliches, und in einer solchen Ehe kann es nicht Wunder nehmen, wenn die Gatten an verschiedenen Strängen ziehen.

Es ist für unser Offizierkorps in hohem Grade unan­genehm, daß derartige Fälle in voller Oeffentlichkeit erörtert werben mußten, benn bie Achtung vor dem Heere wirb da- burch nicht erhöht werden unb es wird auch nicht an Stimmen fehlen, bie zur Verallgemeinerung neigen unb bas, was doch die Ausnahme ist, als typisch hinstellen wollen. Noch be­dauerlicher aber ist e§, daß nicht einmal Mittel unb Wege genannt werben können, berartigen Verhältnissen in Zukunft vorzubeugen. Die Parole:Freie Gattenwahl für den Offizier"

kann nicht ausgegeben werden. Es ist nicht daran zu denken, daß die Exklusivität des Offizierkorps in absehbarer Zeit be- seitigt wird, unb es ist beplaziert, die Offiziersfamilien in der heutigen Zeit, wo der Luxus in allen Gesellschaftsklassen 311- nimmt, zur Einfachheit unb Anspruchslosigkeit zu ermahnen. Der Offizier aus dem ersten Drittel bes vorigen Jahrhunberts mit seiner kärglichen Lebenshaltung, dem abgetragenen Mantel rc. wäre heutzutage eine lächerliche Erscheinung, nicht nur in den Augen seiner Kameraden, sondern auch in denen der breiteren Volksmassen. Desbalb ist es völlig ausgeschlossen, daß ein Offizier von seinem Gehalt standesgemäß lebt, unb wenn er kein ausreichenbeS eigenes Vermögen hat unb nicht ehelos bleiben will, bann bleibt ihm eben nichts anberes übrig als bic Geldheirat.

Wenn dann aber Entgleisungen vorkommen, bann soll man nicht mit pharisäischer Miene auf berartige Unglückliche herabsehen, fonbern man soll ihnen als milbernbes Moment baSjenigc zubilligen, waS man so gern ben Arbeitern zugesteht, daß sie nämlich das Opfer der sozialen Verhältnisse geworden sind._______________________

ititfc Flotte.

Dem Generalmajor Dietlein in Mainz, früher Kommandeur deS Jnf.-Negts. in Worms, ist ber erbliche Abel verliehen worben.

Zn den englischen Manövergästen, in Deutschland wird auch Winston Churchill, der Unter­staatssekretär der Kolonien gehören, den der Kaiser eingeladen hat, den deutschen Herbstmanövern beizuwahnen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 17. Aug. 1906.

*' Einen erfreulichen Anblick gewährt zurzeit die Ob st bäum Pflanzung an der Kreisstraße Gießen-Rodheim, denn die Bäume zeigen durchweg einen reichen Behang, Während in früheren Jahren bie Straße nur teilweise be­pflanzt war unb diese wenigen Bestände meist ein krüppel- h oft es Aussehen hatten, kann man jetzt hier nur wirkliche" Musterpflanzungen sehen. Selbst das jüngste Bäumchen scheint seinen Tribut liefern zu wollen und die Bäume finb< zu zählen, bic biesmal keine Früchte tragen.

** Kirchliche D i e n st n a ch r i ch t e n. Ernannt wurden Psarraintskandidat Heller, zuletzt zu Neckar-Steinach, zum Pfarr- affiftenlen in Bretzenheim, Dekanat Mainz; Psarrassistenl Bühlers <m Schotten (zweite Pfarrstelle), zum Pfarrverwalter daselbst; Psarraintskandidat D i e h e n e r zu Babenhausen zum Psarrver-^ waltcr in Groß-Gerau (zweite Pfarrstelle); Pfarramtskandidat Römer zu Schotten zum Pfarrvikar in Raunheim, Dekanat Groß-Gerau; Psarramtskaudidat Steiner zu Schwanheim zum Pfarrafsisteuteu in Gießen; Psarramtskaudidat W a l) l zu Queck zum Pfarrverivalter in Wöllstein; Psarramtskaudidat Hofmann zu Gießen 511m Pfarrassisteuten bei dem Kirchspiel Reichenbachs (mit dem Wohnsitz in Gadernheim); Pfarrer Riugshausen, zuletzt zu Wiesbaden, zum Psarrvenvaltcr in Kostheim; Pfarramts-i kandidak Bockner zu Heuchelheim zum Verwalter ber Pfarrgehilsenstelle zu Teckeubach, Dekanat Grünberg; Pfarramts­kandidat Andres, zuletzt zu Bretzenheim, zum Pfarrvikar in Groß-Karben; Pfarramtskaudidat O l s f zu Wendelsheim zum: Psarrassisteuten in Vilbel; Psarrvenvalter G u n d e r m a 11 n zst Hochheim zum Pfarrverivalter in Ober-Beerbach, Dekanat 6ber-' stabt. Tie Schlußprüfung im JtUii 1906 haben bestanden: Gustav, B ö ck n e r von Otterbach . zu Heuchelheim, Wilhelm Siebener] von Mainz zu Babenhallseu, Otto H 0 f m a n n von Planig 31t' Gießen, Hermann Römer zii Schotten, Hermauu Steiner] von Zeitlofs zu Cchwailheim, Karl W a h l von Münzenberg zu, Oucck, Adolf Weck von Inheiden zu Ober-Nauses. Außerdem be-' stand die Schlußprüfung cand. theol. S ch u st e r von Dillenburg., Zur Wiederbesetzung wird aiisgefchriebeii: die evangelische/ Pfarrstelle zu Grebenari, Dekanat Alsfeld.

** Der V 0 rsta n d des Bürger-Vereins) Gustavsburg teilt uns mit, daß auf Grund der arti maßgebender Stelle eingezogenen Erkundigungen die Ein-, gemeindungskommission der Stadt Mainz zu dem endgil-, tigen Beschluß kam, int Interesse der Stadt Main z zunächst von einer Eingemeindung von Ginsheim und Gustavs-] bürg abzuseheri, allerdings mit dem Hinweis, bafj' aufgeschoben nicht aufgehoben sei. Auch die nicht minder;] wichtige Frage einer Lostrennung Gustavsburg^ von Ginsheim sand inzwischen ihre Erledigung, benitj der Bescheid lautete dahin, daß dem Ansuchen nicht entii sprachen werden könne. Mit diesen Beschlüssen muß nun; Gustavsburg enbgUtig rechnen. Es tritt daher die schwierige! Aufgabe an seine Ortsbürger heran, tatkräftige Hilfe und] Unterstützung bei der vorgesetzten Behörde, sowie oem Mi^ nisterium nachzusuchen. Beides, so lautet der Schluß des! Schreibens, muß Gustavsburg reichlich zuteil werden, bemri seine günstige Lage und seine Bedeutung als Jndustrie-si platz können nicht bestritten werben. 9hir durch rasche Hilfe]

Doch bett bat Gangspill ok en Klang, Als Ltrng bat bet an't Hart En Seemann ts bat a§ Gesang, Dat singt cm to: Nu man ni bang I Un beim en glückli Fahrt!

Als Prinz Heinrich nach zivci Jahren glücklich heiinkehrte,) brachte ihm Klaus Groth einen Gruß entgegen iu dem LiedeWill-! kant' to Hus". Die letzte Strophe enthält einen Wunsch, der auch i heute gilt: >

Un Alemann int dülsche Land, ,

Wi alle alltontal,

Wi ropt: Uns Kaiser Glück un Heil Un uuse Admiral!

Ein D0rfmuseuin wird in Ruhla i. Thür, noch in diesem; Sommer eröffnet. Der Ort besitzt verschiedene alte Truhen, Laden unb; Schränke, die ein Zeugnis oblegen für eine ausgesprochene thüringische; Kunstrichtung. Es roiro also möglich sein, auf Grund der Bestände des DorfinuseumS eine Lücke in der KnnstMtcratur anszusüllen, die bisher wohl für süd- und norddeutsche BolkSstämme charakteristische Stilformen­des alten Kunstgewerbes verzeichnet, von Der Existenz eines urwüchsigen thüringischen Möbelstils aber so gut wie nichts gewußt hat. Bei dem frischen Aufblühen eines vom Fühlen und Tenkcil unserer Zeit erfüllten Kunstgewerbes hat das Dorfmnseum noch eine besondere Ausgabe, indem cs nut dem Borführcn der volkstümlichen Unterschicht die verschiedenen Schönhcitsbestrebungeu unserer Zeu wieder auf den alten heimatlichen Zug hinweift.