Ausgabe 
18.6.1906 Zweites Blatt
 
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Architekt Huhn hat dem Angeklagten 1903 Projekte zur Verwertung des Hintcrgeländcs vom Löwenhof ausgearbeitct. Er hatte Carle geraten, sechs bis sieben kleine Häuser so zu erbauen, daß sie vielleicht später an eine neue Straße zu liegen kämen. Das Thomas'sche und Luh'sche Grundstück ivar, als der Zeuge den Vorschlaa machte, noch nicht in Carles Betz. Zeuge Huhn erklärt, Carle sei ein leicht erreg­barer Mensch, mit dem man doch gut auskommen könne.

Agent Schaum berg er hat vor drei Jahren mit Carlä wegen der Rothenbcrgcr'schcn Hofreite verhandelt, er wollte damals 30 000 Mk. geben. Später zeigte Carlö für das Objekt weniger Kauflust.

Dem Zeugen Nassauer wr^-den die als BelastungS- nmierial vorliegenden Zündhölzer vorgclegt. Er erklärt: Streichhölzer werden hcrgestcflt mit gelben, blauen, braunen und schwarzen Köpfen, auch die Schachteln finb verschieden etikettiert. Der Zeuge ist der Ansicht, daß man solche, wie die vorliegenden Zündhölzer in verschiedenen Geschäften der Stadt kaufen könne.

Papiechändler Wilh. Ockel ist der Ansicht, daß mnn das bei Carls erhobene Papier in jedem Geschäft kaufen könne. Sachverständiger Dr. Popp richtet an Ockel die Frage, ob er wisie, wie die Liniatur onf dem Papier her- gestellt sei. Der Zeuge gibt gn, daß er darüber nicht Be­scheid weiß.

Kaufmann Konrad Schmidt bekundet, daß er der 'Hhv sicht sei, daS in der Carlaschen Wohiiung erhobene Garn sei in den verschiedensten Geschäften Ku kaufen. Schutz­mann Seitz ivar am Brandtage vormittags gegen 9 Uhr auf dem früher Luh-Thomasschen Gelände; er hat altes Bauholz aukgeladcn, Has hinter her in Frage kommenden Werkstätte aufgestapelt Mar. Es seien außer ihm noch Leute gekommen, melche wegen Lbbruchsmaterial mit Carle ver­handelt haben. Er will nichts Verdächtiges bemerkt haben, in die Werkstötte hineinsehen konnte er nacht. Verteidiger Dr. Jung verzichtet hieo-auf auf eine Reihe von Zeugen.

Zeuge Pfeffer erklärt nv.f Veranlassung Dr. Popps, daß er mit der größten Vorsicht zwischen dem Lnnrpen- magazin und der Wcrkstätte das Mauerwerk ausbrechen ließ, um den Zwischenraum zu eilrcitern. Man wollte sehen, ob sich dort Spuren der Tat finden würden. Man sand dabei das Kuvert mit der Carleschen 'Adresse und eine Anzahl Streichhölzer, an denen nur der Zündstoff abge­brannt war. Bei dem Ausbrechen des Mauerwerks suchte man mit Streichhölzern in den Zwischenraum hineinzu­leuchten, doch kam aus dem vorhändeyen Spalt ein Luftzug, sodaß jedesmal zwar die Zündmasse Feuer fing und ab- brannte, aber das Hotz kein Feuer fangen wollte. Es wird daraus aus den Mten u. a. festgestellt, daß Carle wiederholt Eingaben an das Kreisami gerichtet hat, um das Neubaugesuch eines Vorderhauses der Witwe Rothen­berger zu Hintertreiben. Hierauf nimmt der Sachver­ständige, Gerichtschemiker Dr. Popp das Wort zu seinem Gutachten. Die auf der Brandstelle erhobenen Beweisstücke zeigen, daß bei der Brandstiftung mit Petroleum gearbeitet worden sei. Tie erhobenen drei Holzstücke, die angebrannt -gewesen seien, enthielten deutliche Spüren davon, um die Stäbe Maren Papierhülsen gewickelt, die in einem Falle mit einem starken Faden, vermutlich Häkelgarn, festge­bunden waren. Zlndere Hülsen waren mit einem dünneren Zwirn zusammengehalten. In der Wohnung Carles sind zwei Sorten Fäden beschlagnahmt worden, die mit den bei der Brandstiftung verwerteten beiden Sorten in Stärke und Art genau üb'ereinstimmen. Eine der Hülsen ist aus Konzeptpainer, das mit Liniatur versehen ist, hergestellt. Er müsse sagen, es sei richtig, daß man die beiden Sorten Nahfäden sowohl wie die Zündhölzer verschiedentlich in Geschäften kaufen könne, immerhin aber könne es doch sicher nicht bloßer Zufall sein, daß die zu der Brandstiftung ver­wendeten Zündhölzer übercinstimmen mit Zündhölzern, die an zwei verschiedenen Orten für den Mgeklagten zu haben waren, und daß dies Orte sind, an denen Carls am Tage der Tat aufgehalten hat.iMhid) die Fäden kann man überall kaufen, ebenso das Papier, aber diese Stimmigkeit beider Fäden und der Liniatur bei dem Papier der Ueberfähr- nngsstücke von der Brandstelle mit dein in der Carleschen Wohnung könne nicht bloßer Zufall sein. Hierzu lomme noch bei den Zündhölze-m, daß die in Carles Tasche ge­fundenen drei Streichhölzer, von denen das eine Spuren von Petroleum zeigt, unmöglich von Carle zum Zigarren­anzünden gebraucht Morden sein können, denn bei allen drei Streichhölzern ist nur die Zündmasse abgebrannt, ohne daß das Holz von dem Feuer ergriffen Morden ist. Mehrere der auf der Tatstelle erhobenen Streichhölzer zeigen genau dasselbe Bild. Ferner stimmen die in Carles Tasche ge­fundenen Hölzer in der chemischen Zusammensetzung der Zündmasse, der Form und Qualität des Holzes überein mit den auf der Brandstelle benutzten Streichhölzern. Die an den verschiedenen Gegenständen der auf der Brand­stelle erhobenen Ueberführungsstücke zeigen Fingerabdrücke, die aber nicht so vollständig sind, daß Man daraus mit Sicherheit feststellen kann, ob die 'Albdrücke von dem An­geklagten herrühren, wenn auch eine mehrfach ab gedrückte langgestreckte Spirale sich am Ringfinger der Carleschen Hand nachweisen läßt. Der Sa'chverständige verweist dann noch auf das Briefkuvert, das Carles' Namen trägt, zu­sammengerollt und teilweise verbrannt aM Tatort gefunden worden ist. An Carlss Kleidern fand sich ein Petroleum­sleck, der aber auch von dem vom Angeklagten behaup­teten Schmieren des Fahrrades am Tage des Brandes her­rühren farm., Dr. Popp resümiert, daß 13 Uebereinstimm- nngen bei seinen Untersuchungen festgeftellt sind, die man als belastend für Carls mmehmen kann, daß er aber nach dem von ihm geprüften Material aus der Summe seiner Untersuchung nicht sagen kann, aus dieser allein sei die Schuld des Angeklagten nachzuweisen. Es sei Sache der Richter in Verbindung mit den anderen Tatsachen der Beweisaufnahmeee die richtigen Schlüsse zu ziehen. Am Samsfag Morgen wurde an die Geschworenen die Schuldfrage gestellt: Ob Carls den Versuch der vor- Schuld frage gestellt: Ob Carls den Versuch der vor­sätzlichen Brandstiftung des Rothenbergerschen Lumpenlagerhauses begangen hat.

Staatsanwalt Loos erörterte in 1 Vsstündiger Rede, daß ein so erdrückender Indizienbeweis für die Schuld eine? Brandstifters wie im vorliegenden Falle Wohl selten geführt werden könne. Tas Motiv der Tat fei klar und deutlich in der Beweisaufnahme zutage getreten. Ter An­kläger reiht Glied an Glied in der Kette der Beweise, um darzutun, daß nur allein der Angeklagte der Täter gewesen ist und gewesen sein kann. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Jung, sucht in längerer Ausführung zu beweisen, daß nicht nur "sein Klient, sondern alle Bewohner der Gegend, ja die ganze Stadt Gießen ein Jnreresse an der Entfernung des Lumpenlagers der Witwe Rothenberger hatten. Es sei

nicht erwiesen, daß Carls die Tai begangen habe. Nach IH4stündiger Beratung wird der Spruch der Geschwo­renen verkündet, der auf s ch u ldi g der versuchten Brand­stiftung lautet.

Ter Gerichtshvf verurteilte darauf dem Mittage des Staatsanwalts gemäß den Angeklagten zu 2 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. Das Straf­maß wird damit gerechtfertigt, daß der Angeklagte höchst gewalttätig das schwere Verbrechen begangen habe seines Vorteils wegen. 'SLußerdem habe der Angeklagte eine ehr­lose Gesinnung an den Tag gelegt. Carls hatte, ehe die Geschworenen sich zur Beratung zurückzogen, erklärt, daß sie ihn im Falle der Bejahung der Schuldfrage zum Tode verurteilen würden. 'Als der Staatsanwalt das Strafmaß beantragt hatte, erhielt Carls vom Vorsitzenden das letzte Wort. Der Angeklagte erklärte dem Gerichtshof: Machen Sie mit mir, was Sie wollen. Die Verhandlung war erst um 4 Uhr nachmittags beendet._________________________

Aus Stadt uno LuuS.

Gießen, den 18. Juni.

* * In Audienz empfangen wurde am Samstag von S. K. H. dem Großherzog u. a. Oberlehrer Strecker von Bad-Nauheim.

* * Dieb stahl. Gestern morgen wurden zwei junge Burschen in einer Gärtnerei am Schiffenbergerweg beim Rosendiebstahl abgefaßt und der Polizei zugeführt. Die Burschen verkaufen die Rosen gewöhnlich auf dem Wege des Haussierhan.dels in den Wirtschaften.

* * Unfug. Ain Freibad an der Lahn wurde gestern Nachmittag allerlei Unfug getrieben. Die Thüre wurde aufgerissen und der Raum erheblich verunreinigt.

R. B. Lich, 18. Juni. Heute nachmittag kehrt S. K. H. der Groß Herzog im Automobil von hier wieder nach Jagdschloß WolfZgarten zurück.

t. Langgöns, 18. Juni. Der Verband der ober­hessischen Posaunenchöre in der Stärke von etwa 190 Stimmen wird am 29. Juli in Langgöns zu gemein- samen Musikaufführungen zusammentreten. Vor­geschrieben für den gemeinsamen Vortrag sind: Preis und Anbetung sei unserm Gott (von Rink).; Seht er kommt mit Preis gekrönt; mit Siegesmarsch, au? Judas Makkabäus. Siehe das ist Gottes Lamm (von PrätoriuS). O Jesu meine Sonne. Nun danket alle Gott. O daß ich tausend Zungen hätte. Großer Gott wir loben Dich.

** Kleine Mitteilungen e n s' Hessen und den N a cb b a r st a a t e n. In Hanau beschlossen die Stadtoerordneten, den Magistrat zu ersticken, den ständigen städtischen Ar° b e i t e r n jährlich einen Urlaub ah bewilligen.

Vermischter.

* Eine fürchterliche Eisenbahnkatastrophe in Ostasien. Aus Wladiwostok meldet vom 16. Juni die Petersb. Telegr.-Ag.: Bei der Station Pogranitschnaja der chinesischen Ostbahn ist ein Versoncnzug entgleist: ungefähr 100 P e r s 0 n e n sind teils getötet, teils verletzt worden..

* Ein neuer Sch lamm- und Steinstrom hat im Vesuvtale großer Schaden angerichtet. Er war besonders heftig in der Gegend von Santo Spirito. In der Provinz Bari gingen große Regengüsse nieder, sodaß die meisten Flüsse aus ihren Ufern traten. Das Wasser drang in viele Wohnhäuser und es gelang den Bewohner nur mit großer Mühe sich zu retten._____________________

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Bora «sichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 19. Juni 1906: Zunächst Aufheiterung und meist trocken. Dann ani Nachmittag stärkere Trübung und Gewitterregen. Warm.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

In dem russischen Kkrenkesiet brodelt es zurzeit mieber ganz unheimlich und e5 bedarf nur noch eines kleinen Anstoßes, daß die kochende Maste über- schäunlt. Immer mehr spitzt sich der innere Konflikt zu und es bat den Anschein, als ob die Dinge sich jetzt auf de§ Mesters Schneide befänden. So oder so, eine Entscheidung muß' eintreten, denn in der bisherigen Weise kann es un­möglich weiter gehen.

lieber die Judenhehen in Bjelostok verlautet, daß ernste Zusammenstöße mit dem Militär statt­fanden. Auf offener Straße liegen viele Tote und Ver­wundete. Es wurde mit Revolvern und Mestern gekämpft. Die verrohte Menge war nicht zu halten. Viele Un­schuldige wurden ermordet. Militär feuerte rücksichtslos auf die rasende Menge.

Ein Komnluniguö der Regierung schildert die Vorgänge folgendermaßen: Am 14. ds. wurden während einer Prozession der Orthodoren mehrere Schüsse auf dieselbe abgegeben. Drei Frauen und zwei Kinder wurden getötet, mehrere Personen verletzt. Dann wurden auf dem Basarplatze zwei Bomben geworfen, ohne daß Menschen zu Schaden gekommen sind. Alsbald brachen Un- nihen in der Stadt aus, die den ganzen Tag andauerten. Es fani zu blutigen Zusammenstößen zwischen Juden und Christen. Ein Volkshaufe begann die Läden der Inden zu plündern, Truppen wurden zur Unterstützung der Polizei herangezogen, wurden aber durch Schüsse empfangen, die von den oberen Stockwerken, Dach­kammern und Dächern der Häuser her abgegeben wurden. Die Truppen erwiderten mit Gewehrfeuer. Um 7 Uhr abends war im allgemeinen die Ruhe wieder hergellellt, aber einzelne Gewehrschüße und vereinzelte Gewalttätigkeiten kamen noch bis zum andern Vormittag vor. In dieser Zeit begannen die Unruhen und die Zusammenstöße zwischen Juden und Christen neuerdings. Mehrere Leute, die sich auf dem Boden eines Hauses gegenüber dem Gebäude der Polizeiverwaltung aufgestellt hatten, schosten von dort aus auf das Polizei- verwaltungSgebäude, ohne jemand zu verletzen. Wie am Abend vorder wurde auf die Truppen gefeuert. Die Plün­derung der Läden der Juden hat aufgehört, die Ordnung ist wieder hergestellt. Die Zahl der Getöteten ist noch nicht genau festgestellt, aber es wird angenommen, daß mehrere Dutzend Menschen umgekommen sind.

Privatnachrichten zufolge sollen über 600 Personen getötet und verwundet worden sein. Mehr als zwei­hundert Magazine und Wohnungen wurden demoliert und ausgeraubt. 6000 Juden flüchteten in die nächsten Wälder. Diejenigen, die sich auf deu Bahnhof retten wollten, wurden unbarmherzig niedergemacht.

Eine hohe russische Persönlichkeit hat einem französ.

Presse-Vertreter erklärt, nach seiner Ansicht habe nicht ein Jude, sondern ein Spitzel der Polizei die Bomben verfertigt und auf die Prozession geworfen. Schon vor einem Jahre sei von der Polizei und dem Militär ein Blutbad unter den Juden Bjelosto''s organisiert worden. Das dies­malige Blutbad sei die Rache für das Attentat der Revo­lutionäre auf den Polizeipräfekten. Im vorigen Jahre sei c9 nicht gelungen, die Bevölkerung in genügender Weife auf­zuhetzen, weil Bjelostok eine Industriestadt und sozialistisch sei. Diesmal aber habe die Polizei besser gearbeitet, indem sie daS Volk in seinen religiösen Gefühlen verletzt habe.

In einem dem Berliner Hilfsverein der deutschen Juden zugegangenen Telegramm heißt es: Höhere Zollbeamte er­zählen, sie hätten selbst gesehen, wie Polizeibeamte den Mordbanden vorangingen. Die Christen waren vorher gewarnt und ausgefordert worden, in ihre Fenster Heiligen­bilder zu stellen. Russische Offiziere teilen mit, die Pro- zession-Imenge habe Feuerwerk explodieren lassen, was die Polizei als Signal zu einer Metzelei benutzte. Durchreisende wurden wiederholt au§ dem Zuge herausgeschleppt und in Gegenwart der Gendarmen und Soldaten totgeschlagen. Juden wurden aus Bjelosiock nicht herausgelassen.

Märkte.

f<*. Frankfurt a. M.» 18. Juni. (Orig.-Telegr. desGießen. Anz.") Amtliche Notiertinaen der heutiaen Fruchtmcrrktpreife. Weizen Mk. 19.0000.00, Kurhessischer Mk. 19.0000.00, La Vlata Mk. 19.5020.50, Kansas Mk. 19.2520.25, Roggen (hiesiger) Mk. 17.2517.50, berste (Wetterauerl Mk. 17.2517.75, Nranken- kelder Mk. 17.7518.25, Hafer 17.0018.25, Mais Mk. 13.2513.50, Weizenmehl 27.0028.00, M. 0000, 2. Qualität Mk. 25.00 bis Mk. 26.00, 3. Qualität Mk. 23.0023.50, Noggenmehl 0 Mk. 2^.5025.00,1. Qualität Mk. 22.5023.00, Weizenklcie Mk. 10.50 bis Mk. 10.75, Roggenkleie Mk. 11.2511.50, Maiskeime Mk. 12.00 bis Mk. 12.50, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 17.2518.25. Alles per 100 Kg. ab hier.

t>. Frankfurt a. M., 18. Juni. (Telegr. Oriq.-Bericht desGieß. Anz/si. Amtl. Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe ftanben: 609 Ochsen, 175 ans Oestreich, 71 Bullen, 1 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 983 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 00 aus Dänemark, 251 Kälber, 281 Schafe und Hämmel, 1355 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schallämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 7880 Mk., 2. Qual 7173 Mk., 3. Qual. 6366Mk.; Bullen l.Qual. 70 bis 72 Mk., 2. Qual. 6869 Mk.; Kühe 1. Qual. 7274 Mk., 2. Qual. 6970 Mk., 3. Qual. 52-54 Mk, 4. Qual. 0000 Mk., 5. Qual. 0000Mk. Kälber: 1. Qual. 96100Pfg., Lebendgewicht 5760 Pf., 2. Qual. 8693 Psg., Lebendgewicht 5255 Pfg., 3. Qual. 00-00 Pfg., Schlachtgewicht 6570 Pfg., Schafe: l.Qual. 78-80, 2. Qual. 0000 Psg., 3. Qual. 0000 Pfg.; Schweine 1. Qual. 7274 Psg., Lebdgew. 57.5000.00 Pfg., 2. Qu. 72-00 Pfg., Lebend- gew. 56.0000 Pfg., 3. Qual. 6567 Pfg. Lebendgeiv. 00 Pfg. Geschäft: bei Hornvieh gut, Neberstand erheblich, bei Kleinvieh gut, keinlleberstand.__

Orrgrsial-Drahtmeldlirrgeir.

ke W i l h e l m s h ö h e, 18. Juni. Heute früh ließ sich vom Frankfurt Hamburger Schnellzug ein nicht weiter bekanntes Liebespaar überfahren.

Berlin, 18. Juni. Die Zerwürfnisse innerhalb der Or­ganisation der Berliner Metallarbeiter haben zur Begründung eines neuen deutschen Metallarbeiter-Verbands ge­führt, womit die Spaltung in dieser stärksten Gewerkschaft per­fekt getoorbert ist. In der konstituierenden Versammlung wurde beanltragt, der neue Verband möge aus seinen Statuten die UnterstützungS-Paragraphen ausscheiden, um nicht als Unterstütz­ungs-Verband, sondern als reine K a m pfes-O r g a n i sa ti 0n nach dem Muster der lokalen Gewerkschaften auf;uitreten. Dieser Antrag wurde aber abgelehnt. Der wesentlichste Unterschied des neuen Verbandes vom alten ist der, daß er niclft unter allen Umständen für den Mschluß kollektivistischer Arbeitsv er träge ist, sondern nur dort, wo dies für die Arbeiterschaft günstig ist.

Hamburg. 18. Juni. Der große Hansa-Preis, der gestern auf der H 0 r n e r R c n n b a h n in Gegenwart des K a i - s e r zum Austtag kam, wurde ümr Weinbergs Festino ge­wonnen. Da-s Auguste Viktoria Jagdrennen gewann Herr M. Lücke mit Rautendelein.

Wien, 16. Jimi. Eine sehr zohlreich besuchte sozialdemokra­tische Versammlung mit der TagesordnungE n 1 s ch e i d u n g s - kamvf für die Wahlreforrx" nahm, nachdem die meisten sozialdemokratischen Abgeordneten das Wort ergriffen hatten, eine Resolution an, melche erklatt, das arbeitende Volk erwarte un­geduldig die gesetzliche Festlegung des allgemeinen Wahlrechts, und es werde der Verschleppung desselbeic mit einem Kampfe begegnen, dessen erster Schritt ein dreitägiger Massen­ausstand in Wien sein werde.

Bjelostok, 17. Juni. Die Ruhe ist heute »nieder hergestellt, obwohl fast die ganze Nacht hindurch Revolverschüffe fielen. Reisende, auch Juden, werden wieder in die Stadt zugelaffen. General Bach ist zum Militärgouverneur ernannt toorben. Bei Kladnua wurde heute ein nach Kalisch fahrender Postwagen von Straßenräubern überfallen. Der Postillion und zwei als Schutzwache beigegebene Soldaten wurden getötet, die Wert- sachen wurden geraubt.

Telefonische

des Giessener Anzeigers, mitg und Indnst

Frankfurter

3J-ae/0 Reichsanleihe . . 99.60 3% do. . . 87.40 3>£°/o Konsols .... 99.50 3% do..... 87 45

3X% Hessen.....99.20

3^°/o Oberhessen . . .. 4% Oesterr. Goldrente. . 100.50 4l/8?< Oesterr. Silberrente 100.60 4 % Ungar. Goldrente . . 95.60 4% Italien. Rente . . . 104,90 3% Portugiesen Serie I . 69.80 3% Portugiesen III 70.25 4%°(0 russ.Staatsanl. 1905 88.40 4japan. Staatsanleihe 94.95 4?z Conv. Türken von 1903 95.90 Türkenlose......143.80

4% Griech. Monopol-Anl. 53.70 4% äussere Argentinier . 90.50 3°/0 Mexikaner .... 70.60

4^°/o Chinesen .... 97.50

Aktien:

Bochum Guss..... 250.60

Buderus E. W . ... 129.30

Tendenz: lustlos.

Berliner Börse, 1

Canada E. B......159.30

Darmstädter Bank . . . 139.40 Deutsche Bank .... 235.60 Dortmunder-Union C. . . 83.50 Dresdner Bank .... 158.20

Tendenz: lustlos.

Kursberichte

teilt von der Bank für Handel ie. Giessen.

rse, 18. Juni, 1.15 Uhr.

1 Elektriz. Lahmeyer . . . 149.50 Elektriz. Schlickert . . . 130.75 Eschweiler Bergwerk . . 262.80 Gelsenkirchen Bergwerk . 219.00 Hamburg - Amerik. Paketf. 160 20 Harpener Bergwerk. . . 215 90 Lanrahtitte...... 240.90

Nordd. Lloyd.....126.70

Oberschles. Eisen-Industrie 129.00 Berliner Handelsges . . 171.40 Darmstädter Bank . . . 139 00 Deutsche Bank . . . 235.30

Deutsch-Asiat. Bank . . 186.60 Diskonto-Kommandit. . . 183.00 Dresdner Bank . . . 157.90 Kreditaktien..... 209.00

Baltimore- und Ohio-

Eisentahn . . . 113.10

Gotthard bahn.....

Lombard. Eisenbahn . . 33.70 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.90 Prince-Henri-Eisenbahn . 151.90

3. Juni. Anfangskurse.

Harpener Bergwerk. . . 215.60

Lanrahtitte ..... 240.40

Lombarden E. B. ...

Nordd. Lloyd.....126.30

Türkenlose . .... 144.20

niLUCWdlll LD llällf Uliy für Kinder, Kranke,Genesende. Verhütet u.beseitigt ^Diarrhoe, Brechdurchfall, Darmkatarrn. |

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