ble franzS fischen Gesetze aufreizen. Wir wollten diesem Briefwechsel ein Ende machen. Der Vatikan will den Krieg gegen daS> französische Gesetz. Glauben Sie, das; der Stieg darin bestellt, das; man immer Schläge bekommt und nicht welche ausleilt? (Heiterkeit.) Wir werden die Religion respektieren, aber die römische Politik werden wir bekämpfen. — Montagnini wurde heute abend an die Grenze gebracht. Der Ministerrat bcschlost, der Kammer den Gesetzentwutf vor- zulcgen, der auf die sofortige Verweltlichung der Kirch en gut er abzielt. Aus mehreren Diözesen liegen Meldungen vor, daß die BischöseinPrivathä user übersiedeln.
Wien, 11. Dez. Die Kommission des Herrenhauses zur Beratung der Wahlreform Vorlage beschloß heute mit allen gegen vier Stimmen die Einführung des Pluralwahl^ rechtes und mit allen gegen eine Stimme die Feststellung des Numerus Causus für das Herrenhaus im Wahlreformgesetz. Es ist dadurch eine ernste, aber noch nicht kritische Situation geschaffen worden.
Newvork, 11'. Dez. Die Bewegung gegen beit Tabaktrust in Kentucky nim'mt ben1 Eharaltcr einer Volkserhebung an. Die Volkswut gegen ben Tabaktrust hat einen solchen Grab erreicht, das; viele G e s rh ä f t ö l ä d e n , welche bte Waren des Trusts verkaufen, in die Luft gesprengt werden. Auch die großen Speicher, in denen der Tahak des Trusts lagert, sind vielfach durch Dynamit vernichtet worden.
Neues aus Nutzland.
In P e t e r s b u r g hat sich aus der Newa in Gegenwart von 2000 Menschen eine Katastrophe ereignet, bei der über 80 Personen ertranken. Die Arbeiter der "Fabrik Thornton mußten einen Brettersteg passieren, um auf das andere User der Newa zu gelangen. Dabei brach der Steg zusammen, während sich 100 Personen auf ihm befanden. Die Arbeiter fielen auf das Eis, das unter ihnen einbrach, wobei sie von der Strömung unter das Eis gerissen wurden. Es gelang, 12 Arbeiter zu retten. .Die anderen sind ertrunken.
In Warschau lourden aus Grund eines gefälschten Checks der Bankfirma Ring u. Herz bei der Staatsbank 45000Rube l erhoben. Verlustträger ist die Staatsbank.
Aus S.uor uuo wno*
Sprechstunden ti. JiCDaii — l . l <• 7—1/28 Uftr abds.
Gießen, den 12. Dezember 1906.
•• Der nationalliberale Verein hielt gestern abend im Neuen Saalbau eine sehr gut besuchte öffentliche Versammlung ab, in der Profeffor Dr. Biermer über die gegenwärtige politische Lage in Hessen sprach. Der Vortrag des Nationalökonomen unserer Landesuniversttät, der auf dem linken Flügel der nationalliberalcn Partei steht, wird in ganz Hessen Beachtung finden und in mancher Beziehung zu lebhaften Erörterung führen. Wir bringen deshalb in der morgigen Nummer die in der Versammlung mit außerordentlich lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen Prof. Dr. Bicrmers wörtlich zum Abdruck. An den Vortrag schloß sich eine sehr anregende Diskussion, an der sich Justizrat Metz, Redakteur Beer-Offenbach, Privatdozenl Dr. Vogt, Rechtsanwalt Kaufmann, Stadtv. B öhm-Osfcn- bach, Kommerzienrat Koch und der Vortragende beteiligten. Wir werden nach beendigtem Abdruck des Vortrages auf die Diskussion näher zurückkommen.
** Der Finan zausschuß der zweiten Kammer erledigte am Dienstag mehrere kleinere Vorlagen und trat in die Beratung der Regierungsvorlage, betr. die Wertzuwachs st euer ein. In der allgemeinen Diskussion über die hauptsächlichsten Bestimmungen dieses Gesetzentwurfes ergab sich die Uebereinstimmung der Ausschußmehrheit mit der Vorlage. Die Fortsetzung der Beratung erfolgt morgen vormittag 10 Uhr. — Der vierte Ausschuß der zweiten Kammer ist heute gleichfalls zur Abhaltung mehrerer Sitzungen zusammengetreten, um die ihm überwiesenen Beratungsgegenftände für die Verhandlung im Plenum fertigzustellen.
♦* Aus dem Bureau des Stadttheaters. In der Abonnementsvorstellung am Freitag findet eine Premiere statt, die weitere Kreise interessieren dürfte. Es gelangt ein neues Drama von Theodor Birt, „Der Er st g e b 0 reue", zur Aufführung. Der Verfasser ist durch seine „Anna von Hessen" hier bekannt geworden, die seinerzeit zur Erinnerung an Philipp ben Großmütigen als offizielle Festvorstellung gegeben wurde: Das neue Werk spielt in Italien in modernem Milieu und behandelt einen interessanten Konflikt in gediegener Sprache.
** 3 n der gestrigenNotiz über das nächste Konzert des Konzertvereins findet sich dreimal der Name Bebner statt Redner. Das Streichquartett von Beethoven ist mcht ,op. 70 in D dur', sondern ,op. 59 Nr. 1 in F dar.
(.) Laubach, 10. Nov. Heute wurde die Chaussierung eines Weges beendet, der von der Stadt etwas entfernt nach der auf der „Hcllenwiese" gelegenen alten Turnhalle führt. Wenn man jetzt, nachdem der Bau einer neuen Turnhalle im Hain für nächsten Sommer beschlossen ist, noch diese Arbeit zur Ausführung bringt, so scheint sich damit das Gerüclst zu bestätigen, daß eine Verzögerung des Projekts eingetreten ist und zwar dadurch, daß mehrere Hausbesitzer im Hain gegen die Lage des vorgesehenen Bauplatzes Protest erhoben haben.
Friedberg, 11. Dez. Auf der Bahn Homburg. Friedberg soll vom 1. Akai ab ein Schnellzugspaar laufen. Zu diesem Zweck verkehrte gestern ein Probezug mit Direktionsmitgliedern aus Frankfurt. Der Zug bestand nur aus vierachsigen Schnellzugswagen und durchfuhr die Strecke ohne Ausentbalt. (Fkf. Ztg.)
Mainz, 11. Dez. Die Bürgermeisterei schlägt folgende Familienzulagen an städtische Arbeiter vor: Mk. 1.50 wöchentlich für verheiratete Arbeiter, ohne Kinder oder mit höchstens zwei Kindern unter 16 Jahren, Mk. 1.75 bei drei und vier Kindern, Mk. 2 bei fünf und mehr Kindern und 75 Psg. für ledige Arbeiter. Verwitwete und geschiedene Arbeiter werden den verheirateten Arbeitern gleichgestellt. Die Zulagen sollen vom 1. April 1907 in Kraft treten. — Der Bürgerverein Gustavsburg ersucht die Negierung und die Landstände, aus Staatsmitteln Gelände anzukaufen zur Errichtung von In du slrie werken und zur Anlage eines neuen Hafens. Durch den staatlichen Geläudeerwecb soll die Privatspekulation ausgeschaltet werden. In der Eingabe werden n. d. Fkf. Ztg. die Zustände der Gustavsburg in ihrer Verbindung mit Ginsheim als unhaltbar bezeichnet. Nur durch das Einschreiten des Staates könnten billige An- lagen zu Jndustriezwecken geschaffen werden.
h. Frankfurt a. M., 11. Dez. Eine hiesige Firma erhielt von einem Kunden in Oberhessen eine Giro-Ueber- weisung im Betrage von einigen Hundert Mark, die nicht int Verhältnis zu der großen Zahlung stand, die der Kunde leisten wollte. Auf Anfrage wurde der Frankfurter Firma der Bescheid, buft der tzauptbetpag des Geldes am Sams
tag in einem Wertbrief, der mit 20000 Mck. der tariert sei, bei der Post in Oberhessen laut vorhandener Quittung aufgeliefcrt wurde. Da der Brief bis heute nicht einge- trosfen ist, hat es den Anschein, als ob er unterwegs in Verlust geraten ist. Untersuchung ist eingeleitet.
X. H a n a u , 12. Dez. In einer heute abend abgehaltenen Sitzung des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung totirbc Stadtrat Hild in Nordhauser: einstimmig zum besoldeten Beigeordneten auf 12 Jahre gewählt. Die ncuaeschafsene Stelle ist mit 6000 Mk. An- angsgehvlt, steigend alle drei Jahre .um 500 Mk. bis 7500 Mk., dotiert.
[1 Marburg, 11'. Dez. In der heute abend abgehaltenen Stadtvcrordnetensitzung wurde der wiederholt, gestellte Antrag, der Oberrealschule ein Reform-Gymnasium nach Frankfurter System anzuglicdern, genehmigt.
** kleine W i t r c i 111 n 0 e n au 2 Hesse n und den N a ch b a r st a a t e n. Den gesanglichen Teil bc8 Elternabends im Knabenb 0 rt, über den in Nr. 289 berichtet wurde, leitete Lehrer F. Görlach, nicht Lehrer A. Kneipp. — In Langsdorf wurde bei der Beigeordnelenwahe Adan: N 0 t h IV., Rechner der Spar- und Darlehnskasse, mit 69 Stimmen gewählt. Abgegeben wurden 77 Stimmen.
im Koffer.
Kassel, 11. Dezember.
In der heutigen Verhandlung gegen den Möoelhändler Meyer wurde - die Beweisaufnahme geschlossen. Der Vorsitzende verlas die den Geschworenen vorzulegende Schuldfrage, die auf Mord in einheitlichem Zusammenhänge mit Raub lautet. Dann begannen die Plaidoyers. Der Staatsanwalt beantragte am Schluß seines ZVsstündigen Plaidoyers, daß die Geschworenen die Schuldfrage bejahen, aber dabei bemerken sollten, es sei nicht erwiesen, daß die vorsätzliche Tötung mit Ueberlegung ausgeführt sei. Danach bleibt also ein schwerer Raub mit tätlichem Erfolg übrig. Der Verteidiger plaidierte für Freisprechung, da die Schuld Meyers nicht erwiesen sei und viele Momente für seine Unschuld sprächen. Zunt mindesten muß man zu einem non liquet kommen. Da die Geschworenen zu einer Verurteilung wegen Mordes nicht würden kommen können und Meyer nur wegen Mordes, nicht wegen Totschlags ausgeliefert sei, so müsse seine Freisprechung nach dieser Richtung erfolgen. Auch die Frage nach Raub müsse verneint werden, weil nach dieser Richtung die Verhandlung nichts Belastendes für den Angeklagten ergeben habe.
Die Geschworenen verneinten die Schuldfrage auf Mord, worauf Meyer auf Antrag des Staatsanwalts wegen schweren Raubes zu 15 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust, Tragung der Kosten sowie Zulässigkeit der Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt wurde.
* Kleine T a g e s ch r 0 u i t. Ain 11. Dezember sind bc einem int Hamburge r Hasen erfolgten Zula m m e n st 0 ß e des Fährdampfers .lllopslock" mit der Motorbarkasse 5 Personen u m g c f 0 m m e n. Sämtliche Verunglückte waren Familienväter. — In Berlin ist der Rechtsanwalt und Rotor Otto Ucker- manu in Konkurs geraten. Wie mitgeteilt wird, betragen die Aktiva Alk. 9232, dagegen die Mündelgelder Mk. 48,000 und die vorrechtlofen Forderungen Mk. 250,000. — Zwischen dem Jiu- I i t f u - P r 0 f e j s 0 r Soyer, und den: Amateur Witzuer fnm es bei einer Produktion in Bordeau zu entsetzlichen Ausschreitungen. Soyer tvurde das linke Auge ausgerissen und Witzner wurde der U n t e rk: e s e r z e r s p r c n g t. Eine strasgerichlliche Unter- uchung ist eingeleitct worden. — In H a l l e a. S. ist der Rentier Wippert, der seit drei Tagen vermißt wurde, ermordet ansgefllnden worden. S e i»: S 0 h >1, der nenlidj schon wegen eines Mordatteutals auf seine Braut zu Gefängnis verurteilt wurde, wurde unter dem Verdacht, den Mord begangen zu haben, verhaftet. — 2lni Grund von umlausenden Gerüchten wurde in © t e 1 n a u (Brandenburg) nod) dem Ausscheiden des langjährigen Stadtkämmerers Hannack eine K a s s e n - R e v i s i 0 n vorgenommen, welche einen Fehlbetrag von rund 1 7000 Alk. ergebet: hat. Tie Unterschlagungen wurden in 10 Jahre:: begangen, während deren die Kassensührung in der vorgeschnebeuen Weise geprüft wurde.
riunst uitö Wissenschaft.
Warmbrunn, 11. Dez. Marie Hauptmann, die Mutter Gerhart Hauptmanns, ist, 80 Jahre alt, in ihrer hiesigen Villa gestorben.
— Professor v. Behrings Programm für bic Bekämpfung der Tuberkulose. mJ würltcmvergischcn Lanbesverein bes deutschen Franenvereins für Krankenpflege in ben Kolonien zu Stuttgart entwickelte Prof. v. Behring aus Marburg am 11. b. M. sein Programm für die Bekämpfung der Tuberkulose. Behring lehrt, daß die entscheidenden Tuberkulose-Infektionen in das Kindesalter fallen und durch Säuglingsmilch erfolgen. Er empfiehlt sein neues Tuberkulosemittel Tulaselaktin in erster Reihe als immunisierendes Tuber- kul0ses chutzmitte l im Säuglingsalter. Da es gelungen ist, nicht blos großen, sondern auch kleinen Tieren durch Verabreichung von Tulaselaktin einen beträchtlichen Schutz gegei: Tuberkulose zu verleihen, so nimmt Behring an, daß die immu- niiierenbe Wirkung des Mittels sich auch beim Menschen bewähren wird. Es herrschte bisher der Irrtum, daß erst im späteren Lebensalter die Wirlüng der Sch'.vindsuchtskeime beginnt. Notwendig sei es, auf das Säuglingsalter als auf diejenige Periode des Lebens hinzuweisen, in der die vorbeugende Immunisierung der Säuglinge auch möglich sei durch Ernährung mit Milch von mit Tulase behandelten Tieren oder durch die Milch ihrer eigenen tuberkuloseimun gemachten Mutter. Die direkte Immunisierung verleihe eine längere dauernde Immunität. In der Skroiulosebehaudlnug sowie in der präventiv immunisierenden Behandlung der Säuglinge werde das Tulaselaktin eine wichtige Rolle spielen. Im Vordergrtmd der Bekundung stehe die Entfernung der Säuglinge aus den Wohnungen tuberkulös belasteter Familien, in Säuglingsheime, wo die Behandlung be- ginnen muß.
Gerichtsßaat.
Darmstadt, 10. Dez. Ein durch seinen unbändigen Jähzorn veranlaßtes traaischcs 0/eschick führte heute den weißbärtigen, 59 Jahre alten Witwer Jakob Bickelhaupt II., Schmied und Fuhrmann aus Gcdernheim i. O., auf die Anklagebank des Schwurgericht s. Er ist angeftagt und geständig, s e ine eigene 15jährige Tochter getötet zu haben. Der Angeklagte hatte am Abend des 30. Sept. b. I. mit zirka 20 Bekannten und Verwandten die Hochzeit eines seiner Söhne gefeiert und dabei des „Guten" sehr viel getan. Bis 2 Uhr nachts herrschte in der Gesellsch'tt die fröhlichste Stimmung, der bann eine furchtbare Bluttat p.ötzlich ein Ende machte. Die Tochter Babette hatte vor einiger Zeit mit einem jungen Burschen ein Verhältnis angeknüpst, das, wenngleich wohl nur harmloser Natur, doch dem Vater viel Äerger und Verdruß machte. Als nun in der Nacht die Tochter sich längere Zeit von der Gesellschaft entfernt hatte, schöpfte er Verdacht, obgleich der Bursche gar nicht bei der Hoch-zeit war, und als das Mädchen, das nur einigen Kindern Wein und Kuchen gebracht hatte, erst nach einigen vergeblichen Rusen des Vaters wieder die Treppe heraufkam, packte ihr: der Jähzorn so, das; er fein Messer nahm und der Tochter emen tiefen Stich in die Brust versetzte. Unmittelbar nach der Tat kan: den: Unglücklichen die Ueberlegung wieder, ec stürzte zu der Gesellschaft zurück und rief dort verzweiflungsvoll, daß er seine Babette gestochen habe. Man solle nun auch ihn töten, wenn seine Tochter sterbe,» ivotle auch er sterben. Wie die heutige Beweisaufnahme ergab, ist die Babette seine Lieb- lingstoci ter gewesen und seine Reue über die Tat mar tief und aufrichtig. Das Mädchen verstarb 13 Tage nach der Verwundung. Der Angeklagte wird von den Zeugen als ein höchst jähzorniger und leicht erregbarer Mensch geschildert i er ist auch schon in: Jahre lo9/ wegen Ltörperverietzuug mit tödlichem Aus
gang zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Nach Aussage der Sachverständigen ist die Tat bei verminderter Zurechnungs- sähigkeit erfolgt. Die Geschworenen billigten dem Angeklagten mildernde Umstände zu, worauf er zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt wurde.
Zweibrücken, 11. Dez. Das Schwurgericht sprach ben Adjunkten Schmidt aus Germersheim, der feine Frau wegen Ehebru ch § nut dem Oberleutnant Roeder erschossen hatte, unter dem Bestall des Pubttkums frei. Roeder hakte in einem in gleicher Angelegenheit angestrengten Prozeß einen Falscheid geleistet, wegen dessen er zu neun Monaten Gefängnis und zur Dienstentlassung verurteilt worden war.
Vmnifcbtes»
• D i e neuesten Eisenbahn Unfälle. Ain 11. Dez. fuhr auf der Strecke Eilenburg-Torgau bei der Station Slünze eine einzelne Lokomotive einem Güterzug in die Flanke, wodurch 17 Achsen entgleisten. Mehrere Wagen wurden vollständig zertrümmert. Verletzungen erlitt ein Lokomotivführer. — In Frankfurt n. Oder fuhr ein Zug mit zwei Maschinen in ben Bahnhof ein. Auf demselben Gleis stand ein Güterzug, dem er in die Flanke fuhr. Drei Wagen des GüterzugeZ wurden zertrümmert. Ein Maschinist des einfahrenden Zuges erlitt eine so heftige Erschütterung, daß er ohnmächtig wurde. — .Auf der im Bau begriffenen Eisenbahnlinie Körmend-Mura- Szoknbat in Ungarn stieß ein Schotterzug mit einem Materialzug zusammen, wobei 18 Arbeiter, unter diesen acht lebens-- gefährlich verletzt wurden.
* Berlin, 11. Dez. Als die Hofopernfängerin Emmy Deftinn sich von ihrer Wohnung in» Wagen nach dem Opernhaufe begab, stieß an: Brandenburger Tor ein entgegenfahrendes Automobil heftig mit ihrer Droschke zusammcn. Hierbei erlitt die Künstlerin an drei Fingern der rechten Hand durch umhersiiegenbe Glassplittern Schnittwunden. Sie wurde durch den Vorfall aufs höchste erschreckt und begab sich nach Hause, gedenkt jedoch heute bereits als .Salome" wieder aufzutreten.
Lttrchttche Nachrichten«
Donnerstag, den 13 Dezember, abends 8 Uhr, im Markus- faal, K:rchstr. 9: Bibetstunde. (1. Timoth. Kap. 5.)
Pfarrer Schwabe.
Eingesandt.
Für Form uno Inhalt aA:. . nur ....r Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktt - d.nr Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Einer, der viel reist, mochte tragen: ^Warum haben wir nun doch nach dem neuen Tarif die S ch u e l l z u <1 s z u s ch l ä g e Auch die vierte W a g e >: k l a s s e ist aus dem Schnellzugsverkehr ausgeschlossen. Wir wollen ja nicht an das Wohlwollen der Eisenbahnbehörde appellieren, sondern an ihren Egoismus. Stellen sich beim die Schnellzüge nicht bedeutend billiger für den Staat, wie die Perjoneuzüge ? Nehmen wir die Strecke Frank'urt— Kassel, die der Schnestzug in 31/,, der Perfouenzug in 6 Stunden durcksiährt. Vierzigmal muß der Per'onenzug zum Stehen gebracht werden, vierzigmal muß die Lokomotive beioudere Anstrengungen machen, bis die Geschichte wieder im Schwung ist. Der Schnellzug dagegen kam: an 32—34 Stationen vorbeisahren, ohne zu hallen. Für das Personal ist eine Fahrt im Personenzug fast ein Tagewerk, wahrend das Cchnellzugspersonal das Doppelte leisten kann. Außerdem kam: die Strecke, wenn ein Zug 6 Stunden aus ihr herumliegt, nicht so ausgenützt werden und ist die Betriebssicherheit nicht so groß, als wenn eiii Zug in 3V, Stunden am Ziele ist. Weshalb erschwert man nun den Schnellzugsverkehr durch den ungerechten Zuschlag? Sollte es nicht im eigenen Interesse der Verwaltungen liegen, daß so viele Schnellzüge wie möglich eingerichret werden können, weil sie ja dadurch viel mehr Geld einnehmen. Wenn ein Arbeiter für 31/, Stunden Arbeit so viel bekommt wie für 6, so wäre er doch sehr dumm, wem: er lieber 6 Stunden sich plagen wollte. Daß man die 4. Klasse aus dem Schnellzugsverkehr ausschaltet, Halle :ch außerdem für ein Unrecht an den: geringen Alaune. Wem: der Schnellzug bedeutend billiger ist :vie der Personenzug, warum will man nicht die Wohltat des Schnellzuges dem armen Mam:e zukommen lassen?
Der Herr, welcher allnachtl:ch die untere 5 i e b i g ft r a b e passiert und dabei die Einwohner durch lautes Gebrull und „Arnold"ruien aus dem Schlafe weckt, wird dringend ersucht dies zu unterlassen, anderensalls Anzeige wegen Ruhestörung gegen ihn erfolgt. Sein Nan:e ist bereits feftgefteflt. X.
Gießener Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung für Hessen am Donnerstag, den 13. Dezember: Meist trüb. Niederschläge, Schnee und Regen. Ziemlich mild. Tauwetter. Mäßige westliche Wi>:de.
QanOd riird Verkehr, Volkswirtschaft.
4°/0 Hessische Staatsanleihe. Tas Ueberuahmekon- sortium der Anleihe, das unter Führung der Kgl. Seehandlung sieht, versteht es aus der Zeit des Anlagebedaris Nutzen zu ziehen, denn es legt einen Teil der neuen 4\ hessischen Staatsanleihe von 1906 in: Betrage von 20 Mill. Mk. bereits am 15. ds. Mts. zur Zeichnung auf und zwar zum Kurse von 102,75 °/$. Die Zulassung der 9lnleihe au der Frankfurter und Berliner Börse sind beaittragt. Ter Erlös der Ailleihe dient für Eisenbahnzwecke und zur Deckung sonstiger außerordentlicher Bedürfnisse des Staates. Eine Tilgung nach bestimmten: Plan ist nicht vorgesehen. Dem Staat ist das Recht Vorbehalten, die Anleihe von: 1. Januar 1913 ab ganz oder teiüveise zur Pari-Rückzahlung zu kündigen.
Telefonische Kursberichte
des Giessener Anzeigers, imtgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen.
Frankfurter Börse
3%e/0 Reichsanleihe . . 98.05 3% do. . . 87.20 3^°/0 Konsols ...» 98.05 3% do. .... 8715 3>j0/0 Hessen 97.— 3}$e;0 Oberhessen . . . —.— 4 % Oesterr. Gold reute. . 100.00 4Oesterr. Silberrente 100.40 4 % Ungar. Goldrente . . 96.30 4?o Italien. Rente . . . 102.80 3?b Portugiesen Serie I . 69.65 396 Portugiesen „ III 69.80 4 0 rnss. Staatsaul. 19U.) 90.60
4xAq ö Japan. Staatsanleihe 93.90 4 96 Conv. Türken von 1903 94.20 Türkenlose —.— 4% Griech. Ilonopol-Anl. 52.60 4% äussere Argentinier . 89.25 3°;0 Mexikaner . . . 67.00
4>s °/o Chinesen .... 96.60
Aktien:
Bochum Gass 243.00
Buderus IS. W ... 131.60
Tendenz: still.
12. Dezember, 1.15 Uhr.
Elektriz. Lahmeyer . . 140.50
Elektriz. Schlickert . . . 121.20 Eschweiler Bergwerk . . 250.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 228.00 Hambnnr-Amerik. PaketL 159.40 Harpener Bergwerk. . . 213.50 Lanrabütte ..... —.— Nordd. Lloyd .... 131.50 Obe: seid es. Eisen-Industrie 126.80 Berliner Handelsges . 174.40 Darmstädter Bank . . . 140.00 Deutsche Bank . . . 24 .'.40
Deutsch-Asiat. Bank . . 173.80 Diskonto-Koimnandit. . . 186.40 Dresdner Bank . . . 158.60
Kreditaktieu 217.80 Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn . . . 120.90
Gotthardbahn — Lombard. Eisenbahn . . 36 00 Oesterr. Staatsoahn . . . 146.50 l'rince-llenri-Eisenbahn . 154.50
lilerliner ifiörse, 12. Dezember. Anfangskurse.
Canada E. B 199.70
Darmstädter Bank . . . 140.00 Deutsche Bank .... 242.60 Durtuninder-L’nion C. . . 84.7u Dresdner Bank . . . 158.50
Tendenz; —.
Harpener Bergwerk. . . 213.20 Lanrabütte . —
Lombarden E. B. ... 36.20
Nordd. Lloyd .... 131.50
Türkenloae ..... 145.20


