sammcn zubring en, und jetzt steht man vor dem stümperhaften Werke unb sieht: es ist nicht gut so!
Tie Unzufriedenheit mit der Art von Steuerreform, wie sie hier Kompromißschwärmer zusammengebracht haben, ist allgemein, und die Negierung wird sich der Erkenntnis nicht verschließen können, daß das Geleistete auf keinen Fall für die Tauer fortbestehen kann. Je eher diese Finanzreform wieder von der Bildfläche verschwindet, desto besser für das Volk, und desto besser für die Finanzen des Reiches. Ter Bierkrieg mag ausgehen, wie er will, aber er beweist der Regierung, beweist den Gesetzgebern, daß sic sich auf einem Irrweg befunden haben.
Man kann leider nicht erwarten, daß im Handumdrehen die neuen Steucrgesetze wieder beseitigt werden, aber man Muß fordern, daß cs in absehbarer Zeit geschieht. Wir geben der Regierung zu bedenken, daß ein weiser Mann einen falschen Schritt wieder zurückgeht, wenn er cingeschcn hat, daß der Weg in die Irre führt. »
Bochum, 15. Aug. Die dein rheinisch-mestsälischen Verbände nngeschlosseueu Brauereien versandten beute ein Schreiben an die Wirte, worin die Erhöhung d e S Bierpreises nm 1 Mk. pro Tonne vom 1. September ab bekannt gegeben wird. Ter Aufschlag wird mit der Brausteucr, den höheren Zöllen und den Lohnerhöhungen begründet.
Leipzig, 15. Aug. Der hiesige Brnnereiverein beschlos; trotz des sozialdemokratischeii Protestes niid der Boykoltaudrvhuug an der Bterpreiserhöhung festzuhalten.
Jena, 15. Äug. Infolge der Bierverteueruiig boykottierten sämtliche Flascheubierhäudler die hiesige Stadtbranerei.
politische CcrgesdcbE.
Studentische Ehrengerichte.
Wir haben ('Dir. 188) bereits den Duellfatl erwähnt, der em 10. d. Mts. vor der Strafkammer- ju Halle a. S. verhandelt wurde und die Erwägung der Urteilsbegründung hervorgehoben, das Ehrengericht habe den Zweikampf mit verschuldet. Jetzt schreibt dazu die „Köln. Ztg.":
Tiefe Gerichtsverhandlung entrollt ein recht trübes Bild uem der Tätigkeit der studeiitischen Ehreiigerichte, rind die öffentliche Meinung wird an beit dabei zutage getretenen Mißständen um so weniger vorübergehen, als sie sich mit ähnlichen Vorgängen in unserem Offizierkorps stets aufs lebhafteste zu beschäftigen pstegk. Man ivirb nun aber anerkennen niüssen, das; kein Duell zwischen Offizieren stattfiiiden kann, ehe nicht das aus gereiften, eine verantwortliche Stellung bekleidenden Mniinern zusammen- gefetzte Ehrengericht den Ehreiihandel genau untersiicht und jeden möglicheii Vermittelungsversuch unternommen hat. Tie heilsamen Wirkungen dieses Verfahrens sind beim auch bentlicl) aus bem starken Rückgang bei- Zabl bet Tuelle im Ofsizierkorps zu erkennen. Weit zahlreicher sind aber die Tuelle — von den Schlägerinensiiren ifei hier abgesehen — unter den Akademikern und ganz besonders •unter den Studenten. Ter deiitsche akademische Bürger steht in seiner übergroßen Mehrzahl im Älter von 18 bis 24 Jahren. So 'junge Leute, die noch keine ausreichende Lebenserfahrung erworben haben, die noch keinerlei verantwortliche Stellung bekleiden, in der sie der Kontrolle und Führung älterer und erfahrener Kollegen unterstehen, urteilen als Ehrenrichter über Gesundheit und Leben ihrer Kommilitonen. Wie sie zuweilen urteilen, lehrt die initgeteilte Gerichtsverhandlung. Tie der Rechts'akultäl angehöreuden unter diesen jungen Leuten haben die Aussicht, nach erfolgreicher Beendigung «ihrer Studien zum Referendar aufzurücken. Rach weiterer vierjähriger Tätigkeit als Referendar werden sie, weiin sie das Examen bestehen, zum Assessor ernannt, und jetzt er ft hält sie der Staat für "reif, als Beisitzer im Kollegium unter Leitung älterer Richter richterliche Funktioneii aiiszuüben. Ter Student, der znni Zivei- ikanipf herausgesordert oder von einem Kommilitonen so schwer ibeleibigt wird, daß er, will er nicht die Verachtuiig seiner Kom- militonen auf sich laden, den Gegner heraiissordern mus;, hat also nicht, wie der Offizier, eine immerhin ausreichende Bürgschaft, daß "der Sachverhalt genügend klargestettt und alles versucht wird, um jbeii Zweikampf zu verhindern. Im Gegenteil, die studentischen Ehrengerichte lassen ihn vielfach leichtfertig zu und führen ihn gar herbei. Mit Recht sagte der Verteidiger im oben erzählten Prozesse, bei studentischen Ehrengerichten herrsche leider ein gewisser Formalismus. Möglichst kurz angebunden sein, sich nicht erst auf lange' Erkläruiigen einlassen, gelte für forsch unb schneibig. So werde durch stolze Kürze der eigentliche Zweck des Ehrengerichts, hnSgleichend unb uermittelub zu wirken, leicht vereitelt. Ein solches •Verfahren entspricht ba, wo es sich um bas Lebeii eines Mitmenschen handelt, nicht der Würde und dem Bildtingsgrabe junger Männer, bie als die Blüte der Ration gelten möchten, unb es wird immer jbringenber zur Notwendigkeit, das; die studentischen Anschauungen in dieser Beziehung einer Revision unterworfen werden, die ein leichtfertiges Spiel mit bem Leben in bemselben Maste ausschliestt, ivie es durch das Einschreiten des Kaisers nn Ofsizierkorps geschehen ist.
*
Deutsche Gastlichkeit.
Von der östlichen Grenze kommt die Meldung, daß bei 'russischen Flüchtlingen, die auf deutsches Gebiet übertreten, •der Nachweis über ein Vermögen von 400 Mk., bei Kindern von 300 Mk. verlangt wird. Oppositionsblätter, die ganz ausnehmend mit den ruß'. Bombenwerfern sympathisieren, obwohl diese mit dem Kampf um die wirkliche Freiheit recht wenig ztt tun haben, knüpfen daran Bemerkungen über deutsche Gastfreundschaft, die ntir den Vermöglichen getvährt lucubc. Es ist auch uns nicht erfreulich, daß man zu dieser Maßnahme gegriffen hat, denn wir haben ^Bedauern mit den Armen, die wieder in die Hände der Schergen zurück müssen, denen sie bereits entronnen zu sein glaubten. Aber man wird der preußischen Negierung attch nicht ganz unrecht geben, wenn sie die Grenzen vor Scharen von Bettlern schließt, die dem deutschen Reich nur zur Last liegen können, bis sie schließlich doch wieder abgeschoben werden müssen. Die Erfahrungen, die man mit russischen Einwanderern gemacht hat, sind durchaus nicht erfreulich getvesen und haben zu einer enormen Anzahl von Ausweisungen geführt, tveil man sich eben nicht mit vermögens- und erwerbslosen Leuten belasten konnte. Die englische Eimoanderungsbill, und die strengen Gesetze der Vereinigten Staaten in dieser Richtung sorgen auch dafür, daß englischen und amerikanischen Boden nur betreten darf, wer sich im Besitz von Mitteln befindet, die ihm wenigstens für einige Zeit Subsistenz bieten. Nun handelt es sich allerdings deutscherseits insofern um einen anderen Fall, weil arme „politische Verbrecher" in Frage kommen, die jenseits der russ. Grenze das Verderben erwartet. Slber kann man hier Ausnahmen machen? Kann man insbesondere nachprüfen, ob die Leute nach unseren Begriffen nichts Unrechtes getan und nur der Sache der Freiheit gedient haben? Nein. Und darum wird, so schwer uns das auch ankommen mag, die preußische Einwanderungspolitik gebilligt werden müssen. Pflichten hat jeder Staat zunächst gegen sich selbst.
Ans Stadt nnd Land.
Gießen, den 16. Aug. 1906.
* • Neue Ruhebänke sind nun endlich, vorerst an %er Ost- und Südanlage, wie mir flüchtig zählen konnten, in einer Anzahl von 12 Stück, von der städtischen Ver
waltung aufgestellt. Wie wir hören, wird deren Zahl bis auf 30 vermehrt werden. Die Sitzgelegenheit, welche übrigens den; Schutze der Bürgerschaft empfohlen sein mag, wird, wie wir beobachten konnten, recht fleißig benutzt. Droben am Schillerstein werden hoffentlich die nächsten Bänke aufgestellt werden. Jenes friedliche Plätzchen eignet sich ganz besonder? zu beschaulicher Ruhe und verdient eine Stätte der Andacht und Weihe zu werden.
* • lieber eine technische Novität von großer Bedeutung und Tragweite wird uns geschrieben: Eine Pumpe mit unbeschränkter Saug höhe (Patent Schiffmann-Gießen) ist dieser Tage durch Maschinenfabrikant Kleinholz aus Limburg in dessen Fabrik aufgestellt worden. Die Patentpumpe zeichnet sich durch einen verhältnismäßig geringen Kraftverbrauch aus unb bedeutet für die Wasscr- förbevimg aus Tiefbrunnen einen überaus großen Fortschritt; da bei seitherigen Pumpanlagen da? Wasser nur aus einer Tiefe von höchstens 8 Meter angesaugt werden konnte, während die Saughöhe dieser Pumpe, wie versichert wird, unbegrenzt sein soll. Es kann daher nach dieser neuen Erfindung der Antrieb für Pumpen beliebig weit vom Brunnen entfernt angelegt werden, während seither bei einer Brunnen- tiefe von mehr als 8 Meter die Pumpe in den Brunnen versenkt werden mußte.
* * Das Attto in Hessen. In Hessen sind die Automobile noch selten. Das ergiebt sich ans der Statistik über die Ergebnisse der Autosteuer. Sie erbrachte 1905 im ganzen 4577 Mk. Im Kreise Darmstadt wurden 1160 Mk. erhoben; es folgen Offenbach mit 835, Mainz mit 610, Worms mit 425, Bingen mit 360, Gießen mit 190 Mk. 2C. In den Kreisen Büdingen und Heppenheim giebt eS keine Automobile. Welch angenehmer Zustand für die Bewohner!
- o- Langsdorf, 15. Aug. In einigen Tagen findet hier die Bürgermeisterwahl statt und eS wird lebhaft agitiert für einen neuen Kandidaten.
k. Hungen, 15. Aug. Eine Ernte wie die diesjährige erinnern sich selbst die ältesten Leute nicht erlebt zu haben. Man ist emsig daran, den reichen Segen unter Dach zu bringen ober auf Schober zu schlagen. Ebenso günstig sind die Aussichten für die Grummet- und Nübenernte. Hoffentlich profitiert auch der Geschäftsmann von diesem Segen.
Eich in Rheinhessen, 15. Ang. Ein ebenso erbitterter ivie kostspieliger W a h l k a m p f hat mit der hiesigen Bürger- m eist er wähl sein voraussichtliches Ende gefunden. Alsbald nach dem' Ableben des langjährigen Bürgermeisters Menger spaltete sich die etwa 1900 Seelen starke Einwohner- schast in zwei sich sehr schroff gegenüberstehende Heerlager, die „Roten" und die „Schwarzen", die sich einerseits für die Kandidatur des Herrn Leo Menger, eines Sohnes deS verstorbenen Bürgermeisters, andererseits für diejenige des Spar- kassen-Ncchners und llntererhebers Johann Walter Krebs entschieden. Seit vier Wochen floß das Freibier und b er Wein in Strömen, selbst die Frauen und Kinder sorgten mit großen Gefäßen für ihren Teil. Da nach altrheinhessischem Spruch der Tropfen aber erst richtig mundet, wenn der Bissen nicht fehlt, so ivar auch die ganze Zeit her für freie Fourage bestens gesorgt. Kein Wunder, daß es zwischen den beiden Heerlagern fast tagtäglich zu solennen Keilereien kam, sodaß öfters, wie am Freitag abend erst, die Gendarmerie einschreiten und eine Verhaftung vornehmen mußte. 9?ad) absolut glaubwürdigen Angaben wurden bis zum Wahltage selbst weit über 4000 Mk. vertrunken, verraucht und verproviantiert. Der Wahlsieg selbst kostet mindestens noch einmal soviel, denn ein Kandidat soll für den Fa ll des Sieges fünf volle Stück Wein de- voniert haben. Die Wahl endete mit dem Siege des Herrn L. Menger, der 237 Stimmen erhielt, während sein Gegner es nur auf 185 Stimmen brachte. Da der bisherige Adjunkt, Brauereibesitzer Bechtel, demnächst bestimmt von seinem Amte zurücktritt, so hat die Einwohnerschaft die neue Aussicht auf eine feuchtfröhliche Adjunktenwahl.
Weilburg, 15. Aug. Bei dem Einzüge des Prinzen Eitel Friedrich am nächsten Sonntag in unsere Stadt zur Tausendjahrfeier wird der Kriegeroerband des „Ober- lahnkreiseS" mit ca. 2000 Mann vom Bahnhofe bis zur steinernen Brücke Svalier bilden. Ein elektrischer Beleuchtungswagen mit Scheinwerfer trifft von Frankfurt hier ein zur besseren Beleuchtung des Bahnhofs während der Festtage. Die Rudervereine Gießen, Wetzlar, Weilburg, Limburg und Ems haben ihre Teilnahme an einer Auffahrt zugesagt. Es nehmen über 20 Boote mit etwa hundert Ruderern teil: 2 Dichter, 12 Vierer, 1 Doppelzweier, • 3 Zweier und 3 Einer. Tie Geschwister Moritz haben der Stadt ein „Goldenes Buch" anläßlich der Tausendjahrfeier gestiftet; ebenso Hofrat Herz einen Becher, au5 dem dem Prinzen der Ehrentrunk gereicht wird. Gestern war eine Probeaufstellung des historischen Festzuges. Bei dem Zug wirken 650 Per- sonen, 6 Musikkapellen und 60 Pferde mit. Die Kostüme werden von den Kunstinstituten Mainz und Düsseldorf geliefert.
** Kleine Mitteilungen a i, s Hessen und den Nachbarstaaten. In Haiger ist der Direktor Michel von der Minerva-Hütte ans der Jagd verunglückt, indem sich sein Gewehr durch einen unglücklichen Zufall entlud. Der Schutz zerschmetterte ihm den Kopf. Spaziergänger fanden die fast unkenntliche Leiche.
Vermischtes.
* Vergiftet. Unlängst starb im Hospital in Pittsburg (Amerika) Henry Deckenbach, Schankwärter einer Wirtschaft der in dem Schankzimmer der Wirtschaft in bewußtlosem Zustande, anscheinend den Folgen einer starken Nar- kotik, aufgefunden worden war. Tie von den Doktoren Weber und Schildecker vorgenommene Autopsie der Leiche ergab, daß Deckenbach vergiftet worden ist. Der aus so gräßliche Weise Ilmgekommene war ans Mittelseemen (Großherzog- tum Hessen) gebürtig, und stand im Alter von 37 Jahren. Er hinterläßt seine trauernde Gattin, Eathar. geb. Arneht, ein Kind, seine betagte Mutter und fünf Geschwister.
* Der neueftc (Sifenbal)nunfa(f. Infolge falscher Weichenstellung stießen zwei Züge auf der Straßenbahn Heidelberg-Wiesloch zusammen. 6 Passagiere, der Kontrolleur und zwei Schaffner wurden zum Teil schwerverletzt.
* Bei dem Unwetter in Solingen (vergl. unsere gestrigen Telegramme) wurden 70 Häuser zerstört.
Verletzt sind 72 Personen, davon drei schwer, eine tätlich. Die kleine Ortschaft Müngsten mit dem Bahnhof ist vollständig zerstört. Eine alte Tannen-Allee im Morstale wurde vollständig niedergerissen. Die Ortschaft Schaarfhausen wurde bei dem Unwetter ebenfalls mitgenommen. Mehrere Häuser liegen in Trümmer; 5 Personen, die in einer Schleiferei arbeiteten, wurden teils schwer, teils leichter verletzt. In Remscheid sind mehrere Fabrikschornsteine eingestürzt.
* Eine mußte sterben. Ein Weiberzweikampf mit furchtbarem Ausgang fand vor einigen Tagen in Cadiz statt. Ein Wagenlenker unterhielt mit zwei Mädchen, die unter dem Namen „La Nnbia" (die Blonde) und „Celi" stattbekannt sind, intime Beziehungen. Da beide ihren Galan leidenschaftlich liebten, er auf keine von ihnen verzichten wollte, begannen die Mädchen sich furchtbar zu hassen. Sie kamen zu der Ueberzeugnng, daß eine von ihnen überflüssig sei. So wurde denn beschlossen, den Streit in einem regelrechten Zweikampfe mit Messern auszutragen. Um Mitternacht trafen die beiden Kämpferinnen auf der verabredeten Stelle am einsamen Meeresstrande ein. Der Kampf begann und wurde mit einer Leidenschaft und Wildheit geführt, wie es selbst unter rohesten Männern unbenfbar ist. Gleich wütenden Bestien schrieen und heulten die beiden Furien, so daß Fischer in der Ferne auf sie aufmerksam wurden und schnell herbei- eilten. Celi lag auf dem Boden unb röchelte nur noch leise, während „die Blonde" auf ihrem sterbenden Körper kniete und ihr Messer mit Wucht und Grimm in den Leib, die Brust und das Gesicht ihres Opfers begrub. Es kostete Mühe, die Megäre, die selbst aus vielen Wunden blutete, von der Leiche ihrer Nebenbuhlerin zu trennen. Den herbeigekommenen Polizisten sagte sie in Ruhe: „Nehmt mich gefangen, ich leiste keinen Widerstand. Ich habe sie getötet; denn eine von uns mußte sterben."
* 21 ud) Couleur. Die Rudolstädter Techniker erlaffen folgende Bekanntmachung:
„Die geehrten Bewohner von Rudolstadt und Umgegend, besonders von Saatfeld und Blankenburg, werden darauf aufmerksam gemacht, daß hier mehrere Friseur« und Anstreicher-Gehilfen-Vereine bestehen, die Couleur tragen: weiße, blaue, rote, grüne, graue Mützen und Farbenbänder. Da diese Leute von nicht eingeweihten Personen meistens für Studierende des Rudolstadter Technikums gehalten werden, ist es an« gebracht, darauf hinzuweisen, daß man bei eventuellen Vorkommnissen auf Vorzeigung der von der Direktion deS Technikums und der Potizeiver- waltung nuterschriebenen Ausweiskarte dringen möge."
* Kleine Tage sch ronit In Stuttgart stürzte sich eine Fran mit z w e i K i n d e r n von 3 und 5 Jahren in den Neckar-Kanal und ertrank mit einem der Kinder, während das andere gerettet wurde. — In Z ü r i ch wurde der Kaminfeger- gesette Ernst Dörflinger von Säckinqen verhaftet, da er sich über den Erwerb einer größeren Geldsumme uicht ausweifen konnte. Er sott gestanden haben, daß er vor einiger Zeit bei Waldkirch mit einem Komplizen einen unbekannten Mann ermordet und verscharrt habe. An der betreffenden Stelle wurde auch tatsächlich eine Leiche gesunden. Näheres wird die Untersuchung ergeben. — Jin Dorfe Massen bei Finsterwalde erlitt die 9jährige Tochter des Invaliden Köhler, die von ihren aus dem Felde arbeitenden Eltern nach der Wohnung vorausgeschickt war, um Feuer anzu- zünden, durch die Explosion einer P e t r o l e u m k a u u e schwere Brandwunden. Ihr Vater, der bei seiner kurz darauf erfolgenden Heimkehr das lichterloh brennende Kind bemerkte, stürzte sich auf dieses, um die Flammen zu ersticken, und erlitt ebenfalls schwere Brandwunden. Vater und Tochter wurden in das Finster- walder Krankenhaus gebracht, wo sie nachts ihren Verletzungen erlegen sind. — Die Zuckerfabrik Münster bei Cannstatt steht in Flamme n. Ein großer Teil der Fabrikanlagen ist bereits eingeäschert. Tie übrigen Gebäude sind nicht mehr zu retten. Leider erforderte der Braud auch Menschenopfer. Zwei Arbeiter wurden t o t aus den Flammen gezogen. 25 Arbeiter trugen Verletzungen davon. Der Schaden wird aus über l1/, Mitt. geschätzt. ’i
22. deutscher landwirtschaftlicher Geuossenschaftstag.
I.
(Unberechtigter Nachdruck verboten.)
8. u. H. Olden b urg , 15. Aug.
Ter Neichsverband der Deutschen landwirtschaftlichen Genossen- schäften, dem heute nicht nur fast sämtliche landwirtschaftlichen Genossenschaften des Reiches, sondern auch die deutschen Raiffeisen- verbände in ihrer Gesamtheit augeschlossen sind, trat heute hier zu ordeutlicher Generalversammlung zusammen. Test Vorsitz führt der Präsident der Zweiten hessischen Kammer, Geh. Rat Haas- Darmstadt, während der Großherzog von Oldenburg das Ehrenpräsidium der Tagung übernommen hat. Zunächst hielten die Ver- baudsrevisoren, die Molkereiinstruktoren und die Ausschüsse der Kassen des Verbandes ihre Sitzungen ab, mit denen Besichtigungen der Molkereigenossenschaften des Oldenburger Landes verbunden waren. Es sind dies die größten in Nordwestdeutschland und sie sind mit den besten maschinellen Einrichtungen versehen.
Sport.
T Am vorigen Sonntag standen sich die 1. Mannschaft des Gelnhausen e r Fußballklubs „® e r m a n i a" und die 2. Mannschaft des „Gießener B a 11 s p i e l k l u b s 1904" im Wettspiel auf dem Trieb gegenüber. Trotzdem Gießen sich überlegen zeigte, konnte es nur das schlechte Resultat 3: 2 Tore herauc'- bringeu. Dem Spiel wohnte eine angemessene Schar Zuschauer bei.
Qanöcl rrnd Verkehr, Volkswirtschaft.
Vom Internationalen Geldmarkt. Alle Erscheinungen deuten darauf hin, daß die Lage des Geldmarktes sich eher verschärft wie mildert. In London ging am Dienstag der Privatdiskont nm Vs Prozent in öie Höhe unb darauf wird geschlossen, daß sich auch in London wieder ein gesteigerter Geldbedarf geltend macht. Die Börse glaubt wohl nicht mit Unrecht, in diesen Vorgängen, zu denen auch der Ankauf von V, Mill. Lstr. Barrengold in London für die Deutsche Bank kommt, die ersten Vorbereitungen für den Hcrbstbedarf zn erblicken. Daß so früh damit begonnen wird, läßt wieder darauf schließen, daß die Bedürfnisse sehr umfangreich werden. Amerika ist dabei mit Erfolg bestrebt, feinen infolge der guten Ernte und des andauernden industriellen Aufschwungs sehr großen Bedarf an Geld in Europa zu decken. Dieser Umstand erweckt wieder größere Besorgnisse für die fernere Entwicklung der Geldverbältnisie.
BraMt-Seide v 1.35pf.«t
D4/i — Zollfrei! — Muster an Jedermann! —
Seidenfabrikt. Heiineberg, Zürich
Mondamin-Milchspeise ist eine ausgezeichnete Nahrung für Kinder nach dem Zahnen.
Mondamin verhindert das schnelle Gerinnen der Milch im Magen, so daß sie leichter verdaulich wird.
Mondamin wird von Aerzten hierzu gern empfohlen. — ......... —.....— - -
hllrlnglsches
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Technikum Jimenau sääs
Lehrfabrik S318/„


