Erstes Blatt
Montag 15. Oktober 1906
156. Jahrgang
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Verantwortlich für den polit. und allgern. Teil: P. Wiltko' für „Stadt und Land'' und „Gerichtes aal": Ernst Heß; für den Anzeigenteil: HanS Beck.
Str. 242
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Are heutige Kummer umfaßt 10 Seiten.
p0liti$d?c Wochenschau.
Die Veröffentlichung der H oy e n 1 o h e sche n Mein oir en hat uns in Deutschland eine Sensation gebracht, chie wir lange leine ähnliche erlebt haben. Allerdings eine, die von nicht wenigen den Kolonialskandalen gleichgestellt tvird. Man braucht nur die ausländischen Blätter, insbesondere die französischen, zu lesen, um zu erkennen, welche hämische Freude die Feinde Deutschlands an der Herausgabe dieser Auszeichnungen empfinden. Es drängt sich die Frage auf, welcher Zn.ck mit dieser Publikation just in unseren Tagen verfolgt wurde. .Handelt es sich um eine gewöhnliche buchhändlerische Spekulation? Um eine politische Jntrigue? Oder war sich Prinz Alexander .nicht der Tragweite dieser Publikation bewußt, die gleichsam photographische Aufnahmen der intimsten Stimmungen in allerhöchsten Kreisen bietet, die verborgensten Gefühls- Wallungen hinter den Kulissen hervorhebt und in das volle Rampenlicht der Oeffrutlichleit stellt? Die Veröffentlichung wirkt durch chreu Realismus verblüffend. Ein seiner Charakterzeichner war gewiß Hohenlohe, der durch seine eigenartigen und pikanten Skizzierungen die Zeitereignisse im Reflex der Stiurmungen derjenigen schildert, um die sich alle Vorgänge abspielten. Aber zu viel des Kleinlichen, Menschliches, allzu Menschliches enthalten diese denkwürdigen Akten, als daß die Gegenwart sie ruhig ertrüge. Und dabei will der Herausgeber Dr. Curtius, übrigens ein Sohn des berühmten Historikers, nur das mitgeteilt haben, was ihm mitteilbar dünkte. Die ganze Wahrheit, der ganze Inhalt der Hohentoheschen Denkwürdigkeiten ist also noch nicht einmal veröffentlicht. Schon diese Auszüge bringen zuviel. Freilich dem Schatten des Eisernen Kanzlers vermögen die Aufzeichnungen nichts anzuhaben. Seine mar- kanie Persönlichkeit gewinnt noch. Er wächst aus dem Milieu als der Gewaltige, als den ihn die Nachwelt kennt. Alle übrigen Personen halten unter der Hohenloheschen Lupe nicht recht stand, er selbst, der Llritiker, ebensowenig. Man sieht ,ihn oft mitten unter den Höflingen. Er verschwindet unter der Menge, ohne eine besondere persönliche Note aufgezeigt zu haben. Es war nicht klug von dem „roten" Prinzen, einen solchen Erisapfel, wie es diese Denkwürdig^- keiten darstellen, in das neue Deutsche Reich hineinzuschleudern. Erstaunt steht man vor der Tatsache, daß der Groß Herzog von Baden die Publikation gebilligt und persönlich Briefe dazu beigesteuert hat. Man kann kaum anders als zu dem Schlüsse gelangen, daß sich in der Veröffentlichung so etwas wie eine Fronde der reichsfürstlichen und hochadligen Gesellschaft gegen das stärker gewordene Hohenzollerntum geltend macht. Jedenfalls kann man mit Schillers Wallenstein ausrufen: „Das war kein Heldenstück, Oetavio."
Man wird' es begreiflich finden, daß der deutsche Kaiser in einem starken persönlichen Protest gegen die Veröffentlichung dieser Indiskretionen wuchtigen Ein- spruch erlob. Das Volk steht, soweit es patriotisch und national denkt, in diesem Streitfälle auf feiten des Kaisertums.
Außer dieser unangenehmen Affäre verdüstern noch einige andere 'den deutschen Horizont. Zwar will es nicht viel sagen, daß die vatikanische Presse zurzeit eine scharfe Sprache gegen das deutsche Kaisertum zu reden anfängt. Im „Osservatore biomano" begegnete man heftigen Ausfällen gegen die Polen Politik der preußischen Regierung, in denen der christliche Sinn des Kaisers in Frage gestellt wurde. Rechnet man dazu die provokatorische Tätigkeit des Erzbischofs v. S t a b l e w s k i, der gestern (Sonntag) von allen Kanzeln der Erzdiözese Gnesen-Posen ein Rundschreiben verlesen ließ, worin er energisch betont, daß nur der M der Muttersprache den Kindern erteilte Religionsunterricht erfolgreich und zweckmäßig sei, und gedenkt man des Umstandes, daß sich die polnische Schulsireilbewegung jetzt auch auf Westpreußen und Oberschlesien überträgt, so hat man eine Fülle unliebsamer Ereignisse vor Augen, die noch durch die ständige Gebietsvermehrung der Polen durch Ankäufe deutscher Rittergüter vermehrt wird.
Der koloniale Augiasstall ist auch noch immer nicht ganz durchleuchtet. So waren gegen Bezirksamtmann Dr. Ker si i n g, der lange Jahre den Bezirk Sokode in Togo verwaltete, von dem früheren Bureauvorstand beim Gouvernement in Togo, W i st u b a, Anschuldigungen erhoben worden. Nun scheint aber Wistuba ein dunkler Ehrenmann zu sein. Die „Germania" freilich hat sich seiner angenommen und eine Weißwaschung die-es Schwarzen versucht unter heftigen Ausfällen gegen die „Nordd. Allg. Ztg." Nun schreibt das offiziöse Blatt:
Die „Germania" erlaubt sich, unsere Mitteilung über den Fall Wistuba als unwahr zu bezeichnen. Das Blatt droht sogar, Rücksicht auf Personen beiseite zu setzen und einen Urkunden- Bcwcis für die Unwahrheit unserer Behauptung antreten zu wollen. Vermutlich bezieht sich diese Anspielung aus ein vertrauliches Schreiben vom 13. Juni an ei«en Reichstags-Abgeordneten, der sich für den Fall Wistuba interessierte. In dem Schreiben wurde der unmittelbar vorher gefaßte Beschluß mit- gcteüt, die Angelegenheit der Disziplinarkammer zu überweisen. Dem Schreiben vom 13. Juni folgte aber drei Tage später, am 16., ein zweites vertrauliches Schreiben mit der Mitteilung, daß die Angelegenheit iwch nicht ganz entschieden sei. Es waren nämlich inzwischen Zweifel darüber entstanden, welcher Vertreter des Reichskanzlers die Verfügung, durch die nach dem Beschluß vom 13. Juni die Sache an die Disziplinarkammer überwiesen werden sollte, äh zeichnen habe. Diese Zweifel erledigten sich bann von selbst dadurch, daß gegen Wistuba ein gerichtliches Strafverfahren eingeleitet wurde, was das vorläufige Ruhen des Disziplinarverfahrens zur Folge hat. Es bleibt also dabei, daß der von der „Germania" gegen die „ausschlaggebende" Stelle im Reich erhobene Vorwurf, eine Ver
fügung auf Ueberweisung an die Disziplinarkammer rückgängig gemacht zu haben, unwahr ist.
Die scharfen Drohungen der Zentrumspresse gegen die kolonialen Instanzen zeigen, welcher Wind heute im Reiche weht, und den Zentrumswünschen direkt zuwider laufende Verh-alten Preußens und des ReichskanAers in derwelfisch en Frage trägt noch wesentlich dazu bei, den Zwiespalt Mischen Regierung und regierender Partei deutlich zu machen, der voraussichtlich noch recht sonderbare Zwischenfälle verursachen wird.
Bei allen denen, die jede künftige Wiederausrollung der hannoverschen Frage unbedingt vermieden wissen wollen, konnte die entschiedene Haltung Preußens und des Reichskanzlers in der braunschweigischen Frage nur Befriedigung Hervorrufen. War durch die Veröffentlichung der Schreiben des Reichskanzlers an das braunschweigische Staatsministerium die Richtung für die Losung der Thronfolgefrage in Braunschweig deutlich gegeben, so war es einleuchtend, daß der Versuch des Herzogs von Cumberland, die Frage zu komplizieren, indem er und sein ältester Sohn zugunsten des jüngeren Ernst Augnst nnf Braunschweig verzichteten, auf Ablehnung stoßen konnte. Um den hannöverschen Verzicht und die Bekämpfung der welfischen Propaganda kommt der Welfenherzog nicht herum, wenn er Braunschweig für sein Haus erlangen will. Der Versuch der Welfen, den Kaiser Franz Josef in den Konflikt hineinzuziehen, oder den Bundesrat für ihre Sache zu interessieren, ist aussichtslos. Der am 18. Oktober zusammentretende braunschweigische Landtag wird sich über die weiteren Schritte in der Frage schlüssig zu machen haben.
Auch der Fall Pvdbielski konnte in der vorigen Woche kaum mehr Beachtung finden. Man betrachtet hier und da das Bekanntwerden des Gallensteinleidens des Ministers als den Anfang vom Ende. Freilich kann man sich immer noch täuschen.
Aufsehen erregten die Mitteilungen über die Bemühungen, einen Flcischtrust zustande zu bringen. Von der „Allg. Fleischerztg." veröffentlichte Briefe des Oekonomierats Ring von der Viehzentrale an die Landwirtschastskammern von Schlesien und Westfalen, sowie an den Grafen Schwerin- Löwitz, ferner das Bekanntioerden der Intimität des Geschäftsführers des Deutschen Fleischeroerbandes, Zerwis, mit Herrn Ring mußten verblüffen. Wie die „Fleischerztg." mitteilte, ist dec Briefwechsel zwischen dem Verbandssekretär Zerwis und dem Oberamtmann Ring mit Wissen und im Auftrage des Verbandsoorsitzenden erfolgt. Man erwartet die Einberufung eines außerordentlichen Verbandstages. Zerwis ist noch immer int Amte.
Die Arbeiterversammlungen im Essener und im oberschlesischen Bergreviere kündigten an, daß eine neue große Lohnbewegung zu erwarten 'ist. Immer größer wird die Wahrscheinlichkeit eines Bergarbeiterstreiks zum mindestens in Oberschlesien. Die Siebcnerkommission wird auch an die oberschlesischen Grubenbesitzer ihre Forderungen auf 15 Proz. Lohnerhöhung richten und der Widerstand der oberschlesischen Arbeitgeber ist wahrscheinlich.
Zwei große Kongreffe von beträchtlicher Bedeutung für das politische Leben der Nation waren der nationalliberale Vertretertag in GoSlar und die Tagung des evang. Bundes in Graudenz. Auf dem ersteren Tage wurde die Einigung zwischen Jungen und Alten wiederhergestellt und die seitherige Parteitaktik der nationalliberalen Fraktionen gebilligt. Der letztere Kongreß brachte eine scharfe und mit Entschiedenheit ausgesprochene Absage des Evang. Bundes an die von dem Essener Katholikentag ausgegebene Parole des gemeinsamen Kampfes gegen den „Unglauben". Daß nach dieser Stellungnahme auf evang. Seite viel bei der von dem Zentrumsführer Bachem proklamierten Blockpolitik bei den nächsten Wahlen herauskommen wird, ist kaum anzunehmen.
In-der englischenArbeiterbewegung kam es zu einem heftigen Zwiespalt wegen des Anschlusses bezw. Nichtanschlusses an die sozialdemokratische Partei. Die Gewerkschaften gingen in der Hauptsache als Sieger aus den Differenzen hervor. Der Minister Asquith besprach in einer Rede, die er in Lasybank hielt, die Beziehungen zwischen dem Liberalismus und der Sozialdemokratie, und erklärte, daß der Sozialismus in keinem Lande schlechtere Aussichten auf Erfolg habe als in England. Das natürliche Gefühl des Volkes sträube sich dagegen. Er habe nicht die geringste Besorgnis. Ebenso bewerte er aber den unbeschränkten Individualismus. Während die Regierung nichts tun würde, um eine Umwälzung der Eigentumsverhältnisse herbeizuführen, würde sie bestrebt sein, jedem das Seine zuteil werden zu lassen.
In Rußland -dauert die Ruhe an, so weit man den gegenwärtigen Zustand als einen ruhigen bezeichnen kann. Auch die Zahl der Mordtaten und räuberischen Ueberfälle hat eine kleine Verringerung erfahren, ja, die Studenten wollen sogar wieder zu studieren anfangen. Das revolut. Fieber ist also schon etwas in Abnahme begriffen, obwohl Verhaftungen und Vombenfunde noch immer stattfinden, ebenso gefährliche Streiks, wie der in Lodz und einigen anderen poln. Fabrikstädten. Auf eine vollständige Genesung darf man jedenfalls noch lange nicht hoffen, denn es kann sehr wohl ein um so heftigerer Rückfall nach dem augenblicklichen ruhigeren Stande eintreten.
In Cuba erließ Mr. Taft, der amerikanische Kriegs» sekretär, eine Amnestie. Er trat von dem Gouvernement der Insel zurück und machte Magoon zum provisorischen Gou
verneur. Dieser erließ einen Aufruf an die Bevölkerung, in dem er erklärte, er werde seine Vollmachten im Sinne der Erhaltung der kubanischen Unabhängigkeit auSüben. Taft und General Funston haben die Insel inzwischen veclaffen.
Ale Kochzeit in Meerholz und der Kaiser.
Gelnhausen, 14. Okt.
Die alte Barbaroffastadt Gelnhausen hat reichen Feßd» schmuck angelegt. Der Kaiser traf mittelst SonderzugeS gegen 10 Uhr vormittags hier ein. Er begab sich mit dem Gefolge in Automobilen nach der Marienkirche durch ein Spalier von Vereinen, die mit ihren Fahnen Aufstellung genommen hatten. Am Eingänge des Domes empfing den Kaiser die Geistlichkeit und führte ihn zu den am Altäre her- gerichteten Ehrensitzen. Die schöne, alte Kirche, welche außen den Uebergangsstil, innen die Frühgotik zeigt, tvar bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Gottesdienst begann mit dem Chor aus „Judas Maceabäus": „Tochter Zions, freue dich", geblasen von dem Trompeterchor deS 6. Ulanenregiments auS Hanau. Die Gemeinde sang das Tedeum. Nach der Liturgie predigte Metropolitan Schäfer über Eo. Markus X, 27: „Bei den Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott; bei Gott sind alle Dinge möglich". Hieran schloß sich der Chorgesang: „Segne den König, deinen Gesalbten" und das große Hcrlleluja von Händel für Orgel und Vläsecchor. Nach dem Gottesdienste besichtigte der Kaiser dreiviertel Stunden lang das Innere der Marienkirche und machte dann einen Nundgang um die Kirche. Insbesondere wurden der Chor und die^imlängst freigelegten prächtigen Steinmetzarbeiten teils gotischen, teils romanischen Gepräges, welche zahlreiche Motive für die Kaiser Wilhelm-GedächtniSkirche in Berlin geliefert haben, besichtigt. Der Kaiser ging dann zu Fuß nach dem Neumarkt hinunter und besichtigte hier das romanische Haus, welches ein 1882 restauriertes, im Privatbesitz befindliches Gebäude ist. Es folgte eine Fahrt durch die alte Stadt in Automobilen. Hierbei sah der Kaiser die doppelte Stadtmauer mit den alten Türmen, besonders auch den Hexenturm, und unter den zahlreichen alten Häusern, insbesondere den Fürstenhof, ein ehemaliges fürstliches Absteigequartier, und den Arnsburger Hof, eine ehemalige Cisterzienserabtei. Zum Schluffe besuchte der Kaiser die alte Kaiserpfalz, die sogen. Barbarossaburg auf einer Kinziginsel. Anwesend waren Baurat Michael und Konservator Prof. Dr. Brach. Die Burg, welche schon im 12. Jahrhundert erwähnt wird, war ir romanischem Stile aus rotem Sandstein erbaut. Heute iü sie eine moosbewachsene Ruine, von der einzelne Teile vortrefflich erhalten sind. Der Kaiser sah die Eingangshalle mit der darüber liegenden Vurgkapelle, den Burgfried und den Saalbau mit seinen schöngekuppelten Bogenfenstern und prachtvollen Kapitälen. Gegen 1 Uhr fuhr der Kaiser im Automobil wieder beim Bahnhofe vor und nahm im Sonderzuge das Frühstück. Gegen 2 Uhr begab sich der Kaiser im Automobil nach Meerholz.
Meer holz, 14. Okt.
Pünktlich um 2 Uhr traf der Kaiser mit Gefolge in drei Automobilen in Meerholz ein. Am Schloßportale wurde er durch den regierenden Grafen Gustav von Psenburg-' Meerholz begrüßt. .In dem in der ersten Etage gelegenen Empfangsraum begrüßten die Braut, Gräfin Ortrud mit der Gräfin-Mutter und der Bräutigam, Prinz Albert zu Holstein-Glücksburg, den Kaiser. Der Kaiser erschien bald darauf in der versammelten Hochzeitsgesellschaft. Hierauf ordnete sich der HochzeitSzug und bewegte sich über den Schloßplatz, welcher mit Teppichen belegt war, nach der Schloßkirche. Die Trauung vollzog der Schloßpfarrer Kohlenbusch. Der Predigt war der Psalm 23,1: „Der Herr ist mein Hirte", der Konfirmationsspruch der Prinzessin, zu Grunde gelegt. Nach der Trauung verließ der Hochzeitszug die Kirche und begab sich in den Schloßgarlen, in welchem ein Podium errichtet war, auf welchem die ganze Hochzeitsgesellschaft photographiert wurde. Alsdann begab man sich in das Schloß zurück und in den Speisesaal zum Hochzeitsmahle. Zur Rechten des Kaisers saßen die Gräfin zu Psen- burg-Büdingen-Meerholz, oldenb. Staatsminister Willich, Prinzessin Friedrich Wilhelm zur Lippe, der Erbgraf zu Castell-Rüdenhausen und Gräfin Helene zu Psenburg. Bei dem Diner dankte Graf Psenburg dem Kaiser für sein Erscheinen und brachte ein Hurra auf den Kaiser auS, während draußen Böllerschüsse ertönten. Um 6 Uhr fuhr der Kaiser nach Cronberg ab, während das Schloß in feenhafter Beleuchtung erstrahlte.
Cronberg i. T., 14. Oktober.
Kurz nach 7 Uhc traf der Kaiser mittels SonderzugeS auf dem hiesigen Bahnhofe ein, wo zur Begrüßung Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen und der Landrat Dr. Ritter v. Marx erschienen waren. Nachdem der Kaiser seine Verwandten begrüßt hatte, nahm er die Meldung des neuernannten Kommandeurs des 2. Garde-Ulanenregiments, Oberstleutnants und Flügeladjutanten v. Bülow entgegen und unterhielt sich einige Minuten mit dem Landrat, der über die projektierte elektrische Bäderbahn Bericht erstattete. Sodann fuhr der Kaiser mit dem Prinzenpaar von Hessen nach Schloß Friedrichshof. Der Weg vom Bahnhof zum Schlosse war bengalisch" beleuchtet. Heute abend . fand auf Schloß Friedrichshof eine Tafel statt, an der außer dem Kaiser, den hessischen Herrschaften und dem kaiserlichen Gefolge u. a.


