Ausgabe 
15.2.1906 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

IW

--------WRfafa tz

u-Dellkatchn^eschait wird

Lehrmädchen

ucht. binintt loiort evenlnell ££^***M

SMn> bei st.» hriitl. Ck vta. BA-Zz Ss§Ä; tlitt °chlba?er?^ri,

*C **I? ^Bcner ÄU«1^ 89i

«SWL

~-^^urqcr Sfr** l®95 I ioj. qe^?^®* *liiai ZOM- . RSdch-° " ---GdL Z-ZStz

Jahre all welcher 7 Jahre « er groBeien weil!. Zigarre«. tu taug ist, mit lämll. Kontor- d Lagerardeuen |oro. Lxpedu. ttifl vertraut, wünscht sich per Äprü ju verändern.

öchri'lliche Angebote unter 970 i den Giesiener Anzeiger erbeten.

IkMietzeuts

MDek^lcIO». RStyc^, vtt der Seld^fteüe = t&twr ÄMgers. (0"<V>

'ür Kinder (Wätfiitu) vn 3 uttb l1!, Ww. Wio lege mbrLv.Familie gesucht. Lchri'Nstche Angebote muerM l den Giexencr Anzeiger erbel^ Mk. 30000

sowie

Mk. 10000 lsl.HypothckeuauszaleW. Lchrmllche Anfragen unter N. ^den (Alesiener Anzeiger erbeten«

80 000 BlarK

>ch earöt *>'*???MtV u««o pborgW *'Ä*66i* " V**:* ST HSärw use Mernü* puUI

rerl°(lendSter->) #

e alte (üegeii

Rr. 89

rf4et«t 1L«Nch auhn ©OTtTttQfl«.

t«m Öie&ener Anzeiger werden im Wechlel mit dem Kesflschen Landwirt die Siebener Familien, blätter oiennal in der

Woctte beigelegt Rotationsdruck tu Ver­lag der Brüh Vlchen Unwerf.-Buch-u. Stein- bmderet. 9l Lange. Redaktion, Ervedrriorr und Druckerei:

Echot st rage 7, Redaktion e=^ 113

Verlag u.Exved.^^51 Adresse für Deoeschen:

Nuzeiger Gießen.

Erstes Blatt

Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Sichen

LS 6. Jahrgang

jährlich Alk. 2.20; durch Abhole- u. 3roeigfieQen uronatlich Co 'Bf.; durch diePosl Alk. 2. viertel» jährl. ausschl. Beslellg. rlnnahme von Anzeige» sür die Tagesnmnmer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenvreis: lofal 12'BU auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich Hit den doIil und allgein, Teil: P. Witt ko; für .Stadt und Land/ und 1®end)t£-iaale: Ernst peß; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

jr r

Donnerstag 15. Februar 1906

Bezn gdpreist

ra monatlich 7bVi.. viert ek-

Pie üeuiige 'Nummer umfaßt 10 Seite«.

Per Jinanzausschuß der zweiten 6eff. Kammer hat, so wird unS heute,Jon unserem Darmstädter Redakteur geschrieben am 14. d. -sttS. bereits die Vorberatung .des Staatshaushaltsetats zum Abschluß ge­bracht und damit seine Hauptarbeit für dieses Jahr beendet. Der Ausschuß hat diesmal in anerkennenswerter Weise noch rascher gearbeitet als in den Vorjahren, und eS gelang dies tim so besser, als außer der Streitfrage bezüglich der von der Negierung verlangten höheren Zuschüße von elf Gemeinden jzu den Kosten der siebenklassigen Realschulen wesentliche Differenzen überhaupt nicht zu überwinden waren. Gestern und vorgestern beschäftigte sich der Finanzausschuß mit den letzten Beschlußfassungen und der Verlesung der Berichte über den zweiten Teil deS Etats, den Vermögensteil. Die beim Kapitel Domanialbauwesen gestellten Forderungen für Neu­bauten 20. wurden bewilligt mit Ausnahme von 60 200 Mk. für Errichtung eines neuen NindviehstalleS auf Domanialhof Rockenberg. Die Regierung hielt einen solchen Neubau für notwendig, da der alte Kuhstall verseucht ist und die Umbau­kosten sehr hohe sein würden; auch hatte sich der Pächter verpflichtet, durch die Zahlung einer um 1200 Mk. höheren Pacht die Bausumme zu verzinsen. Beim Zentralbauwesen deS Justizministeriums wurde die für Erweiterunq des AmtSqerichtSgebäudeS zu Nidda geforderte Summe von 23 350 Mk. abgelehnt, ebenso die beim Zentralbau­wesen für daS Ministerium des Innern geforderte Summe von 28 600 Mk. für ein neues Dienst- und Wohn­gebäude für den BezirkSkassier in Nidda. Ge­strichen wurde auch die Summe von 37 400 Mk. für ein neues Dienst- und Wohngebäude für den Steuerkommissär zu Heppenheim, dagegen wurde genehmigt der Neubau für den Bezirkskassier zu Oppenheim, für Geländeerwerb 5200 Mk., für die Gebäude mit Nebenanlagen 26000Mk. Genehmigt wurde endlich auch die NaehtragSforderung von 4519 Mk. zur Beschaffung der inneren Einrichtung zc. für daS Dienst- und Wohngebäude des Steuerkommissars und deS BezirkSkassierS zu Friedberg. Die Deschluß- saffnng über die schon früher von der Regierung angeforderten Kosten für die Errichtung von Gendarmenwohnunqen in Offenbach (als 1. Rate 27 000 Mk.), in Kailbach (18100 Mk.) und in WcningS 17 300 Mk.) wurde vom Finanzausschuß abermals zurückgestellt. Im weiteren Ver­laufe der Beratungen hat sich der Ausschuß in seiner Mehr­heit auch für den Antrag Häusel entschieden, der die Zurück­verlegung deS Gestüts von Stockheim nach König i. Odenw. verlangt.

Der Finanzausschuß hat im allgemeinen den neuen Siaatsvoranfchlaq für 1906 mit wenig Ausnahmen so ge­nehmigt, wie er von der Regierung in Vorlage gebracht worden war. Inzwischen wird nun der umfangreiche Bericht gedruckt und voraussichtlich in der nächsten Woche die gemeinsame Beratung mit dem Ausschuß der Ersten Kammer stattfinden. Dann kann die Zweite Kammer gleich in den ersten Märztagen mit frischem Mut an die Etatsberatung gehen, und sie wird, da ja wichtige Meinungsverschiedenheiten nicht zu schlichten sind, dieselbe hoffentlich so rasch fördern, daß sie schon bis Mitte März beendet ist. So bleibt auch für die Erste Kammer, wenn auch nickst viel, so doch die notigste Zeit für die Etatberatung übrig, damit der neue Staatshaushaltsplan noch rechtzeitig bis zum 1. April fertig- gestellt werden kann.

Ein der 2. Kummer zu gegangener Antrag der Abgg. Reh und Dr. Weber verlangt eine anbertocite Regelung der Gehaltsverhältnisse der Kreisärzte und Kreisassistenzö.rzte auf folgender Grundlage: 1. Ge­haltsgleichstellung der Kreisassistenzärzte mit den Forst- assistenten und Steuerkommisfariatsassistenten, 2. Anrech­nung der vollen Vordienstzeit als Kreisassistenzarzt, 3. Er­höhung der Bure au kosten, 4. Beseitigung der Impf gebühren und Vereinnahmung derselben zur Staatskasse.

Ter Verband Großh. Hess. C b er sörster, der Vereine Großh. Hess. S t e u e r i o m m i s s a r e, der hessische Ober­lehrerverein und der Verband Großh. Hess. Staats­baubeamten bitten in einer Vorstellung um Gewährung freier Dienstwohnungen oder um angemessene W c h n u n g s z u s ch ü s s e für die Staatsbeamten.

Die «Hilfsaktion fite die A utjchen in Arland.

Gießen, 15. Februar.

Vom Ausschuß für die Unterstützung der notleidenden Deutschen Rußlands geht uns folgende Mitteilung zu:

Die Sammlung zum Besten der beutfehen Opfer der russischen Revolution haben in unserer Stadt in kurzer Zeit den schönsten Erwtg erstell. Insgesamt sind bereits über 8500 Mk. quittiert worden, und täglich laufen weitere Beiträge ein. Indem wir der schonen Pflicht nach­kommen, allen denen von Kerzen flir danken, die durch ihre Gaben dazu beigetragen haben, daß die Stadt Gießen in der Reihe der Helfenden heule schon einen hervorragenden Platz einnimmt, nehmen wir Gelegenheit, über den Stand der allaenteinen Sammlung und die bisherige Verwendung der einaelanfenen Gelder nach den uns zugegangenen fDlitteilungen des Berliner Zentralansschusses in Kürze zu berichten.

Es sind bis zum 31. Januar eingegangen Mk. 244 715.41. Hiervon sind für Unterst ü tz'u n g e n verausgabt Mk. 89 087.47, und zwar durch Ueberweismtg nach Riaa Mk. 38500, M11au Mr. 5000, Reval Mk. 5000, Libau Alk. 5000, Moskau Mark 4000, Warschau Mk. 1000, Charkow Alk. 2000, Kowno Alk. 1000.

Diese Gelder roeryn von den örtlichen Komitees oder Konsuln ohne Rücksicht aus die Staatsangehörigkeit der Be- durstigen verwandt.

Ferner wurden überwiesen dem H i l f s a u § s ch u s s e in Königsberg Mk. 10000, zur Aufnahme, Verpflegung und In- stellnngbringung ankommender Flüchtlinge aus den Ostsee- provmzen und Mk. 10 000 dem H'lfsausschnsse zu Ostrowo zum gleichen Zweck für die F Ichtlinge ans Russisch-Polen. In Be"lrn direkt verausgabt -"o-.rd." 3672.47 als Unter­

stützungen an eingelrossene Flüchtlinge (Inbustriearbeitor, Handwerker, Gewerbetreibende, Handlungsgehillen, Förster, In­spektoren) durchschnittlich Alk. 75. Außerdem Alk. 3915 als Dar­lehen an Personen, welche sich nur vorübergehend in schwieriger Lage befinden, durchschnittlich Mk. 180.

Da erfreulicherweise die Eingänge beim HilfsauSschuß an­dauernd steigen, werden in der nächsten Woche wiederum größere Ueberweisungen an die Hilfsstellen ftatifinben.

lieber die Art, rote der Hilfsausschuß für die notleidenden Deutschen Rußlands seine Tätigkeit auSubt, herrschen viel- fach, auch in Kreisen, die dem Liebesroerk roohlgeneigt sind, noch Mißverständnisse, sodaß roh: nicht unterlaßen roollcn, folgender aufklärenden Darstellung Raum zu geben.

Der Ausschuß sieht es als seine Aufgabe an, die durch die Unruhen der letzten Zeit in Not geratenen Deutschen Rußlands, ohne Unterschied der Staatsangehörigkeit, zu unter­stützen, ob sie nun innerhalb Deutschlands roohncn oder nach Deutschland geflüchtet fein mögen. In erster Linie kommen hier die russischen Ostseeprovinzen in Betracht, roo durch die bekannten Vorkommniffe Hunderte von Gütern zerstört wurden und auch in den Städten viel Elend entstanden ist.

Gerade der Umstand, daß eS sich hauptsächlich um die Zerstörung der Güter handelt, hat vielfach irrige Vorstell­ungen über den Charakter der Hilfstätigkeit hervorgerufen. In jedem derartigen Gutszentrum befanden sich nämlich eine große Anzahl von Deutschen, die an keinerlei Besitz

Rückhalt haben. Da sind Gutsinspektoren, Förster, Handwerker, Schweizer ufro. Nun mag der Gutsbesitzer, der, oft auch von aller Habe beraubt, in die Stadt flüchtet, roohl die Möglichkeit haben, sich durch Kredit den nötigsten Lebensunterhalt zu beschaffen, nur in seltenen Fällen ist er aber in der Lage, für feine früheren Angestellten zu sorgen, die nun der Not preisgegeben sind. Das Gleiche gilt von Pastoren, Lehrern, Aerzien, sowie vielen Gewerbe­treibenden in den kleineren Landstädten, von denen sich noch heute ein Teil in der Hand der Revolutionäre befindet. Alle diese Personen sind nun ohne Mittel in den größeren Städten zusammengedrängt, ohne Aussicht zu haben, dort irgend einen Erwerb zu finden. Zur Unterstützung dieser völlig mittellosen Personen dienen die insgesamt 53 000 Mk., die vom Hilfsausschuß an die örtlichen Ausschüße in den ein­zelnen baltischen Städten gesandt worden sind. Zuletzt waren es noch 25 000 Mk., die dem Zentral-HilfSauSschuß in Riga zur Verfügung gestellt wurden, her die ganze Hilfstätigkeit für die baltischen Provinzen einheitlich organisiert hat. AuS den baltischen Provinzen kam eine große Anzahl unter­stützungsbedürftiger Deutscher, die in den dortigen Jnbustrie- orten oder auf dem Lande ihr Brot nicht mehr sinden können. Hier setzt sich der HilfsauSschuß vor allem die Aufgabe, den Leuten im Deutschen Reiche Stellung zu verschaffen, waS bisher auch in erfreulicher Weife gelungen ist. Manchmal handelt eS sich nur um Darlehen bei solchen Personen, denen die gewohnten Bezüge seit Monaten ausgeblieben sind und die nun ohne Mittel dastehen. Bei anderen, die unter allen Umständen die Absicht haben, nach den Ostseeprovinzen zurück­zukehren, wie bei Pastoren und Gutsbesitzern, wirkt der Aus­schuß in der Weise, daß er ihnen vorläufige Unterkunft b»t Familien verschafft, die sich erfreulicherweise in großem Um­fange bereit erklärt haben, Flüchtige unentgeltlich aufzunehmen. In den Städten Rußlands wird zweifellos der Notstand bet den Deutschen noch beständig wachsen.

Es liegt in der Natur der dortigen Verhältniffe, der Lingen Dauer des Post- und Eisenbahnstreiks, sowie an anderen Umständen, daß die Deutschen an manchen Orten sich völlig auf sich selbst gestellt glaubten., erst jetzt von der in Deutschland emgeleitele.t Aktion Kenntnis erhalten. So langte erst kürzlich ein Brief des Konsuls in Charkow beim HilfsauSschuß an, in dem die Lage bet dortigen Deutschen als sehr bedrängt geschildert wurde. Der HilfsauSschuß sandte zunächst 2000 Mk. dorthin. Zur Unterstützung der Deutschen in Moskau sind gleichfalls Verbindungen hergestellt, und es wurden für diesen Zweck vorläufig 4000 Mk. bereit gestellt. Weitere Aufgaben werden dem Hilfsausschuß durch die zu­nehmende Rückwanderung von Deutschen aus Russisch-Polen gestellt.

Es ist leider zu erwarten, daß die Not mit der Her­stellung leidlicher Ruhe mit Hilfe der Truppen im Zaren­reiche durchaus nicht beendet fein wird. Die Möglichkeit für ungestörten Handel und Wandel wird noch lange nicht ge­kommen feht, und die Not in den Städten wird sich in dem Maße verschärfen, als vielfach etwa vorhandene Erspamiße aufgezehrt sein werden und dann immer neue Familien bet Unlerstützungsbebürftigkeit anheimfallen. Der Ausschuß übt keinerlei Einfluß in ber Richtung aus, baß bie Deutschen aus Rußland ihre bisherigen Wohnsitze verlaßen sollen, es muß dies ganz der Einsicht der Leute selbst überlaßen bleiben. Ob sie aber nun dort bleiben ober hierher zurückkommen, in jebem Falle sucht er nach Maßgabe ber ihm zur Verfügung stehenben Mittel zu helfen, und da ber Notstand zweifellos vorhanden, ja sogar im Wachsen begriffen ist, so hofft dev

Antike Poesie und Musik

wurden am Montag, dem 12. ds. MtS., von den Studierenden der Altertuinswissenschait in der Aula unserer Univerfilät zu Gehör gebracht. Die Leitung des niufifaliicvcn Teiles lag in den be­wahrten Händen des Universitäts-Musikdirektors Herrn Trantmarin ; die des deklamatorischen hatte Herr Prof. B e t h e übernommen, der in seiner einleitenden Rede die Zuhörer über das, was der Abend bieten wollte, unterrichtete und in die jeweilige Stimmung ber Vortragsstücke in schönen Worten einsiibrte. Ter erste Teil des Programms hatte sich die Aufgabe gestellt, den Hörer all­mählich m das Gefühlsleben des antiken Tlenfcben einzuführen. Rach Rezitation einiger leicht gefälliger Anakreontiler- und Hora;- Oden suchte man zu zeigen, wie denticbe Komponisten zu einer Zeit, wo man last noch nichts von echt antiker 9)hir'f besaß, antike Lyrik empfanden und in Töne gesetzt haben. So geriet das Quartett von Karl Loewe, das Horazische n0 fons Bandnsine durch die pracht­voll gemalte Stimmung des plätschernden Quelles, die auch in geradezu vollendeter Weise zur Darstellung kam, allgemein. Bekannter war schon Die Komposition em?r an­deren Horazodeinteger vitae von Flemming (~ 1313), während das Quartett von Petrus Tritoniiis den 1 örev weiter zurück in die Renaissaneezeit (1503> führte. In den Tönen dieses Pleisters erklang das einfache Widmungsgedicht des Horaz an Maeeenas wie christliche Kirchenmusik, die ja an die altgriechische Musik anknüpft. Nach diesen iinferem modernen Empfinden näher- hebenden Kompositionen suchten zwei Deklamationsüücke, T i b u l Is stimmlmasvolle ElegieKrank in der Fremde' und des Statius jchöne OdeSin den Schlaf", den Hörer mit gelinder Hand in die .ballen des Altertums einznst'iüren. Der zweite Teil brachte echt «antike Poesie und Musik, die uns erst in jüngster Zeit geschenkt irr. :und die Philologen und Musiker in hingehender Arbeit der Mit- uvelt zugänglich gemacht haben. Am Aiüang stand das einfach resignierte Grablied des Seiki tos, des Dicbteriängers, wohl «ine Komposition von ihm selbst. Hier entzückte Herr Tr. Leo von Herget aus Prag, der ja schon am Kroiibauer'fcben Kon- Hertabend feine prachtvolle Stimme gezeigt hatte, die Zuhörer. Herr w. Herget wußte auch in denolgenben Gesängen sich so recht in Len GesühlSgehalt der antiken Musik einzuleben. Spielend trug er;

die äußerst schwierigen Hymnen des M e f o in e d e s von Kreta üor- von denen besonders die 2., an die Göttin der Beraeltmig gerichtet, bei ihrem echten Gehalt eine tie e Wirkung hinterließ. Auch des Chors sei aebadit, ber bei Wiederholung der Weise stch dem Sänger trefflich an;nvaffeii verstand. Tie folgende Nummer brachte ein tief-tragisches Stück antiker Cborpoesie, das uns eben- tatls erst die letzten Jahre ivieder geschenkt haben, und das auch vortrefflich geeignet war, zu dem folgcnben Gesangsstück über- zuleiten, bem Chor ans dem Orestes bes Euripides. Jeden hat dies Prachtstück antiker Musik bingeriffen, und man kann dem Schicksal nicht genug banfbarjein, bas uns eine solche Perle aus bem Altertum aufbeivabrt bat. Schaurig ^klagte ber Chor um ben von den Nachegeistern verfolgten Muitermörder O r e st, und die obligate Begleitung der Flöte mit ihren eintönigen Kiagelanten verletzte den modernen Hörer ganz ins athenische Tionysostbcater, wo dieses Stück zum ersten mal, vor 2V» Jahrtausenden er­klungen war. Ten Abschluß des Hauptteils bildete der Vortrag 'Cter Prozessionslieder athenischer Festgesandter am Apolto- kest, in Denen das religiöse Gestühl der Antike rind das feste Ver­trauen der Griechen auf ihre Götter so schön zum Ausdruck kamen. Im 3. Teil des Program,ns blieb man auch darin griechischer Sitte treu, daß man auf diese tiefernste Alusik und Poesie den Hörer in das Reich des Humors führte. Zuiiächst der feine, nicht fetten versteckte Humor vorazens in seinerSchwätzer- satire" und als Abschllißmmimer der derb-realistische, ganz modern anmittende Attmiambus des Heron das,der Schul- m eiste r".

Es war vielleicht gerade in unserer Zeit nicht unangebracht, an wenigem einmal zu zeigen, was wir von der Musik und Poesie des Griecbenvolkes imd seiner Schüler, ber Römer, verloren haben und was mir für immer von ihnen besitzen.

Gan; be-onders zu begrüßen war es, daß gerade die Stu- bierenben ber Altertumswifienschast bielen Abend veranstaltet und gezeigt haben, welche Schönheiten das klassische Altertum bietet, sie, die doch berufen sind, später in der Schute junge Men­schen heranzubildeii. Und Leute, die so von dem inneren Wert und dem Gehalt der Sache durchdrungen sind, wie die Tarbielungen des lebten Montag uns gezeigt haben, die werden sicherlich ihren Schülern später nicht allein trockene Grammatik vorsetzen, sondern!

ihnen wahres antikes Leben und Empfinden vor Augen führen, uiid ihnen ivird es auch gelingen, auf weitere Kreise einzuwirken.

Von denW anderb ildern" von Professov Er n ft Haeckel, bie roir schon erwähnten, ist (im Verlage von F. E. W. Kvehler in Gerg-Untermhausl jcPt bie Serie 1 und 2 vollständig erschienen. Tie beiden Serien schildern nach eigenen fclyc sein in leuchtenden Farben reprodnrierten Aquarellen und Oelgemölden des Jenaer Meisters ber Naturforschimg Ratuv- tvunber der Tropen melk aus Ceylon und Jnsulinde. Es ist vor­wiegend bie Vegetation, bie in ihrer blendenden, glühenden, flam­menden Pracht und Ueppigkeii von dem Forscher im Bilde fest- gehalten ist.. Reben dem rein naturwissenschaftlichen Interesse, oos diese Bilder aus einer wunderbaren Zone erregen, geben sie durchweg in Komposition und Anssühvung auch hstnstlerisch wertvolle Ansichten tropischer Landschaften. Bilder wie u. a. die ,,Terminalia auf Java" lRiesenbanm mit Lianen),Singkara- See" auf Sumatra,Eocos-Infel bei Delligcmma" (Ceylon), ..Urwald am blauen Flusse" (Ceylon), Vulkan Tandikat auf Sumatra, Lianen-Mäntel an Sänlcnbäumen und Rurellia-See (Geylon) zeigen die durch das Wissen des Ratrirsorschers ge­läuterte und geschärfte Teobael'tungsb:aft wie die denkende male­rische F-ertigkeit des Forschers in vorteilhaftestem Lichte. Den Bildtafeln ist ein knapper erläuternder Text mit weiteren schwar­zen Brdern beigegeben. Jede Lieferung der Prachtausgabe kostet 4.50 Mark.

Die Schaubühne" enthält in der 7. Nummer ihres zweiten Jahrgangs vom 15. Februar: Wiener Mornrtsviele. Von Richard Specht. An S?ugo von Hofmannsthal. Vin Fero. Brehm. Von S. I. König Kaudoilles. Von Willi Handl. Oscar Wildes Antwort. Albert Wassermann. Von Julius Bob. Pariser Theaterbrief. Von W. Fred. Ludwig Seidel. Von Tr. Max Messer. Rundschau. (Ter Herr der 5)'NN. Notizen. Denkiteinbautasten.)Die Schaubühne"^ (Verlag: Oesterheld u. Co., Berlin W. 15, Lietzenöurgerstr. 60), Wochenschrift für alle künstlerischen Bestrebungen des Dramas, des Theaters und ber Oper, erscheint jeden Donnerstag im Umfang von 2432 Seilen und kostet: die Einzclnummev 20 vierteljährlich 2.50 Mk.