Aufhebung oder wesentlicher Einschränkung der Sicherheits- Maßregeln den Eintritt nach Deutschland gestatten wird, ist sicherlich nicht zu erwarten und ebenso wenig glauben wir, daß die Negierung sich zur zeitweiligen Herabsetzung der Einfuhrzölle entschließen wird. Dagegen wird aller Voraussicht nach eine verstärkte Versorgung mit ausländischem Fleisch' dadurch erleichtert werden, daß die Regierung zur Errichtung von Schlachthäusern an den Grenzen ihre Zustimmung gibt, in denen das vom Auslands kommende Vieh sofort geschlach.ct und zur weiteren Versendung fertig gemacht werden kann. Diese Maßregel wird insbesoudere auch auf die Holland. Grenze ihre Anwendung finden. Ob darüber hinaus noch andere Erleichterungen geplant sind, dürfte erst aus der eingehenden Darlegung der Lage ersichtlich werden, die der Reichskanzler bei der er st en sich ihm darbietenden Gelegenheit im Reichstag zu geben beabsichtigt. Man kann annehmen, daß der Reichskanzler bei diesem Anlaß auch das Gebiet der Gesamtpolitik behandeln und eine zusammenfassende Darlegung derjenigen Grundzüge geben wird, nach denen die Regierung in der nächsten Zukunst zu verfahren gedenkt.
73 Massenversammlungen wurden am Dienstag abend in Berlin und den Vororten abgehalten, die sich mit Fleischteuerung und Wucherzöllen befaßten. Die Redner waren sozialdemokratische Parteiführer und Vertrauensmänner. In allen Versammlungen wurde eine Resolution angenommen, in der die Oeffnung der Grenzen verlangt wird für Vieh- und Fleischeinfuhr unter loyaler Handhabung der sanitären Kontrollmaßregeln, ferner Herabsetzung der Zölle auf die notwendigsten Lebensmittel und schließlich gänzliche Aufhebung dieser Zölle.
Dem.Berl.Lokalanz." zufolge übersandte der Magistrat vo« Berlin dem Reichskanzler wegen der Fleischteuerung eine Petition, in der es heißt: Der Reichstag wolle durch geeignete Mittel dahin wirken, daß die auf einem Reichsgesetze und auf reichsgesetzlicher Grundlage beruhende Beschränkung der Vieh- und Fleischeinfuhr auS dem Auslande möglichst beseitigt und die Zölle auf Vieh, Fleisch und Futtermittel aufgehoben oder auf das unbedingt erforderliche Maß zurückgeführt werden.
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Wetzlar, 13. Nov. Die hiesige Handelskammer nahm in ihrer letzten Sitzung folgende Entschließung wegen der Flei sch teuerung an:
„Die Handelskammer hält es für die ernste Pflicht der Reichsund Staatsbehörden, mit allem Nachdruck dahin zu wirken, daß die erforderlichen Maßnahmen zur Abhilfe der Fleischnot und der hieraus folgenden Fleischteuerung schleunigst getroffen, daß insbesondere die Grenzen für die Einfuhr von Dl eh und Fleisch sofort geöffnet und die hemmenden Zollschranken zeitweilig beseitigt werden."
te. Frankfurt a. M., 13. Nov. Vom Donnerstag, 15. d. M., ab gelangen in der provisorischen Markthalle an der Börnestraße an mehreren Tagen in der Woche Seefische zu billigen, von der Stadt kontrollierten Preisen zum Verkauf. Zugleich wird ein Fischkochbuch und eine kleine Broschüre über die Bedeutung der Fischnahrung unentgeltlich abgegeben.__________________
Zum Rücktritt des Ministers von Podbielski.
Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge lautet das Handschreiben des Kaisers an den Minister v. Pod- b i e l s k i :
Mein lieber Staatsminister von Podbielski! Nachdem ich Ihnen durch Erlaß vom heutigen Tage die nachgesuchte Dienstentlassung in Gnaden erteilt habe, ist es mir ein Bedürfnis, Ihnen für die ausgezeichneten D i e n st e, welche Sie mir und dem Vaterlande geleistet haben, und die Art und Weise, wie Sie während Ihrer Amtsführung die Interessen der mir besonders am Herzen liegenden heimischen Landwirtschaft wahrgenommen haben, meinen königlichen Dank auszusprechen. Als Zeichen meines Wohlwollens verleihe ich Ihnen die Brillanten -zum Großkreuz des roten Adlerordens mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe und lasse Ihnen die Dekorationen hierneben zugehen. Ich verbleibe Ihr wohlgeneigter König.
gez. Wilhelm.
Die Londoner „Times" und der „Standard" besprechen auch Podbielskis Rücktritt. Die „Times" schreibt, Pod- bielskis Rücktritt werde ungeachtet der hohen. Ordensaus- zeichnung allgemein als Anerkennung der Macht und Autorität der öffentlichen Meinung betrachtet, doch werde dieses Opfer kaum genügen, die allgemeine Unzufriedenheit und bas Unbeha gen, welche fast alle Klassen der deutschen Nation erfüllen, zu heben. Die Stimmung der deutschen Nation erinnere unwillkürlich an die, welche vor der großen Er- hebung von 1848 bestand. Die Unzufriedenheit wurzele darin, daß die Pegierung des Landes hauptsächlich jenen Vorbehalten bleibe, die sie gegenwärtig in der Hand haben. „Standard" schreibt: . Wenn Bülow durch Hof- Jntriguanten verdrängt werden sollte, so würde npch stärker als jetzt cmpstlnden werden, daß De utschland von Hintertreppen von Palästen, Schme ichlern und Jntriguanten zweiten .Ranges beherrscht wird. Podbielski gehe wegen seiner Geldgeschäfte, nicht infolge der Erfüllung konstitutioneller Forderungen. Ohne diese persönliche Disqualifikation hätte Podbielski solange im Amte bleiben können, wie er das Vertrauen seines Freundes, des Kaisers, genoß. Auch der von der Junkerpartei durchgesetzte extreme Schutzzoll, der beim Volke verhaßt war, weil es einen ungeheuren Preis für Fleisch bezahlen muß, hätte offenbar beim Kaiser kein Gewicht. Zwischen dem Monarchen und seinen Untertanen stehe die Hofkamarilla und eine Clique von Schmeichlern, die verhindern, daß Wilhelm II. dasEmpfindenundDenkenderNationkennen lernt.
Aus S.ase uno iruno.
Gießen, den 14. November 1906.
** Eine Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung findet am Donnerstag, 15. Nov., nachm. 4 Uhr mit folgender Tagesordnung statt: 1. Auslosung von Schuldverschreibungen. 2. Mitteilungen. 3. Eingabe hiesiger Installateure gegen den Betriebsleiter des Elektrizitätswerks. 4. Einfriedigung des Grundstücks „Darmstädter Hans" Klinikstraße 1. 5. Baugesuch des Gustav Wittmann für die Marburgerstraße. 6. Baugesuch des Gustav Kreuder für die Neustadt. 7. Vaugesuch des Franz Nenmcier für die Sonnenstraße. 8. Baugesuch des August Scheppelmann für die Rodheimerstraße. 9. Baugesuch des Karl Nicolaus für die Moltkestraße 18. 10. Gesuch der Firma Gebrüder Kahl,
um Genehmigung zur Aufstellung einer Feldschmiede. 11. Gesuch des E. L. Sack um Genehmigung zur Anbringung eines Hoftors in der Hundsgasse. 12. Pflasterung der Hammstraße. 13. Bebauungsplan für den nordöstlichen Stadtteil „Schwarzlach". 14. Gesuch der Firma A. Euler um Genehmigung zur Anlage einer Privatstraße längs der Main-Weserbahn zwischen Damm- und Steinstraße. 15. Gesuch der Bahnmeisterei I hier um Genehmigung zur Verlegung einer Telephonleitung nach dem Hause Friedrichstraße 8 und Bleichstraße 14. 16. Gesuch der Union-Vrancrei
um Genehmigung zur Ueberschreitung des Hardtwegs mit einer elektrischen Leitung. 17. Verpachtung von Gelände an Ferdinand Harnickel. 18. Vergebung von Kultur- und Wegebauarbeiten und der Holzhauerlöhne für 1907. 19. Genehmigung von Rechnungen. 20. Restforderung des Steinhauers Schmall für Lieferungen zur israelitischen Leichenhalle. 21. Verkauf eines alten Wasserzubringers. 22. Benutzung der Turnhalle der Oberrealschule und des Realgymnasiums für volkstümliche Vorträge. 23. Errichtung einer Milchküche und eines Säuglingsheims in Gießen. 24. Fürsorge für Lungenkranke; Bewilligung des Gehalts für eine Krankenschwester. 25. Bekanntmachung in derOberhessischen Volkszeitung. 26. Gesuch des Gottfried Äbel dahier um Erlaubnis zur Erweiterung des Schantwirtschaftsbetriebes im Hause Wolfstraße 9. 27. Gesuch des Heinrich Geis dahier um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb mit alkoholfreien Getränken im Hause Bahnhofstraße 52 a. 28. Gesuch des Theodor Reinartz Ehefrau um Erlaubnis zum Schaukwirtschaftsbetrieb im Hause Grünbergerstraße 47. 29. Desgleichen des Wilhelm Clement dahier für Grünbergcrstraße 117.
• • Kunstverein. Die Kollektionen des Bildhauer M. Sch nutz sowie des Malers R. Eschke-Berlin sind bereits eingctroffen; der Wechsel der Gemälde wird schon vorgc- nommen. Die Ausstellung bleibt deshalb bis zum Sonntag geschlossen. Außer den bereits erwähnten Künstlern, die die Ausstellung beschicken wie Koberstein, Scholz und einige italienische Künstler, wird auch der bekannte W. Th ielma n n» München, z. Z. Billingshausen, ein Schüler von Prof. Bantzer, mit einer Anzahl Schwälmer Trachtenbilder vertreten sein. Verkauft wurden „Luganersee" von R. Schultze- München und „An der Lahn" von Ottilie Kowarzick; ersteres geht hier und letzteres außerhalb in Privatbesitz über.
Der Brand in der Ebelstraße, über den gestern berichtet wurde, entdeckte, wie auf Ersuchen mitgetcilt sei, ein Wächter der Wach- und Schtießgesellschaft, der alsbald den Hauseigentümer benachrichtigte.
* * „Der große Woog, der kleine Woog, — es lebe der kleine Erbgroßherzog!" So hatte der Kaiser anläßlich der Geburt des hessischen Thronfolgers telegraphiert, und jetzt erfährt die Worms. Ztg. den Ursprung dieser sonst unverständlichen Worte. Kaiser und Großherzog passierten einst zusammen eine kleine hessische Landgemeinde, dessen Bürgermeister sich zu einer schwungvollen Begrüßungsansprache anschickte. Aber o weh! — über den Anfang kann das würdige Gemeindeoberhaupt nicht hinaus, alles Zerren an der Gedächtnisschnur half nichts, der Redestrom war versiegt. Da sprang dem Aermsten ein Gemeinderat bei und flüsterte ihm die befreienden Schlußworte zu: „Der große Woog, der kleine Woog, — eS lebe unser Kaiser und der Herr Großherzog l Hoch, hoch, hoch!" Dieser schneidige Toast ist dem Kaiser in der Erinnerung geblieben, und er hat ihn jetzt in seinem Glückwunschtelegramm angewandt.
• * NeueStraße längs der Ma in-Weser-Bahn. Zu unserer gestrigen Mitteilung über den Verkauf der Elilerschen Besitzung an der Steinstraße sei noch mitgeteilt, daß die Verhandlungen hierüber noch nicht abgeschlossen sind. Der Fabrikbctrieb de§ Herrn Euler wird übrigens von der Durchführung deS Projekts nicht berührt.
+ Lang-Göns, 13. Nov. Der Landwirt und Schweinehirt Hardt von hier wurde nach eingehendem Verhör durch den Untersuchungsrichter von Gießen heute nachmittag wegen Verdachts der Blutschande, begangen an seiner geistig minderwertigen Tochter in Haft genommen. Die Tochter befindet sich zur Zeit in anderen Umständen und soll selbst den Vater der Tat bezichtigt haben.
8. Nodheim a. B., 13. Nov. Der Lahn-Dünsberg- Turnerbund hielt am Sonntag hier einen außerordcntl. Bundesturnertag ab, der recht gut besucht war. Bundesvorsitzender Daubert aus Wicseck begrüßte die erschienenen Vertreter und unter seiner Leitung wurden auch die Verhandlungen gepflogen, u. a. auch der Beitritt zur Hastpflichtversicherung in Erwägung gezogen. Turmvart Schmidt von LaunSbach leitete die vorgesehenen Turnübungen, an denen sich 37 Turner beteiligten. Das erste Bundesfest wurde im Lause dieses Sommers zu Launsbach, und die erste Bundes» turnfahrt auf der Badenburg abgehalten. Der Turnverein Wieseck hat das im nächsten Jahr stattfindende Bundesturnfest übernommen. Der Turnerbund Lahn-Dünsbcrg zählt zurzeit 601 Mitglieder.
p. Wetzlar-Niedergirmes, 13.Nov. Infolge Explodierens einer brennenden Lampe wurde das drei Jahre alte Kind eines hiesigen Einwohners gestern abend derart verbrannt, daß man eS sofort nach Gießen in die Klinik verbringen mußte.
W. Wies bad en, 13. Nov. Heute vormittag 11 Uhr wurde der neue Hauptbahnhof eingeweiht. Der Betrieb in dem neuen Gebäude wird übermorgen beginnen. Zur heutigen Feier hatten sich u. a. eingefunden: Die Eisenbahndirektionspräsidenten von Rabenau und Thome, Ministerialdirektor Wiesner aus Berlin in Vertretung des Eisenbahnministers, ferner Provinzialdirektor Freiherr v. Gagern- Mainz und die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden. Präsident v. Rabenau hielt die Festrede, in der er einen Rückblick auf die Zunahme des Verkehrs in den letzten Dezennien im Wiesbadener Bezirk gab. Es folgte ein Rundgang durch die neuen Räume, an den sich ein Festmahl anschloß. Anläßlich der Vollendung des neuen Baues wurden zahlreiche Ordensauszeichnungen verliehen.___________________
Die Ermordung des Zahnarzt Claußen.
Hamburg, 13. Nov.
Der Mörder des Zahnarztes Claußen ist durch die Kriminalpolizei verhaftet worden. Es ist der etwa 18jährige österr. Gärtnergehilfe Thomas Rücker. Er leugnete zuerst die Tat. Ms aber der Polize.ikomm.
in einer Tasche seiner Kleidung Blutflecken sand und ihm, was nicht wahr ist, auf den Kopf zusagte, daß auch das Beil gefunden worden sei, gestand er die Tat ein.
Die Verhaftung erfolgte aus dem Bett heraus. Die Vernehmung ergab, daß Rücker den Zahnarzt Claußen gar nicht gekannt hat, und daß es ihm nur darauf ankam, sich Geld zu verschaffen, wenn möglich durch einen Raub. Ein Eisenbahnraub sei ihm am bequemsten erschienen. Rücker hat das Veil fünf Tage vorher gekauft und es unter seiner Kleidung verborgen getragen. Am Samstag nachmittag begab sich Rücker nach dem Altonaer Haupd, bahnhofe. Er sah dort Claußen mit einer Handtasche vor sich gehen und in Mnen Abteil zweiter Klasse einsteigen. Er kaufte sich darauf auch eine Fahrkarte bis Othmarschen und sneg zu Claußen in das Abteil. Claußen bekümmerte sich anfangs gar nicht um ihn und las eine Zeitung. Von Othmarschen ab sind beide in dem Abteil allein gewesen. Als der Zug den Bahnhof Othmarschen verließ, zog Rücker das Beil hervor und führte gegen Claußen einen furchtbaren Hieb, der den Hut durchschlug und Blut und Gehirn des Opfers umherspritzen ließ. Auf den ersten Schlag fiel Claußen zurück, worauf der Mörder in hsinder Wut weiter auf ihn einschlug, bis er zu Boden fiel. Beim Leeren der Taschen feines Opfers fand Rücker etwa ICO Mk. in Claußens Geldtasche; außerdem raubte er ihm Uhr ttfnfr Kette. Inzwischen war der Zug auf dem Bahnhof FlottLeck augekommen, wo Rücker aus dem Zuge sprang und be idem diensttuenden Bahnsteigbeamten eine Fahrkarte nachlöste. Später ist er nach Altona hineingegangen. Die Geldtasche leerte er in einer Bedürfnisanstalt von St. Pauli, wo später auch die von ihm fortgeworfenH Geldtasche gefunden wurde.
Eine, nochmalige Haussuchung in der Wohnung des! Raubmörders förderte die Uhr und die Kette des Ermordeten und 15 Mk. Bargeld zutage. Es 'wurde auch später das Peil gefunden. Es ist das Küchenbeil der Wirtsleute des Mörders. Die vermißte Handtasche, die der Ermordete mit si chgesührt hatte, wurde im Altonaer Stadt- park aufgefunden.
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 13. November.
Majestätsbeleidigung.
Der Tüncher G. G. zu I l b e n st a d t befand sich in anqe- trunkenem Zustande in einer Wirtschaft und schimpfte über die hohen Steuern, die man in Hessen zu entrichten hat. Er machte einem Gast Vorhalt, daß er national fei und zum Zentrum halte, worauf dieser erwiderte, er halte zu dem Landesfürsten. Bei dieser Gelegenheit ließ G. eine beleidigende Aeußerung gegen S. K. H. den Großherzog fallen. Als er zur Rechenschaft gezogen wurde, schützte er sinnlose Trunkenheit vor, doch mußte auf Grund der Beweisaufnahme für festgestellt erachtet werden, daß seine freie Willensbestimmung nicht ausgeschlossen war. Wenn er auch, was übrigens angezweifelt wird, an den fraglichen Vorfall keine Erinnerung mehr hat, so sind seine damals gefallenen Reden und Antworten doch auf ein logisches Denken zurückznführen. Er wurde wegen Majestätsbeleidigung zu der Minimalstrase von 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Das Gericht war der Ueberzeugung, daß er die Aeußerung nicht getan hätte, wenn sie vorher überlegt worden wäre.
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 14. Nov. lOrig.-Telegr. beS „Gieß. Anz.") Viehmarkt. Zum Verkaufe standen 00 Kälber 00 Schafe und Hammel, 1553 Schweine: 1. Oual. 73—74 Pfg. Lebendgewicht 57.00—57.50 Pf., 2. Qual. 72—00 Pf., Lebendgewicht 56.00-00 Psg., 3. Qual. 63—65 Pfg. Kälber 1. Qual. 00—00 Pf., Lebendgewicht 00—00 Psg., 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00— 00 Pfg., Schlachtgeivicht 00—00 Pfg. Schafe 1. Qualität Schlachtgewicht 00—00 Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg. Geschäft: mittelmäßig, Heberstand bedeutend.
Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Donnerstag, den 15. November, abends 8 Uhr im Markus» saal, Kirchstraße 9: B i b e l st u n d e. 1. Timoth.-Brf., Kap. 3.
Pfarrer Schwabe. ——। ■■ ■ ■■.
Grsgittal-DrahLmeL-ringesi.
sd. Darmstadt, 14. Nov. Dem Senior der Darmstädter Presse, dem kürzlich in den Ruhestand gegangenen Redakteur des „Darmst. Tägl. Anz.", Eduard Simon, wurde von S. K. H. dem Großherzog das Ritterkreuz zweiter Klasse des Verdienstordens Philipps de§ Groß- mutigen verliehen. Die Auszeichnung wurde Herrn Simon heute vormittag durch Provinzialdirektor von Grancy überreicht.
Berlin, 14. Nov. Eine Reichstags-Vorlage zur Ratifikation der Akte von Algeciras dürfte bald dem Reichstage vorgclcgt werden. — Der Entwurf eines Viehseuchengesetzes wird dem BundeSrat in diesen Lägen zugehen. — lieber die Frage der Nachfolgerschaft deSHerrn von Podbielki schweben noch Verhandlungen mit den für den Ministcrposten in Betracht kommenden Persönlichkeiten. Allzulange wird das jetzige Provisorium nicht dauern.
Hamburg, 14. Nov. AZ der Raubmörder Rücker nach dem GerichtSgefänguis gebracht wurde, wäre er beinahe von der Volksmenge gelyncht worden und nur dadurch, daß die Schutzleute blank zogen, konnten sie Rücker vor der VolkZwut schützen.
London, 14. November. Aus verschiedenen Quellen verlautet, daß zur Zeit drei Nebellenbanden in der Kap-Kolonie auftreten. Die erste Bande unter Ferreira griff die englische Polizeitruppe etwa 50 km. von Uppington an. Eine zweite Bande operierte bei Curuman, während eine dritte die deutsche Grenze überschritten hat und in der Richtung auf Uppington marschiert. 40 Mann englische Polizeitruppcu sind abgcgangen, nm diese Bande zu bekämpfen. Eine andere Truppen-Äbteilung ist von der Grenze von Dcutsch-Südwestafrika abgerückt, um ein Zurücktreten der Bande auf deutsches Gebiet zu verhindern.
Paris, 14. Nov. Santos Dumont hat wieder ein Flugexperiment unternommen. Er flog 220 Meter innerhalb 21 Vs Sekunden. Die Höhe des Fluges betrug 2 bis 6 Meter. Mit diesem Versuch gewann er eine Prämie von 1500 Franks für die ersten hundert Meter.
Rom, 14. Nov. Ein Teil der Stadt Pavernola ist in den Jscosee gestürzt. Da die Erdrutschungen fortdauern, befürchtet man, daß allmählig die ganze Stadt verschwinden wird.
Petersburg, 14. Novbr. Der Mann, der das Bomb en-Attentat auf den Kosaken-General Ren neu - kamp verübte, wmde hingerichtet. Auf dem Platze, wo die Bombe gefallen war, wurden noch viele Sprengstücke, gefunden.


