jUT
Erstes Blatt
ISO. Jahrgang
Samstag 14. April 1900
GietzenerAmeiger
General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen
Die fjeuftfle Kummer umfaßt 24 Seiten.
Raphael.
e eie,
Gabriel.
Michael.
der
über.
Vorrat!
iTd üacitj^
vene- feine
Castro dankt ab!
„Gun1 will von dem dortigen erfahren, daß Präsident Castro
lephon 593. in iaraten
Taß der Zeitpunkt der Auferstehung zum gegenseitigen Vertrauen der deute so weit und schroff getrennten Stände: in Stadt und Land nahe sein möge, if| unser Osterlounsch«.
Der tiefsten Wirkung ring? umher;
Ta flammt ein blitzendes Verheeren Dem Plade vor des DonnerschlagS;
Doch Deine Boten, Herr, verehren Das sanfte Wandeln Deines Tags.
So leiten die drei Erzengel den Prolog im Himmel
Devotion durchtränkte Dramen schrieb, stillschweigend gangen wurde.
Präsidentschaft zeitweilig in die Hände des Vizepräsidenten Gomez gelegt habe. ES heißt, Castro wünsche sich nach den anstrengenden Arbeiten, die im letzten Jahre so erfolgreich gewesen seien, für einige Zeit inS Privatleben zurückzuziehen. Castros Rücktrittserklärung deute an, daß er, wenn sein zeitweiliges Fernbleiben von den Geschäften dem Lande Eintracht und Freundschaft bringen sollte, willens sei, seinen Rücktritt, wenn nötig, zu einem dauernden zu machen.
DaS heißt, aus dem Diplomatischen inS Allgemeinverständliche übertragen: Castro hat endlich eingesehen, oder ist c” ihm deutsch Frui•’!*!•.worden, daß er mit seiner' Paliti! der Rücksichtslosigkeileu gegen die Vertreter fremder Mächte am Ende angelangt ist. Und nun geht er und überläßt e§ seinem Nachfolger, das verfahrene venezolanische Staatsschiff wieder flottzumachen.
politefcbe Scrgesschan.
Keine Berliner Gratulation.
Es ist ausgefallen, daß der 8 0. Geburtstag des kunstsinnigen Herzogs von Meiningen in Berlin gar nicht beachtet wurde. Bei der Durchsicht der Glückwunschtelegramme konnte der greise Fürst mit jenem zerstreuten Lehrer sagen: „Ich sch« hier viele, die nicht da sind.* Auch die „Nordd. Allg. ßtg.* brachte keinen Festartikel, ebenso wie sich die anderen ofsiziösen Blätter Preußens auSschwiegen. Die intensive Beschäftigung des Herzogs mit dem Theater ist eS wohl, welche ihm in den Berliner Hofkreisen am meisten verdacht wurde. Und dazu kam dann noch die morganatische Ehe mit der Schauspielerin Ellen Franz. Wie man weiß, ist aber auch das Verhältnis be§ Kaisers zu seinem Schwager, dem Erbprinzen von Meiningen, getrübt, ohne daß man näheres über die Ursachen dieser „ Unstimmigkeiten * erfahren hat. Nun, der greise Herrscher weiß, daß ja auch der 100. Geburtstag Schillers, der allerdings „Die Räuber" und andere nicht gerade von höfischer
Ausland.
London, 12. April. El Ghazi Mugthar Pascha, der türkische Oberkommissar in Egypten, stellte, wie aus Cairo mitgeteilt wird, in einer Audienz beim Khediven im Namen der Pforte weitere, sehr bedeutende, unerwartete Ansprüche. Die türkische Regierung verlangt für sich das Recht, irgend einen Ort oder Posten auf der Halbinsel Singt nehmen und besetzen zu können, ohne Egypten zu Nate zu ziehen. Die Pforte verlangt weiter, daß die nördliche Grenze auf der Halbinsel Sinai die Linie von Akaba nach Suez sein soll; sie gedenkt eine Eisenbahn zwischen diesen Punkten und am westlichen Ufer des Suezkanals nach El Arisch zu bauen. WaS für eine Antwort auf diese ungewöhnliche Ansprache gegeben worden ist, ist bisher noch unbekannt, doch vermutet man, daß eine sehr unzweideutige Verweigerung schon formuliert ist.
— „Daily Graphic" schlägt dem Minister des Aeußeren, vor, bei der Haager Konferenz einen Antrag einzubringen, der die teilwe ise Abrüstttng der europäischen Heere der Großmächte befürworten soll. — „Daily Telegraph" befürwortet den Abschluß eines englisch-russischen Allianzvertrages ähnlich dem französisch-russischen Vertrage. Ein solcher würde eine permanente Garantie für den europäischen Frieden sein.
Madrid, 13. April. Die Vermählung des Königs Alfons finbet am 1. Juni statt.
Nr. SS
Erscheint ««glich außer SonnragS.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit bem hessischen Landwirt die Gießener Zamtlien' blätter Diermal in der Woche beigelegl.
Rotationsdruck u. Verlag der Brü h k'schen Umverf.-Buch-u. Steindruckerei. 9t Lange. Redaktion, Erveduion und Druckerei:
Schul st raße 7.
Redaktion 112
Verlag u.Exped.e^Abl Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.
leiten.
21«
ien, als ire etc.
in der
ehe
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 14. April 1906.
** Personalien. S. K. H ber Großherzog haben den Chauffeur Gg. Saun auS Rüsselsheim zum Leibfahrer ernannt. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Peter Hartinann aus Mittel-Kinzig eine Lehrerstelle an der Ge- meindeschule zu Zeilhard. Ernannt wurde ber Gefangenaufseher am ProvinzialarresthauS in Darmstabt Abam Rück zum Hausbeschließer im neuen GerichtSgebäube in Darmstabt. In den Ruhestand versetzt wurde der Eisenbahnassistent in ber Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Hch. Schmibt zu Mainz.
** Erlebigt ist die Forstwartei Hirschhorn III. ber Oberförsterei Hirschhorn und die Forstwartei Michelnau der Oberförsterei Nidda, beide mit Wirkung vom 1. Juli 1906 ab.
’* Besitzwechsel. Das Gasthaus zum Rappen, Walltorstraße, ging für 50000 Mk. in den Besitz des Gastwirts Helfer aus Hambonn bei Ruhrort über.
** Revisionen. Gestern vormittag fand eine polizeiliche Revision in hiesigen Wäschereien und Bügeleier, bezugl. Beschäftigung junger Mädchen statt und heute früh eine polizeiliche Milchkontrolle.
WM
MM !
h's Krüge
ejtereweg-
Leben. Im Hererolande zeigt sich seit Jahren, in Cou rriöreS in gefahrreichsten Tiefen in Feindesland hat sich soeben erst beutfeber Opfermut und deutsche Kühnheit, deutsche Ausdauer und deutsche Zähigkeit aufs glünzenste bewiesen. Unser Nationalwohlstand, bas wirtschaftliche unb soziale Leben unseres Volkes hat sich in den letzten 3'/, Jahrzehnten gerabezu rounberbar gehoben unb hebt sich ständig mehr und mehr. Die Produkte des deutschen Gewerbefleißes haben den Weltmarkt in einer Weise erobert, die die Bewunderung, freilich aber leider auch den gar sehr bedenklichen und unfreundlichen, ja zu heftigster Gegnerschaft reizenden Neid unserer Rivalen erwecken. Trotz aller innerer Kämpfe, trotz des ständigen Anwachsens der sich in ihren Hauptorganen immer hetzerischer geberdenden Sozialdemokratie, trotz unaufhörlicher kirchenpolitischer Streitigkeiten, trotz der schroffen Gegensätze der sich immer mehr sondernden und auf das gehässigste regen einander agitierenden Berufe, trotz der viel beklagten Mängel ber Rechtspflege gerade in den größten deutschen Bundesstaaten rc. rc. sind, alles in allem genommen, unsere inneren Verhältnisse doch noch gesunder als in den meisten anderen ettropäischen Staaten. Selbst unser vielgeschmähter Reichstag kann, hält man sich im allgemeinen parlamentarischen Niedergang die Vorkommnisse in anderen Parlamenten vor Augen, den Vergleich sehr zu seinem Vorteil aushalten. Karl Jentsch nennt in einem sehr lesenswerten Aufsatze in dem neuesten Hefte der „Neuen Rundschau" betitelt „Parlainent und Parteien im Deutschen Reiche" mit Recht unsere deutschen Parlamente die fleißigsten der Welt. Wie sehr unser Erwerbsleben^ unser großartiger wirtschaftlicher Aufschwung einen gesunden Boden hat, bezeugt die Tatsache, baß bie schwere Krise bet letzten Jahre nicht tiefere Verheerungen gebracht hat, sondern ein recht flottes Wieder- auffteigen bemerkbar rst. In der sozialen Gesetzgebung und den Wohlfahrtseinrichtungen für die Arbeiter steht Deutschland allen Ländern voran. Schuf doch soeben Frankreich seine Altersversicherungsgesetze deutschem Muster nach. Deutsche Wlffenschaft, deutsches Geistesleben haben nicht mindere Erfolge und ebenfalls noch immer die allerhöchste Achtung in ber Welt, was am meisten Amerika (bei seinem Professorenaustausch) unb Japan, aber auch England und alle übrigen Völker anerkennen.
Ist es schon durchaus angebracht, unberechtigtem ober übertriebenem Pessimismus eutgegenzutreten, so Darf einer froheren Zuversicht heute umsomehr das Wort gerebet werden, weil ein Geist patriotischen Gemeinsinns die vordem leider überhandnehmende Kleinlichkeit unserer Parteien zurzeit erfreulich zurückdämmt. Der Reichstag hat in rühmlicher Erkenntnis und Opferfreudigkert unsere Kriegsflotte auf die Höhe ihrer Ausgabe gebracht, er hat die notwendigen Opfer für die Wehrkraft des Reiches zu bringen sich nicht gescheut trotz aller Finanzmisere im Reiche wie in den Einzelstaaten. Doch nicht weniger wichtig als die Stärke der Waffen ist die Stärke der materiellen Mittel, ist die wirtschaftliche Kraft, und für diese ist ber augenblickliche schwere Kampf um die Reichsfinanzreform ausschlaggebend. Hier bot die Mißgestalt des Negierungsentwurfes und seine bisherige Mißhandlung in der Steuerkommission ein immer kläglicheres Schauspiel und immer trübere Zukunftsaussichten. Wir wollen aber hoffen, daß in dieser Richtung die Osterferien einigermaßen klärend wirken werden. Denn man wird den meisten Herren Volksvertretern wohl daheim zu verstehen geben, wie wenig das Volk einverstanden ist mit den bisherigen Leistungen der Kommission. Daß unsere Parlamente, die großen wie die kleinen, nicht mehr so viel in jeden Quark ihre Nase begraben mögen (siehe oben die Schlußworte des Mephisto), ist leider immer noch ein frommer Wunsch.
Tie Zeiten der stillen Selbstzufriedenheit, wie sie Altmeister Goethe den Bürger am Oster tage mit den Worten preisen läßt: „Nichts Bessres weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen, als ein Gespräch von .Krieg und Kriegsgeschrei, wenn hinten weit in der Türkei die Völker aus- einanderfchlagen", waren freilich idyNischer und friedlicher als die turbulöfen unserigen. Heute soll Deutschlands scheinbar führender erster Staatsmann, will Deutschlands führender Staat überall und überall mit allem und allem (scheinbar auch auf dem Gebiete ber Kunst!) mittun unb unter Umständen sogar sich mit herumschlagen; man will durchaus „Weltpolitik'" treiben, ohne die rechten Fähigkeiten dazu zu zeigen, ja ohne sich überhaupt übet diesen Begriff recht klar zu werden. Diesen Gelüsten gegenüber ist von äußerstem Werte die Aufrechterhaltung der besten inneren Volkskräfte, die Einigkeit des Volkes in der entschiedenen Ablehnung solchen großtuerischen Getriebes. Dann würben künftig die Stiirme, die das deutsche- Reich umbrausen, weniger erschüttern, als es letzthin der Fall gewesen ist. Gewiß ist es erfreulich, daß unser nationaler Sinn gewachsen ish, aber schädlich ist es, wenn er über» schäumend sich äußert. Alle Ucberticibung ist vom Hebet In dieser Beziehung können wir sowohl an den guten (England), als an den bösen Beispielen (den Tschechen unb Polen und — Deutschen in Oesterreich) im Anslanb lernen.
Zum Feste dessen, der ber Welt den Frieden bringen wollte, wäre es wahrlich am allerwenigsten angebracht, zu wünschen, daß Deutschland eine abenteuerliche Politik treibe unb an jedem Konflikt teilnehme. Dennoch aber steht es fest, daß ein Land wie Deutschland immer bereit fein muß, für seine w ah.ren Interessen kraftvoll einzutreten. Ties wird es mit umso größerem Erfolge tun können, wenn es in seinem Innern gefestigt ist, und wenn die Volksgenossen aller Parteien mit Vertrauen und Zuneigung aneinander und an ihren Regierungen hängen.
©ftern.
Die Sonne tönt nach alter Weise In Brudersphären Wettgesang, i Und ihre vorgcschriebne Reise l Vollendet sie mit Donncrgang.
Ihr Anblick giebt den Engeln Stärke, Weil Keiner sie ergründen mag; Tie unbegreiflich hohen Werke Sind herrlich wie am ersten Tag. Und schnell und unbegreiflich schnelle Dreht sich umher der Erde Pracht;
ES wechselt Paradieseshelle
Mit tic<er, schauervoller Nacht;
ES schäumt das Meer in breiten Flüssen Am tiefen Grund der Felsen aus, Und FelS und Meer wird sortgerissen In ewig schnellem Sphärenlauf. Und Stürme brausen um die Wette, Vom Meer aufs Land, vom Land auss Meer, Und bilden wütend eine Kette
vezng-pret-r monatlich 76131, vierteljährlich Alk. 2.20; durch Abholc- u. Zweigstellen monatlich Go Pf.; durch die Post Mk. 2.—viertel- lährl. auSschl. Bettellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnuimner bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpretS: lokal 12Pf, auswärts 20 Pfg.
Verantwortlich für den poliL und allgem. Teil: P. Witiko, fut „Stadt und Sanb*' und ,Gertchtswal*. Ernst Heß; für den Anzeigenteil: Hans Beck.
Der Newyorker zolanischen Konsul
;ersweS1£
Slt teit erwäge'
SVJt'
großartigsten deutschen Dichtung, deS Goethe'schen „Faust" ein; eS antwortet der Geist der Verneinung, des Pessimismus und deS Schalkes, Mephistopheles, mit den vom Erhabensten auf bas Niedrigste herabgestunrnten Worten:
Bon Sonn' und Welten weiß ich nichts zu sagen, Ich sehe nur, wie sich die Menschen plagen.
Ter Heute Gott her Welt bleibt stets von gleichem Schlag Und ist so wunderlich als wie am ersten Tag.
Ein wenig besser würd' er leben,
Hälfst Du ihm nicht den Schein des Himmelslichts gegeben; Er nennts Vernunft rind bratlchlS allein,
Um tierischer als jedes Tier ru sein.
Er scheint mir, mit Verlaub von Etter Gnaden,
Wie eine der langbeinigen Cikaden, Tie immer fliegt und fliegend springt Und gleich im Gras ihr altes Liedchen singt. Und iäg er nur noch immer in dem Grase! In jet>en Quark begräbt er seine Nase.
Dann folgt die ergreifende Schilderung, wie der Glocken- fchall und der Chor der Engel „Christ ist erstanden^ an? Oslermorgen dem am menschlichen Ringen und an menschlicher Ettelkeit verzweifelnden und Ekel empsindenden Faust den Giftbecher von den Lippen nimmt: „Erinnerung hält mich nun, mit kindlichem Gefühle, vom letzten ernsten Schritt zurück. O, tönet fort, ihr süßen Hlmmelsliederl Die Träne quillt, die Erde hat mich wieder!"
Wie Christus nach bem Opfertode, den Schriften seiner ersten gläubigen Jünger zufolge, auferstanden sein soll von den Toten und der Menschheit neues Heil ward, so erivacht um die Osterzeit die ganze Natttr attS der Osterstarre zu neuem Leben und Werden; und wenn man am Osterfeste daS wundervoll Göttliche, das Gute und Schöne um uns mephistophelisch überall auf daS menschliche Alltagsleben unb auch auf die leidige Politik überträgt, so drängt sich unS immer wieder eine Lehre daraus auf, nicht aufzugehen in dem Pessimismus, in kleinlichem Parteien- und Jnteressenstreit, sondern fest- zuhalten oder sich wieder aufzurichten an größeren und edleren Gedanken und Zielen; zunial unserer Zeit in ihrem riesigen Fortschritt entsprechend weitere politische, kulturelle und soziale Aufgaben gestellt sind.
Vor dem Osterfeste dieses JahreS ivard nach langem biploinatischem Hin und Her in einem spanischen Küstenstädtchen der aügemeine Weltfriede fürs nächste gesichert. So haben wir denn im Großen unb Ganzen trotz vielem, gar vielem, doch Grtind, ziifrieden und ruhig, mit dem angenehmen Gefühl einer freilich nur sehr relativen Sicherheit in die Zukunft zu blicken. Der Friede, dem s. Z. ber französische Revanchegedanke nur eine kurze Frist zu gönnen schien, währt nun 35 Jahre. In den vergangenen Jahrzehnten pflegte man schon bei geringeren Verwickelungen die Kriegsgefahr gespenstisch an die Wand zu malen. Diesmal Tourbcn die Ernsthafteren und Einsichtsvolleren trotz allem Kriegsgeheul diesseits und jenseits der Vogesen und diesseits unb jenseits bc6 Kanals vor dem bimflen Punkte zu Füßen des AtlasgebirgeS mit Recht nicht sonderlich erschreckt. Wenn auch das Gleichgewicht der Kräfte, daS sich seitdem, trotz aller Kompliziertheit uub trotz aller schweren Volkslasten, Herstellen ließ, nicht mehr durchaiis vorhanden ist, weyn aiich das Gefühl der Vereinsamung Deutschlands gegenüber einer neuen regen Interessengemeinschaft zwischen Großbritanien, Frankreich, Italien, Japan unb Spanien, zu welchen Staaten sich sogar noch Rlißlanb zu ■ gesellen willens scheint, zu denken gibt — das Gefühl der riesigen Verantwortlichkeit vor ber Entfachung eines europäischen Krieges mb den bamit in jedem, für Deutschland glücklichen ober unglücklichen Falle unsagbar hohen finanziellen Verlusten in •allen bireft oder indirekt (durch Anleihen rc.) beteiligten .Landen, vor den Riesenverlusten des Welthandels wirkt ver- nnehrt für die Wahrung des Weltfriedens. Zugleich darf nins Deutsche die Stellung, bie wir nach schmählicher Zerrissenheit unb Ohnmacht nn Rate unb im Wettstreit der Völker erworben und doch immer noch, wenn auch leider in iarg vermindertem Maße heute besitzen, zuversichtlich erhalten. Wir sind nicht nur immer noch ein in Wehr und Waffen tüchtiges Reich: die tüchtige deutsche Volksart hat ewiges


