Ausgabe 
3.7.1906 Erstes Blatt
 
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der

Oeffenl liche Lesehalle.

Jin Juni wurden

2278 Bände ausgeliehen.

Davon kommen auf: Erzählende Sitte-

des daß der

ratur 1181, Zeitschriften 405, Jugendschristen 199, Versdichtunqen 54, Litteraturgeschichte 13, Länder- und Völkerkunde 64, 5htlt»ir= geschichte 27, Geschichte und Biographien 76, Kunstgeschichte 18, Naturwissenschaft und Technologie 133, Heer- und Seewesen 16, Land- und Hauswirtschaft 9, Gesundheitslehre 10, Religion und Philosophie 30, Staatswissenschaft 17, Sprachwissenschaft 14, Fremd­sprachliches 11 Bände. Nach auswärts kamen 81 Bände.

** Der Nordbezirk desGauIX des deutschen Radfahrer-Bundes hielt am Sonntag ein Einzel- Preis-Straßenrennen über 50 Kilometer und 100 Kilometer auf der Strecke Odenhausen, Kolbe, Biedenkopf und zurück ab. Tic Senioren, und zwar die Aeltesten des

der Ausgewiesene ohne Anwendung körperlichen Zwanges Ausweisung nicht Folge leisten wird.

Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 2. Jui 1906.

Märkte.

Gießen, 3. Juli. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkte kosteten: Butter pr. Pfd. 1.001.10 Mt.. Hühnereier 1 St. 67 Vfg., 2 Stck. 0000 Pfg., Gänseeier 0000 Vfg., Enteneier 7 Pfg., Käse pr. Stck. 68 Ps., Käsematte 2 Stck. 56 Pfg. Erbsen p. Pfund 22Pfg., Linsenv. Pfund 32 Pfg..Tauben pr.PaarO,80l,00Mk., Hühner pr.St. 1,001,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. Stück 1,802,20 Mk., Gänse nr. Pfd. 0000 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfd. 7684 Psg^ Knh- und Nindfleisch pr. Pfund 7072 Pfg., Schweine- leisch pr. Pfund 8086 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 90 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 8084 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 6080 Psg. Welsche per Pfund. Kartoffeln pr. 100 Kg, 6,000,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,008,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepsel vor Pfund 00 bis 00 Pfg., in Körbe», 00 Pfg., Nüsse 100 Stück 5000 Pfg., Birnei» per Pfd. Mk. 0.000.00, Kirschen per Pid. 2530 Pfg., Weißkraut per Stück 00 Pfg., per Zentner Mk. 0.000.00. Marktzeit 71 Uhr.

Temperatur der Lahu und der Lust

in der Mülle r'schen Badeanstalt.

Wasser 16° R.

Aus Stabt und Land.

Gießen, Sen 3. Juli 1906.

** Exkursion. Die Teilnehmer des missenschaftlichen Fortbilöung^kursus für Volksschullehrer un­ternahmen am Sonntag eine dritte geologische Exkursion unter Führung des Prof. Dr. Kaiser. Die Exkursion führte auf das Dillenburgische Gebiet nach Langenaubach, Haiger, Breitenbach und Erdbach. Es nahmen ca. 100 Lehrer teil.

nahme-Erklärung ihres Heimatstaates nicht früher einging. Es soll von jetzt an die Ausweisung auf dem Wege Transportes nur stattfinden, roenn angenommen wird.

Httnft und Wissenschaft.

Heidelberg, 2. Juli. Der Stadtrat richtete mit Rücksicht auf die allgemeiue Besorgnis der Bevölkerung an den Großherzog ein I mm ediatgesuch um A u f s ch u b' der Entscheidung in der Heidelberger Schloßfrage nnb um abermalige Prüf­ung derselben. Es wird in dem Gesuch vorgeschlagen, ein öffent­liches Preisausschreiben für die Erhaltung des Otto Heinrich-Baues im jetzigen Zustande zu veranstalten.

beiträge abhängig gemacht. Die Kammer erklärte sich mit Ausnahme der Sozialdemokraten und der Konservativen da­mit einverstanden. Schließlich wurde das ganze Gesetz ein­stimmig angenommen.

den gegenwartt'gcn Möglichkeit, auf bte Akademie als auf eine Art Zwittergebilde herabzudlicken.

Wesentlicher erscheint seine, allerdings in die Eventual- form gefaßte Bemerkung, der Lehrkörper dürfe nicht vom Gift der Streber ei berührt oder von der S ch w ä ch e des Rang- und Titel wesens befallen werden, und vollends sei jede Spur des lleberlviegens bureankratischer Einflüsse der sichere Tod der Mademie, weil dadurch die unabhängigen Geister verscheucht oder scrngehalten würden.

Das sind Hinweise, die 511 denken geben. Die Akademie in Posen, mit großen Hoffnungen begründet und in schwuncp vollen Ministerreden begrüßt, soll die .Hauptträger ger­manischer Kultur, die Pflanzstätte deutscher Bildung, ^ge- wiflermaßen die Zentrale sein, von der aus die ganze Ostmark mit freien» deutschem Geist befruchtet wird. Wenn nun in diesem Mittelpunkt bureaukratische Strömungen sich geltend machen, wennpersönliche Wichtig-- tuerei, der übelste Beisatz bei aller» ideellen Bestreb­ungen", in Erscheinung tritt, dann eröffnet das nicht gerade günstige Aussichten für die Ausbreitung deutschen Geisteslebens. Die Führer des Polentnms haben großen­teils chre wissenschaftliche Durchbildung auf deutschen Hochschulen erhalten. Sie kennen also das Wesen deutschen Geistes viel zu genau, um nicht gewisse Schwächen der Posener Akademie sofort ihrer eigenen nationalen Sache agitatorisch nutzbar zu machen. Es darf mit dieser Aka­demie nicht dahin kommen, daß sic zum Element oder zum Rückhalt des Geistes wird, von dein die preußische Be­amtenschaft in der Ostmark sich offenbar nur sch»er be­freien kann, zum Schaden des gesamten Germanisierungs- werkes. Wenn irgendwohin, dann gehört in die Ostmark die schlichte, treue, unermüdliche wissenschaftliche Arbeit, getragen und durchdrungen vom Geist der echten aka­demischen Freiheit, von dem neuerdings in der Hochschul- welt so oft die Rede ist.

Aus diesem Gebiet wäre ein Eingreifen des Reichs­kanzlers ganz besonders erwünscht, rechtzeitig genug, um schädliche Tendenzen im Keime zu unterdrücken. Fürst Bülow ist juristischer Ehrendoktor der Universität Königs­berg, der Hochschule einer Provinz, auf die die geschickte polnische Propaganda leider auch allmählich übergreift. Zudem hat Fürst Bülow die Potenftage als die wichtigste innerpolitische Angelegenheit bezeichnet.

Besser als durch neue Kasernen, besser selbst, wie man Wohl sagen darf, als durch die, nicht durchweg erfolgreiche preußische Ansiedlungspolitik, wird die Sache des Deutsch­tums im Osten gefördert durch verständige und gediegene, harmonisch sich aufbauendc und sortpflanzendc Geistes­arbeit der Posener Akadenrie. Sic war gedacht als er­frischendes und imponierendes Kulturorgan, und es wäre ein unersetzlicher Verlust, wenn die belebende Welle in der Oede des Bureaukrotismus oder in dem Klippengennrr sonstiger widerstrebender Einflüsse sich verlieren würde.

Deutsches Reich.

Berlin, 2. Juli. Der Kaiser ist heute früh von Potsdam nach Kiel abgereist. Um 10 Uhr 50 Min. traf der Kaiser in 9(Itona ein, von wo er per Automobil die Fahrt nach Kiel sortsetzte. In Kiel gab der Kaiser im kaiserlichen Jachtklub ein Diner, zu dem geladen waren: Prinz Heinrich und der Gesandte v. Eisendecher; ferner sämtliche vom Kaiser zur Teilnahme an der Nordlandfahrt geladene Herren.

Heute früh ist der Präsident des deutschen ReichZ- vcrsicherungsamtes, Otto Gäbel, verschieden.

Das Abgeordnetenhaus hat heute den vom Herrenhause abgeänderten Entwurf, betreffend das Kom­munalabgabengesetz, abermals in seiner ursprünglichen Fassung angenommen, so daß er wieder an das Herrenhaus zurückgehen muß.

Das Herrenhaus trat heute in die zweite Lesung des Schulunterhaltungsgesetzes ein. Kultusminister Dr. Studt erklärte, daß die Regierung mit der durch die Vorlage bedingten Verfassungsänderung einverstanden sei. Die §§ 1 bis 8 wurden erledigt.

Eine Milderung polizeilicher Härten be­zwecken zwei Verfügungen bc§ Ministers v. Bethmann- Hollweg. Die eine betrifft die Neuregelung der polizei­lichen Behandlung von Personen, die andere sucht die gegenwärtige Ausiveisungen von Ausländern zu beschränken. Der Aufwand der Polizei an Schreibwerk und Kosten zur Ermittelung von Personen steht nach der Ansicht des Ministers vielfach nicht im rechten Verhältnis zum Erfolg. Bei der Ausweisung von Ausländern ist es ferner häufig vorgekommen, daß diese Wochen, ja Monate lang in Polizeihaft gehalten worden sind, »veil die lieber»

Karlsruhe, 2. Juli. In der heutigen Sitzung Zweiten Kammer stand die Schulsrage zur noch­maligen Beratung. Die Regierung hatte ihre Zustimmung zur Vorlage von einer gewissen Erhöhung der Gemeinde-

(X) Großen-Buseck, 2. Juki. In unserem Dorse sand gestern und heute ein Doppel fest statt, das ein schönes Bild des guten Einvernehmens der hiesigen Vereine gab. Die beiden GesangvereineEintracht" undSänger- kränz" feierten gemeinsam »hr Fahnenweihfest, an dem sich sämtliche 8 Vereine des DorscS beteiligten. Am Mittag trafen 24 Vereine aus der Umgegend ein und um 2 Uhr bewegte sich ein langer Festzug durch die Straßen deS schön geschmückten Dorfes nach dem Festplatz an der Gießener Straße. Bürgermeister Schwalb hielt namens der Ge­meinde und der beiden festgebenden Vereine eine Begrüßungs­rede, die in ein Hoch auf Kaiser und Großherzog ausklaug. Frl. Hahn überreichte demSängerkranz" die Fahne, die Präsident Größer dankend entgegennahm; die neue Fahne der .Eintracht" übergab Frl. Mootz. Präsident Schmidt dankte namens dieses Vereins den Frauen und Jungfrauen für die Stiftung. Die Weihe- und Festrede hielt Pfarrer Barth; er wies auf die Bedeutung der Männergesangvereine hin und toastete auf das deutsche Lied. Die beiden fest­gebenden Vereine sangen hieraus daS Weihelied:Fahne, Du bist des Sängers Brants Daran schlossen sich die Lieder­vorträge der teilnehmenden Vereine ans Reiskirchen, 9((ten» Bnseck, Rödgen, Harbach, Beuern, Steinbach, Leihgestern, Trais a. d. Lu»nda, Annerod, Burkhardsfelden, Saasen, Albach, Lindenstruth, Heuchelheim, Watzenborn, Bersrod, Hattenrod, Steinberg, Hausen und Daubriugen. Die vor- getragenen Lieder gaben Zeugnis davon, daß die Vereine fast durchweg sich die Einübung der schönen deutschen Volkslieder sehr angelegen sein ließen. Lebhaften Beifall ernteten auch die vom Turnverein unter Leitung des Turnwarts Dort vor- gefuhrten Stabübungen. Bemerkt sei noch, daß die Fahne derEintracht" von Hißgen-Lich hergestellt wurde, sie zeigt in rotem Grund die Lorelei und die Aufschrift:Bin ich von der Arbeit müde, ist noch Kraft zu einem Liede." Die Fahne desSängerkranz" zeigt auf blauem Feld die Lyra und das MottoWahr im Wort, treu im Gemüt, preis ich hoch das deutsche Lied." Die Feier war aus der Umgegend und von Gießen stark besucht und nahm dank des guten Wetters einen schönen Verlauf.

+ Münzenberg, 2. Juli. In unserem Städtchen, das durch seine alte Burg Wctterauer Tintenfaß ge­nannt bekannt ist, herrschte gestern reges Treiben, galt es doch daS 30 jährige Bestehen des Mili­tärvereins in Verbindung mit dem Kriegerbezirks­fest des Hassiabezirks Butzbach zu feiern. Um 2 Uhr bewegte sich der Festzug von der Burg durch den Ort nach dem Festplatz, der sich auf den schön gelegenen Wiesen zwischen Stadt und Bahnhof befand. Hier wnrde von einem Vertreter des Krcisamts Friedberg die vom Kaiser gestiftete Fahnenschleife übergeben, das Hassia- Präsidium ließ ein Ehrendiplom überreichen. Die Kapelle )cr 23er Dragoner (Darmstadt) konzertierte. Zur Bewäl­tigung des Personenverkehrs gingen auf der Butzbach- Licher Bahn mehrere Sonderzüge.

L Friedberg, 2. Juli. Auch heute steht unsere Stadt noch im Zeichen des 17. Maintal- Sängerfestes. Uni 31/, Uhr bewegte sich der Festzug auf den Festplatz. Auch fremde Sänger, die sich nicht von der weitbekannten Fried­berger Gastfreundschaft trennen konnten, weilen noch in unseren Mauern. Insbesondere machen sich die Frankfurter Sänger mit ihrem unverwüstlichen Humor sowie ihrer Vorliebe für einen guten Schoppen Aepftlwem bemerkbar. Heute kann man erst beurteilen, welche Menschenmasicn hierhergeivandert sind, um der Feier des Festes beizuwohnen, denn gestern

RadklubsGermania" Gießen fuhren die 100 Kilometer ui 4,35 Minuten.

** D asd i es jährig eg roße Fünfziger fest für das in aller Stille umfayendc Vorbcrcitmigen getroffen waren, ist überaus »vurdig und glanzvoll verlaufen. Von den in Gießen kpenöcn nn Jahre 1856 geborenen 112 Männern hatten fick» M bereit finden lassen, die Gießener Tradition weiter zu pflegen, wonach in icdein Jahr die Mitbürger, die ein halbes Jahr-- bundert zurückgelegt haben, gcuieinsani mit ihren Familien ihren Geburtstag festlich begehen. Am Samstag abend waren die Geburtstagskuider im Hotel Schütz (bei ihrem Alterskollegen PH. 9t eitel) zu einem Festessen versammelt. Der Porsilzende des die Geschäfte füllenden Ausschusses A. Dick arö hielt die Be- grußnugsänsi.rache. Das Hoch aus Kesser und Grvßherzog brachte der Alterskollege Oberstaatsanwalt Theobald aus, worauf Ehr. Reiber, als geborenes Gießener Kind, in einem Triiik- wruch auf die Vaterstadt sich in boclsinterossanter Weise über die Entwickelung Gießens in den letzten fünfzig Jahren verbreitete. Der Redner wies darauf hin, wie in seiner Jugend unsere beutü gen von den Fremden bewunderen Anlagen int Entstehen be­griffen waren und loic 3um Beispiel an der heutigen Südanlage mir zwei Häuser gestanden hätten, nämlich die Realschule 'heuti­ges Bürgermeiuereigebä'idc) und bad sogenannte Tintenfaß (Ecke der Franksurterstraße). Dazwischen war alles leer und die da­maligen Gießener schüttelten zweifelnd den Kvpf über die lange Straße, die nur in einem gepflasterten Damm bestand, und be­spöttelten den Gedanken, daß dieser Straßenzug jemals bebaut merben würde. Unsere Garnison beftanb damals aus 36 Mann, deren Kaserne am SelterÄveg lag das heutige Bezirk-Kommando: und vor 50 Jahren waren die Gießener nicht weniger stolz aus ihre Soldaten, wie heutzutage unsere Bürgerschaft stolz ist aus tbr Regiment. Herr Reiber schloß seine Rede auf das weitere Wachten, Blühen imb Gedeihen der Stadt Gießen. Alterskollege Oberst v. Lin den au, toastete auf das Wolst der Mitglieder des geschästsführenden Ausschusses. Fröhliche Laune, die ge­hoben imirbc durch den gemeinsamen Gesang der von Alters­kollegen eigens für die Feier gedichteten Lieder hielten die 0'ünsziger bis zur frühen Morgenstunde zusannneu. Am Sonn­tag vormittag versammelten sich in Steins Garten die Alters- ^llegen fast vollzählig ?unt Frühschoppen, wo Photograph Becker ein Gruppenbild ausnabm. Gestern nachmittag gegen 3 Uhr wimmelte es auf allen Zugängen zum P h i l 0 s 0 p h e 11 w a l d von Mannern, F-rauen und Kindern. Mehr als 400 Teilnehmer hatten sich in dem mit Wappen, Fahnen und Tannengrün festlich geschmückten ^oaal des Philosophenivaldes zum gemeiiisamen Kafsee- trinkcn eingefunden. Oberst v. Lindcnau hatte für dielen Festtag die gesamte Kapelle der 116 er zur Verfügung gestellt, die vom Meister Krautze selbst dirigiert wurde. Draußen im Walde h>ar für die Unterhaltung der Kinder bestens gesorgt. Mit Stolz zeigten die Buben den Eltern das Scheibenbildchen, das die besten Schützen mit der Bolzenbüchse durchlocht hatten. Die Mädchen vergnügten sich mit Ballspiel und Reisensvrmgen usw. Der Ausstieg eines Luftballons bildete den Schluß der Ver­anstaltung im Freien. Gegen 8 Uhr wurde das geineinfame Mend- eft'en eingenommen. Oberst v. Lindenau feierte in längerer Rede mit» in schwungvoller Weise, die Frauen und Familien der Fünsziger, er erklärte u. a., er habe bemerkt, daß bei den Alterskollegen der Storch gar sehr häufig eingekehrt sei und daß man sich darüber freuen müsse, weil in unserer Jugend die Zukunft des deutschen Vaterlandes begründet sei und in ihr auch das Glück der Familien liege. Ten Schluß der Ver­anstaltung bildete ein Tänzchen, an dem sich die Fünfziger fefrr zahlreich und fleißig beteiligten.

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' stand auf dein ungeheueren Festplatze Kopf an Kopf, während man heute, nachdem eS etwas leerer geworden ist, sich eher ein Urteil über den Besuch bilden kann. Ueberall hört man fröhliche Lieder erschallen, und man kann nur ein Lob hören über die Veranstalter deS Festes, sowie die städtischen Be­hörden, die sehr viel zur Verherrlichung deZ Festes beige-, tragen haben.

§ Treysa, 2. Juli. In einer Sandgrube von nur etwa 2,5 m Tiefe, blätterte während dem Ausladen von Sand ein ungefähr 5 m langer, oben 2030 cm bider 1,5 m hoher Erdkeil ab und schlug den Fuhrknecht x}0(). chwa lm tat. Wäre die Sandgewinnung nach den bestehenden Bestimmungen betrieben worden, so hätten sich der Grubenbesitzer und die Mitarbeiter des Getöteten jetzt nicht vor Gericht zu verantworten. Eine bessere polizeiliche Uebertvachung der Sandgruben und Steinbrüche wäre sehr dienlich.

A Sichenhausen, 1. Juli. Die hiesige Ge­meinde ließ im verflossenen Jahre ca. 20 hessische Nor­malmorgen .Hutweiden undDedungen meliorieren. Der Erlös der diesjährigen Graserntc für das verbesserte L-lück betrug über 600 Mark. Die Meliorationskosten beliefen sich auf 2000 Mark.

~ Weilburg, 2. Juli. Unsere im schönsten Teile des Lahntales belegcne Stadt,die Perle des Lahntals", reistet sich zur Feier ihres t a u s e n d j ä h r i g e n B e st e h e n s. Tas Fest, von dessen Verlauf man sich viel verspricht und zu dem ein starker Zufluß von Fremden zu erwarten steht, wird in der Zeit vom 18. bis 21. August begangen werden. _ Den Hauptanziehungspunkt dürfte das am 19. August im epheuumrangten Schloßhofe des altehr- »vürdigen Schlosses zur Aufführung kommende Fcst- Ipiel, sowie der sich an dasselbe anschließende histo­rische Festzug bilden. Tas von Hofrat Dr. Spiel­mann in Wiesbaden verfaßte Festspiel'schildert die letzten Lebenstage des Königs Konrad I. von Franken, der am 23. Dezember 918 in Weilburg starb und sterbend seinem Bruder Eduard auftrug, sein Szepter und Krone, sowie die übrigen Abzeichen der Königlichen Würde seinem bis­herigen Gegner, dem Herzog Heinrich von Sachsen, zu überbringen. _________

* . K' le ine Tageschronik. In Hagen wurde auf dem Valmhose die ^raii eines Bauunternebmers, die ihren achtjäbrigen «ohn, der ans das Gleis geraten war, retten wollte, sann ihrem ^okn» von dem Schnellzug Franksnrt-Siegen erlaßt und sofort g e tötet. Am 2. Juli stürzte bei einer Hebung des Feldart.- Regts. 33 im Gelände bei Metz die Lakette eines Geschützes in einer Erdmulde um, wobei einem Kanonier der Schädel völlig zertrümmert wnrde, »vährend zwei andere Soldaien schrvere Ver­letzungen erlitten. Ein Kanonier erlitt einen schweren Beinbruch, der andere eine Verletznng am Schädel. Ter Getötete diente im ersten Jahre. Am 2. Juli suhr ein Chauffeur mit seinem voll­besetzten Automobil in den Schliersee, glücklicheriveise ohne durch seine Unvorsichtigkeit Unheil anznrichten. Vo,i den Insassen des Fuhrwerks kani "Niemand zu Schaden. Ter Chanffenr iiahni sich aber den Voriall derart zil Herzen, daß er in den See sprang rind ertrank. In Cotlale (span. Provinz Valencia) ivollte die Bevölkerung ohne Erlanbnis der Behörden ein Stier- a csech t veroiiftoltcn.. Als das Fest vor sich gehen sollte, erschienen Polizisten, die die Vorstellung verhindern wollteii. Tie aufgeregte Menge bewarf diese mit Steinen, »vorauf die Polizisten von ihrer Waffe Gebrauch viachten. Bei dem entstehenden Handgemenge wurden zwei P e r s 0 »r e n^ t ö t l i ch nnd eine Anzahl leichter ver­letzt. Die Exkaiserin Charlotte voll Mexiko erlitt bei einem Fall int Park des Resideuzschloffes Bonchont (Belgien) eine Verrenkung des Ellenbogens. Als der deutsche Geueral- kouslil vou Her ff, der Generalkomuiiffar der deutschen Aus­stellung in M a i l a >l d sich mit Familie in einer Troschke znr Einiveihnng der bulgarischen Ausstellling begab, ging das Pferd der Troschke, in der er fuhr, durch. Der Wagen wiirde gegen einen Straßenbahnwagen geschlendert und zertrümmert. Ter General- koiislil und seine Gemahlin wurden ernstlich, aber nicht tebens- geiährlich verletzt an Llovß Rucken nnd Beine,». Tie Kinder kamen nut unbedeutenden Verletzungen davon. Ter japanische DampferHinode Man»" ist in der Nähe von Sasebo infolge Znsammenstoßes mit dem Tain vierNicht Pen Marn" gesunken. Ein Teil der Besatzung nnd der Passagiere konnten gerettet werden, 27 Pers0nen ertranken.

Höchste Schlachtoiebpreise in Frankfurt a. M.

Fleischpreise in Gießen

Ochsen

Kälber Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 78-81 Mk.

'/7 Kg.Schlachtgew.96 100 Ps.

V» 7374

7, Kg. 76-84 Pfg.

7, , 8084 , 7, 80-86

Getteidepreise in Mannheim

Brotpreise in Gießen

Wetzen 100 Kg. 19.20-00.00 Mk.

Roggen 100 Kg. 17.70-00.00 Mk.

Weißbrot 2 Kg. 54 Psg. Schwarzbrot 2 51g. 50 Pfg,