Ausgabe 
1.12.1906 Drittes Blatt
 
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Nr. 283 «v Drittes Blatt

156. Jahrgang

Samstag 1. Dezember 1906

CxWtm ttglto mti HuHtQ^mt bd Sonntags.

Dielerntet JarallUnbläfter* werden dem ,yn<ciaex otermal wöchenlllch betg-legt. Ter «yefftjchtz CaoOwUr a|d)cttU monaUid) einmal.

Eichener Anzeiger

Rotationsdruck anb Verlag der 6töbl*14W UnwerstlälSdruckerei. 8L Bangt,kN».

Redaktion, Expedition o Druckerei Txbukltr

Tel. Nr. 5L Tetegr,-Ldr.; tln^ctga Äu&»

General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen.

DaS Anncuer Unglück.

Nach den neuesten Feststellungen sind 30 Dersonen tot und 62 schwer verletzt und löO bis 180 leicht verletzt.

Im Marienhospital wurden bisher 70 Personen^ver- bunden. Etwa 40 Verletzte werden dort gepflegt. Sechs Personen wurden tot einaeliefert oder sind später gestorben. Im Diakonissenhaus sind 20 Tote und 40 Schwerverletzte eingeliefert worden, von denen 5 starben. Etwa 200 Per­sonen wurden dort verbunden.

Der strömende Regen, der in der Nacht niederging, hat viel zur Beseitigung jeder Gefahr Leigetragen. Die Ander gehen zur Schule, die Schaufenster werden repariert.

Die Staatsanwaltschaft stellt eifrige Nachforschungen nach der Ursache der Brand-Katastrophe an; sie vermutet, daß das Roburit-Werk sich auch mit der Herstellung anderer Stoffe befaßte, für welche ihm Konzession nicht erteilt war. Infolgedessen ging sie zur Beschlag­nahme sämtlicher Bücher jener Firma über und ordnete die Vernehmung der höheren Beamten für die nächsten Tage an.

Diese Auffassung gewinnt an Wahrscheinlichkeit. Damit stimmt auch die Aussage eines verletzten Schlossers überein, der bei den Löscharbeiten mithalf und behauptet, die Kata­strophe könne nur durch ein Verbrechen herbeigefüh-rt worden sein. Dabei stütze er sich darauf, daß Dynamit­patronen gefunden worden seien, die nicht in der Fabrik hätten aewesen sein können. Auch ein Polizist habe am TonnerHtag morgen noch 5 Patronen in der Hand gehabt. Ter Mann war lange in der Fabrik beschäftigt und sagte, daß seit einem kleinen Unfall, bei dem ein Arbeiter einen Tau men verloren habe, Patronen nicht mehr geduldet seien. Nur ein Fremder könne eine solche in die Fabrik gebracht haben. Diese Aussage scheint nicht belanglos zu sein. Die scharfe Bewachung des Direktionsgebäudes wird fortgesetzt. Drei Schutzleute sind im Hause postiert, von denen einer den Auftrag hat, in kurzen Abständen alle Räume des Hauses zu durchsuchen. Die Gerichtskommission aus Bochum nahm eine Besichtigung der Bücher vor und begab sich hierauf zur Brandstätte. Ein Chemiker sprach seine Verwunderung über die gefundene Zündschnur aus und über die Zündhütchen, die im Freien lagen. Ein Korrespondent bat ein Kistchen mit Sprengkapseln spielen­den Kindern entrissen.

In der Fabrik sollen Dynamit und Zündhütchen ge­lagert haben, was nach den Angaben von mehreren Seiten unstatthaft war.

Auf Anordnung des Regierungspräsidenten in Arns­berg ging ein Polizei-Kommissar mit 12 Pvlizeibeamten nach Annen, um die Absperrungsmaßregeln zu verschärfen, da das Publikum in großen Massen zur Unfallstelle strömt.

In Dortmund fand eine Besprechung der Katastrophe statt,' an der Oberpräsident von der Recke, Regierungs­präsident Frhr. v. Coels und die Oberbürgermeister Dr. § ar mann und Dr. Schmieding teilnahmen. Es wurde darauf hingewiesen, daß man in Fachkreisen in dem Vor­handensein von Roburit-Sprengstofssabriken inmitten des Industriegebietes keine besondere Gefahr gesehen hätte. Man war der Meinung, daß in Brand geratene Mengen von Roburit, ohne eine Explosion zu verursachen, verbrennen Würden. Seinerzeit sei oie mir gleichem Sprengstoff ge-

Dcr Kaiser und derLimplizissimuS".

Man schreibt unS aus Verl in von befreundeter Seite:

Tie Berufung Bruno Pauls, des bekannten Zeich­ners desSimplizissimus", war noch längst nicht in Er­wägung gezogen, da erzählte man sich in solchen Kreisen her Berliner Gesellschaft, die beanspruchen dürfen, als unter­richtet zu gelten, der Kaiserwisse überhaupt nichts von dem Vorhandensein des Münchener Witz­blattes. Es wurde versichert, daß dessen Name noch nie in Gegenwart des Monarchen genannt worden sei und er nie eine Nummer davon zu sehen bekommen habe. Diese Er­zählung war auch unter den Künstlern Berlins im Um­lauf. Cie entspricht nicht der Wahrheit Ihr Ursprung aber erklärt sich vielleicht dadurch, daß der Kaiser, wenn irgend jemand in seiner Nähe denSimplizissimus" er­wähnt, die Aeußerung zu tun pfegt:Ich kenne denSim- pl^gsimus" nicht." Selbst! orständlich will der Kaiser bamil nur anbeuten, daß er bad Blatt nicht zu kennen wünscht und nicht gewillt ist, sich über irgend einen Gegenstand zu unterhalten, der mit dem Blatte in Ver­bindung steht. Sicher ist, daß der Kaiser unter den Zeit­ungsausschnitten, die täglich für ihn zusammengestellt wer­den, häufig genug Artikel desSlmplizissi- muS" vorge legt erhalten hat, und ebenso sicher ist es, daß der Kaiser schon manches unzerschnittene Exemplar deSSimplizissimus" in Händen g e ha b t h a t. AlS dem Kaiser Bruno Paul für den Posten deS Direktors der Kunstgewerbeschule vorgcschlagen wurde, machte man ihn zugleich darauf aufmerksam, daß Der Künst­ler amSimplizissimus" beteiligt sei. Auch bei dieser Ge­legenheit gab der Kaiser nur Sie bündige Antwort, den Simplizissimus" nicht zu kennen, und so kam in diesem Falle der grundsätzliche Standpunkt bßj» Monarchen einem Manne vomSimplizissimus" selbst zu statten.

Die Kolonialdebatte im Reichstag, in

R. Berlin, SO. November.

In den Wandelgängen erzählte man heute, Fürst Bülow werde noch einmal in die Kolonialdebatte eingreisen, und man hörte die Vermutung äußern, daß die in Aussicht stehende, angeblich auf neue Sensationen abzielende Rede des Ent­hüllungs-Spezialisten Erzberger den Kanzler alarmieren werde. In der Tat fuhr die .NeichS-Equipage^, durch den wehenden Federbusch deS LeibdienerS gekennzeichnet, um die Zeit des Beginns der Sitzung vor dem ParlarnentSgebäude vor, aber Fürst Bülow blieb fürs erste dem Sitzungssaale fern, wohl weil ihm die Rednerliste auSwieS, daß einstweilen keine un­gewöhnlichen Eröffnungen zu gewärtigen waren.

Abg. Sattniann, der Wortführer der Wirtschaft. Ver­einigung, erschöpfte seine flüssige Beredtsamkeit in einer Wieder­holung und Ergänzung des von kräftigem Optimismus ge­tragenen VortrageS, den er vor kurzem in einer Versammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft gehalten batte. Er zollte dem ,herzerfrischenden Zielbewußtsein* Dem- burgs alle Anerkennung, empfahl ihm aber, daraus zu dringen, daß in Sachen der englischen Grenzverletz­ungen in dwestafrika ein »kalter Wasserstrahl« von Berlin nach London gerichtet werde. Dieser Wunsch dürste kaum in Erfüllung gehen.

Ein KabinetSstück besonnener Kritik an den kolonialen Verhältnissen lieferte Abg. Schrader (Fr. 23er.).

Dann kam der Enthüllungs-Parlamentarier zum Wort, Abg. Erz berg er. Er hatte von Anfang an das Ohr das Hauses, und das umsomehr, als er erklärte, im Auftrage seiner Fraktion zu sprechen. Ta gab es nun zunächst eine scharfe Abrechnung mit dem NeichSkcknzl er, der dem Saale noch immer fernblieb. Die vorgestrige Rede des Fürsten Bülow erhielt eine schlechte Zensur: er habe noch nie so ungeschickt gesprochen. Zweierlei hat dem aufs äußerste gereizten Volkstribun aus Schwaben mißfallen: die Art der Beurteilung deS Falles Poplau, und die General- anschuldigung, die der Kanzler an die Adresse der Preffe gerichtet habe (Kolonialskandale). Mit schneidendem Hohn .enthüllte* Erzberger dem leitenden Staatsmann, daß die Ausbildung in einer Zeitungsredaktion den hohen Verwaltungsbeamten, einschließlich deS höchsten, nur von Nutzen sein könne. Fürst Hohen- lohe z. B. wäre schwerlich der Mann gewesen, als Chef- rebatteur zu fungieren, denn er hätte, wie seine ^Denkwürdig­keiten beweisen/ nicht daZ NedaktionSgebeimnis wahren können. Wie Erzberger über dießiebe zur Wahrheit", die er für sich uneingeschränkt in Anspruch nahm, bei den leitenden Reichsbeamten denkt, verriet er nicht. Er ließ sich daran genügen, seine Wahrheitsliebe in Gegensatz zu stellen zu den ,selbstsüchtigen Motiven der Kolonialschnorrer", worunter ec Leute verstanden wißen wollte, die deS geschäftlichen Vorteils wegen in Kolonialschwärmerei machen. Ter neue Kolonial- direktor Dernburg fand Gnade vor den Augen ErzbergerS. ,ES steht endlich einmal eine intelligente Kraft an der Spitze des KolonialamtS!* Große Heiterkeit, in die Dernburg einstimmte. Tie stolze Genugtuung ErzbergerS über die Kündigung der Vertrage mit Tippelskirck und Wörmann war nicht unberechtigt; diese Kündigung ist zweifellos wesentlich auf sein unermüdliches Drangen hin er­folgt, und die grimmige Ironie, mit der der Zentrumsmann der geschäftstüchtigen .Exzellenz Pob* gedachte, weckte ein lebhaftes Echo im Parkett. Eindruck erzielte Erzberger durch die sensationelle Mittelung, daß in einer unserer Kolonien schwarze Fonds und schwarze Kassen geführt werden, auS denen Bedüfnisse Deckung finden, die nichtSweniger als amtlichen C h arakter tragen. So seien tu a. Pilsener Bier, Lackstiefel angeschaffl worden, und das im Machtbereiche eines bisher als un­bedingt einwandfrei geltenden Vcrwaltungsbsamten, dessen

Namen zu nennen Erzberger zunächst ablehnte. Der Unmut der Volksvertretung über diese Untergrabung des parL Budgetrechts war allgemein, der Schatzsekretär Frhr. v. Stengel fuhr nervös von seinem Sessel auf und sprach erregt mit seinen Räten. Herrn Dernburg. aber schien eS warm zu werden im prall sitzenden schwarzen Nock. Er machte sich zwar fort- gesetzt Notizen für eine Entgegnung, aber gegenüber solcher rhetorischen und kritischen Hochflut überkam eS ihn schließlich wie Resignation. Tie Leistung Erzbergers mußte in der Tat Staunen erregen, sowohl physisch, als auch in Hinsicht auf das von ihm beigebrachte Material. Als Kolonialkritiker hat er heute einen Rekord aufgestellt, der so leicht nicht er­reicht, geschweige denn geschlagen werden dürste. Bebel und seine Mannen sind schier .Waisenknaben* gegen diesen Jung- ZentrumSmann, zu dem sie mit einem gewißen Neid hinauf- blickten. Die Herren vom Zentrum aber, der maßvolle Dr. Spahn einbegriffen, machten fein Hehl aus ihrem Stolz auf ihr jüngstes und unbestreitbar redegewandesteS Mitglied, dem auch drastischer Witz zur Verfügung steht. Er übte ihn u. a. am früheren Kolonialdirektor Erbprinz zu Hohenlohe. »Der Prinz kam, nahm Vorschuß und verschwand.*

Zweieinhalb Stunden lang hallte der Erzberger'sche Nededonner durch den weilen Saal, dann kam die Abwehr vom NegierungStisch, zunächst seitens des SchatzsekrelärS Frh. von Stengel. Er suchte ruhigen, bcstunutten Tones die finanztechnischen Bemängelungen ErzbergerS zu ent kiästen. Einzelnes sich für später vorbehaltend. Entsprechend gründlich zu antworten, erklärte sich allch Solonialbircftor Dernburg außer stände, aus Mangel an Aktenmaterial. Die Aufklärung werde in der Kommission gegeben werden. Dankbar erkannte Dernburg die Bereitwilligkeit ErzbergerS an, von dem ihm zugegangenen Beschwerdematerial das Wesentliche der Kolonialverwaltung mitzuteilen und dadurch die rechtzeitige Einleitung einer Untersuchung zu ermöglichen. Im großen und ganzen ging Dernburg fein säuberlich um mit demKnaben Erzberger*; ein gewißer Respekt sprach aus des ersteren Worten, vielleicht auch das Bestreben, mit der ausschlaggebenden Pattei in Fühlung zu bleiben, damit derKolonial-Staatssekretfir" und verschiedenes andere nicht nochmals in die Brüche gehen. Geschickt stellte Dernburg seinen unbegrenzten Respekt vor dem Etatsrecht des Reichs­tags in den Vordergrund.

Ein halb komisches, halb ernstes Durcheinander von persönlichen Bemerkungen, in denen von Hausierern und Kolporteuren, mißverstandenen Briefen und Beschimpfungen die Rede war, schloß die Sitzung. Morgen hofft man mit der Kolonialdebatte zu Ende zu kommen.

I ..... .........

füllte Fabrik in Castrop ohne Explosion ausgebrannt Tiefer Ansicht müsse auch der Betriebsleiter Dr. Kunz ge­wesen sein. Schließlich wurde ein Komitee zur Unter* tützung der Betroffenen gegründet.

Die Kaiseri n ließ ben Angehörigen der Verunglück­ten ebenfalls durch den $encraTci)jutanten v. Scholl ihr Beileid übermitteln und wies zugleich einen größeren Geld­betrag aus ihrer Schatulle zur Linderung der au'genblick- licben Not an. Zum .Hilfsfonds für die Hinterbliebenen tiftete die Essener Kreditbank 5000 Mk., die Gußstahlfabrir ebenfalls 5000 Mk., die Roburib-Gesellschast 20 000 Mk. Ferner läßt die Stadt Witten auf ihre Kosten die entstan* lenen Häuserschäden ausbesjern und trägt die Begräbnis* kosten für die Opfer der Katastrophe. Es bildete sich ein Hilfskomitee mit dem Generaladjutanten v. Scholl, dem Oberpräsidenten, dem Regierungspräsidenten und dem Bürgermeister an der Spitze. In einer außerordentlichen Stadtverordnetcnsitzung zu Bochum teilte der Oberbürger* meister mit, daß das Kartell der Pulver- und Dynamit- fabrikcn 25 000 Mk. als Spende angekündigt habe. Es wurde beschlossen, daß jene Einwohner, die infolge der Explosion ihren Haushalk nicht weiterführen können, Gut­scheine für Speisen und Nahrungsmittel erhalten sollen. Man hosst den Wiederaufbau der zerstörten Fabrik ver* hindern zu können.

Eine militärtechnische Kapazität schreibt uns: lieber die EntstehungSursache b?r v?rheerenden (H-plofwnen in ber Nolmritfobrik Ardey ein abgesch^ossen'-s Urteil abzugeben, ist noch nicht möglich. Robur't ist ein sog. Sicherhuts'p'rengstosf, der militär'sch bcde' t mgslos ist und nur im Bergwerksbetrieb Ver­wendung findet. Während man für den militärischen Gebrauch möglichst brisante Sprengstoffe bon größtmöglicher Vcrbrenn'.mgA- geschwindigkeit benuht, begnügt man sich im BergwerkAbettieb mit weit geringeren Wirkungen, wenn die Sicherheit d's Betriebs dadurch erhöht werden kann. So haben die in bet Armee zur Abwcnd mg gelangenden Sprenaßo"e Detonat'oi'Sw^chwind'>k:'.ten von rurb 7000 Meter in ber Sekunde, während Ammonialsalvttcr- speengstosfe nur auf rund 4000 Meter kommen. Dafür haben aber letztere den Vorzug niederer ExplosionStemperatiiren; sie zünden die brennbaren Grubengase meist nicht und geben also auch nicht zu schlagenden Wettern Veranlassung. Roburit ist ein solcher Sprengstoff, und ttoar einer der ältesten, der schon feil etwa 20 Jahren hergestellt wird und sich bisher stets bestens bewährte. Er besteht chemisch aus zweifach nitriertem Chlor­benzol (etwa 10 Vroz.), Ammoniattalveter (zu 87 Pro'5 und kleinen anderen Beim ngungen, w'e Ammoniumsülsat und K'alium- pcrmangaiiat Roburit kommt als gebe meh.'iae Substanz in den Handel und wird bon den Chemikern für so ungefährlich ge­halten, baß es, in wasserbichten Patronen in Kisten berpackt, sogar als Stückgut im Eisenbahnberkel)r zugelassen wirb. f-.Für gewöhnlich brennt Roburit. an ber Lust ruhig ab. Die erste Explosion tret nun aber im Mischraum ein, es handelte sich hier also gar nichtum das fertige Produkt, sondern um eine seiner Vorstadien, in denen eS natürlich, wie jedes Arbeiten mit Sprengstoffen, gefährlich ift Wie die weiteren Ex­plosionen entstanden sind, ist weniger erklärlich, da Roburit sonst nur mit Hilfe einer sog. Jnitialzündnng (KnallquecksilbcrsapseÄ u. berg!) zur Explosion gebracht werden kann, und cs, nicht wahrscheinlich ist, da) größere Mengen Patronen sprengfertig, d. h. mit Initialzündung berfehen, lagerten. Möglich wäre eS, baß beim Verbrennen sehr großer Mengen des Sprengstoffes in verhältnismäßig kleinem Raum der Truck schließlich so weit steigen kann, baß ber Rest doch explodiert. DaS ist die einzige Er­klärung, die möglich erscheint. Sicher ist, baß in der festen Ueberzeugung bon ber Ungeführlichkeit des RoburstZ große Mengen in berhÄtnismaßig engen und auch massiben Räumen lagerten, und wo alle Gebäube nur aus leichten Baracken bestehen.

2hid S.aOt uno aan0»

Gießen, den 1. Dezember 1906.

** Das nächste Schwurgericht wird lediglich über zwei Fälle zu befinden haben: Montag, 3. Dezember Vormittags 9l/t Uhr soll gegen Karl Luh von Gießen verhandelt werden. Die Anklage vertritt Gcrichtsassessor Dr. Hetzel, zum Verteidiger ist Rechtsanwalt Dr. Jung bestellt. Dienstag, 4. Dezember, Vormittags 9 Uhr: Franz Jakob Szczodrorski von Blumenstcin. Anklagevertreter ist Staatsanwalt Renß, Verteidiger Justizrat Wetdig. In beiden Fällen handelt es sich um vorsätzliche Brand­sti f t u n g.

** K u n st v e r e i n. Tie Gemälbe-Ausstellnng am Brand hat diese Woche wieder eine durchgreifende Aenderung erfahren; es sind über 50 Gemälde neu zu ben bereits aus­gestellten Kollektionen des Bildhauers M. Sckauß und Maler R. Eschke zur Ausstellung gelangt. Unter den neu ausge­stellten Bildern befinden sich Kollektionen von 9t Bücht- g er-München und H. Dietz-Darmstadt. Sehr beachtens­werte Bilder sind noch weiter eingereiht worden, von O. Erdmann-Düsseldorf:Bittgesuch", von W. Scholkmann- Worpswede:Tas ließe Geld" undDie Großeltern", von C. v. Breuning-Wien:Stilleben" usw. Auch Werke der Plastik sind neu ausgestellt von I. Jochheim-Durmstadt: Büste des Hofschauspielers Hacker" und von C. Retzlaff- Tetmold:Der erste Schreibünterricht". Ferner sei noch darauf hingewiesen, daß die gegenwärttge Ausstellung nur noch 8 Tage einschließlich zweier Sonntage ausgestellt bleibt. Für das kommende Jahr neu binzuttetenden Mitgliedern ist der freie Besuch ber Ausstellungen mit ihren Familien­angehörigen schon von jetzt ab gestattet Die Liste zum Einzeichnen liegt im Ausstellungssaale offen. Die alljähr­liche Verlosung unter den Mitgliedern des Kunstoereins findet voraussichtlich am 15. b. M. statt

* lieber eine Agrarie rverfamrnlung in ®re benhain hoben wir in unserer Sir. 271 einen sehr ausführlichen Bericht -veröffentlicht. Ein in Frankfurt er­scheinendes winziges Blättchen, betiteltBund der Land- iuirte*, hatte bald daraus behauptet, daß dieser Bericht wicht ben Tatsachen entspreche. Tas ist unferm Berichterst^-^-'- : I Umwegen zu Obren gekommen, und er schreiti

Sehr geehrter Redaktion biene zur geneigte01^6 Preise, ber Bericht in Nr. 271 desG. A." sachgemä'^,' ; i -p vollstänbiq ber Wahrheit ents pri Quill \

Nr. 47 vom 25. November 1906 imBund bi |

bient beshalb mebriger gehängt zu werben. Ju «CltCtetVCß U J Tätigkeit als Korrespondent für Zeitungen ist daß der Vorwurf ber Jnobjeklivirär gegen