Ausgabe 
17.1.1906 Erstes Blatt
 
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Nr. 14

Mrsaeivi

tntfeet Sonntags. Lern Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesfifchen Landwitt die Siehener Familien, blätter viermal in der

Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Ver­lag der Brü h l'schen Univerl.'Buch-u.Stein- drnckeret. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schul st raße 7.

Redaktion 112

Verlag u.Exped.^^51 Adresse für Deoelchen:

Anzeiger Gießen.

Erstes Blatt

156. Jahrgang

Mir- md Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen

monatlich 6b Pf.; durch diePost 2)iL2. viertel« jährl. ausschl. Beslellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesmnmner bis vormittags 10 Uhr. Zeilenoreis: lokal 12Pf^ auswärts 20 Pig.

Verantwortlich für den ooltL und atigern. Teil: P. Witt ko: für Stadt »Md fianb" und Gerichtsaal*: Ernst Heß-, für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Mittwoch 1906

O nnmatlich75Pchvi^tel.

Uchemr Anmaer

General-Anzeiger ***

Die yeuiiqe Kummer umfaßt 12 Seiten.

Die ZLcichsrestrerung und das Aucss.

Man schreibt uns:

Ein Jurist, im Nebenberuf Reserveoffizier, hat einen Beleidiger nicht vor die Pistole ges ordert und der militärische Ehrenrat erkannte deshalb aus schlich­ten Abschied. Und Kriegsminister v. Einem er­klärte im Namen des Reichskanzlers, solange der Schutz der Ehre durch das Gesetz ungenügend ist, solange müsse darauf bestanden werden, daß ein Offizier für angetane Beleidigungen sich s e l b st G e n u g t u n n g schaffe. Tue er das nicht ,so sei er eben nicht wert, Offizier zu sein.

Man hat der Berliner Regierung für diese Aufrichtig­keit eigentlich dankbar zu sein, denn man weiß nunmehr doch, wie man daran ist. Reichskanzler und Kriegsminister sind unbedingte Anhänger einer Sitte, die das Gesetzbuch mit Strafe bedroht, wenn auch mit verhältnismäßig ge­ringer Strafe im Vergleich zu anderen Vergehen wider das Leben. Sie wünschen das Tuell nicht, aber sie halten es in manchen Fällen für unumgänglich notwendig. Neu ist das nichts denn es war bisher stets die Gepflogenheit der Reichsregierung, das Tuell in Schutz zu nehmen, nur hat man das nie so unverhüllt getan, wie jetzt. Man weiß, daß Duellanten in erster Linie auf die kaiserliche Gnade hoffen konnten. Nicht einer von den Leuten, die wegen Tuellvergehens zu längeren Festungsstrafen ver­urteilt worden waren, hat seine Strafe voll abgebüßt. Daran will ich nicht Kritik üben, denn es handelt sich um ein unantastbares Kronrecht. Aber die Tatsache beweist, wie man an höchster Stelle über das Tuell denkt, und die Regierung hat den Mut, offen zu^ugestehen, daß ihre An­schauung die gleiche ist.

Darüber, daß das Tuell weder dem göttlichen noch dem menschlichen Gesetz entspricht, brauche ich woyl kein Wort mehr zu sagen. Daß das Gesetz den Anlaß zum Duell, die Ehrenkränkung, nicht entsvrechend bestraft, ist ja richtig, aber das wird nie geschehen können, solange wir in Deutsch­land so verschiedenerlei Ehrbegriffe haben, solange in praxi die Ehre 'eines Grafen, oer ein Gesinnungslump ist, höher steht, als die des ehrlichen und rechtschaffenen Ar­beiters. Der Offizier hat bekanntlich eine ganz be­sondere Ehre, der Korpsstudent auch. Das Gesetz müßte also, wollte es den Anschauungen dieser Kategorien gerecht werden, Beleidigungen von Offizieren und Studenten be­deutend schwerer bestrafen, als Beleidigungen gewöhnlicher Sterblicher, ansonst eben der Offizier und der Student sich das Recht der Genugtuimg selber nimmt. Ter Reichs­kanzler hat tum ganz besonders darauf verwiesen, daß bei der jetzigen Beurteilung von Ehrkränkungen durch das be­richt das Tuell ein notwendiges Nebel sei, und er hat tröstend auf die bevorstehende Reform des Strafrechts hin- gedeutet. Das ist eine Ausrede, die aus den erwähnten Gründen ewig Geltung haben wird, solange es nicht einen einzigen Ehrbegriff geben kann. Und darum wird das Duell, soweit die Regierung in Betracht kommt, auch bleiben; von ihr sind ernstliche Maßnahmen nicht zu erwarten.

Es ist von Vorteil, das zu wissen. Der Unfug soll also bleiben,, er ist sanktioniert durch den Reichskanzler und den Kriegsminister und rubriziert nach wie vor weiter unter dem Schlagwort: deutscher Mannesmut.Lieber das Leben als die Ehre!", hat Herr v. Tiedemann im Reichs­tag mit Emphase ausgerufen. Schön! Richtiger wäre es gewesen, wenn er gesagt hätte: Lieber das Leben des an­deren! Wenn ein niederträchtiger Kerl einen rechtschaffenen Mann beleidigt, hat dieser die traurige Verpflichtung, sich der Pistole des niederträchtigen Kerls gegenüberzustrllen doch, schweigen wir lieber von dem haarsträubenden Unsinn, von dieser vergifteten Kinderklapper, die wir aus dem Mittelalter in die moderne Zeit herübergenommen fyaben. Tie Reichsregierung macht sich zum Herold dieses Unsinns, wer ihn nicht mitmacht, ist kein Mann von Ehre. Es ist müßig, sich darüber aufzuregen. Kalt und ruhig betrachtet liegt die Sache sehr einfach.

Die weitaus größte Zahl der deutschen Reichstags ab ge­ordneten ist der entgegengesetzten Ansicht, wie die Regierung, und hat daraus auch kein Hehl gemacht. Verteidigt wird der Standpunkt der Regierung nur von den Konservativen, den Trägern eines Bhrbegrlffs, der mir ein Hohn auf Kultur und Gerechtigkeit scheint. Nun macht die Gesetze der Reichstag, und die Mintstergehälter genehmigt der Reichstag auch. Wenn sich eine Regierung so sehr in Wider­spruch zu der Majorität der Gesetzgebung stellt, wie das hier der Fall ist, dann muß eine Majorität, die auf Achtung hält, eben die Konsequenzen ziehen und Repressalien er­greifen. Diese Majorität muß verlangen, daß die Regier­ung mit der Aenderung der Rechtsbestimmungen Ernst macht, daß sobald als irgend möglich die Beleidigungs­paragraphen entsprechend ergänzt werden. Ist das erst der Fakt, dann sind zu ändern die Strafbestimm­ungen über den Zweikampf sowohl im bürgerlichen wie im Militärstrafrecht. Weigert sich die Regierung, dann besteht für den Reichstag kein Anlaß, beispielsweise dem preu­ßischen Kriegsminister sein Gehalt zu geneh­migen und damit eine weitere Reihe von Offizieren vor schwere Gewisseusfragcn zu stellen. Ich liebe die großen Worte, die da heißenUmsturz von oben",Gesetzlosigkeit der Regierung" usw. nicht. Herr v. Einem ist mir so lieb wie jeder andere Kriegsmiitifter, und wer etwa an die Stelle des Fürsten Bülow treten sollte, ist durchaus un­bekannt. Aber ich meine unmaßgeblichst, wenn der Ne­gierung einmal gezeigt würde, daß der Reichstag nicht nur große Worte, sondern auch Ernst machen kann, daun würden die Tinge bald ein anderes Gesicht bekommen.- Der Kriegs­minister hat einzulenken versucht, als er die Entrüstung fast des gesamten Hauses verspürt hatte das möge man

merken. Uebrigens ist es nicht recht erfindlich, wie die Regierung gerade jetzt dazu kommt, sich mit der Majorität zu verfeinden. Hält sie wirklich so wenig von den Gesetz­gebern, daß sie ihnen alles yt bieten wagt und trotzdem erwartet, daß die guten Leute ihre Wünsche glatt erfüllen? Ein Wunder wäre es freilich nicht!________________________

Die MarolUokonserenz.

Algeciras, 16. Januar.

Hier herrscht erwartungsvolles Leben. Die Delegierten fuhren gestern und heute in Kutschen, die die spanische Ne­gierung von Sevilla kommen ließ und zu ihrer Verfügung stellte, umher und besichtigten die Stadt und das Rathaus: sie sprachen sich im allgemeinen über die getroffenen Ein­richtungen befriedigt auS. Von den auf der Reede liegenden französischen, spanischen und amerikanischen Kriegsschiffen werden häufig Salutschüsse gehört. Scharen amerikanischer Reisenden, die gestern und heute auf den PaketbootenCeltic" undHamburg" eingetrossen sind, be­suchen Algeciras.

An der heutigen Sitzung haben alle Delegierte teil- genommen. Bei dec Eröffnung schlug der Botschafter o. Radowitz, der Delegierte Deutschlands, die Wahl des Herzogs von Almodovar zum Präsidenten der Konferenz vor. Der Herzog sprach darauf für das ihm aus­gesprochene Vertrauen seinen Dank aus. Zu Sekretären wurden gewählt: der französische Botschafter in Madrid, Pierre de Margerie, und der spanische LegationLrat Pina.

Ein römisches Blatt, das sonst sehr vorsichtig ist, läßt sich aus Algeciras eine Ente zuflattern, die die Ver­handlungen sehr stimmungsvoll einleitet. Danach soll die deutsche Regierung zu großen Zugeständ- n iss en an Frankreich bereit sein, wenn Frankreich dafür den status quo anerkennt und sich mit der Abtrennung von Elsaß-Lothringen endgiltig einverstanden er­klärt. Algeciras scheint ein ähnlicher Ententeich werden zu sollen, wie seinerzeit Shanghai. Wir wüßten nicht, daß Deutschland ein besonderes Interesse daran hätte, daß Frank­reich sein nachttägliches Einverständnis zur Abtrennung der Reichslande gäbe, nachdem dieses Einverständnis doch schon beim Friedensschluß gegeben worden ist. Der Kocre- pondent des römischen Blattes scheint von diesem Friedens­chluß niemals etwas gehört zu haben: er faselt davon, daß Deutschland schon einmal an Delcasse mit einem ähn­lichen ^Lnsinnen herangetteten wäre, dieser wackere Mann habe aber mit einem schroffen Refus geantwortet. Was es für einen Zweck haben soll, solche Märchen zu verbreiten, ist uns unklar allerdings zeigt es, wobin die Sympathien des Treibundlandes Italien zielen. Und das erscheint uns als das Bedauerliche an der Sache überraschend kommt es freilich nicht. Sollen nun gegen den Entenzüchter die offiziösen Kanonen in Tätigkeit gesetzt werden? Es ist kaum der Mühe wert; man wird noch enthere Dinge zu hören bekommen!

Gegenüber den kriegerischen Gerüchten, die mehrfach an den Zusammentritt der Konferenz geknüpft werden, ver­sichert dieKöln. Ztg." erneut in einem offiziösen Tele­gramm :

Wir wiederholen, daß solche bedrohlichen Gerüchte unberechtigt sind Ter Fall wäre denkbar, daß eine Groß­macht, selbst bei einem Streite um ein geringwertig cd Objekt zum Kriege gedrängt werben könne, wenn auf der anderen Seite die Absicht bestände, einen Konflikt hervorzurufen, ober ihn durch herausfordernde Handlung zu erzwingen. Eine solche Lage ist aber offenbar heute nicht gegeben. Wie die Friedensliebe Deutsch­lands außer aller Frage ist, so liegt auch -kein Grund vor, an andern Stellen die Absicht vo-raiätzusetzeu, es zum Kriege zu treiben. Tie amtlichen Erklärungen brr an der Konferenz be­teiligten Staaten lasten hieran keinen Zweifel aufkommen."

Ein spanisches Blatt veröffentlicht eine Meldung aus Tanger, wonacl) die dortigen deutschen Ge­schäftsleute auf Veranlassung des deutschen Geschäfts- ttägers zu einer Konferenz versammelt waren, auf welcher ihnen folgende Vorschläae zur Beantwortung unter­breitet wurden: die Frage von städtischen direkten Steuern, Gründung einer Natioualbank, sowie die Organisation von gemischten Gerichtshöfen. Nach längerer Beratung wurde die Erhebung von Zöllen in Höhe von 15 Proz. vorge­schlagen, damit der Sultan die aufgenommenen Anleihen verzinsen könne. Außerdem wurde der Vorschlag gemacht, eine Wohnungssteuer einzuführen, deren Ertrag dem Volke zugute kommen soll. Der deutsche Geschäftsttäger telegraphierte das Resultat nach Algeciras. Die Versamm- lnng der Geschäftsleute hat, wie verlautet, auf Befehl des deutschen Kaisers stattgefunden. Diese Versamm­lung wird in Mgecir«s als sehr wichtig betrachtet und viel kommentiert, insbesondere die Frage der Zölle, zumal die bestellenden Verträge diese nur auf 10 Prozent fest­setzen. Die Delegierten Marokkos weisen angeblich diese Vorschläge entschieden zurück. __

j)olitL?che Sage-schau.

Wahlrechts-Debatte im preuh. Abgeordnetenhanse.

-tt- Berlin, 16. Januar.

Im preuß. Abgcordnetenhause ist heute die erste Be­ratung des Etats zum Abschluß gelangt. Die beiden neuen Mitglieder der Regierung, Herr v. Bethmann-Hollweg, der Minister des Innern, und Dr. Beseler, der Justiz­minister, haben sich als gute, schlagfertige Debatter gezeigt. Daß es beiden an Energie nicht fehlt, bewiesen mehrere markante Aeußerungen gegenüber der Sozialdemokratie unb zur Polenpolitik. Diesmal nahm die Wahlrcchtsfrage, schon durch bie sozialdemokratischen Agitationen, einen breiten Raum

in der Erörterung ein. Daß der Liberalismus nicht schneidig genug für den Ersatz des preuß. Wahlrechts durch ein besseres und gerechteres System eintrete, diese vorn Vorwärts" so beharrlich aufgestellte Behauptung wird nicht gelten lassen, wer z. B. die heutige temperamentvolle Rede des Abg. Brömel (frs. Vcr.) gehört hat. Er sagte unter lebhafter Zustimmung der Linken, daß eine längere Ver­zögerung der Reform des Wahlrechts Gefahr für Staat und Vaterland Hervorrufe. Wie kräftig diese Ausfüh- ungen auf die jedem Rütteln am Wahlrecht durchaus abge­neigte Rechte einwirkten, war auS den Erwiderungen des Abg. v. Arnim (kons.) und besonders des freikonservativen Führers Frhrn. v. Zedlitz zu erkennen, der sich mehr denn je ereiferte, mit stürmischem Beifall rechts bedacht und von links ausgezischt wurde. Ein sehr seltener Vorfall im preuß. Abgeordnetenhause war die Erteilung eines Ordnungsrufs. Brömel hatte ihn sich in der Hitze des Gefechts zugezogen.

Welchen Standpunkt aber nimmt die Negierung ein? Kühl und kurz bemerkte der Minister des Innern: .Auf die Wahlrechtsfrage will ich hier nicht eingehen, da die Erörterungen über diese Frage zurzeit nur theoretischen Wert besitzen können." Als ob sich nicht überall die praktische Politik grade mit diesem Thema in der lebhaftesten Weise beschäftigte! In Sachsen ist durch die Berufung des bisherigen sächsischen Gesandten Grafen Hohen- thal 8 um Minister des Innern die Wahl re form in Fluß gebracht; ebenso wie der Großherzog von Hessen hat sich Prinz Ludwig von Bayern mit allem Freimut für das Reichstagswahlrecht und gegenverkünstelte Wahlsysteme" geäußett,die dem Gerechtigkeitsgefühl der großen Masse der Bevölkerung widersprechen" in Preußen aber soll alles beim alten bl-iben? Das wird grade im Bürgertum, das von geräuschvollen Massendemonstrationen nichts wissen will, nicht verstanden werden. Richt dec Sozial­demokratie, aber der Gerechtigkeit und Billigkeit sollte Rech­nung getragen werden.

Zn den dentsch-amerikanischen Tarifverhandlungen.

Die Meldungen einiger Blätter, daß die Handelsvertrags- Verhandlungen, die zurzeit in Washington zwischen dem Deutschen Reiche und den Vereinigten Staaten gefühtt werden, jetzt schon als gescheitert angesehen werden könnten und zu einer Einigung nicht führen würden, haben mich veranlaßt so schreibt einer unserer Berliner Mitarbeiter an zu­ständiger Stelle nach der Wahrheit solcher Gerüchte mich zn informieren. Der amerikanische Botschafter Charlemagne Tower erklätte mir, indem er mich empfing, daß ihm nichts bekannt sei, was solche Befürchtungen schon jetzt rechtfertige. Die Verhandlungen gingen seines Wissens vielmehr ihren Gang fort und der Staatssekretär Root sei auf das eifrigste bemüht, eine Einigung zu bewirken, rote ja auch er selbst, der Botschafter, in dieser Richtung seine ganze Kraft eingesetzt habe. Ueber das Stadium, in dem die Verhandlungen sich gegenroättig befinden, lehnte es Mr. Tower jedoch ab, sich zu äußern, da er hierzu nicht befugt und auch selbst darüber zur Stunde nicht genügend unter­richtet sei.

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Teutschafrrka»

Graf Götzen und Ostafrika.

Tie Tatsache, baß der Gouverneur von Deutschk-Ost- afrika Graf Götzen demnächst nach Deutschland kommt, wirb in kolonialen Kreisen damit in Zusammenhang gebracht, daß. bie Absicht bestehen soll, ihm in dem neu zu schaffenden Reichst kolvnialamte den Posten alsU n t e r st a a ts s e kre r oder Direktor zu übertragen. Ursprünglich war Graf Götzen bestimmt, an bie Spitze des Reichs kolonialamtes zu treten; der Ausstand in dem ihm unterstellten Schutzgebiete ließ seine Ernennung in­dessen als untunlich erscheinen.

Graf Götzen telegraphiert aus Tar-es-Salaam folgendes:

Die bereinigten Detachements des Hauptmanns Freiherrn v. Wangenheim und des Hauptmanns b. Grawert konnten aus dem Marsche auf Mahcnge den ungewöhnlich angeschwol­lenen Luwegufluß bischer nicht überschreiten. Hauptmann b. Hassel hatte am 18. November ein siegreiches Ge­fecht am Ruipa gegen 2000 Jsakara-Leu.te, bei welchem er 26 Hilfskrieger bcrlor. Tie gegnerischen Verluste waren groß. Ter Vormarsch v. Hassels über den Ulangafluß nordwärts wurde durch den hohen Wasserstaub verhindere. Major Frhr. b. Schleinitz operiert in seiner rechten Flanke durch bas Detachement des Hauptmanns Hirsch unterstützt, am Ruahastuß, ösllich von der Sttaße Kilossa-Ittnga. In den. Bezirken Kilwa, Mo Harro und Lindi räubern noch einzelne Banden. Anscheinend ziehen sich größere Trupps in das Tvndegebiet konzentrisch zurück, wo sie nach "der Regenzeit auf- gesucht werden müssen. Aufständische aus dem Songea- Bezirke, bermutlich vor den Operationen des Majors Johannes weichend, fielen Ende Dezember in Lupempe ein. Gegen sie errang der Ubena-Posten unter Sergeant Bach einen schönen Erfolg in erbitterten Höhlenkämpfen. Sergeant Bach ttmrbe unerheblich verwundet. Der Bezirk Jringa ist gesichert.

Ferner telegraphiette Graf Götzen folgendes:

Major Iwhr. b. Schleinitz schlug am 31. Dez. n. I. mit der 15. Kompagnie unter Hauptmann Wunderlich und der 5. Kompagnie unter Oberleutnant Wendland bei Mgoda, süd­westlich von Attogoro, 400 mit Gewehren bewaffnete Re­bellen. Der .Gegner ging nach den Lijungo-Bergen am Nuaha, die in vier Kvlonnen im Gefecht vom 6. bis 8. Januar bestiegen wurden. Ter Gegner verlor 73 Tote. Dies feit*» wurden 4 Fa rbige verwundet. Ein weiteres Aufgebot größerer feindlicher Truppen dort ist nnwahrschei-a- lidk Die Bevölkerung zeigt im Gegensatz zu den Häupt­lingen den Wunsch iur Unterwerfung.