Ausgabe 
14.5.1906 Zweites Blatt
 
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Mk. auf Nr. 16239 45178,

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Kundgebung für eine Pensions-Versicherung

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fc. Frankfurt a. M.,' 13. Mai. Gestern nachmittag Uhr wurde auf dem Sachsenhäuser Friedhof die Leiche Frau Vogel durch den Polizeiwachtmeister Neuhaus Wildungen im Beisein eines hiesigen Kriminalbeamten

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Die Eröffnung der bayrischen Jubiläums-Ausstellung.

Nürnberg, 12. Mai. Die Bayerische Jubiläums- Landes-Ausstellung wurde heule vvrmittag durch den Prinzen Ludwig von Bayern als Vertreter des Prinz- regentcn feierlich eröffnet. Dem Festakte wohnten das gesäurte Staatsnrinisterilim mit Ausnahme des erkrankten Ministerpräsi- benten v. Podewils, Mitglieder beider Kammern, die Spitzen der Militär- und Verwaltungsbehörden und zahlreiche Ehren­gäste aus ganz Bayern bei. Der 1. Bürgermeister Geh. Hof rat

der Privatangestellten.

(Unberechtigter Nachdruck verboten.) S. u. H. Leipzig,

Aus Stabt und Cattb*

Gieß en, den 14. Mai 1906.

* Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Wald-Michelbach, Amtsgerichtsrat Georg Heinzerling auf Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in den Ruhestand versetzt.

"Hessisch-Thüringische Staatslotterie. In der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klaffe fiel ein Gewinn von je 40 000 Mk. auf Nr. 21150 (nach Seligenstadt) und auf Nr. 45072 (nach Büdingen) ein Gewinn von 30 000 Mk. auf Nr. 25716 (nach Darmstadt und Bensheim), ein Gewinn von je 10 000 Mk. auf Nr. 22421 29818 (beide nach Offen-

je 2000 Mk. 27922 30653 56001 62902 75900 75926 97396 99946.

nach Gotha, Empfänger unbekannt. Postanw. über 15 Mk. vom 3. 5. 05 au§ Lich nach Duisburg, Empfänger un­bekannt. Postanw. 7 Mk. vom 19. 6. 05 aus Büdingen (Oberhessen) nach Kissingen, Empfänger unbekannt. Die zur Emvfangnahme der Gegenstände Berechtigten muffen sich binnen 4 Wochen bei der Ober-Postdirektion melden, widrigen­falls die Postamveisiingsbeträge und die in den Sendungen enthaltenen oder durch Versteigerung des Inhalts erlösten Geldbeträge der Post-Unterstützungskasse überiuiefen, die Briefe aber vernichtet werden.

X Ortenberg, 13. Mai. Gestern abend fand im GasthausZur Post" eine stark besuchte Versammlung statt, in welcher der, Sekretär des Rhein-Main-Verbandes für

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schossen.

[] Kirchhain, 13. Mai. Gestern abend gegen 11 Uhr entgleisten kurz vor der hiesigen Station ein ige Wagen eines Güterzuges. Mannschaften der Eisen­bahnwerkstätte aus Marburg, die alsbald mit Sonderzug cintrafcn, machten die Sache bis heute früh wieder in Ord­nung. V«letzt wurde niemand. In Kleinseelheim wurde heute unter großer Beteiligung die wieder wie neu her gestellte Kirche ein geweiht. Unter den Fest­gästen bemerkte man Konsistorialpräsident v. Altenbockum Generalsuperintendent Werner-Kassel.

agnosziert. Neuhaus hat festgestellt, daß die Tote identisch ist mit der seit Juli 1905 verschwundenen Frau Vogel. Die Sektion der Leiche hat nicht ergeben, auf welche Weise und wann die Frau umgebracht wurde. Nach der im Koffer vorge­fundenen Frauenwäsche, von der die meiste mitK. G." ge­zeichnet ist, nimmt man an, daß an der Tat noch eine Frauensperson beteiligt war. Die seit Juli 1905 bei Meyer in Wildungen weilende Schwester desselben ist seit April d. I. von Wildungen auch abgereist. Der DampferGraf Waldersee", auf dem sich der Raubmörder Wilhelm Meyer mit seiner Geliebten, dem Fräulein Christiani, befand, ist gestern früh 5 Uhr in Hoboken eingetroffen. Das Tele­gramm der hiesigen Staatsanwaltschaft, das vorgestern abend nach Newyork abging und die Verhaftung Meyers und der Christiani forderte, kam rechtzeitig an. Beide wurden an Bord des Schiffes in Hoboken festgenommen, nach Newyork gebracht und dem Bundeskommissar Schields vor­geführt, der den Haftbefehl erließ.

von Schuh toic^ darauf hin, daß jetzt hundert , Jahre verflossen seien, seitdem die Stadt Nürnberg m das Königreich Bayern _ einverleibt worden sei. Die ErinnerungK- seier könnte nicht würdiger begangen lverden, als durch das vater­ländische Unternehmen dieser Ausstellung. P r inz 'Lud wig gedachte in warmen Worten des Interesses des Prinzregenten für die Ausstellung, sowie der Teilnahme aller Kreise Bayerns und wünschte der Ausstellung einen vollen Erfolg. Darauf er­klärte der Prinz die Ausstellung für eröffnet. Geh. Oberbaurat v. Kramer, Direktor des Bayerischen Gewerbemuseums in Nürnberg, brachte ein Hoch aus den Prinzregenten aus, in das die Versammlung begeistert cinftinunte. Unter der Führung des Geh. Oberbaurat v. Kramer folgte ein Rundgang durch die Ausstellung, die ein glänzendes Bild der industriellen, gewerb­lichen und künstlerischen Tätigkeit in Bayern bietet. Unter den einzelnen Abteilungen treten besonders die staatlichen Ausstell­ungsgruppen hervor. .

Am Nachmittage fand im Rathaussaale große Hostafel statt, an der außer dem Prinzen Ludwig sämtliche Staatsminister, die Präsidenten beider Kammern des Landtages, die Vertreter der Behörden, die Llusstellungsleitung und sonstige Ehrengäste teilnahmen. Im Verlause der Tafel brachte Bürgermeister von Schuh einen Trinkspruch auf den Prinzregenten, den Prinzen Ludwig und das gesamte Königshaus aus. Prinz Ludwig erwiderte mit herzlichen Worten des Tankes und gedachte des Wandels der Verhältnisse, der sich seit den letzten hundert Jahren in vielen alten Reichsstädten vollzogen habe. Der neuerliche Aufschwung Nürnbergs sei, wenn die Staatsregierung auch man­cherlei dazu beigeiragen habe, doch in erster Linie ein Verdienst der Nürnberger Bürger. Der Prinz sprach den Wunsch aus^daß dieser Geist sortdauern möge und daß^die aufblühende Stadt Nürnberg wie dereinst eine der ersten Städte des^Meiches sein und bleiben möge. Der Prinz schloß mit einem Hoch auf die Stadt Nürnberg.

Heute abend war die ganze Stadt, besonders in der Nähe des Ausstellungsparkes, festlich illuminiert. Prinz Ludwig durchfuhr, überall von der Bevölkerung mit lebhaften Hochrufen begrüßt, die Hauptstraßen bis zur Ausstellung. Nach Besichtigung der Illumination reifte er abends 10.20 Uhr nach Neumarkt in der Oberpfalz ab, um dort an der am Sonntag beginnenden Versammlung der bayerischen Landwirte teil- zunehmen.

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Im Fest Haus des Zoologischen Gartens wurde heute, mittag unter zahlreicher Beteiligung aus allen Teilen Deutschlands eine große Kundgebung zu Gunsten der Einführung einer staat­lichen Pensions- und Hinterbliebeneu-Versickernng der Privat- Angestellteu abgehalttn. Mle größeren deutschen Verbände der Privatangestellten hatten Vertreter entsandt. Unter den Anwesen­den bemerkte man die Reichstagsabgeordneten Nacken (Ztr.), Dr. Patzig (nl.), Schack sWirtsck. Bg.) und Tr. Potthoff (fr. Vg,). Der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Handlungsgehilfen, Hil­ler-Leipzig, eröffnete die Versammlungen mit einem begeistert aufgenommenen Hock) auf den Kaiser und König Friedrich August. Der Vorsitzende dc? Hauptausschüffes, v. Orde-Bockurn, richtete sodann Worte der Begrüßung an die erschienenen Tangierten und Reichstagsabgeordneten.

Aw erster Stelle sprach Abg. Nacken über den gegen­wärtigen Stand der Pensionsversicherungs-Be­wegung. Der Redner sagte: Wir Llbgeordnete sind Hierher gekommen, nicht um Ihnen viel Neues zu sagen, sondern um zu ilnserem Teil dazu beizutragen, daß neue dauernde Begeister­ung in Ihre Reihen getragen werde für Ihre gute Dache. Auf zwei maßgebende Faktoren wollen wir einwirken: auf die Regier­ung und auf die Öffentlichkeit. Der Stand der Privatangestell­ten ist ja erst ein Kind der modernen wirtschaftlichen Entwicklung: freilich ein schon recht kräftiges. Für den Stand der Privat­angestellten wurde das Wort vomneuen Mittelstand" geprägt. Mit den Familienangehörigen zählt dieser Stand heute bereits 5 Millionen und hat damit an Zahl den Handwerkerstand schon übertroffen. Es war deshalb nur naturgemäß, daß sich Bestrebungen geltend machten, die auf eine Sicherstellung für den Fall zunehmenden Alters bezw. für den Fall einer Erkrankung abzielten. Diese Bestrebungen wurden um so stärker, je mefyr die Aussicht auf Selbständigkeit und^der Charakter der Privat­beamtenstellung als Durchgang zur Selbständigkeit schwand und je mehr für den Arbeiterstand getan wurde. Die bestehenden pri­vaten Versicherungen genügen den berechtigten Ansprüchen der Privatbeamten nicht. Einerseits sind sie zu teuer und anderer­seits gewähren sie nichts im Falle eines Konkurses oder beim Austritt ans einer Stellung. Auf Kosten der Freizügigkeit und der Meinungsverschiedenheit darf die Möglichkeit der Versicher­ung nicht erfolgen! Der Redner schilderte hierauf die Verhand­lungen, die sich in den letzten Jähren zwischen dem Haupt-Aus­schuß, den Vertretern der Mehrheitsparteien im Reichstage und dem Reichsaint des Innern abgespielt haben. Deren Ergebnis war, daß Graf Pvsadowsky jetzt die Erklärung abgab, er hoffe, dem nächsten Reichstage eine eingehende Denkschrift über die Pensionspersicherung vorlegen zu können. Tann werde darüber gesprochen werden können, was weiter zu geschehen habe. Trotz dieses unverkennbaren Erfolges ist in den Kreisen der Privat- bcamten eine gewisse Ungeduld, ja ein Mißmut entstanden. Diesen Stürmen ist entgegenzuhalten, daß noch keine soziale Frage von eiuschiveidender Bedeutung im Hurra gelöst worden ist. Eine Ungeduld ist hier auch durchaus nicht am Platze. Wie lange hat es z. B. gedauert, bis das große Werk ber Ar­beiterschutzgesetzgebung durckgeführt war! Verglichen damit, ist es bei den Privatangestellten ziemlich rasch gegangen. Wenn heute für die Bestrebungen der Privatangestellten an den maß­gebenden Stellen so viel Sympathie vorhandeii ist, so ist das nicht zuletzt dem klugen und zielbewußten Vorgehen des Haupt- ausschusses zu bauten. Die Behörben arbeiten langsam nt dieser Sache, aber sicher. Und wenn die Maschine einmal wider Er­warten versagen sollte, dann werden wir Abgeordnete schon das Schmieröl zu finden wissen, um sie wieder in Gang zu bringen. Die Privatbeamten können durchaus zufrieden sein mit dem, was sie erreicht haben. Jetzt heißt es für ben Hauptausschuß wie für die Privatbeamten Kleinarbeit verrichten unb Aufklär­ung verbreiten. Das Schlafmützentum muß fallen unb einer allgemeinen kraftvollen Mitarbeit Platz machen. (Lebh. Beifall.)

Abg. Dr. Patzig-Berlin referierte über das neue Pri- vatversicherungsgefetz in Oesterreich. Nach einer Erläuterung des östreichifchen Entwurfs kam der Redner zu dem Schluß, baß auch in Deutschland ohne größere Umwälz­ungen bie Durchführung einer Versicherung ber Privatangestellten sehr wohl möglich ist. Diese Versicherung müßte angeschlossen toerben an bie Einrichtungen ber Krankenkassen, nicht an die bureaukratischen Einrichtungen der Mrnfsgenossenschasten und der Invalidenversicherung.

Zu kurzen Erllärungen nahmen hierauf bie Vertreter ber Verbänbe bas Wort, um ihre Zustimmung zu ben Ausführungen der Referenten darzulegen. Als der Vertreter des Allgemeinen Deutschen Buchhandlungs-Gehilfen-Verbanbes, Hilbebrandt- Berlin, im Auftrage ber svzialbemokratischen Mitglieder seines Verbandes gegen die dynastischen Kundgebungen protestiert, wird ihm vom Vorsitzenden unter bem Beifall ber Versammlung bas Mort entzogen. ~

In einer Schlußauspracke hob Reichstagsabg. Schack -^Ham­burg hervor, daß die heutige Kundgebung ein Beweis für die machtvolle Entwickelung des Gedankens ber Pensionsversicherung ber Privatangestellten sei. Es gibt aber auch keine sozial­politische Frage, die sich von ihrem Entstehen an so voller Sympathieen bei der Öffentlichkeit unb bei ben gesetzgebenden Faktoren zu erfreuen hatte, wie die Pensionsoersicherung. Po­litiker ber verschiedensten Parteien haben sich zu gemeinsamer Arbeit in dieser einen Frage vereinigt und waS bie Politiker können, müssen die verschiedenen Verbände auch können.. Was sie auch sonst trennen mag, in dieser einen Frage müssen sie zusammenhalten. Bis jetzt stehen mehr denn 400 000 Privat-

Verbreitung der Volksbildung, Lehrer Volk-Offenbach, über Volksbildung, Lesevereine und Volksbibliotheken sprach. An der Versammlung nahmen auch Lehrer und Geistliche des Niddertals teil, von denen mehrere warm für die Sache ein­traten. Man hat die Gründung eines Volksbildungs- vereins für Ortenberg und das Niddertal ins Auge gefaßt. Unser Ort ist um ein historisches Haus reicher geworden. In der Nähe des Gasthauses , Zur Post" ollte ein alter Holzbau renoviert werden. Beim Ent- ernen des Verputzes entdeckte man an dem Fachwerk alte, ehr schöne Schnitzereien und die Jahreszahl 1634, in welcher Zeit das Haus erbaut wurde. Das Gebäude ist unter Denkmalschutz gestellt worden und soll in seiner ursprünglichen Architektur wieder hergestellt werden.

Gedern, 13. Mai, Im Vorfrühling niachte sich in den ausgedehnten Waldungen säst des ganzen Vogelsbergs eine auffallend große Sterblichkeit unter den Rehbe- tänden bemerkbar. Jäger und Förster fanden fast täglich verendetes Wild. Es soll sich um eine Lungenseuche handeln, die auf die nasse Aesung im Frühjahr zurückgeführt wird. Dagegen ist der Bestand an Hasen sehr gut. Das Wetter der letzten Wochen war ihrer Vermehrung sehr günstig. Die ersten Jungen sind fast ausgewachsen.

Q Laubach, 13. Mai. In dem großen Basalt- werk am Wetterfelder Berg stürzte ein schwerer Felsblock auf einen Fuhrmann und verletzte ihn schwer.

b. Aus dem Vogelsberg, 11. Mai. Die Mai­käfer treten in diesem Jahre massenhaft auf. Wenn man sich einer Hecke oder Waldung nähert, so glaubt man eine Dreschmaschine von weitem brummen zu hören, besieht man sich aber die Sache näher, so kann man wahrnehmen wie Maikäfer in unzähliger Menge die Bäume umschwirren und diese schwarz vollhängen. Seitens der Behörden werden bereits Maßregeln zur Vertilgung dieser unliebsamen Tiere getroffen.

(W.) Darmstadt, 12. Mai. Der Großherzog unb die Großherzogin von Hessen sowie bie Prinzessin Ludwig von Battenberg begeben sicki berDarmst. Ztg." zufolge am 16. Mai nach Mainz und nehmen im dortigen Palais Wohnung. Die Großherzoglichen Herrschaften werben am 17. unb 18. Mai ben beiden Hänbelkonzerten in Mainz beiwohnen.

A. Gernsheim, 14. Mai. In den Tagen vom 7. bis 9. Juli b. I. wird in unserem Städtchen am Rhein der 20. Hessische Feuerwehrtag gefeiert. Das vor­bereitende Komitee ist eifrig an der Arbeit, um die Fest­tage würdig und gemütlich zu gestalten. Anläßlich des be­reits vor 14 Jahren hier abgehaltenen Provinzialfeuer­wehrtages hatten unsere Gäste Gelegenheit,, die Gastfreund­schaft Gernsheims angenehm zu empfinden. Nach den Vor­bereitungen und nach der begeisterten Stimmung zu schließen, die hier jetzt schon bei den Einwohnern herrscht, verspricht die Feierlichkeit, bet der voraussichtlich 2 Musik­kapellen mitwirken, zu einer glanzvollen und wirklich schönen Erinnerung zu werden.

w. Wetzlar, 11. Mai. Der Obst- und Garten­bauverein des Kreises Wetzlar hielt in diesen Tagen unter dem Vorsitz des Landrats Dr. Sartorius seine Generalversammlung ab. Der Verein zählt 460 Mitglieder, von denen allein der Bürgermeisterei Krofdorf 102'angehören. Bei der Prämiierung musterhaft angelegter und gut gepflegter Obstanlagen kamen 3 Prämien zur Ver­teilung. Die im vorigen Jahre wegen der schlechten Ernte ausgefallene Ob st aus stellung ist für dieses Jahr in Braunfels geplant, ferner soll ein Obstmarkt in Wetzlar stattfinden.

ch. Vom Dünsberg, 11. Mai. Die Turn­vereine von Fellingshausen, Rodheim a. d. B., Launsbach und Wieseck haben am 22. April zu Wieseck sich zu einem Dünsberg-Turn erb und zusammen- schlosseu. Ter Vundesausschuß ernannte Taubert-Wieseck zum Vorsitzenden und Schmidt-Launsbach zum Bundes- turnwart. Am 29. Llpril wurden in einer nach Launsbach berufenen Versammlung die Bundessatzungen beraten und am 6. Mai auf dem Bundesturntag, abgehalten zu Rod­heim a. d. B., wurden sie endgiltig angenommen. Das 1. Bundesturnfest findet am 8. Juli in Rodheim statt.

W. Marburg, 14. Mai. (Eig. Drahtbericht.) In Wangershausen bei Frankenberg wurde ein wegen Mordes verfolgter Zigeuner auf der Flucht er-

p. a. 2 6. L a h N t a l - S ä N g e r b u N d es f est 1906. Am 7., 8. unb 9. Juli werden hier die Mitglieder des Lahntal-Sänger­bundes zusammen kommen unb ihre Fortschritte auf dem Gebiete des Männergesanges einem Preisrichterkollegimn vortragen. Aber auch tausende andere Sänger und Gesangssreunde werden an den Veranstaltungen teilnehmen, sodaß heute schon gesagt werden kann, das Fest wird ein allgemeines Sänger- unb V o l k s f e st. Die vier feftgebenbeu GesangvereineHarmonie",Banerschcr Gesangverein",Heiterkeit" unbGemütlichkeit" haben die Vor­arbeiten zum größten Teil in bie Hänbe bewährter unb maßgeben- ber Persönlichkeiten gegeben. Dem Ehrenausschuß gehören Pro­vinzialbirektor Geheimerat Dr. B reib er t, der Rektor ber Lanbesuniversität Geh. Hofrat Professor Dr. B e h a g h e l, Land- gerichtspräsident Kull mann, Oberbürgermeister Mecum und Regimentskommandeur Oberst v. L i n b e u a u an, ber Festausschuß hat sehr zahlreich zusammengesetzt werben können, sämtliche Stadt- verorbnete sind beigetreten. An ber Spitze bes geschäftsführenden Ausschußes stehen Stadtv. Eichenauer unb Fabrikant Will). Hom berge r. Die Unterausschüße haben recht fleißig gearbeitet und bie hauptsächlichsten Verträge mit ben Handwerkern unb anberen Korporationen sinb abgeschlossen. Auf bem Hauptfestplatz wirb eine große Festhalle, mehrere Bierhallen mit teraffenförmig gebauten Vorhallen, eine Konbitorei unb Waffelbäckerei Ausstellung finden: ber Juxplatz an ber Lahn wirb von einem Karussell, Schau- unb Schießbuden besetzt sein. Tas Hauptkonzert wird aus- gesührt von der Kapelle des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm Nr. 116. Am Fest-Samstag wirb ein großer Kommers in ber Festhalle das Fest einleiten unb fast sämtliche Gesangvereine Gießens werben Mafien- unb Einzelchöre vortragen. Dem GesangvereinHar­monie", der zugleich sein 60jähriges Stiftungsfest feiert, wird an diesem Abend von Frauen unb Jungfrauen eine Fahnenschleife überreicht werden. Am Festsvuntag findet vormittags in der Turn­halle des Turnvereins bas Preissingen der 16 Bundesvereine und eine Generalprobe statt. Mittags wird sich ein stattlicher Festzng durch die Stadt bewegen und auf dem Festplatze werden die am Vormittag gesungenen Preischöre noch einmal öffentlich zu hören fein. Am Festmontag ist neben Konzert und turnerischen Auffüh­rungen ein großes Brillant-Feuerwerk geplant.

** Die hessische land - und f o r st wirtschaft­liche Berufsgenossen schäft hat seit ihrem Be­stehen 18891904 eine gewaltige Steigerung ihres Be­triebes erfahren. Die Gesamtausgaben in den einzelnen Jahren stiegen von 41377,09 Mk. aus 709 418 Mk., wobei sich der Genossenschaftsbeitrag von 1 Mk. auf 4,725 Mk. erhöhte. Im Jahre 1904 liefen 2384 Unfallanzeigen ein, worunter 74 Todesfälle zu verzeichnen sind. Davon wurden 1427 Fälle entschädigt, insgesamt mit 612 796,50 Mk. Ober - Hessen ist mit 651, Starkenburg mit 481, Rheinhessen mit 295 Fällen beteiligt. Die Zahl der versicherten Betriebe betrug 4643 mit 273 327 Arbeitstagen. Im genannten Jahr wurden in den Kreisen Büdingen, Erbach, Alzey bei 449 Rentenempfängern Rentenrcvisionen vorgenommen. Dabei würben in diesen Kreisen 117 Renten mit 5840 Mk. herabgesetzt oder ganz eingestellt. Im Kreise Büdingen 37 Fälle mit 1382 Mk. Außerdem wurde insgesamt in 23 Fallen der Rentenanspruch durch einmalige Zahlung einer Kapitalsumme abgefundcn. 1905 wurden in den Kreisen Schotten und Lauterbach Rentenrevisionen vorgenommen, sodaß die Revisionen nun im ganzen Großherzogtum durch­geführt sind. Da die Kontrolle der Rentenempfänger seit mehreren Jahren eine erheblich strengere geworden ist, wird sich der Vorstand darüber schlüssig zu machen haben, ob die Rentenrevisionen in Zukunft noch fortgesetzt werden sollen. Von 1889 bis Ende 1904 wurden 4 906 332,60 Mark Renten ausbezahlt.

"Unwetter in Oberhessen. Am Samstag ging in der Gegend von Zell und Romrod ein Wolkenbruch nieder; auf Fluren und in Gärten richtete er großen Schaden an. In Alsfeld schlug der Blitz in die Bierbrauerei Wallach, ohne Schaden anzurichten. Sonntag nachmittag zog wieder ein schweres Gewitter das Buseckertal hinauf, verbunden mit heftigen Regengüßen.

* Unfall. Heute morgen geriet am Wiefeckerweg ein Fuhrknecht unter seinen beladenen Wagen und erlitt schwere Verletzungen an den Beinen. Ec wurde nach der chirurg. Klinik gebracht.

* Eine lustige Abfuhr erhielten dieser Tage einige Herren eines Bureaus. Ein biederer Bauersmann, der da­selbst zu tun hatte, wurde von den jungen Leuten wiederholt aufgefordert, Platz, zu nehmen, obwohl jede Sitzgelegenheit fehlte. Sobald er nun merkte, daß er gefoppt werden sollte, sagte er nach einigem Nachdenken:Hei is es grad roäi bei ns deham in der Scheuer."Warum, weshalb?" waren die erstaunten Fragen.Ei no, Stiehl un Bänk fei ka do, awer Flegel'."

** Unbestellbare Postsendungen. Bei der Ober- Postdirektion in Darmstadt lagern folgende Sendungen, deren