Ausgabe 
14.3.1906 Zweites Blatt
 
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Nr. 62

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General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

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Redaktion. Expedttwn u. Truderei: ©djuffhr-^ leL 9U.6L XeUöi^ÄM.1 Lazelg« 6 »6*.

Wf«* mit Ausnahme deS Sonntags.

9it »Oletzeuer LamMendlotter- werden dem fcnjtnan niermal wöchentlich beigelegt. Der ^e|mg^ £M»»eUr erscheint monatlich einmal.

einzufinden.

Die Großh. Kreisschulkommissionen und die Ortsschul- vorsiände wollen die SchulamtS-Aspiranten :c. von dieser Bekanntmachung in Kenntnis setzen.

Darmstadt, den 28. Februar 1906.

Großherzogliches Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten.

Eisen Huth. deBcauclair.

zeichnete Behörde zu richtenden, mit Stempellnarken im Ge­samtbeträge von 1.50 Mk. zu versehenden Gesuche, nebst den

Gesuche weiterbefärdern wird.

Alle diejenigen Prüflinge, welche nicht ausdrücklich von

Prüfung zurückgemiesen oder durch besondere Zuschrift der unterzeichneten Behörde aus einen späteren Termin zu derselben einberufen werden, haben sich zu der om Anfang dieser Bekanntmachung bemerkten Zeit dahier zur Prüfung

vormittags 8 Uhr,

im neuen Prüfungslokal (Paradevlatz 4) dahier beginnen.

Unter Hinweis auf § 27 der Verordnung vom 10. Juni 1876, die Prüfungen für das Lehramt an den Volksschulen betreffend, iverden diejenigen Schulamts- Aspiranten und -Aspirantinnen, welche sich dieser Prüfung zu unterziehen beabsichtigen, aufgefordert, ihre an die unter-

toftl). Landes-AMmMuIe IarinM.

Beginn des Sommersemesters am 19. April.

Kekannlurachllng.

Die diesjährige erste Desinitorialpriilung der S amtsaspiranten und -Aspirantinnen soll

Mittwoch, den 9. Mai,

Krlrannlmaclning.

fietr.: Die Lagerung und Aufbewahrung von Mineralölen.

Nach § 5 der Verordnung, die Lagerung und Auf- ben?ahrung von Mineralölen betreffend, vom 20. Mai 1903 dürfen Lagerräume nur mit explosionSficheren Lampen, welche sich in gutem Zustande befinden, betreten werden.

In den Kreisen der Jntereffenten ist nun vielfach die Ansichten vertreten, daß Sturmlaternen, die auch oft fälsch, licherweise Sicherheitslaternen genannt werden, zu den explo- fionSsicheren Laternen zu rechnen sind. Diese Auffassung ist eine irrige. Die Sturmlaternen bieten keine Sicherheit gegen Ervlofion beim Betreten eines mit entzündbaren Gasen ge- füllten Raumes; es ist deshalb ihre Verwendung zum er­wähnten Zwecke mit großer Gefahr verbunden.

Unter Sicherheitslaternen sind solche Laternen zu vor- stehen, bei denen die äußere Lust zu der Flamme nur durch ein Drahtnetz hinzutreten kann, welcher mindestens 144 Maschen pro qcm bei einer Drahtstärke von 0,37 mm enthält.

Wir machen die Interessenten hieraus aufmerksam.

Gießen, den 12. März 1906.

Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V - Dr Waa ner

Schluß desselben am 1. Sevtember.

Die Schule umfaßt 4 Klassen für Hochbau 2 Klassen für Tiefbau^ (Im Winter Tiefbau Klasse II, im Sommer Tiefbau Klaffe I.)

erforderlichen Anlagen (Seminarabgangszeugnis, bezw. Zeug- der ersten Prüfung, Zeichnung und Probeschrift)

bis spätestens zum 14. April

der betreffenden Kreisschulkommission einzureichen, welche

Gietzerier Stadttheater.

Nach langer Zeit ist wieder einmal der alte Björn- fon bei uns ztl Worte gekommen, der große Kämpfer für jegliche Freiheit, der nebst dem leider langsam dahin­siechenden Ibsen und seinem jungen Könige Haakon die gefeiertste Trias Norwegens bildet. Wieviel Aehnltches findet sich in dem Wesen und in den Werken der beiden großen nordischen Porten, und wieviel Verschiedenes! Um nur eines flüchtig zu berühren: beide gehören zu den ge­waltigsten und einflußreichsten Persönlichkeiten auf dem heißen Boden der sozialen Kämpfe unserer Zeit. Toch ter eine marschiert als einer der besten auf dem politisch- sozialen Kampffelde, der andere ist eine der strahlendsten Leuchten auf dem Kampfplatze des allgemein mensch­lichen Sozialismus. Beide sind treue Freunde ihres Volkes, doch der eine ist Optimist, der andere Pessimist.

Eins der wenigen Stücke Björnsons ohne politisch-soziale Tendenz sindDie Neuvermählte^. Hier stellt auch Björnson einmal rein menschliche Zwiespältigkeit dar, wie sie im Leben uns oft, wenn auch nicht häufig in der Schärfe und Stärke, begegnet. Eine von ihren reichen Eltern arg verhätschelte junge Frau begreift den Mann und die Ehe so toenig, daß ihr Gatte drauf und dran ist, schon ein paar Tage nach der Hochzeit kreuzunglücklich zu werden, zumal der Arme bei seinen Schwiegereltern Wohnung zu nehmen sich entschloß. Gar bald wird ihm die Trägheit und Tatenlosigkeit, die Abhängigkeit zuwider; er sehnt sich nach einem eigenen, durch eigene Kraft ge­gründeten .Heim. Er schafft es sich, und allgemach, un­bewußt gefördert durch ihre Eisersuchtsanwandlung, zähmt er seine Laura.

Dieser Emanzipationskampf ist von größter Harmlosig­keit. Reiz und Wert derNeuvermählten" liegen ander­wärts: in der feinen, festen Charakteristik der Eltern und des jungen Ehepaares.

Vor länger denn 40 Jahren, anno 1865, sind ,,^/ie Neuvermählten" auf die Bühne gekommen! Niemand hätte damals geahnt, daß diese erste Probe norwegischer Gesell- schaftsstücke und die ihr folgenden nordischen Dramen der­einst von so außerordentlicher Bedeutung für das ganze deutsche Theater werden würden. Wie lange aber dauerte es, bis Björnson und Ibsen in Deutschland sich Bahn

ähnlich waren übrigens die prächtigen großen Portrats de^ beiden Alten. Unser Theater muß da einen Tausendkünstler besitzen, dessen Name nicht verschwiegen bleiben sollte. Frll Schellen berg war natürlich eine recht nette Laura,und sie fand für ihre Rolle auch im ganzen die rechte Steiger­ung, obwohl ein tieferes Eindringen oder, wenn man anders will, eine tiertieftm Gestaltung, eine ernsthaftere Auf^ fassimg dieser allmählich zum Weibe erivachenden Kindes-, seele der ganzen Partie zu noch größerem Vorteil gereicht; hätte. Herr Lüttjohann war ein warm empfindender, unselig seliger junger Gatte. Sein natürliches, von jeden Unmanier freies Spiel war getragen von schönem kirnst», lerischem Taktgefühl. Die am wenigsten gelungene Gestalt des Stückes, ein Frl. Vrackenburg, dem die Tröstungen emes blaustrümp flick en Schassens und Erfolges über alle Liebesnot weghelfen' müssen, gab Frau Bohrhammer mit den rechten gemessenen Zurückhaltung. Sie stellte sehr richtig über ihre Rolle die Handlung, an der sie in diskretem stummen Spiel innerlichen Anteil nahm. Die Feinheitent ihres Spieles fielen freilich keineswegs auf; aber gerate der Ernst auch in ganz unauffälliger Nebenstellung mußj hervorgehoben werden als Merkmal echten künstlerischen! Empfindens. Daß manche ihrer jähen Bewegungen, eine Eigenart von ihr, zu ihrer sonst wohldurchdachten Partie nicht recht paßten, ist zuzugeben. Bei gutem Willen abev lassen sich störende Aeußerlichkeiten solcher Art mit der; Zeit ablegen.

WaS auf Björnsons .zwei Akte" folgte, unterschied sich gar sehr von hoffen recht ernsthaft vorgetragener Harmlosigkeit. Der gemütliche Kommissär*, em als , satirischer Schwank* bezeichnetes Stücklein des Franzosen Georges Cour- teline, schildert mit gallisch und gallig tollem Humor di« Beschränktheit, Faulheit und Niedertracht einer bejammernswerten Pariser Polizeiseele. Eine besondere Malice des Autors ist ist es, diesen Helden schlechtwegden Kommissär" zu nennen. Bei Björnson istder Amtmann" ja wohl nicht als der Typus des norwegischen KreiSrats gedacht. Hingegen hat Courteline zweifellos die Absicht, den gesamten französischen Polizei- Bnreaukratismus lächerlich zu machen mitdem Kommissär", diesem Prachtexemplar, daS würdig an die Seite zu stelle^ ist seinen Kollegen von der Berliner Kriminalpolizei, die nun

Zweite hessische Kammer.

R. B. Darmstadt, 13. März.

Am Ministertische: Finanzminister Gnauth, Ministerial- vräsident Braun, Geheimerat Dr. Eisenhuth, Muusteralrale Weber, Süsiert, Dr. Ufinger.

Präsident 6 a a 5 eröffnet btc Lutzung nm 9 /. Uhr. Das Haus setzt die Etats berat ung bei dem früher zuruckgesteUten Kapitel 25,R e g i e r u n g s - und R e i ch s a e s e tz b l a t t" fort.

Abg. Reh bringt mehrere Wünsche bezüglich der Anzetgen- publikation vor. .,,

Ministerialpräsident Braun sagt möglichste Berück, lchttgung derselben zu. <

Abg. Pennrich kommt auf tue längsten Erklärungen des Ministerialpräsidenten bezüglich der Abänderung des

AretHbLalltvoieuö

zurück und ersucht um baldige Einführung der gevlanten neuen Beilagen. Er empfehle, zuerst in dem vielverzweigten Recife Bingen einen Versuch zu machen. Redner spricht dann noch die Erwartung aus, daß nach Durchführung des neuen Modus mich die Bevorzugung der Kreisblätter durch Zuweisung bezahlter Anzeigen aufhörcu werde. . .

Abg. Adelung hält es nicht für richtig, daß vom Kreisamt Mainz den Zeitungsverlegern die Anforderung gestellt wurde, für die eventl. Ueberweisung von amtlichen Bekanntmachungen einen jährlichen Betrag von 100 Mark zu zahlen. Die Behörde habe doch ein Interesse daran, alle ihre Bekanntmachungen möglichst allgemein verbreitet zu sehen. Da wäre eS doch sonderbar, wenn die Zeitungen auch noch für den Abdruck der Anzeigen bezahlen sollten. Den amtlichen Krels- blättern sollte ebenso, wie den übrigen Zeitunaen gestattet sein, eine selbständige kritische Meinung über Regierungsvorlagen zu auvern.

Ministerialpräsident Braun bemerkt, die vom Kreisamt Mainz geforderte Summe sei nur ein ungefährer Ersatz für die Herstellungskosten der Beilagen gewesen. .

' Abg. Häusel erklärt sich mit der ver,uchsweisen Durch­führung deS neuen Modus der besonderen Bellagen einverstanden. Das Kapitel wird darauf genehmigt.

ES folgt Kapitel 41,

BoNsschuleu.

Abgeordneter Molthan bringt Beschwerden über Schul- visitationen durch die K r e i s s ch u l k o m m i s s i o n e n vor und regt die Abschaffung dieser Visitationen überhaupt an.

Geheimerat Dr. E i s e n h n t h führt aus, es müsse zugegeben werden, daß die regelmäßigen Visitationen derKreisfchulkomnu'sionen erhebliche Ausgaben erforderten, die mit den erzielten Ergebmnen nicht im Einklang ständen. Die gegenwärtige Einrichtung sei auch nur noch in Hessen vorbanden, während andererseits feUltenc, dan hinsichtlich der Fachaufsicht Hessen von keinem anderen Bundes, staat übertroffen werde. Wenn auch die Volksschullehrer den Wunsch hegten, die Visitationen aufgehoben zu sehen, so sei es doch durchaus ungerecht, wenn Abg. David dielen Wunsch al^

brachen! Noch in den 70er und sogar 80er Jahren Urschte, woran uns jüngst WartenburgsSchauspieler des Kaisers erinnerten, allmächtig die Franzosen aus den deutschen Bühnen, und erst im Hörigen Jahrzehnt begannen die Nor­weger und ihre deutschen Jünger den Troß unberufener deut­scher Nachahmer von Dumas und Sardou zu lichten.

Vor einigen Tagen wurde aus München gemeldet, daß die Regie des dortigen Schauspielhauses im Einverständnis mit dem Dichter das Stück in dem Zeitkostüm seines Ent­stehens spielen zu lassen sich entschlossen habe, d. h. un Biedermaier-Kostüm. Das ist ein guter Gedanke, zunial die Gefühlswelt des alten Amtmannspaares etwas Zeit­oder Weltfernes für unser Empfinden hat.

Bei uns wurde das Stückchen am Dienstag in mo­dernem Gewände gegeben, und man muß zugeben, es wirkte auch so. Die Aufführung konnte sich wirklich sehen lassen und bot im 2. Akte den 1. sah ich nicht eine treff­liche Ensembleleistung, die erfreulicherweise die ausglei­chende Hand einer feinsinnigen Regie (Herr Dir. Stein- goetter) verspüren ließ. Künstlerischem Empfinden war es gelungen, die Einzelheiten gegen einander abzustimmen zu einem harmonischen Ganzen, sodaß ein gut abgetöntes Gemälde zu stände kam von einheitlicher Grundstimmung. Als Regiebuch hatte man freilich die weniger gute Reclamsche Uebersetzung, nicht die vortreffliche, beim Schwie­gersöhne des Dichters, Mb. Langen in München, 1899 er­schienene Ausgabe von Jul. Elias gewählt.

Auch den Darstellern kommt warme Anerkennung zu. Drei D«men und zwei Herren hatten Gelegenheit, vor­züglich zusammenzuwirke'.i und taten das mit ersichtlicher einmütiger Freude am gemeinsamen Arbeiten sz-rau F i s ch e r und Herr Lippert waren zwei vortreffliche Re­präsentanten des absterbenden altmodischen rittergutsbe- sitzerlichen Patriarchentums, wenn man sich auch den schwerreichen Großgrundbesitzer in der Durchführung feiner Rolle vornehmer und in der Erscheinung distinguierter denken kann Georg Engels ist wohl unerreichlich als Diorn,onv alter Amtmann. Aber Herr Lippert zeichnete doch den m lieber süßer Gewohnheit eingesponnenen, eigensinnigen, in Familientraditionen beschränkten nordischen Agrarier als eine fein detaillierte Eharakterfigur mit seinem nie ver­sagenden behaglich liebenswürdigen Humor. Uno ^rau Fächer wor eine liebe gute äüß Mama, lleberrafchend

Mangel an Idealismus bezeichne. Zur Zeit böten bic Vmtatwnen die geeignetste Gelegenheit, sich über die näheren Verhältmsie in den Schulen -u orientieren. Die Regierung werde dte Angelegen­heit einer genauen Erwägung unterziehen.

Abg. Berthold bringt Klage über die angeblich ungesetzlich» Züchtigung eines Schülers in Gustaosburg vor.

Abg. Reinhart äußert Wünsche bezüglich eurer deffereo Schulbyaiene.

Ministerialpräsident Braun bemerkt dazu, daß die Haupt­sache hierbei die Beschafft-ng der Mittel sei. In dem wohlhabende« Worms seien die rnn Vorredner geschilderten hNgnmischen Maß­nahmen wohl durchführbar, aber, nicht auch in den tnekn ärmeren Kreisen des Landes. Jedenfalls sei eine einheitliche Regelung der hygienischen Schu^lbest iin m ung en notwendig, >vozu vor allem auch die Schaffimg der nötigen finanziellen Mittel in Betracht gezogen werden müsse.

Abg. Reinhart spricht sich dann noch eingehend für Dte gesetzliche Regelung der Schularztfrage im Groß- Herzogtum aus. .... . . ..

Ministerialrat Weber bcmerTt es iei nicht anwnigig, die ohnehin viel beschästigten Kreisärzte noch mehr zu belasten. Wenn die Schularztfrage einheitlich dnrchgesührt werden solle, mußten dafür erhebliche Mittel eingestellt werden. ES müsse anerkannt werden, daß die Hhgienischen Einrichtungen m Worms mustergiltig und vorzüglich durckigeführt seien, und daß der Zrreis Worms, >vie bekannt, überhaupt bezüglich seiner soz'.alen Einrichtu^ngen an der Spitze marschiere. Eine allgemeine Regelung der >Lck)ul>« aiztfr^ge für das gantze Land werde sich nicht meljrr lange hmau»- schieben lassen. . , _

Das Kapitel wird darauf genehmigt. Kapitel bd, Juvalidenvcrsorgung

erfordert eine Ausgabe von 29 150 Mk. . , w.

Abg. Adel u n g kritisiert, daß der Ckefi-cdakteur derDwNnir.. Ztg." auch zugleich eine besondere Korrespondenz für Zeitungen erscheinen lasse, und fragt, ob denn die Bc^ah.ung desselben nicht derart sei, daß er auf solche Nebenarbeiten ocnidyten könne. Daraus könnten doch recht unangenehme Komplikationen e'rtstehen

Ministerialrat Dr. Using er entaegnet, die Anstelllmg brS Redakteurs sei durch einen zivilrechttühm Dertraa aus längere Zeit geregelt. Die Regierung habe bei Abschluß dcS Vertrages Bedenken der jetzt hier vorgebrachten Art nicht gehabt und Pe glaube auch nicht, daß die Doppelftellung als Redatteur deS ffrntlidyen Blattes und Herausgeber einer Kvrresponden- zu llw- annehmlichkeiten führen werde. , ,m

Die Abgg. Ulrich und Molthan ändern gleichfalls denken gegen den jetzigen Vertrag. ES sei anzuerkennen, daß die Haltung der Ktirrespondenz jetzt zu Klagen keine Beranlassuug biete.

DaS Kapitel toitb darauf genehmigt, ebenso Kav. 63, D r nt t pflege, Ausgabe 98109 Mk., Kap. 64, Staatsunterstützung^ kaffe $4^00 Mk., 65 Fonds für öffentliche und gemciw nützige Zwecke, 134 200 Mk., und 66, Bankbesoldung»- fonds, 5000 Mk. Bei K'ap. 67, Organe für Unfallj und Invalidenversicherung, AnSgabe 6950 Mk., greift}

Ministerialpräsident Braun aus eine Aeni^erung oeS Adg^ Ulrich in der Generaldebatte zurück, nach welcher angeblich md Kreisärzte das Bestreben Wen, bei Ausstellung der Atteste nach Möglichkeit die Invalidenrenten he r a b z n s e r e n: dtL Kreisärzte träten also alsRentenguetscher" auf u|to. Dep PräsideM weist diese Uitterstellung entschieden sunttf. .

Mg. Ulrich verwahrt sich gegen diese Wortstecherei unti verteidigt seine früheren Ausführungen. , .

Ministerialpräsident Braun erklärt demgegenüber, kein Kreis­arzt sei als Verttauensarzt fiir Derufsgenvfsenschaften r^erpfttchtet, das sei eine ganz ungerechtfertigte Behauptung des ^bg Ulrich« Dagegen seien schon viele Fälle vorgekommen, in denen Arbeiter auf Grund von kreisärztlichen Attesten eine anderweite Regelung ihrer Renten beantragt hätten.

Das Haus genehmigt darauf die Art. 6771 ohne weiters Debatte. Bei Art. 72,

LandwirtschastttchcS Unterrichts- und «ersuchSweseu werden u. a. für die Wein- und Obstbauschute in Einnahme 27 640, in Ausgabe 53 320 Mk., für die Obstbaw- und landwirt­schaftliche WiMerschule in Friedberg, Einnahme 6440 Mk., Aus­gabe 24 780 Mk., und für die landwirtschaftlichen Winterschulen überhaupt 64 200 Mk. Ausgabe beEiat, für landwirtschastllche Haushalttlngsschulen 3500 Mk. Bei Titel 6 dieses Kapitels,

Zweites Blatt ISS.Jahrgang Mittwoch 14.MärziNOS

RotattcmSdevck mW Verlag d« vrühl'sck«

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Tie Abgangszeugnisse der Grohh. Landes-Baugewerkschule find denjenigen der Königlich Preußischen Baugewerkschulen gleich­gestellt.

Programme und Anmeldeformulare sind durch die Direktion der LandeS-Baugewerkschule, Darmstadt, Neckar straße 8, zu erhalten.

Da« Schulgeld beträgt 80 Mark für daS Halblahr.

Schluß der Anmeldefrist am L April d. I.

Die Direktion.

Gießen, den 13. März 1906.

Betr.: Definitorialprüfung der SchulamtS-Aspiranten und Aspirantinnen im Frühjahr 1906.

Tie Grosch. Kreissllmlkommisfion Gießen

an die Schulvorstände des Kreises.

Mir ersuchen Sie, die nachstehend abgedruckte Ver­fügung zur Kenntnis derjenigen Lehrer des Kreises zu bringen, die zur Ablegung der zweiten Prüfung berechtigt sind, die sie ober noch nicht abgelegt haben.

Dr. Breidert.