Ausgabe 
16.1.1906 Zweites Blatt
 
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ih rcni Bier oder ihren» Kaffee zu begeben.

P. W.

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Weiten 100 Kg. 1S.75 'IVf.

Roggen 100 Kg. 17.50- 00.00 Mk.

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hübschen Einakter gerade ausreichenden ^Problems", wahre eheliche Gemeinschaft, daß Zarteste und Reinste Ebeleben ohne freie Selbstbestimmung undenkbar und höchste Gehalt der Ehe in dem Bestreben der Gatten finden ist, immer von neuem, ohne den Zwang der schworenen Treue, einander zu erobern und zu fefieln.

Eigentlich ist's schade um Blumenthal. Er ist weit

innn dabei, daß Feld« I -um Duell aukge* r zu dem Dinen Dort« 'bau? harrtft gtbrmbdt uiSbrütffid) xftätfä nicht um einen

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Tecnmkiim J.msuau Werkmeister. Prosnekt.

Später trat jedoch toieber Erholung ein, ba mott hofft, daß nicht so heiß gegessen, wie gekocht wird.

Märkte.

Gießen, 16.Jcm. Marktbericht. 9T«f heutigem Wochenmork osteten: Butter vr. B?d. 0.800.90 Mk.. Hühnereier 1 St. 810 Pfg.

2 Ctck. 0000 Big.. (Bänfeeier 0000 Via.. Enteneier 00 Big., Räfe vr. Stck. 68 Pi.,' Kasematte 2 Stck. 56 Big. Erblen vr. Liter 21 Pfg^ Linien vr. Liter 32 Ma.. Tauben vr.Baar0.80-1.00Mk., Hühner pr.L>^ 1,001,60 T?f., Hähne vr. Stück 0,801,80 Mk., Enten vr. Stück 1,802.20 Mk.. Onanie vr. Md. 6075 Ma., Ochfensteisch vr. Bw. 7482 Big., Kuh- und Rindfleisch vr. P'und 7072 Pfg., Schwerne- steiich vr. Pfmid 8086 Big.. Scbweinesteisch, geial-en, pr. Mund 90 Ma.. Kalbfleisch pr. Md. 7080 Mg., Hammelfleisch pr. Vstirtd 6076 Big. Weliche per Mund. Kartoffeln pr. 100 Kg. 5,500,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6.008.00 Mk., Milch per Liter 20 Mg., Aeviel ver Mund 18 bis 30 Pig., in Körben 00 Big., Nu sie 100 Stück 30-40 Big., Birnen per Pid. Mk. 0.150.2(^ Weißkraut per Stück 10-30 Psg., per Zentner Mk. 0.00-0.00. MarkOeit 82 Uhr.

Die Marktpreise für Vieh ittib frucht ttnb die Gießener Fleisch- ttnb Brotpreisc am 15 Januar 1906.

war nickt richtig, etwas über den 5. T. ^nassen, die Bescheid denen, die unter allen aube nicht, daß es so darstellt. Schon die ein Duell. Mischen rten auch mit Ehren« 9 de? Reichskanzlers e Gegner des Duell-

Handel und Verkehr, Volkswirtschaft.

Das Fallissement dcS Bauunternehmers Phi­lipp Welter in Frankfurt a. M. ttritb gemeldet. Es bündelt sich um einen Besitz von 19 Häusern, deren gesamter Verkaufswert mit 3.40 Mill. Mark geschätzt wird, während die Hppothekcnbelastung sich auf nicht weniger als 2.97 Mill. Mk. beziffert, abgesehen vvn 192 200 Mk. Sicherbeitshvpotheken.

Zollkrieg mit den Vereinigten Staate n. Die heutigen Nachrichten aus Newvork meldeten den Zollkrieg. Jn- frstgedessen entstand an den d.""ts-ri/>n Burson eine Art Banrk.

gabtcr als er sich in den meisten seiner Theaterstücke zu geben pstegt. Da§ lehren sowohl seine kritischen Aufsätze aus einer früheren Zeit als seine gescheidten Epigramme, auch einige seiner größeren Stücke aus alten Tagen und dieser oder jener geistreiche Einakter, z. B. ,9Ibu ©aib'. Sein beklagens­werter Ehrgeiz ist es, ein gewandter Theater-Konfektionär zu sein mit Rieseneinnahmen, statt ein beachtlicher Schöpfer tüchtiger Konversationsstücke, der er hätte werden können und als welcher er Nachahmenswertes und litterarisch Ge­diegenes vollbracht hatte. Nur um den Tageserfolg, nicht um Nachruhm ist's ihm zu tun.

Der Schwur der Treue" war eine der Premiören dieses Winters im Berliner kgl. Schauspielhause. An jeder anderen größeren Bühne der deutschen Neichshauvtstadt, die seit einem Vierteljahrhundert alle miteinander mehr künstlerischen Ehr­geiz haben als das preußische Hoftheater, würde Herr Blumen­thal mit diesem Stücke vergeblich angeklopft haben. Auch der Provinzler, der dann und wann einmal die deutsche Metropole an der Spree besucht, hat wohl die leise Hoffnung, daß der am ersten Tage dieses Jahres vollzogene Wechsel in der Leitung dieser weitaus am reichsten von allen reichs« deutschen Theatern auSgestatteten Bühne dem wohlverstandenen Interesse der deutschen Bühnenkunst dienende gründliche Um- wälzungen mit sich bringen wird. Bekanntlich trat an Stelle des indifferenten Oberregiffeurs Grube als kgl. Schauspiel. 'Direktor, also mit erheblich größeren Vollmachten ver» ffehen, der weit bekannte und wohl über Gebühr gerühmte .ehemalige Mime und jetzige Hofrat Barnay. Es ist jetzt wohl nicht mehr anzunehmen, daß auch Herr Blumenthal. Ider Mitarbeiter desBert. Börsen-Couriers«, als kgl. Dramen- Lieferant kgl. preuß. Hofrat werden wird. Im Gegenteil, voraussichtlich verschwindet er jetzt von der Berliner Hofbühne, Sie Jahrzehnte lang den Abfall der dramatischen Tages- Produktion kultiviert und dadurch zu ihrem nicht unbescheidenen

Has ift aster wickki-ff vtm vernvestken!

Seit vier Wochen dieselbe Leier: Herr Meier ist krank. Herr Müller kann nicht kommen! Fräulein Schmidt liegt zu Bett! Und ich Ütze da und weiß mir vor Arbeit nicht -u besten. Ich wist Ihnen wa? sagen, Herr Rapp: buchen Sie 20 Mk. auf Geschäftsunkosten I Und Sie, Karl, besorgen für die 20 Emmchen Fcn;'s ächte Sodener Mineral-Pastillen, aber sofort bitte. Die werden dann an das Personal ver­teilt, damit die ewigen Erkältungen einmal aufhören II Für 85 Pfg. die Schachtel in sämtlichen Apotheken, Droqen- und Miueralwafferhandlungen zu haben. hv23/»

Der preußische Städtetag.

Berlin, 15. Januar.

Der preußische Städtetag wurde heute von Oberbürger­meister Kirschner-Berlin durch eine Ansprache eröffnet. Kirschner wies darauf hin, daß der Gese'tzentwurf betr. die Unterhaltung der öffentlichen Volksschulen bei den städtischen Selbstverwaltungen eine große Enttäuschung hervorgerufen habe, da sie erwarteten, der Gesetzentwurf werde ihnen eine Erweiterung der Rechte in den Schulangelegen­heiten bringen.

Oberbürgermeister Lenze-Barmen erörterte dann ein­gehend den Gesetzentwurf, der für die Städte in seiner jetzigen Fassung vollständig unannehmbar sei. Die Städte haben danach nur datz Recht für die Unterhaltung der Schul­gebäude und die Besoldung der Lehrer zu sorgen. Die Auf­hebung der Mitwirkung der versaffungSmäßigen Gemeinoe- organe bei der Anstellung der Lehrer widerspreche der Ver- saffung; alte Rechte dagegen würden der Kirche über­tragen. Es werde nicht ansbleiben, daß die Schuldeputation als Organ der Schulaufsichtsbehörde angesehen werde. Wenn die Schuldeputation als Vertretung der Bürgerschaft gelten solle, müsse sie ein Organ der städtischen Gemeindeverwaltung sein; esseinotwendig, Frauen hineinzuwählen. Unannehm­bar sei auch der Entwurf, daß den Gemeindebehörden die Mitwirkung bei der Anstellung der Hauptlehrer und Rektoren genommen werde, die der Schule ihren Geist aufdrücken. Der Minister will der Landffucht der Lehrer steuern. Der Lehrer, der lange auf dem Lande gewirkt hat, eignet sich nicht für eine Stadt; die Landlehrer würden bester avancieren, wenn sie in ihrem Wirkungskreise bleiben. Der Gesetzentwurf werde aber auch Strebertum und Gesinnungslosigkeit bei den Lehrern und Rektoren erzeugen, die sich in politischer Gesinnung nach den Schulräten richten werden. Die Selbstverwaltung der Städte sei in größter Gefahr. Möge es gelingen, diese Gefahr noch im letzten Augenblicke abzuwenden. (Lebhafter Beifall.)

Oberbürgermeister E h l e r S - Danzig: Nicht aus Macht­hunger wehren sich die Städte gegen den Gesetzentwurf. Die Schulen hätten niemals eine solche Förderung und Entwick­lung erfahren, wenn die Städte nicht ihren Einfluß auf die Volksschule hätten geltend machen können. Wenn dem Staate ausschließlich das Recht zustehe, die Schulaufsicht auSzuübeu, werde die Volksschule zur Staatsschule und die Entwicklung rückgängig werden.

Oberbürgermeister Fuß-Kiel: Die städtische Selbstver­waltung sei der beste Hort aller staatlichen Ordnung. Nicht bloß im Interesse der Städte, sondern auch im Interests der Landgemeinden und der Staatsregierung selbst liege es, die Rechte der Selbstverwaltung nicht zu beschränken.

Oberbürgermeister Nollen-Remscheid schlägt vor, der Städtetag möge noch in der letzten Stunde bei dem Mi­nisterpräsidenten vorstellig werden.

Stadv. Cassel-Berlin weist nach, daß ein großer Teil der Bestimmungen des Entwurfs eine Verfassungs­änderung erforderlich macht, vielleicht werde es dem Drucke der öffentlichen Meinung noch im letzten Augenblick gelingen, wenigstens daß Schlimmste abzuwenden, damit die Selbst­verwaltung nicht im empfindlichsten Teile auf das schwerste getroffen werde.

Nachdem noch mehrere Redner gegen den Entwurf ge­sprochen hatten, wurden andere Leitsätze einstimmig ange­nommen. Nach Wiederwahl des Vorstandes wurde der Städtetag geschloffen.

Teile dazu beigetragen hat, daß breite Massen unseres Volkes in ihren besten Instinkten wankend geworden sind.

Mit dem Geistesfluge dieses Poeten gleichen Schritt zu halten, ist ein Kleines. Da keinem das mißglücken kann, der Mime leicht entzücken kann. (Die pestilenzia Dichteriüs Blumenthal ist eine geradezu lebensgefährlich ansteckende Krankheit geworden. Man sieht'SI) Und doch--

Eine Reihe dankbarer Rollen hat das Stückchen, die der Aufführung denn auch den Beifall deS sehr nachsichtigen und freundwilligen Publikums eintrugen. Das Spiel ist ganz auf den Reim gestellt. Dementsprechend schien mir die Tar- stelliing auch mit Recht eine etwas breite und akzentuierte Marschroute innezuhalten. Nembrandl'sche Farbensonne leuchtete ja nicht aus der Darstellung, aber im ganzen gingen die Künstler mit sichtlicher ßuft an die Lösung ihrer leichten Ausgaben heran wenn auch nicht in sie hinein.

Der Maler Veit van Emden könnte gar wohl ein Nem- brandt'scher Renaissancemensch von sattestem Kolorit sein und sollte zum mindesten von sieghafter Frische strotzen. Herr Löhr aus Darmstadt stattete ihn zuoberst mit einer an­gebrachten starken Dosis von Selbstgefälligkeit aus. Doch das tiits schließlich nicht allein; gewissermaßen musikalisch, con molto fuoco, apassionatissimo dargestellt, könnte dieser kecke Frauenfreund und Frauensieger wohl hinreißen. Herr Löhr zog eS vor, ihm nur die große Bezwingerpose zu geben ohne von den inneren Gluten des unwiderstehlichen HerzensbezaubererS viel ahnen zu lassen. Auch die holde Klaudine hätte noch stärkere Glut und insonder­heit überlegeneren Geist vertragen, als die talentvolle Frau Bayrhammer ihr gab. Die große Ehestandsszene >m 2. Akte atmet ein Etwas von dem zarten Dufte graziöser Lustspiellaune, und hier ist nur feinste Ironie, eine edle, durch die herbe Einsicht deS Betrogenwerdens wie durch vor­nehme Geistesbildung anmutvoll gedämpfte Schalkhaftigkeit am Platze. Aber Frau B. spendete doch reichlich Licht und die Schlußmomente, in denen sie Töne tieferen Empfindens an- zuschlagen hatte, gelangen ihr weitaus am besten, wodurch sie den Beweis erbracht hat, daß sie mehr ist, als zu scheinen ihr gestern oblag.

Herr Reimer als oheimlicher Tugendrichtcr war ganz derber Humor, feuchtfröhliche Lebenslust, falstaffsche Bon-

hommie und drolliger Uebereifer, ein lustiger Zecher wie auS einem Gemälde niederländischer Schule aber von Brouwer oder Jan Steen, nicht von FranS Hals, also eine Grundqestalt der Spelunke, nicht des Salons. Daß dieser Narr des Glücks mit dem verspäteten Johannestrieb seine Düpierung gelaßen zu tragen hat, ging ihm erst am Schluß auf. Die Darstellerin der Gräfin Lux hat über diese galante Frauenqestalt ein verführerisches Spiel pikanter Züge zu breiten. Frau Maurice aber

,ich will es Euch nur ehrlich oingestehen, ich hott' mir anderes von Euch versehens

läßt Herr Blumenthal sie sagen, und ich sag's ihm nach. Allem Anscheine nach ist sie eine Dame von Intelligenz und Bildung. Doch sichtlich fühlte sie sich gestern selber nicht am Platze. Schlichtheit und Sentimentalität scheinen ihr am besten zu liegen. Daß sie ihre Verse mit Verstand sprach, sei gern zugegeben. An ihrer Stelle hätte Frau Bayrhammer wohl mit besonderer Auszeichnung gestanden.

Ganz einwandsfrei war m. E. unter den Darstellern größerer Portlen nur die Leistung deS Herrn Lippert. Dieser vielseitig verwendbare treffliche Künstler zeigte diesmal mit der Wiedergabe eines ergrauten, zwischen seinen Folianten verdorrten, einem erlebnislosen Leben nachtrauernden humanisti­schen HauSmöbels, wie gut er die Rede beherrscht, wie diskret und überzeugend zugleich er charakterisiert.

Den Rembrandt-Sendling sprach Herr Goll in Löhrscher Art mit Verständnis, und als Dienerpaar taten sich das an­mutige Frl. Schell en berg durch sonnige Heiterkeit, und der poffierliche Herr Herrscher durch seine Neigung zum Ulk hervor. Nur wußten sic nicht den rechten Abstand zu den Herrschaften zu nehmen.

So hätte denn darstellerisch wohl noch niancherlei ge­schehen können, um dcn Erfolg deS Abends noch zu erhöhen. Inszenierung, Kostüme, Dekoration (Regie Herr Direktor Steingoetter) waren im ganzen wohl gestimmt und ansprechend. Um 72 11 Uhr, also zur rechten Zeit, endete das muntere Spiel, und in offenbar rosigster Stimmung ver­ließen die ThcatervereinS-Freunde das Haus, um sich zu

IWeißbrot 2 Kg. 54 P'g.

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Es hat Wunder gewirkt,

berichtet ein amtlich beglaubigtes Schreiben folgenden Inhalts: Greifenberg, Pommern, 21. Mai 1905. Meine Tochter erkrankte am 27. September vorigen IabreS an innerer Entzündung, Ver­schleimung des Magens, Blutarmut, durch viele Blutverluste, angegriffene Brust, vollständiqeAppetitlosigkeit und häufigesErbrechen, dazu hohes Fieber. Medizin wollte der Magen nicht annehmen. Ter Arzt Herr vr. St. sagte zu mir, wenn ich meine Tochter noch einmal gesund sehen wollte, so müßte dieselbe kräftig effen, das war aber nicht möglich, denn der Magen nahm nichts oder nur sehr wenig an, infolgedessen war die Kranke bis zum Skelett abgemaqert. Eines Tages sagte der Arzt, er laste ein Stärkungsmittel kommen, mit der Hoffnung, daß es wohl helfen würde. Nach Empfang des Biofon wurde dasselbe gleich nach Dorschrist zubereitet, der Magen nahm es an, das Fieber nahm ab und die Kräfte nahmen zu und die größte Freude hatten wir am 1. Weihnachtsfeiertag, beim nach 8 tägigem Gebrauch des Biofons forderte die Kranke und zwar am Weihnachtsfeiertage ein Stückchen Brot und so fand sich der Appetit immer mehr. Es hat geradezu bei meiner Tochter Wunder gewirkt, denn Jeder, der meine Tochter sah, gab mir zu verstehen, daß es wohl zu Ende gebe. Albert Brockhausen, Schuhmacher. Unterschrift beglaubigt durch Königl. Preuß. Notar Johann Cornelius de Witt, Greifenberg, Pommern.

Biofon ist erhältlich in Apotheken, Drogerien rc. da? halbe Kilo-Paket zu drei Mark: mit Bouillonertract oder mit Cacao ersteres zur Suppenbereitung, letzteres als Morgengetränk. Man verlange vom Biosonwerk Bensheim die Broschüre mit den Berichten über die von den Prosefforen, Aerzten und in Krankenhäusern rc. erzielten Erfolge. b%

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zu reinigen. Ich ^'t-mn Erfolge "des Duell w £ "H wird im Gegenteil Qtar, toie die Cache 1 nicht immer möglich,

Aus dem Iteickstaff.

H. Berlin, 15. Jan.

Ein großer Tag, der ein kleines Haus fand damit käßt sich der Eindruck des heutigen Beratirngstcraes wieder- geben. Es hatte sich zwar eine' elwas größere Anzahl von Wgeordneten eingefunderr als in den letzten Tagen, aber immerhin sah es recht spärlich mit den Gesetzgebern aus, und vom Regierungstische aus wurde der Mehrheit des Hauses durchaus nicht zu Gefallen gesprochen. Mars be­herrscht die Stunde, Herr v. Einem hatte Rechen­schaft abzulegen über einen Tnellfall, der nicht statt- gefunden hat. Der Notar Feld haus in Mühlheim a. Rh. wurde mit schlichtem Abschied aus seinem Verhältnis als Reserveoffizier entlassen, weil er einen Kol­legen, der ihn gröblich beleidigt hatte, nicht kurzerhand vor die Pistole lud. £>crr R0eren trug den Fall dem Kriegsminister sehr eindringlich vor und knüpfte daran die entsprechenden Kommentare.

Ter Krieqsminister erklärte sich auch bereit, die Interpellation sofort zu beantworten: wie das geschah, das hat bei der Mehrheit einige Verblüffung hervorgerufen. Herr v. Einem sprach erst für sich sein Bedauern über den Vorfall aus. Auf den Spruch der Ehrengerichte hätte er aber keinen Einfluß. Der Minister verwies auf die be­kannte Kabincttsordre des Kaisers sowie auf den Umstand, daß in der aktiven Armee im ganzen abgclaufenen Jahre nur ein einziges Duell vorgelommcn sei.

Dann aber kam eine Erklärung des Reichskanz­lers, der bei weitem kriegerischer denkt als der Kriegs­minister. In dieser Erklärung wurde darauf hingewiesen, daß die Reform der Str'asprozeßordnung noch im Fluß sei. Jedenfalls aber könnten Offiziere nicht in der Armee geduldet werden, die Angriffe auf ihre Ehre nicht sofort aus das nachdrücklichste ahnden'. Diese Erklärung, die an Offenheit nichts zu wünschen übrig ließ, wurde mit lebhafte st er Unruhe vom Hause ausgenommen.

Zufrieden gaben sich damit nur die Konservativen, als deren Wortführer Himburg sich durchaus mit den Aus­führungen des Reichskanzlers und des Kriegsministers ein­verstanden erklärte.

Der Freis. Dove dachte darüber wesentlich anders und seine Antwort auf die Erklärung des Reichskanzlers ließ an Deutlichkeit mich nichts zu wünschen übrig. Daß in der Erklärung eine direkte Aufforderung zum Duell enthalten sei, könne nicht bestritten werden.

Einen etwas versöhnlicheren Standpunkt nahm Bas- s ermann, der diplomatische Führer der Nationallibe- ralen ein, der den Fall au.ch nicht billigen konnte, dem Kriegsminister aber mildernde Umstände zubilligte, weil dieser eben keinen Einfluß ans den Spruch der Ehren­gerichte habe.

Tann kam Bebel mit dem schwersten Geschütz, das irgend aufzutreiben war. Der Reichskanzler müßte eigentlich auf Grund des § 110 an geklagt werden, weil er öffentlich zum Ungehorsam gegen die be­stehenden Gesetze auffordert. Bebel befaßte sich sodann noch sehr eingehend mit dem feuer S. E., der ,,Erzi ehun g zur Geseyl0 si gkei t".

Dr. Bachem erklärte unter dem Beifall des Zentrums, die Erklärung des Reichskanzlers habe ihn wie ein Schlag ins Gesicht getroffen. Tie Bestätigung des ehrengerichtlichen Urteils durch den Kaiser sei eine Regier- ungshandlung, für die der Reichskanzler verantwortlich ge- -mad)t werden müsse.

Auch Abg. Träger (freis. Vp.) übte heftige Kritik -an der Auslassung des Kanzlers, desgleichen Abg. Stöcker, während Herr v. Tiedemann (Rp.) dem Standpunkt der Regierung beipflichtete.

Herr v. Einem suchte etwas abzuwinken. Er miß­billige das Duell, suche es einzuschränken es ganz zu vermeiden sei nicht unter allen Umständen möglich.

Mit dem Schlußwort des Abg. Roeren, der erklärte, er habe es bisher noch nicht erlebt, daß so offen die Mißachtung der Gesetze gepredigt worden sei, wie hier vom Reichskanzler, schloß die Besprechung, bei der die Regierung sehr unalücklich abgeschnitten hat. Eindies nefastns, wie Dr. Bachem bemerkte.

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Höchste Cchlachwiehpreile in F r a n k f u r t a. M.

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50 Ka. Schlachtgewicht 76-79 Mk.

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7, , 7080 , 7, 76 86 .

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