Ausgabe 
14.7.1906 Erstes Blatt
 
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«Recht und Gerechtigkeit zu wahren. Noditschew greift ba§' Ministeriuin heftig an und bemerkt, daS rirssische Volk habe Es Vertrauen zu der russischen Justiz verloren, die ihre Urteile schon gefällt habe, bevor der Prozeß stattfinde.

In Warschau wurde am 13. gegen das Mitglied des Kriegsgerichts, General S ch w e i k o w's ki, ein Attentat verübt." Der General blieb unverletzt, seine Gemahlin wurde von zwei Kugeln getroffen. In Kamyschin im Goru- vernement Saratow fanden große Ausschreitungen statt. Ter Stadthauptmann wurde vom Pöbel gefangen genommen und das Gefängnis zerstört. Sämtliche Gefangenen wurden frei- gelassen. Wegen des Militäraufruhrs in Wilna wurden mehrere Regimenter Kavallerie dorthin entsandt. In den kaukasischen Gouvernements ist der Bürgerkrieg in vollem Gange. Tie aufständischen Bauern haben den Truppen wiederholt schwere Niederlagen beigebracht. Tie Lage in Se b a st o p o l ist verzweifelt. Ein großer Teil der -Artillerie meuterte und versuchte, die Geschütze gegen die Stadt zu richten, wurden aber von an­deren Truppen daran gehindert. ______________

Areysus-Mügeleien und Duelle.

Paris, 13. Juli.

Nachdem in der heutigen Morgensitzung der Kammer der Kriegsminister die beiden angckündigten Gesetz­entwürfe in Sachen DreyfuS und Picguart mit einer längeren Rede eingebracht hatte, in welcher die Gründe für die Wiedereinstellung der beiden in die Armee er­örtert wurden, wurde in der Nachmittagssitzung nach kurzer Debatte der Dringlichkeit für di^Gesetze zugestimmt und als­dann dieselbe mit 473 gegen 42 Stimmen angenommen.

Cochin äußerte sich abfällig über die Campagne gegen die Armee. Bertrand (Sozialist! ruft ihm zu, er möge von dem Lumpen sprechen, der im Senat säße. Cochin führt darauf aus, Mercier habe im Einverständnis mit seinen Kollegen im Kabinett von 1894 gehandelt. Barthou, der diesem Kabinett angehörte, erhebt dagegen Einspruch, ebenso Brisson. Pressensö bedauert, daß es nicht möglich sei, -Mercier vor Gericht zu ziehen. Er wünsche nicht, ihn körperlich zu züchtigen, aber die Schuldigen müßten gebrandmarkt werden. Redner fragt, ob man zulassen wolle, daß französische Soldaten den Befehlen von Uebeltätern wie Boisdoffer unterstellt werden. Pugliesi-Conti (Nationalist) führt aus, indem er auf die Ministcrbank hinweist, eine R e- gierung, die zulasse, daß Ofsiziere in dieser Weise be- schimpft werden, sei feige und verächtlich, llnterstaats- sekretär Sarrnat stürzt sich sofort auf ihn, schlägt ihm heftig ins Gesicht und nimmt hierauf ruhig seinen Platz auf der Ministerbank wieder ein, während sich in einem Halbkreise um ihn ein Tumult und eine Schlägerei ent­wickelt. Brisson bedeckt sich, verläßt den Saal und läßt die Tribünen räumen.

Der Deputierte Pugliesi-Conti sandte Sarraut sofort eine Duellforderung. Das Duell wurde noch abends auSgefochten. Sarraut erhielt eine Degenwunde an der rechten Seite der Brust. Die Sekundanten Sarrauts waren die Minister Clömenceau und Thomson. Die Wunde Sarrauts erscheint schwer. Immerhin erscheint sein Leben vorerst nicht gefährdet. Sarraut ist Mitbesitzer der radikal­sozialistischenD^peche de Toulouse".

Pressense brachte schließlich in der Kammer eine Tages­ordnung ein, worin die Regierung aufgesordert wird, die an den Fälschungen beteiligten Ofsiziere auS dem Heer auszu­schließen und ihnen die Ehrenzeichen zu nehmen. Dieser An­trag wurde indes abgelehnt und die Sommersession geschloffen, nachdem noch ein Antrag auf Ueberführung der Ueberreste Emile Zolas ins Pantheon mit 344 gegen 210 Stimmen angenommen worden war.

General Mercier war kühn genug, im Senat das Wort selber zu ergreifen, zweimal sogar. Er kritisierte das Vor­gehen des Kassationshofes, da dieser unter Ausschluß der Oeffentlichkeit ohne Gegenüberstellung der Zeugen verhandelt habe. (Lärmender Widerspruch links.) Der KaffationShof habe nicht die Zeit gehabt, das ungeheure Aktenmaterial über die Dreyfus-Angelegenheit durchzuarbeiten. Auf Vorhaltungen -über sein Verhalten im Jahre 1894 erwiderte Mercier unter dem Lachen der Linken, er sei der Ansicht, daß daS Erkennt­nis des Kriegsgerichts von Rennes bedeutend beweiskräftiger gewesen sei als das gestrige. (Widerspruch links.) Mercier fährt fort, er wolle sich nicht vrrteidigen, sondern seine Stimm­abgabe begründen. Als er sich anschickte, über seine innerste Ueberzeugung zu sprechen, wird er von dem Lärm der Linken übertönt. Senator Delpech (sozialistischer Radikaler) spricht sich nachdrücklich dahin aus, daß Mercier an Stelle von DreyfuS in § Bagno gehöre. (Lebhafter Beifall.) Mercier, von der Linken mit Lärm empfangen, besteigt zum zweiten Male die Rednertribüne und erklärt, er habe nicht die Richter angreifen wollen, sondern einig und allein das Verfahren. (Redner verläßt die Tribüne unter starkem Lärm.)

Der Senat nahm schließlich die Anträge betreffend Wieder­einstellung von DreyfuS und Picguart in die Armee mit ungefähr zwei Drittel Mehrheit an.

In einem De ge nduell zwischen dem Leutnant Andre, dem Sohne des ehemaligen Kriegsministers AndrL, und Paul ibe Cassa gnac junior, der seinen Vater durch den alten Andre für beleidigt hielt, wurde der erstere leicht ver­wundet.

Der Generalrat des Devartements Bauches du Rhone nahm in einer außerordentlichen Sitzung einen Antrag an, worin der Rat ersucht wird, den General Mercier aus dem Senate auszuschließen. Ferner wurde ein An­trag angenommen, die Regierung möge den Rat der Ehren­legion veranlassen, alle in der Dreyfus-Affäre kom­promittierten Offizie re aus derListe derOrdenS- ritter zu streichen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 14. Juli 1906.

'* Vom Großherzoglichen Hofe. S. K. H. der /Großherzog besuchte am Donnerstag abend den Zirkus Schumann in Frankfurt a. M. Am 19. d. M. beabsich­tigt der Großherzog die Lederfabrik von I. Monzer u. Sohn in Offenbach zu besuchen und am Abend desselben Tages dem Turnen des Turnvereins Offenbach beizuwohnen.

** Auszeichnung Dem Rektor Hahn wurde zu seiner heutigen 50jährigen Jubiläumsfeier das Ritterkreuz

2. Masse des Verdienstordens Philipps' des Großmütigen verliehen. Ter Orden rourbc ihm bei dep heutigen Schul­feier von Geheimerat Tr. Breidert überreicht.

Ein Geschäftsjubiläum begeht am morgigen Sonntag die bekannte Verlagsbuchhandlung Emil Roth hier. Der jetzige Inhaber, Herr Otto Roth, hat an diesem Tage vor 30 Jahren (15. Juli 1876) das Geschäft von seinem Vater übernommen.

" Verhaftet wurde gestern ein hier beschäftigter Kroate wegen Vornahme unsittlicher Handlungen an Kindern. Wegen des gleichen Vergehens kam auch ein 17jähriger Gärtnerlehrling von hier zur Anzeige.

"Gestohlen wurde aus dem Hofe einer Wirtschaft in der Neustadt von unbekanntem Täter ein Fahrrad.

* ' Ueberfahren von einem Radfahrer wurde in ber Frankfurterstraße ein Kind. ES wurde nicht unerheblich verletzt. Der Radfahrer machte sich aus dem Staube, sodaß seine Person bis jetzt nicht festgestellt werden konnte.

Jubiläumsfeier. Der Magazinverwalter Karl Ockel vollendete am 13. Juli 25 Jahre im Dienste der Firma Hey lig ensta edt u. Comp. Der Inhaber der letzteren, Konnnerzienrat 2. Heyligenstaedt, sprach dem pflicht­treuen Beamten Dank tihb Anerkennung für dessen ersprieß­liche Tätigkeit auS, während die Vertreter der Beamten- und Arbeiterschaft dem Jubilar die Glückwünsche des gesamten Personals übermittelten. Durch die Ueberreichung einer Gedenktafel und sonstiger angemeffener Geschenke wurde ber Jubilar ferner sowohl von der Firma, wie von seinen Mitarbeitern geehrt.

* Die Anlagen musik fällt morgen auS.

Flottenspende ber höheren Mädchen- schülerinnen. Die Schülerinnen ber hiesigen höheren unb erweiterten Mäbchenschule haben sich seinerzeit auch an der sog. Flottenspende beteiligt, einer Sammlung von freiwilligen Beiträgen, die dem Kaiser bei seiner silbernen Hochzeit zur Verwendung für unsere Flotte überreicht wurden. In An­erkennung des durch diese Sammlung betätigten Patriotismus haben der Kaiser und die Kaiserin den dabei beteiligten höheren Mädchenschulen ein Gedenkblatt gestiftet, das die eigenhändige Unterschrift der beiden Majestäten trägt. Unsere höhere und erweiterte Mädchenschule ist dieser Tage in den Besitz des Gedenkblattes gelangt, das zurzeit im Schaufenster ber Hochstätterschen Bilderhandlung am Seltersweg aus­gestellt ist.

sd. Darmstabt, 13. Juli. Des Wuchers in etwa 100 Fällen schuldig gemacht hat sich der frühere Wirt unb Agent Benedikt Probst, der seit einigen Jahren privatisierte. Er hat durch Mittelsmänner Wechsel angekauft, wobei er 12 und mehr Proz. Zinsen nahm. Er hatte sich ein voll­ständiges Bureau eingerichtet.

sd. Darmstadt, 14. Juli. (Drahtmeldung.) Eine ganze Reihe Einbrüche wurde heute nacht im Zentrum der Stadt verübt. Die Einbrecher drangen zunächst in das Zigarrengeschäft von Kriegs, Ecke der Rhein- und Grafen- straße, ein, anscheinend mittelst Nachschlüsseln, und erbrachen die Labenkasse. Ihre Beute war jedoch sehr gering. Auch in einem in dem gleichen Hause befindlichen Blumengeschäft, sowie in einem Spenglerlaben war bie erbeutete Summe nur sehr gering. Ein weiterer Einbruch erfolgte in ber Expedition desT. Sing." ebenfalls mittelst Nachschlüssel. Hier beläuft sich bie gestohlene Summe auf 40 Mk.

M.H. Frankfurt a. M., 13. Juli. Prinzessin Alepanbra zu Isenburg unb Bübingen, eine Enkelin des letzten Kurfürsten von Hessen unb Schwägerin bes Thronerben von Sachsen-Weimar-Eisenach, würbe im Jahre 1904 von ihrem geschiedenen Gatten, der 10 000 Mk. von ihr forderte, in Konkurs gebracht; obgleich dies trotz ihrer Ueberschuldung nicht notwendig gewesen wäre, weil sie von ihren Gläubigern nicht gedrängt wurde. Was die Prin­zessin kurz vor ihrem Konkurse von ihrem auS dem Leben geschiedenen Vater geerbt hatte, belegten die Gläubiger mit Beschlag, sodaß sich die Prinzessin veranlaßt sah, nur ihr Pflichtteil zu reklamieren, das ihr nicht gepfändet werden

geitontmen. Er hatte mit einem scharf geladenen Revolver den Sckmtzmann Steffenshagen überfallen, um wegen einer Sistier­ung seines sechsjährigen Sohnes Rache zu nehmen. Mit Unter- stützung von Passanten wurde er am Schießen selbst verhindert.

Ugirversitäts-Nachrlchteir.

Dem Professor v. Liszt in Berlin hat der Kultusminister v. Studt untersagt, die angelündigteu Vorlesungen an der neuen, im Herbst zu eröffnenden Handelshochschule Ber­lin zu halten, so lauge uicht eine ausdrückliche ministerielle Genehmigung dazu uachgesucht und erteilt ist. Dem Vernehmen, nach stützt der Minister sein Vorgehen gegen den berühmten Rechtslelwer auf eine Kabinettsorder aus dem Jahre 1839.

Rostock, 13. Juli. Der neue Rektor der Universität Pros. Dr. Robert verbot der Finkenschaft die Anbringung von Anschlägen am schwarzen Brett, was ihr bisher stets gestattet war.

Essen, 14. Juli. Auf der Eisenbahnstrecke zwischen, Letmathe und Nachrodt drangen zwei Männer in einen- Abteil ein, raubten einem Passagier die Börse mit Inhalt und sprangen aus dem fahrenden Zuge.

Altona, 14. Juli. Der Dichter Prinz von Schöns aich-Carolath liegt im hiesigen Helenenstift schwer krank darnieder.

Berlin, 14. Juli. Bebel veröffentlicht eine Erklär­ung gegen Tr. .Wf Peters. Es heißt in derselben u. a.: Ter genannte Herr Hut vier Monate gebraucht, bis er sich erinnert, daß ich in der Sitzung des Reichstages vom 17. März über seine afrikanischeKülturmission" etwas ge-, sagt habe, das er glaubt, als bewußte Lüge bezeichnen zu müssen. Ich werde darauf gründlich antworten zu einer1, späteren Zeit, da ich die Werten, die ich endlich an treten: kann, mir nicht durch ihn stören lassen will. Dauert dies Tr. Peters zu lange, so will ich ihm zum Trost sagen: Ganz so lange wie er mich warten ließ, werde ich ihm nicht' aus 'meine Antwort warten lassen. Der Fall Peters wird' auch in wiederholter Beleuchtung zeigen, daß, so viele Kv- lonialskandale auch in den letzten 10 Jahren in Deutschland erörtert werden mußten, der Fall Peters immer noch, der skandalöseste geblieben ist.

B c r li n , 14. Juli. Zur Tiskussion über den Massen-,, streik veröffentlicht heute derVorwärts" einen Ar­tikel, der sich gegen dieSachs. Arb.-Ztg." wendet und wie folgt schließt: Es handelt sich für den Massenstreik int Frühjahr wieder um die Möglichkeit einer auch nur einiger­maßen erfolgreichen Durchführung, da auch die erforderliche Stimmung der Massen vorhanden war und es bleibt nicht minder dabei, daß ein Massenstreik nur dnrchznführen ist, wenn Einigkeit und Klarheit über dessen Durchführbarkeit so wo Ist in Partei- wie Osewerkschaftslreisen vorhanden ist.

Paris, 13. Juli. DasJournal officiel" veröffent­licht die Gesetze, nach welchen Drehfus und Picguart wieder ins Heer eingestellt werden, ersterer unter Beför­derung zum Major, Picguart unter Beförderung zum Brigadegeneral. Gleichzeitig wird imJournal Offt- eiel" Treyfus verzeichnet als Anwärter auf den Orden der Ritter der Ehrenlegion und Major Targc, der die Revision des Trevfusprozesses zum Teil einge­leitet hat, als Anwärter auf den Orden der Offiziere der Ehrenlegion.

Rom, 14. Juli. Ter Vatikan-Mitarbeiter der ,,Stam- pa" macht über den baulichen Zu stand des Vati­kans überraschende Enthüllungen. Ms sich itt den letzten Tagen Sprünge in den Wänden zeigten, wurden sofort die päpstl. Architekten mit der Untersuchung des Plaastes beauftragt. Sie sanden, daß der ganze Va­tikan aufs schwerste baulich gefährdet sei. Be­sonders in Gefahr sei die Appartemento Borgia, die Resi­denz des Kardinals Merry del Val. Die Gemächer des' Papstes sind derartig bedroht, daß er ein neues Quar­tier beziehen muß. Tie Architekten stellen auch den Untergang zahlreicher Kunstwerke fest und fanden zwischen der Decke der Capella Sixtina stnd bereu Dach den bisher nur dem Ruf nach bekannten Geheimkerker für hohe Staatsverbrecher._______

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen fnv Sonntag, beit 15. Juli 1906: Heiter unb trocken. Morgens Nebel. Nachts kühl, am Tage etwas wärmer.

Näheres durch bie Gieüener Wetterkarte.

konnte. Unter solchen Umständen mar für die Konkursver- waltung, 311 bereu Verfügung nur überschuldete Realitäten standen, eine verfügbare Masse nicht ba unb ber Konkurs

7e!efomschfe Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank filr Hande) nnd Industrie. Giessen.

wurde am 13. November 1904 wieder aufgehoben.

Frankfurter Mörse. 14. Juli. 1.15 Uhr.

Da

3% Portugiesen

HI

. 209.80

. 146.80

Türkenlose . .

. 114.90

207.80

34.50

146.90

Apotheken rein. Drogerien, Parfümerien.

hv/.

. 34 50 . 144.10 . 145.70

Elektriz. Lahmeyer . .

Elektriz. Schnckert . . Eschweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk

. 85 50

. 157.10

Berliner Handelsges Darmstadter Bank . .

Deutsche Bank .

Deutsch-Asiat. Bank

Diskonto-Kommandit. .

Dresdner Bank . .

Kreditaktien . . . .

Baltimore- und Ohio- Eisenlahn .

Gotthardbahn . . . .

Lombard. Eisenbahn .

Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn

Hamburg - Amerik. Paketf. Rarpener Bergwerk. . . Lanrahütte......

Nordd. Lloyd.....

Oberschlcs. Eisen-Industrie

Rarpener Bergwerk.

Lanrahütte . .

Lombarden E. B.

Nordd. Lloyd . . .

Türkenlose . . .

. 143.00

. 128.00

. 252.50

Canada E. B. . .

Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz:.

Beichsanleihe do.

Konsols . , do. . .

Ressen . . . Oberhessen

Blendend weiße Wäsche "«"eit3 mm. nur mit dem echten Tr. Thomvsons Seffenpnlver. Marke Schwan, dasselbe ist irci von jeder schädlichen ätzenden Substanz und greift, die Wäsche auch nicht im geringsten an. Ueberall zu haben.

. 158.00

. 138.60

99.65

37.85

99.55

87 65

98.60

nun der Fürst keine Miene machte, seiner Schwester ihr Pflichtteil herauszugeben, ja sogar behauptete, es sei keines vorhanden, so veranlaßte die Prinzessin einen ihrer Gläubiger, für etwa 300 000 Mk. Forderungen aufzukaufen unb gegen ihn vorzugehen, da sie cs so ohne weiteres nicht selbst burfte, weil in dem Augenblicke der Klageanstellung bas Pflichtteil pfänbbar würbe. Als ber Fürst sah, daß die Hcrauszahlung des vorenthaltenen Pflichtteils nur eine Frage kurzer Zeit sei, veranlaßte er den Baseler Bavtier Baly abermals einen An- trag auf Erklärung des Konkurses bei den Frankfurter Ge­richten zu stellen. Diesem Anträge ist, obgleich sich in der Zwischenzeit die Verhältnisse der Prinzessin durchaus nicht gebeffert haben, vom Konkursgericht entsprochen und am 12. Juli der Konkurs erkannt worden. Es wird dabei für die Gläubiger so wenig herausspringen, wie beim Bankerotte vom Januar 1904.

4°6 Oesterr. Gold reute. . 4*/6 Oesterr. Silberrente 4% Unaar. Goldrente . . 45o Italien. Bente . . . 3% Portugiesen Serie I .

3 M7« 3%

3 VA 3% 3^7, 3^7,

Gerichtssaal.

Braunschweig, 13. Juli. Das Schwurgericht verurteilte beute den Stationsvorsteher Engelmann aus Vilpke wegen Falschmünzerei, Betrug, Amts-Unterschlagung und Urkundenfälschung zu drei Jahren Gefängnis. Tie mitangellagte Ehesrau wurde freigesprochen.

4%7o russ.Staatsanl. 1905 4%°'n japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903

220.50 157 80

207 60 231.80 125.10 127.00 169.25 139 00 235.90 177.00 182.70 157.70

100.60

100.55

95.80

103.90

70.10

70.50

88.95

95.30

95 30

wichtig für Jäger, Natur­freunde, Touristen KL-M Diesen gewährt neben nubereit Vorzügen die Nafalan-Toilette-Cröme. (Retortcn-Marke), 30Prg. die Tube, dünn in die Haut gerieben ver­hindert sie das Stechen der Mücken. Rur echt und rein mit Retorten-Marke und Nantenszug Dr. Adolph List. Erhältlich tu

Vermischtes.

* Amsterdam, 13. Juli. Bei den offiziellen Begebenheiten der Rembrandt-Feste werden nur die Königin-Mutter und der Prinzgemahl teilnehmen, während die Königin sich die größteSchonung auferlegt. Bereits^ einmal in diesem Jahre glaubte Königin Wilhelmine sich frohen Erwartungen hin­geben zu dürfen, erlebte aber im Mai eine Enttäuschung. Seitdem sind wiederum glückliche Umstände eingetreten. Die Niederkunft steht für den Dezember bevor.

* Teheran, 13. Juli. Theologie-Studierende befreiten unter Anwendung von Gewalt einen wegen seiner auf­rührerischen Sprache verhafteten Professor ihres Kollegs. Hierbei wurde ein Student von der Wache getötet und zwei andere verwundet. Die Geistlichkeit sammelte sich hierauf in der Großen Moschee an. Alle Läden mit Ausnahme derjenigen der Fleischer und Bäcker sind geschlossen. Die Truppen durch­streifen die Stadt. Die Priester verlangen die Ausführung der versprochenen Reformen. Die Lage verursacht Beunruhigung.

* Kleine Tageschronik. Wegen versuchten Mordes wurde in Rixdorf bei Berlin der Anstreicher Müffke feft-

Herliner ISiirse, 14. Juli. Anfangskurse.

4% Griech. Monopol-Anl. 53.90 4% äussere Argentinier . 90.90 4°/0 Mexikaner .... 70.00 3^7» Chinesen .... 98.25

Aktien:

Bochum Guss.....241.50

Buderus E. W ... 124.50 Tendenz: ruhig.