den hinter sick.
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Bauen
und vom schlechten
*’ Vom guten
Kunstschriststeller Karl Meißner aus Dresden, der Schrift
unS geschrieben:
Der Oberkonsistorialerlaß. der den Pfarramtskandi- dat en in den zw^ei ersten Tienstjahren di e Ehe v erb ietet, wird m den Geistlichen ziemlich allgemein als em im Gesetz nicht begründeter Eingriff in die versönliche Freiheit der Geistlichen angesehen. Das Gesetz gestattet dem . erweiterten Oberkonsistorium die jederzestige Streichung des einzelnen Pfarramtskandidaten ausdienstlichen Gründen, und nur dazu hat auch offenbar das erweiterte O.-K. m der Sitzung vorn 12. v. M. seine Zustimmung gegeben. Man rennt iß ungefähr in Pfarrerkreisen die Gründe, welche etwa m lener Sitzung für die Notwendigkeit schärferen Anziehens der Zugel geltend gemacht worden sein mögen — die Sub o r d inatiou der Pfarramtskandidaten soll m letzter «Eit sehr zu wünschen übrig gelassen haben — aber man halt das Zufassen an diesem Ende für ungesetzlich. Naa; der eigenm Nvttz des O.-K. in der Darmst. Ztg. hat das erweiterte O.-K. auch durchaus nicht zu dem generellen Eheverbot scme Zu- , stimmung gegeben, sondern nur grün d s ä tz l i ck dl c Z u- lassung eventueller Streichung gebilligt, stlbstversiand- lich aus dienstlichen Gründen, da das Gesetz keine ankere Stteichnng kennt. Ein verheirateter Pfarrverwalter, der treulich seinen Dienst tirt und sich ohne Murren von Herckenhatn nach Neunkirchen versetzen lässt, auch wenn das Pfarrhaus dort besetzt ist, der eben für solchen Fall von vornherein Fürsorge getroffen hat, er wr'irde gegen seine Behörde das Gesetz hinter sich haben, und eine Behörde, die auf Grund des Erlasses vom 16. tyor Mt^ einen verheirateter Pfarrverwaltcr, um ibn dafür zu 'straien, in ein besetztes Psarrl>aus versetzen würde, hätte wohl kaum das Gesetz, kcinenfalls das Urteil der rechtlich Denken-
Die Jagd nach dem Mörder.
R Berlin, 13. ß-ebntar. Die Jagd nach dem Raubmörder Hennig, den die Berliner Polizei ergriffen hatte, der aber den Vorteil einer .humanen Behandlung" durch die । beiden ihn friedlich und vertrauensvoll geleitenden Schutzleute , wahrnahm, tollkühn über Dächer flüchtete, in ehrsamer Hand- - werkerkleidling mitten durch ein Heer von Häschern zum zweitenmal entwich und seitdem wie vom Erdboden verschlungen ist, den fieberhaften, kühnen, brillant auSgesonnencn Bemühungen tausender von Menschen spottend — diese Jagd hält Berlin derart in Atem, daß alle Ereigniffe der inneren und äußeren Politik, des Gesellschaftslebens, der Kunst, von diesem Thema vollkommen verdrängt werden. Die feinsten und die geringsten Leute auf der Straße, in den Restaurants, auf der Stadtbahn strengen ihren Scharfsinn damit an, die Ehancen des Verfolgten und diejenigen der Verfolger abzuwägen. Von Tag zu Tag wachst eine Empfindung, die man fast als Bewunderung der Schlauheit und Verwegenheit des Flüchtigen be- ! zeichnen kann. Und wir glauben nicht zu übertreiben, wenn wir behaupten, daß es von Manchem bedauert werden wird, wenn der Arm der Gerechtigkeit schließlich den Verbrecher zu erreichen vermag. Das erscheint auf den ersten Blick wie krankhafte Ueberspanntheit. Es ist auch etwas der Art. Aber doch noch mehr liegt der Grund dieser seltsamen Sympathie mit dem Mörder darin, daß der Polizei der Mißerfolg gegönnt wird. Eine ganze Anzahl von schweren Verbrechern 'sind im Laufe der letzten Jahre unentdeckt geblieben. Run kommt dieser neue Fall hinzu, in dem es wirklich im rechten Augenblick nicht allzu schwierig war, den Mann dingfest zu machen. Da fragt man sich: Ist die Kriminalpolizei in dem Groß-Berlin von drei Millionen Seelen ihrer Aufgabe gewachsen? Ja, so heißt es, wenn die Polizei sich weniger um Kleinigkeiten, um ganz unbedeutende Verfehlungen und Unterlassungen I be§ Bürgers kümmern möchte, dann hätte sie mehr Zeit für die wichtigen Anlässe.
Mit dieser viel vernommenen Bemerkung wird der Polizei wohl Unrecht getan. Ein Beamter, der ein Auge zu- drückt, bringt sich bald um sein Amt. Gesetz und Reglement verpflichten'die Polizei zum Einschreiten auch da, wo sie es keineswegs mit Befriedigung tut. Die Polizei ist allenthalben überbürdet, sie muß auf zu vieles ihr Augenmerk richten. Die Schuld daran trägt das unerfreuliche Bestreben u nserer Gesetzgebung, alles und jedes mit einer Garnitur von Strafandrohungen zu umgeben. Führt die Polizei diese Gesetzgebung aus, dann entladet sich auf sie der Groll der Oeffentlichkeit.
Die Berliner Kriminalpolizei ist wiederholt eingehenden Reorganisationen unterzogen worden. Es muß aber immer noch nicht das richtige System gefunden sein. Jedenfalls ist eS ein Zustand der Unsicherheit, daß ein höchst gefährlicher Mensch, deffen Signalement auf das genaueste bekannt ist, und der aller Wahrscheinlichkeit nach in Berlin und Umgebung sich aufhält, nicht ergriffen werden kann.
Hennig wird auch in Posen gesucht, da Verwandte von I ihm dort wohnen.
Mrehe rind Sichrrle.
Aus Kreisen der evangel. Geistlichkeit unseres Landes wird
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Ocsterrcichisches Abgeordnetenhaus.
Wien, 13. Febr. In der heutigen Sitzung kam es anläßlich alldeutscher Dringlichkeitsanträge zu unerhörten S k an dal- irenen. Ministerpräsident v. Gautsch hatte den Al (d e u t s ch e n vorgeworsen, sie wollten durch die Dringlichkeitsantrage die W a b l- rcf o r m vernichten. Daraufhin entstand em minutenlanger Tumult. Die Alldeutschen rufen mit geballten Fan st e n Gautsch zu: .Dieb! Schurke! Lügner! Betrüger! Tie Watte de? KabinettSche's verhallen im Lärm. Man sieht nut lerne Gestikulationen. Schließlich erklärt Gautsch, er werde unter keinen Umständen die von den Alldeutschen gewünschte Vorlage über die Trennung der Armee vorlegen. (Neuerlicher Tumult.)
Gras Sternberg: Das Reich fet unter diesem! Herrscher weit gesunken. Tie Krankheit sei akut. .Wenn; Gott will, können wir von dem Uebel erlöst werden' Aru diesem Aenßerungen Sternbergs, die große Auirequng im Vause hervor-; riefen, erwiderte Gautsch, ein so trauriges Schauspiel wre heute habe das Hans noch nie geboten. (Neuerlicher Tumult bet den Alldeutschen.) .
Nach Gautsch erhält der Alldeutsche Stern das Schlußwort. Gmitsch habe versprochen, ein Ermächtigungsgesetz über Ungarn einzubringen, dies aber nicht getan. Der M i u i st e r p r a s l d e n t sei wortbrüchig. Seine heutige Erklärimg ser e benso frech als dumm. (Rufe bei den Alldeutschen: Meineidiger D e m a q o g ! Gautsch Abzug! Lügner und Dieb Gautsch!) Hierauf wird die Dringlichkeit des alldeutschen Antrages, m dem die Trennung der Armee gefordert wird, abaelehnt.
Abg. Jro teilte mit, den Anttag, dem Kaiser den Verzicht auf die ungarische Krone nahezulegen, werde der Abg. Stein auf eigene Faust einbringen. Der Präsident erhärte, er werde diesen Antrag nickt entqegennehmen.
parlamentarisches.
Berlin, 13. Febr. Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses nahm einen Antrag Douglas- Zedlitz an, durch den die Staatsregierung ersucht wird, die Beschlußfaffung des Abgeordnetenhauses vom 6. April 1905 bett. Schaffung eine? VolkSwohlfahrtSamteS, durch Beratung in einer Kommission von Sachverständigen, m die insbesondere auch in der Wohlfahrtspflege praktisch bewährte Männer zu berufen sein würden, vorbereiten zu lasten.
Die Steuerkommission deS Reichstages beriet die Vorlage über die Besteuerung der Personen- -fahr karten und nahm nach längerer Beratung einen Antrag des Dr. Becker-Hessen an, der die Stempelabgabe berechnen will nach der Kilometerzahl der Strecke, auf welche die Fahrkarte lautet, bei Fahrkarten von und nach ausländischen Orten nur nach der im Jnlande zurückzulegen- 'den Strecke, imb zwar für den Kilometer auf den Elsen- bahnen 1. Klaffe 1 Pfg., 2. Klaffe V* $fg., 3. Klaffe W, fat Dampfschiffsverkehr auf einer inländtschen Wasserstraße i/ Pfg. pro Kilometer und wenn das Dampfichiff verschledene tzahrklaffen hat, für die höheren Fahrklaffen gtei$ma&i9 < i/ Pfg. pro Kilometer. Die Fahrkarten der 3. Fahrklaffe -sollen, soweit im Eisenbahnverkehr die 4. Wagenklaste nicht geführt wird und der Fahrpreis der 3. Klaffe 2 Pfg. pro Kilometer nicht übersteigt, steuerfrei sein, ebenso die Militär- und Arbeiterfahrkarten. Bei Zeitkarten soll das Fünfzehn- fache, bei Fahrausweisen über Sonderfahrten, bei denen bte Fahrkarten für die einzelnen Teilnehmer nicht ausgegeben werden, das Fünfzigfache deS Steuersatzes erhoben werden. Der Stempelbetrag soll nicht entrichtet werden, wenn er für die einfache Fahrt nicht zu erheben sein würde.
— Zentrums-Mitglieder haben in der Steuerkommission einen Antrag eingebracht, der die Automobil- steuer fesisetzen will nach der Zahl der Pferdekräfte des Motors und nicht nach der Zahl der Sitze.
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Brrefkcrstcir oer
(Anonyme Anfrage« bleiben unberücksichtigt).
S. i. B. Wir können aus Jbrer Anfrage nicht reust nug werden. Offenbar haben Eie die fraglichen Zeugen direkt, d. I). ohne Vermittelung des Gerichtes laden lasten: in diesem Falle |mo Sie an sich verpflichtet, den Zeugen ihre Auslagen und Zeitversaumnis zu vergüten. Wenn Sie aber die Zeugen tatsächlich vor oem Termin abbestellt nnb auf sie verzichtet haben, brauchen Sie auch keine Entschädigung zu gewähren. Sie haben uns nicht mttgeteur, ob jene Zeugen auch vernommen worden sind; ist das der <yau gewesen, und waren die Zeugen bir e ft von I h ne n ge aden, so wird der Anspruch aus Zeugengebühren gegen Sie wohl ve- • arünbet fein.
cntoitrf selbst steht nicht auf dem vom Grafen l^fado^ im Reichstag mitgeteilten sozialreformerischen Programm für die nächste Zukunft. Vielleicht wird er dreftm Programm jetzt eingereiht, denn auch die landwirtschaftliche Kinderarbeit ist Heimarbeit, und zwar nach dem ,‘irtcil der preußischen Landwirtschaftskammern unvermeidliche Heimarbeit, solange sich an dem Arbeitsmangel auf dem platten Lande nichts ändert. Ten Oberpräsidenten von Ostpreußen z. B. hat die dortige Landwirtschaftskammer dahin beschieden, daß die Zenten o t und damit die K t n der- arbeit den mittleren und kleinen Besitz viel mehr angehe als den Großgrundbesitz. Wahrend aber diese Landwirtschaftskammer die Auffassung vertritt, daß eine Ueberspannung der kindlichen Arbeitskraft vertnieden werden müsse, empfiehlt die wesipreußische Kammer Vermehrung derKinderarbeit, ein Verlangen, mit dem sie unter den agrarischen Organisationen allem dasteht, j Vor den in dumpfen Stuben erwerbstätigen Svinbern haben die auf dem Felde beschäftigten allerdings,etwas voraus, aber die sittliche und geistige Entwicklung der letzteren ist nicht geringeren Gefahren ausgesetzt. Der Schutz der arbeitenden Kinder darf deshalb nicht Halt machen an der Grenze von Stadt und Land. Mögen die Verhandlungen des Kronrats in dieseni Sinne bestimmend sein stur den Fortgang der Sozialreform! Ten Kindern eine frische fröhliche Jugend schaffen, hecht dem Vaterlande den größten Tienst erwetsen.
-t ftrbc brckiaNch der Verntehruug de§ i?eS von Kohlenfeldern Persönlich auf, daß es unter allen Umstanden wuiischenswett tz rEBx
d-s Virei6 W°g°' b Staren Ankauf
§ ILttf d.
/SpTYirrra der Verawerks'be amten gU besiern, Mübe sich dre Euny.der jer^we ^^ickt in Aufsicht Kellew Außer der Hibernia beabsichtige bte Regier- nng keine Kohlenfelder anznkaufeu. Zu emem Beschluß kam es hettte mäst.
über dieses Thema in überaus anregender, fesselnder ®etTe. Gr führte aus, baß zu feiner früheren Zeit die menschliche Tätigkeit das AtiSsehen der Oberfläche der Erde so sehr verändert habe, wie in den letzten Jahrzehnten. Namentlich durch bas rasche Wachsen der Städte sei diese Entwickelung bedingt, aber die moderne Baukunst habe seit etwa zwei Menschenaltern es nicht verstanden, die ihr dadurch erwachsenen Aufgaben in der richtigen Weise zu erfüllen. Losgelöst von der Tradition habe sie sich im gedankenlosen Nachahmen aller Stilarten gefallen. In einem halben Jahrhundert habe sie alle Baustile verbraucht, mit denen man früher viele Jahrhunderte hindurch ausgekommen sei, und anstatt zweckentsprechend mit und unter Berücksichtigung der Lage und des Zweckes deS betr. Gebäudes zu bauen, seien so schematische Baukasten entstanden, die man, um ihr trostloses Aeußere zu verschönern, mit allem möglichen Flitterwerk und Bauschmuck versehen habe. Während die frühere Wohn- Hausbaukunst nichts benutzt habe, was dem Zweck des HauseS widersprach und den Schmuck zumeist nur in der richtigen Verteilung der Baumaffen gesucht habe, suche man jetzt sein Heil in Türmchen, Giebelaufbauten und ähnlichen noch dazu meist unechtem Schmuckwerk, sodaß den Häusern und den darin befindlichen Räumen zumeist das Behagliche der früheren Zeit fehle und auch das künstlerische Empfinden ästhetischer Naturen unbefriedigt bleibe. In einer Reihe trefflich ausgewählter Lichtbilder zeigte der Redner die Vorzüge der früheren und die Fehler der jetzigen nur auf blendende äußere Effekte sehenden Bauart und ftreiftc dabei auch hiesige Ver- hältniffe, wobei er namentlich einigen neueren öffentlichen Bauwerken (Kliniksbauten, Universitätsbibliothek und Siechenhaus) als bemerkenswerte Beispiele, wie man auch heute noch schön und zweckentsprechend bauen könne, anführte. Als Mittel, auch bei den Privatleuten Wandel zu schaffen, bezeichnete er eine Reform der Baugewerbschulen und Bau- Akademien, die nicht im gedankenlosen Nachahmen der alten Baustile ihre Schüler unterrichten, sondern sie zum selbständigen Arbeiten anregen sollten. Ferner hob er die Notwendigkeit einer Aenderung der jetzt allzusehr schematisierenden Bauordnungen hervor und die Einsetzung ästhetischer Sachverständiger zur Prüfung neuer Bauprojekte. Dann werde es eine Wendung zum besseren geben, wenn aber das Verschandeln von Stadt und Land so weiter gehe, wie seither, verliere das feine edle Gesicht der deutschen Heimat mehr und mehr seine guten ehrlichen Züge und fülle sich mit Spuren deS Verfalls. — Dem Vortrag folgte lebhafter Beifall und warme Dankesworte des Vorsitzenden, Lehrer Val. Müller. In der sich anschließenden Besprechung hob Prof. Sommer u. a. hervor, daß eS eine der wichtigsten Aufgaben Gießens sein muffe, durch Schaffung guter Verkehrsrn ittel die jetzige gesunde offene Bauweise zu erhalten und den hübschen heimischen Fachwerkbau den jetzigen Verhältnissen
pottttsche Tagesschau.
Der aogekündiizte Kronrat
Hat, wie heute das Bureau Herold uns meldet, am Dienstag I in Berlin unter dem Vorsitz des Kaisers stattgesunden. Veranlassung zu dieser Sitzung hat — so fugt das Bureau seiner Meldung hinzu — das Interesse des Kaisers für die unbefriedigenden Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der Heimindustrie gegeben. . ! ’N
Tie Heimarbeits-Ausstellung, über die einer unserer Berliner Mitarbeiter ausführlich gesprochen hat, hat also einen Erfolg errungen, den ihr jeder sozial Empfindende gönnen wird. Man darf wohl annehmen, daß ein Heimarbeiterschutzgesetz in nicht ferner Zeit dem Bundesrat zugehen wird. Das ergreifendste Kapitel in der Geschichte der Heimarbeit ist das von der Kinderarbeit, und hier muß von Staats wegen in erster Linie eingeschritten werden in der Richtung einer Erweiterung und Verschärfung des Kinderschutzgesetzes.^Es> mögen jetzt als Heimarbeiter in den verschiedensten In-! dustriezweigen rund 400 000 Kinder tätig sein, und die Not dieser Kleinen erhellt aus der Tatsache, daß die Altersgrenze, bis zu welcher Srinber beschäftigt werden, bis zu drei Jahren hinabgeht, und daß ihr Arbeitslohn z. B. im Erzgebirge bei Holzschnitzereien IVr Pfennig in der Stunde, die Arbeitszeit wöchentlich 60 Stunden beträgt. Es ist wesentlich der deutschen Lehrerschaft zu danken, daß in oas Elend der Kiilder-Heimarbeit hineingeleuchtet worden ist, und man kann den Erziehern der Jugend, denen die Folgen der Kinderarbeit in der Schule offenbar werden, nur beipflichten in der Forderung: das Ziel sei Abschaff-
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Aus Stadt und Land.
Gießen, 14 Februar 1906.
ung der Kinderarbeit!
Vis dahin ist freilich noch ein weiter Weg, denn es handelt sich um eins der schwierigsten Gebiete der sozialen Gesetzgebung. Aber die lAeimarbeits-Ausstellung hat den Stein ins Rollen gebracht, und es ist zu hoffen, daß die Beratungen im Kronrat auch der Frage des Schutzes der landwirtschaftlichen Kinderarbeit zugute kommen. Etwas „mehr Tampst' tut hier not, denn es sind nahezu drei Fahre ins Land gegangen, seitdem sich Mrst
Bülow mit den Ernzelremerungen in Verbindung gesetzt m , r.- < » m ~
hat zwecks Veranstaltung von Erhebungen über die ftiiioeiv -ltf r,3,er^.nr.Q5un^, ®“C9CC°e Ve<!J P ÄL arbeit in der L-mdlvirischaft. Das Material liegt dem Dmstlchniisieller Karl Meißner aus Dresden, der Schr.st-. ...
Meichsarnt des Innern vollständig vor,, aber der Gesetz--1 führer des DücerbundeL, vor einer zahlreichen Zuhörerschaft > gvünbct fern.
naturgemäß auszubilden.
" Ein Jubiläum. Wir lesen in dem Leipziger Fachblatte ,Musikhandel und Musikpflege^:
In diesem Jahre kann Herr Ernst Challier in Gießen, der in letzter Zeit auch öfters in sachlicher, aufklärender Weise zu der Frage des musikalischen Aufführungsrechts das Wott^ ergriffen hat, das 25jährige Jubiläum seines berühmten lerikalisch-katalogischen Verlags feiern. Aus kleinen Anfängen, als Liebhaberei im Selbswerlag 1881 in Berlin entstanden, hat sich dieser katalogiscke Verlag zu einem bedeutenden Unternehmen entwickelt, dessen stetig anwachsende Verbreitung immer mehr seine Unentbehrlichkeit im Musikalienhandel bekundet.
Tas genannte Blatt führt dann die 10 Challlerschen Werke auf, die ,ein vortreffliches Werkzeug deS Musikalien. Händlers^ genannt werden. , ,, r.
Bad-Nauheim, 13. Febr. Wir lesen im htesrgen Gen.-Anz.: .
In einem hiesigen Blatte wird von einem „eigentümlichen Konflikt" gesprochen, der zwischen der St a b t b e rw a I tu ng und der Ortskrankenkasse ausgebrochen fet. Bei näherem! Zusehen aber findet man, daß der „eigentümliche KDnflikv tn der einfachen Tatsache bestellt, daß die ^tadt künftig von der Krankenkasse pro Verpslegungstag den Satz, von 1.70M fordett, wahrend die Ortskrankenkasse dies ablebnt und ihre Patienten in Nieder-Weisel unterbringen will. Für jeden Ar^t ist es leut Geheimnis, daß für 1.70 Mk. die Verpflegung eines Kranken,nicht zu leisten ist, und daß die Kassen daran gewöhnt sind, w'e die ärztliche Behandlung so auch die Krankenbauspflege unter Sellist- kosten zu empfangen. Ter Ivhanntterorden versiigt durch Ver- leihuitg des Johanniterkreuzes über sehr gute Einnahmen, welche bestimmungsgemäß für die Krankenpflege^ zu verwenden sind, sie Tonnen also durch diese Zuschüsse in Nieder-Weisel die Kranken zu 1 Mk. verpflegen. Die Krankenhäuser aber, bte in dev Nähe solcher Wohltätigkeitsanstalten liegen und nicht über besondere Jonds verfiigen, müssen sich natürlich gefallen lassm, bav von feiten der Krankenkassen mit dem Wegbringen der Kranken in billigere Anstalten gedroht wird. Wenn bte Selbstkosten für einen Derpflegungstag annähernd 4 Mk. betragen und die betreffende Anstatt nimmt die Kassenpatienten zu 1.70 JUtE. auf, so ist mehr als die Hälfte des Satzes der betreffenden Kasse zum Geschenk gemacht. Wer selber einen Haushalt fuhrt, wer Die Einrichtung eines Krankenhauses und die Bedürsiitsse des Kranken an ärztlicher Behandlung, Pflegepersonal nebst allen Arzneimitteln und Instrumenten kennt, kann auch beurteilen, daß sich das Krankenhaus bei einem Pflegesatz von 1.70 Mk. keineswegs an der Ortskrankenkasse bereichern ober damit ein Defizit decken kann: im Gegenteil, bas Krankenhaus stünde sich am besten, je weniges Patienten die Ortskrankenkasse ihm zuweisen würde.
Frankfurt, 13. Febr. Zugunsten der Invaliden sowie der Hinterbliebenen der in Südwestafrika gefallenen Krieger soll am 23., 24. und 25. März im Hippodrom ein Reiterfest stattsinden. Die Offiziere der Frankfurter, sowie der berittenen Regimenter in Hanau, Darmstadt und Mainz mit ihren Damen, sowie mehrere Herren und Damen auS der Frankfurter Gesellschaft werden sich daran beteiligen. Die Gttmdidee für die Veranstaltung ist im ersten, historischen Teil: Einzug Gustav AdoliS in Frankfiirt a.M. im Jahre 1630.
NLhchrrchten.
EvangeLische (tienieinbc.
Donnerstag, den 15. Februar, abends 8 Uhr, int Matthäus* saal, Kirchslraße 9: Bibel stunde. Offenb. Jobs. 3, 7—22.
Pfarrer D. Scklo f f e r. _


