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14.2.1906 Erstes Blatt
 
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Deutscher Reichstag.

Der Reichstags-Friseur.

Heil dir, o Gras Oriola! Dir töne meine Viola!

Dein scharfer Blick sah hell rnib frei, Was nnferm Reichstag dienlich fei: Allein ein schneidiqer Friseur Stellt leicht die Einigkeit dort her.

Mit Schere, Kamm und Dürste kann Die Gleichheit schaffen solch ein Mann.

Die Köpfe werden wunderbar Sich alle gleichen auf ein Haar. Wenn übereinstimmt Schopf imb Zopf, Denkt dieser Kopf wie jener Kopf. Bon Zwietracht ist dann keine Spur, Dies wird erreicht durch die Frtsnr. Drum töne meine Viola Dem, derS erfatut, Oriola!

(AuS dem ^Lradderadaffch^.)

Mittwoch 14. Februar 1906

Mk BezugSvret-:

w monatlich 75^1-,Dtcrtel-

Y jährlich Akt. 2.20; durch

TtteLnes Feuilleton.

n ft 0 n 015 ogen , der bekanntlich nach seinen reiungfiitften fe.pernplancn des e-ommers von Berlin nach ist, r>at in Berlin beträchtlich materielle AAußen erlitten Eine Anzahl wohlhabender Freunde deS -fK^Utstellers, aufricatige Anhänger seiner Erzähleriunst, haben mch nun zusammengetan, um ihm Mittel und Wege zu schaffen, er Jg ueuem sorglos ffch^dem SchriftstclleAmm Iringcben errC 'omer Schriststellertätigkeit irnrb "bcin- rad))t ent großer Berliner Roman von ihm erscheinen

r,T7 -o a ch h a u s u n d V a ch m u s e u m i n E i s e n a ch. Man ~ clt m lJeita^; Sammlungen für die Erwerbung r?71 eeE)- Dacqs Geburtshaus in Eisenach haben bis frist 1016 15 000 Mark erreicht. Damit konnte gerade ^die

'^?orember v. I. fällige erste Ratenzahlung von 15 000 erlegt werden und das.Haus geht nun in den irominelfen Zesitz der neuen Bach-Gesell?chaft über. Es fehlen an der d>em- niachst $u_ erlegenden Knussumme einschließlich der durch den Er- werb entstehenden Unkosten weitere 15 000 Mark und mindestens P "J?Srr ^ummc' um das Haus in ein Joh. Seb. Bachs wür- ö c ,--iuieum umzugestaltcn. Die Sammlungen müssen daher - t fortgesetzt werden. Das bisherige Ergebnis

'.aber nicht glänzend zu nennen, wenn man in Betracht zieht, 7mL- b iT.e Hmfte der gesamten Beträge durch eine Gffttlsckmst Smg-Akademic aufgebracht sind. Für die Erhaltung dses Geburtshauses eines der größten Söhne deutscher Erde IB es Ehrensache aller musikalischen Vereinigungen sein, daS 'ch?rfge dazu beizutragen. Es ergeht daher von neuem die

r Sammlungen möglichst zu fördern. Beiträge wchmen due Vorstandsmitglieder für das Bachhaus, Professor Dr. Joachim, B.tofe> -v Georg Schumann (Berlin, Generalmusikdirektor Fritz vsteinbach (Köln), Tr. von Hase (Leipzig- und Dr. Georg Borne- NEi (Eisenach) entgegen.

Ferdinand Wittenbauer hat im Wiener Bürger - dfcata: mit eurem Studcnten-Stück Filia hospihalis

Minorität von 4,45 Proz. nicht weniger als 70 Proz. des gesamten Steuerertrages aufgebracht; das eine Prozent der allerreichstcn Leute hat nicht weniger als 44 Proz. der gc- samten Steuerlast getragen. Daraus erhellt, daß ohne einen Zugriff auf die Masse der kleinen Einkommen nicht weiter vorwärts zu kommen wäre. Diesen kleinen Leuten wird aber damit nicht eine Steuerquittung mit angedrohter Exe­kution im Hintergründe präsentiert, man kann an ihr Ein- tommen nur auf indirekte Weise herankommen. Mit den Verbraucqssteuern zahlt der kleine Mann die Steuer in lehr viel kleinen Betrügen; er zahlt sie bei der Konsumtion, ohne dabei an den Akt der Steuer erinnert zu werden, denn die Steuer verschmilzt vollständig mit den Preisen. Die Verbrauchssteuern besitzen den Vorzug der Unmerksichkeit ihrer Erhebung, einer Eigenschaft, durch die Fürst Bismarck auch zeitlebens ein Freund dieser Art der Besteuerung war. Natürlich kann und soll auch die Verbrauchssteuer möglichst sozial gestaltet werden. Je unentbehrlich-^'der besteuerte Artikel ist, desto schwerer lastet natürlich der Druck auf den kleinen Einkommen. Deshalb möchte auch der Redner am liebsten die 52 Millionen einbringende Reichs salz - jteuer beseitigt sehen. Je mehr es gelingt, zwar all­gemein gebrauchte, aber nicht entbehrliche Konsumtionsgüter mit der Steuer zu treffen, je besser sie weiter nach Quali­täten abgeitust werden kann, um so gerechter wird sie sein. Direkte und indirekte Steuern bilden erst durch ihre Er­gänzung das organische System, durch welches die Kräfte der Nation für die Zwecke der Sicherheit, der Macht und der Kultur herangezogen werden und nur in diesem Rahmen darf gerechterweise jede einzelne Steuer imd Steuergattung beurteilt werden. Wer so nicht manchesterlich oder soziab- volitisch-dokwinär unsere indirekte Besteuerung ansieht, der kann auch in der Erhöhung dieser Steuern keine ungerechte Belastung der schwächeren Schultern unseres Volkes finden Deutschland zahlt auf den Kopf der Bevölkerung ungefähr 18 Mk., Oesterreich 29, Frankreich und England dagegen 18 Mk. indirekte Steuern. Solche Zahlen brauchen nicht zur Beurteilung des Wohlstandes in den verschiedenen Län­dern zu dienen, sie beweisen aber, daß bei uns von einer «ypertrophie der Verbrauchssteuern nicht gesprochen werden kann. Wir alle, arm und reich, haben Teil an des Reiches Macht im ideellen und materiellen Sinne, und wissen, wie viel besser es bei uns seit der Reichsbegründung ge­worden ist. Es ist deutsche Art, sich zu wehren, auch gegen veii Fiskus, aber die Geschichte zeigt doch, daß notwendige Opfer fowohl an Blut wie an Gut stets gebracht worden sind. Redner hofft, daß auch dieser Winter des Mißver­gnügens vorübergehen und uns nicht die Freude am Reich und an seiner wirtschaftlichen und kulturellen Aufwärts­bewegung vergällen wird.

R. 8. Darmstadt, 13. Februar.

In einem außerordentlich instruktiven Vortrag, den der Professor für Nationalökonomie und Sozialwisienschaft an der Darmstadter Technischen Hochschule, Dr. Berg Hoss-Ising, aus Einladung des Nationallib. Vereins vor einer etwa 500 Personen starken Versammlung hielt, legte dieser seine Anschau­ungen über die neuen Reichßsteuerprojekte bar. Der Redner gab zuerft einen Ueberblicf über die Entwicklung der NeichSfinanzen, die jetzt eine Schul den l alt von 31/, Milliarden aufweisen unb alljährlich 186 Millionen Zinsen erforbern. Im Gegensatz zu den Ausgaben der Einzelstaaten mußten die Ausgaben des Reiches zum größten Teil für Zwecke verwendet werden, die keine Rente abwerfen, für Heer, Flotte rc. Eine anderweitige Regelung unserer Reichsfinanzen fei unabweisbar, bas jetzige System der erhöhten Matrikularbeitrage sei unhaltbar und die Deckung der meisten Aufwendungen durch Schuldenmachen entspreche nicht den verfaffungsmäßigen Grundlagen. Das Reich dürfe nicht nur keine weiteren Schul­den mehr machen, sondern muffe aufs Ernsteste darauf be­dacht fein, die Schulden zu vermindern unb durch Verminde­rung und Festlegung der Matrikularbeiträge wieder Ordnung in seine Finanzwirtschaft zu bringen, denn die bisherigen Versuche zur Sanierung seien zum Teil Versuche mit un­tauglichen Mitteln gewesen. Bei der jetzigen Reform kommt es vor allem auf die Art des Ersatzes der Matrikular- betträge an und sie muß nach der qualitativen unb ber quanti­tativen Seite hin erfolgen. Die Matrikularbeitrage können nur durch birekte Steuern ersetzt werden. Die Re ich S er b sch a f tS- steuer kann die Funktion der beweglichen Steuer nicht er- setzen, sie ist aber die sympathischste von allen vorgeschlagenen Steuern. Der Landwirtschaftsrat hat nun zwar schon prinzipiell nie Ablehnung dieser Steuer beschlossen, weil sie angeblich die Landwirtschaft ruiniere, aber das arme Reich mag sich drehen und wenden wie es will, folgte es mit Ansprüchen kommt, ruft man ihm einzurück" entgegen. A?wiß müssen die direkten Steuern hauptsächlich für''feie Einzelstaaten reserviert werden, und bei einer 3lc id : - ein fomm en ft euer würde es sich auch nur um Zusck^äqe zu den Staatssteuern der Einzelstaaten handeln können, eine >>auptvorbedingung dafür wäre aber eine gleichmäßi- Sv Le ft.? uu g der direkten Landes st euer n. Vielleicht wäre auch jetzt schon eine Reichsvermögens- ft euer in Verbindung mit der Erbschaftssteuer durch- znsetzen gewesen, wenn man sie in Vorschlag gebracht hätte. , vur eine n u ittungs-und Frachtbriefsteuer kann sich der ^edner nicht begeistern, dagegen könnte eine Fahr- y e-ueT ^rkehr getragen werden und auch dem Reich einen Anteil an den hohen Staatsbahneinnahmen sichern. Ganz anders stände es heute um die Reichsfinanzen, ft?e.nn, vom Fürsten Bismarck angeregte Gedanke, bi'» yen den Besitz des Reiches überzuführen, er- snttt worden Ware. Die Zölle und Verbrauchsabgaben haben von jeher im Rahmen der Reichsfinemzen gelegen und toerben es auch in Zukunft bleiben müssen. Die Reichs- verbrauchsabgaben müssen aber noch mehr den wachsen- be!L-iiUrfmJ^n d^ Reiches an gepaßt werden. Ohne Fort­entwicklung der indirekten Steuern müßten die Sätze der direkten Steuern maßlos erhöht werden, auch den jetzt freien ueiuen Einkommen unb Vermögen gegenüber: von einer. teU^TmClGn Ivgenannten Existenzmöglichkeit könnte dann l.eme Rede mehr fern. Es müßte auch das System der P l11Ee JJ" £ 1 c,u cor n, 9 a z unsozial gestaltet werden,

denn so viel reiche Leute haben wir nicht, daß wir uns bloß an die Leistungsfähigen halten könnten. Bis jetzt sind z. B _'u Preußen im Jahre 1904 63 Prozent der Bevölkerung überhaupt nicht zur Einkommensteuer herangezogen worden, ?le .ganze Steuer wurde vielmehr nur von 37 Proz. der Bevölkerung getragen, unb von diesen 37 Proz. hat eine

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(42. Sitzung vom 13. Iebr.)

Die Etat-Beratung des Reichsamts' des Innern Titel Staatch erretar wird svrtgeietzt.

. H « g e ni a n n (nffe polemisiert gegen die äi'ßerstt Linke und iveist, besonders Angriffe zurück, die der Abg. Stücklen vor AZ?«, ^ogen gegen den anti-sozialistischen Reichsvcrband ge­richtet habe. Wemi er von links als Scharfmacher bezeichnet werde, ? acceptiere er btcien Titel insofern, als er, wie überhaupt

Reiaisverbaick) bestrebt fei, das Gewissen des Volkes zu scharfen, ramit dieses sich von den Sozialdemokraten abwende. Wenn die Sozialdemokraten stets von den Unternehmern als Aus- v^utcrn und Bedrückern sprächen, so könne er nicht umhin, auch r ^olen oälle von Unterschlagungen hinzuweisen, deren pch sozialdemokratiiche Kassierer an Krankenkassen usw. schuldig machten. (Große Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Redner zahlt ente Reihe solcher Falle auf, wobei er fortwährend von den ^oziald emo traten mit Riffen, wie Unerhört usw. unterbrocheii wird, sodatz Präsident Graf Ballestrem schließlich die Rufer criucht, bicie Unterbrechungen zu unterlassen. Redner erklärt weiter, da^ Lob, welches Graf Posadowsky den Arbeitern so ein- JeUig gespendet habe, habe doch auch seine Kehrseite. Graf Posa- dowsky hatte sich sagen müssen, daß dieses Lob von den Sozial- deniolraten ausgeschlachtet werden würde, wie dies denn auch ge- lei- Ebcnw bedenklich sei, was Graf Pofadowsky vor tveryn^mten über die mangelbaf.e Ovferwilliakeit ber Besitr-nden

' gesprochen habe. Tatsächlich sei heutzutage der Besitz meistenteils : eine Last. (Schallendes Gelächter links.) Redner schließt: Wenn - die Regierung uns keine Knüppel zwischen die Beine wirst und wenn wir staatserhaltenden Parteien Zusammenhalten, dann wer^

den wir im Kämpf gegen die Sozialdemokratie siegen, aber auch mir dann.

Abg. v. Oertzen (Rp.) verbreitet sich über die Dutvmobil- Frage.

Unterstaatssckretär Wermuth erklärt, daß der Bundes-/ rat über die von dem Staatssekretär angekündigte Vorlage schon in den nächsten Tagen Beschluß fassen werde. Graf PosadowÄch tonne augenblicklich nicht anwesend sein, da die gestrige wichttge Staatsnnnisterial-Sitzung heute fortgesetzt werde.

Abg. K'ulerski (Polel meint, das Wort von der gefüllten! K ompottschüssel beweise einen gewissen berzlosen Eynismus und einen Mengel an Mitgefühl mit dem sozialen Elend. Unleugbar gebe es schreiende soziale Mißstände, so besonders bei den .Heim­arbeitern. Auch auf die Landarbeiter treffe die rosige Schiider- ung, die hier von deren Lage entworfen worden, nicht entfernt zu.- -Inzwischen ist auch Graf PosadowSkv am Bundesratstische er- leinenen. Redner kritisiert weiterhin die preußische Polenpolitik.- Das letzte Ansiedlungsgesetz ruiniere den polnischen Kleinbauern-«' stand.

Abg. Lorn (Soz.) sagt, dem Abq. Haqemmm fei e« als Runter wohl zuzmranen, daß er Sozialdemokraten zu Zuchthaus oeruneilt, nur weil sie Sozialdemokraten feien.

Präsident Graf Ballestrem unterbricht den Redner mit den Worten: Herr Abgeordneter, Sie dürfen von der nchterlichen -rffüigkeit eines Kollegen nicht das sagen, was Sie soeben gesagt haben. Ich rufe Sie zur Ordnung.

Abg. Horn verbreitet sich über die ArbeiterverhLltniffe in txn Glashütten.

Abg. Trimborn (Zentr.) stellt gegenüber einem Angriff be$ Abg. wachse test, daß er mit einer bestimmten Fabrik, zu deren Aussichtsrat er nach Angaben Sachfe's gehören soll, nichts zu tun bade.

Abg. Merten (frf. 93p.) plädiert für eine endliche erschöpfend« Regelung des Vogelschutzes. Das Kinderschutzqesetz bürie keines 'aus nur auf dem Pavier stehen bleiben. Nicht emfchranken fott« man die Befchäftigun isoerbole, sondern ausdebnen.

Abg. Leonhardt (fri. 93p.) verteidigt das Verhalten der Aerzle in der Krankenkasse.Frage. Unerläßlich fei ein noch ver­stärktes Vorgeben zur Emdämmung der Tuberkulose, aber auch gegen andere Volksieuchen. Zn verwerfen feien im Kamme gegen öie Geschlechtskrankheiten das Bordellwesen und die Kasernierung, ui empfehlen dagegen eine verbesserte Fürsorge für derartige Kranke m Krankenhäusern, sowie eine geeignete unterrichtliche Aufklärung schon in den Schulen. Weiter verbreitet sich Redner eingehend übe'v den Lllkoholismus und dessen Schäden.

Abg. von Verlach (frf. 93g.) wendet sich gegen die letzten Neben ber Abg. von Oldenburg und von Bieberstein. Unerläßlich fei die Ausdehnung des Lroalitionsrechtes an die Landarbeiter unter Aufhebung des Gesinderechres für diese.

Abg. von M a s s o w (kons.) erklärt, die ganze Art und Weise, wie Herr von Gerlach kämpfe, wirke verbitternd. Er wolle fein Urteil über Herrn von Gerlach fällen. Bekannt fei, wie oft derselbe seine Gesinnung gewechselt habe.

Präsident Graf B a 1 l e st r e m erklärt wiederholt solche AuS^ drücke gegen ein Mitglied des Hauses für unzulässig und droht mit Ordnungsruf.

Nachdem Abg. von M a s s o w hieraus kurz abgebrochen, ver- breitet sich

Abg. Schöpflin (Soz.) gegen Hagemann polemisierend übe» Arbeitsverhältnisse in ber Brannkohlenindustrie.

Abg. Förster-Reuß (Soz.) widerspricht den neulichen An^ gaben des Abg. Lehmann über die Entstehungsurfache des Kon­fliktes zwischen Unternehmern und Slrbeitern in der sächsisch- thüringischen Textilindustrie.

Hierauf ecklart Präsident Gras Ballestrem die Debatte für geschlossen.

Nach einigen persönlichen Bemerkungen bcS Abg. von Gerlach gegen die Angriffe von Maffows

wird der Titel Staatssekretär genehmigt und eine fozialdemokratifche Resolution, betreffend eine Enquete über die Arbeitsverhältnisse in, ber Groß ° Eisen - Industrie gegen die Rechte an­genommen.

Morgen Schwerinstag, sozialdemokratischer Wahl^ rechtsantrag, Veteranenantrag Ni ß l e r.

faft ebeiqo ausgiebig gesiegt, wie zuvor mit seiner akademischen KomodreDer Privatdozent" (bereit Aufführung in Gießen übrigens zu Beginn dieser ^pieizett Herr Steingoetter ver- svtvchen hatte. D. Red.). D<w gegen Prolektionswesen, Duell, .yntoentragcTt n-.chttchlagLnder ^ttidentenverbindungen bpni.ert, b r rrnbet leicht bröhnenden Beifall. Zumat icenn, wie bei Witten- bauer, die vollkommene Anspruchslosigkeit bes Moralvrebigers ebenso außer Zweifel steht wie seine Naturbegabung für derbe stolfltche Duhnemmrkungen. Unter ben Theotergängern ist, wie bcn Eiienbahnpassagieren, die dritte unb vierte Klasse die zahlreichste. Weniger Glück als Wittenbauer hatte H i r s ch f e 1 d bepen ^pätf rühUng zum Schluß schrecklich verhagelt tourbe' ^a/> angeblicheLustspiel" ist nicht sehr launig, üb-rempfindsam und m den Motlveil nicht neu. Zu der wahrhaft sttafrichterlick'-n Harte, mtt der am Samstag der Schlußakt niebergezischt wurde, ohne daß die leneste Regung von Beifallszeichen sich gemeldet Mtte, lag kern stichhaltiger Grund vor. Es sind schon viel unbedeutendere Stücke zu hohen Kassa-Ehren gekommen. Unb Diel uebeutenberc Werke einer Zisch-Hatz erlegen

lieber ben M ü n ch euer Karneva'l bringt bas fvebruorbett der bekannten Münchener MonatshefteDie'Kunst" (Verlag Bruckmann, vierteljährlich Mk. 6.) einen außerordentlich reizvollen Beitrag: Münchener Künstlerfestkarten, Tanz-, Tisch- und Postkarten, kurz &rmneningsb(ätter an die alljährlich in München während des Karnevals stattnndenben großen künstlerischen Ver­anstaltungen. Eine Fülle von künstlerischer Eigenart, Grasie und Phantasie spricht aus den 36 köstlichen, zum Teil viel'arbig gedruckter Abbildungen, die dem Aussätze beigegeben sind. Der zweite, gleichfalls porzuglich illustr. Aufsatz ist dem Präsidenten der Münchener Se- zeslion, Hugo von Habermann, gewidmet. Habermann ist besonders durch feine Frauenbildnisse, in welchen er mit außerordentlicher Beherrschung der malerischen Mittel und fern von jeder konveu- tionetten Auffassung bas Kravriziöse in Bewegung und Mimik des Weibes darstellt, bekannt geworden. Die Wiesbadener Aus­stellung zur Hebung der Friedhof - und Grabmal­kunst will durch Gegenüberstellung der künstlerisch völlig roertlofen

Nr. 88

rfftelat t««Nch außer Sonntags.

Dem Gießener Anzetger werden im Wechsel mit dem kesffschen Landwirt die Siebener Familien, blätter viermal in bet Woche beigelegt

Rotationsdruck u. Ver­lag der Bruhl'schen Univers.-Buch-u. Stern- bruderet. R. Lange. Redaktion, Ervedrtto« und Druckerei:

Schnlstraße 7.

Redaktion 112

Verlag u.Lxved.e-^5I Adresse für Depeschen:

Auzeiger Gießen.

Abhole- u. Zweigstellen ntonatlich 65 Pf.; durch diePost 'Dir. 2.piertel» jährt, ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für bie TageSnummev bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12Ps^ auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich für ben oolit. und allqem. Teil: P. Wittko; für .Stadl und Lank/ und .Gerichlssaal^: Ernst Heß; für ben An­zeigenteil: Hans Beck.

Preußisches Abgeordnetenhaus.

B e r l i ir, 13. Febr. Im Abgwrdnetenhause stand heute diL zwene Beratung deS Etats ber Berg-Hütten- und Salinen-Vei>i ung aus der Tagesordnung. §)anbelsminister Delbrück erklärte/

IHkU'IM»TOgmiM»»StfXTHrv\ 1 y.aKBrtga wi nw ymimwwn

Durchschnittsleistungen der Grabmal'abrikanten und des wenigen^ Guten, das modern empsindende Künstler unserer Tage geschaffen! iobe,/..cb,cJMugen für die Verrohiing des Gräberschmucks unsereri' Friedhöfe ossnen. C. F. A. Voyseys, des englischen Architekten, den Iich durch leine vortrefflich angelegten Landhausbauten einen auch außerhalb feines Vaterlandes bekannten Namen erworben hat,

Arbeiten fchlieffen sich an. Richard Riemerfchmids künst-, lernche Maschmenmobel werden in zahlreichen guten Abbildungen gezeigt. Niemerfchmid ist es nun gelungen, durch Massenfabrikatlow guten billigen Hausrats mit ber .billigen und schlechten* Fabrik-, wäre erfolgreich zu fonfurrieren. Ausgeführt wird dieses Mobilicw' m denDresdener Werkstätten für Handwerkskunst".

Erstes Blatt 186. Jahrgang

Eichener 21

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Die Lrniige Kummer umfaßt 10 KeiLeu, Are Aeichsstnavzen und die neuen Stcue:piojckte.

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