Ausgabe 
12.11.1906 Zweites Blatt
 
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UNde spricht morgen abend Bezirksgeologe Dr. Lotz von

k

Uhr Feuer, das in 8 bis 12 Stunden 21 Häuser,

2

Die

4% Öesterr. Goldrente

III

Portugiesen

3%

. . 147.00

Tflrkenlose .

. 118.40

Prinee-Henri-Eisenbahn . 147.25

Börse, 12. November. Anfangskurse.

. 221.20

80 20

154.60

Gelsenkirchen Bergwerk . 221.60

Hamburg - Amerik. Paketf. 155.00

69.10

69.40

89.00

92.40

93.60

34 00

144.20

. 231.20

. 123.50

83.70

124.90

Elektriz. Lahmeyer . .

Elektrik. Schnckert . . Esch weil er B er »werk .

98.00

86.15

98.00 8615

97.00

Harpener Bergwerk Lanrahtitte . . f.ombarden E. B.

Nordd. Lloyd . .

Tiirkenlose . , .

. 67.40

. 96.20

Harpener Bergwerk Lanrahfltte . . .

. 169.00

. 137.60

. 237.50

. 168.60

. 180.80

. 154.80

. 211.10

99.40

100.05

95.15

Berliner Handelsges Darmstadter Bank . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Ei senl abn .

Gotthardbahn . . . Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn .

DaS lautet:

Beichsanleihe do.

Konsols . . do. . .

Hessen . . .

Oberhessen

. 211.50

. 241.00

. 125.00

Hurra! Innigste Glückwünsche! Gott segne Kind und Mutter! Der Große Woog, der Kleine Woog. Es lebe der Kleine Erbgroßherzog!

3°/ Mexikaner .

4J4°/o Chinesen . .

Aktien

Bochum Guss . . .

Buderus E. W . .

Tendenz : still.

Berliner

yn Oesterr. Silberrente linear. Goldrente . . Italien. Bente . . . Portugiesen Serie I .

4%°/'o russ.Staatsanl. 1905 4%°ln japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903

. 175.50

. 137.50

41/e9- 4% ' 4% ;

w0 3%

Wo 3%

Wo Wo

ung veranlaßte einen nur geringen Besuch. Von den äußerst interessanten Ausführungen des Abgeordneten ist seine Stellung­nahme zu den neuen Verkehrssteuern HervorzuHeben. Als Anhänger einer direkten Reichseinkommensteuer bedauere er, daß man zu Verkehrssteuern hätte greifen müssen, von denen er nur die Fahrkartensteuer Halbwegs für berechtigt hält. Dieser Steuer hat Graf Oriola auch zugestimmt. Des weiteren verbreitete er sich auch über die Fleischnot und über deren Beseitigung durch Oeffnen der Grenzen. An Hand von zahlenmäßigen Belegen suchte Redner nachzuweisen, daß trotz Einfuherla.ubnis aus einzelnen an­grenzenden Auslandsgebieten bei weitem nicht das ge­stattete Quantum nach dem Inland eingeführt würde, und chließt daraus, daß eine Fleischnot auch im Ausland be­stünde. Nachdem sich andere Redner zur Diskussion nicht ;emeldet hatten, wurde die Versammlung mit einem drei- achen Hoch auf Kaiser und Lan^esfürsten geschlossen.

d. Mainz, 12. Rov. Der Gelderheber Franz Leon­hardt, der bei der städtischen Sparkasse seit einer Reihe von Jahren tätig ist und bei Bewohnern der Stadt gegen Coupons Ersparnisgelder erhebt, ist seit Freitag spurlos verschwunden. L., der verheiratet, 45 Jahre alt ist, hat schon mehrmals zweifelhafteReisen" gemacht, ist aber immer wieder nach Hause zurückgekehrt. Äm Sonntag vormittag wurde Leon­hardt auf dem Friedhof gesehen, gegen 10 1/2 Uhr früh fand man ihn auf dem Grabe seines Vaters erschossen vor. Von dem einkassierten Geld hatte er noch über 500 Mk. bei ich. Ob er Unterschlagungen verübt hat, ist noch nicht fest- gestellt, viel kann es aber nicht sein, da er im günstigsten Falle nicht mehr als 700 Mk. einkassieren kann. Da L. eine Kaution von 1800 Mk. gestellt, erleidet die städtische Er- parnisbank keinen Schaden. Die Leichen des beim Zu- ammenstoß der Güterzüge bei Kostheim getöteten Lokomotiv- ührers Geß und des Heizers Heil wurden gestern nach­mittag auf dem Friedhof beerdigt. Die Beteiligung an dem Leichenbegängnis der beiden Beamten war außerordentlich groß, besonders stark waren die Beamten der Eisenbahn vertreten. ________________________

Canada E. B. . . .

Darmstädter Bank . .

Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . .

Tendenz: schwach.

140.00

125.50

237.40

Anwesenden imb trank auf das gute Einvernehmen der Einwohnerschaft des Kreises und des Kreisamts. Hiermit war die schöne Feier, die ein beredtes Zeugnis von der Wertschätzung und Beliebtheit der beiden von hier weg­gehenden Beamten bildete, beendigt.

In der Gesellschaft für Erd- und Länder-

4% Griech. Monopol-Anl. 52.50 äussere Argentinier . 89.20

Vermischte».

Der Prozeß des falschenHauptmanns v o n K ö p e n i ck" dürfte voraussichtlich die erste diesjährige Schwurgerichtsperiode zu Berlin beschäftigen. Die Vor­untersuchung gegen Voigt wird vor Ablauf der nächsten Woche bereits abgeschlossen sein. Zur Hauptverhandlung wird ein gewaltiges Zeugenmaterial aufgeboten, so daß der Prozeß mehrere Tage in Anspruch nehmen wird. Voigt ist jetzt gänzlich hergestellt. Besonders bemerkenswert ist es, daß er in seinen Schriftsätzen ein gutes, orthographisch richtiges Deutsch schreibt und über einen guten Stil verfügt. Die Anklage des Staatsanwalts wird nicht auf Verbrechen des Raubes, sondern nur auf Betrug lauten. Es hat übrigens der Gang der Untersuchung ergeben, daß die Version, derzufolge der falsche Hauptmann die Gewehre vorher habe laden lassen, falsch war. Er hat ich vielmehr damit begnügt, beim Einzug in Köpenick die Bajonette aufpflanzen zu lassen. Eine vorherige Ladung der Gewehre ist nicht erfolgt.

* Ein Mord. In dem Eilzug zwischen Ham­burg und Altona wurde am Samstag der Altonaer Zahnarzt Claussen ermordet. Die Untersuchung, hat bisher folgendes ergeben: Den Tod des Opfers hat eine große Anzahl Schadelverletzungen herbeigeführt, von denen allein fünf tödlich waren. Tie Uhr nebst Kette und alles Bargeld bis auf ein Zehnpfennigstück waren geraubt. Die Hosentaschen hingen an dem Körper zerrissen heraus. An der Leiche fand man noch einen Trauring, einen wert­vollen Brillantring und eine Brillant-Busennadel. Der im Innern stark mit Blut befleckte Wagen des Zuges ist amt­lich beschlagnahmt worden. Der Mörder ist offenbar mit voller Ueberlegung zu Werk gegangen. Er passierte nach dem Betreten des Bahnsteiges diesen mit größter Eile, nachdem der Zug sich bereits in Bewegung gesetzt hatte, und bestieg nicht das zunächst liegende Abteil, sondern lief bis zu dem vorn im Zug befindliche Coupö, in dem Claussen saß. Ueber die Persönlichkeit des Täters ist noch nichts ermittelt. Minister Breitenbach hat auf seine Ergreifung eine Belobnuna von 1 0 0 0 Mark ausgesetzt.

Zur Geburt des ErbgroßherzogS. DaS am Samstag vormittag ausgegebene Bulletin lautet:

DaS Befinden Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin und deS ErbgroßherzogS ist weiter ein gutes.

Pfannen stiel. Happel.

Glückwunsch-Telegramm deS Kaisers

Nordd. Lloyd .

Oberschles. Eisen-Industrie 124.50

Heer unfc Flotte.

Wegen Beleidigung deS sozialdemo­kratischen Rechtsanwaltes Dr. Frank in Mann­heim in einer der jüngsten Kontroll-Versammlungen der Mannheimer Landwehrpflichtigen wurde der Rittmeister von Muschwitz vom Dienst enthoben und gegen ihn Anklage beim Kriegsgericht in Karlsruhe erhoben. Dr. Frank ist der Organisator der sozialdemokratischen Jugend­vereine Badens. Der Rittmeister äußerte sich in jener Kontroll­versammlung u. A. dahin:

Dr. Frank ist von Beruf Rechtsanwalt. Er sitzt dort oben bei Gericht, wo er bei jeder Verhandlung ein großes freches Maul hat und meint, er sei etwas. Aber schließlich sind doch diese Leute nichts als Lumpe n. Dieser Mensch verdient den Rechtsanwaltstitel nicht, er ist nicht einmal wert, daß man ihn ansvu ck t".

meisterei ergangenen Polizeibefehl nicht nachgekom­men ist, nach dem ihm aufgegeben war, die Einfahrt zu fernem Hause in der W o l k e n g a s s e, im Interesse der F c u e r s t dj c x* hcit der Vorschrift gemäß Herzustellen. Auf seinen Emspruch kam das Schöffengericht zur Freisprechung, da der Angeklagte weder den ungesetzlichen Zustand der Einfahrt herbecgefuhrt hat, noch in der Lage ist, ihn zu beseitigen. Er hat im Jahr 1804 das im Jahre 1898 gebaute Haus gekauft, dessen Einfahrt nur 1,42 Meter breit ist. bestehender Vorschrift gemäß aber mcndestenS zwei Meter breit sein müßte. Der Bauplan war damals ge­nehmigt und die damals geltenden Vorschriften dürften erfüllt gewesen sein. Nichtsdestoweniger 6 em übt e^ sich K. das zur Ver­breiterung der Einfahrt erforderliche Gelände zu erwerben,^ was aber an dem ungemein hohen Preise scheiterte. Das freisprechende Erkenntnis wurde im Interesse der Stadt von der Staats­anwaltschaft angefochten, aber die Strafkammer kam nicht nur aus materiellen Gründen wie das Schöffengericht zur Freisprech­ung, sondern hauptsächlich aus formellen. In dem von der Stadt ergangenen Polizeibefehl hätte für den Fall der Nicht- befolgung eine bestimmte Geldstrafe angedroht sein müssen, was aber nicht geschehen ist, weshalb schon aus diesem Grunde eine gerichtliche Strafe nicht eintreten konnte. Es fehlt überhaupt an einer Strafbestimmung, nach welcher K. hätte bestraft,werden können. Zur Bestrafung könnte trhr der Bauherr bezw. die Bau- I'^udwcrker. niaU nlipr b-r rr'^rher bcr"U".".oaen werden.

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 9. November. Drei Wochen für einen Anzug.

Die Strafkammer bestätigte ein von dem Metzger PH. St. aus Launsbach angefochtenes Urteil des Schöffengerichts Gre- ßen, nach dem er wegen Betrugs zu 3 Wochen Gefäng­nis verurteilt worden war. Der Angeklagte wollte sich von einem Schneider in Klein-Linden einen Anzug anfertigen lassen. Da dieser seine Zahlungsunfähigkeit kannte, riet er ihm in seine Filiale nach Gießen zu gehen und sich dort einen billigen Kon­fektionsanzug zu kaufen, vorher wollten sie sich aber zwecks weiterer Verabredung in einer Wirtschaft treffen. Ungeachtet der ge­troffenen Verabredung begab sich St. alsbald in die Filiale und suchte sich einen Anzug zu 35 Mark heraus, indem er dem dort befindlichen Geschäftsführer, der angewiesen ist nur gegen Bar­zahlung Waren zu verabfolgen, fälschlicherweise angab, sein Prin­zipal habe ihm gestattet, den Anzug mitzunehmen; er werde diesem die verabredete Anzahlung alsbald leisten und den Rest später bezahlen, da er eine größere Landwirtschaft übernommen habe und bei. seiner demuächstigen Verheiratung noch mehr Kinder benötige. Er machte dem Geschäftsführer noch weitere Angaben, die es glaubhaft erscheinen ließen, daß eine dahingehende Ver­abredung stattgefundeu hat. weshalb ihm dieser den Anzug an­standslos überließ. Das Berufungsgericht hatte keinen Anlaß an dem tatsächlich und rechtlich richtigen Urteil der ersten In­stanz etwas zu ändern, weshalb es zur Bestätigung desselben ge­langte.

Kroatische Gastspiele.

Ein kroatischer Erdarbeiter, St. P. ans Lipicv war wegen Sittlichkeitsverbrechens, das er an einem fünfiährigen Mädchen in der Nähe der Neubauten der Irren­kliniken verübt hat, unter Anklage gestellt. Das Kind hatte mit seinem Bruder die Arbeitsstätte seines Vaters aufgesucht, um diesem Essen zu bringen, wobei es dem Angeklagten gelang, das auf dem Heimweg befindliche Kind an sich zu locken und die Tat an ihm zu verüben. Die Mutter des mißbrauchten Kindes wurde durch ein Gespräch, welches das Kind mit seinem Bruder füllte, auf die Tat aufmerksam und es gelang ihr, den Täter mit Hilfe des Kindes zu ermitteln. Der Angeklagte leugnete die Tat und versuchte die Sache zu verwirren. Die Beweisaufnahme ließ aber keinen Zweifel an seiner Schuld, weshalb ihm das Gericht eine Gefängnisstrafe von 1.0 Monaten zudiktierte. Eine vom Schöffen­gericht Miltenberg wegen Diebstahls gegen ihn erkannte Ge­fängnisstrafe von 3 Wochen wurde einbezoaen und eine Gesamt­strafe von 10 Monaten und 2 Wochen gebildet.

Wegen derRichtbefolgung eines PolizetbefehlS sreigesprochen.

Der Bürstenmacher H. K. hier erhielt vom Amtsgericht einen Strafbefehl über 30 Mark, weil er einem von per Dürger-

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers« mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen.

Frankfurter Börse, 12. November, 1.15 ühr.

Ich bin natürlich Pate. W i l h e l m."

Rordd. Allg. Zig." gedenkt deS freudigen Ereig

nisseS in unserem Fürstenhause mit folgenden Worten:

An dem frohen Ereignis, daS die Erfüllung der Sehnsucht des 1 hohen Elternpaares und des hessischen Volkes nach einem Thron- erben bringt, nehmen das Kaiserliche Herrscherhaus und mit ihm 1 weite Kreise des deutschen Volkes freudigen Anteil und wünschen dem jungen Prinzen Glück und Gedeihen."

Auch der Bauer'sche Gesangverein zu Gießen hat , ein Glückwunschtelegramm an Se. Kgl. Hoh. den Großherzog abgesandt und dafür ein freundliches Antwort-Telegramm erhalten.

Ein hübsches Glückwunsch - Geschichtchen erzählt der ,Darmst. Tägl. Anz/: Wie sehr die Gemüter selbst unserer Kleinsten durch die Geburt des Erbprinzen freudig bewegt werden, zeigt das Beispiel einer Fünfjährigen aus der oberen Hügelstraße, die sich am Freitag vormittag mit den, Vorsatze von zu Hause entfernte, sich den kleinen Prinzen zeigen zu lassen. Aus ihrem so nahe vor Weihnachten erklärlicherweise recht dezimierten Spielsachenschatz suchte sie daS noch brauchbarste Stück, ein kleines Schweinchen mit richtigem Borstenfell, aus und zog mit ihrem Werktags­kleidchen, nur mit Hut und Mantel angetan und das Schweinchen unverhüllt in der Hand tragend, nach dem Reuen Palais. Der Posten wies die kleine Besucherin lachend zu­recht und bald war sie im Portal verschwunden. Freude­strahlend erschien sie nach kurzer Zeit wieder, den kleinen Prinzen hatte sie zwar nicht gesehen, aber ihr Geschenk war angenommen worden.

** Personalien. Ernannt wurde der Gefangen­wärter am Landeszuchthaus Maricnschloß Eberh. Metzger zum Gefangenaufseher. Erledigt ist die mit einem evang. Lehrer zu besetzende zweite Lehrerstelle an der Gemeinde­schule zn Wetterfeld.

** Zueinem Abschiedsessen für zwei nach Darm­stadt versetzte verdiente Beamte des Kreisamts, den seit­herigen 2. Beamten der Provinzialdirektion Dr. Wagner und den bisherigen Kreisamtmann Dr. Wörner, ver­sammelten sich am Samstag etwa 120 Kreiseingesessene auf der Liebigshöhe. U. a. waren fast vollzählig anwesend die Beamten des Provinzialausschusses und des Kreisamtes, Mitglieder des Provinzial- und des Kreisausschusses, Dekan Strack-Leihgestern, die meisten Bürgermeister des Kreises, Deputationen der beiden hiesigen freiwilligen Feuerwehren u. a. mehr. Im Verlauf' des Festessens gedachte Provinzial­direktor Geheimerat Dr. B r e i d e r t des freudigen Ereig­nisses in der Großh. Familie, indem er ausführte, daß der Jubel, der durch das ganze Land gehe, auch im Kreis Gießen und im Landw. Bezirksverein ein freudiges Echo gefunden habe. In das auf den Erbgroßherzog und II. KK. HH. den Großherzog und die Großherzogin ausgebrachte dreifache Hoch stimmte die Festversammlung begeistert ein, worauf stehend die Nationalhymne gesungen wurde. In einer weiteren Ansprache gedachte G.'heimerat Dr. Brei- dert der beiden Scheidenden, des Oberrechnungsrats Dr. Wagner und des Ministerialsekretärs Dr. Wörner, und gab den Gefühlen des Schmerzes über ihren Weggang Ausdruck. Er sprach ihnen im Namen be§, Kreises die besten Wünsche für ihre fernere Laufbahn aus und bat sie, dem Kreis ein gutes Andenken zu bewahren. Das auf beide Herren ausgebrachte Hoch fand freudigen Widerhall. Beigeordneter Welcker von Allendors a. d. Lda. über­mittelte beiden Herren die Abschiedsgrüße des Kreisaus­schusses, während Bürgermeister Leun im Auftrag der Bürgermeister des Kreises sprach. Er gedachte insbesondere der 10 jährigen verdienstvollen Tätigkeit des Herrn Dr. Wagner und würdige besonders seine Verdienste nm die .Haushaltungsschule. Sein Hoch galt den Beamten des Kreisamtes. Oberbürgermeister Mecum gab den Gefühlen der Einwohner Gießens anläßlich des Weggangs der beiden Herren, insbesondere des Herrn Dr. Wagner, lebhaften Aus­druck. Für die Schulverwaltung und die Lehrerschaft des Kreises sprach Kreisschulinspektor Schulrat Kle i n s ch mi d t herzliche Abschiedsworte, an deren Schluß er den Familien der beiden Herren sein Glas widmete. Für die Beamten des Kreisamts übermittelte Bureauvorsteher Schiff nie herzliche Abschiedsworte, indem er die allzeit wohlwollende und gerechte Gesinnung der zwei Scheidenden gegen die Kreisamtsbeamten rühmend hervorhob. Mit bewegten Morten dankte Oberrechnungsrat Dr. Wagner für die herzlichen ihm bei seinem Scheiden entgegengebrachten Wünsche. Er hob hervor, daß er nur ungern von hier scheide, da ihm der .Kreis Gießen zur zweiten Heimat geworden sei, und er könne jetzt schon sagen, daß er jeden­falls nach getaner Lebensarbeit hier seinen Lebensabend verbringen werde. Sein Hoch galt dem Kreis und der Stadt Gießen. Auch Ministerialsekretär Dr. Wörner be­tonte in seinen Dankesworten, daß ihm trotz seines nur kurzen hiesigen Aufenthaltes das Scheiden von dem Kreis recht schwer falle. Feuerwehrbauptmann Dicko r 6 würdigte sodann noch die Verdienste des Herrn Dr. Wagner und des Herrn Dr. Wörner um das Feuerlöschwesen des Kreises und teilte mit, daß d-ie Gießener freiw. Feuerwehr Herrn Dr. Wagner zum Ehrenmitglied ernannt habe. Der Nach­folger des Herrn Dr. Wagner, Regierungsrat Welcker, gegrüßte hierauf am ersten Dag seiner neuen Tätigkeit die

30 Scheuern, 68 große und kleine Stallungen vernichtete und 7 Häuser beschädigte. Tie Einwohner waren damals äst alle im Feld und so konnte säst keine Hilfe kommen. Fast die ganze Ernte verbrannte. Der Schaden an Gebäuden ist auf 21195 Nthl. geschätzt worden.

^Butzbach, 11. Rov. Der NeichStagSabgeordnete ur den Wahlkreis Friedberg-Büdingen, Graf Oriola, er- 'tattete heute nachmittag im Saale desHess. Hofes" in einer über zweistündigen Rede Bericht über seine seitherige Tätig- keit im Reichstag. Die Gunst der sonntäglichen Witter-

Wetzlar über seine Reisen in Südwestafrika.

Atzbach (Kr. Wetzlar), 11. Rov. Heute vor hundert Jahren (1806) entstand aus Unvorsichtigkeit in dem Hause und der Scheuer des Johannes Geyer nachmittags

Berlin und Potsdam vor dem Kaiser statt, der er­munternde und belehrende Worte an die jungen Mann­schaften richtete. Er ermahnte die Rekruten zu ernster, pflichtgetreuer Arbeit, Gehorsam, christlicher Gottesfurcht und Selbstzucht. Sie mochten stets des Vorzuges ein­gedenk bleiben, daß es ihnen vergönnt sei, im Garde- korps, unter des Kaisers Augen zu dienen.

Zu einem Diner am Samstag bei dem Reichskanzler, zu dem der Kaiser sich angesagt hatte, hatten u. a. Einladungen erhalten: Die Staatsminister v. Einem, v. Tirpitz und v. Bethmann-Hollweg, General v. Moltte und Staatssekretär v. Tschirschky.______________

Aus SeaSt uns Luno.

Sprechstunden der Redaktion 11 1 Uhr norm.. 1 ?71/28 11 hr abds.

Gießen, den 12. November 1906.

Evangelische Gemeinde.

Montag, den 12. November, abends 8 Uhr, fnt Lukassaal, Liebigstraße 56: Bibelstunde. 1. Tetri 4, 7 ff. Marrer Euler.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 12. Nov. (Orig.-Telegr. desGießen. Anz.") Amtliche Notierunaen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 18.0018.25, Kurhessischer Mk. 18.0018.25, La Vlata Mk. 20.0021.00, Kansas Mk. 19.2520.25, Roagen (hiesiger) Mk. 16.7517.00, Gerste (Wetterauer's Mk. 18.2518.75, Franken- selder Mk. 18.7519.50, Safer 17.0018.00, MaisMk. 13.5013.75, Weizenmehl 27.0028.00, M. 0000, 2. Qualität Mk. 25.00 bis Mk. 26.00, 3. Qualität Mk. 23.0023.50, Roggenmehl 0 Mk. 25.0025.50,1. Qualität Mk. 23.0023.50, Weizenkleie Mk. 10.00 bis Mk. 10.50, Roqgenkleie Mk. 11.0011.25, Maiskeime Mk. 11.00 bis Mk. 11.50, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 18.0018.50. Alles per 100 Kg. ab hier.

fc. Frankfurt a. M., 12. Rov. (Telegr. Orig.-Bericht desGieß. Anz/s. Amtl. Notierungen der heufigen Diehmarktpreise. Zum Berkause standen: 429 Ochsen, 96 aus Oestreich, 54 Bullen, 3 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 872 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 292 Kälber, 436 Schafe und Hammel, 00 Schafe aus Oesterreich, 0 Ziegeu, 1526 Schweine. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualität 8588 Mk., 2. Qual 7375 Mk., 3. Qual. 6670 TIf.; Bullen 1. Qual. 76 bis 78 Mk., 2. Qual. 7374 Mk.: Kühe 1. Qual. 7880Mk., 2.Qual. 7375 Mk., 3. Qual. 60-63 Mk, 4. Qual. 0000 Mk., 5. Qual. 0000 TIL Kälber: 1. Qual.100105Plg., Lebendgewicht 6062 Pf., 2. Qual. 9095 Psg., Lebendgewicht 5456 Psg., 3. Qual. 0000 Psg., Schlachtgewicht 7580 Psg., Schase: 1. Qual. 7880, 2. Qual. 0000 Psg., 3. Qual. 00-00 Psg.; Schweine 1. Qual. 7374 Psg., Lebdgew. 57.00- 57.25 Psg., 2. Qu.72-00Psq., Lebend- gew. 56.0000 Psg., 3. Qual. 6365 Psg. Lebendgew. 00 Psg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand bedeutend; bei Kleinvieh aut, kein Ueberstand.