Ausgabe 
12.11.1906 Zweites Blatt
 
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Nr. 266 Zweites Blatt

L86. Jahrgang

Montag 12. November 1906

Erscheint tögNch mit Ausnahme des Sonntags.

DieGiehener LamiNenblätter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich betgelegt. Der yesfllche lavdwlrt" erscheint monatlich einmal.

Gießener Anzeiger

NotattonSdruck und Verlag der Brühl'schen UnwersuälSdruckeret. R. Lange, Gießen.

Redaktion,Expedition «.Druckerei: Cchulstr.7.

Tel. Nr. 51. Telegr.-Abr.: Anzeiger Gießen.

General-Anzeiger, Amt§- und Anzeigeblalt für den Kreis Gießen.

Die heutige Kummer umfaßt 10 Seiten.

KeKannlmaHmig.

Detr.: Schweiiieseiiche zu Klein-Lrnben.

Unter dem Schweiuebcstand des PH. Bernhard zu Klein-Linden ist die Schweineseuche (-Pest) festgestellt worden.

Gehöftsperre ist verhängt.

Gießen, deu 7. Nooember 1906.

Großherzoglicyes KreiSamc Gießen.

________________I. V.: Herberg.________________

Lcküilntmachung.

Betr.: Feldbereinigiing in der Gemarkung Leihgestern.

Tie auf Dienstag den 13. November l. IS., vormittags 10*/g Uhr, anberaumte Versammluug der beteiligten Grund­eigentümer fällt auS und findet

Montag den 19. November l. I., vormittags 19'/z Uhr, im SchulhauS zu Leihgestern statt.

Friedberg, den 8. November 1906. * Der Großherzogliche FeldbereinigungSkommissär.

_______I. V.: Dr. Goertz, NegierungSassessor._________

Lckaiuumachung.

Betr.: Feldbercinigung in der Gemarkung Birklar.

Die auf Mittwoch den 14. November L I. anberaumte Versammlung der beteiligten Grundeigentümer fallt aus und kindet

Dienstag den 20. November l. vormittags 9 Uhr, im Saale deS Gastwirts Johannes Engel zu Birklar statt. Friedberg, den 8. November 1906.

Der Großherzogliche FelbereinigungSkommissär.

I. V.: Dr. Goertz, Negierungsassessor.

Vom polnischen Schulstreik.

Die Zahl der gegenwärtig beim deutschen NeligionS- nnterricht im Posenschen streikenden polnischen Kinder über­steigt 40 000.

Erzbischof v. Stablewski in Posen empfing eine großpolnische Abordnung der ganzen Provinz, die ihm für seinen Standpunkt im Schulstreik dankte. Sprecher der Deputation war Rittergutsbesitzer Dr. v. Jakowski. Der E^bischof dankte für die Huldigung und sprach die Hoff­nung aus, daß Gott den Polen den Sieg verleihe.

Infolge ihrer den Schulstreik fördernden Tätigkeit wurden die Pröpste Szurcynski aus Posten und Laubitz aus Hohensalza ihrer Aemter als Mitglieder der Schuldeputation enthoben. Dieselbe Maßregel traf eine große Anzahl von Gemeindevorstehern als Schulvorstandsmitglieder in den Kreisen Kosten und Hohen- salza.

In Kandrzin wurde ein Zentral verein der oberschlesischen katholischen Geistlichkeit ge­gründet mit dem Erzpriester Abg. Glowatzki als Vorsitzenden. Der Verein mißbilligt bas Eintreten von Geist­lichen in das poln ische Komitee zur Vorbereitung der geplanten Schulstreikversammlungen, welche Kardinal Kopp inhibierte. Er verurteilt scharf das gemeingefährliche Treiben der oberschlesischen Groß Polen-Blätter, insbeson­dere ihre stete Verunglimpfung des Kardinals Kopp. Trotz­dem gewinnt der oberschlefische Schulstreik an Ausdehnung. In den Gemeinden Brzinka und Carlsscgen weigerten sich viele Schulkinder, im Religionsunterricht deutsch zu ant­worten.

Polnische Demonstrationen werden gegen den Fürstbischof Kopp geplant, der wegen ferner Stellung zum Schulrinderstreik alsHandlanger der preu­ßischen Negierung" bezeichnet wird. Es sollen die polnischen Bischöfe aller drei Teile des ehemaligen Polenreiches eine Vorstellung an den Vatikan richten und darauf Hinweisen, daß eine derartige Handlung eines Oberhirten einer Million Polen eine Lockerung der Bande herbeiführen muß, die das polnische Volk an Rom kette Eine zweite Demonstration gegen den Fürstbischof wird von den Polen der Atark Brandenburg am 8. Jauuar, am Tage der Feier des 25- jährigen Bischossjubiläums des Kardinals veranstaltet. In

öffentlichen Versammlungen soll dem Fürstbischof ein Re­gister seiner Sünden gegen die Polen vorgehalten werden.

Massen-Beleidigungsklagen gegen Rektoren und Lehrer der katholischen Gemeindeschulen in Berlin sollen von polnischer Seite angestrengt werden. Auch in den Berliner städtischen Gemeindeschulen wurde eine Statistik der polnisch sprechenden Kinder durch die Lehrkräfte ausgenommen. Verschiedene Lehrer und Rektoren werden nun beschuldigt, daß sie bei Aufnahme dieser Statistik wie bet anderen Ge­legenheiten den polnischen Kindern gegenüber sich in hämischer abfälliger Weise über das Polentum geäußert haben. Von polnischer Seite wurde gleichzeitig eine geharnischte Be­schwerde an die städtische Schul-Depulation eingereicht.

Die Lmtslibcralcn und die nächsten Reichtaßswahlen.

Frankfurt, 11. 9tob. Gestern und heute verhandelten unter dem Borsitz des ReickslagSabg. v. Payer hier d-e Ver­treter der Freisinnigen V o l k S p a r t e i, der F r e i s in n i - gen Vereinigung und der Deutschen BolkSPartei über ein Zusammengehen der bürgerlichen Linken bei den nächsten Wahlen. Nach eingehender Beratung wurde einstimmig beschlossen:

Die berufenen Vertreter der Freis. Volkspartei, der Deut­schen Vvllspartci und der Freis. Vereinigung beschließen, auf ein Zusammengehen der links stehenden bürgerl. Par­teien bei den kommenden Reichstagswahlen unter Wahrung der politischen Selbstündigkeit der einzelnen Parteien hinzu- wirkcn, eine Verständigung über die Ausstellung von Kan- didaturen unter Mitwirkung der Wählerschaft in den für die liberale Werbearbeit in Betracht kommenden Wahlkreisen berbciiujnbrcn und ihren Einfluß dahin geltend zu machen, daß eine Befehdung der liberalen Gruppen unter emander in Wort und Schrift unterbleibt.

Zur Förderung des Zusammenwirkens der bürgerlichen Linksparteien bei den Wahlen wird ein Ausschußvon Ver­trauensmännern gebildet. Ter Ausschuß hat die Auf­gabe, die für ein gemeinsames Vorgehen erforderlichen Maß­nahmen vormbereiten und auf eine Vermittelung bei etwa entstehenden Meinungsverschiedenheiten hinzuwirkcn, ohne in die Selbständigkeit der einzelnen Parteien einzugreisen. Die Fest­setzung der für die Bildung des Ausschusses erforderlichen Einzel- bestimmungen wird den berufenen Vertretungen der Parteien (Zentralausschuß und Gcschästsführcuder Ausschuß) übertragen.

Die Vertreter der liberalen Parteien vereinbaren, nach er­folgter Verständigung über alle in Betracht kommenden Fragen und nach Benehmen mit den Organisationen und parlamenta­rischen Vertretungen der einzelnen Gruppen in einem gemein­samen Ausruf aus die Notwendigkeit des Zusammengehens aller liberalen Kreise hinzuweisen, die bereit sind zur Durch­führung einer entschieden freiheitlichen Politik in Deutschland und zur cnergti'djen Bekämpfung der gemeinsamen Gegner zu- sammenzuwirken.

Der zu wählende Ausschuß wird ersucht, die Berufung einer größeren Bersammluno in Frankfurt x. M. in Aussicht zu nehmen.

Die Jahrhundertfeier

der deutschen Technischen Hochschule in Prag.

Prag, 10. Nov.

Im Beisein angesehener Feftgäste aus Deutschland und dem Ausland feierte die deutsche Technische Hochschule Prags die Hundertjahrfeier ihres Bestandes. Die tschechischen Professoren sagten gestern wegen des angeblich großdeutschen Charakters des Jubiläums ab. Namens der Deputation der Universitäten des Deutschen Reiches überbrachte Professor Koken-Tübingen Glückwünsche. Rektor Pros. Dr. Grantz-Berlin überbrachte Glückwünsche der technischen Hochschulen uud Bergakademien Deutschlands und überreichte eine Glückwunschadresse der Technischen Hochschulen Berlins und Hannovers. Bankhausen sprach oen Wunsch aus, das kommende Jahrhundert möge so reich an Erfolgen für die Anstalt sein wie das verflossene. Namens der Technischen Hochschule in Dresden überbrachte Rektor Pros. Dinde der Prager Anstalt, mit der die Dresdener Hochschule durch politische und geographische Bande ver­knüpft sei, Glückwünsche und sprach den Wunsch ans, daß die innigen Beziehungen, die zwischen beiden Hochschulen herrschen, wachsen, blühen und gedeihen mögen. Von stür­mischem minutenlangem Beifall begrüßt, verlas sodann der Vertreter der Technischen Hochschule in .Helsingfors, Prof. Holmberg, die Glüüwunschadresse der Anstalt, in welcher darauf hingewiesen wird, daß die Technik in Helsingfors nach germanischem Muster organisiert wurde. Der Fest- versammlung wohnte auch Kardinal Skrbensky bei. Bei dem dann folgenden Bankett toastete Geheimrat Engler- Karlsruhe auf die älteste Schwesteranstalt auf dem alten Boden des heiligen römischen Reiches deutscher Nation, die

trotz der Grenzpsühle als zur deulse ..i .vuduriueit gehörend betrachtet wird. (Stürmischer Beifall.)

Infolge der sich in erschreckender Weise mehrenden UcbevfäUe auf Eisenbahnzüge, die Geldsendungen mit sich führen, hat der Ministerrat beschlossen, die Post m besonderen Zügen, bestehend aus vier bis fünf Wagen mit Militär, zu befördern. Solche Züge werben, da sie aus Panzerwagen bestehen, auch den Sicherheitsdienst auf der Bahnlinie über- nehmen. Der Kredit für die Ausführung dieses Entwurfes nebst voller Verpflegung des kriegsbcrenen Militärs wird auf 33 Millionen Rubel veranschlagt.

ES sind mehrere Bataillone Infanterie abkommandiert worden, um in der Umgegenb von Rogow Nachforschungen nach den Räubern beß Postwagens anzustellen. Die Gelbsendung des Zuges war mit 1 300 000 Rubel versichert. Man vermutet, daß sich em Teil der Räuber un Zuge be­funden und die Retse von anfang an nntgemacht hat.

Zwischen den Stationen D^uMnath uno Lantschuty sprangen acht Räuber aus einen aus Saturn kommenden Zug, beraubten die Passagiere 2. Klasse, verwun­deten zwei Schassner, zwangen dann den Lokomotivführer, den Zug halten zu lassen, sprangen dann vom Zug und flüchteten in den nahen Wald.

In Tiflis explodierte bei einer nach Mitternacht vorgenommencn Haussuchung eine Höllenmaschine, wobei zwei Schutzleute und ein Hausknecht ge­tötet wurden, ein Aussetzer der Schutzabteilung und ein Polizeiofsizier verwundet wurden. In dem Seitengebäude des Hauses, in dessen oberem Stockwerk die Haussuchung vor sich ging, war keiner von den Beamten anwesend. Unter einem Bette wurden Revolutionäre Aufrufe auf­gesunden. Als man ein im Zimmer stehendes Schränkchen abrücken wollte, erfolgte die Explosion, die so heftig war, daß der ganze Oberstock des Seitengebäudes einstürzte.

In Kronstadt fanden in den letzten Tagen Mass en - Hinrichtungen von Matrosen statt, die unter dem Ver­dacht standen, Reoolutionären Helfersbienste geleistet zu haben. Die Hinrichtungen würben zum Teil auf ben Kriegsschiffen oorgenommen, wo man Sie Leichen über Borb warf.

In ein Fort von Sewastopol drangen während der Nacht 10 maskierte Personen. Sie halten sich im Einvernehmen mit der Wache Eintritt in die Festung ver­schafft. Sie fesselten ben diensthabenden Offizier und ließen ihn von einem bewaffneten Manne bewachen. Hierauf drangen sie in die Kasernenräume ein, in denen die Soldaten schliefen. Nachdem sie zahlreiche Karabiner-Gewehre geraubt hatten, entflohen sie. Es wurden einige Verdächtige in Haft genommen.

Ein Vureneinfall in die Kapkolonie.

Kapstadt, 10. Nov. Amtlich wirb geinelbet: Der Transvaal-Bur Ferreira und mehrere andere Buren sind im Nordwesten der Kapkolonie eingebrungen und versuchen, einen Aufstand ins Werk zu setzen. Sie überraschten zwei Polizeistationen und brachten Waffen in ihren Besitz. Zwei Soldaten wurden verwundet. In Abibunaseaar nahmen Ferreira und seine Genoffen einen Polizeibeamten gefangen. Ferreira wirbt Rekruten und befindet sich auf dem Marsche nach Zkartnoiber. Es heißt, daß er ihnen erklärt, daß et auf die Farmer einen Druck ausübt, sich ihm anzuschließen, indem er ihnen erklärt, baß in Transvaal ein Auf­stand bevor st ehe. Außer 153 Mann, die nach PrieSka abgehen, ist ein Polizeiinspektor mit 15 Mann aufgebrochen, um den Eindringlingen den Weg zu versperren, 25 Mann sind zur Aufklärung an die Grenze beordert. Die Kapregie- cung ergreift alle Maßnahmen, die notwendig sind, um die Bewegung zu unterdrücken. Ernsthafte Gefahr besteht insofern, als die Landeseinwohner fast keine Beziehungen zu der Außenwelt haben und durch übertriebene Berichte über die Erfolge Ferreiras getauscht werden können.

Deutscher Reich.

Berlin, 11. November. Gestern und heute sanden die Rekrutenvereidigungen der^Gardekompagnien

Geistliche Musikaussübrung in der Stadttirche.

Gießen, 12. dkov.

Ein herrlicher Späthorbstsonntag! Gestern noch Regen, Keilte eitel Sonnenschein! Da pilgert noch einmal alles hinaus in die Natur um sich an ihr zu erfreuen? Es ist schon saft Winter. Da zeigt sich uns die Natur in kahlem, trostlosem Zustande. Ist es mit uns Menschen nicht ähnlich? Wir stehen am Ende des Kircherrjahres, und da ist es Sitte der Kirche, den Gläubigen zur Einkehr in sich selbst zu veranlassen. Prüft er gerecht, so wird ihm auch eine kahle, trostlose innere Natur bleiben. Aber draußen scheint die Sonne, und wir vertrauen ihrer Kraft. Sie wird den Winter überwinden, dennes muß doch Früh­ling werden". Auch für uns wird es wieoer Frühling werden, auch unserm Innern leuchtet eine trostspendcnde Sonne. Gib dich zufrieden, Gott ist dein Quell und deine Sonne.

So zog es sich gestern durch die musikalische Vesper des Kirchengesangvereius. Ich habe Kirchenkonzerte gehört, die vor leeren Bänken ftattfanden. Sie waren zu eintönig. Anders die gestriae Aufführung! Sie bot reiche und dabei doch natürliche Mwechslung und hat gewiß bei vielen neues Interesse für die geistliche Mlrsir geweckt. Eingeleitet wurde sie durch eine Or g c 11 o c c a t a, die bei dem größten Teil der Hörer leider wenig Beachtung sand. Für mich sind die Toccaten, die Vorläufer des Präludiums, recht interessant, denn sie vermengen unvvrberettet Laufwerk, Verzierungen und Ansätze bunt zu Fugen. Dann wechselten Frauenstimme, gemischter Chor und Kuabcnchvr. An musi- Zalischem Wert stehen am höchsten .Beethovens Büß­

lied, die beiden Tum a sch en Chöre und vor allem der Schluß, Mendelssohns 4 2. Psalm, den er 1841 voll­endete. Zu Mendelssohns Zeiten waren seine Psalmen die verbreitetsten Tonwerke, uns sie haben auch etwas Son­niges, das religiös und weltlich nicht unterscheidet, etwas Süßes, das den naiven Zuhörer gefangen nimmt. Hat der alttestamentliche Dichter dosVAch verlangt nach Gott" schon in reiche Bilder gekleidet, so redet Mendelssohns Schöpfung eine noch viel beredtere Sprache. Alles in allem, man kann der Leitung der Aufführung nicht absprechen, ein interessantes, geschmackvolles Programm ausgestellt zu haben.

9lun zur Ausführung. Zunächst verdienen die beiden Leiter, Herr Dtusikbircktor Trautmann und Herr Gör- lach, uneingeschränktes Lob. Gleich vorweg will ich diesen auch noch danken für die ausgezeichnete, diskrete Begleitung. Abgesehen von einigen kleinen Unreinheiten sind wir auch stimmlich ganz zufricdcngestellt worden. Die Herren vom Daß hätten ja zuweilen etwas weniger bescheiden sein können. Wenn ich sonst etwas zu tadeln hätte, so'wäre eS das Eiltempo, das von Anfang bis zu Ende herrschte. Mußte das ganze Programm in kaum 50 Minuten abgv- wickelt sein?

Angenehmer ist es mir nun, Lob ausMeileik. Neben den beiden Dirigenten tritt natürlich zunächst die Solistin, Frl. Stammler, hervor. Mit einer reinen, frischen Stimme ausgestattet, zeugt die ausgezeichnete Deklanralion, die Sicherheit und brllkame Technik üv.i fleißiger Schulung. Gießen dars sich einer solchen Kraft mit Recht freuen. Der gemischte Chor muß sich schon mit einem Gesamtlobe be­

gnügen. Recht von Herzen loben möchte ich aber die lieben Kleinen. D^an hört heute so selten frische Knabenstimmen einen Choral singen, daß man dem hiesigen Knabenchor nur Gutes wünschen ferne. Namentlich dasLaßt mich gebn" hinterließ einen tiefen Eindruck. Ließ sich auch der hessische Dialekt nicht ganz vermeiden, so war es doch ein herrlicher, seltener Genuß, diese beiden Choräle. Hervor- zuheben ist Bei allem auch noch der vornehme, genaue Einsatz.

Anders mit bem Publikum, dem ich doch einige Heine Unarten nicht vorenthalten kann! Warum muß man gerade während der Toccate tzusten und flüstern und so seine Interesselosigkeit zeigen? Man muß doch auch Rücksicht auf d i e Zuhörer nchmen, die sich einem ungestörten Genuß hingeben wollen. Dann sollte man auch das nächstemal die Kinder, die Neigung zum lauten Sprechen haben, zu Hause lassen, von vielem anderen noch abgesehen.

Der starke Besuch wird das Interesse an solchen Auf­führungen zur Genüge bewiesen haben. Daraum gehe ich wohl nicht fehl, wenn ich allen Mitwlrkenden (nicht zu vergessen den Knabcnchor!) zurufe:

Auf Wiederschen! O. R.

Am Sonntag ist in Steglitz bei Berlin der frühere Direktor der Nationalgalerie und vortr. Rat im Kultusministerrum Geh. Oberregierungsrat Dr. Max Jor­dan infolge eines Herzschlag^ im Alter von 69 Jahren plbtzllch gestorb-em