langen der Sparer, alles in ®otb zu bekommen. Banknoten 'werden nirücfqeroiefen.
Und noch ärger wie in Lothringen grassiert jcnfettS der Grenze die Krieg 8 furcht. In den französischen Grenz- kantonen befürchtet man, Gott weisi weSbalb, einen tteberfall non Seiten Deutschlands, und die Stimmung gegenüber den Deutschen ist, wie Reisende versichern, nicht die be te. Dem in Nancy erscheinenden „Eclair de l'Est" wird hierüber berichtet:
„In Nancy und Umgegend kursieren die verschiedensten Gerüchte Tie einen sprechen von einer Mobilmachung von 9 Reservebassen be? 20. französischen Armeekorps für den 15. oder 18. Januar, andere aber lieber erklären, baß du. Mobil nnachnna für einen der beiden obengenannten Tage sich ans ganz Frankreich erstrecke. Weniger ^ssimistisch veranlagte Rersonen Schranken fick ans die Porheisage einer einfachen Mob'lmach- nng sämtlicher aktiver Trrmven des SO. französischen .srmee- korps Obsckwn auch bei der kehlen Version noch uberlrmheu tofrb ist sie in der Hauvnache dock' begründet. Seit etlicher
finden allwöchentlich teilweise Mobilmachungen statt: letzten Freitag waren es 3 Batterien d-'s 8. Artillenereqcments, du- mobilisiert wurden. Wir wissen, daß Ordre gegeb-m wurde, sich bereit zu halten. In beit ^mHene- imb
^entern erhielt ber-stS jeder Mann sein Vferd siir den Kinegssall i-ngewiesen. Tie Mäntel sind gerollt und die Soldawn haben sämtlich ihre Kriegsmrnftnr in 5? 7v-u. so dast r.c Tcbcrt Augenblic. »um Ansrücken bereit sind. Das Militär bleibt.so lange knege- bereit, bis die Marofkoanaeleaenb.'kt ihre dch-iiitwc Erledigung gefunden bat. Es riecht stark nach Pulver." ,
So weit das französische Blatt. ES ist, rote schon gesagt, schwer zu entscheiden, worauf diese übertriebenen KriegS- qerüchte eigentlich zurückzuführen sind. Vielleicht kann man sie mit der rein zufälligen Tatsache erklären, daß augenblicklich sowohl auf deutscher, wie aus französischer Seite militärische Hebungen an der Grenze stattsinden. Doch mag dem fein, wie ihm wolle, interessant ist und bleibt die Tatsache, daß man bei dieser Gelegenheit von so manchem Elsaß-Lothringer, der sich mit dem Anschluß an Deutschland noch recht wenig angefreundet und seine alten Sympathien für Frank- reich bisher sorgfältig bewahrt hat, jetzt unumwunden die Versicherung auSsprechen hört, daß ihm alles lieber sei als ein neuer Krieg. Das ganze Wirtschaftsleben hat sich eben heute den neuen Verhältnissen angepaßt, und der praktische Elsaß-Lothringer weiß sehr gut, welche Störung des Wirtschaftslebens mit einer neuen kriegerischen Bewegung unvermeidlich verbunden sein wird. Man kann heute wohl ruhio die Ueberzeugung aussprechen, daß sich im Elsaß kaum ein einziger Mensch findet, der für eine Umwälzung der Verhältnisse wäre, falls sich jene nur unter dem Opfer eines Krieges vollziehen könnte, desien Ausgang niemand vorauSzusehen, helfen Folgen kein Mensch zu berechnen vermag
Deutsches Reich.
Berlin, 15. Jan. Bei den zwi giosen Abendunterhalt- angen beim Kaiserpaar wird ic(*t mit besonderer Bevorzugung die Frage der Reform der M ö d ck— n s ch n l b i l d u n g erörtert. Ter Kaiser bezeigt nmierdincis sehr lebhaftes Interesse für diesen Gegenstand und bespricht ibn vielfach mit Fachleuten.
— Tie Kronprinzessin Cäcilie beabsichtigt nach ihrer Niederkunft sich zur Kräftigung ihr's Gesundheitszustandes nach A b a z z i a zu begeben und dort längere Zeit Aufenthalt zu nehmen.
— Tas Abgeordnetenhaus bat heute zunächst den Staatsvertrag mit bm Staaten d^sheslisch-thüringi- schenl Lotterie-Derbandes imb mit Neuß j. L. ange- b o m m e n , wonach diese Staaten ihre Sonderlotterien zu Gunsten Brennens geaen eine Rente aufgeben. Hierauf wurde die erste Leinna d"s CFMfä fnTfnpf*4^.
Kolonialpost.
Berlin, 15. Jan. In einem Gefecht in S ü dwest - afrika sind Leutnant v. Ditfurth und zwei Reiter gefallen.
Ausland.
.Stockholm, 15. Jan. Der Reichstag wurde heute vom König mit einer Thronrede eröffnet, in der zunächst festgesteslt wird, daß den gefahrdrohenden Tagen des vergangenen Jahres ruhigere Zeiten gefolgt und daß die Beziehungen zu den fremden Mächten befriedigend sind. In der Thronrede werden b'mn Vorlagen angekündiat betr. Erweiterung des Wahlrechts zur zweiten Kammer, Afters""rsich-?rung, Erhöhung der Ausgaben für Heer und Marine und anderes.
Brüssel, 15. Jan. Zn der neuen Ehe des Königs Leopold wird gemeldet: Der König h"t seinem im Dezember geborenen^ Sohn den Titel eines königl Prinzen verliehen. Ter König gab seinem Neffen die Versicherung, daß der aus seiner morganatischen Ehe entsprossene Sobn keinerlei Thronansvrüche geltend machen würbe, auch wenn er den Titel eines Prinzen tragen würde. Gleichzeitig aber behielt sich der König Jbor, diesem seinem Sohne die Nachfolge als Be Herr schar desKwngostaates zu sichern, was bei dem Prinzen Albert große Enttäuschung bervorgerufen habe. Schließlich aber sei auch über diesen Punkt zwischen dem König und seinem Neffen eine Einigung zustande gekommen.
Konstantinopel, 15. Jan. Wie verlautet, ist Marschall Fehmi Nascha in einem Kvmpf mit den Aufständigen in fernen gefallen.
Newvork, 15. Jan. Generalleutnant Eh af fee legt sein Amt als Chef des Generalstabes nieder. Sein Nachfolger ist General B a t e s.
Washington, 15. Jan. Ter Vorsitzende der Handels- tnarine-Kommission im Senat legte heute im Senat den Bericht des Sonderausschusses des Generalstabs trr Vereinigten Staaten fror, aus dem erhellt, daß für den Fall eines ausländischen Krieges der für Truppentransporte geeignete Teil der Handelsflotte auf das 21/2 fache seines Bestandes vermehrt werden müßte, um die Vereinigten Staaten zu befähigen, den erstenSchlag zu führen, was im Kriege immer wichtiger würde. Ter Bericht spricht sich dafür aus, zur Erbauung von 12 Knoten die Stunde laufenden Schiffen zwischen 5600 und 5500 Tannen 11t ermutigen
ßin Mtevtal in Ausstand.
Gestern knrz nach Schluß der Redaktion erhielten wir folgendes Telegramm:
Tschernigow, 14 Jan. Heute wurde der Provinz- ßouüerncur Chwostow, als er im Wagen mit seiner Gemahlin von der Kathedrale zurückkehrte, durch zwei in den Wagen geschleuderte Bomben schwer verwundet, während seine Gattin leicht verletzt wurde. Ter Täter wurde verhaktet.
Nach den heutigen Meldungen ist dieses Attentat nach Angabe be§ verhafteten Täters im Auftrage der Kampfes- organiiation der sozialrevolutionären Partei verübt worden. Die Mitschuldigen des Verhafteten sind entkommen. Der Gouverneur Chwostow ist am Kopfe schwer verwundet, doch liegt keine Lebensgefahr vor; aber es wird kaum gelingen, daS linke Auge zu retten. Die Frau des Gouverneurs, eine geborene Fürstin Dolgoruki, die ihren Mann begleitete, ist seicht verwundet. Der eine der Attentäter, der selbst verwundet wurde, ist durch den dem Wagen folgenden Gefängnis
direktor arretiert worden. Der Verhaftete verweigert jede Auskunft über seine Persönlichkeit. Sein Komplice, ein junges Mädchen, konnte bei der entstandenen Panik entstiehen.
Aus SiuSt UNS Land.
Gießen, den 16. Januar.
** Personalien. S. K H. der Großherzog haben den Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Starkenburg Otto v. Pfister zum Landrichter und den Gerichtsassessor Dr. Paul Krug aus Mainz zum Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Starkenburg ernannt.
L. U. Landes Universität. Der Privatdozent an der Universität München, Dr. Albert Jesionek, hat einen Ruf als außerordentlicher Professor für Haut-und Geschlechtskrankheiten an die Landesuniversität erhalten.
** Einbruch. In verflossener Nacht statteten Einbrecher einer Villa in der W i l h e l m st r a ß e einen Besuch ab. Gestohlen wurde eine alte wertvolle goto, tzerren- uhr, auf deren Rückdeckel eingraviert in Relief dargestellt ist: „Ter Verkauf Josefs durch seine Brüder", ein silberner Löffel und 5 Mk. in Bar. Anscheinend hatten es die Diebe nur auf Bargeld abgesehen, denn sie öffneten alle Behältnisse im unteren Stockwerk, in welchem gerade auch niemand schlief, und durchsuchten sie.
** T i e soldaten freudige Jugend. Stand da dieser Tage ein hiesiger Geschäftsmann mit seinem kaum neunjährigen Söhnchen vor der Ladentür, als ein noch kleinerer Knirps auf der Strafte in strammer Haltung vor- beimarfchierte und die Hand grüßend an die Mühe legte. Ter Vater hatte dies schon mehrmals beobachtet und meinte zu seineni Söhnchen, der andere wolle ihn foppen. Ta warf sich dieser stolz in die Bru-'t und sprach mit überlegener Miene: „Wo denkst Tu hin! Jkch bin zu Weihnachten bei unserer Kompagnie llntcrofft0icr geworden und der da ist noch gemeiner Soldat."
§§ Großen- Linden, 15. Jan. Tas neue Stationsgebäude ist gestern in Anwesenheit der Bahn- behörde Von Gießen dem Verkehr übergeben worden. Gleichzeitig erfolgte der Anschluß des Bahnhofs an das Acctylen- gaswerk der Gemeinde.
— Stein dach b. Gießen, 15. Jan. Auch die hiesigen Fünfzigjährigen wollen eine gemeinsame Feier dieses Zeitabschnitts veranstalten. Am Samstag fand deshalb eine Besprechung bei dem Altersgenossen Heinrich Schäfer, Gasthof zum grünen Baum, statt, mit der die Geburtstagsfeier des genannten Herrn, des ersten „Fünfzigjährigen" in der Gemeinde, verbunden war. Es wurde beschlosien, als gemeinschaftliche Geburtstagsfeier eine zweitägige Rheinfcchrt mit Besuch des Riederwald-Denkmals im Laufe des Jahres zu veranstalten.
ft Lich, 15. Jan. Tie für heute, geplante Taufe der jüngsten Prinzessin des fiirftL Hauses mußte verschoben werden, weil sowohl das Töchterchen des zum Besuche hier weilenden Prinzen Reinhard als auch der Erbprinz und die zweitjüngste Prinzessin von einer Kinderkrankheit befallen wurden. — Gestern hielt der Musikverein Waldlust sein Stiftungsfest im Saale des Gastwirts Heiland. Zur Verstärkung der Kapelle war der Musikverein aus Nidda gekommen. Tas Programm war reichhaltig und schön zusammengestcllt und die Musikstücke wurden rein und mit präziser Ausführung vorgetragen. In den Pausen sang der Cäcilienverein einige Eböre. — Gleichzeitig veranstaltete der Bauersche Musrkverein aus Gießen ein Konzert in der Turnhalle, das auch recht zahlreich besucht war. Lange Zeit hat man hier keine Gelegenheit gehabk, eine derartig feine Musik zu hören. Hoffentlich entschließt sich die Kapelle, recht bald wieder hierherzukommen.
§ Alsfeld, 14. Jan. Der Militürverein hat beschlossen, im Laufe dieses Jnhres hier eineu Denkstein für Großherzog Ludwig IV. zu errichten, zum Andenken an dessen Führung der hessischen Division im Feldzug 1870/71. Tie Einweihung wird Voraussicht.ich nm 18. August erfolgen.
R. B. T a r m st a d t, 15. Jan. Der nationallive- rale Verein hielt heute abend eine zahlreich besuchte Generalversammlung ab, in welcher der Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Osann II., dem verstorbenen früheren Vorsitzenden und Landtagsabg. Prof. Friedrich einen warmen Nachruf widmete und dann dem bisherigen Vertreter der Stadt im Landtag, Oberstaatsanwalt Dr. Buff, herzlichen Tank für seine leider nur kurze parlamentarische Tätigkeit aussprach. Der neue Abg. Bürgermeister Tr. Glässing habe das Amt in dankenswerter Weise übernommen und werde sich, was im Gegensatz zu anderweiten falschen Zeitungsmeldungcn betont werden solle, der nationalliberalen Partei im Landtag zunächst als Hospitant anschließen. Abg. Bürgermeister Tr. Glässing dankte für das ihm bewiesene Vertrauen und versprach, auch das neue Amt als Abgeordneter mit besten Kräften ausüben zu wollen. Nach der daraus ror genommen en teilweisen Erneuerung des Vorstandes und Erstattung des Kassenberichts, der eine Einnahme von 2660, eine Skusgabe von 2046 und einen Bestand von 1620 Mk. ausiveist, hält Abg. Müller einen längeren Vortrag über die verflossene Landtagsperiode, wobei er u. a. die Haltung der Bauern- bündler bei der Wahlrechtsvorlage scharf kritisierte. Er und seine Freunde würden sich viel lieber für die Regierungsvorlage, als für den Kompromißantrag Bähr erklären, durch welchen anstatt 15 nur 13 städtische und 42 ländliche Mandate geschaffen werden sollen.
^.Wiesbaden, 15. Jan. Der „Rh. C." meldet, daß am Freitag vor dem Amtsgericht in Wehen in Sachen deS dortigen Darlehens- und Konsumvereins gerichtliche Untersuchungen stattfanden. Die Zeugenaussage deS Kassierers August 91 eiffeilberget gestaltete sich derartig, daß der Mann wegen Meineidsverdachtes in Untersuchungshaft genommen wurde. Am Samstag früh wurde Reiffenberger in der Zelle tot aufgefunden, er hatte sich erhängt. — Wie der „Rh. C." aus Wundertshausen iin Kreise Wittgenstein meldet, erschlug nach einem vorangegangenen Ltreite im WirtSharise ein Holzfäller einen zweiten durch einen Hieb mit der Axt und verletzte einen weiteren Holzhacker schwer.
Die Kobnrger Prinzenehe geschieden.
Gotha, 15. Jan. Vor der Zivilkammer des hiesigen Land- gerichts wurde heute in dem The sch ei du ngs Prozeß des c- r mn s.c 11 dhflivpvon 2achsen-Koburg-Gotha gegen die P r 1 n z e s s r n Lui s e die Verhandlung eröffnet. Auf Antrag der Vertreter des Prinzen wurde während der Tauer der Vcv- handlnng die O c f f e n t l i ch ke i t ausgeschlossen. DaS Uru te tl lautet: Tie E he wird dem Bonde nach geschieden. Die Kosten fallen der Frau zur Last. T-ie Sch-uldfroge ist von keiner ^citc erörtert. Die Prozeßbevollmächtigten erstatten, daß ,,e auf icoes Rechtsmittel verzichten. Es wurde von beiden Parteien em V e r t r a g unterzeichnet, nach dem Prinz Philipp der
Prinzessin die einmalige Abfindungssumme von 400 000 Gulden und eine monatliche Rente von 7000 Gulden gewährt. Ferner erhält die Prinzessin von ihrem! Vater, bem König bet Belgier, r’- jährliche Rente von 50 000 Francs. Tic Prinzessin wird ' nun an den Titel einer Prinzessin von Belgien f .: und hat in einem Schreiben cn den Her-eg von Koburg-Golhg gebeten, aus dem koburgv- schen Famisienperb "ube ausscherben zu Dürfen. Dieses Schreiben wurde von ihrem d-m Richter überreicht.
* Zwei Mordtaten in Bayern. In Augsburg! wurde der Kohlenhändler Anton Mayr verhaftet unter dem Verdacht, seine Frau c r m 0 r d e t zu haben. — In Nürnberg wurde die 61 jährige Gast Wirts Witwe Bittermann iw ihrer Wohnung ermorbet aufgefunden. Ter Schädel tu-at ein-- geschsimen, Füße und Arme zusammengebunden.. Alle Kästen und Sckiränkc der Wohnung waren erbrochen. Äen Raubmördern sielen etwa 200 Mark bares Geld und ein Sparkassenbuch übet etwa 900 Mark, sowie verschicd"ne Goto- und Silberschmuckstücke in die Hände, darunter eine gotoenc Tamenuhr mit kurzer K'ctte, ein goldener Fingerring mit zwei roten Steinen, ein Ehering, eine silberne Zwickscher». ein goldenes Kreuz mit edlen Perlen besetzt, eine fitoene Tukatrnbück-se, ein Brosche mit bem Bilbe bcs Sohnes ber Errnorbeten, ein burchbrochener Marien-Talev als Brosch«. Zwei ber Tat bringend verdächtige Burschen sind vcrhostet.
Gerichtssaal.
sc. Frankfurt a. M., 15. Ion. Ein Rabeneltern- Har stand heute vor dem hiesigen Sckckvurgericht: der 27 jäh-r, Schuhmacher Hermami S cbö f er rnb Hne 27 jähr. Ehefrau Elisabeth geb. Krlro. Sie waren beschuldigt, ihr leibeigenes zweijähriges Kind Hermann, geb. am 14. Okt. 1903 zu Gießen, durch grausame Mißh 'udlunoen zuTodegemartertzu haben. Die Beiden hatten vor der Eheschließnug drei Kinder, von denen eins starb. To? älteste, 7 Jahre alt, ist noch jetzt bei fremden Leuten, der 2 jährige Hermann wurde am 21. August v. I. oon seiner Pflegemutter als gesundes, wohl genährtes Kind zu feinen Eltern zurückgebracht, weil die Stadt F-ranffurt nacb erfolgt« Eheschließung kein Kostgeld mehr für den .Knaben bezahlen wollte. Am 21. November war er tot. Ein gänzlich abgemaaerter Körper, der von Kvvf bis zu Fuß mit blutunterlaufenen Striemen und halb vernarbten Wunden bedeckt war. zeugte von dem Martyrium, das das Kind bei seinen Eltern erduldet hatte. Diese meinten, sie hätten eS innerhalb der erlaubten Grenzen gezüchtigt, weil es imsauber gewesen sei — ein 2 jähriges Kind. Das Schwnv- gericht verurtestte die beiden Bestien wegen Körverveeletzung mit n"ch<refoc^tem tt'nb-' w i.' 4 S? obren Zuchthaus. .....................
Handel und Verkehr, Volkswirtschaft.
Berlin, 15. Jan. Namens der preußischen Staots» regierung haben der Finan-Minister und der Handelsminister: der Gewerkschaft „Hercynia" zu Wernigerode folgendes Angebot gemacht: Für den preußischen Fiskus erbieten wir uns, vorbehaltlich der Zustimmung des Landtaas, zum Erwerb der Kaligerechckiame der Gewerkschaft bei Vienenburg unter nachstehenden besonderen Bedingungen: 1) Tie „Dercvnia" tritt die ihr vertrag'ich zustebendm Rechte an den preußischen Fisst's ab: 2) die „Hercvuia" überträgt ans den Fisstis sämtlick'-e Grundstücke usw., alle Vorräte, Fabrikate, Bankiergutbaben, Außenstände, sowie ihre Beteiligung beim: Kaftbcrogwerk Asse, mit alleiniger Ausnahme der als Rücklage "usgesammelten 500 000 Mark in StoatsvaPieren und der als Kaution beim Kalisvudik^t hinterlegten 100 000 Mark in Staatspapieren : 31 der F i sku s zahlt 30 Millionen Mark: 4) Verwaltung und Betrieb des Stein- und Kalisal'hei"-baues der „Hercynia" emschilicßlich des Betriebes der Fahriftn in Vienenburg und Langelsheim werden ab 30. Juni 1900 für Rechnung des preußischen Fiskus geführt: 5) Der Gesck'äfts- .gewinn verbleibt für des erste Halbjahr 1906 bei? zum Höchst- betrage von 100 Mark Ausbeute für den Kiix und Monat der ..f'Ct'-blrin".
Briefkasten der Ne-aktion.
(Anonyme Anfragen bleiben nnberiickn<tzt!gt^.
S. in Lieblos. Zu 1: Cwilkahinett S. M. de? Kaisers in Berlin. Wir bitten seinerzeit um Mitteilung über die Angelegenheit, Zn 2. und 3.: Antwort ertofnf in einigen Tagen.
Telefonische
des Giessener Anzeigers, mite« und Indnsti
Frankfurter Stör« 3J4°/o Reichsnnleihe . . 100.00 3% do. . . 88.90 3J4°/o Konsols .... 100.95 3% do. .... RS 90 Hessen 100.10 Oberbessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente. . 100 30 4*/6 6(. Oesterr. Silberrente 100.90 4% linear. Gold reute . . 96.75 4% Italien. Reute . . . 105 80 3% Portugiesen Serie I . 67.60 3% Portugiesen , III 67.95 1 %0,6 russ.Staatsanl. 1907) 92.00 4MOn japan. Staatsanleihe 95.50 4 % Conv. Türken von 1903 91 00 Türkenlose 143 80 4% Griech. Monopol-Anl. . 52.50 4% äussere Argentinier . 89.70 3°/0 Mexikaner .... 67.05 4/4°/o Chinesen . . . 97.70
Aktien:
Bochum Guss 243.25 Buderus E. W 131.00
Tendenz: geschä/tslos.
Berliner Börse, 1
Canada E. B 175.70
Darmstädter Bank . . . 146.50
Deutsche Bank .... 841.50
Dortmunder Union C. . . 96 60
Dresdner Bank .... 164.40 Tendenz: mässig schwach.
Kursberichte
teilt von der Bank für Handel ie, Giessen.
e. 16. Januar, 1.15 Uhr.
Elektriz. Lahmeyer . . 137 00
Elektriz. Schnckert . . . 129.20
Eschweiler Bers-werk . . 259 40 Gelsenkirchen Bergwerk . 223 00 Hamburg- Amerik. Paketf. 165 30 Harpen er Bergwerk. . . 214 00 L an rah fltte..... 245.00
Nordd. Lloyd 126.40 Oberschles. Eisen-Industrie 130 00 Berliner Handelsges. . . 170 90 Darmstädter Bank . . . 146.10 Deutsche Bank . . . 241 80
Deutsch-Asiat. Bank . . 183.00 Diskonto-Kommandit. . . 187.80 Dresdner Bank . . . 164 70 Kreditaktien 211.50 Baltimore- und Ohio-
Eisenbahn 116.00 Gotthardbahn —.— Lombard Eisenbahn . . 23.75 Oesterr. Staatsbahn . . . 142 60 Prince-Henri-Eisenbahn . 128.00
5. Januar, Anfangskurse
Harpener Bergwerk . . 215.20 Laurah'itte .... 245.00 Lombarden E. B . 23.70 Nordd Lloyd — Türkenlose 143.60
Äriqinal-Draülmt'tftmisikn.
Berlin, 16. Jan. Die Kommission des Reichs^- tages Mir Vorberatung der S t euer ge setze hielt ihre kon- stctucewende Sitzung ab. Zum Vorsitzenden wurde der nationallib. dlbg Büsing gewählt, zum zweiten Vorsitzenden Tr. am Zehn- h 0 s f (Ztr.). Gener-lreseeent für das Plenum wird Mg. Müstev- Fulda. Aie erste Sitzung fand statt. — Die T h c a t c r'- D i r e k- toren protestierten in einer gestern abgehaltenen Versammlung gegen die von der Stützt Berlin geplante B i l l e 11 st e u e r.
Dresden, 16. Jan. In einer Unlerrednug erklärte der neue Staatsminister Graf Halienthal einem Nedaktenr der „Dr. N. 91.", daß ein neues Landtags-Wahlgesetz seine erste Arbeit sein werde nnb daß er zuversichtlich hoffe, eine zN« friedenstellende Losung herbeizufnhren. Auch der König habe chm gegeunber betont, daß dies die erste und wichtigste Aufgabe fei, deren baldige Erfüllung er dringend wünsche.
Essen, 16. Jan. Die Gründung eines Bergar- beitcrüer ban be6 auf nationaler Grundlage ist erfolqt. Er will alle Maßnahmen einer kraftvollen Sozial- volltik auf bem Boden der heutigen Gesellschaft unterstützen, nationale Gesinnung für Kaiser und Reich pflegen und dep Frieden zwischen Unternehmern und Arbeitern fördern.


