Ausgabe 
13.10.1906 Erstes Blatt
 
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neuen Bahnstrecke Grebenhuin-Gcbern noch fort­gesetzt steinen.

Allertshausen 12. Okt. Die auf den 13. d. M.

anberaumte B ü r a ermei st e rwa h l ist wegen bc§ nächsten Sonntag hier stattfindenden ?lbendinahls auf den 2 0. d. M. verschoben worden. Zwischen zwei Kandidaten herrscht ein reger Kampf.

R. Offenbach, 12. Okt. Zur Bürgermeisterwahl hat die Kommission beschlossen, die drei Bewerber, deren Namen noch streng geheim gehalten werden, zur engeren Wahl zuzulassen. Die Wahl dürfte schon nächste Woche stattfinden.

D Marburg, 12. Okt. Wie schon gemeldet, wurde der durch den Weggang des Prof. Aschaff freigemordene Lehrstuhl am pathologischen Institut dem Pros. Ben necke auS Königsberg übertragen. Der Genannte ist ein Mar­burger, ein Sohn des verstorbenen Pathologen Geheimrat Bennecke. Bei der hygienischen Abteilung des Instituts für Hygiene und experimentelle Therapie der hiesigen Uni­versität wird vom 15. Oktober ab ein U nter su ch u n g s - amt für ansteckende Krankheiten errichtet. Direktor des hygienischen Instituts ist bekanntlich Geheimrat Exzellenz Prof. v. Behring.

** Kleine Mitfeil "vgen aus Hessen und den Nachbarstaaten. ?n Schwabenrod ereignete sich ein höchst bedauerlicher Unglücksfall. Der Landwirt Heinrich Schlitt war auf dem Felbe beschäftigt,. als ihm 'Miklich die Bierde durch­gingen. Er geriet hierbei unter die Räder des Wagens und trug so schwere Verlegungen davon, daß der Tod alsbald ein­trat. Ein gräßliches Unglück ereignete sich in M ö ls- h.e i m. Dem mit Einlegen an der Dreschmaschine beschäftigten Arbeiter Burkhard wurde ein Arm vollständig ausgerissen. Der Schwerverletzte ist kurz darauf gestorben. In Mainz sind in einem Wäschegeschäft bedeutende Unterschlagungen vorge­kommen, als deren Urheberin die 22 jährige Kontoristin Klara Hermann ermittelt wurde., Dieselbe trank, als sie verhaftet werden sollte, ein Fläschchen Salzsäure aus und wurde schwer verlebt infi gebracht.

Die Landwirtschastskammerwahlen

krachten keinerlei Ueberraschungen, sondern entsprachen im

allgemeinen den Ergebnissen der Vertrauensmänner­

wahlen. Am interessantesten ist jedenfalls die Tatsache, daß Graf Oriola und Gutsvächter Lucke-Patershausen, die beiden Führer des Bunde? der Landwirte, nicht in die Landwirtschaftskammer einziehen'werden, dagegen Graf Oriolas Widersacher in landwirtschaftlichen Dingen, Geh.

Regierungsrat Haas. Und das trotz des Umstandes, daß Haas eigentlich ein Mann ohne Ar und Halm ist und erst' einige Aecker kaufen mußte, um überhaupt wählbar zu sein. Haas repräsentiert mit dem Geh. Kommerzienrat Frhrn. H e y l zu Herrnsheim, der neben seinem Haupt­beruf als Großindustrieller auch noch Besitzer ausgedehnter Güter ist, zugleich die Vertretung der hessischen Reichstags- abgeordneten. Dem hessischen Landtag geboren an: Haas, Köhler ,Brauer, Bähr und Breidenbach. Die meisten der Mitglieder sind Bürgermeister von Landgemeinden und stehen auf dem Boden des Bundes der Landwirte, und speziell in Oberhessen blieben die Mitglieder des ehemaligen hessischen Bauernbundes fast auf der ganzen Linie siegreich.

Bemerkenswert ist auch der Umstand, daß aus allen drei Provinzen auch freisinnige Landwirte in die Kammer ge­wählt wurden: in Oberhessen Kalbhenn-Vilbel, in Starken­burg Bürgermeister Höhn-Heru^n^eim und in Rheinhessen Gutsbesitzer Lichtenstein-Windhäuserhof.

Nachzutragen haben wir noch die Ergebnisse der Wahlen der Ausschußmitalieder int Bezirk Gedern: Theodor Fischer auf Hof-Zwiefalten und Karl Schaub II. in Weninas. Im Bezirk S ch o t t e u - La u. b a ch wurden Bür­germeister Joch em-Laubach und Theodor Cellarius- Schotten gewählt. Das im Bezirk Großen-Buseck ge­wählte Kammermitglied ist Bürgermeister Benner in Treis a. d. Lda.

Wie uns aus Darm stadt drahtlich acmeldet wird, wird die Kammer schon am 19. und 2 0. Oktober zur

Präsidenten- und Ausschußwahl zusammentreten. Als Präsi­dent wird Geh. Negierungsrat Haas, als Vizepräsident Oekonomie'-at Lichtcnstein-Windhäuserhof in Vorschlag gc- bracht werden. ____________

Vermischtes.

Dresden, 13. Okt. Ter Nennfahrer Nobl hatte gestern bei Großenhain einen schweren Automobil- unsa ll. Al? da? von ihm selbst gelenkte Automobil in in schärfster Fahrt die Chaussee entlang sauste, suchte eine Frau mit ihrem Hundegespann auf die andere Seite de? Fahrweges zu gelangen. Nobl steuerte, um einen Zusammen­stoß zu vermeiden, nach dem Straßeurande hin, wobei der Wagen gegen einen Cbcmsseebaum prallte, sodaß dieser ent­

wurzelt wurde. Die Insassen de§ Automobil? wurden in den Graben und aufs Feld geschleudert und der Wagen zertrümmert. Während Nobl unversehrt blieb und der Chauffeur mit leichten Hautabschürfungen davon kam, blieb der Manager deS Rennfahrers namens Hans Kuibandner

mit einem Schädelbruch und einem Bruch des linken

| Anms bewußlo? liegen. Er wurde nach Elsterwerda ins Krankenhaus gebracht.

* Kleine Tageschronik. Bei Oldesloe wurde die 14 Iah^e alte Tochter des Hofbesitzers (tyrotrian crmnrbet aufgefunben. Der Leichnam des Mädchens war schrecklich ver­stümmelt : außerdem haben die Täter das Mädchen beraubt. Nach dem ärztlichen Befunde li-at ein Lustmord vor: von den Tätern fef»ft bis fetzt jede Swir.

Arbeiterbewegung.

, Es) e n , 12. Okt. Der Eingabe der Siebene r-Kom- mission anbei! Bergbau - Verein wurde eine Begrünbuna beigegebe», der bie Rbein. Wests. Ztg. Folgenbes entnimmt:Die Forderungen der Eingabe stud so in ä ß i a und bewegen sich auf einer Basis, aus welcher sie die Bergwerksbesitzer angesichts der anerkannt guten Konjunktur bei einigermaßen gutem Willen er- stillen konnten. Daß die Löhne der Arbeiter bei den v i e l s a ch gesteigerten Mieten und (Steuern namentlich bei den ungeheuren L e b e n s m i t t e k o r e i s e n ni eb t aus r eichend sind, haben doch den Bergwerksbesitzern nahe stehende Leitungen anerkannt und haben auch die überaus storierenden Uebcrfchichten meistens aus den unzureichenden Löhnen resultiert. Die Arbeiter haben sich infolge der vielfachen Sverrsysteme nicht nur ge» schädig! gefühlt, sondern auch als Staatsbürger zweiter Klasse gefühlt. Aus ben kurz angeführten Gründen hoffen wir auf Entgegenkommen, um im beiderseitigen Interesse auf ruhigem und friedlichem Wege zu einer Verständigung kommen zu können." Sicherem Vernehmen nach haben die Zechenverwaltungen, die in allen Fragen des Arbeitervertrages frei entscheiden, angesichts der Kurze der Zeit noch nicht Stellung genommen.

Berlin, 12. Okt. Die Aussperrung in der Schuh- inbuftrie nimmt größere Dimensionen an. Neuerdings wird den Arbeitern mit einer Generalausfoerrung gedroht. Der Verband der Schuhfabrikanten hat beschlossen, den Bastschuh- machem einen letzten Termin zu gewähren. Wenn bie Ballschuh­arbeiter nach ber ihnen überreichten Lohnliste bis Montag die Sh-beit nickt wieder cnrfnehinen, so wirb am Dienstag in ber ganzen Schuhinbustrie eine Generalaussperrung erfolgen. Es kommen hierbei 35 Fabriken mit 2000 Arbeitern in Betracht.______________

Gerichtssaal.

Anonyme Briefe vor b e m Reichsgericht. Dieser Tage beschäftigte sich bas Reichsgericht mit den anonymen Briefen von Herne. Das Landgericht Bochum hatte seinerzeit be­kanntlich Frau L i n aDr. l a N o ch e, in 8 Fällen ber Beleidigung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Zivischen dem Gatten ber Angeklagten, dem Amtmann Tr. In Roche aus Baukan bei Herne, unb dem Rechtsanwalt Hölschen aus Herne waren bei ber Stabtoerorbneten- wie Reichstaaswahl politische Streitigkeiten entstanden, bie ber Angeklagten Anlaß zu anonymen Zuschriften aaben, in benen bie Beleidigungen enthalten waren. In ber Revision wurde hervorgehoben, das; bie Verurteilung aus §187 Str.-G.-B. (verleumderische Beleibigung) zu Unrecht erfolgt sei, daß vielmehr § 186 Str.-G.-B. hätte herange;ogen werden müssen; ferner hätten nicht mehrere Handlungen, sondern nur eine Hand­lung vorgelegen. Der Vertreter der Reichsanwaltschaft hielt die Revision für unbegründet. Es seien mit Recht mehrere Hand­lungen angenommen worden und die Schuld der Angeklagten ohne Rechtsirrtum sestaestellt. Hölscher beantragte, bas Urteil bcs Land­gerichts zu bestätigen. Nach längerer Beratung wies das Reichs- gericht die N e v i s i o n kostenpflichtig als unbegründet zurück.

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Sonntag, ben 14. Okober: Meist trüb, leichte Negensälle. Temperatur nicht ver­ändert. Veränderliche Winde.

Märkte.

Gieße», 13. Oft. Marktbericht. Auf heutigem Mochenmaikte kosteten: Butter pr. Pfd. 0.901.00 Mk., Hühnereier 1 St. 8-9 Vfa., 2 Stck. 00OO Vsg., Gänseeier OOOO Vfg., Enteneier O Pfy Käse pr. Stck. 68 Pf., Kasematte 2 Stck. 5-6 Pfg., Erbten v. P'b. 18-24 W, Linsenv.Pfd.25-40 Pfg,, Tauben vr.Br.0,80-l.OOMk., Hühnerpr.St. 1.001,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. Stück 1.802,20 Mk., Gante m-. Pfd. 7075 Pfa., Ochfensteisch »r. Pfd. 8288 Pfg., Kuh- unb Rindfleisch nr. Pfund 8082 Pfg., Schweine- sleisch vr. Pfund 90100 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 104 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 8490 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 6080 Pfg. Welsche ver Pfund. Kartoffeln vr. 100 Kg. 6.007,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 4.005,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Ofevfef per Zentner 15 bis 20 Mk., in Korben 00 Pfd., Nüsse 100 Stück 30 Pfg., Birnen per Pfd. Mk. 0.000.00, per Ztr. 915 Mk., Zwetschen per Ztr. 3,003.50 Mk., Weißkraut per Stück 10 15 Pfg., per Zentner Mk. 0.000.00. Marktzeit 82 Uhr.

ke. Frankfurt a. M., 12. Oktbr. Heu- und Stroh- markt Man notierte: Heu Mk. 3.30 bis 3.40. Stroh Mk. 2.80 bis Mk. 3.00. Alles ver 50 Kilo. Geschäft: statt.

--!-----111.'J.1"ii" ........ ......

Kassel, 13. Okt. Die Strafkammer verurteilte den 18jährigen Kaufmann Lenge mann, der am 18. August seine Geliebte, eine gleichaltrige Verkäuferin, auf ihr Verlan'-'bn erschoß, zu 3 Jahren imb 3 Monaten Ge­fängnis.

Düsseldorf, 13 Okt. Eine von mehreren hundert Buchdruckereibesitzcrn Rheinlands und Westfalens geltem hier abgehaltene Versammlung beschloß, den deutschen B u ch d r u ck e r t a r i f in der vom Tarifausschuß kürzlich festgesetzten Form an zu nehm en.

München-Gladbach, 13. Okt. Der Kassierer Gerhards des freien Bangerverks-HilfsarbciterverbandZ wurde von der Strafkammer wegen Unterschlagung ü o n 15C 0 Mark Streikgeldern im Stukkateurstreik einem Fahr Gefängnis und drei Jahren Ehrver­lust 'verurteilt.

Kunst und Glück, i

Von (Nachdruck verboten.)

Ella von Haunstein.

Glück in ber Kun st" konnten früher nur solche Künstler haben, deren Werke durch hervorragenden Wert, oder durch be­sondere llm'lonbe die allgemeine Aufvwksomkeit derartig er­regten, daß sie schnell Käufen: f'mben. Zu den besonderen Um­ständen zählte stets b'"e auch jetzt noch viel vermögende Pro­tektion. Sehr erklärlich ist cs daher, daß jüngere Künstler oft schwer zu k^minen hatten, um sich A"erkennuna zu verschossen. Zur Abhilfe die>'es für die Kunfllntwicklung nachteiligen Nebel­standes, veranstallct man schon fest tangerer Zstt Kunstgusstell- unaen, um be Werke vieler Künstler im Z '''amm^uhangr zur allgemeinen Kenntnis zu bringen, und ihren Vertrieb zu vermitteln.

Zur weiteren Förderung des letzteren Zweckes bat man in neuerer Zeit iwch das Eiug'-stfen fc^r Glücksgöttin Fortuna nutz­bar gemacht, indem man Lotterien zur Verlosung der in den Kunstausstellun-'>'n voraesul^tf-, nnb anderer sich hierfür eignen­den Kunstaeoenstände veranstaltet.

Hierdurch können nun ar-5 Angehörige weitester Volkskreise Glück in der Kunst" haben, denn wenn man für wenige Mark ein schönes Gemä'de. ein plastisches Kunstwerk usw. ge­winnen kann, so ist dies nicht nur in materieller, sondern auch in ästhetischer Bestehung ein Gewinn, denn Kunstwerke ver­schönern das Heim und veredeln den Geschmack.

Hieran haben besonders alle diejenigen Interesse, denen es sonst nicht vergönnt ist, teuere Kunstwerke anzuschaffen, die aber doch durch' 'Erziehung gewöhnt, oder durch Neigung bestrebt sind, in ihrer Wohnung auch der Kunst die gebührende Stelle einzuräumen.

Am 31. Oktober findet nun im Dienstgebäude der könig­lich preußischen Generallotteried'.rekcion. zu Berlin die Z-'efiung einer solchen Lotterie statt, und zwar von der ersten deutschen Kunstausstellung in Köln am Rhein. Diese steht unter dem Protektorat des Großherwas von Hessen nnb erfreut sich auch tatkr-"ll>en Teilnahme des Königs v"n Württemberg.

Die seit b?m Mai eröffnete Köfner Kunstausstellung ist vielen Lese-n b'efer Zsttung ans eigener Anschauung bekannt. Sie hat durch ihre imposante Anlaac unb durch bie ausgestellten präch­tigen Kunstwerke großen Erfolg gehabt. Die ersten rheinlänbi- schen Meister finb in umfangreichen Sonderausstellungen ver­treten, so zum Beispiel Thoma. Burger, Leibl, v. Haug. Luao, Sattler, v Bock>maun. Janssen, Steiuh.:usen, Schrener. Boehle usw.

Aus ber Fülle bieser Kunstwerke sind nun burch eine Kom­mission von Sachverständigen die meisten der 915 Haupt- und anderen größeren Gewinnen ausgewählt und für die Lotterie angekauft. Es handelt sich also hierbei um zum Teil ganz her- öortaaenbe Werke berühmter Künstler, welche für den Kenner von hohem Wcte sind. Darum sollten anch weniger Kunst- verstand'ae diese Gelegenheit wahrnebmen, sich d"rck Kaus weniger Lose ä 2 Mark die Erwerbung derartiger Kunstwerke zu er­möglichen. Ilm so mehr, da diese Lotterie jedes Risiko ausschließt.

Es gelanaen nämlich nach der Ziehung genannter 915 Haupt- und anberen Gewinne noch 74 085 kleinere Gewinne und zwar je ein hübsches Kunstblatt zur Verlosung, aber nicht mittels Aufrufs einzelner Nummern, sondern durch eine Pauschal­ziehung, wonach entweder alle geraden oder alle un­geraden Endnummern einen Gewinn erhalten. Wer also ein Los mit gerader und ein Los mit ungerader Nummer, jedes für "2 Mark kaust, somit im ganzen 4 Mark aus- gibt, gewinnt dafür jedenfalls ein Kunstblatt, hat dabei aber die Chance, wenn Fortuna ihm hold ist, einen der kostbaren

Hamburg, 13. Okt. In ber Bürgerschaft beantragte die lozialbemokratische Gruppe bie Einsetzung eines Ausschusses, der Vorschläge zur Abänderung des Hamburger Vereiusgesetzcs machen soll, um unberechtigten Hinderungen in der Ausübung des Vercins- unb Versommlungsrechtes vorzubeugen. Die Mehrheit lehnte diesen Antrag als zu schroff in der Form ab, beschloß aber, einen Ausschuß zur Prüfung des Vereinsgesetzes einzusetzcn.

Paris, 13. Okt. Das jüdische offizielle Organ der israelitischen Kultusaemeinbe bringt folgende Mitteilung: Es zirkulieren hier Gerüchte, daß nicht nur auf den eng­lischen, sondern auch auf'den Pariser Rothschild wegen ihrer Beteiligung nir der letzten russischen Anleihe ein Attentat geplant sei. Von Seiten ber Tempel-Direk- tion wurde deshalb an ben Pariser Rotbschilb die dringende Bitte gerichtet, vorläufig dem jüdischen Gottesdienst fern zu bleiben, und man hat tatsächlich Rothschild während der letzten jüdischen Feiertage nirgends in einer Synagoge gesehen.

Madrid, 13. Okt. Zwischen bem Alkalben von Malorca unb bem Unterstaatssekretär beS Innern fanb ein Duell statt, welche? einen unblutigen Verlauf nahm. Ter Grund bc5 Zweikampfes ist noch nicht bekannt.

Rom, 13. Okt. In hiesigen politischen Kreisen wirb ein burch bie Presse gehenber Artikel kommentiert, worin eS heißt, baß vor Erneuerung beS DreibunbeS Italien ber Eventualität eines KousiikteS zwischen Deutschlanb unb Eng- lanb Rechnung tragen müsse. Wenn ein solcher Konflikt ent­stehe, wäre Italien gezwungen, sich von Deutsch- lanb zu trennen.

Wien, 13. Okt. In Bozen ist gestern ber Priester Valeisis gestorben. Es wirb behauptet, baß er ein russischer Großsürst gewesen ist unb 1875 als Sohn bcs Großfürsten Michael, bes Brubers bes bamaligen Zaren Aleranber II., geboren sei.

Bubapest, 13. Okt. Vlättermelbnngen zufolge ver­haftete bie Grenzpolizei in Borobowa ben Lyoncser Uni­versitäts-Professor be Mariane unter bem Verbacht ber Spionage. Auf baS Einschreiten ber Bubapester unb Klausenburgcr Universitäts-Professoren würbe er wieber frei- gelassen.

Telefonische

des Giessener Anzeigers, mitpi

nnd Indnsti

Frankfurter Fürs

3^®/o Heichssnleihe . . 98.05

3% do. . . 86.40

3%°/0 Konsols ...» 98.20

3% do 86 40

3%°/0 Hessen .... 97.40

3%°l Oherhessen . . ..

4°o Oesterr. Goldrente. . 99.20

4*/6 -o Oesterr. Silherrente 99.80

4% Unsar. Goldrente . . 95.00

4% Italien. Rente . . ..

3°6 Portmyiesen Serie I . 69.30

3Portue-iesen III 70.45

4 rnss.Staatsanl. 1905 86.50

4)5°/n japan. Staatsanleihe 92.95

4 % Conv. Türken von 1903 94 20

Türkenlose 144.50

4 % Griech. Monopol-Anl. 53 40

4% äussere Arg-entinier . 88 50

3°/0 Mexikaner ....

4>5% Chinesen .... 96.90

Aktien:

Bochum Guss 241.00

Buderus E. W . . . . 128.00

Tendenz : ziemlich fest.

Berliner Börse, 1

Can ad a E. B 181.20

Darmstädter Bank . . . 139.80

Deutsche Bank .... 238.80

Dortmunder-Union C. . . 81 00

Dresdner Bank .... 157.00

Tendenz schwächer.

Kursberichte

teilt von der Bank für Handel ie, Glessen.

13. Oktober, 1.15 Uhr.

Elektriz. Lahmeyer . . . 162.40 Elektriz. Sclmckert . . . 127.10 Esch weil er Bergwerk . . 243.60 Gelsenkirchen Bergwerk . 222.40 Hamburg - Amerik. Paketf. 158.50 Harpener Bergwerk. . . 211 75 Lanrahfitte 250.50 Nordd. Lloyd 125.20 Obei «chles. Eisen-Industrie 130.50 Berliner Handelsges . . 172.25 Darmstädter Bank . . . 139.90 Deutsche Bank . . . 239.40

Deutsch-Asiat. Bank . . 172.00 Diskonto-Kommandit. . . 183.00 Dresdner Bank . . . 157.00 Kreditaktien 212.30 Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn . . . 126.00

Gottbardbahn. Lombard. Eisenbahn . . 36 60 Oesterr. Staatsbahn . . . 147.25 Prince-Henri-Eisenbahu . 146.60

3. Oktober. Anfangskurse.

Harpener Bergwerk. . . 211.20 Laurahütte. Lombarden E. B. ... 36.80 Nordd. Lloyd 125.50 Türkenlose 145.10

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Hauptgewinne erhalten zu könnet:, deren Wert 15 000 Mark, 10000 Mark usw. beträgt.

Nach b?- Ablösung b?r meisten bciitirhen Staatslotteriett durch bic preußische fiat ber letzter.": Generalb'r'ktion bie. Zahl ihrer amtlichen Kollekteure erheblich vermehrt, unb diese König­lichen Lotterie-Einnehmer überuchn:?u als Mitglieder der Losc- Vertriebsgcsellschaft nun auch für bie von dieser Vereinigung emittierten. Privattotferien den Loseverkauf.

Dies ist auch der Fall nut der am 31. Oktober zur Z'ehung oelanue"ben Kölnc Ki'nstausl eisunqs-^oiterie, für welche Lose das Stück nur 2 Mark bei allen Königl. vrerlßischen Lotterie-Einnehmer:', und zur Beguemlicklleit des Publikums, auch in anderen, durch Plakate ferm firnen Verkaufsstellen zu haben sind.

Als besonderes Verdienst der Loseverfriebsgesellschast ist an- zuerkcnnen. daß bei den von ihr in Vertrieb übernommenen Lotterien die Ziehungsferm ine bis ietzt noch nie verschoben worden und, sonder:: stets laut ursprünglicher Ankündigung stattgefunben haben.

Enbe Oktober ist eine bevorzugte Zeit für Eheschließnnaen, und darum für bieie Zeit immer ein starker Beaehr nach nwafichst ansehnllchen, nickst zu teueren Gegeustänben. bie sich für H o ch - z e it sgesch en ke eigner. Für diesen Zweck kann es kaum etwas schöneres geben, als solche Kunstwerke, wie in der Kölner Ausstellungslotterie zur Verlosung gelangen.

Aber,nicht nur zu Geschenken für andere, sondern ebenso zur Schmückung _be§ eigenen Heims bieten für ein 2 Mark Los die Ansicht stehenden Gewinne der Kölner Lotterie eine Anzahl^ tatsachnch bedeutenber Kunstwerke, so baß jcbem für dasSchöne Empfänglichen der Ziehungstaa 31 tc Okto, her) ein :hm dauernden Genuß bereitender Glückstag werben kann.

Schenkt ihm Fortuna ihre Gunst, Dann sindet erGlück in der Kunst"!