Ausgabe 
13.2.1906 Zweites Blatt
 
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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Wilhelm Wolters wurde bei

Noch einmal diezweiberühmtesten Esel. Wir erhielten heute von sehr geschätzter Seite folgende Zuschrift:

In Sachen des in Nr. 35 Ihres Blattes dom 10. lfd. Mts. erwähnten philosophischen EselS ist ^Jhncn der geistliche Herr in derAugsb. Abendztg." doch über. Buridans Esel verhungerte tatsächlich nicht zwischen einem Heu- und einem Strohbündel ein solcher Ueber-Esel war er doch nicht; sondern er verhungerte

das Wohnhaus des Gulsverwalters ©cncli, während die Familie beim Abendcsien sah, eine Bombe geworfen, die einen Teil des Hauses zerstörte. Die Bewohner retteten sich durch schleunige Flucht. ES liegt ein Racheakt vor von Agitatoren, die in der dortigen Eisen* sabrik vergeblich einen Arbeiterstreik hervorpi rufen suchten.

Im Kaukasus hat sich die Lage vei schärft. Blau spricht von einer Bombardierung ber Stobt Kutais. Die Revolu- tionäre sei-en einen hartnäckigen Wiberstanb entgegen.

seiner Erstaufführung im Frankfurter Schauspielhause in den beiden ersten Akten freundlich ausgenommen, während der letzte verstimmend wirkte. Man sand, dah diesem Schwank vor allem das fehlt, was für einen Schwank unentbehrlich ist, die Lustigkeit. Die Handlung schleppt sich mühselig hin und die stark aufge- tragenen Szenen des letzten Aktes verflossen gegen allen Sinn und alle Wahrscheinlichkeit. Gespielt wurde gut, besonders von Fräulein Irmen.

Die Verhandlungen für die durch das Deutsche Reich ins Werk zu setzende wissenschaftliche Expedition nachDeutsch-, O st a s r i k a, die unter der Führung Prof. R o b. Kochs stehen wird, sind jetzt zum,Abschluß gelangt. Die im Etat ausgeworfene Summe für die Kosten ist daraus berechnet, daß die Expedition anderthalb Jahre dauern wird. Koch, den aus dieser Reise seine Gemahlin begleiten lvird, wird am 16. April mit dem Dflafrito* dampserBürgermeister"" von Neapel die Ausreise antreten.

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'lch« Unwersilätsdruckeret. R. Lange, Gieße«.

Redaktion, Expedition u.Druckerei: Scbulstr T. Tel. Nr. 5L Te1egr.-2ldr.; Anzeiger Hceperr.

Die 2?aziÜ!ierunq Rußlands.

Aus den russischen Ostseeprovinzen kommen haarsträubende Schilderungen des Vorgehens der russischen Militärmacht. Gegen die Esthen und Letten wird kürzester Prozeß gemacht, man schießt tot und prügelt tot soviel man erreichen kann. Ohne Gerichtsverfahren, ohne Verhör werden die Zusammen- getriebenen einfach ausgestellt und niedergeschossen. Und die, die solches Los trifft, sind noch glücklich zu preisen. Denn unter den Schergen der Regierung befinden sich Beiticn, die sich ein Vergnügen daraus machen, die eingefangenenRevo­lutionäre" zu Tode zu quälen und zwar schön langsam. Es werden Greuelszenen berichtet, die sich auch nicht annähernd wiedergeben lassen und die von einer Bestialität zeugen, wie man sie nicht für möglich halten sollte. Gewiß haben die Aufständischen auch nicht gerade besonders zivilisiert sich be­nommen, aber von den ihnen zur Last gelegten Verbrechen haben sich nur wenige erweisen lasten. Die deutschen Balten hatten bei Beginn der Erhebung einfach den Kopf verloren, wie jetzt zugegeben wird, und flüchteten, auch wo ihnen keine Gefahr drohte. Die Zurückgebliebenen sehen mit Grausen, wie die »Pazifizierung"' vor sich geht, sie haben sich bereits an die Regierung mit der Bitte gewandt, den Scheußlichkeiten ein Ende zu machen, jedoch vergeblich. Graf Witte und Herr Durnowo wollen den braven Soldaten ihr Pläsier nicht nehmen.

Aber auch anderwärts wird in der gleichen Weise vor- gegangen. So wird aus Warschau berichtet, daß in der Weichsel 16 gräßlich verstümmelte Leichen gefunden wurden. Es handelt sich allein Anschein nach um Personen, die eingekerkert waren, und die man zu Tode folterte und hernach verschwinden ließ. Welches Unmaß von Furcht­barstem und Entsetzlichstem mögen die russischen Gefängnisse bergen! Da wundert man sich freilich nicht, wenn sich an Stelle der Hingeschlachteten immer wieder neue Fanatiker finden, wundert sieh nicht, wenn die Bomben fliegen, und wenn der anarchistische Schrecken weiter das Land durchtobt. Die Greuel- taten, die entmenschte Bestien verüben, werden ihre Rächer finden, darauf kann man sich verlassen!

In Petersburg ist unter dem Vorsitz des Grasen Solski eine Kommission zusamniengetreten zur Abschätzung des Schadens der durch die revolutionären Aufstände entstanden ist. Der deutsche Adel in den baltischen Provinzen fordert 11 Millionen Rubel Entschädiquna. Aus dem übrigen Rußland wurden bis jetzt Ansprüche in Höhe von 40Millionen Rubel geltend gemacht.

Auf dem Landgute Rzueow im voln. Kreise Konsk wurde in

Gießen, den 13. Februar 1906.

Betr.: Die Aufnahmeprüfung am Seminar für Volks- schullehrermnen zu Ostern 1906.

Tie Grossti. Krcisfstulkommiffion Gießen

an die Schulvorstände des Kreises.

Die nachstehend abgedruckte Bekanntmachung bringen wir mit dem Ersuchen zu Ihrer Kenntnis, etwaige Aspirantinnen darauf aufmerksam zu machen.

I. 23.: Tr. Wagner.

ÄencrafversllmmL'ung des Bundes der Landwirte.

R. Berlin, 12. Februar.

In dem gewaltigen Raum des Cirkus Busch ertönten heute die dröhnenden Bravorufe der Landwirte. So ein dankbares, zur Begeisterung gestimmtes Auditorium wie bei Gelege.nheit der alljährlichen Generalversammlung des Bundes der Landwirte existiert kaum irgendwo anders. Schon die Ankündigung eines Redners löst stürmischen Beifall aus; wenn er aber zu Ende gesprochen hat, erbraust der Applaus mit der elementaren Wucht eines Orkans. Der bemerkens^ werteste Unterschied zwischen der diesmaligen Generalversamm­lung des Bundes und Versammkungen aus anderen Jahren war, daß die Minister gegenAngriffe und Schmähungen^, die sie wegen ihres Eintretens für die Landwirtschaft erdulden, lebhaft in Schutz genommen ivurden. Die Herren der Regierung sind bekanntlich grade im Zirkus Busch sonst mit urwüchsiger Kraft angesaßt worden, trotz aller Zugeständnisse des Zolltarifs an die Landwirtschaft. Daß diese Zugeständ» niffe kümmerlich seien, hörte man diesmal nicht behaupten. Am meisten Dank von der Versammlung eingetragen hat dem Fürsten Bülow und Herrn v. PodbielSki die Festigkeit gegen dasFleischnotgeschrei". Nur in einem Punkt machh die einstimmig angenommene Resolution der Negierung' Opposition: in Bezug auf die ReichserbschaftSsteuert Diese Gegnerschaft verursacht der Negierung keinen Schmerz,! denn die Negierung selbst ist mit Widerstreben an die Erb­schaftssteuer herangegangen.

Die Versammlung wurde von Dr. R ö s i ck e mit einer An­sprache eröffnet, in der er betonte, daß eine starke Organisation der Landwirtschast sich als immer notwendiger erweise. Der Redner dankte dem Reichskanzler und dem Landwirtschaftsminister, daß sie trotz der vielen Angriffe, die gegen sie besonders in der Fleischnot- siage gerichtet wurden, für die Landwirtschaft eingetreten seien. Der Kampf zwischen Erhaltung und Zerstörung würde schließlich ausgetragen werden zwischen der Sozialdemokratie und dem Bund der Landwirte. Der Redner schloß mit einem Hoch aus den Kaiser und die deutschen Fürsten.

_ Sobann begrüßte Frhr. v. W a n q e n h e i m dankbar, daß die 2 t e l l u n g b er Landwirtschaft z n den Regier un gs - stell en im letzten Jahre besser geworden sei. Es sei zu hoffen, daß auch die irregeleitete Arbeiterschaft sich davon überzeugen werde, daß nur eine wirtschaftlich starke Landwirtschaft ihr dauernde und lohnende Arbeit geben könne. Anzuerkennen sei der 9)hit der freien Städte, die sich ein Wahlrecht geschaffen hätten, das sie gegen die Umstilrzbewegung schützt.

Grüße der österreichischen Landwirtschaft überbrachte Ritter von Hohen blum, der zum Kanrpfe gegen dieGoldene und Rote Internationale" ausforderte.

Hierauf wurde die Erhöhung des Jahresbeitrages der Mitglieder von 2 auf 3 Mark beschlossen, wonachTr.a hn den G e s ch ä f t s b e r i ch t erstattete. Die Mitgliederzahl beträgt 272 000, von denen 4 5 Prozent Ostelbier sind.

Ueber die Fleischnot referierte dann Herr aus dem Winkel, welcher meinte, daß die Schuld an d e r F l e i s ch t e u e r u n g an den vielen überflüssigen Abgaben liege, die an bie Schlachthäuser und Kommissionsbanken zu zahlen seien.

Nachdem dann v. Oldeiibiirg über die Handels­beziehungen zu Nichtvertragsstaaten gesprochen und betont hotte, daß bei den Abschlüssen von Verträgen fein zollbreit zum Schaden der Landwirtschaft nachgegeben werden dürfe, besprach Dr. Oertel bie Reichs st en ervorlagen. Dr. O. sprach sich für die Steuer auf Bier und T a b a k ans und empfahl

der ^abak ein fleuerfähiges Objekt sei, ba5 noch eine weitere Belastung erfahren könne, da diese in Deutschland gegenüber anderen Staaten eine nur geringe sei. Die Tabaksteuer sei eine Konsumsteuer, die endgiltig von dem Raucher ge- tr agen werde. Von dem Standpunkt der Arbeiter könne man gegen die Steuer nichts eintvenden, ebensowenig vom Standpunkt der Fabrikanten. Auch aus nationaler Erwäg­ung sei es der Regierung nicht möglich gewesen, geaeu die Steuer anzukämpfen. Sie habe die Vorlage nach bestem Willen zu verbessern gesucht. Die Tatsache sei richtig, daß das Verhältnis zwischen den inländischen Steuern und de n Z allen nichtrichtig bemessen fei; er habe sich bemüht, diese Frage vor eine Neuregelung zu bringen, doch sei er damit nicht durchgedrnngen. Seit der Einführung der neuen Steuer im Jahre 1879 sei ein Rückgang in der Tabakindustrie nicht zu konstatieren; viel­mehr nahm der Verbrauch sowie die Zahl der Fabriken und der Arbeiter mit der Einführung der Steuer von 1879 ftetig zu. Tie jetzige, gegen 1879 unbedeutende Steuer­erhöhung werde unmöglich die gefürchtete ungeheure Vcr- Nnrrung anrichten.________________

zwischen zwei Bündeln Heu. (So sagt allerdings auch Brockhaus' Kvnv.-Lexikon. Wir erinnern uns jedoch bestimmt, in irgend einer bedeutenden Geschichte der Philosophie von Stroh und Heu gelesen zu haben. ,D. Red.f Letztere beiden sind übrigens nebst dem inzwischen noch weiter ausgedörrten Skelett des be­dauernswerten Geschöpfes auch heutzutage noch in einem Glas-^ kästen ausgestellt und fiir jedermann zu sehen event. zu be-, nutzen! auf der Eselsbrücke, Pons asinorum, (en der SchriftSuper sammalas. D. Red.), bie gleichfalls ihre Existenz Buridan verdanken soll. Letzterer wäre also nicht nur für feine eigene Zeit ein großer Lehrer und Philosoph gewesen, sondern durch Errichtung eben dieser Brücke für aste Zeiten und Gene-, rationen ein liebevoller Freund und Helfer minderbeanlagterH junger Leute( sog. Asini) geworden! Zu diesen zweibeinige^ Grautieren gehörte nun übrigens auch der von Ihnen erwähnte/ zwischen Heu und Stroh stehende Esel. Das war nämlich von längeren Jahren ein Rekrut aus M. im Vogelsberg, einem, Dörfchen, welches noch heute den NamenE s e l s u n i v e r s i t ä t""> führt, icobci es strittig gelassen wird, ob iuegen der vielen vier­beinigen Esel, die in alten Zeiten von den sieben dort ansässigen Müllern gehalten sein sollen, oder ob wegen der Geistesverfassung seiner Einwohnerschaft. Böse Zungen behaupten das letztere, haben aber doch wohl Unrecht. Besagter Rekrut konnte nun absolut nicht dasrechts"" undIint5" von einander un«er- scheiden. So band man ihm denn an bie eine Hand ein Heu­bündel, an die andere ein Strohbünbel, und der Unteroffizier- kommandierte alsdann luftig drauf los:Heu-rum!, Stroh­rum!"" usw. Und siehe da, es ging! Als richtiger asinus soll er sich freilich anfangs öfter nach der Heuseite als nach der Strohseite umgewendet haben.

glühende Art dem Komponisten die Gelegenheit zur Ent­faltung all des orchestralen Raffinements bietet, das von seinem Namen unzertrennlich geworden ist. Auch diesmal eine fast betäubende Anhäufung von Effekten der verschie­densten Art, ohne Scheu vor bitterbösen Kakophonicen, und dazwischen wieder Stellen von berückendem melodischem Reiz: Don Juans Licbesleben wird uns, man möchte sagen, in seiner Nacktheit vor die Sinne geführt, und das Ende ist nicht eigentlich die Strafe, wie bei Mozart, sondern die physische und moralische Zerrüttung. Einmaliges Hören kann natürlich die Geheimnisse dieser Komposition nur zum geringen Teil entschleiern helfen. Wir raten dringend, auch die Hauptprobe zu besuchen, auf die Gefahr hin die übrigens musikalische Leute gern in den Kauf nehmen, daß man manche Wiederholungen zu gewärtigen hat: denn Don Juan" ist noch schwerer wiederzugeben alsTod und Verklärung"", und unserem Dirigenten steht nur eine Probe zur Verfügung, um unser hiesiges Orchester mit den in diesem Falle schlechthin unentbehrlichen auswär­tigen Kräften, darunter Künstler ersten Ranges, wie Wasser­mann und Jäger, zu einem Klangkörper zu vereinigen. Tie Besucher des Konzertes, die mit neuerer Musik einiger­maßen vertraut sind, werden übrigens vermutlich noch eine interessante Wahrnehmung an sich selber machen. Sie wer­den bemerken ,daß ihnen diePrälud ien" von Liszt, die noch vor einem Menschenalter von großen Orchestern als unspielbar für die Musiker und unerträglich für die Hörer zurückgelegt wurden, jetzt schon ganz leicht fast zu leicht"" erscheinen, und Wagners Meistersinger­vorspiel ist inzwischen klassisch geworden, Nicht un­erwähnt bleibe endlich, daß die Begleitung der von Frl. Katie von Ron cd an cz vorzutragenden Lieder von Wagner und Saint Säens durch das Orchester (nicht Klavier) besonders reizvoll ist.

Kronbauer-Quartett.

_ _ Gießen!, 13. Febr.

"abgehaltene Wohltätigkeits-Kon- ? ct t schloß mit einem vollen Erfolg für den geschätzten Verein ab. Nicht nur, daß das ausverkaufte Haus ermöglichen wird, dem schonen Zweck wieder einen größeren Bettag zuzuwenden. Tas Quartett selbst Farm mit Genugtuung auf diesen Abend zurück- die Vorzüge, die den Verein stets auszeichnen, schönesStimmatenal, reine Intonation und präzise Einsätze traten lieber in erfreulicher Weise hervor. .Ganz vorzüglich schlossen sich den Quartettgenossen die beiden Gäste an. Frl. Steuer aus ^rier ist im Besitz eines umfangreichen Soprans mit blen­dender Höhe, rmt dem sie wohl zu schalten und zu walten weiß; und trotzdem sie Opernsängerin ist, bewies sie durch den Vorttag der Lieder deutlich, daß sie auch im Korizertsaal wohl Bescheid JW. Ihr Partner Herr von Her g et ist ein hochgebildeter Maim und Musiker, sein biegsamer Baryton, der namentlich der Hohe von besonderem Reiz ist, befähigt den Künstler, neben Schubert und Schumann sich auch an die Ho ch m o d e rn - }cn ju wagen. Universitäts-Musikdirektor Traut mann, der >dem Q-uartett erst seit ganz kurzer Zeit vorsteht, hat denselben chereus als moderner, großzügiger Kapellmeister seinen Stempel mufgedruckt und es steht außer Frage, daß sich diese günstige Be- inffuffung mehr und mehr geltend machen nrirb. Aber auch als ieiminniger Begleiter trat uns Herr Trautmann wieder ent­gegen und seine beiden Lieder-Kompositionen nahmen, m dem sorgfältigft zusammen gestellten Programm, in dem die westen Namen ti er treten waren, eine ebenbürtige Stelle ein. Reicher, wohlverdienter Beifall wurde allen Darbietungen zu teil.

r.

Konzertverein.

Kr. Gießen, 13. Febr.

Der große Erfolg, den das im vorigen Winter veran- flialtete Konzert mit modernem Programm bedeutete, hat den Vorstand des Konzertvereins veranlaßt, auch in dieser Saison die pekuniären Opfer nicht zu scheuen, sondern dem Publikum von neuem die Möglichkeit zu bieten, mit der nn ob ent eit Musik Fühlung zu gewinnen oder zu behalten. Wieder steht eines der vielberufenen Orchesterwerke von Richard Strauß im Mittelpunkt der Tarbietungen. Aiach dem, was wir früher überTod und Verklärung"" glffagt haben, genügt es, darauf hinzuweisen, daßTon Au an"" einen weiteren Schritt des Meisters auf dem schwierigen Boden der Programmusik bedeutet. Auch dies- ntial handelt es sich um die musikalische Ausdeutung einer Lichtung, pes. Juan"" von. Lenau, deren sinnlich

Man schreibt uns aus Frankfurt, 11. Febr. Der SchwankSein Alibi"" von

Bekanntmachung.

Betr.: Wie oben.

Nach Verfügung Großh. Ministeriums be5 Innern, Ab­teilung für Schulangelegenheiten, wird bie diesjährige münd­lich Entlaffurrgsprüfung vom 26.-29. März nach Maß­gabe der Verordnungen vom 10. Januar 1876 und vom 29. November 1897 abgehalten werden. Die schriftliche Prüfung beginnt am 19. Februar, die Aufnahmeprüfung am 4. April.

Diejenigen, welche sich einer dieser Prüfungen unterziehen wollen, haben ihre Gesuche um Zulassung nebst den vor­geschriebenen Zeugniffen und Probearbeiten, mit den erfor­derlichen Stempelmarken im Betrage von 1,50 Mk., recht­zeitig an uns einzusenden und, falls ihnen keinen gegenteilige Nachricht zugegangen ist, sich an den Prüfungstagen nm 8 Uhr vormittags im Seminargebäude, Hermannstraße 47, tinzusinden.

Darmstadt, den 18. Januar 1906.

Großh. Direktion des Seminars für Volksschullehrerinnen.

___________________(aez.) Dr. Jacobi.________________

Französisches.

Paris, 12. Febr. Mit der Ernennung des Barons bc Courcelles zum außerordentlichen Botschafter beim Begräbnis dcS Königs Christian verbindet die Regierung eine Nebenabsicht. CourcelleS ist Kaiser Wilhelm von seiner Berliner Botschafterzeit her bekannt und man verspricht sich von der Audienz, die er beim Kaiser haben wird, eine gute Wirkung auf die Entspannung der deutsch-französischen Beziehlmgen.

Den heutigen Abendblättern zufolge sollen gegen mehrere Beamte deS französischen Kongo Maßregeln verfugt werden. Sie werden beschuldigt, ihre Amtsbefugnisse überschrilten und das System der sog. Geisellager den Mit­gliedern der Kongo-Mission verheimlicht zu haben. Von der Kammer wird ein Kredit von 75 Mill. Francs gefordert zur wirtschaftlichen Untersuchung deS Kongostaates.

Die Kammer nahm heute den Handelsvertrag mit Rußland an.

In der heute unter dem Vorsitz des früheren MinilterS Lebon stattgehabten Monatsversammlung des Ver­bandes ber französischen Industriellen itnb Kaufleute hielt der Generalsekretär des französischen Reeder­vereins einen Vortrag, in welchem er eingehend die Ent­wicklung der deutschen Handelsmari e und die großen Dienste schilderte, die sie dem Handel und der Industrie Deutschlands geleistet hat.

Der badische Fiuanzminister über die Tabaksteuer.

Karlsruhe, 12. Febr.

Fin an Minister Becter führte in der heutigen Abend- fitzung der zweiten Kammer bezüglich der Tabaksteuer-Er- höhnng aus, die Regierung habe anerkennen müssen, daß

Nr. 37 Zweites Blatt 156. Jahrgang Dienstag 13. Februar 1906

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