j
4
Handel
Frnjikiiirter Hör
Wl
die Sitzung der
114.50
98.50
87.30
. . 147.00
Türkenlose .
PI
Az
Kapelle i
jiv r*.
J. 1
^arfre
bir aftfi
21 Stirn.
40 -60 Mk., Einlegschweine
. 249.00
. ? 29.50
100.40
101.10
97.70
24 10 147.70 143.50
Lombarden E. B.
Nordd. Lloyd .
12. April. Anfangskurse. Harpener Bergwerk . . Laurahütte . ,
. 147.20
54.50
. 219.40 . 249.75 . 2400 . 136.50
G Anfa
Wit 3% W/t
Börse,
. 174.10
. 145.20
69.60
70.85
91.75
95 50
93.30
Reichsanleihe do.
Konsols . . do. . .
Hessen . . . Oberhessen
Casale und Messina eingetroffen, auch die Feuerwehr aus mehreren Städten wird erwartet.
Professor Matcucci Witt bis züm äußersten in dem Observatorium auf dem Vesuv, wohin Lebensmittel geschafft
M * ■
Türkenlose
4% Griech. Monopol-AnL
4% äussere Argentinier 3°/n Mexikaner . .
4^°/0 Chinesen . . .
worden sind, ausharren.
Ter König äußerte seinen Unwillen über die ämmerlichen Maßregeln der StadtbcHörden.
See Redaktion.
(Anonyme Anfragen bleiben nnberüikuchtigt).
Stammtisch Geffert, Kaplaneigasfc. Tie Bestimmung, welche Tage gesetzliche Feiertage sind, ist der landesgesetzlichen 9iegel'.mg Vorbehalten; bezüglich des Karfreitags sind die Bestimmungen verschieden. In Hessen ist der Karfreitag ein gesetzlicher Feiertag. _______________________________________ _______
Nack rechten.
Israelitische NcLigionsgemeittde.
@oltr5b<#nf in der Stmogogr (Südanlage).
Samstag, ben 14. Avril 1906:
Vorabend 7 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Nachmittags Uhr. Sabbathausgang 8.05 Uhr.
Aktion:
Bochum Guss . . . .
Buderus E. W . . .
Tendenz: fest.
Berliner
Canada E. B
Darmstädter Bank . .
Deutsche Bank . . .
Dortmunder Union C. .
12. April, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schlickert . . . Esohweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte Nordd. Lloyd . . . . . Obei schlcs. Eisen-Industrie Berliner Handelsges . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . .
Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kommaudit. . . Dresdner Bank . . . Kreditaktieu Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn . . .
Gotthard bahn Lombard Eisenbahn . . Ocsterr. Staatsbahn . . . Prince-Henri-Eisenbahn .
p* Zu dem Bericht über
Israelitische Neligionsgesellfchaft.
e-'>oite.idiena.
Sabbathfeier am 1 4. A v r i l 1906:
Vorabend 6.45, vormittags 8.00, nachmittags 4.00, Sabbath ansgang 8.05.
Montag den 16. und Dienstag den 17. April 1906: Paffahfcst-Endc.
7. Tag: Vorabend 7.00, vormittags 8.00 Predigt, nachmittags 4.0g, 8. Tag: Vorabend 8.10, voiinittags 8.00, nachmittags 4.00, Festesansaang 8.15.
Wochenaotlesdienst: morgens 6.30, abends 6.30.
4% i
4% ■
4% ;
3 ?6 :
3% :
100.30
88.70
100.30
88 70
99.90
Stadtverordneten-Versammlung vom
60—80 Mk. Cs wurde viel gelaust.
Ic. F rankfurt a. 2JL, 12. April. (Telegr. Ocig.-Bericht des
sehr boeb. Tas Paar Ferkel kostete
6. April
„Gien. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Vieh markt- preise. Zum Verkaufe standen: 66 Ochsen, 17 aus Oesterreich 2 Bullen, 0 aus Oesterreich, 65 Kühe, Fersen, Stiere und Ninder, 0 aus Oekter., 1540 Halber, 78 Schafe und Hammel, 2 Ziegen, 151 Ziegenlämmer, 91 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 78—80 Mk., 2. Qualität 68—70 Mk., 3. Qualität 58—65 Mk.: Bullen 1. Qual. 65—67, 2. Qual. 00—00: Rübe 1. Qualität 69-71 Mk., 2. Qual. 65—66 Mk., 3. Quak. 46—47 Mk., 4. Qual. 44—45 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 89-93 Psg., Lebendgewicht 54—57 Pfg., 2. Qualität 85—90 Pfg., Lebendgewicht 50-53 Pfg- Schlachtgew. 64—66 Pfg.; Schafe: 1. Qual. 78—80 Psg., 2 Qual. 70—72 Psg. Geschäft: bei Hornvieh gut, Ueberstand ’mbe= deutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand. — Aus Ha» '"er kamen 587 Kälber.
Limburg n. d. L., 11. April. Frachtmarkt. Durchschnittspreise pro Malter. Noter Weizen 15.50 Mk., weis;er Weizen 00.00 Mk., Korn Mk. 00.00, Gerste 00.00 Mk., Haier 8.50 Ml Crbfen 0.00 Mk.. Kartoffeln 0.00 W.
21 ns Stadt und Land.
Gießen, 12. April 1906.
** Dic Fab c l von einer Gießener „Th eater- zensur^L Tie „Franks. Ztg." und die „Kleine Presse" bringen eine gleichlautende Korrespondenz aus Gießen, in der es u. a. heißt:
Man fdj-eint in Gießen den Versuch machen zu Nullen, eine Theater-Zensur einzufül/ren. Die Direktion Stemgötter wollte am Sonntag zw"i Vorstellungen geben, Nachmittags „Dre H e i m a t" und Abends „N osen-Monta g". Das Großh. Kreisamt verbot wegen des Palm-Sonntags jede Theatervorstellung für diesen Tag. Auf Besckpverde beim Mmuteruum hob dieses jedoch das Verbot wieder auf. Nun aber verbot das Kreisamt die Ausführung von „Rosen-Montag", wie man erfährt, aus sittlichen Bedenken, oder weil der Inhalt des Stückes der Stimmung des Palm-Sonnf gs nicht entspreche. Die für Nachmittags angescbte „Heimat" fiel aus und wurde am Abend gegeben.
Nach 'Erkundigung an zuständiger Stette können wir mitteilen, daß die in diesem Artikel behaupteten Tat- achen aus der Luft gegriffen sind. Ein Verbot ist überhaupt nicht erfolgt, infolgedessen auch keine Beschwerde beim Ministerium, ebensowenig ist die Aufführung von „Rosenmontag" verboten worden. Direktor Steingoetter hat vielmehr bei einem persönlich ihm nahe- tehenden Theaterfreunde sich Rats geholt wegen einer für den Palmsonntag, der bekanntlich hessischer Buß- und B e t t a g ist, geplanten Aufführung von Hartlebens „Rosenmontag", und man hat der — ganz privaten — M e i n u n g Ausdruck gegeben, daß eine Aufführung dieser Dichtung am Bußtage hier oder da mißlich ausgenommen und ihm persönlich vielleicht von kirchlich gesinnten Leuten verdacht werden tonnte. Daher hat sich Dir. Steingoetter — ohne jedes behördliches Eingreifen — ent- chlossen, statt des „Rosenmontags" und der „Heimat" nur die letztere am Bußtage zur Aufführung zu bringen.
*• Zur Jubelfeier derLandeS Universität. Die Stad tv er ord n et en - Versa m m lu n g von Darmstadt hat zur 300 jährigen Jubelfeier der Landes-Universität in erfreulicher und dankenswerter Opferwitligkeit eine städtische Ehrengabe von Mk. 10 000 zum Stipendienfonds der Universität beschlossen.
•* Militärdien st Nachrichten. Stephan ,Hauptm. und Komp.-Chef im Inf -Ngt. Kaiser Wil Helu» (2. Gr. Hess.) Nr. 116, ein Patent seines Dienstgrades verliehen; die Lts. v. Pentz, v. Boeltzig (fiunö) in demselben Rgt. zu Oberlts., Unteroffizier Goßler zum Lt. befördert.
einig^Ji
«Esc ringst/ ' daß tctnu Wege j
0g«
Ält bier
i’ r: .
4J4°/0 russ.Staatsanl. 1905 4^°n japan. Staatsanleihe 4 % ‘Conv. Türken von 1903
Öesterr. Goldrente. .
Ocsterr. Silberreute Ungar. Goldrente . . Italien. Rente . . . Portugiesen Serie I . Portugiesen III
144.50 132.90
263.50 228 80
165.70 21950
249.25 136.40 130 35 172 00
145.25 24^ 80
186.50 189.50
162.40 216.30
erhalten wir von Bürgermeister Leun - Großen-Lmden folgende Zuschrift: Die Berichterstattung über die Gießener Stadtverordneten-Sitzuug in Nr. 84 des „Gieß. Anz." muß, soweit mein Name in Betracht kommt, ungenau sein. Ich kann nicht glauben, daß Oberbürgermeister Mecum die Tatsache bestreitet, sich emoerstanden erklärt zu haben, Kaufver- träge mit Klein-Lindener Eigentümern zu 18 Proz. über der Texatiou der Lokalkommission abzuschließen. Selbstverständlich wäre nach Errichtung der^Kaufverttäge die Zustimmung der Stadtverordneteu-Versammlung erforderlich gewesen.
-- Lich, 11. April. Dem Lehrer von der Präparandenanstalt, I. Alt, wurde die Stelle eines Hanptlehrers an der Volksschule zu Alsfeld übertragen. Alt war in Kriegervereinssackrcn sehr tätig und hat sich um den Hassiabezirk Lick), dessen Vorsitzender er ist, sehr verdient gemacht, sodaß man ihn sehr ungern scheiden sieht.
0 Rockenberg, 11. April. Die Raubmörderin Lotz von Offenbach, die vor Jahresfrist das Töchterchen einer Witwe ermordete und beraubte, verbüßt hier ihre lebenslängliche Zucht Hausstrafe. Sie ist geistig vollständig heruntergekommen und erschüttert. Gutem Vernehmen nach steht ihre Verbringung in eine Nervenheilanstalt oder Irrenanstalt nahe bevor.
hb. Butzbach, 12. April. Gestern abend fand im Lokal der Restauration C. Steinhäuser eine zweite Versammlung der Mitglieder der Sparkasse statt, diesmal jedoch ohne die geschäftsführenden Vorstandsmitglieder. Nach den schon in der ersten Versammlung von deut Darmstädter Revisor gebrachten Ausführungen kann den Vorstand keinerlei Schuld au den großen Hcinzerlingsch en Unterschlagungen treffen und es tvurde denn atlch beschlossen, nach dieser Richtung hin nicht weiter vorzugeheu. In erster Linie mußten die Satzungen, durch die dem Rechner eine unumschränkte Verfügung über alle Bareingänge ein- geräumt waren, die Hauptsch'uld an der Möglichkeit von so großen Veruntreuungen tragen. lieber zweckentsprechende Aenderung der Satzungen imtrbe nunmehr Beschluß gefaßt. Zu der heute abend auberamnten autzerordentlichen Generalversammlung sind als geschästsführende Vorstandsmitglieder vorgeschlagen: die Herren Will). Hadeuuanu und Carl Bikonie als Rechner, A. Weickhardt als Kontrolleur und I. Metzger als Präsident. Hinsichtlich des Weiterbetriebs von dem Heinzerlingschen Bergwerk bei Kranzberg soll zunächst eine Autorität über die Aussichten des Betriebs gehört werden.
R. B. Darmstadt, 11. April. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten ist beschlossen worden, für das neue Etatsjahr ab 1. April eine Erhöhung der Kommun al st euer eintreten zu lassen. Da die Beratung des Voranschlages noch nicht erfolgen konnte, so beantragte der Finanzausschuß und die Bürgermeisterei, ouf Grund der vorläufigen Etatsaufstellung, die mit einem Defizit von 75 000 Mark abschlteßt, den bisherigen Zuschlag »von 88,2 Psg. zu je einer Mark Staatssteuer auf 91,2 Pfg., also um 30 Pfg. für je 100 Mark zu erhöhen. Die Annahme dieses Beschlusses, der noch der Bestätigung des Großh. Ministeriums bedarf, erfolgte mit allen gegen 10 Stimmen und mußte schon jetzt geschehen, um die regelmäßige Steuererhebung zu ermöglichen. __
Handel und verkehr, Volkswirtschaft.
Berlin, 11. April. Dem Vernehmen nach wurden die zur Subskription aufgelegten 260 Millionen 3'/-' pro?,. Reichsanleihe etwa zweimal überzeichnet. Das Ergebnis der Zeichnung auf Preußische Konsols ist vor morgen nicht feststellbar.
X 8F r i e d b e r a , 11. April. Aus dem heutigen ö chwei n c* mar ft waren die Preise für Ferkel und Einlegsehweine wieder
TelefomscBw B&ws'sbericMe des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank filr und Industrie, Giessen.
bestimmte Persönlichkeiten bisher noch nicht in Aussicht ge- nommen.
3>er Kusöruck des Vejuv gewinnt jetzt auch auf das Leben in Neapel selbst einen immer stärkeren Einfluß. Zahlreiche Läden sind geschlossen. Prozessionen laut betender Flüchtlinge durchziehen nut Kerzen, Fackeln, Kreuzen und .Heiligenbildern die Stadt. Am Mittwoch wurden die Bewohner der Stadtteile Vasto und Äreuaeeia durch einen heftigen Aschenregen auf- geschreckt und flohen. Ebenso herrscht in dem Stadtteile Mercato große Erregung, weil ein Gerücht behauptete, der Turm der Kirche M ar ia del Carmine werde ein stürz en. Die Gefangenen erbrachen die Pforte des Gefängnisses, aber das Militär verhinderte ihre Flucht. Eine Tabakfabrik wurde geräumt, weil mau ihren Einsturz befürchtete.
Die alarmierenden Gerüchte über den Einsturz der Fabrik sind unrichtig. Es hat sich vielmehr nur um eine, Erregung unter den Fabrikarbeitern gehandelt, die die Einstellung der Arbeit verlangten. An verschiedenen Stetten der Stadt sind vorsichtshalber Trustpenabteilungen auf- gestettt. Der Himmel ist dunkel bezogen, vom Vesuv ist nichts zu sehen.
Es ist in den Straßen Neapels geradezu unmöglich, ;su gehen. Die Asche dringt in die Augen und Atmungsorgane. Auf Schritt und Tritt liegen meterhohe Aschenhaufen. Man hört keinen Laut, jedermann befürchtet eine neue furchtbare Katastrophe. Je weiter der Tag vorrückte, desto größer wurde die Verzweiflung in Mapel. Es herrscht allgemeine Kopflosigkeit und Konfltsion .Dazu kommen die fortwährenden Lapitti-Regen und das gelbe grausige Licht. Der ganze Golf ist hinter einem schmutzigen Dunstvorhang verborgen, von Zeit zu Zeit hört man vom Vesuv her rollendes Donnern und Bvülleu. Neapel macht einen Eindruck, als ob es vor dem Untergauge stünde. Die (Situation wird immer beängstigender und grausiger. Die wahnsinnige Panik wächst. Tie Bevölkerung holte die Statue "des heiligen Januarius gewaltsam aus dem Dame und trug sie klagend und flehend durch die Straßen. Alles Volk liegt auf den Knien.
In Neapel sind heute alle Theater, Schulen und Gerichtshöfe geschlossen und den Flüchtlingen angewiesen worden, die noch immer zu Tausenden nach Neapel strömen. Allein in Castellamare weilen 25 000.
Die Eisenbahn Salerno-Neapel ist infolge des Aschenregens unterbrochen. Tie Zahl der aus den Trümmern hervorgezogenen Leichen beträgt in San Giuseppe 110, in Ottajano 5 0. Tie Arbeiten zur Bergung der Leichen werden fortgesetzt.
In San Giuseppe erreicht die Asche die zweiten rmd dritten Etagen der' .Häuser, sodaß eine große Anzahl der Opfer einen langsamen qualvollen Erstickungstod starb. In Ottajano liegen noch sterbende oder verwundete Personen unter den Trümmern. In vielen Fällen erscheint es überhaupt unmöglich, die Verschütteten zu retten, obwohl heldenmütige Taten ausgeführt wurden. Viele beherzte Männer drangen wiederholt in die Häuser ein, welche im Begriffe waren, einzustürzen. In mehreren Fällen kamen die Retter selbst ums Leben. Diese mutigen Taten wurden nicht für Angehörige, sondern für vollständig fremde Personen ausgeführt. Trotz aller Anstrengungen war es unmöglich, viele aus ihrer schrecklichen Lage zu befreien. Tas (Städtchen Ottajano, welches 13 000 Einwohner zählte, ist, wie Pompeji seinerzeit, unter einer vier Meter hohen Aschenschicht ganz verschwunden. Tragische Szenen spielten sich bei der Flucht vor der Lava ab. Eine Frau ward gezwungen, ihren gelähmten Gatten im glühenden E lem en t zurückzu lassen. Ein junges Mädchen trug ihren 60jährigeu Vater auf dem Rücket: fort. In der Unglücksnacht lag alles im tiefen Schlaf und niemand ahnte etwas von der Gefahr, als plötzlich ein furchtbares Donnern aus dem Erdinnern erdröhnte. Erschütternde Szenen spielten sich bei der Erkennung der Leichen ab. Eltern, welche ihre Kinder im allgemeinen Durcheinander verloren hatten, fanden ihre Leichen in behördlicher Verwahrung. Frauen, welche in der Panik von ihren Männern getrennt worden waren, fandet die Leichen iihrer Gatten hier liegen. In Jnstanze Llosta fuhr eine Anzahl von Flüchtlingen in mehreren Wagen. Plötzlich siel e in derartiger Aschenregen nieder, daß keiner den anderen sehen konnte. Die Pferde gingen durch und die Kinder sprangen aus den Wagen und liefen ängstlich nach allen Richtungen. Seitdem hat man nichts von den Kindern gesehen oder gehört. Man fürchtet, daß sie alle, etwa 4 0 an der Zahl, erstickt sind.
In Torre del Greeo dauert der Aschenregen ununterbrochen seit 40 Stunden fort. Tie Asche liegt IV2 Meter hoch. Jedes Kubikmeter wiegt über 20 Doppelzentner. Die Abräumung der Dächer ist dadurch erschwert, daß die glühenden Steine und die Asche sich sofort zu einer kompakten Masse vereinigen, die nur schwer mit .Hacke und Schaufel zu bearbeiten ist, die überdies auf den Feldern oder in Den Weinbergen begraben sind. Ferner fehlt es an Leitern und hauptsächlich an tätigen Menschen. Besonders der letzte Unrstcmd ist schuld daran, daß das Unglück so große Dimensionen annahm.
In T orr e d e l Gr e e 0 ist eine Anzahl von Beamten und Soldaten ringsum von glühender Lava blockiert, sodaß man ihnen bisher keine Lebensmittel und Wasser zuführen konnte.
Tie Sozialisten fordern die Bestrafung per Priester, die anstatt der Bevölkerung bei »er Flucht zu helfen, diese in den Kirchen ver- 'ammelte und sie direkt in den Tod trieb. Die Stadt- whörden von Neapel werden beschuldigt, die Räumuug der Tücher vou Asche augeorduet zu haben, für sich selber aber )er Anordnung nicht nachgekommen zu sein. Die Markthalle ei eingestürzt, weil die Stadtverioaltung ihre Pflicht ver- äumt habe.
Fortwährend laufen neue .Hiobsnachrichten ein. Die letzten Nachrichten berichten, daß auch die Städte Sarno mit 20000 Einwohnern und Genar 0 mit 6000 Einwohnern mrch die Aschenmasse vollständig z e r st ö r t sind. Tie ^ahl der Opfer ist noch nicht bekannt, gilt aber für sehr bedeutend. Der Materialschaden wird auf über eine ) albe Milliarde geschätzt Amtlicherseits werden bis .etzt 800 Tote zugestandeu. Man befürchtet jedoch, daß sich iric Zahl der Getöteten verdoppeln, ja verdreifack)en wird.
In Somma Besuviana sind verschiedene öffentliche Gebäude eingestürzt. Die ganze Provinz Caserta. ist von oichter Asche bedeckt.
Die Regierung wies die Militärbehörden an, Brot an die Bedürftigen zu verteilen. In allen Gemeinden wurden fliegend e B 0 l k s k ü ch e 11 errichtet. Soldaten, die Außerordentliches leisten, sind zusammen mit Arbeitertrupps beschäftigt, Asche und Sand von den Dächern zu raunten. Neue Truppenabteilungen sind aus Florenz, Rom, Bologna,
Allen Frauen als
Stärkung empfohlen!
© u t c n b I i n g e n (Kr. Offenbach a. M.), 13. 9. 05, Wingert' straße 32. „Kann Ihnen erfreut mitteilen, daß mir Ihr Bicisoir einen sebr guten Dunst erwiesen hat, nachdem ich schon seit zwei Jahren an Neurasthenie und Blutarnmt gelitten habe und geradezu alle möglichen Medikamente genommen habe, welche wir aber — mit Aufnahme Ihres geschätzten Bioson — nicht gehoben haben. Dieses Bioson hat eine große Aenderung meines Zustandes herbei- geführt. Ich bin wirklich glücklich, endlich einmal , mein Leiden schwinden ,ul sehen und mich der Angst um meinen Gesnndhests- züstand enthoben zu sehen. Auch mein Magen wird sich nicht minder freuen, wenn derselbe nickst mit allen Arzneien überladen wird, denn derselbe war der reinste Medizinbehälter. Ich bin Ihnen deshalb zu großem Danke vervstichtct und werde auch nicht verfehlen, Sie mit Ihrem Bioson überall weiter ,311 empfehlen. Es würde mich sehr freuen, wenn Sie mir eine Probesendung stir mein Kind »llschicken würden, wofür ich Ihnen sehr dankbar wäre. Besten? hoffend, daß Bioson noch sehr vielen Leidenden die Gesundheit wieder gibt, zeichnet Helene Str 0 h." Unterschrift beglaubigt Großh. Bürgermeisterei Spreirdlingen: Dreieich.
Bioson ist erhältlich in Apotheken. Drogerien ?c. das halbe Kilo-Paket 511 drei Mark, mit Bonitlonextract oder mit Eacao, ersteres zur Suopenbereitung, letzteres als Morgengetränk. Man verlange vom Biosonwerk Bensheim die Broschüre mit den Berichten über öie von den Professoren, Aerzten und tu Krankenhäusern rc. erzielten Erfolge. _ bB',
fiiarfreitas 4—9 Uhr 488
Nur ofi>n.
Erfurt, den 9. April 1906. Die Gärtnereien Peterseim brachten im Jahre 1905 über 400 000 Post- und Bahnsendungen ans^ den Weg. Mit dieser Ziffer tritt die genannte Firma unserer Stadt an Anzahl der Sendungen mit an die Spitze der größten Versand- geschäfte der Welt. 2383
OrZainÄl-DNahtttreL-ungen.
Köln, 11. April. Die „Köln. Ztg." erhält aus Berlin ein Telegramm über die Haager Konferenz und den pan- -amerikanischen Kongreß, in ivelchem es heißt, der Wunsch, diese beide?! Verhandlnngerl nickst gleichzeitig in Mgrul zu nehmen, sei erklärlich. Völlig nnzniresfend sei es aber, wenn
jetzt in Nord-Amerika das Gerücht verbreitet werde, daß D e n t sck>- land die Einberufung d-e r Ko n fe r e n z d u r ch R u ß * land angeregt habe, um auf diese Weise dem panamerir. Kongreß eine Konkurrenz 51t schaffen und den Vereinigten Staaten eine Unannehmlichkeit zu bereiten. Tatsächlich hat sich Deutschland nm diese Angelegenheit nrchc int geringsten gekümmert und hat erst durch die russische Mffordernng vor wenigen Tagen von ihr erfahren. Die ßieschichte von einem angeblichen Vorgehen Deutschlands fürchtt daher wieder einmal erfunden worden 311 sein, um in Nordamerika eine unfreundliche Stirn nt u n g hervvrzurnfen. In derselben Richtung bewegt sich, diesmal aber nach Südamerika hin, die Ausstreuung, als ob sich Deutschland für die Friedenskonferenz interessiere, weil es der sog. Ealvolehr e entgegen treten wolle, waA geeignet luarc, m.
Dresdner Bank .... —.— Türkenlose .
Tendenz: fest. Samstatr bleibt die Börse geschlossen.
V


