DaS Studium an Len P c 1 e r s b ur g e r H o ch s ch u I e n Ulmmt unbehindert seinen Fortgang. Premierminister Stolypin versammelte bcn Sieftor der Universität und sämtliche Rektoren der technischen Hochschulen zu einer vertraulichen Beratung in seiner Wohnung, wobei besonders Maßnahmen beraten tourben, um fremden Elementen den Zutritt zu den Hochschulen zu Versammlungszwecken zu verwehren. Sobald die Hochschulen solchen Elementen Zutritt gewähren, würden sie wieder geschlossen werden.
Zwischen Stolypin und dem Finanzmiuister Kokowzew sind wegen der Durchführung der Dumawahlen ernste Differenzen ausgebrochen. Während Stolypin den Standpunkt vertritt, daß die Regierung sich energisch an der Wahlbewegung sich beteiligen müsse, ist Kokowzew der Ansicht, daß ein solches Vorgehen sehr gefährlich sei. Da man bei Hofe dem Finanzminister Recht gibt, soll wieder einmal der Rücktritt Stolypin § wahrscheinlich sein. Zu seinem Nachfolger dürfte der Generalgouverneur von Finnland, Gerhardt, oder Fürst Wassiltschikow crnant werden. t
Aus Petersburg wird ferner gemeldet, daß in wenigen Tagen ein Gesetz herauskommen totrb,_ wonach jede Einschränkung des Verkaufs von Ländereien aufgehoben toirb.
Nach einem weiteren Telegramme aus Petersburg -richtete eine Feuersbrunst auf dem Kalachnikowquai enormen Schaden an. Vier Korn schiffe verbrannten. Tie Mannschaften wurden aus dem. Schlafe geweckt. Viele erlitten Brandwunden. Eines der Schiffe trieb mit 35 Feuerwehrleuten vom Quai ab. Diese wollten sich durch Schwimmen retten. Tas Schiss schlug jedoch um, wobei zwei Feuerwehrmänner ertranken.
In Helsingfors wurde am 11. Oktober der Kon-> tzreß der Kadettenpartei geschlossen. Auf Grund der Meinungsverschiedenheiten, die während der Verhandlungen zutage traten, bildeten sich drei Gruppen: Die Gruppe der Linken, aus 35 Mitgliedern bestehend, welche für die sofortige Durchführung des passiven Widerstandes eintrat; die Gruppe Zentrum, welche mit 100 Mitgliedern die Mehrheit bildete, und sowohl den passiven Widerstand als auch den Wiborger Aufruf als grundsätzlich berechtigt anerkannte, aber die Durchführung erst in ferner Zukunft für möglich hielt; endlich die Gruppe der Rechten, welche den Wiborger Aufruf als einen politischen Fehler bezeichnete und denselben auch nicht grundsätzlich anerkannte. Die Meinungsverschiedenheiten veranlaßten aber keinen Delegierten, aus der Kadettenpartei auszutreten.
Aus Lodz wird drahtlich berichtet, daß die Erregung der Massen zunimmt. In der Mittagsstunde durchzogen am Donnerstag viele starke Kavallerieabteilungen die Straßen, Durchsuchungen und Verhaftungen wurden massenhaft vor- genommem Die Hauptverkehrsader war sechs Stunden für den gesamten Verkehr gesperrt und am Abend durchzogen riesige Volksmengen mit roten Fahnen, die später auf Fabrikschornsteinen gehißt wurden, die Straßen. Hierbei feuerte das Militär eine Salve ab, wodurch ein Hausbesitzer getötet und mehrere Arbeiter verletzt wurden. Der Hauptstaatsanwalt ist aus Warschau in Lodz eingetroffen, um zu entscheiden, ob die 30 Verhafteten, welche die Leichen der Hingerichteten ausgegraben haben sollen, vor dem Feldgericht zu erscheinen haben werden. Das Erscheinen der Blätter ist in Frage gestellt, da der Generalstreik anzuhalten verspricht. Ein empfindlicher Mangel an Brot und Fleisch ist in Lodz eingetreten. Am Donnerstag hat wiederum eilte Hinrichtung stattgefunden.
Auf der Puschkin-Hütte in Polen wurde von sieben Banditen ein j ü d i s ch e r H ä n d l e r ermordet und ihm 2000 Rubel geraubt. Die Banditen flüchteten über die Grenze nach Oberschlcsien, während der eine Grenzsoldat schlief und der andere zusah, ohne sie aufhalten zu können. Die Gendarmerie patrouillierte die Grenze ab; zwei Verdächtige wurden in einer Schmugglerherberge bei Borken verhaftet.
Aus StaM und Land.
Gießen, 12. Okt. 1906.
** Eigentümer gesucht. Im Besitze de§ wegen Diebstahls gestern festgenommenen Arbeiters Schöler aus Tiefenbach befand sich ein etwa drei Pfund schwerer Butterweck, den er auch gestohlen haben dürfte. Der Eigentümer der Butter kann sie bei der Kriminalabteilung des Großh. Polizeiamts in Empfang nehmen.
*♦ Flüchtig. Vor einigen Wochen ließ sich hier ein Dentist Amr ein nieder, der aus dem Ausland stammt. Nachdem festgestellt worden war, daß er sich mit Titeln geschmückt hatte, die Hm nicht zukamen, und Tiplomegefälscht hat, sollte gegen ihn auf Grund des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb und der Gewerbeordnung vorgegangen werden. Er war wegen gleichen Vergehens bereits mit IV2 Jahr Gefängnis bestraft. Er entzog sich gestern morgen seiner Verhaftung durch die Flucht. Seine Instrumente und Effekten ließ er im Stich.
** Der Bäckerverein Frühauf feierte kürzlich sein LOjähriges Stiftungsfest. Auf Veranlassung der Jungfrauen des Bäckervereins und der Bäckermeister-Innung wird dabei dem Verein je eine gestickte Fahnenschleife am Syloesterball überreicht werden. Die Schleifen sind von der Firma Heinr. Rüger, Kreuzplatz 4, geliefert und zurzeit in deren Schaufenster ausgestellt.
t Dutenhofen, 11. Okt. Unter großer Beteiligung ber Lehrer der Inspektion Dutenhofen sand heute nachmittag in der Wirtschaft zum Adler die Entlassung des früheren Hau Mehrer s B. Schieferstein von hier und des Lehrers und Organisten Müller aus Groß-Rechtenbach statt. Der Lehrergesangverein leitete die Feier mit dem Gesang der Hymne von Mehnl ein. Danach begrüßte Kreisschulinspektor Pfarrer Geibel die Erschienenen, ganz besonders den Vertreter cher kgl. Negierung, Geh. Negierungs- und Schulrat Anderson. Dieser wies hierauf auf die Bedeutung dieses Tages hin und nannte diese letzte Konferenz mit Recht eine Abschiedsfeier. Blicken wir zurück aus die vielen Jahre treuer Pflichterfüllung der Scheidenden, so sehen wir eine ganze Generation vor unserem Auge vorüberziehen, die ein Zeugnis dafür ablegt, daß das Wirken der Scheidenden gute Früchte getragen hat. Freilich ist ihnen auch manches Unangenehme nicht erspart geblieben, heute am Feierabend blicken wir aber über alles dies hinweg und freuen uns über die Früchte, die ihre Arbeit gezeitigt hat. Auch außeramtlich haben sie ihre Person zum Wohle ihrer Gemeinden eingesetzt. Das muß anerkannt werden. Darum spreche ich Ihnen im Auftrage der kgl. Regierung Tank und Anerkennung aus und überreiche Ihnen als Zeichen dieses Dankes den Roten Adler- prden mit dem herzlichen Wunsche, daß Sie ihn noch
lange Jahre fragen mögen. Hierauf brachte 'KrbiZfchül^' inspektor Pfarrer Geib e l-Dutenhofen dem dekorierten Hauptlehrer Schieferstein und Lehrer Althaus von Münchholzhausen, der auch anwesend war, sein 50jähriges Dienst- jnbiläum aber schon begangen hat, seine Glückwünsche dar. Pfarrer Becker, Groß-Rechtenbach, als früherer Lokalschulinspektor deö scheidenden Lehrers Müller dortselbs!, gedachte nochmals der verflossenen Arbeit in der Schule. Darauf widmete Hauptlehrer Hofmann aus Krofdorf im Namen der Kollegen dem Hauptlehrcr Schieferstein herzliche Abschiedsworte. Als "sichtbaren Beweis der Liebe und Anerkennung überreichte er eine goldene Kette zu der von ber Gemeinde Dutenhofen gestifteten goldenen Uhr. Hauptlehrer Eberhard - Dutenhofen richtete hierauf als Sprecher ber Kollegen ein Lehrer Müller aus Groß-Nechtenbach bas Wort unb überreichte ihm eine goldene Uhr. Hieraus fang der Lehrerchor das stimmungsvolle Herbstlied von Lenau. Nun ergriff Hauptlehrer a. D. Schiefer st ein das Wort, um auch zugleich im Namen seines Kollegen Müller seinen Dank äbzustatten. Zum Schluß hielt Pfarrer Becker, Groß- Rechtenbach, einen Vortrag über den einheitlichen Religionsunterricht in Kirche und Schule, der den BeisaU der Anwesenden fatid. Eine Diskussion über diesen Vortrag konnte, der vorgerückten Zeit wegen, nicht stattfinden. Nach einem kurzen Worte des Geyeimerats Anderson erreichte die Feier ihr Ende. Bei dem nun folgenden gemütlichen Beisammensein ergriff Pastor Schiefer st ein aus Duisburg, ein Sohn des oben Genannten, das Wort und schilderte das freundschaftliche, kollegiale Verhältnis, das zwischen den beiden alten Lehrern stets bestanden habe, und gab dem Wunsche Aufdruck, daß es immer so sein und bleiben möge.
r. Sonborf, 10. Okt. Die Kliebesche Hosreite, früher Gasthaus zur Rabenau, ging in den Besitz des Dr. mcb. Wagner hier über, ber seinen Wohnsitz darin nehmen will. Das Kliebesche resp. Schmidtsche Gut, ca. 44 Morgen, wurde zu sehr hohen Preisen versteigert.
Grün berg, 10. Okt. In ber heutigen Sitzung bes Gemeinderats brachte Bürgermeister Zimmer das Ergebnis ber vor einigen Tagen für die Taner von zwölf Jahren erfolgten Verpachtung städtischer Ländereien zur Kenntnis des Gemeinderats. Tas Resultat der Verpachtung war gegenüber der letzten Verpachtung vor zwölf Jahren bedeutend geringer. In den besten und in den geringeren Lagen wurde für dps Land überall etivas weniger Pacht erzielt. Bei einzelnen Grundstücken in einer weniger günstigen Lage ging die Pacht auf die Hälfte des früheren Preises herab. Dies mag seine Ursache haben in dem überaus großen Futter- und Erntereichtum dieses und teilweise des vorhergehenden Jahres. Ter Pachtpreis schwankte zwischen 30 bis 35 Mk. für den Morgen (2500 Qm.) Ackerland erster Qualität und 6 bis 9 Mk. für den Morgen ganz geringer Qualität. Tas Wiesengelände wird hier in jedem Jahre zur Heu- bezw. Grummeternte versteigert.
J. M ü cke, 10. Okt. In vorletzter Woche weilten Ge- heimerat von Nägelein, Negierungsbaumeister Sarde- mann aus Marburg, sowie Bürgermeister Rauch aus Wittelsberg zu Mücke, um festzustellen, wo der Anschluß der Bahnlinie Marburg-Dreihausen-WeiterS- ha in -Mücke an die O b er h essisch e Bahn zu erreichen sei. Es hatten sich viele Herren des Komitees dieser Strecke und der von Mücke-Ulrichstein-Nixseld ctngefitnbcn und es fand ein recht lebhafter Meinungsaustausch statt, wobei die verschiedensten Vorschläge einer eingehenden Besprechung unterzogen wurden. Herr Moll von Grünberg teilte zum Schlüsse noch mit, daß er am nächsten Tage mit Negierungsbaumeister Reh aus Berlick und Oberförster Schüz auS Ulrichstein die letztere Strecke bereisen werde und Negierungsbaumeister Neh bei dieser Gelegenheit darauf ausiNersam machen würde, ob, falls der Firma Lenz & Co. der Bahnbau Mücke-Nixfeld übertragen werden sollte, die Anlage des Bahnhofes für beide Linien nicht gemeinschaftlich errichtet werden könnte. Dieser Vorschlag wurde allseits mit Freuden begrüßt, weil man sich sagte, daß dadurch Gelände erspart werden und überhaupt billiger gebaut werden würde.
K.L. Darmstadt, 11. Okt. In der heutigen Sitzung ber Stadtverordneten wurde u. a. der Beschluß gefaßt, sämtlichen städtischen Arbeitern eine Teuerungszulage von je 20 Pfg. für den Tag, also 1,20 Mk. die Woche zu gewähren und zu diesem Zweck für die zweite Hälfte des Etatsjahres den Betrag von 12 000 bis 14 000 Mk. aus der Stadtkasse zu bewilligen.
X Schönbach b. Herborn, 11. Okt. Auf der älteren Teilstrecke Herborn — Driedorf der „Westerwaldquer- bahn" wurden gestern und heute durch zweimaligeEnt- gleisung der Maschine große Betriebsstörungen hervorgerufen. Es war dieselbe Maschine, welche gestern zwischen Roth und Driedorf bei der „Lochmühle" und heute morgen bei der Talfahrt zwischen Roth und Schönbach im „Steinernberg" infolge eines Federbruches diese Störungen verursachte. Von Gießen und Dillenburg mußten dieserhalb Hülfswagen beordert werden und c5 wurde die ganze Nacht hindurch gearbeitet, um den Schaden wieder auszubessern. Zum Glück befand sich eine Arbeitsmaschine auf der seit 1. Oktober er. bis Rennerod eröffneten neuen Teilstrecke, sonst wäre eine vollständige Verkehrsstockung eingetreten. Verletzungen von Personen sind nicht zu beklagen, obgleich sich die heutige Entgleisung bei einem Personenzug zutrug und auch noch der erste Wagen mit aussprang. Der Verkehr wurde durch Umsteigen aufrecht erhalten. .
Frankfurt a. M'., 11. Okt. Nach Mitteilung bes statistischen Amts ist die Volks zahl für beit Stadtkreis Frankfurt unter Berücksichtigung der seit ber letzten Volkszählung polizeilich gemelbetcn Zu- unb Abwanderungen, sowie des entsprechenden Überschusses ber Geburten über die Sterbesülle am 1. Oktober 1906 mit rund 3 43 0 00 anzunehmen. — Heute mittag verwundete der Eiserne Hand Nr. 6 wohnende Kaufmann Raimund Joses durch einen Nevolverschuß seine Frau und schoß sich dann selbst eine Kugel in die Schläfe. Der Mann war sofort tot. Als Motiv der Tat werden Veruntreuungen seitens des Mannes vermutet.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Kleeberg stürzte der 73jährige Landmann Jobs. Jung so unglücklich vom Wagen, daß er sofort tot war. — In Eichelsdorf wurde Will). Löfslcr mm Beigcord- netcn gewählt. — Ein junges Mädchen aus Mctteuhain hat sich von einem Zuge überfahren lassen und wurde getötet. Ihr Geliebter, ein 24 jähriger Mann, hatte sich am 4. Juni in gleicher Weise infolge eines Zwistes auf dem Tanzboden das Leben genommen.
Weitere Ergebnisse der LandwirLschastskammertoahlen.
Bezirk Hungen-Li ch: Die (bereits gemeldete) Wahl von Landtagsabg. Köhler-Langsdorf zum Kammermitglieb' erfolgte einstimmig. In den Provinzial-Ansschuß wurden, gewählt Oekonomierat Karl Hofmann-Hofgüll unb Lanb- wirt Otto S ch n e i b c r - Utphe.
Wahlbezirk Große n-Buscck: Als Kammermitglieb würbe Vürgermeister Wilhelm Bonner von Treis a. b. Lmnba mit 11 Stimmen gewählt, als Mitglieber bes ProvinzialansschnsseS Vertrauensmänner Beigeorbn. Heinrich Dörr-Hattenrob mit 15 Stimmen unb Landwirt Max Stark in Saasen.
Bezirk Grünberg-Homberg. Als Kammermitglied wurde LandtagsabgeordneterMühlcnbesitzerHeinrich Brauer zu Ober-Ofleiden mit 9 Stimmen gew. 6 Stimmen sielen auf Dcfononi Ludwig Emmel, Warthof bei Grünberg. Als Ausschußmitglieder wurden gewählt Emmel-Warthof und Bürgermeister Heß- Büßfeld.
Wahlbezirk Alsfeld-Groß-Felda: Als Kammermitglied rpurben gewählt Gutsbesitzer Eduarb Lutz-Elpen- rob, als Vertrauensmänner Gutsbesitzer Gustav Korell- Angeniob unb Englanb - Altenburg.
Wahlbezirk Lauterbach-Schlitz: Als Kammermitglieb ist gewählt Mühlenbesitzer Karl Goppel-Pforbt, als Vertrauensmänner: Hermann Junker-Grebenau unb Karl Sir enter II. in Vabenrob.
Wahlbezirk Herbstein-Ulrichstein: Bürgermeister L. J o sl-Vermutshain wurde zum Abgeordneten, die Bürgermeister Heitzenröder-Nieder-MooS und Heinrich Rühl VIII. zn Ansfchußmitgliedern gewählt.
Wahlbezirk Gedern. AIS Abgeordneter wurde Bürgermeister Müller-Usenborn gewählt.
Wahlbezirk Schotten-Laubach. Zum Abgeordneten wurde Bürgermeister Vieh l-Rainrod gewählt.
Wahlbezirk Nidda-Echzell. Gutsbesitzer Mogk- Grnnd-Schwalheim wurde als Abgeordneter, die Bürgermeister Reitz-Echzell und Möbs-Gettenau in den Prooinzial- anZschuß gewählt.
Wahlbezirk Büdingen-Altenstadt. LandtagS- abgeordneter Bähr-Herrnhaag wurde als Kammerniitglied gewählt, ferner als Mitglieder des ProvinzialauSfchusieS Beigeordneter Schick-Diebach am Haag und Landwirt Klink- Nohrbach.
Wahlbezirk Vilbel. Gewählt wurden als Kammer-- mitglieder Landwirt G. Kalbhenn in Vilbel, als Ausschuß- Mitglieder Gg. Seiboldt I. in Nieder-Eschbach und Alois Haas in Ober-Erlenbach.
Wahlbezirk Friedberg: Gewählt wurden Landwirt Adolf Hensel in Dortelweil als Kammermitglied, GutSpächter Hch. Karl Alles in Nieder-Florstadt und Bürgermeister Joh. Mörler III. in Ockstadt als Ausschußmitglieder.
Wahlbezirk Bad-Nauheim: Landtagsabg. Karl Breidenbach in Dorheim wurde Kammermitglied, Landwirt Karl Bopp in Reichelsheim und Bürgermeister Ernst Rumpf in Langenhain-Ziegenberg als Ausschußmitglieder.
WahlbezirkButzbach: Kammermitglied wurde Landwirt Friedrich Fenchel in Griedel, Ausschußmitglieder Landwirt Wilhelm Fenchel in Ober-Hörgern und Landwirt Friedrich Häuser III. in Nieder-Weisel ♦
Ferner wurden als Kammermitglieder gewählt in der Provinz Starkenburg: Bezirk Rüsselheim-Trebur: A. Ruh land.
Groß-Gcraut: Gutsbesitzer D eh ling er-Wolfskehlen.
Griesheim-Gernsheim: Geh. RegiernngSratHaa8- Darinstadt.
Darmstadt: F ritsch-Dilshofen.
Offenbach-Langen: Viehmann-Rnmpenheim. Seligenstadt: Rachor-Seligenstadt.
Babenhausen: Bürgermeister Krapp-Sickenhofen. Groß-Umstadt: Walter-Lengfeld.
Dieburg-Reinheim: H e y l - Habitzheim. Groß-Bieberau-Neichelsheim: Fr. Bauer. Höchst-Michelstadt: Ad. Bähr II.-Langen-Brombach. Erbach-Wimpfen: Bürgermeister Schwinn.
Fürth-Waldmichelbach: Bürgermeister Trautmann- Nimbach.
BenSheim-Heppenheim: BürgermeisterH ö h n-Heppenheim.
Lampertheim-BlbliS: Friedrich-Bürstadt.
In der Provinz Rhein Hessen:
Bingen: Kraus-Büdesheim.
Gau-Algesheim: Beig. Porth-Oberhilbersheim. Ingelheim: Fr. Schuch.
Mainz: A. Schmitt II.-Bretzenheim.
Oberolm-Nieder-Saulheim: Gutsbesitzer Lichtenstein- Windhäuser Hof.
Oppcnheim-Bodenheim: Bgmstr. Schmidt-Oppenheim.
Mommenheim-Undenheim: Bürgermeister Lösch-Wald- Uelheim.
Wörrstadt: Kell er-Spießheim.
Guntersblum: I. Schmitt.
Osthofen: Bürgermeister Hahn-Heßloch.
WormS: ReichStagsabg. Freih. v. Heyl. Pfeddersheim: Stauffer- Wanheim. Alzey-OberflörSheim: Pfannebecker. Flonheim-Gaubickelheim: Keller- Stcinbockenheim. Sprendlingen-Wöllstein: E i b a ch . Pfaffenfchwabenheim.
Vermischtes»
Berlin, 11. Okt. Heute morgen wurde von zwei Ingenieuren und einem Werkmeister der Allg. Elcrtrizitäts-Gesell- schaft die Prüfung der Geschwindigkeiten an einem neuen Automobil vorgenommen. In der Hussitenstraßc nahm der Kraftwagen ein derartiges Tempo an, daß der Werkmeister Barrel plötzlich schwindlig wurde und aus dem Automobil herausftürzte. Das Hinterrad ging ihm über den Körper hinweg, und in bedenklichem Zustande wurde Barrel nach dem Krankenhause gebracht. Er hatte mehrere Nippenbrüche, eine Gchirnerschütterung und andere schwere Verletzungen davongetragen. — Heute früh brach auf einem Grundstück in der Fruchtstraße, auf dem sich große Nutz- und Vrennhvlz- Nicderlagen sowie verschiedene Fabrikbctriebe befinden, Groß- feuer ans, welches sich in kurzer Z?it auf die dort lagernden Holzvorrütc und Baulichkeiten ausbrcitete. Das Feuer sprang auch auf einen angrenzenden, mit 30 Pferden besetzten Stall über, doch aelang es noch, alle Pferde in Sicherheit zu bringen. Gegen 7 Uhr gelang es der Feuerwehr, des Feuers Herr zu werden. Der Schaben ist sehr bebciitcnb.
* Der neueste E i s en l> a hn u n f all. Am 11. d. M. überfuhr der Zug Nr. 1219 vor Kirchhellen (Westfalen) das auf „Halt" stehende Einfahctsignal auf dem Bahnhof Dorsten


