Ausgabe 
12.10.1906 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Monastir verübt.

jüngste Nesultat der sonstigen türk.

in oen Wahlen zu den Gen inde und das; sich überhaupt

Recherchen ist die Gefangennahme von dreizehn Mitgliedern des griechischen Komitees in Biklischta und die Entdeckung einer regelrechten Uniformwerkstätte, eines Depots für griech. Banden in Monastir. Es werden 64 Bataillone demobilisiert. Die Pforte behauptet, daß die erste Untersuchung über den Massenmord in Branja erwiesen habe, daß die Mordtaten durch eine terroristische bulgarische Bande verübt worden seien.

Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'scho» Universitätsdruckerei. DL Laag«. Sieh«.

Redaktion, Expedition u. Druckerei, «chulstr.^ TeL Nr. 6L Telegr.-Mr. j Anzeiger ©tefees.

Kirche ttttö Schule.

Danzig, 11. Okt. Den Abschluß der Generalver­sammlung des Evangelischen Bundes bildete der

Lrc internationale Bcrgarbeiterbewegung.

Infolge der günstigen Absatzverhällnisse im Kohlen- ö'ergbcru hat jetzt, wäe wir mehrfach meldeten, im Ruhr- revier unter den Bergarbeitern wieder eine Bewegung ein­gesetzt, die auf eine Verbesserung der Arbeitsverhältnisse abzielt. Diese Bewegung soll jedoch nicht auf daS Ruhr- retner beschränkt bleiben, sondern die Forderungen, Auf­besserung der Löhne,»«Regelung des Nebenschichtwechsels usw., sollen allen Bergbaurevieren Deutschlands vorgelegt werden. Gleichzeitig aber treten die ,Vertreter der deutschen Bergarbeiter mit allen anderen Bergarbeiter- Verbänden des Auslandes in Verbindung, entweder nm gemeinschaftlich vorzugehen oder doch wenigstens damit verhindert wird, daß bei einer Lohnbewegung aus fremden Ländern in größerem Umfange Kohlen herbeigeschasst werden. Trotz der internationalen Kongresse der Berg­arbeiter, die in jedem Jahre ab gehalten werden, war es den Bergarbeitern in den einzelnen Ländern bisher noch nicht möglich,, die Kohlenausfuhr nach einem anderen Lande zu verhindern, in dem die Bergarbeiter in einen Lohnkamps verwickelt waren. Erst wenn es gelingt, die Kohlenausfuhr nach den Revieren ab zu schneid en, in denen die Bergarbeiter im Kampf stehen, haben die Bergarbeiter Aussicht, einen großen Lohntampf zu gewinnen; ein Berg­arbeiterstreik würde dann freilich für die übrige Be­völkerung und für den Staat zu einem noch ernsteren Ereignis, als ein solcher heute schon ist.

Die letzten Jahre haben unstreitig eine Erstarkung der internationalen Beziehungen der Berg­arbeiter gebracht; die amerikanischen Bergarbeiter, die sich früher von den internationalen Kongressen fernhielten, finb schon auf mehreren Kongressen vertreten gewesen und auch die Chrjst li ch o r g ani sier t e n in Deutschland haben sich jetzt der internationalen Bewegung angeschlossen. Nicht nur nach außen, betreffs des Verhältnisses von Orga­nisation zu Organisation ist eine größere Geschlossenheit erreicht worden, auch die Verbindung des Einzelmitgliedes einer Landesorganisation zur internationalen Bewegung ist inniger geworden; denn das Bureau des internationalen Verbandes der Bergarbeiter hat fit der vor kurzem statt- gehabten Konferenz in Brüssel beschlossen, sogenannte Uebertragungskarten auszusteklen, die in drei Sprachen her­gestellt werden und das Uebertreten von einer Organisation in die andere ohne jede Kosten und Förmlichkeit zulassen. Neben den Fordermregn, die für jedes einzelne Land im besonderen in Betracht kommen, werden auch die Forder­ungen immer einheitlicher, die von den Bergarbeitern überall als prinzipielle Forderungen aufgesteklt werden. Zu diesen prinzipiellen Forderungen gehört auch die auf Verstaatlichung der Kohlengruben, jedoch treten auf dem letzten internationalen Kongresse die Delegierten der deut­schen christlichen Bergarbeiterbewegung! als Gegner der Ver­staatlichung hervor, weil die Arbeiter auf den staatlichen Gruben schlechter bezahlt wurden. Weiter sind prinzipielle Forderungen: die Einführung von Arbeiterkontrolleuren und die gesetzliche Festlegung eines Minimallohnes. Die Zahl der Bergarbeiter kann man insgesamt auf annähernd zwei Millionen einschätzen, weit über eine Million davon entfallen auf Deutschland und England. Die Vereinigten Staaten mit ihrer Bergarbeiterzahl stehen diesen beiden Ländern.am nächsten, dann folgen mit wesent­lich kleineren Zahlen Frankreich, Belgien und Oesterreich. Jnbetreff der Höhe der Entlohnung sind die amerikanischen Bergarbeiter am besten gestellt, auch in England ist der Lohn verhältnismäßig hoch, dagegen sind in Deutschland die Verhältnisse ungleichartig. Während im Ruhrrevier gleichfalls ziemlich ansehnliche Löhne gezahlt werden, sind dagegen in anderen Revieren, wie z. D. in Schlesien, niedrige Löhne anzutreffen. Was den Schutz der Berg­arbeiter anbetnifst, so beruht er in Deutschland mehr auf gesetzlichen .Vorschriften, in England nkeyv auf der Selbsthilfe.

Ausland.

London, 11. Oki. DerDaily Telegraph* meldet, daß die Admiralität drei Schlachtschiffe derDread- u ought-Klasse gebaut hat, ohne daß irgend jemand eine Ahnung hatte, daß diese Schiffe überhaupt projektiert waren. Tie drei Schtachtschiffe wurden anfangs 1905 bestellt und figurierten im Etat einfach als gepanzerte Kreuzer. Bei der verkürzten Bauzeit, die in den englischen Schiffswerften ein* geführt ist, werden die drei neuen Schiffe bald seebereit fein. Jede? der drei Schiffe kostet 85 Millionen Mk. und besitzt den Kampfwert zweier Schiffe irgend einer anderen Macht. Jedes wird acht 12zöllige (30 Zentimeter) Geschütze führen und soll 25 Knoten laufen. Die Schiffe werden weniger ge­panzert sein, wie dieDreadnoughts die hierdurch erzielte Gewichtsersparnis wird zugunsten weit gewaltigerer Turbinen verwertet.

Kar diff, 11. Off. Der Präsident de§ Handelsamts, Lloyd-George, erklärte, vom liberalen Standpunkte aus gebe die Agitation der Arbeiterpartei nicht den ge­ringsten Anlaß zur Beunruhigung. Keine Partei könne auf Erfolg rechnen, die nicht das Vertrauen eines großen Teiles des mächtigen Mittelstandes gewinne. Dieser Stand sei ein Attivuin, durch das der Liberalismus zum Fortschritt beitrage. Dieses Aktioum würde niemals auf die progressive Partei übertragen werden, die sich lediglich auf den Grund- folgen der Arbeiterpartei aufbauen. Man könne nicht plötzlich aus Landwirten, Gewerbetreibenden und Handwerkern Sozialisten machen, aber es fei leicht, sie der Reaktion zu­zutreiben. Lloyd-George gab zu, daß, wenn eS der Arbeiter­partei gelänge, die dem Arbeiterstande gehörenden Anhänger bei großen Parteien von diesen loszuläsen und sie zu An­hängern der allgemeinen Arbeiterpartei zu machen, eine solche Partei allmächtig sein würde.

Paris, 11. Okt. Der Gewerkschaftskongreß in Amiens beschloß, die Propaganda für den Achtstunden- ta g eifrigst fortzufttzen. Das Direktionskomitee wurde be- auftragt, mit den Gewerkschaften wegen Festsetzung deS Ter­mins für den Beginn des Generalstreiks in Verbindung zu treten. Ferner gelangte ein Antrag zur Annahme, die Gewerkschafts-Verbände aufzufordern, eine energische Agitation gegen alle Maßregeln cinzuleiten, welche die sozialistische Partei zu schwächen bezwecken.

Der Kriegsminister hat die Gründung von Biblio- heken für die Soldaten in sämtlichen Garni- onen angeordnet. Zn diesem Zweck wird ein erster Kredit von 20000 Frks. zur Beschaffung von Büchern gefordert.

Konstantinopel, 11. Okt. Seit dem Ueberfall der griechischen Banden auf Smilewo wurden durch bulgarische und griechische Banden weitere Mordtaten im Bezirk

Deutsches Reich.

Berlin, 11. Okt. In Kgl. Opernhause fang heute Caruso die Rolle des Don Josß inCarmen" in franz. Sprache. Der Kaiser und die Kaiserin wohnten der Porstellung bei. Die Darsteller der Hauptrollen fanden reichen Beifall. Caruso wurde nach jedem Aktschluß hervorgerufen; das Spiel wurde bei offener Szene vielfach durch Beifall Mterbrochcn. Rach der Vorstellung empfing der Kaiser Caruso.

Der Kaiser trifft am Sonnlaa abend in Cron-

Bekamttmachnnz.

£dr.: Feldbereinigung in der Gemarkung BorSdorf.

Samstag, den 27. Oktober 1906 findet die Ver­steigerung der Massegrundstücke obiger Feldbereinigung an Ort und Stelle statt.

Zusammenkunft im Rathaus zu BorSdorf, vormittags 9 Uhr, woselbst auch die Versteigerungsbedingungen bekannt gegeben werden.

Büdrngen, den 9. Oktober 1906.

Der Großh. FeldbereinigungSkommiffär: Schnittspahn, Kreisamtmann.

N-Mches.

Die englische Deputation, die sich nach Peters­burg begeben wollte, um dem ehemaligen Dumapräsi- b eni en, eine Ad resfe_ zu überreichen, beschloß, das eng­lisch-russische Freunoschastskomitee in Petersburg M er­suchen, von allen Demonstrationen abzusehen und eine Adresse ohne befo:ibcre Förmlichkeit zu Über­reichen. Wie verlautet, sind die Hauptgegner einer russisch-englischen Verständigung der Groß­fürst Nikolai Nikolajewitsch, Gras Durnowo und Pobjedonoszew. Diese glauben, eine solche Ver­ständigung schließe öic Möglichkeit, an den Japanern Re-, vanche zu nehmen, völlig aus.

Dortmund, 11. Okt. In den über die Forderungen der Berg arbeit er entscheidenden Kreisen wird auf das bestimmteste versichert, daß an die Gewährung einer 15- prozentigen Lohnerhöung nicht zu denken sei, lindem man mit der Sieb'enerkommission nicht verhandeln werde. In den am nächsten Sonntag stattfindenden Ver­sammlungen sollen über diese Frage Verhandlungen ge- pflogerl werden, und weiterhin soll erwogen werden, ob ein bestimmter Termin zur Erfüllung der Bergarbeiter­forderungen gestellt werden soll. Es rst nicht verkennbar, daß die Agitation bereits stärker einsetzt, nament­lich angesichts der aus E n g l a n b eingelaufenen Atttteilung, daß gemäß eines Beschlusses des internationalen Berg­arbeiterkomitees des deutschen Kollegen bedeutende Geld Unterstützungen zugewiesen werden sollen. Seitens des Ministeriums ist über den Stand der Dinge im Ruhrreviere Bericht eingefordert worden.

Verein. Beide - Vortragenden stimmten darin überein, daß dir Fürsorge für die Heranwachsende Jugend keineswegs aus­schließlich als A n g e l e g e u h e i t d e r Kirche betrachtet werden dürfe, es bedürfe vielmehr einer starken und vielseitigen Mit­arbeit von Laien. Tic Ausgabe sei auch eine allgemein erzieh- liche, dürfe durchaus nicht spezifisch religiös sein. Es komme darauf an, die Knaben nur von solchen war die Rede in frohem Zusammensein zu körperlich gesunden, geistig lebendigen, sittlichen Persönlichkeit! zu erziehen und zwischen ihnen und den Leitern und deren Helfern ein wahres Vertrauens­verhältnis herzustellen. Auf die Mitarbeit von Laien allerlei Art, insbesondere auch von Arbeitgebern, wurde auch im Inter­esse der Förderung sozialen Friedens großer Wert gelegt. Die Knaben würden an solcher Teilnahme febcn, daß der so viel engefein bete Bourgeois do ch Liebe zum Volke hätte, daß der behauptete Gegensatz gar nicht so schroff sei. Beide Vortragenden hoben besonders hervor, daß sie im Verkehr mit den Knaben durchaus erfreuliche Erfahrungen ge­macht und ihr Werk sehr lieb gewonnen hätten. An den von ortho­doxer Seite gepsiegten sogenannten Jünglingsvereinen, Jünglingsbünden wurde getadelt, daß sie die all­gemein menschliche Seite der Jugenderziehung hinter eine einseitig religiös orthodoxe Rüst - ung zurücktreten ließen und daß sie weit mehr im In­teresse der orthodoxen Kirche als in dem der Ju­genderziehung wirkten. In der Diskussion wurden die Anschauungen der Redner durchaus gebilligt, insbesondere auch von solchen, welche in ähnlicher Weife wirkten und von gleich günstioen Erfahrungen berichten konnten. Von einer Seite wurde daraus hingewiesen, daß die mitgctcilten Erfahrungen nur in Städten gemacht seien und datz die Sache auf dem Lande viel schwieriger sein werde. Darauf wurde erwidert, daß derselbe Versuch auch schon mehrfach mit bestem Erfolge auf dem Lande gemacht sei, z. B. von den: vielgenannten Pfarrer Cesar in Wiesenthal. Man werde freilich nicht in der­selben Weife auf dem Lande arbeiten können wie in den-Städten, aber es ließen sich auch da die richtigen Wege finden. Die Versammlung sprach den Wunsch aus, daß der Protestanten­verein diese Sache, energisch weiter verfolgen, Material sammeln und in feinen Kreisen zur Nachahmung anregen möge.

Danziger Tag, wozu der größte Teil der auswärtigen Teil­nehmer mit Sonderzug nach einem Besuch der Marienburg sich hierher begab, wo im ArtuZhose deren Begrüßung im Namen der evangelischen Bewohner Danzigs durch den Vor­sitzenden des dortigen Ziveigvercins stattfand. Jrn Namen der Stadt Danzig hieß Oberbürgermeister Ehlers die Mit­glieder bei einem Festmahl willkommen. Der Tag wurde >nit einer erhebenden Feier in der bis auf den letzten Platz gefüllten Marienkirche beschlossen. Generalsuperintendent Döblin und Superintendent Meyer-Zwickau hielten Ansprachen, in denen nochmals die Anerkennung des Protestantismus als einer berechtigten Erscheinungsform des Christentums, als die eine Bedingung und das Gebiet der sozialen Aufgaben und deren Lösung in deutsch-evangelischem Geiste, als die rechte Bewehrung des konfessionellen Friedens hervorgehobcn rourbc.

Deutscher Protestanten verein. Man schreibt uns: Dieser Tage sand in Berlin eine Sitzung des Ausschusses des Deutschen Protestantenvereins statt, welche den Zweck hatte, eine erweiterte und 'energische Tätigkeit desselben vorzubereiten und die dazu erforderlichen Einrichtungen zu schassen. Es Eonnte berichtet werden, daß der Verein sich dank seinen Zielen und seinem eigenen Wirken und dank der stets wachsenden Anmaßung und Herrschaft der Orthodoxie fortwährend steigen­der Teilnahme erfreue, daß seine Aufforderung zum Aus­bau eines kräftigen Gemeindelebens und eifriger Beteiligung an den Wahlen zu den Gemeindekörperschasten vielen Anklang inde und daß sich überhaupt,in den Laienkreisen jetzt Interesse ür kirchliche und religiöse Dinge zeige. Der ProteHautrnvercin st gewillt und setzt sich immer beifcr in den Stand, Kamps und Arbeit für ein freies protestantisches Christentum in den evange­lischen Landeskirchen zu leisten. In einer Sitzung der zweiten Sektion des Deutschen Protestantenvereins unter dem Vorsitz des Pfarrers D. Dr. Kirmß war das zur Diskussion stehende ThemaDie evangelische Kirche und die heran- wachsendeJugen b". Das Referat hatten die Pastoren Classen aus Hamburg und Lic. Dr. Hollniann aus Charlotteuburg über­nommen. Ter erste schilderte eingehend, wie er mit einer kleinen Schar Knaben seine Arbeit begonnen, wie er ihr Vertrauen ge­wonnen und wie er fein Werk mit stets wachsendem Erfolge weiter­geführt habe. Dr. Hollmann erörterte die Sache mehr grundsätz­lich und allgemein, aber auch an der Hand von ihm gemachter Lriadrunaen in einem von ihm in ChartottLnlmrL geleiteten

berg ein und reist Montag früh nach Villa Hügel zur Hoch­zeitsfeier in der Kruppschen Familie ab.

Dem Vorsitzenden des Goslarer nationallib. Parteitages ist ein Telegramm zugegangen, in dem e2 heißt, der Kaiser lasse für den ihm freundlichen Gruß der Vertreter der nationalliberalcn Partei bestens danken. (An die Essener Zentrumsoersammlung drahtete der Kaiser per­sönlich. D. Red.).

Der Staatssekretär des ReichsinarineamtS v. Tirpitz erhielt von dem Präsidenten der Internationalen Koinmijsion für wissenschaftliche Lustschiffahrt, Professor § er gefeit, aus Mailand folgendes Telegramm:

Die imernationale Kommission für wissenschaftliche Luft- sthiffahrt hat mit großem Interesse die Berichte der Professoren Koeppen und Hergesell über die Erforschung der Atmo- s p h ä r e auf dem Di e e r e durch das V e r in e s j u n g s - sch i f fPlane t" gehört und dankt E-.ier Exz. ganz besonders Mr diese großartige Unterstützung ihrer Arbeiten." Mit großer ö'vcube begrüßt sie die Nachricht, daß ein neues Vermessungsschisj m derselben Weise die noch unbekannten Regionen erforschen soll."

Auf dieses Telegramm richtete Staatssekretär v. Tirpitz an Proseffor Hergesell-Straßburg folgendes Antworttelegramm: Mit verbindlichstem Danke für Ihr sre»indliches Telegramm betreffend die Tätigkeit des VermessungsschiffesPlanet" verbinde ich gern die Zusicherung, daß die Di a r i n c e5 auch fernerhin als eine i h r e r A u f g a b e n b e t r a ch t e n >v i r d, s i ch a n der Lösling w i f s e,l s ch a f t l i ch e r Fragen zu be­teilige n."

Der Gouverneur von Deutsch-Südweslafrika tele­graphiert: Der Betrieb der Bahn Lüderitzbucht-Kllbttb bis zum Militärbahnhof bei Kudub-Oas wurde eröffnet.

AuZ Greiz kommt folgende scltsaine Meldung:

Hier gibt man sich in manchen Kreisen neuerlich wieder der Hoffnung hin, daß der g e i st e s k r a n k c F ü r st H e i n r i ch XXIII. der einzige Sohu von den sechs Kiiiderii Heinrichs XXII., doch noch regierungsfähig wird. Em Lehrer erteilt ihm seit einiger Zeit eifrig Unterricht im Sprechen. Tiefer ist auf Veran­lassung des Vornnmdes, des Fürsten zu Schaumburg-Lippe, eigens bei einem Spezialisten in Berlin vorgebildet.

Man wird aber doch wohl auch in Greiz den Begriff regierungsfähig etwas weiter fassen.

Wir lesen in derAllg. Fleischerztg.*:

In Sachen der Veröffentlichung der die Machenschaften der V i e h z e n t r a l e betreffenden Briefe, die allgemeines und großes Aufsehen erregt haben, sanden heule in unserer Redaktion polrzeilicheRecherchen statt. Tie Viehzentrale hat nämlich gegen einen früheren Angestellten bei der Staatsanwaltschaft Straf­antrag wegen unbefugter Verbreitung der Briefe gestellt.

Bremen, 12. Okt. Eine von allen liberalen Parteien gegen die Fleischteuerung einberufene Versammlung nahm nach einem Referat des Archivars der Bürgerschaft eine Resolution an, worin der Senat aufgefordert wird, im Bllndesrat auf eine schleunige Abschaffung der Fleischzölle und Oeffnung der Grenze hinzuwirken.

Stuttgart, 11. Okt. Die hiesigen bürgerlichen Kollegien bewilligten heute den städtischen Arbeitern eine Teuerungszulage von 30 Pfg. pro Tag. Das ,nacht für den städtischen Etat auf das Jahr eine Mehrbelastung von 130 Tausend Mark. Im Anschluß daran beantragte Bürgerausschußmitglied Sigel eine Erhebung darüber, in welcher Weise die städtische Bevölkerung durch die infolge der Zollpolitik heroorgerufene Verteuerring der wichtigsten Lebens mittel belastet wird. Gemeinderat Kloß (Soz.) teilte hierzu mit, daß die Regierung eine solche Erhebung in 41 der größten Städte des Landes angestellt habe. Das Resultat werde noch in dieser Woche veröffentlicht werden. Obwohl von konservativer Seite der Antrag bekämpft mürbe, nahmen ihn die Kollegien doch mit großer Mehrheit an.

Nr. 240 Zweites Blatt IS«.Jahrgang Freitag 12. Oktober 1 «06

Srjcheint M-Nch mit Ausnahme deS Sonntags. O

Di- Ebener §amillenbl3tter- werden dem ßM t O

Anzeiger viermal wöchentlich beig-legt. Der MD' F k.4 HlM vK M U U. EL Zx M j . f , '? 'A.3

^espfch, Lcmdwttt" «scheint monatlich einmal. V H V B