Ausgabe 
15.6.1906 Erstes Blatt
 
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Nr. 138 rltieint «ügktch

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Dem (Siebener 9lruetaet werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Kamillen' blätlei viermal in der

Woche beigelegt Rotationsdruck il Ver­lag der Brü h l'sehen Unlvers.-Buch-u.Stem- druckerei. 9t Lange. Redaktion, Ervedttion und Druckerei:

Schulst raße 7, Redaktion e=^a 113

Verlag u.Exved.e^tzi Adresse kur Teveichenr

Anzeiger Wietzen.

Erstes Blatt 15«. Jahrgang Freitag 15. Juni ISO«

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Gietzener Anzeiger

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen M?s

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Nie heutige Yummer umfaßt 10 Seiten.

Bekanntmachung.

DaS Proviantamt hat den Ankauf von neuem Heu, un­mittelbar von den Wiesen weg, ausgenommen.

Das Heu muß gut gewonnen und geheut sein, eine frische Farbe und einen kräftigen Pflanzengeruch haben und darf bei der Einlieferung nicht schwitzen.

Die Einlieferung kann ohne vorherige Anmeldung und an jedem Wochentage von 812 Uhr vormittags sowie von 2 biü 6 Uhr nachmittags erfolgen.

Hanau, den 9. Juni 1906.

Königliches Proviantamt.

Hhre und tzhevruch»

Man schreibt unS:

Bei dem Prozeß gegen den früheren Obersten Hüger wurde auch wieder die Frage der Ehre angeschnitten und hierbei tat der militärische Sachverständige Oberstleutnant a.D. Dr. Wick folgenden Ausspruch:Man unterscheidet in der preußischen Armee zwischen einer äußerlichen und einer innerlichen Ehre. Wenn z. B. ein Offizier die Frau eines Kameraden verführt, so hat er noch seine äußere Ehre und es steht shm frei, diesen zu fordern. Seine innere Ehre hat er zweifellos nicht mehr." Von ver­schiedenen Blättern wurde diese ^Definition aufgegriffen und ein offizielles Dementi gefordert, das aber nicht erschienen ist.

Es kann nun allerdings bei einem vernünftig denkenden Menschen kein Zweifel darüber bestehen, daß in Ehrenange­legenheiten das Offizierskorps besonders empfindlich sein muß, denn von einer Körperschaft, die dazu bestimmt erscheint, in jedem Augenblicke für die Verteidigung des Vaterlandes ihr Leben zu lassen, erwartet man mit Fug und Recht, daß sie auch in allen anderen .menschlichen Eigenschaften gewiffer- maßen vorbildlich dasteht. Das Volk stellt dieselben Forde­rungen auch an die gekrönten Häupter, den Adel, die Priester, kurz, an alle, die erzieherisch und herrschend zu wirken haben. Nun ist aber der Ehebruch ein Vergehen, das die Gerichte zwar äußerst milde bestrafen, aber doch von allen sittlich empfindenden Menschen als eine der häßlichsten Verirrungen gegen das Moralgesetz angesehen wird. Man sollte also meinen, daß speziell ein Offizier, welcher die Frau eines Kameraden verführt, damit eine Handlung begeht, die ihn unwürdig der Auszeichnung macht, den Rock seines Monarchen zu tragen. Wie kann z. B. die für den Erfolg einer Schlacht unbedingt notwendige Opferfreudigkeit der Kameraden, mit dem Wahlspruch: Einer für alle, alle für einen geübt werden, wenn der um das Glück seiner Ehe Gebrachte Schulter an Schulter mit dem Verführer seines Weibes kämpfen muß?

9locE) schärfer aber wird die schiefe Stellung des Offiziers­korps zu der Sühne für einen Ehebruch dadurch beleuchtet, daß die innere Ehre eines Offiziers nicht davon berührt erscheint, wenn er zum Ehebrecher wird, und daß er sogar das Recht hat, den von ihm betrogenen Kameraden zum Duell zu fordern. Die Sache liegt hier also folgendermaßen: Der Offizier A. hat die Frau des Offiziers B. verführt, und er wird von dem Beleidigten zur Rede gestellt.. Das Re­sultat der Auseindersetzung ist, daß A. dem B. seine Zeugen schickt. Schießt nun A. den B. nieder, so hat er zwar ein doppeltes Verbrechen auf dem Gewiffen, nämlich Ehebruch und Mord, aber seine Ehre ist unbefleckt geblieben und als ein Ritter ohne Furcht und Tadel kehrt er in den Kreis der Kameraden zurück, wenn er seine Festungshaft abgescssen hat.

Nach den Anschauungen bürgerlicher Moral dagegen sollte ein Offizier, der einen Ehebruch begangen hat, mit schlichtem Abschiede entlassen und aller Ehren und Vorrechte seines Standes verlustig werden. Hebet sog. Eheirrungen in der Zivilbevölkerung kann man schon milder denken, nicht etwa weil es weniger verwerflich ist, wenn Gevatter mit der Gevatterin in unerlaubten Beziehungen steht, sondern weil jene Millionen, die daS Volk ausmachen, auch weiter feine Vorrechte des Standes und der Geburt besitzen oder bean­spruchen, dazu auch keine Elitemenschen darstellen wollen, die zu hervorragenden Missionen berufen sind. Wer jedoch in­folge seines Amtes oder seiner Stellung aus der Menge hervorragt, der hat auch höhere Pflichten und darf vor allen Dingen kein schlechtes Beispiel ^eben.

potttrsche^Sagessck>att.

Ein politischer Masienstreik in Preußen?

Die Frage, waS die Sozialde- .iahe tun werde, wenn shre an das preuß. Abgeordnetenhaus gerichtete, ent­schiedenen und gebieterischen Tones das allgemeine, gleiche, geheime Wahlrecht heischende .Petition" das zweifellose Schicksal der Ablehnung erfahre, diese Frage be­antwortet cm angeblich eingewe.hter Gewährsmann der VW imd desReichsboten* dahin: Gleichzeitige^Veranstaltung von Massenansammlungen in allen größeren etäbten Preußens, und zwar am Nachmittag während der Arbeitszeit Diese Kundgebung würde allerdings den Beginn des polit. Maffen- streiks bedeuten. Wenn an einem bestimmten Tage die organisierten Arbeiter schon etwa mittags Feierabend machten, um an den Protestversammlungen leilzunehmen, so ist die wahrscheinliche Folge, daß die Arbeitgeber die AuSwerruna

der Feiernden auf eine gewiße Zeit verfügen. So ist am 1. Mai verfahren worden, mit dem Ergebnis, daß z. B. in Berlin Arbeiter nach Tausenden wochenlang beschäftigungslos waren, und da augenblicklich in vielen Industrien und Ge­werben die Aufträge nicht mehr dringlicher Art sind, so würde von der Aussperrung ein wohl noch schärferer Gebrauch gemacht werden. Der ,Vorwärts* bestreitet die Absicht an ich nicht: solche Demonstrationen könnten einmal eines Tages über Nacht kommen. Indessen sei die .zuverlässige Quelle* hineingefallen, wenn sie versichere, daß bereits ein bestimmter Zeitpunkt für solche Kundgebungen festgesetzt sei.

Die Erklärung des .Vorwärts* hält nicht Stich. Ver­anstaltungen von derart weittragender Bedeutung kann auch die sozialdemokratische Parteileitung bei aller taktischen Geschick» lichkeit nicht auS dem Stegreif ins Werk setzen. Da wollen vorher viele Mitglieder der Partei, Vertrauensmänner, Gewerkschaftsführer usw. über die Zweckmäßigkeit der ge» glanten Maßregel gehört werden, da sind die für einen Massenstreik verfügbaren Mittel und Beiträge zu prüfen, endlich und vor allem müßte die Stimmung in den Arbeiter­kreisen sondiert werden. Daß ein Masienstreik unter Um­ständen die Notwendigkeit zu hungern mit sich bringt, ist wiederholt in den Erörterungen über dieses Thema betont worden. Wir bezweifeln aber, daß in der Arbeiterschaft der Gedanke, für einen .durchgesetzten' Demonstrationsnachmittag die Existenz aufs Spiel zu setzen, lebhaft begrüßt wird. Der Preis wäre ungemessen hoch für Kundgebungen, die auf die Politik vermutlich ohne Wirkung bleiben würden.

«

Weniger Soldaten.

Wenn der .Daily Expreß' zutreffend berichtet, dann strebt die englische Regierung tatsächlich eine Beschrän­kung der militärischen Rüstungen an, die allerdings zunächst nicht der Flotte gilt. Haldane, der auf deutschen Hochschulen vorgebildete KriegSmimster, soll danach beabsich­tigen, dem Unterhause die Herabminderung der Präsenzstärke des Heeres um 10 000 Mann Infanterie, 48 Batterien Artillerie, 20 Kompagnien Train und ein Detachement Tielbe­reiter vorzuschlagen, was eine Entlastung des JahreS- budget um mehrere hunderttausend Pfund bedeuten ivürde. Bei den Riesenziffern des englischen Etats ist das nicht gerade viel, aber es ist immerhin ein Anfang, der übrigens beweist, wie sehr selbst das finanziell so leistungs­fähige England die gewaltigen Ausgaben für militärische Zwecke empfindet. Die liberale Mehrheit des Unterhauses wird dem Minister wohl beipflichten, und sie kann eS getrost tun, denn einmal ist die Ueberlegentjeit der englischen Flotte über die der anderen Seemächte unbestreitbarer als je, und dann hat England im letzten Jahrzehnt seine Aufwendungen wie für die Flotte, so auch für das Heer verhältnismäßig mehr gesteigert, als es durch die anderen Staaten geschehen ist. Nach Ausiveis der vom ReichSmanneamt herausgegebenen Denkschrift verausgabte England noch im Jahre 1903 für das Heer 759 Millionen, Deutschland nur 649 Millionen. Damals war allerdings das von ziemlich kriegerischem Geist erfüllte konservativ - unionistische Kabinett am Ruder, das Deutschland die Absichten unterstellte, die eS selber hatte. Und Deutschland war so .kriegslustig', daß es die Erhöhung der Präsenzstärke seines Heeres im Nahmen eines neuen Quinquennats um ein Jahr hinausschob, aus Rücksicht auf die Finanzlage. England folgt also lediglich dem Beispiel Deutschlands, wenn es jetzt aus der gleichen Rücksicht heraus die übertriebenen Aufwendungen für das Heer eindämmt. Zu einem gleichen Verfahren bei der Flotte wird man sich jen­seits des Kanals kaum jemals entschließen. Hier dürfte daS Prinzip in Geltung bleiben: auf jede deutsche Kiellegung drei englische als .selstverständliche Pflicht* der parlamentarischen Regierung, für die Sicherheit des Jnselreichs Sorge zu tragen.

In der italienischen Kammer erklärte am Donners­tag der Minister des Aeußern Tittoni, er freue sich auS- sprechen zu können, daß die Ausführungen des engt. Staats­sekretärs Sir Edward Grey über die allg. Abrüstung seine lebhaften Sympathien gefunden hätten und er spreche die Zustimmung der Regierung zu diesen menschenfreundlichen Ideen aus. Er sei stets der Ansicht gewesen, daß es für Italien eine Tollheit, ein Verbrechen gegen das Vaterland sein würde, wenn es allein seine Rüstungen vermindern würde, während es sich inmitten eines gewaltig bewaffneten Europas befinde, das die Vervollkommnung der Rüstungen als Mittel zur Erhaltung des Friedens betrachte. Ebenso eine Tollheit und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit aber würde eS fein, wenn man sich nicht in aufrichtiger Weise den Anregungen anschließen würde, die eine gemeinsame Verminderung der Rüstungen der Großmächte bezweckten oder auf jede Weise öie Gefahr der Schrecken deS Krieges fernhielten und die unschätzbare Wohltat des Friedens sicherstellten. Tie Ver­treter Italiens auf der Konferenz im Haag würden den 9luf- trag erhalten, die Anregung Englands zu unterstützen. Er möchte wünschen, daß der Plan einer allgemeinen Abrüstung sofort praktische Anwendung finden möge, doch fürchte man vielfach, daß dieser Plan noch einige Zeit ein edler Wunsch bleiben werde auS Tiangel an einer konkreten Formel, die jedermann sichere Gewähr dafür biete, daß er nicht allein abrüste. Jedenfalls glaube er, daß Staatsmänner, die cm Gefühl ihrer Verantwortlichkeit hätten, viel für die FnedenSfiage

tun könnten unter der Bedingung, daß sie Ruhe, Mäßigung und versöhnlichen Geist in Augenblicken der Erregung und der Unruhe zu bewahren wüßten, die von Zeit zu Zeit in den internationalen Beziehungen cintretcn. Graf GoluchowSki habe in seinem Exposee bei Besprechung der ausgezeichneten Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien erklärt, die loyale Haltung beider Regierungen habe die Versuche unverantwortlicher Stellen, ihr guteß Uebereinkommen zu stören, zum Scheitern gebracht. Dieser AuSspruch scheine ihm sehr glücklich zu sein, denn er glaube, daß in allen Ländern die Unverantwortlichen eine fortwährende Ge­fahr für den Frieden darstelltcn. Die Regierung inüsie in ihren Beziehungen zum AuSlande, die von der Mehrheit deö Parlamentes und des Landes ge­wollte Politik befolgen und könne nicht dulden, daß unverantivortliche Personen dieselbe stören oder bloßstellen. Solange feste Abkommen auf der Grundlage der hochherzigen Anregung Englands nicht möglich seien,- werde dies seiner Tleinung nach daß beste Mittel sein, zur Aufrechterhaltung deS europäischen Friedens beizutragen._______________________

Deutsches Reich.

Berlin, 14. Juni. Der Kaiser ljut dem hannov. Pro- vinzial-Museum ein Bild geschenkt und folgendes Schreiben an den Vorsitzenden des hamivversä-en Provinziattandtages, den Fürsten zu Inn- und Knnphausen gerichtet:

Mein lieber Fürst!

In der Guild Hall in London befindet sich ein Kolossal- gcmälbe, welches die Kämpfe um die Festung Gibraltar im Jahre 1782, an denen die ersten Bataillone des hannover­schen 3., 5. und 6. Infanterie-Regiments ruhmvollen Anteil genommen haben, zu ergreifender Darstellung bringt. Wiederum sind heute Hannoversche Regimenter die Träger der Tradi­tionen dieser Truppenteile und tragen zum Zeichen dafür den Namen seiner vielumstrittenen Felsenfeste an ihrer Uniform. Es war mir eine Freude, von jenem Geinälde, welches auch die wohlgetroffenen Porträts Jbannoo. Offiziere zeigt, eine vcr- kleinertc Kopie an fertigen lassen zu können, die ich dem Pro- vinzialmuseum in Hannover unter Vorbehalt meines Eigen­tumsrechtes zu überweisen beschlossen babc. Möge das Ge­mälde in den vaterländischer Kunst und Geschichte gewidmeten Räumen einen Platz finden und an seinem Teil dazu beitragen, die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verknüpfen.

gez. W i l b e l m."

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Dem Vernehmen nach ist der 23. Ium als Tag für den Austausch der Ratifikationen des von den Parlamenten beider Länder angenommenen neuen deutsch-schwedischen Handelsvertrages in Aussicht genommen und demgemäß das Inkrafttreten dieses Verttages zum 24. Juni zu erwarten.

München, 14. Juni. In hiesigen politischen Kreisen wird wieder von der Möglichkeit einer Verfassungsänderung gesprochen, um dem Prinzregenten oder seinem Nach­folger bei Lebzeiten deS jetzigen Königs noch die Möglichkeit der Annahme der Königswürde zu bieten.

Ausland.

London, 14. Juni. Im Unterlaufe wandte sich Evans Gordon (kons.) an den Staatssekretär des Inneren Herbert Glad­stone mit der Frage, ob er Kenntnis habe von dem Umfang der anarch. Propaganda in London durch Zeitungen und andere Veröffenllichungen, in denen der Mord offen befürwortet wird, und n?eld)e Schritte die Regierung in dieser Angelegenheit zu tun vorhabe. Gladstone erwidert, der Umfang der anarchisti­schen Propaganda in London sei nicht beträchtlich. Die Polizei halte sich über den Inhalt aller derartigen Veröffentlichungen vollständig auf dem lausenden und werde bereit fein, daS Ver­fahren einzuleiten, wenn die Schriften einen Grund zur straf­rechtlichen Verfolgung bieten.

Der Berliner Standard-Vertreter empfiehlt die Aus­weisung ausländischer Arbeiter aus Preußen ass nachahmenswertes Beispiel für England. Er preist das Vorgehen der preußischen Behörden gegenüber ausländischen Arbeitern und Arbeiterinnen der Z i g a r e 11 e n-I n d u strie als gerecht und klug, indem einheimische Arbeiter dadurch einen wirksamen Schutz erhalten.

Dem Bureau Reuter wird auS Kairo gemeldet: Als gestern eine Abteilung englischer Truppen von Kairo nach Alexan­dria marschierte gingen fünf Offiziere in ein Dorf bei Tantah, um auf Einladung der Dorfbeamten Tauben zu schießen. Die Bewohner des Dorfes nahmen den Offizieren die Ge­wehre und schlugen sie mit Keulen. Ein Haupt­mann starb nach wenigen Stunden; ein Leutnant ist schwer verwundet, ein Hauptmann leicht.

Morning Post meldet aus Lagos, daß in der englischen Besitzung Nigeria ein Eingeborenen-Aufstand in vollem Gange ist. Tie Aufständischen überfielen die Besitzung und ermordeten den e n g l i s ch e n Be z ir kS-Ve r w a l - ter in Assaba. Darauf ging Kapitän Rudkin mit 200 Mann von der Küste ab, um Sühne zu erzwingen. Dan Eingeborenen wurde eine vernichtende Niederlage beigebracht. Ihre Verluste waren sehr schwer, die der Engländer unbedeutend. Der Feld­zug scheint aber keineswegs beendet zu sein. Die Re­gierung hat sonach eine neue Kolonial-Schwierigkeit zu über­winden.

Haag, 14. Juni. In den Abteilungen der Kammer wurde die Vorlage bett. Bewilligung eines Kredites für die Ausgaben anläßlich des Zusammentrittes der Friedenskonferenz be­raten. Man sprach den Wunsch aus, daß die niederländische Regierung für die Besprechung der Frage einer allmählichen Abrüstung eintrete.

Paris, 14. Juni. (Kammer.) Tas Haus stimmt einer Resolution bei, nach der eine Kommission den Auftrag erhalten soll, über Abänderungen des Gesetzes über die Ber g- werke zu beraten. Iaures schlägt vor, auf gesetzlichem Wege drn Kapitalisten ohne Gewalttätigkeit im Enteignungs­verfahren Fabrikanlagen usw. zu nehmen. (Anhal­tendes Murren.)

Der Senat hat in erster Lesung das Gesetz bett, die Ver­pflichtung zur Gewährung eines wöchentlichen Ruhetages angenommen.

Madrid, 14. Juni Nach Berichten hiesiger Blätter wurde feftgeftcUt, daß die Anarchisten ein Kapital von 500000 Pe­setas auf spanischen Danken deponiert haben. Man nimmt an.