Ausgabe 
12.10.1906 Erstes Blatt
 
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tttt dec Spitze Württemberg! marschiert, ihm folgt zunächst Hessen, darauf Baden. Preußen steht am Ende der Reihe. Die Anteile, mit Lenen die einzelnen Bundesstaaten in der Gesamtheit der Genossenschaften und der Genossenschaftsmitglieder vertreten sind, sind recht verschieden. Während auf Preußen 56,66 Prozent Genossenschaften und 54,70 Prozent Genossen­schafter, auf Württemberg 6,44 und 6,70 Proz., auf Hessen 3,71 und.3,21 Proz., also beide zu ziemlich gleichen Teilen entfielen, waren Bayern mit 16,72 Proz. an den Genossenschaften und mit 11,36 Proz. an den Genossen­schaftern, Sachsen mit 2,49 und 7,56, Baden mit 3,74 und 5,34, Mecklenburg-Schwerin mit 1,00 und 0,58, Sachsen- Weimar mit 0,85 und 1,03 Proz., Elsaß-Lothringen mit 2,44 und 2,09 Proz. beteiligt. Die Gründe für diese Ver­schiedenheit in der Beteiligung an den Genossenschaften und Genossenschaftern sind teils in der größeren oder ge­ringeren Beteiligung der Bevölkerung am Genossenschafts­leben, teils in dem Vorherrschen bestimmter genossen­schaftlicher Richtungen, teils in der Beliebtheit oder in dem Vorwiegen einer besonderen Genosscnschaftsart zu suchen. So ist das Königreich Sachsen z. B. mit den mit­gliedsreichen Konsumvereinen sehr stark besetzt. In anderen Gegenden haben die Raiffeisenschen oder die Schulze-Delitz- schen Genossenschaften usw. besondere Verbreitung, und die wirtschaftliche Richtung dieser Verbünde bestimmt die Zahl der Genossenschaften bezw. ihrer Mitglieder. Auch die Ver­breitung der einzelnen Haftpflichtarten auf die Einzel­staaten ist durchaus verschieden. Es kamen im Reiche von den gesamten Genossenschaften 3234 von 100000 der Zivil- bevölkerung auf die unbeschränkte Haftpflichtart, 45 auf die unbeschränkte Nachschußpflicht und 2782 auf die be­schränkte Haftpflichtart. In der unbc schränkten Haft­pflichtart steht Hessen mit 8165 obenan, ihm folgen Baden mit 7573 und Württemberg mit 7117. Die beschränkte Haftpflichtart ist in Sachsen mit 5662 am meisten ausgebildet, ihm folgen Württemberg mit 3422, Preußen mit 2587, Baden mir 2143. Hieraus geht auch hervor, welche Bundesstaaten den meisten Vorteil von der Einführung der beschränkten Haftpflicht gehabt haben. Die Verbreitung der verschiedenen Haftpflichtarten hängt im wesentlichen von der Art des Unternehmens der Genossen­schaften ab. Manche Genossenschaftsarten bevorzugen ihrer Natur nach und auch nach den Grundsätzen, die ihren ge­schichtlichen Werdegang beherrscht haben und ihn auch noch jetzt beherrschen, vorzugsweise die Form der unbeschränkten Haftpflicht, andere wühlen überwiegend die Form der beschränkten Haftpflicht, während die unbeschränkte Nach- schußpfticht im ganzen wenig Verbreitung gefunden hat. Je nachdem in einem Bundesstaate oder Gebietsteile die eine oder andere Art der genossenschaftlichen Unternehm­ung mit ihren ganz verschieden großen Mitgliederbeständen stark vorherrscht fällt auch die Verbreitung der Haftpflicht­arten verschieden aus. In diesem Sinne darf man sagen, daß diese oder jene Haftpflicht in den einzelnen Gebiets­teilen gleichsam die beliebtere sei für die Lösung wirtschaft­licher Aufgaben nach bestimnrten genossenschaftlichen Formen.

Schweizerische BauernpoNtik.

In der Herbstversammlung des Schweizerischen Landw. Vereins in Appenzell, hielt der schweizerische Bauernsekretar -Dr. Laur einen Vortrag überVolkswirtschaftliche Leit­gedanken der schweizerischen Bauernpolitik". Dem Gedanken­gange de§ Vortrages entnehmen wir folgendes:

Die größte Gefahr für das Schweizer Land und Volk liegt nicht in einer Zurückhaltung, sondern vielmehr in der weiteren Zunahme der i n b u ft r l c [ I c it Entwickelung. Während die landwirtschaftliche Bevölkerung in den Jahren 1888 bis 1900 um 38 000 Personen gesunken ist, ist die gewerbliche und indu­strielle in der gleichen Zeit um 336 000 gestiegen. Jeder Schritt, den das Land in einer Verstärkung des Industrialismus tut, be­deutet eine außerordentliche Erhöhung des Risikos des Erwerbs­lebens. Die landwirtschaftliche Bevölkerung ist aber nicht nur geeignet, dieses Risiko zu verringern, sondern sie ist unbedingt not­wendig für die Blntaussrischung der übrigen Bevölkerung. Tie Herde des nnschweizerischen Wesens finden sich in den Großstädten. Der Industriestaat zerreißt die Bande, die dle Volksgemeinschaft mnschließen. Deshalb muß das l a n d rv i r t s ch a s t l i ch e G e - deihen den Grundton der Wirtschaftspolitik geben. Eine Volkswirtschaft, die znerst dem Bauer fein Ans- kommcn gibt, bleibt immer davor geschützt, daß ihr von: Anslande die besten Säfte entzogen werden. Da die Erzeugnngskosten in der Landwirtschaft wesentlich gestiegen find, beispielsweise haben sich die Löhne seit dem Jahre 1860 verfünffacht, müssen die Preise für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse erhöht werden. Die bisherige Steigerung dieser Preise erscheint im Vergleiche mit dem Anwachsen der Erzeugungskosten sehr bescheiden.

Aus SeaSt uns Luno.

Gießen, den 12. Oktober 1906.

* * NuhestandZversetzung. S. K. H. der Groß- Herz öß haben den Direktor der Landesbaugewerkschule, Professor Herrn. Müller in Darmstadt auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen und treuen Dienste in den Ruhestand versetzt.

* * Offene Stellen. Erledigt find: die Stelle des Bezirkskassierers der Bezirkskasse Langen, die Stelle des Oberförsters der Oberförsterei Ernsthofen.

* * Lehrerpersonalien. Ernannt wurde der provis. Zeichenlehrer an der höh. Mädchenschule gn Offenbach Wilh, Broder sen zum Zeichenlehrer an dieser Schtrle unter Ver­leihung der Rechte eines definitiv angestellten Volksschul­lehrers. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Gg. Roth aus Schwandorf (Bayern) die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hörgenau. Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Stolberg-Roßla-Ortenberg (vertreten durch seinen Vormund) auf die zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Seemen präsentierte Schulamtsaspirant Otto West- rupp aus Ruppertenrod. In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Heppenheim a. d. B. Wilh. Schäfer auf sein Nachsuchen.

Lehrgänge am hygienischen Institut. In der laufenden Woche finden am hygienischen Institut Lehr­gänge über die Bekämpfung des Unterleibstyphus für die hessischen Medizin albea mten statt, die in zwei Abteilungen (vom 8.10. und vom 11.13.) an diesem Fortbildungskurs teitnehmen. Bei dieser Gelegenheit werden auch die Gießener Kläranlage und die Arbeiten zur Erschließung neuer Quellen in Queckborn (für die Wasser­versorgung von Gießen) und in Lauter (für die Wasscr- versorgung von Nauheim, Friedberg und einer Anzahl von ländlichen Gemeinden) besichtigt.

X. Dutenhofen, 11. Oft. Wie alljährlich zum großen Laubhüttenfest waren auch heute wieder im hiefiaen Jagd­

schlößchen die Israeliten aus der Umgegend von Wetzlar, Gießen und bis zum Biebertal zum gewohnten JahreSball versammelt. Der große geräumige Saal sowie alle Neben­räume waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Mar­burger Jägerkapelle spielte fleißig zum Konzert lind Tanz aus und Küche und Keller des Herrn Weber sorgten aufs beste für die zahlreichen Besucher. Erst in später Abendstlmde trat man die Heimreise an.

x Usenborn, 11. Oft. Hier wurde eine alte Bauersfrau von einem lvild gewordenen Mutterschwein angegriffen, zu Boden geworfen und an Kopf und Brust üon den Hailern deS Tieres schwer verletzt. Auf die Hilferufe der Frau eilten Männer herbei, die nur mit Mühe das wütende Tier verjagen konnten.

Homblirg v. d. H., 11. Oft. Kriegsminister v. Einem reiste heute früh nach Berlin zrirück. Staatsscfretär v. S t e n g e l verblieb noch in Homburg.

Marburg, 10. Oft. Zu dem RiesenfonfurS des verschwundenen ehem. Universitäts-Buchhändlers Schramm ist zil melden, daß bei dem heutigen gerichtlichen Verfalls deS neuen Geschäftshauses in der Markt gas sc ein Agent Baumnun auS Mainz mit 225 000 Mk. Höchstbietender blieb.

X AuS dem Kreise Biedenfopf, 10. Oft. Einen tragischen Abschluß fand vorgestern eine in Gönnern im Breitenbacher Grund abgehaltene sog. R e k r u t e n - A b s ch i e d s- feier. Als die jungen Burschen lind Mädchen auf dem Heim­wege nach dem eine Stunde entfernten Frechenhausen waren, gaben sie auch unnötigerweise Revolverschüsse ab. Bei dieser Gelegenheit erhielt der 17jährige Heinrich Henn aus Frechenhausen einen Schuß in den Kopf, der den Tod des jungen Burschen zur Folge hatte. Heute traf bereits das Gericht aus Biedenkopf ein, um die nötigen Erhebungen zu machen. ___ _____

Die Ausstellung des oberhessischen ObstbanvcreinS.

(Original-Bericht des Gießener Anzeigers.)

(s.) Lauterbach, 11. Oft.

Heute vormittag 11 Uhr fand die Eröffuuug der Obst- a u s st e l l u n g im Saalbauzum Johannesberg", hier durch den Vorsitzenden des Oberhessischen Obstbauvereius, E^rasen O r i o l a , statt. Außer dem Komitee waren noch anwesend Kreis­rat von Bechtold-Lauterbach, der Direktor der Laudwirtschasts- schule in Friedberg, Dr. von Peter und Lehrer Dr. Hoffmann- Friedberg.

Graf Oriol a wies aus die Wichtigkeit des Obstbaues ius- besondere im Vogelsberg hin, für dessen Erfolg die vorzüg­liche Ausstellung spräche. Redner hofft, daß ein Zusammen­schluß aller Obstbauvereine Hessens zustande kommen wird, und daß diese Vereinigung dann auch eine Vertretung in der Landwirtschaftskammer möglich mache, und endet mit einem Hoch auf Se. K. H-. den Großherzog. Kreisrat v. Bechtold begrüßte die Anwesenden namens des Kreises und des Bezirks Lauterbach und spricht seine Freude darüber aus, daß Lauterbach als Ausstellungsort gewählt wurde. Dr. Hofsmaun gab, die Anwesenden führend, mit vorzüglichem Vortrag ein Bild über die einzelnen Klassen des ausgestellten Obstes und der darauf be­züglichen Gegenstände. Es ist tatsächlich von Straßenverwnlt- ungen, Genossenschaften und Privaten ganz vorzügliches geleistet. Vorherrschend find natürlich die A e p s e l in den verschiedensten Sorten. Die Größe der Früchte und die Schönheit und Rein­heit der Färbung sind entzückend. Das Arrangement, das in den Händen des Dr. Hofsmann-Friedberg lag und bie Aus­schmückung der Ausstellungsräume durch die hiesigen Gärtner Lüdke, Beyer und Schuchardt verdienen volle Anerkennung. Be­sonders hervorzuheben ist noch die Ausstellung von Gerät­schaften zum Obstbau' und zur Obstvcrwcrtnng durch die Firmen Ludwig Kalbfleisch und C. Tb. Helfenbein, hier. Ebenso verdienen besondere Erwähnung die Obst- und Gcmüse-Sammel- ausstellungen der Freihcrrlich Riedesel'schen Gärtnereien aus Altenburg (Schloßgärtner Scherwatzl'c, und Eichhof bei Lauter­bach (Schloßgärtner Sübfci. Als Preisrichter wirkten Dr. von Peter-Friebberg, Obstbantechniker Metternich-Büdingen und Ober­gärtner Schildknecht-Vilbel.

Um 1 Uhr fand gemeinschaftliches Essen der Ko­mitee-Mitglieder statt. Graf Oriola hob bei seiner Tischrede nochmals die Wichtigkeit des Obstbaues für deu Vogelsberg her­vor und dankte allen, die werktätig an der Ausstellung geholfen haben. Er dankte außerdem dem hiesigen Bezirk dasür, daß die Ausstellung hier in Lauterbach ausgenommen wordeu ist. Lauterbach sei ihm bis jetzt fremd gewesen. Er sei aber ganz entzückt über die Schönheit der Lage. Nachdem Redner noch die Leistungen des Rendanten Wahl, hier, auf dem Gebiete des Obstbaues hervorgeboben hatte, trank er aus das Wohl Lauler- bach's, der Perle Oberhessens. Obstbautechniker Metternich erwähnte, daß er schon viele Ausstellungen mitgemacht habe, daß aber noch keine den Preisrichtern so wohl gelungen in die Hand gegeben worden sei wie die hiesige: die sorgfältige An­ordnung mache den Preisrichtern leichte Arbeit. Er heb! noch­mals die Schönheit der Früchte hervor, die beweisen, daß der hohe Vogelsberg besser sei, als sein Ruf. Redner hofft, daß auch bald Händler in der hiesigen Gegend Obst auskausen und angemessene Preise dafür bezahlen werden, da die gegenwärtig hier gezahlten Preise der Güte des Obstes nicht entsprächen.

Tas aufgestellte Glücksrad bildete für die Besucher einen Hauptanziehungspunkt und dürfte ansehnliche Einnahmen auf­zuweisen haben. Der Gesamteindruck der Ausstellung ist ganz vorzüglich und beweist, daß zielbewußte Arbeit Gutes zu er» zcuaeu v. cniag.

vermachtes.

* Eine Klosettsteuer ist bie neueste Erfindung auf dem steuerlichen Gebiete. Ihrer Vaterschaft darf sich der Bürgermeister von Salzwedel rühmen. Dort wird, wie bei uns in Gießen, eine Kanalisation eingeführt, und bennit sich die Kosten auch verzinsen und amortisieren, wurde geprüft, auf welche Weise man das meiste herauswirtschaften könne. Mancherlei Vorschläge wurden gemacht, und schließlich verfiel nian auf eine Klosettsteuer, von der man, wie der Bürgermeister in Empfehlung seines Vorschlags darlegte, eine ganz hübsche Einnahme erwarten könne. Drei bis fünf Mark zahle jeder gern. Darauf wurde die Klosettsteuer mit großer Mehrheit angenommen.

"Ein Studentenulk scheint folgendem Vorfall zu Grunde zu liegen. Ter Ingenieur Otto Wiebe in Erfurt reifte am 30. September nach Uslar zu einer Familienfeier. Tort wurde er am nächsten Tage plötzlich verhaftet und ins Gefängnis gebracht, ohne daß man ihm mitgeteilt hatte, weshalb. Am andern Vormittag um 1/A1 Uhr erschien ein dlmtSgerichtSrat zum Verhör be§ Verhafteten, der nun auch den Grund seiner Festnahme erfuhr: Von Halle aus war an ihn anscheinend von mehreren ihm bekannten Studenten nach durchkneipter Nacht ein Telegramm folgenden Inhalts abgeschickt worden:Kind tot, alles entdeckt, fliehe über Wien!" Erst nach längeren ausführlichen Erklärungen deS Ingenieurs wurde dieser freigelassen mit der Weisung, USlar nicht zu verlassen. Nach einigen Tagen erst erhielt er von der Staatsanwaltschaft in Halle ein Schreiben, daß das Ver­fahren gegen ihn eingestellt sei. Ob sich die Polizeibehörden

nicht hätten denken können, daß, falls ro(rrrifl) em sorcyer KindeSmordSfall vorläge, derartige offene Depeschen nicht Der» sandt würden. _______

Auf eine 25 jährige Tätigkeit als Universitätsprofessor kann mit Beginn dieses Wintersemesters der Ordinarius der Mineralogie und Petrographie an der Universität Straß­burg i. E. Dr. Hugo Bücking zurückblicken, ^cr Geehrte steht im 56. Lebensjahre. Er stammt aus Bieber bei Kassel, absolvierte das Marburger Gymnasium und widmete sich dem Studium der Matl-ematik und Naturwissenschaften. 1877 wurde er Assistent am Straßburger mineralogischen Institut und 1883 übernabi" er den Lehrstuhl für Miner-iloaie in Straßburg.

TtLLttßt rrnd

Musikalisches. Aus Frankfurt a. M. wird ge-- schrieben: Obgleich in unserer Stadt auch für diesen Wmter bereits mehrere hundert Konzerte festgesetzt sind, beanspruchen die Veranstaltungen der Museumsgesellschast nach wie vor auch für auswärts das größte Interesse. In dieser Saison wird das sogar noch mehr der Fall sein als srüher. Denn da für S. v. Haus­egger kein genügender Ersatz gesunden werden konnte, sah sich bie Gesellschaft genötigt, für dieses Jahr Gastdirigenten ans allen deutschen Landen und sogar dem Auslände zu enga­gieren und letzten Endes ans der Rot eine Tugend zu machen. Neben größten Meistern des Taktstockes kommen auch jüngere und wenig bekannte Talente zu Wort, auf deren Produktionen man gespannt sein darf. Einer der besten und echtesten hat nun die beiden ersten Konzerte dirigiert: Generalmusikdirektor Felix Mottl, über dessen Darbietungen auch in solchen Fällen die Kritik fern Wort der Anerkennung mehr zu sagen braucht. Die sonst durchweg klassischen Programme wurden mit der Vier­ten Symphonie in Es-dur von Bruckner abgeschlossen, für die diesmal der beste Interpret gewonnen war. Vielleicht trägt Mottls Leistung wieder dazu bei, auch bei uns Bruckner bekannter zu machen: Denn auch von feiten der Museumsgesellschast hat man sich bisher gegen den Wiener Meister gestemmt.,

Man schreibt uns aus Mannheim: Die von Pro­fessor Billing erbaute städtische Kunsthalle, welche die Inter­nationale Kunst-Ausstellung 1907 aufnehmen wird, ist im Rohban nahezu vollendet. Am Friedrichsplatz wachsen die nach den Plänen des Professors Säuger errichteten mächtigen Ausstellungshallen empor. Die einzelnen Sondergärten, wie z. B. der japanische Garten, und die Sonderabteilungen, wie z. B. die S ch w a r z w a l d a u s st e l l u n g , treten in ihren äußeren Formen deutlich hervor. Zweifellos wird Mannheim int nächsten Jahre, dem Jahre seines 300 jährigen Stadtjubiläums, das Ziel zahlreicher Besucher werden.

LandwerLschaft.

= Aus bent Kreise Gießen, 11. Oft. Das lang anhaltende schöne Herbstwetter ist der Landwirtschaft sehr zu gute gekommen, hat eS doch die Ernte der Hackfrüchte und die Her bst aus saat außerordentlich begünstigt. Die Kartoffelernte ist nicht so günstig ausgefallen, sie sind klein geblieben, Dickwurz und Gemüse liefert eine gute Ernte. Die meisten Leute sind auch schon mit der HerbstauSsaat von Korn und Weizen zu Ende. Das Korn steht auf manchen Acckern schon mehrere. Zentimeter hoch.

Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

18. Sonntag nach Trinitatis, den 14. Oktober: Erntedankfest.

(Shittesblenft.

In der Stadtkirche.

Vormittags 91', Uhr: Pfarrer Schwabe.

Im Anschluß barmt: Feierliche Eröffnung des Konfirmanden- nntcrrichts der Mark n sgemeinde, wozu besonders attch die Eltern imb, Angehörigen der Kinder cingclabeu tuerben.

Vormittags 11'/. Uhr: Kinderlirche für bie Markusgemeinde.

Pfarrer Schwabe.

Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Int Anschluß barmt: Feierliche Erössnung des Konfinnanden- untcrrichtS der M a t th ä u Sgemeinde, wozu besonders auch die Eltern und Angehörigen der Kiitder eingclabcn werden.

Montag den 15. Oktober, abends 8 Uhr, int M atthäus - saal: Vereinigung der konfirmierten tv e i b l i ch e n Jugend der MatthäuSgcmeinde, woztt auch bie Neukonsirmierten cingclobcn werden.

Dienstag den 16. Oktober, nachmittags 4 Uhr, im, Ma11häu s- saal: Versautmluttg des F r a u e n m i s s i o tt s v e r e i n s, wozu die Mitglieder cingeladeit und weitere Teilnehmerinnen herzlich willkommen geheißen tucrbcit. (Die nächste Versammlung, findet bereits Dienstag den 23. Oktober statt. Voit da an regelutäßig alle 14 Tage.)

Donnerstag, beit 18. Oktober, abends 8 Uhr, int Markussaal: Bibelstunde. (1. Brief an beit Timotheus.)

Pfarrer Schwabe.

In der Johanueökirche.

Vormittags 9'/. Uhr: Pfarrer Eule r.

Im Anschluß baian leserliche Eröffnung des Konfirmanden.

Unterrichts aus der L u k a sgemeinde und der M i l r t ä rgemeinde.

Vorntiltags 11'/. Uhr: Kindergottesdienst für die Lukas- gemeinde. Pfarrer Euler.

Abends 5 Uhr: Pfarrassisteut Steiner.

Nach allen Gottesbicusten besonbere Kollekte für die Armen.

Abends 8 Uhr im Konfirmanbensaal: Versammlung und Bibel­besprechung.

Sonntag den 14. Oktober, abends 71/, Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukasgemeinde im Konfir- mandensaal, Liebigstraße 56. Pfarrer Eule r.

Montag den 15. Oktober, abends 8 Uhr, int Konfirmandensaal der Lukasgemeinde, Liebigstraße 56: Bibelstunde. Text: 1. Petr. 3, 8 ff. Pfarrer Eule r.

Freitag den 19. Oktober, nachmittags 5V3 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde im Üon- firmandensaal, Liebigstraße 56. Plärrer Euler.

Katholische Gemeinde.

Samstag, den 13. Oktober:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

Sonntag, den J4. Oktober:

19. Sonntag nach Pfingsten.

Vormittags von 61/. Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.

, um 7 Uhr: Tie erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.

, um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.

um 91/, Ubr.- Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 5l/9 Uhr: Ehristtznlebre; darauf Nosenkranzandacht mit Segen.

, An den Werktagen^ ist täglich des Abends um 61/, Uhr: Nosenkranzandacht mit Segen.

WZ

dick eingewickelt, wenn wir erkältet waren; dann mußten wir Tee trinken und Saft schlucken und wenn wir auch Zuckerzeug bekainen, dann verdarben wir uns den Magen und waren erst recht krank. Und heute ? Da gibt man einfach Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen und die raumen mit so einer Erkältung auf, daß es eine Lust ist. Eure Atnlter ist sehr klng, das; sie auf das veraltete Zeug nichts hält und dafür Fays Sodener nie ausgehen läßt. Tie Schachtel tostet nur 85Pfg. imb in allen

Geschäften zu haben. [hv1*^

Wes die Srossifflutler za sagen weiss:

Zn meiner Zeit, Kinderchen, da hat man uns den Hals