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12.10.1906 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

Freitag 12. Oktober 1906

156. Jahrgang

Auf dem in der nächsten Woche in Breslau siattstnden- den Parteitag der Neichspartei wird in der öffent­lichen Hauptversammlung der greise Abg. v. Kar dorff den ersten Vortrag halten über die künftigen Aufgaben der Reichs- Politik, und ihn einleiten mit einem historischen Rückblick. Von Herrn v. Kardorff ist einmal gesagt worden, daß auch er dereinst Memoiren hinterlassen werde, die die inter­essanteste Episode in der Geschichte des neuen Deutschland, den Rücktritt des Fürsten Bismarck, behandeln. Ohne Zweifel zählt der hochbegabte Parlamentarier zu den bestinformierten polit. Persönlichkeiten. Er war nicht nur ein Vertrauter des Fürsten Bismarck, den er im Sachsenwalde besuchte, als dortdie Pest ausgebrochen schien", sondern er war auch parlamentarischer Nachbar und Freund des Fürsten Herbert Bismarck bis zu dessen Tode. Aller Wahrscheinlich­keit nach weiß also Herr v. Kardorff um die Begebenheiten jener denkwürdigen Märztage, die durch die Memoiren des Fürsten Hohenlohe jetzt in so scharfe Beleuchtung gerückt werden, und es ist ebenso möglich, daß er sein Urteil darüber in eigenen, für spätere Veröffentlichung bcstinimten Erinne­rungen niedergelegt hat. Es ist nicht ausgeschlossen, daß Herr v. Kardorff, den sein Temperanient auch jetzt noch fort» reißt, in Breslau zu der Erörterung über die Bismarck- Erinnerungen des Fürsten Hohenlohe auf Grund seiner Kennt­nis der Dinge des Näheren Stellung nimmt. Ganz vorüber- gehen dürfte er an diesem bedeutsamen Memoirenwerk kaum, da ihn vermutlich die eine und ander: Aufzeichnung des Fürsten Chlodwig zum Widerspruch reizen wird.

Krgensätze.

Von nationalliberaler Seite wird un§ heute ge­schrieben:

Seit langem klaffen im nationalliberalen Lager Gegen­ätze grundsätzlicher Natur. Wir meinen nicht die verschiedenen Anschauungen, die z. B. Basser manu vom Herrn v. Hey l trennen, sobald sozialpolitische Fragen aufs Tapet kommen das sind ganz gesunde Meinungsverschiedenheiten, ohne die eine Partei gar nicht existieren kann. (? D. Red.) Auch der Gegensatz zwischen dem agrarischen und dem linken Flügel der Nationalliberalen, wie er im Reichstag wiederholt in ziemlicher Schroffheit zutage getreten ist, hat wenig prinzipielle Bedeutung, denn in einer Partei, die aus verschiedenartigen Elementen zusammengesetzt ist, lassen sich solche Zwiste nicht vermeiden, wenn man nicht eine rigorose Doktrinen- und Prinzipienwirtschaft treiben will.

Aber die Gegensätze zwischen den Jungen und den Alten liegen in der liberalen Partei tiefer. Den Jungen geht das behutsame Vorgehen der Alten man nennt das bei den Jung- oder Neuliberalen auch Leisetreterei

wider den etwas demokratischen Strich, sie wollen eine schärfere Tonart bei aller Liebe für die nationalen Jntereffen, sie wollen ach Gott, was wollen die Jungen, manchmal allzu Jungen nicht noch alles!

Da war es denn nur natürlich, daß man in Gosla« gleich zu Beginn der Verhandlungen ziemlich schroff aufein­anderstieß. Die Partei hatte ähnliches wohl auch bereits vorausgesehen, denn sie hatte sich eine recht hübsche Anzahl von nationalliberalen Parlamentariern verschrieben, die die Haltung der nationallibcralen Reichstagsfraktion verteidigen sollten. Die Fraktion hatte nämlich, wie man zur Genüge weiß, ziemlich viel auf dem Kerbholz.

Die Herrschaften faßten eine Resolution, die einem Vertrauensvotum für die Reichstagsfraktion gleicht, wie ein Ei dem andern. Man wußte, als man diese Resolution las, nicht, sollte man darüber lachen oder sich nur wundern. Die jungliberaleu Herren, die erst, wie man in Berlin sagt, eine Lippe riskierten", waren mit diesem Vertrauensvotum völlig einverstanden es ist die gleiche Geschichte, wie in Mannheim, nur in weltmännischer Tonart. In Wirklichkeit dürfte das Resultat von Goslar wenig zufrieden­stellend soivohl für die Alten, wie für die Jungen fein, denn der Riß ist da. Gewiß aber auch die versöhn­liche Stimmung auf beiden Seiten, wie sie in Mannheim zutage getreten ist. Und so hat der Mannheimer Parteitag in dem Goslarer Parteitag ein Pendant gefunden, was man nicht für möglich gehalten hätte.

Es ist ein Zeichen der Zeit, daß Gegensätze auf diese Weise überbrückt werden. Im Leben der Parteien ist manches nicht so, wie es sein soll, und daraus ergeben sich Weiter­ungen, die, bei einiger Betonung von Prinzipien, zu Brüchen führen müßten. Das ist in allen Parteien so. Aber wie wir heute in der Weltpolitik den Frieden goutieren, so ge­schieht das auch in der Parteipolitik, und Spaltungen, Trenn­ungen, wie wir sie einst erlebten, sind heute ausgeschtoffen. Es kann ja vorkommen, daß sich ein kleines Parteichen auf­macht, wie beispielsweise die demokr. Welfen, die jüngst ihren ersten Geburtstag feierten, aber das sind nur Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Für Neubildungen ist unsere Zeit an sich viel zu tolerant, eher mausern sich die bisherigen politischen Gebilde nach ihrer Jnteressenseite um.

Jnteressenpolitik, das ist in unseren Tagen nicht das Feldgeschrei, aber der stille, und deshalb nicht minder ge­waltige Zug, der nicht neugestaltend, aber im Geheimen um­formend wirkt. Was sind uns Prinzipien und Dogmen heute noch? Selbst bei französ. Parteipolitikern kommen sie ins Wanken reden wir nicht weiter darüber! Wir sehen über Gegensätze hinweg wie es ausfällt, wird sich schon zeigen.

Kißncrt.

Wie wir meldeten, h?.: S. K. H. der Großherzog die Wahl des sozialdemokratischen Stadtverord­neten Eißnert zum Beigeordneten der Stadt Offenbach bestätigt.

Großherzvg Ernst Ludwig ist als der deutsche Bundes­sürst allenthalben bekannt, der über dem Parteigetriebe zu stehen beflissen ist, der nicht nur der erste Diener des Staates, sondern auch der allen Ständen gleich wohl­wollende Fürst sein will; der nicht nur denZufriedenen" undLoya'en", sondern auch denUnzufriedenen", den Nörglern" undSchwarzsehern" im Lande ein gerechter Herrscher sein will. Darum auch genießt Ernst Ludwig in allen Kreisen des hessischen Volkes das Vertrauen, die Zu­neigung und Anhänglichkeit, von denen der schwäbische Dichter Uhland in seinem herrlichen Gedicht Gras Eberhart im Barte als den Edelsteinen eines Landes singt.

Der Großherzog Hut keine Bedenken, daß der neue Offenbacher Beigeordnete etwa seines Amtes nicht im Rahmen des Gesetzes walten werde. Der Fürst hat eine stärkere Zuversicht in die Macht von Gesetz und Recht als viele andere, die sich gern ein sozialfreundliches Mäntel­chen umhängen. Demgegenüber ist es sehr bemerkenswert, daß zwei Kreisausschüsse des Landes die Wähl zweier So­zialdemokraten zu Beigeordneten in Dorfgemeinden ab­gelehnt haben. Im Gegensatz zu diesen befällt unseren Landesherrn keine Angst, daß der von ihm bestätigte sozial­demokratische Beigeordnete nun den gemeindlichen Einrich­tungen, in denen der Stellvertreter des Bürgermeisters, zu wirken hat, schaden könne. Er weiß als aufgeklärter Fürst sehr gut, daß nicht Unzufriedenheit allein es ist, welche die sozialdemokratischen Cadres formiert und ge­stärkt hat, sondern gerade und in höherem Maße der Zorn über Zurücksetzung, ungleiche Behandlung.

Man darf annehmen, daß der Großherzog die Be­stätigung des Offenbacher Beigeordneten in Ueberein- stimmung mit dem Staatsministerium aus­gesprochen hat, und es ist sonach auch vorauszusehen, daß das Ministerium des Innern die Wahlen in Mühlheim und Kelsterbach bestätigt. Mögen doch nur ruhig Ge­meinden, die es durchaus wollen, die Probe auf das Exempel machen, mögen sie sehen, wie weit sie unter sozialdemokratischer Verwaltung kommen. Erfahrungen haben stets erzieherischen Wert.

In derOffenb. Ztg." lesen wir heute:

Eißnert weilte dieser Tage selbst in Darmstadt. Ms ein Sieg der Sozi al d emo kratie ist diese Bestätigung in­dessen nicht aufzufassen, da Herr Eißnert sich zu w eitgehen- den Konzessionen nach dieser Richtung veranlaßt sah.

«ezugSpret-r monatlich7bP!., viertel» jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk.2. viertel» jährl. cuckschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesinuniner bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 Pf* auswärts 20 Pig.

Verantwortlich für den polit. und allgem. Teil: P. Witt ko: für ,Stadt und Land" und .Gerichtsfaal": Ernst Heß; für den An­zeigenteil: HanSBeck.

Are Heutige Yummer umfaßt 10 Seiten« Halter?war*e" Konsequenzen" nichts darin ent»

Komische Lagesscharr.

Die erste Interpellation.

Wie die vorjährige Reichstagssession, so wirb, wie uns gestern telegraphiert mürbe, nach einer Ankündigung desVorwärts" auch die diesjährige durch eine Debatte über die Fleischteuerung em geleitet werden auf Grund einer entsprechenden sozialdemokratischen Inter­pellation. Sofern nicht in den nächsten vier Wochen die Entschließung des Kaisers über das Verbleiben des preußischen Landwirtschastsministers im Amt fällt, sofern ferner nicht das wieder heftig auftretende rheu­matische Leiden des letzteren in dieser Zeit sich ver­schlimmert, wird also Herrn v. Podbielski im Reichs­tag Gelegenheit gegeben werden, sich darüber zu äußern, ob er noch immer die Fleischteuerung für einevorüber­gehende" Erscheinung hält. Die Zahlen der Statistik würden es dem Minister unmöglich machen, sich nochmals hinter solche Erklärung zu. verschanzen, denn sie beweisen, daß seit Anfang d. I. bei den Fleischpreisen die steigende Tendenz sehr schnell wieder eintrat, wenn einmal ein kleiner Rückgang zu verzeichnen war. Also nicht die Teuerung, sondern die Verbilligung erweist ich als vorübergehende Ersche inung, und heißt die Forderung nach Erleichterung ausländischer Viehzufuhr auf das nachdrücklichste stellen, wie es neuerdings auch seitens der nationalliberalen und städti­schen Zentrumspresse geschieht. Die agrarischeDeutsche Tagesztg.", die sich selbst zum Leibblatt des Herrn v. Poo- bielski befördert hat, 'läßt sich demgegenüber angelegen sein, dem MinisterAbwehrmaterial" an die Hand zu geben. Sie behauptet, nur der Preis eines einzigen Agrarproduktes, eben des Fleisches, fei gestiegen. Tatsächlich sind aber auch Eßbutter und Eier teurer geworden. Sie behauptet ferner, die Verteuerung! der Jndustrieprodukte datiere schon seit längerem und werde auch auf allgemeine Bedarfs­artikel, wie Eisen, Kohle, Textilwaren, erstreckt. Der Preisaufschlag auf letztere wird aber von der breiten Masse des Volkes doch nicht so drückend empfunden, als die Verteuerung des notwendigsten Nahrungsmittels.

Erwerbs- und Wirlschaftsgenoffenschaften.

Wie aus amtlichen Zahlen hervorgeht, gab es am 1. Januar 1904 im Deutschen Reiche 23128 Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschasten mit 3 378 265 Genossen. Es ist von Interesse, zu vergleichen, wie sich das Genossenschafts­wesen in den einzelnen Bundesstaaten entwickelt hat. Von den gesamten Genossen kamen im Reiche auf 100 000 der Zivilbevölkerung 6062, in Preußen 5417, in Bayern 6277, in Sachsen 6188, in Württemberg 10 540, in Vaden 9761, in Hessen 9852 und in den übrigen Bundesstaaten 6018. Hieraus geht deutlich hervor, daß im Genossenschafrswesen

Die Denkwürdigkeiten des Jürsten Mo durig zu Kohentoye-Schiüingsfürst

sind nun erschienen. Auf dem Titelblatt ist zu lesen:Jrn Sluftrage des Prinzen Alexander zu Hohenlohe- Schillingsfürst, herausgegeben vonFriedrichCurtiuS." Weber die Entstehung des Werkes macht EurtiuS Mit­teilungen, in denen es heißt:

Am 31. März 1901 feierte Fürst Hohenlohe, der im Herbst vorher das Amt des Reichskanzler» niedergelegt halte, zu Kvlmar im Hause seines Sohnes feinen Geburtstag. Nach dem festlichen Mahl sprach er mir gegenüber den Wunsch aus, den Nest seines Lebens dafür zu verwenden, seine schriftlichen Aufzeichnungen zu ordnen und deren Veröffentlichung vorzubereiten. Die Ent­scheidungen über Einzelheiten wurden auf weitere Besprechungen verschoben, die ober nicht mehr stattgefunden haben. Für den Prinzen Alexander und für mich ergab sich die Verpflichtung, den letzten Willen des Fürsten, soweit möglich, auszuführen. Nach seinem Scheiden kann es sich nur darum handeln, die hinterlassenen Auszeichnungen, soweit sie zur Veröffentlichung geeignet sind, gemäß dem Willen des Entschlafenen weiteren Kreisen zugänglich zu machen.

Dazu bemerkt die »Voss. Ztg.":

In der Beurteilung dessen, was zur Veröffentlichung ge­eignet war und was nicht, werden der Herausgeber und viele Leser auseinander gehen. Es ist auch kaum anzunehmen, daß tfürft Chlodwig jemals mit der Veröffentlichung seiner Auszeich­nungen gerechnet hat, es sei denn für eine Zeit lange nach seinem ^.ode. Man wird der Ansicht zustimmen müssen, daß hier eine wunderliche Indiskretion vorliegt. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, daß die Aufzeichnungen von außerordent­lichem Werte sind und aus die mannigfachsten Dinge und Personen ein scharfes Streiflicht werfen. Der Eindruck, den man aus den ersten Proben erhält, wird dahin gehen, daß auch in den höchsten Regionen mit Wasser gekocht wird. Man kann einmal einen Blick hinter die Kulissen tun und findet, daß auch die Personen, die dem profanen Volke als Götter oder Halb­götter erscheinen sollen, nur Menschen sind. Für Staatsober­häupter und Staatsmänner aber enthält diese Veröffentlichung die gute Lehre, sich immer gegenwärtig zu halten, daß auch ihre Aeußerungen niedergeschrieben und schneller, als sie wün­schen, der Mitwelt und Nachwelt übergeben werden können.

Die »Deutsche TageSztg." sagt:

Sieten auch die Aufzeichnungeil des dritten Kanzlers wenig sachlich Neues und noch weniger geschichtlich Bedeutendes, so werden sie doch durch das Beiwerk und durch die fabelhafte Offenheit, mit der Fürst Hohenlohe alles mitteilt, was er gehört, erfahren und gemcrit hat, eine starke Ueberraschung Hervorrufen, die des pe in l i ch en Beigeschmacks nicht entbehren. Das Urteil deS Kaisers, daß die Veröffentlichung am jetzigen Zeitpunkt taktlos und bedenklich sei, wird durch den Inhalt des Gesamtbuches bestätigt. Die Erörterungen, die sich daran knüpfen werden und knüpfen müssen, dürften kaum dem Reiche zum Segen gereichen.

Tie ,Berl. Neuest. Nachr." schreiben:

Die beiden Bände Hohenlohe'scber Aufzeichnungen beweisen, daß chem Herausgeber das Urteil über das, was man verössent- lichen könne und was man unterdrücken müsse, absolut gefehlt hat. Erst wenn er auf die Kanzlerschaft kommt, fällt ihm mit einem Male die Pflicht der Diskretion ein. Wir bedauern das im Reichs-Interesse auf das höchste, würden auch Be­denken tragen, das Wichtigste wiederzugebeit, wenn damit irgend etipas ausgerichtet wäre. 1

Tie Nat. - Ztg. meint, man wird ruhig behaupten dürfen, daß es dec l e tz t e W i l l e d e s F ü r st e n s ch w e r 1 i ch gewesen ist, seine Memoiren so im Druck erscheinen zu lassen, wie sie uns jetzt vorliegen. Wäre er in der Lage gewesen, dieEnt­scheidung über Einzelheiten" noch zu treffen, so wäre wohl der größere Teil dessen a u s g e m e r z t oder überarbeitet worden, was jetzt das größte Aussehen macht. Auch davon ab­gesehen, hätte eilt anderer Bearbeiter feine Pflicht gegen ben Verstorbenen doch wohl wesentlich anders aussassen dürsen.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt in einer Besprechung der Memoiren zu der Anführung derHamb. Nachr.", der Kaiser habe eines Tages, als er mit dein Fürsten zum Reichskanzler-Palais fuhr und die russische Sache wieder leb­haft erörtert wurde, den Wagen plötzlich halten und den Fürsten aussteigen lassen: Wir sind ermächtigt diese Erzählung für eine Fabel zu erklären. Unrichtig ist auch die Mitteilung derNationalztg.", daß die Geschichte jener Märztage auf Befehl des Kaisers von einem damals noch aktiven Staatsmann niedergeschrieben worden sei. Nichtig ist, daß eine auf jene Zeit bezügliche Niederschrift besteht, die der Kaiser selbst einem Adjutanten diktiert hat.

DieHamb. Nachr." bemerken dazu:

Wir wissen nicht, wer dieNordd. Mlg." ermächtigt, diese Erklärung abzugeben. Was wir dagegen um so genauer wissen, i)t, daß der verewigte Fürst uns den peinlichen Vorfall, den das ossiztöse Blatt in das Gebiet der Fabel' verweisen ntöchte, wieder holt und genau so geschildert hat, wie wir ihn nutgeieilt haben. Wir müssen es derNordd. Allg. Ztg." überlassen, nch mit der Tatsache abzufinden, die wir jeden Augen­blick vor Gericht eidlich erhärten und bereit Richtig­keit noch andere Zeugen bestätigen können.

DieBohemia", die zuerst in der Lage war, von dem Telegramm des Kaisers an den Fürsten Philipp zu Hohen­lohe Kunde zu geben, beutet jetzt an, baß bie Wendung von den unabsehbaren Konsequenzen sich doch in der Urschrift be § TclegrammS befunden habe und baß für die halbamtliche Wiedergabe des Telegramm-Textes diese Wendung wegrebigiert worben sei. Wie baSB. T." hört, sei tiefe Andeutung völlig grundlos. Der halbamtlich veröffentlichte Wortlaut decke sich oollstänbig mit dem ber Urschrift. Auch derKöln. Ztg." wird aus Berlin tele- grapHiert: Diese Annahme ist ganz falsch. Wir können aus das Bestimmteste versichern, daß die Depesche des Kaisers wörtlich so gelautet Hat, wie sie in derNordd. Mg. Ztg." veröffentlicht wurpe und daß somit vonun-

-kr. 240

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Dem Gießener Anzeiger werben im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Sietzener Familien, blätter viermal in bet Woche beigelegt.

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