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12.3.1906 Zweites Blatt
 
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Pforzheim, 10. März.

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g«ng der Liberalen, zu der die Junglweralen tatkräftig mitgearbeitet hätten. Die Vereinigung sei von größerer prin­zipieller und moralischer Bedeutung, als das zahlenmäßig erscheine. Mit der Vereinigung und Tätigkeit der Jung- liberalen sei auch eine kräftige Betonung des liberalen Stand­punktes in der nationalliberaleu Partei eingekchrt. (Beifall.) Badens Volk habe bei den lebten Wahlen gezeigt, daß die Kraft des liberalen Gedankens größer sei, als manche geglaubt haben. Weitere unermüdliche Arbeit sei not­wendig, gemeinsame Arbeit unter Wahrung der Individualität der einzelnen Gruppen. Praktische Arbeit muffe geleistet werden, man muffe aufbauen und weiterentwickeln im Sinne eines gesunden Liberalismus.

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weiter verfolgt wird, man bald ein dieses endgiltig herzustellen.

Die Erklärung des Botschafters Polizeifrage lautete:

Ich bin in der Lage, zu erklären.

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sammlung der Nationalliberalen eröffnete Profeffor Lang, worauf der Vorsitzende des Landesverbandes, Ober­amtsrichter Koch einen Rückblick auf die Entwicklung des Verbandes warf. Jetzt heiße es, gemeinsam weiter bauen, eine liberale Politik treiben im Sinne der freiheitlichen Entwicklung des Landes. Abg. Binz feiert die Vereini-

Raub und Mord in Rußland.

In Kiew wächst die Unsicherheit. Passanten werden auf der Straße beraubt. Räuber dringen in Privatwobnunqen ein. Das Haus eines reichen Juden plünderte eine bewaffnete Bande voll­ständig aus. Rach Meldungen aus Kasan stiegen Einbrecher in die Kirche des Klosters Kizitschew und raubten Bargeld und viele Schmucksachen. In Pabianice (Polen) wurden auf den H a u v t m ann Iw a n o ff während er in einer Droschke fuhr, sechs Rcvolverschüffe abgegeben und er t ö t l i ch v e r l e h t. Er starb im Spital. In der Warschauer Vorstadt Prag« wurde eine Patrouille von der Menge angegriffen. Zwei Polizisten wurden erschossen und ein Arbeiter verwundet. Im Gouvernement Tillis wurden auf der Landstraße nach Krril ein Polizeibeamter und zwei Reisende von Räubern ihrer Habseligkeiten beraubt und getötet.

Kunstgeschichte 25, Naturwissenschaft und

Marokko.

Algeciras, 10. März.

Tie heutige Sitzung bot ein besonderes Interesse durch den versöhnlichen Ton, den alle curschlugen, die das Wort ergriffen. Man merkt, daß sich ein wirklicher Umschwung vollzogen hat und ein großer Schritt zur Erzielung eines Uebere in kommens getan ist. Alte sind überzeugt, daß, wenn das cBstrebcn, ein Uebereinkommen zu erzielen, in demselben praktischen Geiste

Ausland.

Paris, 10. März. Sarrien hatte heute eine Be­sprechung mit dem Sozialisten Briand; dieser erklärte sich bereit, in das Ministerium einzulreten, wobei er verlangte, daß ihm daS KultuSportefeuille überlasten werde, da er der Urheber des Trennungsgesetzes sei. Sarrien empfing sodann den früheren Unterrichtsminister Georges LeygueS, der sich ebenfalls bereit erklärte, in ein Kabinet Sarrien ein­zutreten, und ferner Elömenscau. Bis jetzt hat sich Sarrien ferner die Mitwirkung von Bourgeois, LeygueS, Poinearö und Ruot gesichert. Er hofft Cleemeneeau und Thomson zu gewinnen.

Madrid, 10. März. DieGazetta" veröffentlicht ein Dekret, nach dem die gesamten Einfuhrzölle auf Ge­treide und Mehl wieder in Kraft gesetzt werden.

San Sebastian, 11. März. König Alfons hat sich heute zum Besuche deS Königs von England nach Biarritz begeben.

Salonik, 10. März. Griechen töteten im nahen Dorfe Kurfali zwei Söhne des exarchistischen Geistlichen. Das Dorf Prachniean (Kreis Vodena) wurde von einer griechischen Bande nie dergebrannt, der bulg. Lehrer und der Pfarrer getötet. Zwei Gemeindeschreiber wurden in einem Dorfe von Griechen ermordet.

Konstantinopel, 11. März. Auf der Insel Samos sind blutige Wahl Unruhen ausgebrochen, bei denen an­geblich zahlreiche Personen getötet wurden.

In Audienz empfangen wurde am 10. März von S. K. H. dem Großherzog u. a. Kommerzienrat M ü Her von Gießen.

** Oöffentliche Lesehalle. Im Februar wurden 2261 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Litteratur 990, Zeitschriften 467, Jugendschristen 300, Versdichtung. n 54, Litteraturgeschichte 11, Länder- und Völkerkunde 60, Kulturgeschichte 21 , Geschichte und Bio-

behalten. Bei diesem Entgegenkommen, durch das wir einen Teil unserer bisherigen Vorschläge fallen lasten, leitet uns die Hoff­nung, damit die allgemeine Verständigung hervei- zuführen."

Bezüglich der Bank-Zensoren verlangte Deutsch- land, daß sie vvn der Reichsbank in Berlin, der Bank von England, der Bank von Frankreich und der Bank von Spanien bezeichnet werden sotten. Tie Frage der Krrpital- verteilung ist noch nicht gelöst.

Gegenüber einer Meldung derTimes", das Schreiben eines erlauchten Verwandten habe den deut­schen Kaiser zu einem Vergleich auf der Konferenz veranlaßt, teilt ein Telegramm derKöln. Ztg." mit. der Miser habe von keiner Seite einen derartigen Brief erhalten. Irgendwelche Einwirkung auf den Kaiser sei übrigens gar nicht erforderlich, da er von vornherein zu einer Verständigung auf einer das deutsche wie das allgemeine Interesse genügend berücksichtigenden Grundlage bereit gewesen sei . Deutschland habe in der Bank- und in der Polizeifragc genügendes Entgegenkommen gezeigt und könne nun ruhig abwarten, daß Frankreich sich in gleicher Weise betätigte.

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. daß wir den Vorschlag des ersten Delegierten Oesterreich-Ungarns im Prinzip annehmen, seine Einzelheiten aber weiterer Erörterung vor-

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 12. März 1906.

- Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den ständigen Hilfsarbeiter bei dem Ministerium des Innern, Regierungsrat Dr. Ernst Weber, zum Vortragenden Rat bei diesem Ministerium mit dem Amtstitel Ober-Regie- rungSrat ernannt. Ernannt wurde der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Gerbstein, Joh. Lein, zum Gerichts­vollzieher mit dem Amtssitze in Groß-Gerau mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts seines Nachfolgers, und der Vizefeldwcbel und Gerichtsvollzieher-Aspirant Christ. Gunkel aus Darmstadt zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Seligenstadt.

* Beiträ ge der Gemeinden zu den Neal- chulen. Hierzu schreibt die ^Darmst. Ztg/ offiziös: Die in mehreren Zeitungen enthaltene Notiz, »daß das Finanz­ministerium den Vorschlag zurückgezogen hat, den Bei­trag der Gemeinden zu ihren siebenklassigen Realschulen zu erhöhen", ist unzutreffend. Das genannte Ministerium wäre weder zuständig zu einem derartigen Vorgehen, noch in der Lage, auf die Erhöhung der gedachten Beiträge zu ver­zichten, ohne anbermeite geeignete Deckung des dadurch im Staatsvoranschlag entstehenden Ausfalles.

Deutsches Reich.

Berlin, 11. März. Der Kaiser begab sich gestern abend nach Wilhelmshaven zur Teilnahme an der Ver­eidigung der Marinerekrutcu. Auch der Staatssekretär v. Tirpitz reiste dorthin.

Heute fand bei dem Kaiserpaare anläßlich morgigen Geburtstages des Prinzregenten von Bayern Tafel statt.

In dem Artikel derNordd. Allgem. 3tg/ zum 8 5. Geburtstage des Prinzregenten von Bayern heißt es:

Dem Nestor unter den Herrschern Europas, unter dessen weiser Leitung das bayerische Land blüht und gedeiht, gelten die Glück­wünsche des gesamten deutschen Vaterlandes. Mit lebhaiter Genug­tuung erinnert sich die Nation des Anteils, den Prinz Luitpold 1871 im Hauptquartier König Wilhelms an der Sache der Einigung Deutschlands genommen hat. Es war ihm dann beschieden, selbst in die Reihe der BundeSiürsten einzutreten und seine längst be­wiesene deutsche Gesinnung zu bewähren und mitzmvirken zu der Wohlfahrt und der Größe des Reiches. Möchte es i:,m vergönnt fein, noch manches Jahr in gewohnter Kraft zum Heile Bayerns feinen erhabenen Beruf auszuüben."

Im Befinden des Etsenbahnministers v. Budde ist eine Verschlimmerung cingetreten, die ihn nötigt, sich größte Schonung aufzuerlegen. Der Minister leidet an einer Tarmerkrankung.

Die Besteuerung der Gesellschaften mit be­schränkter Haftung wurde von der Kommission deS Ab­geordnetenhauses im Prinzip beschlossen.

Detm old, 11. März. Im Landtage äußerte der Stactts- mimster Freiherr von Gev ekot in einer Abwehr sozialdemo­kratischer Angriffe:

Ich stche persönlich auf dem Standpunkte, daß man daS G a st r e ch t nicht verletzen darf, auch dann nicht, wenn es sich um politische Gegner handelt. Daß ich diesen Standpunkt auch praktisch betätige, wissen Sie, meine Herren, denn ich habe die Herren Sozialdemokraten schon bei mir als Gast zu Tisch gehabt.

Braunschweig, 10. März. Der Landtag genehmigte die Erhöhung der Einkommen- und Ergänzungs­steuer um 50 Prozent.

Dresden, 10. März. Die zuständigen Deputationen der Ersten Kammer beantragen, diese möge dem Beschluß der Zweiten Kammer beitreten, daß auch das landwirtschaft­liche Betriebsvermögen, wie bisher daS industrielle, Ergänzungssteuer bezahlt.

Ein Soziakdemokrat als mongolischer Patriot.

DaS Unerwartete ist eingetreten: ein deutsches sozial­demokratisches Blatt ist begeisterter Lobredner des National- gefühlS und Nationalstolzes geworden. Und noch dazu ist diese? Blatt die ,Leipz. Vollsztg.*! Nur leider ist es das Natioualgefühl und der Nationalstolz der Chinesen, dem Mehring Hymnen singt. Ein Leitartikel in Nr. 56 derLeipz. Volksztg." vom 8. d. Mts. bespricht das japa- nisch-chinesische Bündnis, das eben geschloffen sein soll, und setzt dabei auseinander:

Der ostasiatiscbe Krieg hat etwas geschaffen, was bisher un­erhört war in der Geschichte des Reiches der Mitte: er hat ein chinesisches Nationalgefühl entwickelt. Noch un chinesisch-japanischen Kriege konnten die Flottenllihrer der süd- chinesischen Küftenprovinzen gar nicht begreifen, "daß die Japaner sie als Feinde behandelten. Sie erklärten, ihre Flotte habe mit dem Kriege gar ntchls zu tun, der nur Nordchina an­gehe, .....Die fremdenfeindlichen Bewegungen sind m China

seit 1900 nicht abgebrochen, und gerade jetzig laufen wieder Nach­richten sehr beunruhigenden Inhalts ein. Sie sind Anzeichen für das gehobene Nationalgefühl der Mongolen, die die unverschämte Art und Weise nicht mehr ertragen wollen, mit denen bisher Europa, und speziell Deutschland, ihr China behandelt hat. Slber ein glänzende res Beispiel für den e r w a ch t e n Volks- st o lz der Chinesen bietet der Boykott, mit dem die chinesischen Kaufleute die amerikanischen Waren belegt hnben, weil die Ameri­kaner die chinesischen Einwanderer ziirückweisen/

Franz Mehring aber läßt sich durch seinen mongolischen Patriotismus sogar noch zu weiterer Einsicht bekehren und verletten, zu der Einsicht nämlich, daß der Nationalstolz natürlich nur der mongolische sich nicht nur in der Luft betätigen kann, sondern sich in einer Politik natio­naler, natürlich chinesischnationaler Macht mit Hilfe zu­reichender militärischer Machtmittel zu realisieren hat. Gr schreibt nämlich:

Nicht in der auf die Tauer doch unmöglichen Abweisung der fremden Kultur, fonbem gerade in ihrer Aufnahme und Aneignung liegt die Rettung. Europäische Wissenschaft und Technik, durch deren Nachahmung Japan so groß geworden ist, wird jetzt auch in China ihren Einzug halten, und nicht am wenigsten europäische Kriegskunst. Schon hat der Vizekönig Puan-schikai die Grund­lag e zu einem nach modernen Grundsätzen bewaffneten und disziplinierten chinesischen Heere gelegt, das in sechs Jahren bereits als ein außerordentlich ich wer wiegender Faktor für die ostasiatische Politik Europas ins Ge­rn i ch t fallen wird."

Mehring findet also selbst sogar europäische Kriegs­kunst sehr annehmbar wenn sie von China importiert wird, und er beglückwünscht China zu seiner kriegerischen Importe und rühmt es, daß es sich dadurch wie es an anderer Stelle des Artikels heißtzu einem selbständigen, stetig kräftiger und damit gefährlicher werdenden Gebilde erhebt".

So viel Verständnis für Nationalgefühl, wenn es das der Chinesen ist, und für eine selbst mit kriegerischen Mitteln zu betreibende und zu vollnihrcnde nationale Einheits­bewegung, wenn sie die der Mongolen ist, entwickelt ein in deutscher Sprache schreibender, in Deutschland geborener und wirkender Sozialdemokrat von der Art Mehrings. Im selben, hier zitierten Artikel und in einem Atem erklärt Mehring deS wetteren bezüglich Deutschlands:

Der Beschluß, den das internationale sozialistische Bureau zu Brüffel am Sonntag faßte, einen Krieg unmöglich zu machen, komme was da wolle, ist die welthistorische Ergänzung des mongolischen Zweibundes und der kapitalistischen Diplomaten­konferenz."

Also für China und die Mongolen eine kriegerische Politik nationaler Macht und Einheit, für das Vaterland aber und die eigenen LandeSgenossen eine Politik deS vor­zubereitenden Hoch- und Landesverrats das ist die Logik der Sozialdemokratie und chrer Führer.

: Technologie 122, Heer- und Seewesen 17, Land- und Haus­wirtschaft 10, Gesundheitslehrc 11, Religion und Philo­sophie 33, Staatswissenschaft 13, Sprachwissenschaft 12, Fremd­sprachliches 19 Bände. Nach auswärts kamen 71 Bände.

'* Der 2. hessischen Kammer ist von der Negierung ein Gesetzentwurf, betreffend den Verkehr mit Fahr­rädern und Automobilen auf öffentlichen Wegen und Straßen zugegangen, nach welchem die Geltungsdauer des bisher giftigen Gesetzes vom 26. März 1904 bis zum 1. April 1908 verlängert wird. In der Begründung wird ausgeführt, daß die Verhandlungen der verbündeten Negie­rungen über den Erlaß gleichlautender Bestimmungen zur Regelung des Verkehrs mit Fahrrädern und Automobilen dem Abschluffe nahe seien. Diese'zu erlassenden Bestimmungen'seien das Ergebnis der bis jetzt gemachten Erfahrungen und tragen allen Interessen Rechnung. Die Beobachtung der den Ver­kehr mit den genannten Fahrzeugen regelnden Bestimmungen sei nur bann möglich, wenn letztere in allen Staaten überein- srimmen. Der Erlaß übereinstimmender Bestimmungen wäre aber gefährdet, wenn man daran denken wolle, letztere im Wege der Gesetzgebung zur normieren. Die gesetzliche Fest­legung würde auch die Möglichkeit nehmen, der fortschreitenden Entwicklung deS Verkehrs mit Automobilen mit polizeilichen Vorschriften möglichst rasch zu folgen. Es soll deshalb der vorliegende Entwurf die Möglichkeit geben im Wege der Verordnung weiterhin die polizeilichen Vorschriften geben zu können.

* Der Sängerkranz gedenkt Sonntag, 25. März an Stelle des auf den 18. März festgesetzten Konzertes unter Mitwirkung der Konzertsängerin Fraulein Klara Funke aus Frankfurt a. M. und der Gießener Kammermusikvereini­gung, bestehend aus den Herren Franz Bauer, Musikdirektor Krauße sen. und jun. und I. Hahn seinen Mitgliedern eine Mozartseier zu veranstalten. Das Programm wird außer einem Vortrag über Mozarts Leben und Wirken vorwiegend Mozarische Werke enthalten.

** Den Baueiner uorma.lsPurigenBa.hn von Bad-Nauheim über Nieder-Mörlen, Ober-Wrleu und Ziegenhain-Langenhain nach Usingen hat bei der 2. Hess. Kammer Abg. Breidenbach beantragt.

* Auch ein Jubiläum. Heute vor 30 Jahren wütete, worauf uns ein Freund unseres Blattes ansmerksam macht, in ganz Deutschland ein orkanartiger Sturm, der allenthalben große Verwüstungen anrichtete. Auch in Gießen und Umgegend verursachte der Sturm, wie der Gieß. Anz. damals berichtete, außerordentliche Verheerungen, nament­lich in den Wäldern, in denen die größten und stärksten Bäume vernichtet wurden. Die Telegraphenstangen waren sämtlich zerstört und zahlreiche Häuser wurden stark beschädigt, so z. B. das R ...;au5, die Schießhalle deS Schützenvereins ufro« Auch heute l: :n übrigens wieder Sturmnachrichten vor uxti zwar im wes wichen aus Schlesien und Oesterreich.

** Erwischt. Der junge Mensch, wacher unlängst in den Kleidern des Fußballklubs in deren Lokal sich zu schaffet machte, während die Mitglieder beim Spie! waren, ist nunmehr ermittelt. Er hatte ferner seinen Eltern 70 Mk. unterschlagen. Mit diesem Gelde mackste et eine Reise nach Koblenz, Frankfurt am Main und Heidelberg, und als das Geld vergeudet war, wurde er hier ertappt. ! 1 ' /

** Dekorierte Dienstboten. S. K. H. der Groß- Herzog haben am 11. März, als am Geburtstage der Prin­zessin Elisabeth Ehrenzeichen für langjährige treugelcistete Dienste in ein und derselben Familie u. a. cm folgende Dienstboten ver­liehen: Das Goldene Kreuz mit Brillanten: Marie Rohde aus Vöhl, 44 Jahre bei Oberlandesgerichtsrctt Laist in Darm-, stadt,' das Goldene Kreuz: Kctth. Glidsch aus Lauterbach, 25 Jahre bei Oberamtsrichter Geh. Justizrat Hempel in Darm-, stadt, Amalie Ott aus Alsfeld, 28 Jahre bei Frau Elisabeth Bückmer Wwe. in Pfungstadt, Elisabeths Grün aus Deckenbach, 25 Jahre bei Uhrmacher Otto Schmidt in Gie ßen, Marga­rete Leschhvrn aus Villingen, 26 Jahre bei Frau Oberamts- liditer Kärl Map Witwe in Gießen, Katharina Eißnest aus Dorheim, 25 Jahre bei Gräfin-Witwe Friedrich Solms-Rödel­heim, geb. Prinzessin Mathilde zu Salm-Horstmar in Dorheim. Anna Maria Steller aus Arnshain, 28 Jahre bei Kvnrah Stumpf V. in Kirtorf. Katharina Weber aus Heimertshausen, 30 Juhre bei Konrad Wald in £>cimert5lyaufen. Gesuche um Verleihung desGoldenen Kreuzes" zum 11. März 1907, wel­chen eine Bescheinigung der zuständigen Bürgermeisterei oder Polizeibehörde beigefügt sein muß, auS der hervorgekst, daß die Bcd'ugnugen für die Verleihung deSGoldenen Kreuzes" er­füllt sind, müssen bis längstens 15. Febr. k. I. bei Oberkammer- herrn Fr ei Herrn Riedesel zu Eisenbach in Darmstadt cingercicht sein. ' I | Q 1^7

() Großen- Linden, 11. März. Nachdem die 1. Pstln-, stelle Großen-Lmden, zu der auch Klein-Linden gehört, feit einem Vierteliahr durch den Weggang des langjährigen Pfarrers Hep- ding verwaist war, wurde beute wieder in beiden Gemeinde^ der neue Geistliche, Pfarrer schulte von Beuern, durch Dekay Strack-Leihgestern e i n g e w r e s e n.

Butzbach, 11. März. Heute früh erfolgte die Ver­haftung des Rechners Heinzerling vom Sparverein Butzbach G. m. b. H. auf Veranlassung des Aufsichtsrates. Wie man hört, handelt es sich um Unterschlagungen von über 100000 Mk. Heinzerling soll durch Börsenspekulationen grosie Verluste ge­habt haben. Da das haftende Vermögen der Gesellschafter nur etwa 20 000 Mk. beträgt, so dürste eine groß« Anzahl geringer Leute vom Verlust ihrer meist wöchentlich einge-ahlierr Spareinlagen schwer getroffen werden.

§ Grunberg, 11. März. DaS Eisenbahnkomite« für das Projekt Grünberg Lich beabsichtigt im Laufe dieses Monats ettie Versammlung abzuhalten, an der auch Kvm^ merzienrat Lenz-Berlin teilnehmen wird.

Lauterbach, 11. März. In diesem Winter wurde hier ein äußerst volkstümliches Unternehmen gegründet. Ewige hiesige Herren vereinigten sich zwecks Haltung öffentlicher Vor­träge, die jedermann zugänglich sind. Im Anschluß an die Vorträge waren künstlerische Darbietungen verschiedener Art geplant. So fanden vor einiger Zeit Vorträge von Kreis­arzt Dr. H e i n r i c y über Tuberkulose und von Lehramtsassessor Diehl über Verbrennung statt. Samstag den 10. d. Mts. hielt Lehramtsassessor Dr. Weide einen Vortrag über die Ernährung der Pflanzen. Er führte in fesselnder Weise aus, welche Stoffe zur Ernährung der Pflanzen erforderlich sind, und auf welche Weise diese Stoffe den Pflanzen zugeführt

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